Philosophie (132 Titel)
Curcio, Gian P
Verantwortungsmotivation zwischen Moralität und Gerechtigkeit
Verlag: Waxmann
Eine Aufgabe von Führungskräften ist es, in mehr oder weniger komplexen Situationen zu entscheiden. Für die mit der Entscheidung verbundenen Konsequenzen tragen Führungskräfte in der Regel auch Verantwortung. Führen bedeutet Entscheiden und Entscheiden bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Anhand eines theoretischen Modells der handlungsbezogenen "Verantwortungsmotivation" wird die Frage nach den Einflussfaktoren der Motivation zur Verantwortungsübernahme behandelt. Dieses Modell integriert Aspekte von Verantwortungs-, Moral- und Motivationskonzepten und besteht im Kern aus der Differenzierung zwischen einer juristischen und einer moralischen Verantwortung. Anhand einer empirischen Untersuchung mit militärischen Führungskräften der Schweizer Armee (Kompaniekommandanten) kann gezeigt werden, dass neben situativen Faktoren vor allem die juristische Komponente des deontischen Urteils als guter Prädiktor zur Vorhersage der Verantwortungsübernahmebereitschaft gilt. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden drei Desiderata formuliert, welche als praxisbezogene Handlungsrichtlinien sowohl für die zivile als auch militärische Führungsausbildung dienen können.
Puke, Oliver
Zur Kritik philosophischer Unbedingtheitsansprüche
Verlag: Waxmann
Mit der Erneuerung der kritischen Gesellschaftstheorie im Rekurs auf unbedingte Geltungsansprüche stellt sich Jürgen Habermas in die lange Reihe von Kritikern, die die Dekonstruktion der kritischen Gesellschaftstheorie am Institut für Sozialforschung als die sinnfällige Reaktion auf ein Begründungsdefizit betrachten. Für diese Kritiker besteht der Geburtsfehler der kritischen Gesellschaftstheorie darin, die gesellschaftlichen Verhältnisse als vernünftig oder gerecht qualifizieren zu wollen, ohne dabei auf den universalistischen Sinn der Leitbegriffe Vernunft oder Gerechtigkeit zurückzugreifen. Ausgehend vom linguistic turn in der Philosophie will Habermas diesem Missstand abhelfen, ohne hinter die Fundamentalismuskritik seiner Vorgänger zurückzufallen. Wie die vorliegende Untersuchung zeigt, bleibt Habermas' Vorhaben jedoch zutiefst aporetisch. Der Schadensfall Habermas wird im Verlauf der Untersuchung zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der Forschungstradition des amerikanischen Pragmatismus. Damit eröffnet sich das Potential eines Denkansatzes, der weitgehend mit Max Horkheimers originärem Theoriekonzept übereinstimmt, aber mit dem Konzept des demokratischen Experimentalismus die Möglichkeit bietet, die kritische Gesellschaftstheorie ohne die Bezugnahme auf Unbedingtheitsansprüche zukunftsfähig zu machen. Der Autor erreicht sein Untersuchungsziel durch die Kombination einer theoriegeschichtlichen mit einer im engeren Sinne philosophisch-analytischen Betrachtungsweise. Damit zeichnet er ein detailliertes Bild der Anatomie des progressiven Denkens in der Tradition der kritischen Gesellschaftstheorie und des amerikanischen Pragmatismus.
Herausgeber : Reitemeyer, Ursula; Shibata, Takayuki; Tomasoni, Francesco
Ludwig Feuerbach (1804-1872)
Verlag: Waxmann
Anlässlich des 200. Geburtstags des Philosophen und Religionskritikers Ludwig Feuerbach (1804–1872) richtete die Internationale Gesellschaft der Feuerbach-Forscher eine Konferenz in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aus. Die in diesem Band zusammengetragenen Beiträge von Autoren aus Europa, Amerika und Asien geben sowohl Aufschluss über den gegenwärtigen Stand der Feuerbachforschung als auch über die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten, die Feuerbachs "Philosophie der Zukunft" im nachmetaphysischen Diskurs der Moderne bietet. Entsprechend ihrer Bandbreite wird die Philosophie Feuerbachs unter vier Themenschwerpunkten bearbeitet: I. Philosophie zwischen Glauben und Wissen, II. Anthropologie zwischen Idealismus und Materialismus, III. Realer Humanismus zwischen Aufklärung und Praxisphilosophie und IV. die Philosophie der Zukunft zwischen Moderne und Postmoderne.
Berkeley, George
Herausgeber : Übersetzt von Kulenkampff, Arend; Anmerkungen von Kulenkampff, Arend; Kulenkampff, Arend
Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis
Verlag: Meiner, F
Über kaum einen Philosophen von Rang haben Zeitgenossen und Nachwelt ein so zwiespältiges Urteil gefällt wie über George Berkeley. Als eine der "am wenigsten umstrittenen Lehrmeinungen in der umstrittensten aller Wissenschaften, der Wissenschaft vom Menschen" bezeichnet J. S. Mill Berkeleys Theorie der erworbenen Fähigkeiten des Gesichtssinns, die sich fast zweihundert Jahre als herrschende Lehre behaupten konnte. Ein "närrisches System" nennt Diderot, der mit diesem Verdikt nicht allein steht, den Berkeleyschen Idealismus.
Dabei scheinen Kritiker wie Diderot zu übersehen, daß Berkeley, wenn er die Existenz der Materie bestreitet, keine Tatsache bestreitet, von der unsere Sinne Zeugnis geben. Der Idealismus, der nur Geisteswesen und Ideen 'in the mind' als existierend anerkennt, stellt die Naturordnung nicht in Frage. Wohl aber gewinnt Berkeley durch die idealistische Seinsannahme das begriffliche Rüstzeug, das es ihm ermöglicht, das gesetzmäßige Naturgeschehen als Sinnzusammenhang, als Zeichensprache Gottes zu deuten – gemäß dem von ihm für evident wahr gehaltenen Grundsatz, daß alles, was nach einer Regel geschieht, von etwas ausgehen muß, das die Regel versteht.
In seinem Hauptwerk "Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis" entwickelt Berkeley diese Lehre vom Immaterialismus, die aus der Kritik an Locke und Malebranche hervorging und allein den Geist als Substanz anerkennt. Oft mißverstanden, reicht die implizite Wirkung dieses Textes bis in die Gegenwart hinein.
Baumgarten, Alexander G
Herausgeber : Mirbach, Dagmar
Ästhetik
Verlag: Meiner, F
Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762) ist der Begründer der Ästhetik als eigener philosophischer Disziplin. Sein bedeutendstes Werk zur Ästhetik als 'Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis', die er der Logik gleichberechtigt an die Seite stellt, ist die Aesthetica (1750/58), die mit dieser Ausgabe nach rund 250 Jahren erstmals in einer vollständigen deutschen Übersetzung vorliegt.Ausgehend von der ontologischen Auffassung des Einzelwesens als durchgängig bestimmtes Individuum, dessen Merkmalsfülle der deutlichen Erkenntnis der logischen Analyse entgeht, sich jedoch in der sinnlichen Erscheinung des 'phaenomenon' offenbart, erkennt Baumgarten den klar-verworrenen Vorstellungen der sinnlichen Erkenntnis eine eigene, fundamentale Bedeutung für das Erfassen des Wirklichen zu. Auf der Grundlage seiner Psychologie und Semiotik begreift Baumgarten die Ästhetik nicht nur als Wissenschaft des sinnlichen Erkennens, sondern auch des sinnlichen Darstellens. Sie ist damit zugleich eine Theorie der freien Künste und auch für Rhetorik und Poetik systematisch leitbildend, aus deren historischem Fundus Baumgarten Strukturen und Anschauungsmaterial für die neu zu konstituierende philosophische Disziplin schöpft. Der Text besaß für die weitere Entwicklung der Ästhetik und Kunsttheorie im 18. Jahrhundert eine epochale Bedeutung, die er bis heute nicht verloren hat. In ihrer Einleitung stellt Dagmar Mirbach Baumgartens Projekt der Ästhetik im Kontext seiner metaphysischen und erkenntnistheoretischen Prämissen dar und eröffnet neue Perspektiven zum Verständnis. In einem Anhang werden diejenigen Paragraphen von Baumgartens Metaphysik und Ethik, auf die er in der Ästhetik verweist, übersetzt. Anmerkungen sowie ein umfangreiches Glossar erschließen den Text.
Baumgarten, Alexander G
Herausgeber : Mirbach, Dagmar
Ästhetik
Verlag: Meiner, F
Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762) ist der Begründer der Ästhetik als eigener philosophischer Disziplin. Sein bedeutendstes Werk zur Ästhetik als 'Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis', die er der Logik gleichberechtigt an die Seite stellt, ist die Aesthetica (1750/58), die mit dieser Ausgabe nach rund 250 Jahren erstmals in einer vollständigen deutschen Übersetzung vorliegt.Ausgehend von der ontologischen Auffassung des Einzelwesens als durchgängig bestimmtes Individuum, dessen Merkmalsfülle der deutlichen Erkenntnis der logischen Analyse entgeht, sich jedoch in der sinnlichen Erscheinung des phaenomenon offenbart, erkennt Baumgarten den klar-verworrenen Vorstellungen der sinnlichen Erkenntnis eine eigene, fundamentale Bedeutung für das Erfassen des Wirklichen zu. Auf der Grundlage seiner Psychologie und Semiotik begreift Baumgarten die Ästhetik nicht nur als Wissenschaft des sinnlichen Erkennens, sondern auch des sinnlichen Darstellens. Sie ist damit zugleich eine Theorie der freien Künste und auch für Rhetorik und Poetik systematisch leitbildend, aus deren historischem Fundus Baumgarten Strukturen und Anschauungsmaterial für die neu zu konstituierende philosophische Disziplin schöpft. Der Text besaß für die weitere Entwicklung der Ästhetik und Kunsttheorie im 18. Jahrhundert eine epochale Bedeutung, die er bis heute nicht verloren hat. In ihrer Einleitung stellt Dagmar Mirbach Baumgartens Projekt der Ästhetik im Kontext seiner metaphysischen und erkenntnistheoretischen Prämissen dar und eröffnet neue Perspektiven zum Verständnis. In einem Anhang werden diejenigen Paragraphen von Baumgartens Metaphysik und Ethik, auf die er in der Ästhetik verweist, übersetzt. Anmerkungen sowie ein umfangreiches Glossar erschließen den Text.
Lauschke, Marion
Ästhetik im Zeichen des Menschen
Verlag: Meiner, F
Die Bedeutung der Ästhetik für die Symbolphilosophie Ernst Cassirers ist kaum zu überschätzen. Indem Cassirer den Ort der symbolischen Formung in die Wahrnehmung verlegt, avanciert sie zur prima philosophia. Dennoch gehören Ästhetik und Kunstphilosophie zu den vernachlässigten Problemkomplexen der Cassirerforschung. Die Studie »Ästhetik im Zeichen des Menschen« schließt diese Lücke, indem sie die ästhetische Vorgeschichte der Philosophie der symbolischen Formen rekonstruiert und die Möglichkeit, Kunst als symbolische Form zu begreifen, diskutiert. Sie versucht zu zeigen, daß Cassirers anthropologisch fundierte Symbolphilosophie einen Ausweg aus den Einseitigkeiten gegenwärtiger kunstphilosophischer Theorien bietet und der etwas aus der Mode geratenen Frage »Was ist Kunst?« neue Impulse zu geben vermag.
Herausgeber : Früchtl, Josef; Moog-Grünewald, Maria
Ästhetik in Metaphysikkritischen Zeiten
Verlag: Meiner, F
Anlaß dieses Sonderheftes ist die Gründung der Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft vor hundert Jahren durch Max Dessoir. Die Beiträge nehmen Bezug auf die ursprüngliche Intention des Gründers, Ästhetik und Kunstphilosophie nicht allein als zwei getrennte Disziplinen zu behandeln, vielmehr zugleich die Aufgabe einer »Allgemeinen Kunstwissenschaft« im nachidealistischen Zeitalter neu zu definieren. Ausgehend von dieser Intention suchen sie zum einen den Status der Metaphysik innerhalb der gegenwärtigen Ästhetik zu erkunden, zum andern an vier prominente Autoren der Zeitschrift zu erinnern.
Die Beiträger (unter ihnen die Herausgeber und Beiräte der Zeitschrift) reflektieren, diskutieren und schärfen das besondere Profil, durch welches sich die ZÄK von anderen Periodika abhebt, in seinen theoretischen Ursprüngen wie in seinen fachspezifischen, d.h. sich von Disziplin zu Disziplin unterscheidenden Konsequenzen.
Mattenklott, Gert
Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste
Verlag: Meiner, F
Glauben, Wissen und ästhetische Erfahrung stehen in der abendländischen Tradition seit jeher in einem triangulären Verhältnis. Wenngleich die meisten Begriffe, Vorstellungsinhalte und argumentativen Grundmuster, mit denen zur Beschreibung dieses Verhältnisses operiert wird, bereits in der Dichtung und Philosophie der griechischen Antike von Homer über Platon bis Aristoteles zur Sprache gekommen sind, tritt ihre systematische Beziehung mit jeder historischen Epoche in eine andere Konstellation. Das Symposion, für das die Beiträge dieses Bandes verfaßt worden sind, hatte nicht den Zweck, die Geschichte dieser Konstellationen und ihren antiken Vorlauf noch einmal nachzuzeichnen oder neu zu bebildern. Der rote Faden, der sich durch die teils allgemein kritischen und programmatischen, teils kasuistisch argumentierenden Beiträge ziehen läßt, knüpft sich an die Frage, ob es einen wesentlichen Sinn ästhetischer Erfahrung sui generis gibt, unabhängig von gnoseologischen Leistungen oder kryptotheologischen Funktionen.
Müller, Ernst
Archiv für Begriffsgeschichte / Begriffsgeschichte im Umbruch
Verlag: Meiner, F
In exemplarischen Fallstudien reflektieren die Autoren Begriffsgeschichte und historische Semantik zugleich vor dem Hintergrund der kulturwissenschaftlichen Wende der Geisteswissenschaften und der Überwindung eines disziplinär segmentierten Kulturbegriffs. Methodisch rücken dabei metapherntheoretische, sprachpragmatische und diskursgeschichtliche Fragestellungen und ihre Verbindung stärker in den Mittelpunkt, in technischer Hinsicht werden neue Möglichkeiten der Nutzung von Computer und Internet bei der Recherche, Präsentation und Vernetzung semantikgeschichtlicher Befunde geprüft.
Merleau-Ponty, Maurice
Herausgeber : Übersetzt von Arndt, Hans W; Übersetzt von Brede-Konersmann, Claudia; Übersetzt von Hogemann, Friedrich; Übersetzt von Metraux, Alexandre; Übersetzt von Waldenfels, Bernhard; Einleitung von Bermes, Christian; Anmerkungen von Bermes, Christian; Bermes, Christian
Das Auge und der Geist
Verlag: Meiner, F
Die in diesem Band versammelten Arbeiten des französischen Phänomenologen Maurice Merleau-Ponty (1908-1961) führen nicht nur auf vorzügliche Weise in dessen Philosophie ein, sie dokumentieren darüber hinaus auch die Entwicklung neu einsetzender Reflexionen in den Jahren nach der Publikation der Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Kunsttheoretische, sprachphilosophische und auch soziologische Untersuchungen erschließen dem Leser eine Philosophie, die im Rahmen einer kulturphilosophischen Selbstverständigung das 20. Jahrhundert hinsichtlich seiner großen Themen und seiner radikalen Fragestellungen umgreift.Inhalt: Der Zweifel Cézannes (1945), Das Kino und die neue Psychologie (1947), Das Metaphysische im Menschen (1947), Der Mensch und die Widersetzlichkeit der Dinge (1952), Schrift für die Kandidatur am Collège de France (1951/52), Das mittelbare Sprechen und die Stimmen des Schweigens (1952); Lob der Philosophie (1953), Von Mauss zu Claude Lévi-Strauss (1959), Der Philosoph und sein Schatten (1959), Das Auge und der Geist (1961).
Fischer, Norbert
Augustinus - Spuren und Spiegelungen seines Denkens
Verlag: Meiner, F
Seit Aurelius Augustinus (354-430), dem bedeutendsten Denker der Spätantike, ist die Rückbindung der Frage nach der Wahrheit an die Frage nach dem Ich, also an die Selbsterkenntnis, ein Grundthema der Philosophie; nach Platon, dem Begründer der abendländischen Philosophie, war Augustinus der zweite große Denker der Antike von bis heute prägender Kraft.
In den beiden hier vorgelegten Bänden wird die Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte seines Werks von den Anfängen bis in die Gegenwart umfassend und kompetent erfaßt und zur Darstellung gebracht. Im ersten Band wird die direkte Wirkung des Augustinischen Denkens auf seine unmittelbaren und späteren Nachfolger deutlich herausgearbeitet. Der zweite Band gibt Aufschluß über die nachhaltige Spätwirkung des Augustinischen Werks seit Beginn der Neuzeit, die bis in die Gegenwart anhält.
Beide Bände empfehlen sich als explizite Kompendien zur Wirkungsgeschichte Augustins und als anregende Wegweiser für das Studium seines Werks nach der Maßgabe des Kenntnisstandes der neueren Forschung.
Fischer, Norbert
Augustinus - Spuren und Spiegelungen seines Denkens
Verlag: Meiner, F
Seit Aurelius Augustinus (354-430), dem bedeutendsten Denker der Spätantike, ist die Rückbindung der Frage nach der Wahrheit an die Frage nach dem Ich, also an die Selbsterkenntnis, ein Grundthema der Philosophie; nach Platon, dem Begründer der abendländischen Philosophie, war Augustinus der zweite große Denker der Antike von bis heute prägender Kraft.
In den beiden hier vorgelegten Bänden wird die Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte seines Werks von den Anfängen bis in die Gegenwart umfassend und kompetent erfaßt und zur Darstellung gebracht. Im ersten Band wird die direkte Wirkung des Augustinischen Denkens auf seine unmittelbaren und späteren Nachfolger deutlich herausgearbeitet. Der zweite Band gibt Aufschluß über die nachhaltige Spätwirkung des Augustinischen Werks seit Beginn der Neuzeit, die bis in die Gegenwart anhält.
Beide Bände empfehlen sich als explizite Kompendien zur Wirkungsgeschichte Augustins und als anregende Wegweiser für das Studium seines Werks nach der Maßgabe des Kenntnisstandes der neueren Forschung.
Levinas, Emmanuael
Herausgeber : Chucholowski, Alexander
Ausweg aus dem Sein /De l'evasion
Verlag: Meiner, F
"Ausweg aus dem Sein" (De l'évasion), das zuerst 1935 in den "Recherches Philosophiques" veröffentlicht wurde, ist laut der Biographin von Levinas, Marie-Anne Lescourret, "sein allererster persönlicher Text". Doch weit mehr handelt es sich bei diesem Text um den Grundstein Levinasschen Denkens, das mit einer grundlegenden Abrechnung mit der ontozentristischen Philosophie Heideggers, einem Auflehnen gegen die Totalität und Omnipräsenz des Seins, gegen seinen Lastcharakter, der das Dasein zu erdrücken droht, anhebt.
Aubenque, Pierre
Herausgeber : Übersetzt aus dem Französischen von Sinai, Nicolai; Übersetzt aus dem Französischen von Schneider, Ulrich J
Der Begriff der Klugheit bei Aristoteles
Verlag: Meiner, F
Pierre Aubenque, der Nestor der Aristotelesforschung in Frankreich und Europa, verbindet wie kein zweiter das Interesse an der richtigen Nachzeichnung des Denkens der griechischen Philosophie der Antike mit dem intellektuellen Projekt der philosophischen Aufhellung und Beantwortung der Frage nach der Funktion und Bedeutung der von den Griechen begründeten Ethik in unserer Zeit. Seine große Leistung besteht darin, präzise herausgearbeitet und gezeigt zu haben, daß die hohe Bewertung der Klugheit, die Aristoteles in seinen Schriften zur Ethik zum Ausdruck gebracht hat, keineswegs einer pragmatisch verkürzten Auffassung von der Tugendlehre das Wort reden will, die uns freistellt, aus willkürlichen Erwägungen der Nützlichkeit beliebig und nach Gusto zu handeln. Klugheit ist keine billige Tugend, sondern Ausweis unserer Urteilskraft und unserer Fähigkeit, unter je gegebenen Umständen aus erwogenen Gründen verantwortlich zu handeln: "Auf halbem Wege zwischen einem absoluten Wissen, welches die Handlung nutzlos machen würde, und einer chaotischen Wahrnehmung, welche die Handlung unmöglich machen würde, repräsentiert die aristotelische Klugheit die Chance und das Risiko menschlichen Handelns".
Reinhold, Karl L
Herausgeber : Einleitung von Fabbianelli, Faustino; Anmerkungen von Fabbianelli, Faustino; Fabbianelli, Faustino
Beiträge zur Berichtigung bisheriger Mißverständnisse der Philosophen
Verlag: Meiner, F
Im ersten Band der "Beiträge zur Berichtigung bisheriger Mißverständnisse der Philosophen" (Jena, 1790) legt Reinhold seine Elementarphilosophie vor und vertieft damit die schon im Versuch einer neuen Theorie des menschlichen Vorstellungsvermögens (Prag und Jena, 1789) ausgearbeitete Lehre. Deren Neuheit tritt im vorliegenden Band mit Deutlichkeit heraus. Reinhold nimmt hier Stellung sowohl zur leibnizischen Schultradition als auch zu Kant und einigen seiner treuen Interpreten.
Reinhold, Karl L
Herausgeber : Fabbianelli, Faustino
Beiträge zur Berichtigung bisheriger Mißverständnisse der Philosophen
Verlag: Meiner, F
Der zweite Band der Beiträge setzt das vier Jahre zuvor angefangene Projekt einer Aufstellung des Fundaments vom philosophischen Wissen fort und erweitert es in der Anwendung auf Metaphysik, Moral, Religion und Geschmackslehre. Die seither entstandenen Auseinandersetzungen mit Kantianern und Antikantianern über Idee und Grenzen der Elementarphilosophie veranlassen Reinhold dazu, seine bisher vertretenen spekulativen Ansätze zu überdenken, und dienen ihm als Ansporn für Reflexionen über vorher nicht direkt thematisierte Fragen.
Brandt, Reinhard
Die Bestimmung des Menschen bei Kant
Verlag: Meiner, F
Nach Kant liegt der Zweck der menschlichen Existenz in der Moral und damit der Freiheit, auf sie richtet sich unser gesamtes Vernunftinteresse. Aus diesem gut bezeugten Zentrum werden in der vorliegenden Untersuchung die kopernikanische Wende, die Geschichtsphilosophie und vor allem die drei Kritiken interpretiert; dass die Kritik der reinen Vernunft sich als republikanischer Gerichtshof artikuliert, ist in der Leitidee der moralischen Bestimmung des Menschen begründet. Kants Wirkung beruhte auf dem Freiheitspathos, mit dem er sich gegen die Bevormundung durch die Despoten und eine scholastisch verwaltete Metaphysik stellte. Im letzten Kapitel, "Die Vierte Kritik", werden Äußerungen untersucht, gemäß denen eine neue Kritik der reinen Vernunft die drei Kritiken der Vernunft bzw. des Verstandes (1781), der Urteilskraft (1790) und der praktischen Vernunft (1788) in ihrer Vollständigkeit begründen sollte; es wird gezeigt, dass dieses Projekt Kant notwendig schien, aber zugleich nicht durchführbar war.
Leibniz, Gottfried W
Herausgeber : Zehetner, Cornelius
Der Briefwechsel mit Des Bosses
Verlag: Meiner, F
In seinem Briefwechsel mit Des Bosses – geführt in den letzten zehn Jahren bis zu seinem Tod – erörtert Leibniz alle Aspekte seines komplexen philosophischen Systems von der Metaphysik über die Ontologie bis hin zur Religionsphilosophie. Ein ›Muß‹ für jeden Leibniz-Interpreten.Diese Ausgabe erfüllt ein Desideratum: Sie bietet erstmalig eine durchgängige Übersetzung und Aufarbeitung des Briefwechsels zwischen Leibniz und Des Bosses aus den Jahren 1706 bis 1716, eine der wichtigsten Grundlagen für das Verständnis der Philosophie Leibnizens im Stadium ihrer Vollendung! Die Ausgabe von Cornelius Zehetner reiht sich würdig an frühere kommentierte Übersetzungen: den durchlaufenden Gedanken, i.e. die Herauslösung des dynamisch gestuften verbindlichen »vinculum substantiale« – ein zweifaches, oft esoterisch entrücktes Komplement zu Erkenntnislehre, Ontologie und Metaphysik sowie zu Religionsphilosophie, Unionstheologie der pax fidei und Theodizee – zu Tage zu bringen, ist jetzt durch die umfassende Wiedergabe der Korrespondenz in ihrer ursprünglichen Folge gelungen. Erst durch diese Präsentation und die beigegebenen Analysen, befruchtet durch das weit verzweigte Schrifttum, sind nun Leibniz’ späte Einsichten auch für deutschsprachige Leser eröffnet: Themen und Wendungen, welche aus logisch-mathematischen, naturwissenschaftlichen, gesellschaftstheoretischen wie geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen in steter Auseinandersetzung mit offen liegenden als auch verborgenen Strömungen philosophischer und theologischer Denkmuster resultieren. Lösungsstrategien wie die im vernetzten Dialog mit dem Pater Bartholomé SJ aufbrechenden Kontroversen manifestieren sich in diesem einzigartig nachdenklichen, sowohl freundschaftlichen wie unnachgiebigen Austausch aus peripatetischen und suarezianischen gegenüber postcartesianischen Ansätzen.
Leibniz, Gottfried W
Herausgeber : Widmaier, Rita; Babin, Malte L
Der Briefwechsel mit den Jesuiten in China (1689-1714)
Verlag: Meiner, F
Die Ausgabe eröffnet den Zugang zu einem der ersten Versuche in der europäischen Geschichte, die andere Kultur Chinas zu begreifen und zu bewerten. Zugleich zeigt sie auf, daß Leibniz, der große Rationalist, letztendlich doch noch so sehr der christlich geprägten Tradition des Abendlandes verbunden war, daß er die Erkenntnisse, die er aus seinem Briefwechsel mit den Missionaren in China hätte ziehen können, nicht gelten lassen wollte.
Schelling, Friedrich W
Herausgeber : Durner, Manfred
Bruno oder über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge
Verlag: Meiner, F
Im "Bruno" bemüht sich Schelling um eine allgemeinverständliche Erläuterung der Grundgedanken seiner Identitätsphilosophie und stellt sie daher nach dem Vorbild eines platonischen Dialogs dar. Das Beispiel der Verschmelzung von Grundgedanken einer monistischen Konzeption im Sinne Spinozas mit der Ideenlehre Platons in ihrer neuplatonischen Ausprägung, das hierbei im Hintergrund steht, fand Schelling in den Schriften des Renaissancephilosophen Giordano Bruno, der dem Dialog auch den Namen gab. Schellings Ziel liegt darin, die alten Theorien über die Struktur der Materie und die Bildung des Kosmos neu zu etablieren, um so die epistemologische Sackgasse der modernen, mechanistischen Wissenschaft zu überwinden.
Magnus, Albertus
Herausgeber : Möhle, Hannes
Buch über die Ursachen und den Hervorgang von allem aus der ersten Ursache
Verlag: Meiner, F
Diese Ausgabe bietet erstmals den vollständigen lateinischen Text des ersten Buches des Kommentars zum Liber de causis in kritischer Edition mit deutscher Übersetzung. Sie entstand als ein Gemeinschaftswerk aller Editoren und Mitarbeiter an der in Progreß befindlichen Editio Coloniensis, der kritischen Gesamtausgabe der Alberti Magni Opera Omnia.Albertus Magnus - der Beiname "der Große" ist seit dem 14. Jahrhundert belegt, nachdem ihm schon die Zeitgenossen den Ehrentitel "doctor universalis" verliehen hatten - wird in den Annalen der Philosophiegeschichte zwar stets respektvoll genannt; aber der Schatten seines großen Schülers, Thomas von Aquin, legte sich lange Zeit so sehr über sein Werk, daß die herausragende Stellung, die Albert für die Grundlegung und Ausgestaltung der Metaphysik in der Philosophie des Mittelalters einnimmt, erst neuerlich wieder in das Zentrum der Forschung gerückt ist.
Sanchez, Franciscus
Herausgeber : Howald, Kaspar; Caluori, Damian; Mariev, Sergei
Daß nichts gewußt wird
Verlag: Meiner, F
Franciscus Sanchez ist profunder Kenner der erkenntnistheoretischen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Sein konsistentes skeptisches Denken und der hohe Grad der Argumentativität seiner Ausführungen machen Sanchez zu einem herausragenden Vertreter des frühneuzeitlichen Skeptizismus.
Berkeley, George
Herausgeber : Übersetzt von Richter, Raoul; Kulenkampf, Arend
Drei Dialoge zwischen Hylas und Philonous
Verlag: Meiner, F
1713 erschien in London "Drei Dialoge zwischen Hylas und Philonous" von George Berkeley. Letzterer, der Geistesfreund, verficht den ontologischen Grundsatz Berkeleys, daß nichts existiert außer denkenden Wesen und Ideen "in the mind": Existenz ist Wahrgenommenwerden (percipi) oder Wahrnehmen (percipere). Hylas vertritt Auffassungen, bei denen vor allem die Erkenntnistheorie Lockes Pate gestanden hat. Beide Dialogpartner stimmen darin überein, daß philosophische Überzeugungen, aus denen skeptizistische Konsequenzen abgeleitet werden können, sich selbst widerlegen, und jeder ist infolgedessen um den Nachweis bemüht, daß die gegnerischen Ansichten ebensolche Konsequenzen haben.Ein beherrschendes Thema des ersten Dialogs bildet die Unterscheidung primärer und sekundärer Qualitäten. Berkeley möchte zeigen, daß die Unterscheidung gegenstandslos ist. Im zweiten Dialog verknüpft Berkeley den teleologischen Gottesbeweis mit einem Argument eigener Prägung, das er aus der idealistischen Seinsannahme und der Voraussetzung gewinnt, daß es eine externe Ursache unserer Sinnesempfindungen geben muß. Der dritte Dialog ist hauptsächlich der Widerlegung von Einwänden gewidmet. Die Frage nach der Vereinbarkeit von empirischer Wissenschaft und idealistischer Ontologie gehört hierher. Ferner die naheliegende These, daß alle Argumente gegen die materielle Substanz auch gegen die geistige Substanz beweiskräftig sind. Berkeley hält dem entgegen, daß jene ex definitione unmöglich ist, letztere jedoch nicht.
Russell, Bertrand
Herausgeber : Übersetzt aus dem Englischen von Gumbel, Emil J; Übersetzt aus dem Englischen von Gordon, W; Otte, Michael
Einführung in die mathematische Philosophie
Verlag: Meiner, F
Dem Versuch, die These zu stützen, daß Logik und Mathematik eins seien, hat Russell mehrere Bücher gewidmet, unter anderem das dreibändige, gemeinsam mit A. N. Whitehead verfaßte Werk "Principia Mathematica" (1910-1913). Die "Einführung in die mathematische Philosophie" faßt die Ergebnisse dieser Untersuchungen zusammen, ohne Kenntnisse der mathematischen Symbolik vorauszusetzen. Sie ist zuweilen und mit Recht "eine bewundernswerte Exposition des Monumentalwerks Principia Mathematica" genannt worden; und sie ist zugleich etwas anderes, insofern sie eine relativ eigenständige Einführung in die Grundlagen der Mathematik und der Erkenntnistheorie darstellt.Das Buch entstand 1918 im Gefängnis von Brixton, wo Russell eine sechsmonatige Haftstrafe für seine pazifistische Tätigkeit während des 1. Weltkrieges absaß. Es ist sehr anregend zu lesen, wie beinahe alles, was Bertrand Russell geschrieben hat, und es ist ein Buch von der Art, wie es nur jemand wie Russell schreiben kann, wenn er im Gefängnis sitzt und keine Hilfsmittel hat und sich daher entschließt, allen technischen Ballast abzustreifen. Anders als die heute üblichen Texte im Bereich der Philosophie der Mathematik läßt Russell seine Leser immer an seinem Denken teilhaben, an seinen Vermutungen und Irrtümern und an der Begeisterung, die er bei der Beschäftigung mit seinem Gegenstand empfindet. Da er einer der herausragenden Protagonisten des modernen wissenschaftlichen Empirismus und einer der Begründer der heute dominierenden Philosophie der Mathematik ist, gewinnt man auf diese Weise aus seinen Schriften einen einzigartigen Einblick in die Wechselfälle und Ideen der erkenntnistheoretischen und logischen Diskussionen dieses Jahrhunderts.Die Ausgabe bietet eine revidierte Fassung der deutschen Übersetzung des in den 20er Jahren prominenten Mathematikers E. J. Gumbel sowie W. Gordon. Michael Otte stellt in seiner Einleitung die Russellsche Genialität in den Kontext der Gesamtproblematik, wie sie Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie und Philosophie der Mathematik seit Beginn des 20. Jahrhunderts
Wildenauer, Miriam
Epistemologie freien Denkens
Verlag: Meiner, F
Kant hat die Freiheit zum Schlußstein seines Systems theoretischer und praktischer Vernunft erklärt. Deshalb kann Freiheit bei ihm nicht nur ein Thema der praktischen, sondern muß auch eines der theoretischen Philosophie sein. In diesem Kontext ist Freiheit die Spontaneität der synthetischen Einheit der Apperzeption, gegebenes Mannigfaltiges nach eigenen Regeln zu Vorstellungen von Objekten zu synthetisieren.In kritischer Auseinandersetzung mit Kants Philosophie entwickelt Hegel in seiner Begriffslogik eine Lehre vom Denken, dessen wesentliches Merkmal es ebenfalls ist, frei zu sein. Insofern entwickelt die Begriffslogik eine Epistemologie freien Denkens. Damit entscheidet sich Hegel in den nachkantischen Debatten für Kant und gegen den von Schelling in die Diskussion zurückgebrachten Spinozismus. In der Lehre vom subjektiven Geist zeigt Hegel, wie wir als endliche Geister, die über ihren Leib allemal auch Naturwesen sind, stufenweise die Freiheit erreichen, die den logischen Begriff kennzeichnet.
Neschen, Albena
Ethik und Ökonomie in Hegels Philosophie und in modernen wirtschaftsethischen Entwürfen
Verlag: Meiner, F
Die Verfasserin untersucht mit dem Verhältnis von Ethik und Ökonomie ein höchst aktuelles Thema und zeigt, wie Hegels Bestimmungen dieses Verhältnisses für heutige Bemühungen wegweisend sein können.In lebhafter, eingängiger, zugleich klarer und sehr kundiger Darstellung werden Hegels differenzierte ökonomische Studien sowie seine ethische Kritik an einer verselbständigten Ökonomie in der bürgerlichen Gesellschaft erörtert. Hegels zielsichere ethische Kritik an solcher Ökonomie, aber auch seine spätere Einordnung der Ökonomie und der bürgerlichen Gesellschaft in den Staat als sittliches Ganzes werden überzeugend aufgewiesen.Die Autorin erörtert weiterhin anhand dreier exemplarischen Positionen der modernen Wirtschaftsethik (Koslowski, Homann und Ulrich), wie deren Bezüge zu Hegel und deren eigene Auffassungen hinsichtlich des Verhältnisses von Ethik und Ökonomie kritisch zu beurteilen sind und wie demgegenüber im Ausgang von Hegel die Bedeutung der Ethik für die Ökonomie neu zu bestimmen ist.Die kundige und perspektivenreiche Schrift spricht sowohl Hegel-Forscher als auch einen weiteren Kreis von systematisch Interessierten an, denen das Verhältnis von Ethik und Ökonomie ein philosophisches Problem ist.
Götz, Carmen
Friedrich Heinrich Jacobi im Kontext der Aufklärung
Verlag: Meiner, F
Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) ist eine zwitterhafte Gestalt der deutschen Aufklärung: Auf der einen Seite führten seine polemischen Attacken auf die Vernunft dazu, daß er der Gegenaufklärung zugerechnet wurde, auf der anderen Seite offenbart u.a. die freiheitliche Orientierung seiner Äußerungen einen unverkennbar aufklärerischen Impetus.Carmen Götz geht der Frage nach der Positionierung Jacobis im Aufklärungsprozeß unter Rückgriff auf den umfangreichen Düsseldorfer Briefwechsel Jacobis nach. Am Leitfaden von fünf Begriffen, die der Vernunft üblicherweise gegenüberstehen - "Gefühl", "Begehren", "Leib", "Natur" und "Phantasie" -, werden im Rahmen einer philosophisch inspirierten Kulturgeschichte die zeitgenössischen Diskurse samt ihrer Widersprüche, Brüche, aber auch themenübergreifenden Kontinuitäten herausgearbeitet.
Leibniz, Gottfried W
Herausgeber : Einleitung von Busche, Hubertus; Anmerkungen von Busche, Hubertus; Busche, Hubertus; Übersetzt von Busche, Hubertus
Frühe Schriften zum Naturrecht
Verlag: Meiner, F
Hartmann, Eduard von
Herausgeber : Wolf, Jean C
Die Gefühlsmoral
Verlag: Meiner, F
Die Gefühlsmoral ist ein Auszug aus der "Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins", dem Hauptwerk zur Ethik des preußischen Philosophen Eduard von Hartmann (1842–1906). Sie verweist nicht nur zurück auf die Herkunft der Ethik aus dem Unbewußten, sondern auch voraus auf die allmähliche Evolution der moralischen Autonomie im Bereich der Gefühle.Nach Hartmann gibt es keinen einheitlichen moral sense, sondern eine irreduzible Vielfalt moralischer Gefühle. Reine Vernunftmoral bleibt abstrakt und unzulänglich auf der Ebene der Motivation. Reine Gefühlsmoral, welche einzelne Gefühle wie Stolz, Ehre, Vergeltung oder Dankbarkeit, Geselligkeit, Mitleid, Pietät oder Treue verabsolutiert, führt dagegen zu einer Unterbestimmung oder Verirrung der ethischen Urteilsfindung. Gegen den methodischen Isolationismus, der ein einziges Gefühlsprinzip zum Fundament der Ethik erhebt, legt Hartmann dar, wie sich diverse Gefühle gegenseitig stützen und modifizieren. Kündigt sich in den einzelnen moralischen Gefühlen bereits eine unbewußte Struktur und Zweckorientierung an, so muß diese in späteren Teilen der Ethik explizit gemacht und begründet werden. Der Abschnitt über die Gefühlsmoral bietet einen leicht verständlichen Zugang zu Hartmanns Ethik und ist besonders geeignet, seine Bedeutung als Anreger und Wegbereiter einer phänomenologisch und kulturphilosophisch orientierten Ethik, die im 20. Jahrhundert von Max Scheler, Albert Schweitzer und Otto Friedrich Bollnow fortgeführt wurde, zu verdeutlichen.
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Anmerkungen von Clemens, Julia; Bearbeitet von Clemens, Julia; Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Aufsätze und kleine Schriften 1922-1926
Verlag: Meiner, F
Die Begriffsform im mythischen Denken (1922) · Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften (1923) · Die Kantischen Elemente in Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie (1923) · Eidos und Eidolon. Das Problem des Schönen und der Kunst in Platons Dialogen (1924) · Zur Philosophie der Mythologie" (1924) · Paul Natorp. 24. Januar 1854 – 17. August 1924 (1925) · Sprache und Mythos. Ein Beitrag zum Problem der Götternamen (1925) · Die Philosophie der Griechen von den Anfängen bis Platon (1925) · Kleine Schriften: Kant und Goethe (1924) · Vorwort zur Festschrift für Paul Natorp (1924) · Von Hermann Cohens geistigem Erbe (1926).
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit; Bearbeitet von Berben, Tobias
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Aufsätze und kleine Schriften 1927-1931
Verlag: Meiner, F
Die Bedeutung des Sprachproblems für die Entstehung der neueren Philosophie (1927) · Erkenntnistheorie nebst den Grenzfragen der Logik und Denkpsychologie (1927) · Zur Theorie des Begriffs. Bemerkungen zu dem Aufsatz von Georg Heymans (1928) · Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn (1929) · Die Philosophie Moses Mendelssohns (1929) · Form und Technik (1930) · »Geist« und »Leben« in der Philosophie der Gegenwart (1930) · Deutschland und Westeuropa im Spiegel der Geistesgeschichte (1931) · Kant und das Problem der Metaphysik. Bemerkungen zu Martin Heideggers Kant-Interpretation (1931) · Vorträge und kleine Schriften: Das Symbolproblem und seine Stellung im System der Philosophie (1927) · Beiträge zu: Hermann Cohen, Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte (1928) · Die Idee der republikanischen Verfassung (1929) · Beiträge für die Encyclopedia Britannica (1929) · Formen und Formwandlungen des philosophischen Wahrheitsbegriffs (1929) · Leibniz und Jungius (1929) · Nachruf auf Aby Warburg (1929) · Bericht über das Geschäftsjahr 1929/30, erstattet von dem Prorektor Prof. Dr. Ernst Cassirer (1930) · Keplers Stellung in der europäischen Geistesgeschichte (1928/29) · Kants Stellung in der deutschen Geistesgeschichte (1929) · Enlightenment (1930) · Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum (1931).
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit; Bearbeitet von Becker, Ralf
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Aufsätze und kleine Schriften (1932-1935)
Verlag: Meiner, F
Aufsätze und Abhandlungen
Das Problem Jean-Jacques Rousseau · Die Antike und die Entstehung der exakten Wissenschaft · Die Sprache und der Aufbau der Gegenstandswelt · Goethes Idee der Bildung und Erziehung · Psychologie und Philosophie · Shaftesbury und die Renaissance des Platonismus in England · Spinozas Stellung in der allgemeinen Geistesgeschichte · Vom Wesen und Werden des Naturrechts · Henri Bergsons Ethik und Religionsphilosophie · Hermann Cohens Philosophie der Religion und ihr Verhältnis zum Judentum · Le langage et la construction du monde des objets · L'unité dans l'œuvre de J.-J. Rousseau · Schiller und Shaftesbury
Goethe und die geschichtliche Welt. drei Aufsätze
Goethe und die geschichtliche Welt · Goethe und das 18. Jahrhundert · Goethe und Platon
Rezensionen und kleine Schriften
Der Naturforscher Goethe · Kant · Lieber Bruno · Leibniz · Bernhard Groethuysen, Philosophische Anthropologie · John Henry Muirhead, The Platonic Tradition in Anglo-Saxon Philosophy
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Aufsätze und kleine Schriften 1936-1940
Verlag: Meiner, F
Aufsätze und Abhandlungen:Inhalt und Umfang des Begriffs. Bemerkungen zu Konrad Marc-Wogau: Inhalt und Umfang des Begriffs | Wahrheitsbegriff und Wahrheitsproblem bei Galilei | Über Bedeutung und Abfassungszeit von Descartes' "Recherche de la verité par la lumière naturelle". Eine kritische Betrachtung | Zur Logik des Symbolbegriffs | Naturalistische und humanistische Begründung der Kulturphilosophie | Was ist "Subjektivismus"? | Die Philosophie im XVII. und XVIII. Jahrhundert | Mathematische Mystik und mathematische Naturwissenschaft. Betrachtungen zur Entstehungsgeschichte der exakten WissenschaftRezensionen und kleine Schriften:Cornelius Benjamin, An Introduction to the Philosophy of Science | Friedrich Dannenberg, Das Erbe Platons in England bis zur Bildung Lylys. Stufen einer Spiegelung | Œuvres complètes de Malebranche | Tal till studenterna | Neuere Kantliteratur
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Axel Hägerström. Thorilds Stellung in der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts
Verlag: Meiner, F
Die Arbeit zu dem schwedischen Dichter-Philosophen Thomas Thorild (1759-1808) ist ein Zeugnis der Cassirerschen Methode, einzelne Denker als individuelle Persönlichkeiten, aber auch in dem geistesgeschichtlichen Prozeß, in dem sie stehen, zu begreifen: Das Ganze von Thorilds Lehre, so schreibt er, "muß genetisch genommen werden. Wir müssen versuchen, es vor uns aufzubauen, um den inneren Denkprozeß zu verstehen, dem es entstammt: einen Prozeß, der niemals dem Denken allein entstammt, sondern den Thorild mit seiner ganzen Persönlichkeit und seinem spezifischen Lebensgefühl durchdrungen hat."
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Descartes
Verlag: Meiner, F
Ernst Cassirers Aufsätze über die Verbindung von Leben und Lehre im Wirken Descartes' entstanden 1936-1938 im schwedischen Exil und zählen zu den wichtigsten Texten seiner Göteborger Jahre.
Sein ganzes akademisches Leben lang beschäftigte Cassirer sich mit Descartes. Jahrzehnte philosophischer Arbeit führten zu einer steten Weiterentwicklung seiner Descartes-Interpretation: Mehr als 30 Jahre nach seiner Promotion über Descartes, mit Kenntnis der gesamten, auch neueren, zeitgenössischen Literatur, interpretiert Cassirer den großen Philosophen in einem eigentlichen geschichtlichen Verständnis aus seinem System und seiner Zeit heraus und wählt die Perspektive der ideengeschichtlichen Sicht, eingebettet in einen größeren und vor allem historisch 'zugänglichen' Rahmen.
In den fünf Aufsätzen des Bandes verdeutlicht Cassirer den systematischen Rang und die historische Stellung der Cartesischen Philosophie, ihre prospektive Leistung sowie ihre zeitbedingten Grenzen. Darüber hinaus verortet er Descartes unter besonderer Betonung seiner praktischen Vernunft, der Ethik, in seinem Jahrhundert.
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit; Bearbeitet von Rosenkranz, Claus
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik
Verlag: Meiner, F
Text und Anmerkungen bearbeitet von Claus Rosenkranz
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Essay on Man
Verlag: Meiner, F
Angeregt von Freunden und Kollegen, legte Ernst Cassirer 1944 im amerikanischen Exil mit dem Essay on Man eine komprimierte und zugleich überarbeitete Fassung seiner Kulturphilosophie vor, in der er die dreibändige Philosophie der symbolischen Formen in ihren Hauptgedanken fortführt. Dabei wird der wohl wichtigste Bestandteil der Cassirerschen Kulturphilosophie, die Idee der Humanität, thematisiert und zusammenfassend begründet. Mit Bezugnahme auf das komplexe und vielschichtige Gefüge von Sprache, Mythos, Religion, Kunst, Geschichte und Wissenschaft bestimmt Cassirer den Menschen als "animal symbolicum", als ein Wesen, das Symbole schafft und sich durch Symbole verständigt. Dank seiner klaren, verständlichen Sprache und Argumentationsstruktur ermöglicht der "Essay on Man" nicht nur dem philosophischen Fachpublikum, sondern auch einem weiteren Kreis interessierter Leser den Zugang zu Cassirers Denken. Er darf somit als allgemeine Einführung in die Philosophie Cassirers verstanden werden. Inhalt:Part I. What is man?I. The Crisis in Man's Knowledge of HimselfII. A Clue to the Nature of Man: the SymbolIII. From Animal Reactions to Human ResponsesIV. The Human World of Space and TimeV. Facts and IdealsPart II. Man and CultureVI. The Definition of Man in Terms of Human CultureVII. Myth and ReligionVIII. LanguageIX. ArtX. HistoryXI. ScienceXII. Summary and Conclusion
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Anmerkungen von Rosenkranz, Claus; Bearbeitet von Rosenkranz, Claus; Recki, Birgit
Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Die Philosophie der Aufklärung
Verlag: Meiner, F
Ernst Cassirers "Philosophie der Aufklärung" steht in dem Ruf eines Klassikers. Wer auch nur zehn Seiten aus der Arbeit gelesen hat, wird diese Einschätzung nachvollziehen können. Das Buch ist konsequent als Problemgeschichte geschrieben, worin es Windelbands "Lehrbuch der Geschichte der Philosophie" ähnelt. Den Leser erwarten also nicht chronologisch angeordnete Biographien und Werkbeschreibungen, sondern eine systematische Darstellung der wichtigsten Themenfelder aufklärerischen Denkens.
Im Wesentlichen konzentriert sich Cassirer auf das Naturbild der Aufklärung, ihre Psychologie und Erkenntnistheorie, ihr Religionsverständnis, ihre Geschichtsauffassung, ihre Sicht von Recht, Staat und Gesellschaft (hier auch ein interessanter Abschnitt über die Entwicklung des Menschenrechtsgedankens) und ihre Ästhetik.
Jedes Kapitel stellt die zentralen Ideen der Aufklärer zum jeweiligen Thema vor, arbeitet deren innere Probleme heraus und versäumt es nicht, neben den Gemeinsamkeiten der Standpunkte auch auf individuelle Akzentsetzungen zu verweisen. Obwohl Cassirer ausdrückliche Wertungen meist vermeidet, tritt durchgehend seine Parteinahme für die Aufklärung zum Vorschein.
Der Vorzug dieser Herangehensweise besteht darin, die Eigenlogik des behandelten Weltbildes und seine heutige Aktualität stärker zum Vorschein treten zu lassen, als es eine traditionelle, personenorientierte Philosophiegeschichte könnte.
Allerdings muß Cassirer dafür einen Preis zahlen. Sein geistiges Portrait des 18. Jahrhunderts ist historisch geglättet und philosophisch verflacht. Von den skeptizistischen, nihilistischen und relativistischen Unterströmungen, die von Anfang an den Gegenpol zur Wissenschaftsgläubigkeit und dem Fortschrittsoptimismus der Aufklärung bildeten, ist in dieser Darstellung fast nichts zu finden. Auch fehlt jeder Hinweis auf eventuelle Grenzen des aufklärerischen Weltverständnisses. Soweit die Aufklärer überhaupt gewisser Fragen nicht Herr geworden seien, habe dies, so suggeriert Cassirer, ihr großer Nachfolger Kant wettgemacht.
Doch muß man Cassirers Urteil nicht akzeptieren, um ihn mit Gewinn zu lesen. Seine meisterhafte Gliederung des Materials und sein glänzender Stil verhelfen zu einem so angenehmen Einstieg in die geistige Welt des 18. Jahrhunderts, daß man der Verlockung, das Buch mit seinen fast 500 Seiten in einem Zug durchzulesen, nur schwer widerstehen kann.
Wer es abgeschlossen hat, wird schmerzlich bedauern, daß sein Autor nicht dazu kam, dem Denken anderer Epochen ähnlich souveräne Darstellungen zu widmen.
Lazarus, Moritz
Herausgeber : Einleitung von Köhnke, Klaus C; Köhnke, Klaus C
Grundzüge der Völkerpsychologie und Kulturwissenschaft
Verlag: Meiner, F
Der Band versammelt den ersten Programmaufsatz zu einer "Völkerpsychologie" (1851) und die drei grundlegenden Texte (1862, 1862, 1865) von Moritz Lazarus, die in ausführlich kommentierter Form erstmals wieder abgedruckt werden.
Auf Lazarus gehen alle Theorien des 'objektiven' Geistes zurück. Denn bei ihm wurde erstmals unter 'objektivem Geist' resp. 'objektiver Kultur' die Gesamtheit aller kulturellen Güter, Leistungen und Sachverhalte zum Thema der Philosophie. 'Kultur' meinte nun nicht mehr nur die 'höhere Bildung', sondern ebenso den ungeheuren Schatz der Kulturgüter, der gesellschaftlichen Verkehrsformen und Institutionen. Der Begriff 'Völkerpsychologie' ist zu verstehen als 'Psychologie der geistigen Verhältnisse' innerhalb und zwischen Völkern, was bereits von den Zeitgenossen mit 'Sozialpsychologie' oder 'Kulturphilosophie' gleichgesetzt bzw. übersetzt wurde.
Wie und unter welchen Bedingungen gelingt resp. mißlingt die Aneignung von Kultur - eigener und fremder? In welcher Stellung steht das Individuum zur Gesamtheit resp. zu den vielfältigen Artefakten der umgebenden kulturellen Verhältnisse, d.h. zu Sprache und Wissenschaft, materieller Kultur und Institutionen, zu Formen der Geselligkeit und des Umganges?
Mit diesen Fragen umriß und projektierte Lazarus eine heute wieder höchst aktuelle 'Kulturwissenschaft', die nicht mehr einseitig nur nach der Genese oder Geschichte der kulturellen Gegebenheiten und Probleme fragt, sondern vor allem den Funktionsweisen von Kultur und sozialen Formen nachspürt. Deshalb war und wurde er zum Lehrer oder Anreger von Georg Simmels Soziologie der Formen der Vergesellschaftung und seiner Theorie der Tragödie der Kultur, an die wiederum Ernst Cassirer und viele andere anknüpften, aber auch von Wilhelm Diltheys Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften und nachfolgenden Theorien des 'objektiven Geistes' bis hin zu Hans Freyer.
Herausgeber : Hoffmann, Thomas S
Hegel als Schlüsseldenker der modernen Welt
Verlag: Meiner, F
In diesem Band geht es darum, auf der Grundlage einer präzisen, stets aktuelle Dimensionen aufgreifenden neuen Lektüre der "Phänomenologie "die Legitimität des Hegelschen Anspruchs zu prüfen, den oder doch einen der "Grundtexte der Moderne" verfasst zu haben. Die heuristische Ausgangsthese dabei lautet: Hegel, der letzte große Systematiker der europäischen philosophischen Tradition, könnte in der Tat zu den Autoren zu zählen sein, in deren Werk sich in konzentrierter Form ausdrückt, was zu den inneren Bau- und Strukturprinzipien der modernen Welt zählt.Mit Beiträgen von R. Beuthan, M. Gottschlich, M. Höfler, T. S. Hoffmann, S. Houlgate, L. Illeterati, W. Jaeschke, G. Marmasse, T. Pierini, T. Penolidis, F. Schick, A. Sell, K. Vieweg und M. Wladika.
Fischer, Norbert
Herausgeber : Herrmann, Friedrich W von
Heidegger und die christliche Tradition
Verlag: Meiner, F
Heideggers abfällige Bemerkungen zur christlichen Theologie, auch zur ›pseudotheologischen Luft‹ an der Nachkriegsuniversität, die ihm sehr zu schaffen mache, lassen die pointierte Deutung von Heideggers unausgesprochenen Absichten bedenkenswert erscheinen: »Indem er [Heidegger] sich gegen das kirchliche System der Heilssicherung wandte, glaubte er vielleicht selber noch ›christlicher‹ zu sein als die offizielle Theologie« (Jean Grondin).
Bayle, Pierre
Herausgeber : Vorwort von Gawlick, Günter; Gawlick, Günter; Übersetzt von Gawlick, Günter; Vorwort von Kreimendahl, Lothar; Kreimendahl, Lothar; Übersetzt von Kreimendahl, Lothar; Gawlick, Günther
Historisches und kritisches Wörterbuch
Verlag: Meiner, F
Pierre Bayles "Dictionnaire historique et critique" (1. Aufl. 1697) ist als die "Bibel" oder, in den Worten Wilhelm Diltheys, als die "Rüstkammer der Aufklärung" bezeichnet worden. Die Attraktion, die es nicht nur auf die zeitgenössischen Leser ausübte, beruht in erster Linie auf dem Geist nüchterner, vorurteilsfreier Prüfung, der das ganze Werk durchzieht. Diese Grundhaltung traf den Nerv und das Lebensgefühl des 18. Jahrhunderts, das sich nach Kants Worten nur dem verpflichtet fühlte, was vor dem "Richterstuhl der Vernunft" legitimiert worden war. Bayle steht am Anfang dieser Entwicklung und pocht unbeirrbar auf die Rechte der Vernunft, die sich für ihn in einer schonungslosen Prüfung des überlieferten Wissenstandes manifestieren.
Im Jahr 2003 haben die Herausgeber aus den mehr als 2000 Artikeln des Wörterbuchs einen ersten Band mit einer Auswahl von gut 30 Artikeln sowie mit den vier "Klarstellungen" Bayles in neuer Übersetzung innerhalb der Philosophischen Bibliothek (PhB 542) vorgelegt. Infolge der positiven Resonanz erscheint anläßlich des 300. Todestages Bayles jetzt der zweite und abschließende Teil der Auswahlausgabe. Der Schwerpunkt liegt wiederum auf den philosophischen Artikeln des 'Dictionnaire'. Zusammen mit den bereits vorliegenden Texten vermitteln die hier präsentierten gut 30 weiteren Artikel einen Eindruck von Bayles philosophischem Denken.
Bayle, Pierre; Bayle, Pierre
Herausgeber : Gawlick, Günther; Kreimendahl, Lothar
Historisches und kritisches Wörterbuch
Verlag: Meiner, F
Pierre Bayles "Dictionnaire historique et critique" (1. Aufl. 1697) ist als die "Bibel" oder, in den Worten Wilhelm Diltheys, als die "Rüstkammer der Aufklärung" bezeichnet worden. Die Attraktion, die es nicht nur auf die zeitgenössischen Leser ausübte, beruht in erster Linie auf dem Geist nüchterner, vorurteilsfreier Prüfung, der das ganze Werk durchzieht. Diese Grundhaltung traf den Nerv und das Lebensgefühl des 18. Jahrhunderts, das sich nach Kants Worten nur dem verpflichtet fühlte, was vor dem "Richterstuhl der Vernunft" legitimiert worden war. Bayle steht am Anfang dieser Entwicklung und pocht unbeirrbar auf die Rechte der Vernunft, die sich für ihn in einer schonungslosen Prüfung des überlieferten Wissenstandes manifestieren.Im Jahr 2003 haben die Herausgeber aus den mehr als 2000 Artikeln des Wörterbuchs einen ersten Band mit einer Auswahl von gut 30 Artikeln sowie mit den vier "Klarstellungen" Bayles in neuer Übersetzung innerhalb der Philosophischen Bibliothek (PhB 542) vorgelegt. Infolge der positiven Resonanz erscheint anläßlich des 300. Todestages Bayles jetzt der zweite und abschließende Teil der Auswahlausgabe. Der Schwerpunkt liegt wiederum auf den philosophischen Artikeln des 'Dictionnaire'. Zusammen mit den bereits vorliegenden Texten vermitteln die hier präsentierten gut 30 weiteren Artikel einen Eindruck von Bayles philosophischem Denken.
Mendelssohn, Moses
Herausgeber : Albrecht, Michael
Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum
Verlag: Meiner, F
"Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum" von Moses Mendelssohn (1728-1786) ist eines der einflußreichsten und grundlegendsten Werke der jüdischen Aufklärung. Behandelt wird das Verhältnis zwischen Religion und Staat. Mendelssohn verwirft die Idee einer Glaubenseinheit, da sie Vernunft und Gewissensfreiheit gefährden würde, und vertritt einen radikalen Pluralismus. Der Band enthält ebenfalls den Entwurf Mendelssohns zu "Jerusalem" sowie die "Vorrede zu Manasseh Ben Israels 'Rettung der Juden'".
Stolzenberg, Jürgen
Kant und der Frühidealismus
Verlag: Meiner, F
Es steht außer Frage, daß das Werk Immanuel Kants Dreh- und Angelpunkt war für die Ausbildung der Philosophie des deutschen Idealismus: In kritischer Anknüpfung an seine Neubestimmung der Aufgabe einer systematisch ausgerichteten Philosophie entwarf zunächst Fichte sein Konzept einer transzendentalphilosophisch begründeten Wissenschaftslehre, und gelangten dann Hölderlin, Schelling und Hegel zu den Einsichten, mit denen sie die kritischen Forderungen des großen Königsberger Philosophen einlösen wollten.
Nach dem ersten Band der Reihe 'System der Vernunft - Kant und der deutsche Idealismus' (Hamburg 2001), der die Architektonik und das System in der Philosophie Kant zum Gegenstand hatte, folgt jetzt der zweite Band, in dem die führenden Experten auf dem Gebiet der Erforschung der historischen Genese der deutschen Philosophie im 19. Jahrhundert den vielschichtigen Aspekten nachgehen, unter denen Kant der Denker war, der in der frühen Phase der Ausbildung des später zur Blüte gelangten deutschen Idealismus durch die von ihm vorgegebenen Fragen und Thesen seinen kritischen Nachfolgern die Richtung vorgab.
Gesang, Bernward
Kants vergessener Rezensent
Verlag: Meiner, F
Der Name Hermann Andreas Pistorius ist heute nahezu unbekannt. Allerdings zu Unrecht, denn Pistorius war unter den Kritikern Kants, die zu Lebzeiten des Königsberger Philosophen publizierten, einer der scharfsinnigsten. Pistorius war Pfarrer auf Rügen, lebte von 1730–1798 und war unter anderem Übersetzer einiger Werke David Humes. Zudem war er Rezensent für die »Allgemeine deutsche Bibliothek« und für das Nachfolgewerk, die »Neue allgemeine deutsche Bibliothek«, zwei Zeitschriften, in denen die Literatur der Zeit systematisch besprochen wurde. In dieser Funktion hat Pistorius die großen Werke Kants rezensiert (Kritik der reinen Vernunft, Kritik der praktischen Vernunft etc.). Kant selbst lobt ihn in hohen Tönen und nennt ihn einen wahrheitsliebenden, scharfsinnigen und stets achtungswürdigen Rezensenten (KdpV A 15f.). Der berühmte Kant-Kommentator Hans Vaihinger hebt Pistorius als einen Kritiker Kants hervor, der »meisterhafte Besprechungen« lieferte.In diesem Band werden fünf der wichtigsten Texte dieses lang vergessenen Autors erstmals gemeinsam veröffentlicht und damit der Forschung und einem breiteren Publikum neu zugänglich gemacht.
Bruno, Giordano
Herausgeber : Kodera, Sergius
Der Kerzenzieher
Verlag: Meiner, F
Giordano Bruno (1548–1600), einer der bedeutendsten Philosophen der Renaissance, veröffentlichte 1582 in Paris sein erstes Werk in italienischer Sprache, eine turbulente Komödie, angesiedelt im zeitgenössischen Neapel.Die drei Hauptfiguren in diesem linguistisch und soziologisch erstaunlich detailgetreuen Notturno sind ein geldgieriger Alchemist, ein ehebrecherischer Päderast (nach diesem "Kerzenzieher" ist das Stück benannt) und ein hochmütiger Schulmeister. Bestraft werden diese negativen Protagonisten durch Intrigen, die der Maler und Meisterillusionär Gioan Bernardo zusammen mit der Kupplerin Lucia ausheckt.Der "Candelaio" ist mehr als ein literarisches Bravourstück mit mehreren ineinander verwobenen Handlungssträngen sowie einer Liebeserklärung des Autors an seine Heimat Neapel. Daß hier zentrale Positionen angelegt sind, die Bruno in seinen philosophischen Schriften ausführt, ist bislang zuwenig beachtet worden: Themen wie die Dialektik von Sein und Schein (sie verlangt nach einer Methode für den sachgerechten Umgang mit den täuschenden Bewußtseinsbildern), das Wirken der Fortuna in einem zyklischen Weltbild und Kommentare zur gleichzeitig in den lateinischen Schriften des Autors entwickelten Gedächtniskunst sind in die Handlung eingebettet. So betrachtet erschließt sich das Stück als literarisches Experiment, in welchem Bruno versucht, das neue Denken in neuem Gewand auf der Bühne zu präsentieren. Zahlreiche intertextuelle Verweise auf Klassiker der italienischen und der antiken Literatur machen den "Candelaio" nicht nur für Literatur- und Theaterwissenschaftler, sondern (wegen der authentischen Darstellung der Gauner, Scharlatane und Prostituierten) auch für Kulturhistoriker zu einem beachtenswerten Quellentext. Er ist zudem für alle Italienreisenden eine faszinierende Lektüre, die Neapel näher kennenlernen möchten, denn Bruno vergegenwärtigt mit seinem Cicerone der etwas anderen Art einen zu Unrecht vernachlässigten Brennpunkt frühmoderner europäischer Kultur.
Pascal, Blaise
Herausgeber : Raffelt, Albert; Übersetzt von Kunzmann, Ulrich
Kleine Schriften zur Religion und Philosophie
Verlag: Meiner, F
Das literarische Werk Blaise Pascals (1623-1662) zählt zu den großen Klassikern der französischen Literatur. Es umfaßt neben den Lettres provinciales und den Pensées bedeutende kleinere Schriften zur Religion und Philosophie, die in dieser Ausgabe vollständig und zum Teil erstmalig in deutscher Übersetzung vorgelegt werden. Dazu gehören so wichtige Texte wie die Methodenschrift "Betrachtungen über die Geometrie im allgemeinen - Vom geometrischen Geist und Von der Kunst zu überzeugen", die wissenschaftstheoretischen Überlegungen der "Vorrede zu einer Abhandlung über die Leere" oder das packende, die Dialektik der Pensées vorwegnehmende "Gespräch mit Herrn de Sacy über Epiktet und Montaigne", das hier in der Übersetzung der neu entdeckten Originalversion vorliegt. Zu wenig beachtet worden sind bislang die religiösen Schriften, so z.B. das "Gebet zu Gott um den rechten Gebrauch der Krankheiten" oder die umfangreichen, nicht abgeschlossenen "Schriften über die Gnade", die Pascals Ringen um die Problematik von Freiheit und Gnade dokumentieren. Beigegeben ist die Lebensbeschreibung durch seine Schwester Gilberte Périer, eine erstrangige historische Quelle, und im Anhang die "Abhandlung über die Leidenschaften der Liebe" - nicht von Pascal, aber ein Dokument früher Rezeption und gleichzeitig erstaunlicher Fehlurteile mancher Pascal-Forscher bis heute. In den Anmerkungen des Übersetzers und des Herausgebers werden Literatur- und Bibelzitate nachgewiesen. Sie lassen die beträchtliche Quellenverwertung Pascals deutlich werden.
Goldstein, Jürgen
Kontingenz und Rationalität bei Descartes
Verlag: Meiner, F
Wie ist in einer Welt der radikalen Kontingenz, in der alles, was ist, auch nicht oder anders sein könnte, Rationalität möglich? Jürgen Goldstein gibt Antwort auf diese Fragen, indem er zunächst den von Descartes vorausgesetzten Kontingenzbegriff in seiner Genese rekonstruiert – eine Begriffsgeschichte des Terminus "contingentia" stellt noch immer ein Desiderat dar – und im Anschluß zeigt, daß Descartes von der spätmittelalterlichen Reflexion der Nichtnotwendigkeit des Seienden ausgeht und auf sie produktiv reagiert. Der cartesische Rationalismus wird so erstmalig und umfassend in allen Feldern seines Denkens (Metaphysik, Naturphilosophie, Ethik, Theologie) als ein Konzept zur Kontingenzbewältigung erfaßt.
Kreativität. Tagungsband
Verlag: Meiner, F
Kreativität ist zu einem Schlüsselbegriff innerhalb der Wissenschaften, der Forschung, der Wirtschaft und der Medien aufgestiegen. Sie ist ein zentrales Thema der öffentlichen Diskussion und schwingt stets mit, wenn von Innovation, Fortschritt, Zukunft der Wissensgesellschaft, Genforschung, Bioethik, virtuellen Welten und künstlicher Intelligenz die Rede ist.Zugleich spielt Kreativität eine grundlegende Rolle sowohl in den sozialen, wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten und Kompetenzen des Menschen, wie auch in unserem alltäglichen Wahrnehmen, Sprechen, Denken und Handeln. Die Autoren dieses Bandes nehmen sich des Themas gezielt an, reflektieren die Formen, Praktiken und Dynamiken von Kreativität sowie deren Bedingungen und Voraussetzungen und heben die Logik von Kreativitätsprozessen ins Blickfeld.
Herausgeber : Franke, Ursula; Gethmann-Seifert, Annemarie
Kulturpolitik und Kunstgeschichte
Verlag: Meiner, F
Einleitung: Über Kunst nach dem "Ende der Kunst". Zur Aktualität von Hegels Berliner Vorlesungen über Philosophie der Kunst oder ÄsthetikI. Kunst in der modernen WeltJeong-Im Kwon: Das moderne Ideal und die kulturelle Rolle der Kunst. Hegels Bestimmung der Kunst für die GegenwartElisabeth Weisser-Lohmann: Der Staat und die Kunst. Zur öffentlichen Funktion der Kunst bei HegelAnnemarie Gethmann-Siefert: Hegel über Kunst und Alltäglichkeit. Zur Rehabilitierung des ästhetischen GenussesBernadette Collenberg-Plotnikov: Wissenschaftstheoretische Implikationen des Kunstverständnisses bei Hegel und im HegelianismusII. das Gestaltungsspektrum der KünsteUrsula Franke: Der neue Heilige. Hegel über die Darstellung GottesKarsten Berr: Landschaft – Die Rehabilitierung des verschmähten Naturschönen in der KunstGiovanna Pinna: Hegel über das Portrait und die spezifisch moderne Version des "Ideals"Alain Patrick Olivier: La musique à la fin de l’histoireEvelin Kohl: Becketts "Warten auf Godot" und Hegels "Dramatische Poesie". Auf Entdeckungsreise mit Beckett in die Welten der ÄsthetikFrancesca Iannelli: Hegel und die Hegelianer über das Häßliche: Eine kontroverse Rezeption
Franke, Ursula; Früchtl, Josef
Kunst und Demokratie
Verlag: Meiner, F
Die demokratisch organisierte Politik macht es nötig, Kompromisse einzugehen. Kunst dagegen verachtet den Kompromiß, das Mittlere wie das Mittelmaß und dringt geradezu feindselig und diktatorisch auf Alleinherrschaft. Die Beiträge des Bandes beziehen hierzu – gerade vor dem Hintergrund des 11. September 2001 – auf differenzierte Weise Position.
Ästhetisch-politische Diskussionen
Christel Fricke: Kunst und Öffentlichkeit. Möglichkeiten und Grenzen einer ästhetischen Reflexion über die Terrorattacken auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001
Pamela C. Scorzin: Die US-Flaggenhissung als Engramm und Bildzeichen. Betrachtungen über eine patriotische Ikone in der Medienlandschaft
Martin Jay: Soma-Ästhetik und Demokratie. Die politische Dimension der Körperkunst
Rüdiger Zill: Reflexe und Reflexionen. Drei Stellungen des Gedankens zur Realität der Magie
Hermann Pfütze: Die Künste als Spielraum der Demokratie
Jochen Gerz: Im Licht der Kultur. Ein Statement
Ästhetisch-ethische Perspektiven
Reinhold Schmücker: Kunstkritik als demokratischer Prozeß
Bernd Kleimann: Elitismus und Betroffenheitskultur. Zur ethischen Valenz der Kunst
Spezielle Aspekte
Klaus von Beyme: Die Künstler der Avantgarde und die Demokratie
Marie-Luise Raters: Böse Menschen haben keine Lieder. Kann Musik zur Demokratie erziehen?
Wolfhart Henckmann: Grenzen der "Kunstverhältnisse"
Bührmann, Mario
Das Labor des Anthropologen
Verlag: Meiner, F
Die Rezeption der Schriften des schottischen Philosophen und Historikers David Hume (1711-1776) hat sich lange Zeit fast ausschließlich auf eine Auseinandersetzung mit seinen erkenntnistheoretischen Überlegungen beschränkt. Diese Schwerpunktsetzung führte dazu, daß Humes Beobachtungen und Reflexionen zur Ethik, Ästhetik, Geschichte, Politik, Religion und Ökonomie weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde.Mit Blick auf das Gesamtwerk, einschließlich seiner Korrespondenz, rekonstruiert Mario Bührmann in dieser Studie sowohl das Anthropologieverständnis Humes als auch seine Auffassung von Kultur, denn gerade diese in seinem Werk implizit bleibenden Konzeptionen sind für seine auf Erfahrung und Beobachtung basierenden Analysen erkenntnisleitend. Er arbeitet Humes Blick auf den Menschen als Natur- und Kulturwesen heraus und verdeutlicht dabei die Spannungen zwischen seinem Gesetzmäßigkeiten fokussierenden Anthropologiekonzept und seinem Heterogenität wie Partikularität betonenden Kulturverständnis. Da Hume in seinen Schriften stets auf das von antiken Philosophen, Dichtern oder Historikern bereitgestellte Reflexionspotential Bezug nimmt, legt diese Studie besonderes Augenmerk auf die Beschäftigung Humes mit der griechisch-römischen Antike.
Herausgeber : Fetz, Reto L; Ullrich, Sebastian
Leben- Geist- Form
Verlag: Meiner, F
Cassirer legt in seinen Nachgelassenen Manuskripten und Texten besonderes Augenmerk auf die Begriffe "Geist", "Leben" und "Form". Der Schatz, der in diesem Nachlaß steckt, kann im Hinblick auf den historischen und systematischen Ertrag sowie auf die aktuelle Anschlußfähigkeit seiner Überlegungen noch lange nicht als gehoben gelten. Der neue Band der Cassirer-Forschungen zeigt, daß mit Cassirers 'Philosophie der symbolischen Formen' und der ihr zugehörigen Metaphysik bedeutsame, noch unbegangene Wege für die Philosophie eröffnet sind.
Anonymus
Herausgeber : Einleitung von Schönberger, Rolf; Übersetzt von Schönfeld, Andreas; Anmerkungen von Schönfeld, Andreas
Liber de causis. Das Buch von den Ursachen
Verlag: Meiner, F
Das "Buch von den Ursachen" (Liber de causis), im 9. Jahrhundert in Bagdad entstanden, zählt zu den bedeutendsten Texten, die in dem komplexen Vorgang der "Übersetzung" der arabischen Philosophie in die des lateinischen Westens eine Rolle spielten.
Nach seiner Wiederentdeckung und Übersetzung im Toledo des 12. Jahrhunderts wurde er zunächst (fälschlich) Aristoteles zugeschrieben und blieb - als Grundtext der Theologie und Ontologie von der Pariser Universität zur Pflichtlektüre erhoben - bis in die Renaissance ein Referenztext aller philosophischen Debatten.
An die 30 mittelalterliche Kommentare sind überliefert, darunter die ausführlichen Kommentare von Albertus Magnus und Thomas von Aquin, der den Text schließlich als eine Kompilation aus der Elementatio theologica des Proklos identifizierte. Wer immer sich mit den Texten der mittelalterlichen Philosophie - nicht zuletzt der deutschen Dominikanerschule - beschäftigt, trifft auf Schritt und Tritt Zitate aus diesem Text an.
Die vorliegende Studienausgabe auf der Basis des lateinischen Textes macht daher erstmals eine Quelle allgemein zugänglich, die für das Studium der Philosophie des Mittelalters von zentraler Bedeutung ist. Ein ausführliches Glossar, eine Zeittafel zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Liber de causis, ein Zitationsverzeichnis von Eckhart-Stellen sowie Hinweise auf besonders bedeutsame Interpretationen wichtiger Lehrsätze des Buches bei Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Meister Eckhart machen die Ausgabe zu einem wichtigen Arbeitstext für das akademische Studium und zu einer lange vermißten Hilfe für den Einstieg in das Verständnis der grundlegenden Fragestellungen der Philosophie des Mittelalters.
Descartes, René
Herausgeber : Wohlers, Christian; Einleitung von Wohlers, Christian; Übersetzt von Wohlers, Christian
Meditationes de prima philosophia /Meditationen über die Grundlagen der Philosophie
Verlag: Meiner, F
In den "Meditationes de prima philosophia" (1642) geht es Descartes um eine neue Grundlegung der Metaphysik. Dieser Neuanfang in der Philosophie, den Descartes wie wohl kaum ein anderer propagiert und durchführt, hat jedoch einen konservativen Zug: Gerade Descartes besteht darauf, daß seine Philosophie die älteste ist, die es überhaupt geben kann, und diese Aussage hat nur Sinn, wenn Metaphysik als Rekonstruktion der ursprünglichen Fragen verstanden wird, die anfänglich das philosophische und insbesondere metaphysische Geschäft ins Rollen gebracht hatten.
Mendelssohn, Moses
Herausgeber : Einleitung von Vogt, Wolfgang
Metaphysische Schriften
Verlag: Meiner, F
Moses Mendelssohn ist einer der wichtigsten Denker der deutschen Aufklärungsphilosophie. Seine Abhandlung über die Evidenz in Metaphysischen Wissenschaften gewann 1763 den Preis der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin, noch vor Kants Beitrag. Die Morgenstunden oder Vorlesungen über das Dasein Gottes, das Vermächtnis des "Sokrates von Berlin", waren der Ausgangspunkt des Pantheismusstreits, der zu den großen Debatten des 18. Jahrhunderts zählt.In beiden Werken geht es Mendelssohn darum zu zeigen, daß die metaphysischen Beweise zu Unrecht in Verruf geraten sind, denn die Prüfung ihrer Gültigkeit ergibt, daß der Mensch trotz der Endlichkeit seiner Erkenntniskräfte das Dasein Gottes notwendig erkennen kann. Da der Streit um Gott weniger durch die logische Struktur seines Beweises als vielmehr psychologisch durch die hohe Komplexität des Gegenstandes entsteht, muß der Philosoph seine Begründung so faßlich wie möglich machen und die Erkenntnismöglichkeiten des gesunden Menschenverstandes berücksichtigen. Metaphysik kann nur dann allgemeine Anerkennung finden, wenn sie logische Strenge mit verständlicher Darstellung verbindet; keiner dieser beiden Aspekte darf den anderen verdrängen.Diese neue Ausgabe der metaphysischen Schriften Mendelssohns, die neben der Evidenz-Abhandlung und den Morgenstunden die frühe Schrift Gedanken von der Wahrscheinlichkeit enthält, zeigt das Denken des jüdischen Philosophen in seiner Eigenständigkeit. Der Herausgeber begründet in seiner Einleitung, daß die gängigen Etiketten wie Eklektizismus oder Rationalismus Mendelssohns Denken nicht hinreichend bezeichnen.
Klemme, Heiner F; Kühn, Manfred; Schönecker, Dieter
Moralische Motivation
Verlag: Meiner, F
Vertritt Kant eine puristische Ansicht über das Verhältnis von moralischen Verpfl ichtungen und moralischer Motivation, wonach jemand nicht anders handeln kann (oder darf) als so, wie es das Gebot des kategorischen Imperativs von ihm fordert? Oder besteht zwischen der möglichen Einsicht in unsere moralische Pflicht und unserem Wunsch, entsprechend zu handeln, nur eine kontingente Beziehung? Einfacher gesagt: Folgt nach Kant aus der Einsicht, die wir davon haben können, wie wir handeln sollen, auch die Motivation, das Richtige zu tun? Die Beiträge dieses Bandes geben Aufschluß über die aktuelle Beurteilung dieser Frage, indem sie in historischer, interpretatorischer und systematischer Absicht auf Kants Theorie der moralischen Motivation Bezug nehmen.
Bergengruen, Maximilian
Nachfolge Christi - Nachahmung der Natur
Verlag: Meiner, F
Maximilian Bergengruen analysiert den Zusammenhang von Naturwissenschaft und Theologie bei Paracelsus sowie die Übernahme zentraler Theoreme im Paracelsismus und in der Literatur des Barock. Im Zentrum der Untersuchung stehen zwei Denkfiguren der Magie: Beschleunigung und souveräne Teilhabe.
Grotz, Stephan
Negationen des Absoluten: Meister Eckhart, Cusanus, Hegel
Verlag: Meiner, F
Meister Eckhart, Cusanus und Hegel verbindet - bei aller Unterschiedenheit - eine Fragestellung, die sie mit aller Intensität entfalten: Welche Negationen sind dem Absoluten überhaupt zu eigen und angemessen? Diese Frage hat durchaus ihre Berechtigung, insofern diejenigen Negationen, die das Absolute selbst kennzeichnen sollen, nicht von derselben Art sein können, wie sie für das aus ihm Gewordene kennzeichnend ist.Stephan Grotz' vergleichende Untersuchung zeigt auf, daß die drei Denker dieser einheitlichen Fragestellung ganz eigentümliche Facetten abgewinnen.- In Eckharts Fall ist dies das von ihm intensiv durchdachte Problem der Ununterschiedenheit, durch die sich Gott von allem Endlichen, Distinkten unterscheidet.- Cusanus rückt den Gedanken der Koinzidenz in den Mittelpunkt, die als der Ineinsfall von Gegensätzen eben diese Gegensätze negiert.- Hegel konzentriert sich auf das Problem des absoluten Anfangs der Wissenschaft, der jeder Bestimmung und Vermittlung durch das ihm Folgende enthoben ist.Für diese drei spezifischen Problemlagen (Ununterschiedenheit - Koinzidenz - Anfang) wird die Frage nach dem hier obwaltenden Negationscharakter insofern maßgebend, als diese Probleme nicht ohne die Bewußthaltung jener Frage angemessen bewältigt werden können.
Schmidt, Hartwig
Nichts und Zeit
Verlag: Meiner, F
Diese Untersuchung setzt bei einer vermeintlichen Selbstverständlichkeit ein, bei der Allgegenwart von Unterschiedenheit. Genauer besehen zeigt sich hier jedoch eine Differenz von Differenz und Unterschied. Innerhalb dieser Differenz findet sich das Seiende und Nichtseiende plaziert, aber nicht allein das, sondern auch etwas, das zu beiden neutral, ja jenseitig steht und das nach einer auf die Stoa zurückgehenden Anregung als das Etwas bezeichnet werden soll. All das, was 'ist' bzw. nicht 'ist' einerseits, und das Etwas, das 'es gibt', andererseits. Diese Klarstellung führt an den Punkt heran, an dem sich die Frage nach dem Nichts stellt. Bei der Figur "Es-gibt-Etwas" drängt sie sich auf. Ein durch seine Selbstverständlichkeit fast unmerkliches Es, jenes Es, das gibt, wenn es Etwas gibt, steht für das Nichts. Davon handelt dann der 'zweite Teil' des Buches. Nachdem die Untersuchung vom Seienden zum Etwas und von diesem wiederum zu der Frage nach dem Nichts vorgedrungen ist, steht im 'dritten Teil' eine Art Reise rückwärts an. Sie führt zurück zu etwas, das es im Unterschiede zu dem Nichts tatsächlich gibt, zu dem genuinen Individuum namens "Zeit".
Marx, Karl
Herausgeber : Zehnpfennig, Barbara
Ökonomisch-philosophische Manuskripte
Verlag: Meiner, F
Die "Ökonomisch-philosophischen Manuskripte" von Karl Marx aus dem Jahr 1844 stehen seit ihrer parallelen Erstveröffentlichung 1932 in der ersten MEGA, Band I/3, und in der Frühschriften-Ausgabe von Siegfried Landshut und Jacob Meyer immer wieder im Mittelpunkt von Debatten über den Herausbildungsprozess der marxschen Theorie. Seit 1982 liegen sie im MEGA²-Band I/2 vor, wobei die editorische Innovation darin bestand, den Text zweifach wiederzugeben, einmal in einer Darbietung nach der chronologischen Entstehung, zum anderen in der Wiedergabe einer logischen Struktur der einzelnen Hefte. Die Neue Folge 2009 wird Diskussionen zur Edition und Interpretation wieder aufgreifen und neue Sichtweisen auf dieses wichtige Manuskript vermitteln. Darüber hinaus bietet der Jahresband wie gewohnt Beiträge zu weiteren Themen der Marx-Engels-Forschung, Mitteilungen über die Verleihung des Rjazanov-Preises 2008, Rezensionen und Informationen über Tagungen und Konferenzen.
Catherine, Newmark
Passion - Affekt - Gefühl
Verlag: Meiner, F
Die Lehre von den Affekten oder Passionen - den "affectus" oder "passiones animae" - gehört von der Antike bis weit ins 18. Jahrhundert hinein zum Grundbestand der Philosophie; erst im 19. Jahrhundert wird mit der zunehmenden Auslagerung von Anthropologie und Psychologie auch das Nachdenken über Emotionen in andere Fachgebiete abgedrängt.
Diese Untersuchung widmet sich den wichtigsten Autoren und Traditionen philosophischer Emotionslehre von Aristoteles über die antike Stoa, Thomas von Aquin, Descartes und Hobbes bis hin zu Spinoza, Leibniz, Wolff und Kant. Sie arbeitet das psychologische Modell der "passio animae", der "Leidenschaft der Seele", heraus und zeichnet dessen konzeptuelle Entwicklungen und Transformationen durch die Jahrhunderte nach. Sie untersucht die Probleme, vor welche die Passionen die Moralphilosophie stellen, und verfolgt den nachhaltigen Einfluss aristotelischer Psychologie und stoischer Ethik in der Neuzeit.
Erstmals liegt damit eine epochenübergreifende deutschsprachige Monographie zur Geschichte und zum Traditionszusammenhang der abendländischen Emotionstheorien vor.
Cassirer, Ernst
Herausgeber : Bearbeitet von Rosenkranz, Claus; Einleitung von Hartung, Gerald; Bearbeiter (sonst.): Schubbach, A
Die Philosophie der Aufklärung
Verlag: Meiner, F
Ernst Cassirers 1932 erschienene Darstellung der »Philosophie der Aufklärung« zählt zu den herausragenden Standardwerken zur Bestimmung der Leitgedanken der Epoche. »Die eigentliche ›Philosophie‹ der Aufklärung ist und bleibt«, so Cassirer, »etwas anderes als der Inbegriff dessen, was ihre führenden Denker […] gedacht und gelehrt haben«. Entsprechend sah er das auszeichnende Merkmal seiner historischen Rekonstruktion der Epoche darin, »daß sie nicht die Geschichte der einzelnen Denker und ihrer Lehren, sondern eine reine Geschichte der Ideen der Aufklärungszeit zu geben suchte, und daß sie diese Ideen selbst nicht nur in ihrer abstrakt-theoretischen Fassung darlegen, sondern in ihrer unmittelbaren Wirksamkeit aufzeigen und sichtbar machen wollte«.
Herausgeber : Gamm, Gerhard; Nordmann, Alfred; Schürmann, Eva
Philosophie im Spiegel der Literatur
Verlag: Meiner, F
Was kann die Philosophie von der Literatur über sich und über die Grenzen ihres eigenen Sprechens und Denkens lernen? Wie läßt sich philosophieren vor dem Hintergrund einer durch die Refl exion auf die Literatur erhöhten Sensibilität für die eigene Sprache und kulturelle Praxis? Zehn AutorInnen nehmen zehn Werke zum Anlaß, ihre Überlegungen in die Perspektive einer Selbstkritik der Philosophie einzurücken. Sie erweitern das große Unternehmen der Vernunftkritik bis an die Grenzen des Sinns und des Sagbaren, des diskursiven Denkens und der Moral. Sie behandeln die literarische Form als eine Art Schutzmantel, unter dem mehr und anderes gesagt werden kann als im philosophischen Diskurs. Mit Beiträgen von Georg Bertram, Gernot Böhme, Josef Früchtl, Klaus Günther, Andreas Hetzel, Christoph Menke, Martin Seel und den Herausgebern.
Dante Alighieri
Herausgeber : Einleitung von Cheneval, Francis; Kommentiert von Cheneval, Francis; Einleitung von Imbach, Ruedi; Kommentiert von Imbach, Ruedi; Einleitung von Suarez-Nani, Tiziana; Kommentiert von Suarez-Nani, Tiziana; Übersetzt aus dem Italienischen von Ricklin, Thomas
Philosophische Werke / Das Gastmahl I-IV. Ital. /Dt.
Verlag: Meiner, F
Im vierten und letzten Buch, mit dem die Edition des "Convivio" abgeschlossen ist, interpretiert Dante sein Gedicht "Le dolci rime d'amor ch' i' solia" und erörtert die komplexe Frage der wahren Edelkeit. In diesem Rahmen diskutiert er den Umfang der kaiserlicher Macht und die Bedeutung des Römischen Reiches sowie das Verhältnis von Philosophie und Politik bzw. von philosophischer und politischer Kompetenz.
Die Bewertung des Römischen Reiches und die Erörterung der Autorität des Aristoteles für die Philosophie und das menschliche Denken schlechthin implizieren eine Stellungnahme zur Beziehung zwischen christlicher und antik-heidnischer Weltauffassung.
Dante Alighieri
Herausgeber : Einleitung von Imbach, Ruedi; Kommentiert von Suarez-Nani, Tiziana; Kommentiert von Imbach, Ruedi; Übersetzt aus dem Latein von Cheneval, Francis
Philosophische Werke / Über die Beredsamkeit in der Volkssprache I
Verlag: Meiner, F
In dieser Schrift begründet Dante die Priorität der Volks- und Muttersprache vor der lateinischen Gelehrtensprache und fordert eine italienische Hochsprache. Er untermauert seine Ausführungen durch eine anthropologische Erörterung der menschlichen Sprachfähigkeit. Dank einer originellen Interpretation des biblischen Mythos vom Turmbau von Babel legt er eine vernünftig begründete Neubewertung der Vielfalt und der historischen Entwicklung der Sprachen vor.Das Problem der Sprache stellt sich im Denken Dantes in zweifacher Weise: als Problem der Sprache der Philosophie und unter dem Gesichtspunkt der Philosophie der Sprache. In "De vulgari eloquentia" bietet Dante ein ganzes Arsenal metaphysischer Paradigmen auf, um der sprachlichen Verständigung der Menschen eine unvordenkliche Dignität zu geben. Er stellt die gesamte Philosophie in den Dienst des Menschen als sprechendes Wesen. Auch wenn Dante die Doppelbestimmung der Sprache als sinnliches Zeichen, das den Gedanken des einen Menschen einem andern zu vermitteln fähig ist, von der Tradition übernimmt, setzt er andere Akzente. Die Sprache der Menschen ist nicht nur eine im Vergleich zur Transparenz der reinen Geister unvollkommenere Form der Kommunikation, sondern sie wird positiv als die dem Menschen gänzlich angemessene und entsprechende Form der Kommunikation interpretiert: Das Sprechen ist der "herausragende Akt des menschlichen Geschlechts".Mit dem Erscheinen von "De vulgari eloquentia" liegt die vierbändige Ausgabe der Philosophischen Werke Dante Alighieris vollständig vor. Bislang erschienenBd. 1: Das Schreiben an Cangrande (PhB 463)Bd. 2: Disputation über das Wasser und die Erde (PhB 464)Bd. 4: Das Gastmahl I-IV (PhB 466a-d)
Descartes, Rene
Herausgeber : Wohlers, Christian
Die Prinzipien der Philosophie
Verlag: Meiner, F
Daß Descartes – im Anschluß an den "Discours de la méthode" (1637) und die "Meditationes de prima philosophia" (1641) – mit der Veröffentlichung der "Principia" die Zäsur setzte, die seinen Rang als erster Denker der "Philosophie der Neuzeit" begründete, ist ein Topos der Philosophiegeschichte. Uneinigkeit besteht aber bis heute unter den Biographen und Interpreten über die Frage, ob Descartes selbst sich dessen bewußt war, daß alle Aussagen bzw. Erkenntnisse über das Geschehen in der Natur notwendig hypothetisch bleiben (unter metaphysischem Aspekt) und dennoch (sofern methodisch gewonnen) die Wirklichkeit treffen und berechenbar machen. Oder ob er in den "Principia" nur deshalb darauf verfiel, alle seine Aussagen über die Prinzipien der körperlichen Dinge, die sichtbare Welt und die Erde in bloß hypothetischer Form vorzutragen, um der Verfolgung durch die Inquisition zu entgehen.Diese neue, zweisprachige Ausgabe der philosophiegeschichtlich Epoche machenden Schrift bietet neben dem lateinischen Originaltext und der völlig neu erstellten, terminologischen Unterscheidungen genau Rechnung tragenden Übersetzung erstmals auch eine umfassende Erschließung der von Descartes herangezogen Quellen, d. i. der zeitgenössischen Publikationen zur Untersuchung von Naturphänomenen, die wir heute – seit Descartes – als physikalische oder naturwissenschaftliche Untersuchungen einordnen können.
Fichte, Johann G
Herausgeber : Aichele, Alexander
Reden an die deutsche Nation
Verlag: Meiner, F
In den berühmten "Reden an die deutsche Nation" (1808) entwickelt Fichte das Ideal eines auf philosophische Prinzipien gegründeten Staates, dessen höchstes Ziel die allgemeine Erziehung seiner Mitglieder zur Sittlichkeit im gemeinschaftlichen Handeln darstellt. Fichte begründet die Notwendigkeit der Erhebung der Deutschen gegen Napoleon nicht aus der Einheit der nationalen Herkunft, sondern unter Hinweis auf einen fortschrittlicheren Begriff des Staates.
Herausgeber : Braungart, Georg; Greiner, Bernhard
Schillers Natur
Verlag: Meiner, F
Der Band ist in folgende Abteilungen gegliedert:
1. Der Naturgrund der ästhetischen, der 'Schönheitsgrund' der naturwissenschaftlichen Reflexion
2. Natur als Perspektivpunkt der Medizin und Anthropologie
3. Felder 'geistiger' Beherrschung der Natur: das Erhabene, magisches Naturdenken
4. Natur als Gegenstand und Wirkungsfeld im Menschen: Affekte und deren Strukturierung in der Lyrik und im Drama
Mit Beiträgen von Josef Früchtl, John A. McCarthy, Steffen Schneider, Dietrich von Engelhardt, Ludwig Stockinger, Lutz-Henning Pietsch, Barbara Mahlmann, Jörg Robert, Georg Braungart, Helmut Koopmann, Bernhard Greiner, Günter Oesterle, Dorothea von Mücke, Klaus-Detlef Müller, Philippe Wellnitz, Peter André Bloch.
Schlegel, Freidrich
Herausgeber : Arndt, Andreas; Einleitung von Zovko, Jure
Schriften zur Kritischen Philosophie 1795-1805
Verlag: Meiner, F
Die "Historisierung des Transzendentalen" erfolgt durch eine "Totalisation von unten herauf" in einem hermeneutisch-kritischen Prozess, der in eine durch das Konzept der Ironie charakterisierte transzendentalphilosophische Dialektik mündet. Schlegel ist nicht nur der Begründer der frühromantischen Hermeneutik und Kritik, sondern auch Urheber der ersten Konzeption von Dialektik in der nachkantischen Philosophie. Die von Schlegel veröffentlichten Texte werden im Wortlaut des Originals abgedruckt und erstmals eingehend kommentiert. Eine ausführliche Einleitung der Herausgeber erschließt die Entwicklung und die Grundbegriffe der frühromantischen Philosophie Schlegels und gibt Hinweise zum Verständnis der einzelnen Texte.
Friedrich Schlegel steht als Philosoph noch immer im Schatten seiner Zeitgenossen. Dies liegt nicht nur an tradierten Vorurteilen, sondern auch an der scheinbar unsystematischen, essayistisch-aphoristischen Form der einschlägigen Texte, in denen zudem vielfach die Grenzen zwischen Poesie und Philosophie nivelliert werden.
Abaelard, Peter
Herausgeber : Steger, Philipp
Scito te ipsum / Erkenne dich selbst
Verlag: Meiner, F
In dieser zwischen 1135 und 1139 verfaßten Schrift, der er zwei Titel gab: Ethica oder Scito te ipsum (Erkenne dich selbst), erörtert Abaelard die Frage nach dem Guten und dem Bösen, vor allem aber erstmals die Bedeutung des Gewissens für die Selbstbestimmung des Menschen. Er unterscheidet zwischen der Schwäche des Menschen, die durch Selbstbeherrschung überwunden werden kann, und der Sünde, die darin besteht, sich den eigenen Schwächen zu unterwerfen. Seine These, das Gewissen sei die oberste Instanz der Moral und die Moralität oder Verwerflichkeit einer Handlung bestimme sich daher aus der Gesinnung des Handelnden, führte ihn zu der Folgerung, daß derjenige, der böse handelt, ohne es doch selbst zu wissen, dadurch noch nicht schuldig wird - sondern erst dann, wenn er entgegen besserer Einsicht, die ihm aufgegeben und möglich ist, das Böse wählt. Diese Behauptung stieß bei den Zeitgenossen und der Kirche auf Kritik und führte (neben anderen Punkten seiner theologischen Lehre) zur Verurteilung Abaelards auf dem Konzil von Sens (1141); wirkungsgeschichtlich gewann sie gleichwohl große Kraft und Bedeutung, da durch diesen Gedanken die überkommene Doxa, allein der Verstoß gegen moralisch geltende Regeln gebe den Maßstab dafür ab, ein Individuum der Sünde zu bezichtigen, dahingehend zu relativieren, daß nur der sich schuldig macht, der auch wußte, daß er eine Verfehlung begeht.Aus diesem Grund zählt die Schrift zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Die Ausgabe präsentiert sie erstmalig in einer vollständigen deutschen Übersetzung. Beigegeben sind der lateinische Text und eine kompetente Einleitung, die die besondere Stellung dieser Schrift im Gesamtwerk Abaelards prägnant vor Augen führt.
Kuhne, Frank
Selbstbewußtsein und Erfahrung bei Kant und Fichte
Verlag: Meiner, F
Frank Kuhne zeigt auf, warum der spekulative Idealismus als Antwort auf die Fichteschen Schwierigkeiten mit Kant erscheinen konnte und warum er im Hinblick auf die Erkenntnis des Besonderen ebenso defizient ist wie Fichtes Wissenschaftslehre.Diese Defizienz ist nicht zufällig, denn sie ist die des Systems selbst und sie läßt Fichtes Fortbildung der kritischen Philosophie Kants zum »vollständigen Idealismus« und die von allen idealistischen Nachfolgern Kants für unabdingbar gehaltene Systemgestalt der Philosophie als problematisch erscheinen. Gezeigt wird auch, daß die Art, in der die spekulativen Idealisten über Kant hinausgegangen sind, nicht alternativlos ist. In einem erneuten Rekurs auf Kant wird die transzendentale Einheit der Apperzeption als Einheit der Wissenschaften bestimmt. Sie wird damit als abhängig von der historischen und gesellschaftlichen Praxis der Wissenschaften interpretiert, ohne aber dadurch ihre Geltung in Genesis aufzulösen. Die Kantische Bestimmung der Einheit der Apperzeption als objektive Erkenntnisurteile ermöglichende Instanz wird durch die Reflexion auf die gesellschaftliche Praxis der Einzelwissenschaften pragmatisch begründet, taugt aber darum nicht zum ersten Prinzip eines philosophischen Systems.
Bonnemann, Jens
Der Spielraum des Imaginären
Verlag: Meiner, F
Jens Bonnemann widmet sich Sartres Theorie der Imagination. Angesichts der nach wie vor regen Beschäftigung mit diesem paradoxerweise seit Jahrzehnten 'totgesagten' Philosophen, wundert es, daß seine Imaginationslehre bisher wenig Beachtung fand. Dies ist um so erstaunlicher, da Sartre dieses Thema ebenso ausgiebig behandelt wie die Probleme Freiheit, Subjektivität, (literarisches und politisches) Engagement oder Intersubjektivität.Sartres Imaginationstheorie, die auf phänomenologische Weise das Verhältnis von Imagination und Wahrnehmung, Irrealität und Realität zu bestimmen versucht, ist durchaus im Kontext aktueller philosophischer Debatten von großem Interesse, in denen die vermeintliche Fiktionalität des Realen verhandelt wird.
Kant, Immanuel
Herausgeber : Brandt, Horst D; Giordanetti, Piero
Der Streit der Fakultäten
Verlag: Meiner, F
In den drei kurzen Abhandlungen der 1798 erschienenen Schrift "Der Streit der Fakultäten" erörtert Kant (1724–1804) das Verhältnis der traditionell als 'untere' Fakultät angesehenen Philosophie zu den drei 'oberen' Fakultäten Theologie, Jura und Medizin. Das revolutionäre Moment der Erörterung liegt darin, daß Kant allein der philosophischen Fakultät die uneingeschränkte Freiheit in Forschung und Lehre zuschreibt sowie die Fähigkeit zur Kritik der eigenen theoretischen Voraussetzungen sowie jener der oberen Fakultäten.
Augustinus, Aurelius
Herausgeber : Fischer, Norbert
Suche nach dem wahren Leben
Verlag: Meiner, F
Im zehnten Buch seiner Confessiones befaßt sich Augustinus mit der Frage der Selbsterkenntnis oder mit der "Suche nach dem wahren Leben". Obwohl er davon ausgeht, daß jeder Mensch sich selbst besser kennt, als andere ihn kennen, hält er dafür, daß diese Selbstsicherheit kein Garant sein kann für das Gelingen eines guten Lebens, das für ihn - wir schreiben das Mittelalter - nur dann seine Erfüllung erlangt, wenn der Handelnde die moralischen Vorgaben einhält, die Gott dem Menschen gesetzt hat. Denn Augustinus ist sich dessen bewußt, daß die Selbsteinschätzung des einzelnen unsicher und fehlerhaft sein kann und er eigentlich nicht in der Lage ist, sein eigenes Sein ganz erfassen zu können.Thema ist in 'Confessiones 10' daher die Suche nach der Antwort auf die Frage, wie der einzelne, dessen Würde gerade darin besteht, aus Freiheit und in eigener Verantwortung zu handeln, dazu gelangt, in seinem Handeln nicht rein egoistischen Interessen zu folgen, sondern das hohe Ziel zu erreichen, aus eigener Einsicht und eigenem Antrieb ein gottgefälliges Leben zu führen, will sagen: den von Gott gesetzten Geboten zu genügen.Nach Augustinus können lediglich die Menschen die göttliche Vollendung, auf die hin alle geschaffen sind, erlangen, die trotz ihrer Endlichkeit den Weg wohlwollender, nichtegoistischer Liebe suchen. Christus gilt ihm als Brücke, die von Gott zu den Menschen führt, sobald sie diesen - trotz ihrer Bedürftigkeit, Schwäche und Endlichkeit - den Weg zu einem Leben der "Heiligkeit" bahnt.
Grosse, Jürgen
Der Tod im Leben
Verlag: Meiner, F
Als 'Philosophie des Lebens' galt in den letzten Jahrhunderten Verschiedenes. Neben eine Auffassung als 'Lebenskunst' seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert trat der Anspruch eines antispekulativen Philosophierens 'aus dem Leben' (F. Schlegel, Novalis). Mit Dilthey, Simmel, Bergson wurde die 'Lebensphilosophie' Ende des 19. Jahrhunderts zur akademischen Strömung, deren Denkmotive bis in die Gegenwart vielfältig fortwirken.
Auffällig ist die Vermittlungslosigkeit zwischen diesen Richtungen und dem heutigen Nachdenken über Leben und Tod unter dem Aspekt der sog. life sciences bzw. der 'Bioethik'.
Das Buch bietet eine Strukturgeschichte der 'Philosophien des Lebens', die erstmals auch deren naturwissenschaftliche und naturphilosophische Ausläufer mit einbezieht. Zudem werden Probleme aktueller 'Biopolitik' berücksichtigt. Den Leitfaden bildet eine Typologie von vier Problemstellungen, anhand derer sich über Leben und Tod philosophieren läßt. Sie soll Laien wie Fachwissenschaftlern zur ersten Orientierung dienen.
Mill, John S
Herausgeber : Übersetzt von Wentscher, Else; Brandt, Horst D
Über die Freiheit
Verlag: Meiner, F
In diesem Essay von 1859, seinem Hauptwerk, streitet John Stuart Mill für das Recht jedes einzelnen, seine Überzeugungen frei zu bilden und das eigene Leben nach diesen Überzeugungen frei zu gestalten. Für ihn gibt es daher nur einen Grund, der es Staat und Gesellschaft erlaubt, dieses Recht auf individuelle Selbstbestimmung zu beschneiden, und den sieht er in dem Grundsatz, "daß der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gemeinschaft rechtmäßig ausüben darf, der ist: die Schädigung anderer zu verhüten".Dieser Essay Mills bleibt – ganz unabhängig davon, ob man seine Verteidigung des Utilitarismus teilen kann oder nicht – ein Meilenstein in der Geschichte der philosophischen Begründungen des Rechtes auf Selbstbestimmung, das jedem einzelnen zugestanden werden muß.
Hegel, Georg W F
Herausgeber : Maier, Hans
Über die Reichsverfassung
Verlag: Meiner, F
Hegels Verfassungsschrift war lange Zeit ein Stiefkind der Forschung. Dabei ist dieser zu Hegels Lebzeiten nie veröffentlichte Text ein wahres Ideen-Laboratorium: eine Fülle von Elementen des Hegelschen Staats-, Rechts- und Geschichtsdenkens findet sich hier in verhältnismäßig lockerem Aggregatzustand - spielerisch entfaltet im Rahmen einer Flugschrift (oder Denkschrift). Die mustergültige Textgestalt der Schrift beruht auf der Edition von Kurt R. Meist im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe der Gesammelten Werke Hegels durch die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Hans Maier ordnet in seinem Nachwort die Verfassungsschrift in den historischen Kontext ihrer Entstehung und in das philosophische Werk Hegels ein.
Pico della Mirandola, Giovanni
Herausgeber : Blum, Paul Richard
Über das Seiende und das Eine
Verlag: Meiner, F
Diese Ausgabe bietet erstmals einen Schlüsseltext für die Reformation der Metaphysik in der Philosophie der Renaissance in deutscher Übersetzung. Der lateinische Text ist beigegeben. Die ausführliche Einleitung und ein sorgfältiger Kommentar erschließen die richtunggebenden Pointen, die Pico mit dieser Schrift gesetzt hat.
Al-Farabi
Herausgeber : Schupp, Franz
Über die Wissenschaften /De scientiis
Verlag: Meiner, F
Die Ausgabe bietet erstmals eine deutsche Übersetzung dieses Schlüsseltextes für die Einteilung und Bewertung der Wissenschaften nach der lateinischen Übersetzung von Gerhard von Cremona (1114–1187). Beigefügt ist eine kritische Edition des lateinischen Textes, der mit den überlieferten Handschriften des arabischen Originals abgeglichen wurde. Die Ausgabe erfüllt damit sowohl ein Desiderat für die Erforschung der Philosophie des Mittelalters als auch für die Erforschung der frühen Entwicklungsstufen der islamischen Philosophie. Eine ausführliche Einleitung und umfassende Sacherläuterungen geben Hilfen zur Erschließung des Textes.
Buchheim, Thomas
Unser Verlangen nach Feiheit
Verlag: Meiner, F
Unser Verlangen nach Freiheit - und zwar nach unverkürzter Freiheit - kann es denn überhaupt erfüllt werden auch vor dem Hintergrund moderner und heute aktueller naturwissenschaftlich gegründeter Auffassungen über die Welt? Unter verkürzter Freiheit, die wohlfeil zu haben ist, verstünde der Autor das, was Kant in frechen Worten die "Freiheit eines Bratenwenders" genannt hat. Denn ein Bratenwender, so kompliziert (für Kants Verhältnisse) die maschinelle Erzeugung seiner Drehbewegung auch sein mag, kann nicht anders, als sich genau so zu drehen, wie die kausalen Zusammenhänge der Bratapparatur es vorsehen und herbeiführen.Ein freies Wesen - was wir verlangen zu sein - muß jedoch in jedem Gebrauch seiner Freiheit wirklich anders können, als es sich aus freien Stücken tatsächlich verhält. Doch was bedeutet diese Anforderung an die Freiheit genau? Wie verhält sie sich zur kausalen Bestimmtheit des natürlichen Universums? Auf welche Qualifikationen unseres Verhaltens berufen wir uns, wenn wir nach unverkürzter Freiheit verlangen? Und wie sind solche Qualifikationen möglich, wenn und obwohl wir zugleich natürlich entstandene Wesen sind, zuhause in einem materiellen Universum?Das sind die Fragen, die in diesem Buch erörtert werden, um so unser mehrtausendjährig immer wieder neu brennendes Verlangen nach Freiheit auf eine rationale Weise auch heute noch stillen zu können.
Russell, Bertrand
Herausgeber : Otte, Michael; Mitwirkung (sonst.): Lukay, Maureen; Mitwirkung (sonst.): Radu, Mircea
Unser Wissen von der Außenwelt
Verlag: Meiner, F
"Unser Wissen von der Außenwelt", zuerst erschienen 1914, enthält zusammen mit der Einführung in die mathematische Philosophie von 1919 (PhB 536) die Gesamtheit aller wichtigen erkenntnistheoretischen und logischen Ansichten Russells. Hervorgegangen aus den "Lowell Lectures" - einer Vorlesungsreihe, die Russell 1914 an der Harvard Universität in Boston gehalten hat -beschäftigt sich das Werk mit Wesen und Erwerb sicheren Wissens von der objektiven Außenwelt und sucht Antworten auf die Fragen, was die Welt sei und wie der Mensch sie sieht. Im Zentrum der Erörterung steht dabei das Verhältnis der Sinnesdaten zu Raum, Zeit und dem Gegenstand der mathematischen Physik.
Russells Anwendung der logisch-analytischen Methode auf die Philosophie fußt auf dem Verständnis von Logik und Wahrnehmung als absolute Fundamente, auf die alles Wissen zu reduzieren ist. Sie offenbart Eigenart, Wirksamkeit und Unvermögen der modernen Logik in der Philosophie und erhebt diese in den Stand einer wissenschaftlichen Disziplin. Die Leichtigkeit des Fortgangs der Argumentation und die lebendige Sprache gewähren einen schnellen Zugang zu Werk und Grundthesen des Autors.
"Unser Wissen von der Außenwelt" war von umfassendem Einfluß und hat beispielsweise Rudolf Carnap zu seinem Hauptwerk "Der logische Aufbau der Welt" angeregt. Mit der Neuausgabe des Textes in der "PhB" wird eine grundlegende Überarbeitung der deutschen Erstausgabe des Jahres 1926 im Meiner Verlag vorgelegt. Der Band basiert auf der von Russell im gleichen Jahr überarbeiteten Version und wird durch eine ausführliche Einleitung des Herausgebers abgerundet.
Hume, David
Untersuchung über die Prinzipien der Moral
Verlag: Meiner, F
Hume selbst hält diese Schrift (1751), die inhaltlich eine Neufassung des 3. Buches des Traktats (Über Moral) darstellt, in seinen autobiographischen Aufzeichnungen für "unvergleichlich viel besser" als alle seine anderen Schriften. Wohl deshalb, weil er hier vollbringt, was dort nur gefordert wurde: die strikte Loslösung der Ethik von der Anthropologie. Nicht ein zum Wesen des Menschen gehörender "moral sense", sondern die "utility" (Nützlichkeit) einer Tugend oder Eigenschaft - für das Wohl der anderen sowohl als auch des eigenen - wird jetzt von Hume als das eigentliche Kriterium für die Beurteilung moralischer Prinzipien entdeckt und herangezogen.
Möckel, Christian
Das Urphänomen des Lebens
Verlag: Meiner, F
Der Kant und Cohen verpflichtete Philosoph der symbolischen Formen widmet sich Ende der 20er Jahre scheinbar affirmativ der zeitgenössischen Philosophie des Lebens. Diese Konstellation dient Möckel als Anregung für den erstmals geführten Nachweis, daß der Vernunft und Rationalität verpflichtete Ernst Cassirer sein Philosophieren bereits im Frühwerk konsequent auf das »irrationale« Leben bezieht. Für ihn schließt geistige Tätigkeit den Lebensbezug ebenso ein wie Erleben die Momente geistiger Formung.
Während die »moderne Philosophie« die Gesamtheit ihrer Probleme im Leben als Gegenbegriff des Geistes zentriert und dabei zu Antinomien gelangt, findet Cassirer die Lösung dieses Gegensatzes im Medium der lebendig-geistigen symbolischen Form. Der Lebensbegriff selbst erfährt durch die Verknüpfung mit dem Ausdrucksphänomen eine entscheidende Vertiefung und bildet so den Schlußstein in der Theorie der kulturellen Ausdrucksformen des Geistes. Der Autor zeichnet die Auseinandersetzung Cassirers mit den Lebensphilosophen um die praktischen Folgerungen nach, die aus der jeweiligen Auffassung vom Menschen resultieren: historischer Fatalismus oder Freiheit und Selbstbestimmung.
Mill, John S
Herausgeber : Kühn, Manfred
Utilitarismus
Verlag: Meiner, F
In seiner 1861 zunächst in Frazer's Magazine publizierten und zu seinen Lebzeiten in weiteren vier Auflagen vorgelegten Schrift "Utlitarism" verteidigt John Stuart Mill das Nützlichkeitsprinzip als das grundlegende Kriterium für die Beurteilung der Moralität aller Handlungen, sei es der freien Handlungen der Individuen, sei es der Einschränkungen dieser Freiheit durch von Gesellschaft und Staat vorgegebene Regeln.Dabei geht es ihm vor allem darum, den Utilitarismus vor dem Einwand zu retten, er gebe dem hedonistischen Eigennutz Vorrang vor der ethischen Maxime einer gerechten Verteilung der Güter. So glaubt er, aus dem Prinzip des "größten Glücks der größten Zahl" ein Modell der Verteilungsgerechtigkeit ableiten zu können, das das Nützlichkeitsprinzip als das erste Prinzip der Moral erweist.Die hier in neuer deutscher Übersetzung vorgelegte Schrift gilt als das Hauptwerk der klassischen utilitaristischen Ethik.
Herausgeber : Merker, Barbara
Verstehen nach Brandom und Heidegger
Verlag: Meiner, F
Was ist Verstehen? Welche Theorie des Verstehens ist plausibel? Was können wir verstehen? Was sind Bedeutungen? Welche Rolle spielen Rationalität, Normativität, Sozialität, Perzeptibilität, Historizität, Lingualität und Inferentialität beim Verstehen? Ist Verstehen stets begrifflich, sprachlich, propositional, oder gibt es auch unbegriffliches, vorsprachliches, nicht-propositionales Verstehen? Ist Verstehen eine Form von Wissen, und wie verhält es sich zu anderen Formen des Wissens?Das sind die Themen, mit denen sich die Beiträge dieses Bandes befassen, und zwar fokussiert auf zwei Positionen aus dem Spektrum der Hermeneutiken, Semantiken und Epistemologien, die auf die angeführten Fragen Antworten offerieren: Die Positionen von Martin Heidegger und Robert Brandom, der sich aus (post-)analytischer Perspektive ausdrücklich mit dem Begriff des Verstehens in "Sein und Zeit" auseinandersetzt.Mit Beiträgen von: G. Ambrus, W.-J. Cramm, T. Demeter, C. Demmerling, G. Forrai, É. Gedö / T. Schwendtner, S. Knell, J. Liptow, B. Merker, K. Mertens, C. Olay, B. Prien und G. Reuter.
Maimon, Salomon
Herausgeber : Ehrensperger, Florian; Einleitung von Ehrensperger, Florian; Anmerkungen von Ehrensperger, Florian
Versuch über die Transzendentalphilosophie
Verlag: Meiner, F
Spieker, Michael
Wahres Leben denken
Verlag: Meiner, F
Aufgabe der Philosophie ist die Versöhnung. Um diese leisten zu können, muss das Denken religiös werden. Doch was ist religiöses Denken, wenn es in seinem durchgängigen Begründen nicht - ursprungsmythisch - von einem ersten Fundament ausgehen kann?Dies zeigt die "Wissenschaft der Logik". Sie muss die erste Wissenschaft sein, da nur von ihr her von solchem die Rede sein kann, das irgendwie ist. Sie aktualisiert "das Erste der Erkenntnis", wie es Hegel in "Glauben und Wissen "nennt. So ist die Hegelsche Logik keine Technik oder bloße Kollektion von Kategorien, sie verzeichnet überhaupt nicht irgendwelche aufgefundenen Bestimmungen, sondern sie erkundet die einige Quelle von Denken und Sein.
Bermes, Christian
>Welt< als Thema der Philosophie
Verlag: Meiner, F
Noch bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde die Philosophie als Weltweisheit bezeichnet, und noch vor wenigen Jahrzehnten war häufig unklar, ob Philosophie mit Weltanschauung oder Weltanschauungslehre zusammenfällt.
Die Untersuchung 'Welt' als Thema der Philosophie zeichnet eine Entwicklung von der Fixierung des Ausdrucks 'Welt' in der Philosophie Christian Wolffs bis zu den Entwürfen der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts nach. Es wird gezeigt, wie es nach der Kantischen Umformulierung des Weltproblems schließlich im 19. Jahrhundert zu einer 'Explosion' der Fragestellung kommt, die mit den klassischen Kategorien der Philosophie nur noch schwer zu fassen ist. Husserls Philosophie wird in diesem Kontext als vorläufiger Endpunkt einer ausufernden Entwicklung wie deren Sanierung gedeutet.
Inhalt: Einleitung · Vom Metaphysischen zum Natürlichen Weltbegriff · Der Anspruch von 'Welt' in der Phänomenologie Husserls · Husserls Phänomenologie der Welt als utopische Topographie des Weltlichen · Rückblick.
Herausgeber : Bayertz, Kurt; Gerhard, Myriam; Jaeschke, Walter
Weltanschauung, Philosophie und Naturwissenschaft im 19. Jahrhundert
Verlag: Meiner, F
Darwins Schrift Über die Entstehung der Arten (1859) löste eine neue Debatte aus, die sich zeitlich und inhaltlich unmittelbar an den Materialismus- Streit anschloß. Umstritten war einerseits die wissenschaftliche Akzeptanz der Evolutionstheorie, andererseits die vor allem von Ernst Haeckel vertretene Verabsolutierung der Darwinschen Theorie zum Schlüssel für die Lösung aller ungelösten wissenschaftlichen und philosophischen Rätsel. Während so die Evolutionstheorie gleichsam zur neuen Religion erhoben wurde, zog sich die Theologie - und teilweise auch die Philosophie - aus der Deutung der empirischen Welt zurück.Auch dieser Streit wurde nicht entschieden und hält bis heute an.Die heute vorherrschende Meinung, nur die Naturwissenschaften seien in der Lage, uns das richtige Weltbild zu geben, bedarf der Korrektur. Die Beiträge dieser Bände zeigen, daß der Diskurs, in dessen Verlauf den Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert diese Rolle zugesprochen wurde, sich nicht auf Erkenntnisse stützen kann - sondern auf Fehleinschätzungen darüber beruht, was Naturwissenschaft leistet.
Herausgeber : Bayertz, Kurt; Gerhard, Myriam; Jaeschke, Walter
Weltanschauung, Philosophie und Naturwissenschaft im 19. Jahrhundert
Verlag: Meiner, F
In diesem Streit - ausgelöst durch Emil Du Bois-Reymonds Schrift Über die Grenzen des Naturerkennens (1872) - ging es nicht mehr um die Frage des Vorrangs der Naturwissenschaften vor Philosophie und Religion, sondern um die Grenzen, die auch dem materialistisch-darwinistischen Weltanschauungsreformprogramm gesetzt sind. Naturwissenschaft kann beschreiben und erklären, was der Fall ist - und hier kann sie unbeschränkt fortschreiten; aber kann sie auch Normen setzen, eine Ethik - und damit: ein vollständiges Weltbild - begründen? An diesem Punkt stößt sie nach Du Bois-Reymond auf eine unüberwindliche Schranke.Die Frage ist auch heute nicht geklärt.Die heute vorherrschende Meinung, nur die Naturwissenschaften seien in der Lage, uns das richtige Weltbild zu geben, bedarf der Korrektur. Die Beiträge dieser Bände zeigen, daß der Diskurs, in dessen Verlauf den Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert diese Rolle zugesprochen wurde, sich nicht auf Erkenntnisse stützen kann - sondern auf Fehleinschätzungen darüber beruht, was Naturwissenschaft leistet.
Herausgeber : Bayertz, Kurt; Gerhard, Myriam; Jaeschke, Walter
Weltanschauung, Philosophie und Naturwissenschaft im 19. Jahrhundert
Verlag: Meiner, F
Die heute vorherrschende Meinung, nur die Naturwissenschaften seien in der Lage, uns das richtige Weltbild zu geben, bedarf der Korrektur. Die Beiträge dieses Bandes zeigen, daß der Diskurs, in dessen Verlauf den Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert diese Rolle zugesprochen wurde, sich nicht auf Erkenntnisse stützen kann – sondern auf Fehleinschätzungen darüber beruht, was Naturwissenschaft leistet.
Pieper, Josef
Herausgeber : Wald, Berthold
Werke / Autobiographische Schriften
Verlag: Meiner, F
Inhalt: Philosophie in Selbstdarstellungen (1975) · Autobiographische Aufzeichnungen in drei Teilen (1976, 1979, 1988) · Noch wußte es niemand (1904-1945) · Noch nicht aller Tage Abend (1945-1964) · Eine Geschichte wie ein Strahl (1964-1986) · F wie Fortuna. Eine Erzählung (1945) · Editorische Hinweise · Veröffentlichungsnachweise · Personenregister.Ein "kosmopolitischer Eremit" wurde Josef Pieper von seinem Kollegen Fernando Inciarte an seinem 90. Geburtstag genannt. Kein Wort könnte besser die Signatur eines Lebens benennen, das in seiner Zeit- und Weltverbundenheit die eigene Mitte erkundet und vertieft hat. Von hoher erzählerischer Qualität eröffnen die autobiographischen Aufzeichnungen Piepers eine Fülle von Perspektiven für unterschiedliche Leseinteressen. Pieper berichtet von seinen Begegnungen mit zeitgeschichtlich bedeutenden Persönlichkeiten, von seinen zahlreichen Gastprofessuren in Nordamerika und Kanada und den Forschungsreisen in die asiatische Welt zum Studium der östlichen Festkultur. Vor allem philosophisch interessierte Leser werden in den autobiographischen Schriften weiteren Aufschluß finden zur Genese und Deutung des philosophischen Werks. Dies ist jedoch nur ein Ausschnitt eines vielfarbigen Ganzen, das im Spiegel des eigenen Lebens beinahe über ein ganzes Jahrhundert hinweg die Veränderung sozialer, kultureller und kirchlicher Milieus dokumentiert.
Pieper, Josef
Herausgeber : Wald, Berthold
Werke / Frühe Schriften: Soziologie und Sozialphilosophie
Verlag: Meiner, F
Inhalt: Einleitung zu Rerum novarum (1929) · Die Grundbegriffe L. v.Wieses (1930) · "Wirklichkeitswissenschaftliche" Soziologie. Kritische Randbemerkungen zu Hans Freyer Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft (1931) · Begriffsbildung in der Soziologie. Diskussionsbeitrag (1931) · Thomas von Aquin und das Eigentumsrecht (1931) · Neuordnung der menschlichen Gesellschaft. Befreiung des Proletariats/Berufsständische Gliederung · Systematische Einführung in die Enzyklika Quadragesimo anno (1932) · Kapitalismus und deutscher Katholizismus (1932) · Verbildung der Berufsständischen Ordnung? (1932) · Entwurf zu einem Quadragesimo-anno-Film (1932) · Die geistigen Wurzeln unserer Weltanschauungskrise (1932) · Thesen zur Gesellschaftspolitik. Die Grundgedanken der Enzyklika Quadragesimo anno (1933) · Grundformen sozialer Spielregeln. Eine soziologisch-ethische Grundlegung der Sozialpädagogik (1933) · Totale Bildung (1933/35) · Die Grundsätze für die Gestaltung der Sammlung christlichen Traditionsgutes (1933) · Echte Bildung und deutsche Gegenwart (1934) · Das Arbeitsrecht des Neuen Reiches und die Enzyklika Quadragesimo anno (1934) · Die sozialpolitische Notwendigkeit eines starken Staates (1934) · Das Gesellungsideal in der industriellen Arbeitswelt. Aufriß einer sozialpädagogischen Grundfrage (1934) · Über die Spannung zwischen Organisation und Gemeinschaft in der kirchlichen Arbeit (1934) · Über soziale Ideale und Fehlideale. Eine sozialpädagogische Studie (1936) · Strukturseiten der Sozial-Wirklichkeit. Einleitung zur Vorlesung "Spielregeln" (1947) · Philosophische Gedanken zum sozialen Problem (1948)
Jacobi, Friedrich H
Herausgeber : Bearbeitet von Dehrmann, Marek G; Bearbeitet von Goretzki, Catia; Bearbeitet von Jaeschke, Walter
Werke / Kleine Schriften I (1770-1783) Texte
Verlag: Meiner, F
Die zwischen 1770 und 1783 entstandenen 19 »Kleinen Schriften« bieten ein weitgefächertes Bild des geistigen Lebens in Deutschland Ende des 18. Jahrhunderts. Sie zeigen einen unbekannten Jacobi: nicht den späteren Gegner Spinozas und des transzendentalen Idealismus, sondern den Literaten, der sich durch Berichte aus der Académie Française, Vorworte, Rezensionen oder kommentierte Übersetzungen um die Verbreitung französischer Schriften in Deutschland verdient macht, aber auch den praxiserfahrenen Kritiker der merkantilistischen Wirtschaftspolitik des Absolutismus und schließlich – besonders in Jacobis erster Monographie »Etwas das Leßing gesagt hat« – den scharfen Kritiker vor allem solcher politischen Gewalt, die das Recht im Namen der Aufklärung und der Aufrichtung der ›Herrschaft der Vernunft‹ zum Besten des Volkes verletzt. Zumeist sind sie im »Teutschen Merkur« und im »Deutschen Museum« erschienen, großenteils anonym; nur wenige von ihnen hat Jacobi später – oft in einer um ihren aktuellen Bezug verkürzten und in ihrer politischen Schärfe gemilderten Form – in seine »Werke« aufgenommen. Kleine Schriften aus den Jahren 1786–1819 enthält der nachfolgende Band 5 der Ausgabe.Die dieser Edition zugrundeliegenden Originalfassungen sind heute nahezu unbekannt; spätere Fassungen sind gegebenenfalls im Variantenapparat dokumentiert. Der Editorische Bericht und der Kommentar, die die vielfältigen verdeckten Bezüge und Hintergründe dieser Schriften erschließen, folgen in Band 4,2.
Jacobi, Friedrich H
Herausgeber : Götz, Carmen; Jaeschke, Walter
Werke / Romane I: Eduard Allwill. Texte
Verlag: Meiner, F
Den Anstoß zu Jacobis zunächst in Teilen veröffentlichten Briefroman »Allwill« hat Goethe gegeben. Nachdem dieser Jacobis zweiten Roman »Woldemar« (1779) – als Band 7 dieser Ausgabe vorgesehen – jedoch verspottete, war es Lessing, der Jacobis Selbstzweifel zu zerstreuen suchte und ihn zur Aufgabe seiner kameralistischen Tätigkeit und zur Vollendung des 1792 in endgültiger Fassung erschienenen »Allwill« ermunterte.Die fünf Druckfassungen des Romans lassen sich zwei Schaffensperioden zuordnen. Die erste Gruppe, »Eduard Allwills Papiere« (1775, 1776, 1781), ist noch von der Stilistik der »Empfindsamkeit« geprägt. In die zweite Gruppe, »Eduard Allwills Briefsammlung« (1792, 1812), bezieht Jacobi philosophische Erörterungen, aber auch psychologisch überzeugende Charakterportraits ein, die – in Abgrenzung von der Geniemoral – der Darstellung und Entwicklung einer angemessenen ethischen Position dienen. Er eliminiert gezielt frühere »empfindsame« Wendungen, setzt sich mit theoretischen und praktischen Aspekten von Kants transzendentalem Idealismus auseinander und fügt die »Zugabe. An Erhard O**« an. Hierdurch wird der Roman erheblich erweitert und im Charakter verändert. Deshalb werden die Textgruppen gesondert wiedergegeben: von der ersten die Fassung des »Teutschen Merkurs« 1776, von der zweiten die Fassung 1792; die anderen Fassungen sind aus dem Variantenapparat rekonstruierbar. Der Editorische Bericht und der Kommentar folgen in Band 6,2.
Jacobi, Friedrich H
Herausgeber : Jaeschke, Walter
Werke / Schriften zum transzendentalen Idealismus
Verlag: Meiner, F
Nur zwei Jahre nach dem Beginn des Spinoza-Streits trat Jacobi mit einem neuen Werk hervor: "David Hume über den Glauben, oder Idealismus und Realismus. Ein Gespräch" (1787). Durch eine Präzisierung des Glaubensbegriffs sucht es zur Entscheidung dieses Streites beizutragen, ebenso wie Jacobis "Berichtigung" einer Rezension A. W. Rehbergs (1788), aber es eröffnet zugleich eine neue, überaus wirkungsmächtige Kontroverse: die Auseinandersetzung um die Transzendentalphilosophie, um Idealismus und Realismus. Sie bestimmt Jacobis Schriften der folgenden Jahrzehnte: den bislang unveröffentlichten Text "Meine Vorstellungen" aus der Zeit seiner unmittelbaren Rezeption der "Kritik der reinen Vernunft" (1781), die an Matthias Claudius gerichtete, ebenfalls unveröffentlichte "Epistel über die Kantische Philosophie" (1791) und nochmals 1802 die "Abhandlung Über das Unternehmen des Kritizismus, die Vernunft zu Verstande zu bringen". Doch bereits 1799, in seiner Vorrede zum "Überflüssigen Taschenbuch für das Jahr 1800", zielt Jacobis Kritik der Transzendentalphilosophie auf Fichte, und im gleichen Jahr integriert er in seinem Sendschreiben "Jacobi an Fichte" die Kritik an der Transzendentalphilosophie in den gleichzeitigen "Atheismusstreit". 1802 weist Jacobi in seinen "Drei Briefe an Köppen" Hegels Angriff in "Glauben und Wissen" sowie Schellings Angriffe gegen ihn und Reinhold zurück, und auch seine späte "Vorrede, zugleich Einleitung in des Verfassers sämtliche philosophische Schriften" (1815) erneuert die Kritik der Transzendentalphilosophie.
Der Band vereinigt die genannten Schriften, in denen Jacobi in vielfältiger Weise den Gang der nachkantischen Philosophie angeregt und antizipiert und immer wieder richtungweisend verändert hat. Einige Schriften sind in mehreren, zum Teil erheblich veränderten Auflagen erschienen, die im Variantenapparat rekonstruiert werden. Der ausführliche Kommentar erschließt Jacobis für die Auseinandersetzung um die Transzendentalphilosophie zentrale Stellung.
Otto, Stephan
Die Wiederholung und die Bilder
Verlag: Meiner, F
Seit der Antike haben sich Philosophen sehr aufmerksam und eindringlich mit 'memoria' und 'reminiscentia', mit Gedächtnis und Erinnerung beschäftigt. Erst in der Neuzeit und insbesondere in der Moderne ist das Thema "Erinnerung" zu einem Problemtitel geraten, und zwar wegen der Bilder, in denen unser Erinnern sich veranschaulicht. War es doch Immanuel Kant, der die fatale Behauptung aufgestellt hat: „wenn man den Begriff nicht von Bildern ablösen kann, wird man niemals rein und fehlerfrei denken können“. Seitdem fällt es den Philosophen schwer, in und mit Bildern zu denken, und manche, zum Beispiel Edmund Husserl, wollten darum die Bilder aus der Erinnerung vertreiben. Das aber hat bedenkliche Folgen für unser Verständnis von Bewußtsein, Subjektivität und Personalität. Die Rede von der Erinnerungsvergessenheit der Philosophie ist jedenfalls nicht unbegründet - deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Und ich habe mich bemüht, es so zu schreiben, daß es auch für denjenigen noch lesbar bleibt, der im "Fach Philosophie" nicht zuhause ist; denn wer ein bewußtes Leben führen will, muß das im flüchtigen Strom seiner Erinnerungsbilder tun. Stephan Otto
Herausgeber : Stöltzner, Michael; Uebel, Thomas
Wiener Kreis
Verlag: Meiner, F
Am Wiener Kreis scheiden sich die Geister, trat er doch mit dem dezidierten Anspruch auf, mit den Mitteln der modernen Logik den metaphysischen Schutt von Jahrtausenden aus dem Weg zu räumen. Statt einer homogenen Bewegung, die sich empiristischen Dogmen verschrieb, erscheint der Wiener Kreis in der philosophischen Forschung jedoch heute als eine heterogene Gruppe von eigenständigen Denkern, die gemeinsam die Grundlagen der modernen Wissenschaftstheorie legten. In jeweils spezifischer Weise setzten sie sich von der philosophischen Tradition ab oder versuchten, einzelne Teile davon in die wissenschaftliche Weltauffassung zu integrieren.Der Band enthält eine repräsentative Auswahl von Aufsätzen der Mitglieder des Wiener Kreises. Sie beschränkt sich mit Ausnahme dreier Frühschriften der Gründer bewußt auf die Jahre des historischen Kreises vom Beginn der Treffen 1924 bis zur Ermordung Schlicks 1936, obwohl einige der Hauptideen erst in den USA ihre volle Wirkung entfalteten und von dort Ende der sechziger Jahre wieder in die deutschsprachige Philosophie zurückwirkten.In ihrer Einleitung skizzieren die Herausgeber die historische Entwicklung des Kreises und erläutern die zentralen thematischen Fragestellungen. Die Anmerkungen identifizieren die internen wie externen Opponenten und erklären den Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft.
Merleau-Ponty, Maurice
Herausgeber : Bermes, Christian
Zeichen
Verlag: Meiner, F
Zwischen der Veröffentlichung der "Phänomenologie der Wahrnehmung" im Jahr 1945 und dem Tod Merleau-Pontys im Jahr 1961 liegen gerade einmal 16 Jahre. In dieser Zeitspanne nimmt Merleau-Ponty das Projekt einer Ausweitung und Grundlegung seiner Überlegungen auf, indem er zum einen das Phänomen der Expressivität in den unterschiedlichsten kulturellen Dimensionen erkundet, um vom Ausdrucksverhalten her eine Kulturphilosophie eigenen Typs zu entwickeln, und um zum anderen ein ontologisches Fundament der ästhetischen Stellung des Menschen in der Welt freizulegen. Diese Projekte konnte Merleau-Ponty aufgrund seines frühen Todes nicht vollständig verwirklichen und zusammenführen. Seine letzte große Veröffentlichung, die unter dem Titel "Zeichen (Signes)" die wichtigsten Beiträge aus jener Zeit versammelt und die nun erstmals vollständig in deutscher Übersetzung vorliegt, läßt den Rahmen dieses Unterfangens erkennen und skizziert die Konturen der Überlegungen Merleau-Pontys in den 50er Jahren. Aufgenommen wurden von ihm Aufsätze und Essays, die der Sprachphilosophie, der Ästhetik, der Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften sowie der Phänomenologie und Philosophiegeschichte gewidmet sind. Zusätzlich fügt er politische Artikel und Stellungnahmen zur kulturellen Situation Frankreichs sowie Interviews hinzu, die belegen, in welche Zeit hinein und aus welcher Situation heraus sich sein Denken realisiert.
Flasch, Kurt
Kampfplätze der Philosophie
Verlag: Klostermann, Vittorio
"Viele Menschen", schreibt Kurt Flasch, "darunter auch einige Philosophen, stellen sich Philosophie als ruhige Weisheit oberhalb aller Parteiungen vor. Die Philosophie, meinen sie, das seien die großen, gleichbleibenden Themen: Die Wahrheit und das gute Leben, Gott und Mensch, das Einzelne und das Allgemeine." Dieses Buch lädt zu einer anderen Betrachtung ein: Es geht nicht von Begriffen oder Systemen aus, sondern zeigt die Philosophie als eine Serie von Konflikten. Kurt Flasch analysiert die gut dokumentierten, großen Kontroversen im christlichen Mittelalter, die Auseinandersetzung Erasmus-Luther und die Streitfragen, die der friedliebende Leibniz mit John Locke und Pierre Bayle auszutragen hatte. Der Band schließt mit der Kritik Voltaires an Pascal.Das Buch verzichtet auf die Illusionen von Vollständigkeit oder zielgerichtetem Verlauf. Es beleuchtet durch diese neue Betrachtungsweise den Geschichtsraum zwischen Augustin und Voltaire. Es illustriert den alteuropäischen Begriff von Philosophie. Es berichtet von Wendepunkten, die über die weitere Entwicklung entschieden haben. Es handelt von Wahrheitskämpfen, die die kulturellen Konflikte ihrer Zeit auf den Begriff gebracht haben. Es beweist den agonalen Charakter der Philosophie.In einundzwanzig Kapiteln kommen zu Wort: Augustinus, Julian von Aeclanum, Karl der Große, Berengar von Tours, Gaunilo, Anselm von Canterbury, Abälard, Averroes, Al-Gazali, Albert der Große, Wilhelm von Ockham, Meister Eckhart, Nikolaus von Kues, Johannes Wenck, Erasmus, Luther, Francesco Patrizi, Leibniz, John Locke, Pierre Bayle, Pascal, Voltaire.
Steinthal, Hermann
Was ist Wahrheit?
Verlag: Attempto Verlag
Was ist Wahrheit? Eine schwere Frage, der sich Hermann Steinthal mit der gebotenen Leichtigkeit nähert. In 49 Spaziergängen, in denen er sich so angeregt mit den Lesern unterhält wie einst die großen Philosophen mit ihren Schülern, durchwandert er das Feld der Wahrheit auf immer neuen Wegen, stets kurzweilig und bei aller Gelehrsamkeit für jeden gut verständlich. Da ein geglücktes Leben nicht anders vorstellbar ist als ein an der Wahrheit orientiertes Leben, kann man die Leser nur dazu einladen, den Autor auf seinem Weg zu begleiten und ihm aufmerksam zuzuhören."Die 49 Kapitel belohnen die ... Lektüre mit manchem Erkenntnisgewinn ... Gefundene Wahrheit ist prägnant, d.h. treffend, und sie hat einen ganz eigenen Geschmack, der erfrischend sein kann. Der Verfasser muss jedenfalls viel erfahren und lange nachgedacht haben, um ein solches Buch zu schreiben." Neue Zürcher Zeitung
Balmer, Hans Peter
Philosophische Ästhetik
Verlag: A. Francke Verlag
»Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.« (Friedrich Schiller) Der freiheitliche Anspruch der neueren Ästhetik geht auf Denker wie Kant und Schiller, Nietzsche und Dewey zurück, deren entsprechendes Gedankengut in diesem Buch kurz vorgestellt, nachgezeichnet und im Diskurs verortet wird. Im Laufe der Geschichte tritt der ästhetische Weltbezug dabei als ausgeprägter Sinn für Erfahrung hervor – als Befähigung also, Erspürtes auszudrücken, Wahrgenommenes anschaulich zu machen, mitzuteilen und so Beteiligung, hier und da Identifikation zu ermöglichen. Auf dem Boden solcherart kultivierter Sinnlichkeit erwächst die ästhetische >Kunst<, den Austausch unter Menschen und indirekt Solidarität und Gerechtigkeit zu befördern. Ästhetik ist daher kein bloßes und abstraktes Fach der Philosophie, kein Synonym für (schönen) Schein und Unverbindlichkeit. Ganz im Gegenteil: Als Zentraldimension des Alltagslebens ist das Ästhetische grundlegend für die Erfahrung und Gestaltung von Wirklichkeit überhaupt.
Herausgeber : Höffe, Otfried
Aristoteles: Die Hauptwerke
Verlag: A. Francke Verlag
Aristoteles beginnt seine Metaphysik mit dem Satz, daß alle Menschen von Natur aus nach Wissen streben. Diese Wißbegier führt bei ihm zu einem geradezu enzyklopädischen Werk, das im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Philosophen maßgeblich beeinflußt hat, sondern ebenso Naturforscher und Theologen, Literatur- und Politikwissenschaftler, Juristen, Psychologen und Ökonomen. Das Aristoteles-Lesebuch schließt eine Lücke auf dem deutschen Markt: Es bietet eine sorgfältige Auswahl der zentralen Texte des Aristoteles, die aus den fundiertesten deutschen Übersetzungen der entsprechenden Schriften zusammengestellt wurden. Dadurch erschließt sich dem Leser das umfassende Werk eines des wichtigsten Philosophen der Weltgeschichte. Durch Berücksichtigung auch der kleineren Schriften werden die von Aristoteles behandelten Themen, die von der Logik, von Biologie über Physik, Metaphysik bis hin zur Ethik und Politik reichen, sowohl in ihrem Zusammenhang als auch in ihrer jeweiligen Eigenständigkeit deutlich.
Zenon Tsikrikas
Jenseits von Phänomenologie und Dialektik
Verlag: V&R unipress
M. Heidegger fragt nach der Wahrheit des Seins. Das Sein ist schon und nur in dieser Frage und gefragten Wahrheit, aus der als das Abwesende, Entzogene und Gefragte ankommt und ist. Es handelt sich um eine echte Frage ohne wesensontologische Antwort, das heißt um eine epekeina tes ousias außerontologische nicht mehr Parmenideische Frage an das Sein. Die Wahrheit des Seins ist nicht seine Bewährung, sie kommt nicht aus dem Sein, sondern, wie die Quelle inmitten des Flusses und des Meers entspringt, aus der da-seienden Frage, aus dem vorontologischen Unter-Schied des Seins, aus dem Nichts, dem Tod, der Verborgenheit, dem Ge-birg, der Unwahrheit, dem Fehl, dem Traum und der Nacht. So ist nicht der Gott das Heilige, sondern das Heilige ist Gott; die Richtung des Satzes kehrt sich um, ihr Weg läuft vom Prädikat her zum Subjekt.
Herausgeber : Reitemeyer, Ursula; Shibata, Takayuki; Tomasoni, Francesco
Feuerbach und der Judaismus
Verlag: Waxmann
Unter dem Titel Feuerbach und der Judaismus wird mit dieser Publikation ein neues Kapitel in der Feuerbachforschung aufgeschlagen, da erstmalig Feuerbachs Stellung zum Judaismus, aber auch sein Einfluß auf die deutsch-jüdische Philosophie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts untersucht wird. Zwar gibt es zahlreiche Schriften, die sich mit Feuerbachs berühmter These auseinandersetzen, daß der Mensch Gott erschaffen habe, doch wird die darin enthaltene Kritik des Kreationismus und Monotheismus in der Regel nur auf das Christentum bezogen.In diesem vierten Band der Reihe "Internationale Feuerbachforschung" untersuchen namhafte Wissenschaftler aus Europa, Japan und den USA die in Feuerbachs Kritik des Christentums eingelagerte Kritik des Judaismus und schließen damit eine große Forschungslücke. Die Beiträge stehen unter folgenden Schwerpunkten: I. Feuerbach und der Judaismus, II. Junghegelianismus und Judentum, III. Feuerbach im Spiegel der jüdischen Lektüre, IV. Feuerbach und der Vorwurf des Antisemitismus und V. Feuerbach und das Problem des Atheismus.
Dietrich, Frank
Sezession und Demokratie
Verlag: De Gruyter
Das Phänomen des Separatismus hat sich, wie der Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens zeigt, zu einem wichtigen Faktor der internationalen Politik entwickelt. Das Buch geht der Frage nach, ob sich Sezessionen von Staaten, die demokratisch verfasst sind, rechtfertigen lassen. Ausgehend von einer kritischen Analyse der aktuellen philosophischen und völkerrechtlichen Diskussion wird eine eigene Legitimationstheorie entwickelt. Unter Berufung auf die grundlegenden Werte moderner Demokratien argumentiert der Autor für die Anerkennung eines Sezessionsrechts.
Gerda Lier
Das Unsterblichkeitsproblem
Verlag: V&R unipress
Fünf zentrale Annahmen werden immer wieder angeführt, um die Unsterblichkeit zu negieren: Es gebe nur die physische Welt; keine Hinweise für andere Wirklichkeitsbereiche oder Dimensionen seien vorhanden. Die Lebewesen seien ohne Absicht ausschließlich durch rein mechanistisch-materialistische Prozesse entstanden. Es gebe keine rationalen Argumente für die Existenz einer transzendenten Wirklichkeit. Das Bewusstsein sei ein Produkt der Komplexität des Nervensystems; es gebe keine Belege für die Transmissionshypothese, nach der das Hirn wie ein Transmitter für ein eigenständiges Bewusstsein wirkt. Schließlich sei in der Aufklärung gezeigt worden, dass die Vorstellung einer unsterblichen Seele irrational sei. Die Autorin prüft, inwieweit diese Annahmen gesichert sind. Sie zeigt im Detail, dass es gute Belege – wenn auch keine zwingenden Beweise – für die Unabhängigkeit und die Trennbarkeit des Bewusstseins vom physischen Körper, die postmortale Kontinuität des Bewusstseins und die Unsterblichkeitshypothese gibt. Die Arbeit kombiniert existenz- und naturphilosophische Fragestellungen mit mathematischen, physikalischen, biologischen und neurowissenschaftlichen Perspektiven und bietet so einen umfassenden Blick auf das Problem der Unsterblichkeit.
Dorschel, Andreas
Ideengeschichte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wie kommt es zu neuen Ideen und weshalb wandeln sich alte Ideen? Wie und warum ändern sich Ideen? Wie werden sie verbreitet? Und was geschieht mit verfolgten Ideen? Ideengeschichte rückt den Anspruch des Denkens auf zeitlose Wahrheit in eine historische Perspektive. Dieses Werk behandelt Entstehung, Veränderung und Verbreitungsweise von Ideen in einem knappen Überblick von der Antike bis in die Moderne. Ein philosophischer Spaziergang von Sokrates bis Kant und Fichte.
Diels, Hermann
Herausgeber : Saltzwedel, Joahnnes
Griechische Philosophie
Verlag: Steiner, Franz
Mit seinen Forschungen zur frühgriechischen Philosophie hat Hermann Diels (1848–1922) Epoche gemacht; seine "Fragmente der Vorsokratiker" (1903, 6. Auflage 1951) sind weiterhin das Standardwerk zum Thema. Nie jedoch hat der Gelehrte ein Panorama seines unerreichten Wissens veröffentlicht. Erstmals wird nun eine Mitschrift jener Vorlesung zugänglich, in der Diels seine Sicht des hellenischen Denkens darstellte. Das Skript aus dem Wintersemester 1897/98 dokumentiert vorzüglich Sprachkraft und Pädagogik des großen Gräzisten; es stammt von einem Ausnahme-Studenten, dem späteren Münchner Ägyptologen Friedrich Wilhelm von Bissing (1873–1956). Im historischen Gang von früher Spruchweisheit bis zur Natur- und Staatslehre Platons und der begrifflichen Präzisionsarbeit des Aristoteles hebt Diels besonders das Fortwirken großer Denkmuster hervor. Zentrale Gestalten wie Anaximander, Heraklit, Parmenides oder Demokrit sind prägnant und farbig gezeichnet. So bietet der Text über seinen fachhistorischen Wert hinaus ein fesselndes Bild der Ursprünge theoretischen Bewußtseins in Europa.
Herausgeber : Rateau, Paul
L’idée de théodicée de Leibniz à Kant: héritage, transformations, critiques
Verlag: Steiner, Franz
L’objet de ces contributions est d’étudier le devenir de la théodicée après Leibniz, dans la tradition allemande jusqu’à Kant. La théodicée dont Kant hérite et qu’il critique pourrait n’avoir de leibnizien que le nom et renvoyer, avant tout, à un genre philosophique, comprenant des doctrines très différentes. La référence, courante au XVIIIe siècle, sous le terme général d’«optimisme» ou de «système de l’optimisme», aux thèses de Leibniz et d’Alexander Pope, traduirait une extension et une transformation de la notion de théodicée, dont il s’agit de montrer les étapes et de mesurer les conséquences. Les textes sont rassemblés sous trois grands chapitres. Il s’agit tout d’abord de rendre compte de la nature et de la portée du projet de théodicée, tel qu’il fut conçu par Leibniz, ensuite de montrer la manière dont la question de la théodicée a été reprise et traitée dans le contexte de la controverse sur l’«optimisme», enfin d’apprécier l’évolution de la pensée kantienne de la période précritique au constat de l’échec de tout essai de théodicée «dogmatique». Figure en appendice une étude sur l’usage de la notion de théodicée par Hegel.
Irrgang, Bernhard
Der Leib des Menschen
Verlag: Steiner, Franz
Das Thema Leib ist längst nicht mehr nur auf die traditionelle phänomenologische Forschung beschränkt. Das leibliche Sein betrifft vielmehr die Situation des Menschen an sich. Die Anthropologie des 20. Jh. bedarf angesichts der Ergebnisse der Ethologie, der Genomforschung und der Neurowissenschaften einer Revision. Die hier formulierte Version einer empirisch orientierten transklassischen Phänomenologie thematisiert den menschlichen Leib philosophisch neu und begründet so eine leiborientierte Anthropologie für das 21. Jahrhundert. Kern dieser Anthropologie ist nicht eine biologische Definition, sondern das leibliche In-der-Welt-Sein des Menschen. Dieses leibliche Sein definiert sich durch die Fähigkeit, mit sich selbst, mit anderen und mit der Natur angemessen umgehen zu können.
Morgenstern, Martin
Metaphysik in der Moderne
Verlag: Steiner, Franz
Das Anliegen der Metaphysik, die Welt aus wenigen Grundprinzipien zu begreifen, ist seit Hume und Kant häufig als illusionär kritisiert worden. Dennoch hat die "totgesagte" Metaphysik immer wieder "Auferstehungen" erlebt. Auch in der Moderne werden die alten Fragen nach Welt, Mensch und Gott gestellt, doch geschieht dies vor einem veränderten wissenschaftlichen Hintergrund und auch häufig mit anderen Methoden. Insgesamt zeigt sich in der Moderne ein allmählicher Übergang von einer apriorischen zu einer hypothetischen, wissenschaftsorientierten Metaphysik. Die vorliegende Abhandlung thematisiert acht zentrale Strömungen der Metaphysik seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen dabei die philosophischen Weltbilder ihrer Hauptvertreter sowie ihre Standpunkte zum Leib-Seele-Problem und zum Problem der Willensfreiheit, aber auch ihre Stellungnahmen zu den Fragen nach Gott, Unsterblichkeit und dem Sinn des Lebens.
Schütrumpf, Eckart
Praxis und Lexis
Verlag: Steiner, Franz
Dieses Buch präsentiert eine Auswahl von 25 auf Deutsch bzw. Englisch verfassten Studien des Autors, der sich durch seinen vierbändigen Kommentar zu Aristoteles Politik (1992–2005) einen Namen gemacht hat. Die Bandbreite der abgedruckten Aufsätze reicht von einem Beitrag über ein Gedicht des frühen griechischen Lyrikers Simonides bis zur Erklärung der neuplatonischen Klassifizierung der Werke des Aristoteles. Der Themenschwerpunkt liegt bei den Gebieten antiker politischer Theorie und Rhetorik. Ausgewählt wurden Arbeiten, die zentral für die hier behandelten antiken Autoren sind, wie Gerechtigkeit in Platons Staat, Sklaverei in Aristoteles’ Politik und „tragische Schuld“ (hamartia) in seiner Poetik. This book presents a collection of 25 scholarly papers (14 in English, 11 in German) by the author who is best known for his commentary on Aristotle’s Politics. While the works included here range from an article on the Greek lyric poet Simonides to the neo-Platonic classification of Aristotle’s works, the focus is on the areas of ancient political theory and rhetoric. Selected for this volume are studies that are central to the authors represented in these fields, such as justice in Plato’s Republic, slavery in Aristotle’s Politics, or “tragic guilt” (hamartia) in his Poetics.
Herausgeber : Schulz, Reinhard; Bonanni, Giandomenico; Bormuth, Matthias
"Wahrheit ist, was uns verbindet"
Verlag: Wallstein
Karl Jaspers als Arzt, Psychiater, Philosoph und politischer Schriftsteller. Erstmals wird hier die Bedeutung der Kunst für Jaspers` philosophisches Werk hervorgehoben.Ursprünglich begleitete Karl Jaspers (1883-1969) als Arzt und Psychiater das Leiden und Hoffen seiner Patienten. Aus diesen frühen therapeutischen Erfahrungen entwickelte er seine späteren Motive als Philosoph und politischer Schriftsteller. Der im Zuge des Jaspers-Jahrs 2008 entstandene Band enthält 30 Beiträge, die das Lebenswerk des Philosophen würdigen.
Herausgeber : Lütterfelds, Wilhelm; Majetschak, Stefan; Raatzsch, Richard; Vossenkuhl, Wilhelm
Wittgenstein-Studien (2010)
Verlag: De Gruyter
Das Wittgenstein-Jahrbuch publiziert die Internationale Ludwig Wittgenstein Gesellschaft (ILWG) nunmehr unter dem Titel Wittgenstein-Studien. Es stellt ein jährlich erscheinendes Forum der internationalen Wittgenstein-Forschung dar. Es werden Artikel und Materialien zu Leben, Werk und Philosophie Ludwig Wittgensteins sowie seines philosophischen und kulturellen Umfeldes veröffentlicht. Das Referenzjahrbuch für die internationale Wittgenstein-Forschung Herausgeber ist die Internationale Ludwig Wittgenstein Gesellschaft
Herausgeber : Gentili, Carlo; Nielsen, Cathrin
Der Tod Gottes und die Wissenschaft
Verlag: De Gruyter
Mit seinem Wort vom „Tode Gottes" hat der Philosoph Friedrich Nietzsche eine ebenso problematische wie hochaktuelle Zukunftsdiagnose vorgelegt. Während sie im Zusammenhang der daraus entspringenden praktischen Problematik des Werteverlustes ausführlich diskutiert wurde, ist sie in Bezug auf den Status und das Selbstverständnis der theoretischen Wissenschaften unthematisiert geblieben. 17 Beiträge namhafter Forscher nähern sich dem Thema, indem sie den spezifischen Wissenstyp neuzeitlicher Wissenschaft und die theologische Leerstelle ausdrücklich aufeinander beziehen.
Herausgeber : Heidemann, Dietmar H.
Kant Yearbook 2010: Metaphysics
Verlag: De Gruyter
The Kant Yearbook is an international journal that publishes articles, historical or systematic, on the philosophy of Immanuel Kant. It is the Kant Yearbook's goal to intensify innovative research on Kant on the international scale. Articles are double-blind peer reviewed by an internationally renowned editorial board. Each issue is dedicated to a specific topic announced through a call for papers. The second issue's topic is "Metaphysics."
Ebbersmeyer, Sabrina
Homo agens
Verlag: De Gruyter
Die Autorin rekonstruiert die Entstehung und spezifische Struktur der frühhumanistischen Moralphilosophie. Die Humanisten haben durch einen neuen Denkstil die scholastische Philosophie überwunden. Sie haben nicht nur eine Antwort auf eine spezifische philosophische Problemlage entwickelt, sondern auch ethische Fragen und Probleme, die bis in die Neuzeit hinein relevant geblieben sind.
Herausgeber : Gerhardt, Volker; Nida-Rümelin, Julian
Evolution in Natur und Kultur
Verlag: de Gruyter
Kultur ist eine spezifisch menschliche Eigenschaft. Zwar finden sich Vorformen kultureller Praktiken und Techniken schon bei (nicht-menschlichen) Primaten und anderen Tieren. Doch erst durch evolutionäre Prozesse wurden diese Vorformen zu den Bedingungen menschlicher Kultur transformiert. Um die wechselseitige Abhängigkeit von biologisch-genetischer und kultureller Evolution zu erhellen, untersuchen die Autoren Techniken und Werkzeuggebrauch, aber auch die Mechanismen der Vermittlung und Weitergabe von Fähigkeiten mit dem Ziel, im Vergleich zu den anderen Tieren spezifische Eigenschaften und Leistungen der menschlichen Tiere zu bestimmen.
Herausgeber : Krueger, James; Bruxvoort Lipscomb, Benjamin J.
Kant’s Moral Metaphysics
Verlag: de Gruyter
Recent interpreters of Kant´s moral philosophy and contemporary advocates of neo-Kantian moral theories generally minimize the importance of Kant´s metaphysical beliefs. This volume re-evaluates these minimizing approaches, exploring Kantian positions on such topics as sin, the relation between God and ethics, the metaphysics of human freedom and the possibility of knowledge of God. This volume is the first to examine all of these topics within the context of Kant´s ethical writings. New approach to Kant's moral philosophy International renowned authorship.
Bornedal, Peter
The Surface and the Abyss
Verlag: de Gruyter
Peter Bornedal provides an interpretation of Nietzsche´s philosophy as a whole in the context of 19th century philosophy of mind and cognition. The study explains Nietzsche´s notion of truth; his epistemology; his notions of the split and fragmented subject, of master, slave, and priest; furthermore, it offers a new interpretation of the enigmatic "eternal recurrence". It also suggests how important aspects of Nietzsche´s thinking can be read as a sophisticated critique of ideology.
Pfordten, Dietmar von der
Normative Ethik
Verlag: de Gruyter
Die normative Ethik dient der Kritik und Rechtfertigung der Moral, des Rechts und anderer primärer Normordnungen. In diesem Buch wird eine auf den Individuen basierende normative Ethik entfaltet, die einen neuen, dritten Weg jenseits der bisher vorherrschenden Strömungen des Kantianismus und des Utilitarismus einschlägt. Diese Ethik ermöglicht Antworten auf verschiedene konkrete ethische Fragen, etwa nach dem Bestehen von Pflichten gegen sich selbst, nach der Zulässigkeit paternalistischen Entscheidens für andere, nach überpflichtgemäßem Handeln sowie nach Lösungen für ausgewählte Probleme der Medizinethik. Pluspunkte: Entwicklung einer eigenen normativen ethischen Theorie Aktueller überblick zum Thema Gut nachvollziehbar geschrieben Auch zur Orientierung bei konkreten moralischen Problemen geeignet Auch für Ärzte, Juristen, Ökonomen.
Lenz, Martin
Lockes Sprachkonzeption
Verlag: de Gruyter
Was legt die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke fest: die mentalen Zustände der Sprachbenutzer oder Faktoren außerhalb der Sprecher? Locke scheint von der simplen These auszugehen, dass Wörter primär die Ideen im Geiste des Sprechers bezeichnen, und sich damit auf einen unhaltbaren Mentalismus zu verpflichten. Der Autor tritt diesem verbreiteten Bild mit einer historisch und systematisch umfassenden Auseinandersetzung entgegen, die Lockes Konzeption als sozialen Externalismus ausweist, gemäß dem die Sprachgemeinschaft entscheidender Faktor für die Fixierung von Bedeutung ist.
Herausgeber : Stolzenberg, Jürgen; Ulrichs, Lars-Thade
Bildung als Kunst
Verlag: de Gruyter
Der Band Bildung als Kunst beleuchtet die Bildungskonzepte Fichtes, Schillers, Humboldts und Nietzsches. Zum einen arbeiten die Autoren an ihnen das theoretische Profil der ästhetischen Bildung im 18. und 19. Jahrhundert heraus. Zum anderen widmen sich die Beiträge dem Ziel der Selbstaufklärung der Vernunft in der interdisziplinär aufgesetzten Bildungstheorie am Schnittpunkt von Pädagogik, Philosophie und Kunst. Zudem eröffnet die Beschäftigung mit dem Konzept der ästhetischen Bildung neue Perspektiven auf die Bildungsdebatte der Gegenwart.
Herausgeber : Tolksdorf, Stefan; Tetens, Holm
In Sprachspiele verstrickt - oder: Wie man der Fliege den Ausweg zeigt
Verlag: de Gruyter
Der durch die Spätphilosophie Wittgensteins geprägte Begriff des Sprachspiels macht auf die Verwobenheit von Wissen und Können aufmerksam. Menschliche Handlungsvollzüge sind durch ihre Verstrickung in Sprachspiele gekennzeichnet, sie erhalten durch das Zusammenspiel von sprachlichen und nicht-sprachlichen Tätigkeiten ihren genuinen Sinnhorizont. Der vorliegende Band widmet sich den Arbeiten Hans Julius Schneiders, in denen sich das Zusammenwirken von Wissen und Können in unterschiedlichen Bereichen als ein zentraler Fluchtpunkt wiederfindet. Untersucht werden neben den sprachphilosophischen Wurzeln des Sprachspielbegriffs insbesondere mentale und religiöse Sprachspiele.
Erasmus von Rotterdam
Herausgeber : Einleitung von Bergdolt, Klaus; Übersetzt aus dem Latein von Bergdolt, Klaus; Bergdolt, Klaus
Encomium Artis Medicae /Lob der Heilkunst
Verlag: Manutius
»Was für Umwälzungen der Situation bewirkt nur das verdorbene Gehirn eines einzigen kleinen Menschen! Vergeblich werden die Mitglieder seiner Beraterstäbe rufen: Du rasest, Herrscher, komm wieder zu dir. Es sei denn ein Arzt gibt ihm, ohne daß er es will oder merkt, dank seiner Kunst den Verstand zurück. Wäre Caligula ein treuer Arzt zur Seite gestanden, hätte er nicht die Wahnsinnstat begangen, zur Vernichtung des Menschengeschlechtes Behälter mit Dolchen und Giften anzulegen. Und zweifellos ist es deshalb bei allen Völkern der Erde allgemein Brauch geworden, daß ein Herrscher nirgends ohne Leibärzte auftritt.«
Das Lob der Heilkunst des Erasmus von Rotterdam( 1465/69?-1536) stellte unter den Schriften der zeitgenössischen Humanisten, aber auch in seinem Oeuvre thematisch gesehen eine Ausnahme dar. Der vorliegende Band bietet neben einer neuen Übersetzung eine sachkundige und einfühlsame Einführung in den Text und die Zeit von Klaus Bergdolt.