< Titel einbetten >

Heiner Teroerde

Politische Dramaturgien im geteilten Berlin
Soziale Imaginationen bei Erwin Piscator und Heiner Müller um 1960

Info:Verlag : V&R unipress
347 Seiten,
Achtung Dieser Text ist nur eingeschränkt durchsuch- und kopierbar
Print ISBN: 978-3-89971-696-2
E-Book ISBN: 978-3-86234-071-2
Preis Ebook (D) 37,40 €

In ihren Anfängen definierte sich die Bundesrepublik wie die DDR dadurch neu, dass sie sich gegen den gemeinsamen Vorgängerstaat, das »Dritte Reich«, abgrenzte. Das entsprach aber kaum der jeweiligen sozialen Wirklichkeit. In der DDR themattisierte Heiner Müller das Fortleben der Vergangenheit. Er entlarvte den behaupteten demokratischen Neubeginn als Wunschvorstellung und übte so subtil wie vernichtend Kritik am staatlichen Opportunismus, der ursprüngliche Ideale in ihr Gegenteil verkehrte. Bisher ist dies kaum voll erkannt worden – aufgrund von ursprünglich politisch motivierten, dann literaturwissenschaftlich festgeschriebenen Etikettierungen, die hier relativiert werden sollen. In der Bundesrepublik machte Erwin Piscator mit seinen Inszenierungen von Stücken Hochhuths, Weiss’ und Kipphardts auf das Fortleben sozialer Strukturen aus dem Nationalsozialismus aufmerksam. Die Einordnung der Stücke in den historischen Kontext von DDR und BRD fördert überraschende Parallelen zutage. Es zeigt sich, dass die ähnlichen Reaktionen aus der Politik in Ost und West durch den gleichen Mechanismus ausgelöst wurden, nämlich durch den Verweis auf die Selbsttäuschungen der jungen Staaten, die den Anspruch erhoben, auf Anhieb andere soziale Gemeinschaften geschaffen zu haben.

Kundenrezensionen

Um Rezensionen schreiben zu können, müssen Sie sich anmelden.



Keine Rezensionen zu diesem Bereich

Weitere Titel zum Thema