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Bilz, Fritz

Zwischen Kapelle und Fabrik
Die Sozialgeschichte Kalks von 1850 bis 1910

Info:Verlag : SH-Verlag
ca. 450 Seiten, gebunden
Print ISBN: 978-3-89498-190-7
Preis Ebook (D) 39,80 €

Eine Stadt fast aus dem Nichts

Die Industriegeschichte des heutigen Kölner Vororts Kalk begann mit der ersten Fabrikansiedlung 1850 – die Eigenständigkeit Kalks endete mit der Eingemeindung nach Köln 1910. Fast aus dem Nichts war eine zuletzt prosperierende Stadt mit fast 30.000 Einwohnern herangewachsen. Die Entwicklung Kalks ist beispielhaft für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel von einer agrarisch bestimmten Ansiedlung dörflichen Charakters zu einer Industriestadt. Die Entwicklung verlief nicht reibungslos, nicht ohne Brüche und Widerstände, und sie hatte ihre Eigenheiten, die Kalk trotz mancher Parallelitäten von anderen Orten deutlich unterschied. In der reinen Zuwandererstadt Kalk musste alles, was sich mit dem Begriff Stadt verband, erst entwickelt werden: eine städtische Gesellschaft, eine lokale Elite, politische Handlungsstrukturen und eine für Menschen und Unternehmen ausreichende Infrastruktur. Es entstanden Parteiorganisationen, manche sporadisch, andere auf Dauer. Fritz Bilz zeichnet nach, wie sich die Trägerschichten der politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung, das Bürgertum und die Arbeiterschaft, in Kalk herausbildeten und untersucht, inwieweit sie die Entwicklung der Stadt aktiv bestimmten. War die Richtung einheitlich oder gab es Abweichungen und Gegentendenzen? Konnte sich auch eine gewisse Urbanität, ein städtisches Lebensgefühl, in Kalk herausbilden? Der Autor hat eine Fülle von Archivquellen ausgewertet und kann so ein differenziertes und lebendiges Bild nicht zuletzt auch des alltäglichen Lebens im sich rasant entwickelnden Industrieort Kalk nachzeichnen.

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