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Schoppe, Amalia
Herausgeber : Thomsen, Hargen

Amalia Schoppe " ...das wunderbarste Wesen, so ich je sah"
Eine Schriftstellerin des Biedermeier (1791-1858) in Briefen und Schriften

Info:Verlag : Aisthesis
681 Seiten, Leinen
Print ISBN: 978-3-89528-687-2
Preis Ebook (D) 102,40 €

Der Name Amalia Schoppe (1791–1858) ist in der Literaturgeschichte bestenfalls noch im Zusammenhang mit Friedrich Hebbel bekannt, dem sie am Beginn seiner Laufbahn entscheidende Starthilfe gab. Tatsächlich war sie eine der beliebtesten Schriftstellerinnen des Biedermeier, verfaßte Romane, Erzählungen, Kinder- und Jugendschriften, Gedichte, Dramen und Sachbücher, gab zwei Zeitschriften heraus und arbeitete an dutzenden der meistgelesenen Journale, Taschenbücher und Anthologien mit. In ihrer Jugend gehörte sie zum romantischen Freundeskreis um Justinus Kerner und Karl August Varnhagen von Ense. Ihre ersten Gedichte erschienen in den von Kerner und Uhland herausgegebenen Almanachen von 1812 und 1813. Varnhagens Schwester Rosa Maria Assing war über drei Jahrzehnte ihre beste Freundin, eine Freundschaft, die sich nach ihrem Tod auf deren Töchter Ottilie und Ludmilla Assing übertrug. 1813 floh sie aus Hamburg vor den französischen Besatzern auf ihre Heimatinsel Fehmarn. Dort heiratete sie den Vater ihres unehelich geborenen Sohnes, den sie nach der Geburt zweier weiterer Söhne wieder verließ, um sich seit 1820 eine selbständige Karriere als Schriftstellerin aufzubauen. Die folgenden 30 Jahre lebte sie in Hamburg, nur unterbrochen durch einen längeren Aufenthalt in Jena, wo sie bei der Witwe von Goethes „Urfreund“ Knebel lebte und mit Schillers Schwägerin Karoline von Wolzogen befreundet war. In der Revolution von 1848/49 war sie leidenschaftlich für die demokratische Bewegung engagiert. 1851, mit fast sechzig Jahren, wanderte sie nach Amerika aus und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Schenectady, N. Y.

Diese Edition präsentiert zum erstenmal eine umfassende Auswahl ihrer Briefe, die lückenlos den Zeitraum von 1810 bis 1853 abdecken, ergänzt um eine autobiographische Darstellung ihrer Kindheit und Jugend und journalistische Texte aus dreißig Jahren. Auf diese Weise entsteht das Portrait einer Schriftstellerin, alleinerziehenden Mutter, kritischen Zeitgenossin und unabhängigen Frau, wie es das in dieser Vollständigkeit aus der Epoche des Biedermeier noch nicht gibt. Sie zeigen eine Entwicklung vom romantischen Überschwang des 18jährigen Mädchens bis zur realistischen, spöttischen Abgeklärtheit der 60jährigen Emigrantin. Das inhaltliche Spektrum umfaßt den Geschäftsverkehr mit Verlegern ebenso wie die Katastrophen einer unglücklichen Ehe und gestattet tiefe Einblicke in eine weibliche Existenz, die ständig zwischen Auflehnung und Anpassung, zwischen Selbstbewußtsein und Minderwertigkeitsgefühlen hin und her schwankt. Die Briefe sind lebendig und spontan geschrieben und berichten mit leidenschaftlicher Anteilnahme und unbestechlicher Beobachtungsgabe von Kriegen, Aufständen, Revolutionen, Unglücksfällen, Feuersbrünsten, literarischen Fehden, verlorenen Söhnen, Intrigen, Wahnsinn, Ehebruch, okkulten Seancen und der Hitze in New York ebenso wie von ländlichen Idyllen, Kinderspielen, exzentrischen Leihbibliothekaren, hamburger Fischweibern, Spätheimkehrern aus russischer Kriegsgefangenschaft und Unterhaltungen auf Auswandererschiffen – um nur einige der Themen zu nennen.


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