Literaturwissenschaft (272 Titel)
Schürings, Ute
Metaphern der Großstadt
Verlag: Waxmann
Wer die Berlin-Beschreibungen niederländischer und flämischer Künstler des frühen 20. Jahrhunderts liest, gewinnt den Eindruck, ihre Autoren hätten nicht ein und dieselbe, sondern völlig verschiedene Städte bereist. Die einen schwärmen von einer fortschrittlichen Weltmetropole und Hauptstadt der Avantgarde, andere hingegen nehmen Berlin als Zentrum eines immer noch allgegenwärtigen Militarismus wahr, dritte prangern den Verfall der Sitten an. Die vorliegende Studie greift diesen scheinbaren Widerspruch auf und untersucht exemplarisch vier Prosatexte der Autoren Herman Heijermans, J. van Oudshoorn, Hendrik Marsman und Paul van Ostaijen. Wie stellen sie die Stadt dar? Welche Metaphern verwenden sie? Und wie lassen sich die Texte in der Tradition der europäischen Großstadtdarstellung verorten? Eng am Text arbeitend, nuanciert die Untersuchung anhand zahlreicher Zitate, Kommentare und Hintergrundinformationen nicht nur die bisherige literaturhistorische Einordnung der einzelnen Autoren, sondern setzt sich darüber hinaus kritisch mit der in der niederländischen Philologie verbreiteten These eines verspäteten Aufgreifens des Modernismus auseinander.
Breulmann, Julia
Erzählstruktur und Hofkultur
Verlag: Waxmann
Die Erzählung vom Löwenritter Iwein und seiner Liebe zur Brunnenherrin Laudine ist ein zentraler Stoff der europäischen Literatur des Mittelalters, der mit der Ausbreitung der höfischen Kultur quer durch Europa Verbreitung findet. Bis zum 14. Jahrhundert wird er in sechs Sprachen und Kulturkontexte adaptiert. Julia Breulmann nimmt alle diese Fassungen erstmalig in einer umfangreichenStudie in den Blick. Die komparatistisch, kulturwissenschaftlich und durch den Fokus auf weiblichen Aktionspotentialen und männlich-weiblicher Interaktion gendertheoretisch ansetzende Untersuchung will dabei mindestens zweierlei sein: Beitrag zur Stoffgeschichte und zur Kulturgeschichte.Die erzählstrukturelle Substanz des Iweinstoffs als Feenerzählung begreifend, formuliert sie Hypothesen zur Stoffgenese und sucht die strukturelle Verankerung der Frauenfiguren im Handlungsverlauf sowie deren zentrale Bedeutung für das Geschehen herauszustellen. Kulturhistorisch relevant wird der Stoff als Träger vielschichtigen höfischen Gedankenguts, das sich insbesondere in den Verhaltensweisen der Figuren ausdrückt. Diejenigen Dichter, welche die Materie importieren, begreifen das darin liegende Potenzial, exemplarisch und unterhaltsam Aspekte der höfischen Kultur vorzuführen, und nutzen es im Abgleich mit den eigenen ethischen Prinzipien, Verhaltenscodices, Rechtsvorstellungen etc. Trotz eines kaum veränderten Erzählverlaufs ist dabei die diskursive Festschreibung der Geschlechterrollen sowie der weiblichen Handlungsspielräume auffällig variabel. Vor dem Hintergrund einer konsequent ausführlich dargestellten Forschungslage schafft die Autorin eine detailreiche Studie, die auch den Anspruch hat, als Kompendium und Einstiegslektüre in eine Vielzahl von Fragen zum Iweinstoff zu dienen.
Kottmann, Carsten
Das buch der ewangelii und epistel
Verlag: Waxmann
Innerhalb der deutschen Bibelübersetzung des Mittelalters wurden die deutschen Perikopenhandschriften bisher zu wenig in den Blick genommen. Diese Arbeit versucht, die südwestdeutsche Überlieferung des 14. und 15. Jahrhunderts zu ordnen bzw. Kriterien für deren Ordnung zu erarbeiten. Dabei werden exemplarisch drei verschiedene Typen von Perikopenbüchern verglichen, die aus einem Gesamtcorpus von ca. 60 Handschriften ausgewählt wurden. Anhand dieser drei Typen werden Grundcharakteristika der Überlieferung dieser Textsorte deutlich. Die Handschriften werden dabei auch ausführlich in ihren kodikologischen, geographischen, soziologischen, liturgiegeschichtlichen und gebrauchsfunktionalen Kontext eingeordnet.
Schoppe, Amalia
Herausgeber : Thomsen, Hargen
Amalia Schoppe " ...das wunderbarste Wesen, so ich je sah"
Verlag: Aisthesis
Der Name Amalia Schoppe (1791–1858) ist in der Literaturgeschichte bestenfalls noch im Zusammenhang mit Friedrich Hebbel bekannt, dem sie am Beginn seiner Laufbahn entscheidende Starthilfe gab. Tatsächlich war sie eine der beliebtesten Schriftstellerinnen des Biedermeier, verfaßte Romane, Erzählungen, Kinder- und Jugendschriften, Gedichte, Dramen und Sachbücher, gab zwei Zeitschriften heraus und arbeitete an dutzenden der meistgelesenen Journale, Taschenbücher und Anthologien mit. In ihrer Jugend gehörte sie zum romantischen Freundeskreis um Justinus Kerner und Karl August Varnhagen von Ense. Ihre ersten Gedichte erschienen in den von Kerner und Uhland herausgegebenen Almanachen von 1812 und 1813. Varnhagens Schwester Rosa Maria Assing war über drei Jahrzehnte ihre beste Freundin, eine Freundschaft, die sich nach ihrem Tod auf deren Töchter Ottilie und Ludmilla Assing übertrug. 1813 floh sie aus Hamburg vor den französischen Besatzern auf ihre Heimatinsel Fehmarn. Dort heiratete sie den Vater ihres unehelich geborenen Sohnes, den sie nach der Geburt zweier weiterer Söhne wieder verließ, um sich seit 1820 eine selbständige Karriere als Schriftstellerin aufzubauen. Die folgenden 30 Jahre lebte sie in Hamburg, nur unterbrochen durch einen längeren Aufenthalt in Jena, wo sie bei der Witwe von Goethes „Urfreund“ Knebel lebte und mit Schillers Schwägerin Karoline von Wolzogen befreundet war. In der Revolution von 1848/49 war sie leidenschaftlich für die demokratische Bewegung engagiert. 1851, mit fast sechzig Jahren, wanderte sie nach Amerika aus und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Schenectady, N. Y.
Diese Edition präsentiert zum erstenmal eine umfassende Auswahl ihrer Briefe, die lückenlos den Zeitraum von 1810 bis 1853 abdecken, ergänzt um eine autobiographische Darstellung ihrer Kindheit und Jugend und journalistische Texte aus dreißig Jahren. Auf diese Weise entsteht das Portrait einer Schriftstellerin, alleinerziehenden Mutter, kritischen Zeitgenossin und unabhängigen Frau, wie es das in dieser Vollständigkeit aus der Epoche des Biedermeier noch nicht gibt. Sie zeigen eine Entwicklung vom romantischen Überschwang des 18jährigen Mädchens bis zur realistischen, spöttischen Abgeklärtheit der 60jährigen Emigrantin. Das inhaltliche Spektrum umfaßt den Geschäftsverkehr mit Verlegern ebenso wie die Katastrophen einer unglücklichen Ehe und gestattet tiefe Einblicke in eine weibliche Existenz, die ständig zwischen Auflehnung und Anpassung, zwischen Selbstbewußtsein und Minderwertigkeitsgefühlen hin und her schwankt. Die Briefe sind lebendig und spontan geschrieben und berichten mit leidenschaftlicher Anteilnahme und unbestechlicher Beobachtungsgabe von Kriegen, Aufständen, Revolutionen, Unglücksfällen, Feuersbrünsten, literarischen Fehden, verlorenen Söhnen, Intrigen, Wahnsinn, Ehebruch, okkulten Seancen und der Hitze in New York ebenso wie von ländlichen Idyllen, Kinderspielen, exzentrischen Leihbibliothekaren, hamburger Fischweibern, Spätheimkehrern aus russischer Kriegsgefangenschaft und Unterhaltungen auf Auswandererschiffen – um nur einige der Themen zu nennen.
Herausgeber : Roessler, Kurt; Schütze, Peter; Beiträge von Drux, Rudolf; Beiträge von Ferentschik, Klaus; Beiträge von Gadek, Gerd; Beiträge von Hiller von Gaertringen, Julia; Beiträge von Hucke, Klaus H; Beiträge von Schaffrick, Matthias; Broer, Werner; Kopp, Detlev; Vogt, Michael
Grabbe-Jahrbuch / Kein schöner Ding ist auf der Welt, Als seine Feinde zu beißen
Verlag: Aisthesis
Heske, Henning
Fausts Phiole
Verlag: Bernstein-Verlag
Im Anschluss an seine ‚Aufsätze zur Literatur’ in dem Band »Goethe und Grünbein« versammelt Henning Heske auch in »Fausts Phiole« ein buntes Essay-Potpourri, hier über ‚Poesie und Wissenschaft’.Aus heiterer Nähe und, wo nötig, intelligenter Distanz legt er das Poetische der Wissenschaft frei und analysiert in feinsinnigen Rezensionen die Wirkmacht von klassischer und moderner Poesie. Heskes Phiole ist mit allerlei ‚Ingredienzien’ reich gefüllt: Die Poeten Goethe, Schiller, Heine, aber auch Bachmann und Beyer sind darin ebenso zu finden, wie große Vertreter der Wissenschaft: Niels Henrik Abel und Sophus Lie. Das Spektrum der Wirkstoffe wird erweitert durch Betrachtungen zur Prosa von Antal Szerb und Henning Mankell.
Scholz, Ingeborg
Herausgeber : Illustriert von Kiecker, Jürgen
Franz Kafka
Verlag: Bernstein-Verlag
Kafka hat eine besondere Vorliebe für »die kleine Prosa«; das geht aus gewissen Äußerungen hervor, in denen er sich über die längeren Erzählzusammenhänge seiner erst posthum veröffentlichten Romane bzw. Romanfragmente skeptisch geäußert und sie sogar als künstlerisch misslungen bezeichnet hat.Wenn auch Forschung und Leserwelt sich diesem strengen Urteil keineswegs anschließen können, so ist dennoch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es die kleinen epischen Formen sind, in denen sich seine spezifische Darstellungsweise am deutlichsten entfaltet [...].Die Kurztexte und Skizzen sind Meisterwerke sprachlicher Präzision und einer überscharfen Beobachtung des Details, die in den meisten Fällen bei Einsparung jeglichen Kommentars nur wenige hieroglyphische Zeichen zulassen. Zugleich sind sie Spiegelungen jener durchgängigen Thematik in Kafkas Werk: der Konfrontation des Einzelnen mit der Welt, die als Gegenwelt empfunden und erlitten wird. Hier findet sich die radikale Enthüllung von Kafkas Sicht der conditio humana: ihre Ungeborgenheit in der Welt und ihr Ausgeliefertsein an unkontrollierbare Mächte. Nichts drückt dies deutlicher aus als der Schlusssatz seiner Erzählung »Ein Landarzt«: »Einmal dem Fehlläuten der Nachtglocke gefolgt, – es ist niemals gutzumachen«. [Aus der Vorbemerkung der Autorin]
Herausgeber : Remmel, Andreas; Remmel, Paul
Goethe-Blätter. Schriftenreihe der Goethe-Gesellschaft Siegburg e.V. / Goethe-Blätter
Verlag: Bernstein-Verlag
Karsten Hein:Ottilie von Goethe - Einsichten in das Haus am Frauenplan //Heike Spies:Großherzogin Luise von Sachsen-Weimar-Eisenach. Regentin zwischen Anspruch und Aufbruch //Peter Anton von Arnim:Bettine und Goethe //Martin Bollacher:Spinoza in der Laube zu Bensberg: Goethe, die Gebrüder Jacobi und die deutsche Spinoza-Renaissance //Wolfgang Butzlaff:Der französische und der italienische Faust in Opern von Berlioz, Gounod und Boito //Claus Günzler:Goethe und die Pädagogen - Vom Bildungsbegriff zum Schulprofil //Andreas Hillert:Ein Goethe-Historien- und Erinnerungsbild aus seinem Weimarer Freundeskreis - [wohl von Carl August Schwerdgeburth] //Katharina Mommsen:Texte und Kontexte: Wie "Die Entstehung von Goethes Werken" entstand und entsteht //Wolfgang Butzlaff:Zwei Bücher über den alten Goethe: Martin Walser / Sigrid Damm (Doppelrezension) //Marie-Claire Albert:Erinnerung (Letztes Blatt)
Herausgeber : Chmura, Nadine; Beiträge von Christen, Felix; Beiträge von Porto, Petra; Beiträge von Süselbeck, Jan; Beiträge von Frank, Sybille; Beiträge von Uschmann, Oliver
Kafka. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft e.V.
Verlag: Bernstein-Verlag
Die Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft reiht sich unter dem Namen KAFKA ein in die Veröffentlichungen, die sich dem Leben und Werk des großen Pragers deutscher Zunge widmen. Sie bildet eine neue und in dieser streng fokussierten Ausrichtung bisher einmalige Plattform für die wissenschaftliche Kafka-Forschung und bietet damit Raum für eine aktuelle und gegenwartsorientierte Auseinandersetzung mit dem Literarten und seinem OEvre.
Herausgeber : Chmura, Nadine A; Mitglied des Herausgebergremiums: Schönborn, Adela; Beiträge von Degner, Uta; Beiträge von Garstenauer, Werner; Beiträge von Greschonig, Steffen; Beiträge von Halfmann, Roman; Beiträge von Karakassi, Katerina; Beiträge von Kaul, Susanne; Beiträge von Kleinschmidt, Christoph; Beiträge von Klentak-Zablocka, Malgorzata; Beiträge von Könemann, Sophia; Beiträge von Martinez Salazar, Elisa; Beiträge von Poppe, Sandra; Beiträge von Rassiller, Markus; Beiträge von Seiler, Sascha; Beiträge von Webber, Andrew; Beiträge von Weyer, Anselm
Kafka. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft e.V.
Verlag: Bernstein-Verlag
Die Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft reiht sich unter dem Namen KAFKA ein in die Veröffentlichungen, die sich dem Leben und Werk des großen Pragers deutscher Zunge widmen. Sie bildet eine neue und in dieser streng fokussierten Ausrichtung bisher einmalige Plattform für die wissenschaftliche Kafka-Forschung und bietet damit Raum für eine aktuelle und gegenwartsorientierte Auseinandersetzung mit dem Literarten und seinem OEvre.
Rothemann, Sabine
Kleine Mutter mit Krallen - Franz Kafka und das alte Prag
Verlag: Bernstein-Verlag
Die Prosastücke der Sammlung ›Betrachtung‹ machen das Leben und die Atmosphäre in den alten Gassen Prags mit ihren »dunkleln Winkel(n), geheimnisvollen Gänge(n), blinden Fenster(n), schmutzigen Höfe(n) …« – wie Kafka gegenüber Gustav Janouch äußert – wieder lebendig.Unter theoretischem Blickwinkel geht es um Raum und Räumlichkeit, die die fiktionalen Texte, jenseits ihres eigenen fiktionalen Raumes, den sie beanspruchen, zuallererst realiter gewissermaßen entwerfen.Dieser Entwurf vollzieht sich in der Bewegung von Innen nach Außen wie ebenso umgekehrt, des plötzlichen Aufbrechens in die Außenwelt, vom geschlossenen Zimmer weg, der Bewegung des Gehens in den Prager Gassen und schließlich wie der des Betrachtens dieser Welt aus den Innenräumen heraus. So entsteht eine Verbindung zwischen den Erzählungen und dem topografischen Phänomen Altstadt Prag. Die vorgeführten Schreibbewegungen in den Texten des Beteiligtseins und des Unbeteiligtbleibens sind auch ein Spiegel von Franz Kafkas hochkomplexer Annäherung an seine kulturelle Tradition wie gleichermaßen seines Befremdens gegenüber dieser Tradition.
Butzlaff, Wolfgang
Herausgeber : Vorwort von Spies, Heike
Musensohn oder Rattenfänger
Verlag: Bernstein-Verlag
Im Oktober 2009 erscheint das neue Buch von Wolfgang Butzlaff, das sich unter dem Titel »Musensohn oder Rattenfänger« auf vier Ebenen der Goethe-Rezeption widmet.
Der Band versammelt verschiedene Arbeiten des Autors, der über lange Jahre nicht nur die Geschicke der Kieler Goethe-Gesellschaft leitete, sondern als promovierter Germanist und Romanist auch einem Gymnasium der Hansestadt vorstand.
Die Vermittlung von Literatur verbindet in den Butzlaffschen ›Goetheana‹ auf erfreuliche, weil leserfreundliche Weise fachliche mit didaktischer Könnerschaft. Hier wird der »Lehrer« im besten aller Wortsinne tätig und öffnet dem Leser die Augen für die verschiedensten Aspekte Goethescher Werke. Dass der Autor ein echter Kulturmensch ist, zeigt auch die genre-übergreifende Bandbreite der behandelten Stoffe: In wissenschaftlichen Aufsätzen, die dennoch mit Vergnügen zu lesen sind, behandelt Wolfgang Butzlaff verschiedene Werke und Themen des Weimarer Dichters. Eine weitere Leidenschaft des Autors ist die Literaturkritik, also die Rezension von einschlägiger Sekundär-Literatur zu Goethe. Dabei stellt er sich erfolgreich der Schwierigkeit, als passionierter Autor, also ein Mensch, der selber schreibt, die Elaborate anderer gleichsam als »Gesetzgeber und Richter« kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Eben jene Arbeit des Kritikers leistet Butzlaff auch dort, wo es nicht um das geschriebene Wort, sondern andere Kunstformen geht, die das Goethesche Werk ver- und bearbeitet haben: Schauspiel, Oper, Ballett. Eine historisch interessante und ebenso amüsante Erweiterung erfährt das Potpourri der hier versammelten Texte durch vier persönliche Berichte über Tagungen der Goethe-Gesellschaft Weimar, u.a. aus den Jahren 1972, 1973, 1982. Hier wird, oft auch auf heitere Weise, die Geschichte der Weimarer Goethe-Gesellschaft noch einmal lebendig und Wolfgang Butzlaff das nur zu gerne zur Hand genommene ›Fernglas‹ in die Vergangenheit. Viele große Namen werden hier lebendig, die jüngere Goethe-Freunde nur aus den Jahrbüchern der Gesellschaft oder honorigen Portrait-Sammlungen kennen …
Der Band erscheint zur Buchmesse 2009 und wird u.a. in einer festlichen Feierstunde in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek aus Anlass des Geburtstages von Wolfgang Butzlaff präsentiert.
Gröne, Maximilian; Reiser, Frank
Französische Literaturwissenschaft
Verlag: Gunter Narr Verlag
Der Band Bachelor-Wissen Französische Literaturwissenschaft richtet sich als leserfreundliche Einführung speziell an die Studierenden und Lehrenden in den literaturwissenschaftlichen Modulen der neuen frankreichzentrierten Bachelor-Studiengänge. Die anschauliche Aufbereitung des fachlichen Grundwissens wird dabei von anwendungsorientierten Übungseinheiten gerahmt, die eine eigenständige Umsetzung des Erlernten ermöglichen und einen nachhaltigen Kompetenzerwerb unterstützen. Neben traditionellen Lerninhalten wird nicht zuletzt die besondere Rolle der neuen Medien berücksichtigt. Darüber hinaus werden im Rahmen des umfassenden Einführungskonzepts die Grundzüge der Reformstudiengänge vorgestellt und Hinweise zur beruflichen Orientierung gegeben. Unter www.bachelor-wissen.de steht eine zusätzliche Plattform für vertiefende Informationen zu den einzelnen Lektionen des Bandes bereit.
Pöge-Alder, Kathrin
Märchenforschung
Verlag: Gunter Narr Verlag
Märchen, traditionelle Märchen oder 'Volksmärchen' erfreuen sich schon immer großer Beliebtheit. Sie werden gehört, verfilmt, gelesen, interpretiert. Man findet sie in der Werbung, im Comic, im Film, in Fantasy- und Trivialliteratur und in der Satire. Dieses Studienbuch möchte dazu anleiten, sich näher mit Märchen zu beschäftigen. Märchen sind ein Teil der populären Literatur mit Sagen, Mythen, Legenden, Schwänken, Witzen und Rätseln. Märchenforschung ist damit ein Teil der Erzählforschung. Die ersten Fragen der Märchenforschung befassen sich bereits seit den Brüdern Grimm mit der Herkunft des internationalen Märchenschatzes. Warum gibt es so viele gleiche Märchen überall auf der Welt, bei allen Völkern? Die Antworten ermöglichen einen Einblick in die Wissenschaftspraxis und inspirieren zu eigenem Arbeiten. Erzählerpersönlichkeiten bereichern dabei die Überlieferung, denn ihr Erzählen in Vergangenheit und Gegenwart erhält unsere innere Bilderwelt. Zahlreiche Disziplinen beschäftigen sich seither mit diesen Bildern: Struktur- und Stilanalyse, Psychologie, Theologie und Pädagogik. Vorliegendes Studienbuch bündelt die wichtigsten Forschungsgebiete und Erkenntnisse und bietet so nicht nur eine übersichtliche Einführung in den internationalen Märchenschatz und die spannendsten Forschungsgebiete, sondern erlaubt gleichermaßen einen Blick in das menschliche Denken und Suchen.
Herausgeber : Müller-Funk, Wolfgang ; Tuczay, Christa Agnes
Faszination des Okkulten
Verlag: A. Francke Verlag
Schatten, Schimären, Unsichtbares, in dunklen Ecken Verborgenes oder am Rande des Gesichtsfeldes, nichts Greifbares, doch zuweilen laut polternd zerstörerisch eiskalte Gegenwart ein kalter Hauch der Toten. Was wir nicht sehen, zählt für uns nicht? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Die Geisterwelt ist nicht verschlossen und es gibt mehr zwischen Himmel und Erde? Die thematische Verknüpfung von Okkultismus und Kunst und besonders die Verschränkung von Okkultismus und Literatur wurden erst in rezenter Zeit vereinzelt wahrgenommen. Thematiken wie Esoterik und Okkultismus rücken mit der populären Inflationierung endlich auch in den Blickpunkt verschiedener kulturwissenschaftlicher Forschungen.
Strelka, Joseph P.
Vergessene und verkannte österreichische Autoren
Verlag: A. Francke Verlag
Dieses Buch provoziert wesentliche neue Gedanken und Überlegungen zu österreichischen Autoren - teils verkannt wie Hermann Broch oder Arthur Koestler, teils vergessen wie Erich Pogats, Heinrich W. Katz oder Otto Stoessl. Eine Fundgrube für alle, die sich für die jüngere Literaturgeschichte Österreichs interessieren.
Herausgeber : Butzer,Günter;Zapf, Hubert
Theorien der Literatur, Band IV
Verlag: A. Francke Verlag
Literaturtheorie ist in den letzten Jahrzehnten national und international zu einem der wichtigsten Bereiche der Literatur- und Kulturwissenschaften geworden. Ihr kommt damit eine grundlegende, kritisch-reflektierende und systematisch-orientierende Funktion für künftige Lehre und Forschung zu. Im Blick auf diese Situation wurde die Reihe ‚Theorien der Literatur’ konzipiert. Auch der nun vorliegende vierte Band behandelt sowohl unverzichtbare Grundlagen als auch aktuelle Perspektiven der Literaturtheorie und geht davon aus, dass diese beiden Pole keinen Gegensatz, sondern einen produktiven Zusammenhang bilden. Er beginnt mit grundsätzlichen Überlegungen zur Literatur als ‚Lebenswissen’, liefert sodann eine Erkundung der Aktualität von Brechts Dramentheorie und Bourdieus Literaturtheorie, präsentiert die implizite Literaturtheorie des Mittelalters in Sängerkrieg und Dichterstreit, entfaltet die fundamentalen literaturwissenschaftlichen Kategorien Raum, Rätsel, Symbolik, Performanz, Wiederholung und Geräusch, behandelt die Funktion von Literatur als Medium einer ‚Ästhetik der Existenz’ und schließt mit Beiträgen zum Zusammenhang von Kabbala und Literaturtheorie sowie zur semiotischen Erzähltheorie. Der Band dient, wie die anderen Bände der Reihe, sowohl zur Einführung und Orientierung als auch zur vertiefenden Auseinandersetzung mit maßgeblichen Theorien der Literatur.
Gerigk, Anja
Literarische Hochkomik in der Moderne
Verlag: A. Francke Verlag
Komisches in Kunst und Lebenswelt ist nicht länger Randthema, sondern ein exemplarisches Feld der Kulturgeschichte und Medienwissenschaft. Dagegen schlägt diese Studie ein neues theoretisches Modell vor. Sie entwickelt eine allgemeine Formel, aus der sich historisch die spezielle Komik der literarischen Moderne ableiten lässt - jenseits des Karnevalesken. Auf welche Weise Literatur modern-komisch sein kann, zeigen paradigmatische Interpretationen der Texte von Kleist und Büchner, Kafka und Bernhard. Die Reihe wird fortgeführt im Kapitel "Komik und Avantgarde", das u.a. absurdes Theater, Nonsens-Lyrik, experimentelle Poesie sowie filmische Genre-Parodien behandelt. Daneben bietet das Buch eine systematische Einführung in die Komiktheorie.
Gröne, Maximilian;von Kulessa, Rotraud;Reiser,Frank
Spanische Literaturwissenschaft
Verlag: Gunter Narr Verlag
Der Band Bachelor-Wissen Spanische Literaturwissenschaft richtet sich als leserfreundliche Einführung speziell an die Studierenden und Lehrenden in den literaturwissenschaftlichen Modulen der neuen hispanistischen Bachelor-Studiengänge. Die anschauliche Aufbereitung des fachlichen Grundwissens wird dabei von anwendungsorientierten Übungseinheiten gerahmt, die eine eigenständige Umsetzung des Erlernten ermöglichen und einen nachhaltigen Kompetenzerwerb unterstützen. Neben traditionellen Lerninhalten wird nicht zuletzt die besondere Rolle der neuen Medien berücksichtigt. Darüber hinaus werden im Rahmen des umfassenden Einführungskonzepts die Grundzüge der Reformstudiengänge vorgestellt und Hinweise zur beruflichen Orientierung gegeben. Unter www.bachelor-wissen.de steht eine zusätzliche Plattform für vertiefende Informationen zu den einzelnen Lektionen des Bandes bereit.
Piatti, Barbara
Die Geographie der Literatur
Verlag: Wallstein
Konzepte einer künftigen Literaturgeographie, die literarische Schauplätze zum Ausgangspunkt der Textanalysen macht.Wo spielt Literatur? Die vermeintlich simple Frage eröffnet ein erst in Ansätzen etabliertes Forschungsgebiet mit neuen methodischen Zugängen unter dem Stichwort »Literaturgeographie«. Jede literarische Handlung ist irgendwo lokalisiert, wobei die Skala von gänzlich imaginären bis zu realistisch gezeichneten Schauplätzen mit hohem Wiedererkennungswert reicht. Die Literaturgeographie rückt die vielfältigen Bezugnahmen von Räumen der Fiktion auf den Realraum hin ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Literatur weist eine spezifische Geographie auf, die ganz eigenen Regeln folgt. Denn fiktionale Räume sind niemals nur mimetische Abbilder der Realität, auch wenn sie sich auf existierende Landschaften und Städte beziehen. Vielmehr müssen die poetologischen Verfahren von Verfremdung, Überblendung, Neubenennung, die Kombinationsmöglichkeiten von realen Orten mit fiktiven Elementen in Visualisierungskonzepte und Deutungen der Textanalysen einfließen. Diese Theorie findet zunächst Anwendung auf eine an literarischen Schauplätzen überreiche Modellregion: auf den Vierwaldstättersee und das Gotthardmassiv in der Zentralschweiz. Im Anschluss wird der methodische Horizont für einen Literaturatlas aufgespannt – und das Potenzial literaturgeographischer Konzepte im Hinblick auf eine vergleichende europäische Literaturgeschichte aufgezeigt.17 beigefügte Faltkarten ermöglichen die differenzierte Gegenüberstellung von fiktionalen und realen Landschaften.
Schillemeit, Jost
Herausgeber : Schillemeit, Rosemarie
Kunsttheorie und Geschichtsauffassung
Verlag: Wallstein
Kenntnisreich und scharfsinnig werden in diesen bislang unveröffentlichten Essays Überlegungen angestellt zur Differenzierung und historischen Einordnung philosophisch-ästhetischer Gedanken Friedrich Schillers und Heinrich Heines.Schillemeit erläutert den engen Zusammenhang zwischen Schillers theoretisch-ästhetischen Studien über das Erhabene und seiner Theorie der Tragödie sowie seiner theoretisch-praktischen Tragödienarbeit. Dabei macht er die Chronologie der Entstehung dieser Texte, die z.T. bisher ungeklärt ist, plausibel.Heines »Ende der Kunstperiode« wurde häufig in die Nähe von Hegels »Ende der Kunst« gerückt - Schillemeit geht dieser Analogisierung nach, er differenziert und revidiert: Zwar ist auf beiden Seiten vom Ende der Kunst die Rede, was aber unter Kunst und Ende verstanden wird, ist nicht das Gleiche. Während Hegel in den Entwicklungsstufen das Verbindende erkennt, basiert Heines Auffassung auf der Antithese zwischen »verblichener Vergangenheit« und »neuer Zeit«. Heine erwartet das Ende der Kunstperiode, Hegel hingegen sieht in der Kunst »nicht mehr die höchste Weise …, in der Wahrheit sich Existenz verschafft.«Im Wallstein Verlag erschienenJost Schillemeit: Kafka-Studien, hg. von Rosemarie Schillemeit (2004); Jost Schillemeit: Studien zur Goethezeit, hg. von Rosemarie Schillemeit (2006)
Herausgeber : Lütteken, Anett; Weishaupt, Matthias; Zelle, Carsten
Der Kanon im Zeitalter der Aufklärung
Verlag: Wallstein
Das 19. Jahrhundert gilt als Blütezeit »national«literarischer Kanonbildung, doch die Beiträge in diesem Band zeigen, dass maßgebliche Kanonisierungsprozesse bereits im Zeitalter der europäischen Aufklärung stattgefunden haben.Inhalt:Klaus Manger: Bestseller des 18. Jahrhunderts Rainer Baasner: Zur Formation eines englischen Kanons für die Deutschen im 18. Jahrhundert Anett Lütteken: Der Kanon der Blumenlesen. Deutsche LesebücherCarsten Zelle: Eschenburgs Beispielsammlung - ein norddeutsch-protestantischer Kanon? Anne Hegemann: Linas Kanon - Leseempfehlungen für das weibliche Geschlecht bei Sophie von La RocheUrs Meyer: Der Kanon der Spätaufklärer - zum Beispiel Johann Gottfried SeumeBenedikt Jeßing: Der Kanon des späten GoetheGernot Gruber: Der Kanon der MusikMatthias Weishaupt: Zum Kanon historischer Werke in der zweiten Hälfte des 18. JahrhundertsEdgar Bierende: Johannes Müller und die Rekonstruktion einer historischen Identität der Schweiz
Herausgeber : Gamper, Michael; Wernli, Martina; Zimmer, Jörg
"Es ist nun einmal zum Versuch gekommen"
Verlag: Wallstein
Das Experiment gilt als eines der wichtigsten methodischen Verfahren neuzeitlicher Wissensproduktion. Spätestens seit Ende des 16. Jahrhunderts bildet es eine Form der Erkenntnisgewinnung, die sich einer eigens hierfür »provozierten« Erfahrung verdankt. Durch das Zusammenspiel von definierten Voraussetzungen, künstlichem Eingriff und empirischem Ablauf, an das sich Verfahren der Aufzeichnung, der Ausdeutung und der Distribution anschließen, werden neue Erkenntnisse gewonnen. Damit sind in den Prozess des Experimentierens immer auch rhetorische, narrative und fiktionale Techniken involviert, durch die sich das Experiment zugleich als wissenschaftliches und als literarisches Verfahren erweist. Weitere Bände zum Thema »Experiment und Literatur« widmen sich den Jahren 1790-1890 (2010) und 1890-2009 (2011).Aus dem Inhalt:Wolfgang Krohn: Francis Bacons literarische ExperimenteRichard Nate: Zur Topik des Experiments im frühneuzeitlichen EnglandUlrich Stadler: Experimente im Umkreis der Royal Society, bei Christian Wolff und bei CalderonRoland Borgards: Kreuzungsversuche bei Rousseau und BretonneThomas Fries: Wissenschaftliches Denken als Dialog: d’Alembert, Diderot und GalianiMichael Gamper: Lichtenberg und die ElektrizitätGunhild Berg: J. G. B. Pfeils Versuch in moralischen Erzählungen
Herausgeber : Heidelberger-Leonard, Irene; Lühe, Irmela von der
Seiner Zeit voraus
Verlag: Wallstein
Der erste und der letzte Roman von Jean Améry (1912-1978), »Die Schiffbrüchigen« (1934/35) und »Lefeu oder der Abbruch« (1974), bilden den thematischen Rahmen dieses Sammelbandes, der den Schriftsteller als Begründer eines neuen Auschwitz-Diskurses ausweist. Aus dem Inhalt:Irene Heidelberger-Leonard: Zur Kongruenz von Existenz, Ästhetik und Ethik im Werk Jean AmérysHans Höller: Jean Amérys biographisches LesenJürgen Doll: Jean Amérys Wiener Jahre zwischen Rotem Wien und Ständestaat (1926-1938)Eckart Pastor: Zu Jean Amérys frühem Roman »Die Schiffbrüchigen«Monique Boussart: Zu einem Themenkomplex und dessen Variationen - Verfall - Tod - Freitod von »Die Schiffbrüchigen« zu »Hand an sich legen«Maria Luisa Siguan-Böhmer: Amérys »Unmeisterliche Wanderjahre« - Individuum und Geschichte, Autobiographie und RomanMaria Lassmann: Die Grenzen des Körpers, die Grenzen der Sprache -Jean Améry und Maurice Merleau-Pontys PhänomenologieSylvia Weiler: Die Ästhetik als Phänomenologie der Erinnerungin Jean Amérys Roman-Essay »Lefeu oder der Abbruch«Gerhard Scheit: Jean Améry, Ernst Jünger und Alfred AnderschIrmela von der Lühe: Jean Améry und sein Meister Thomas MannHanjo Kesting: Augenblicke mit Jean Améry - Versuch einer Erinnerung
Herausgeber : Goebel, Eckart; Bronfen, Elisabeth
Narziss und Eros
Verlag: Wallstein
In Ovids »Metamorphosen« stirbt der selbstverliebte Jüngling vor seinem Spiegelbild. Kann der antike Mythos ein Schlüssel sein, die heutige My-Space-Generation zu verstehen, die ihr Image vor dem Spiegel des World Wide Web kreiert?
Medien-, Kunst-, Kultur- und Literaturwissenschaftler studieren die Rezeption des Narziss-Mythos von der Antike bis zu Steven Spielberg. Der Akzent wird auf Vorgänge der Übersetzung gelegt. Thematisiert wird der Übergang vom Bild zum Text und umgekehrt, aber auch das Phänomen (narzisstischer) Übertragung, das in der Begegnung zwischen Menschen zu beobachten ist, in der Freundschaft etwa oder in der Liebe.
Lämmert, Eberhard
Respekt vor den Poeten
Verlag: Wallstein
Der Aufstieg des Schriftstellers zu einem unternehmerischen Einzelgänger und der Entwurf einer Genie-Ästhetik zur Begründung seiner autonomen Produktivität ereignen sich in Europa am Schnittpunkt zweier Epochen: dem Übergang von einer eher statisch geordneten zu einer dynamisch bewegten Gesellschaft etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Künstler, die sich von der Auftragskunst lossagen, handeln sich für ihre Werke das Privileg, aber auch das Risiko der vollen Eigenverantwortung ein.
In einer Abfolge von Einzelstudien steckt Lämmert Stationen und Krisen der Entfaltung des freien Schriftstellers in zwei Jahrhunderten ab und untersucht dabei u. a. Werke von Schiller, Brentano, George, Heinrich und Thomas Mann, Kafka und Tucholsky. Vier Querschnittsstudien gelten schließlich der sich in Deutschland spät entfaltenden Großstadtliteratur, dem Regress des Schreibens unter Diktaturen und parallel dazu dem Exil als einer geradezu prototypischen Lebensform dieser Epoche und runden mit einem Blick auf die neuen Kommunikationsformen der Literatur das Profil des freien Schriftstellers als eines Phänotyps dieser Epoche ab.
Neumeyer, Harald
Anomalien, Autonomien und das Unbewusste
Verlag: Wallstein
Im Laufe des 18. Jahrhunderts beginnen sich unterschiedliche Wahrnehmungsparadigmen des Selbstmords zu überlagern und einander abzulösen. Diese Entwicklung zeigt Harald Neumeyer anhand medizinischer Traktate, juristischer wie polizeiwissenschaftlicher Abhandlungen, theologischer Studien, psychologischer Fallanalysen, gerichtsmedizinischer Gutachten, populärer Biographien und literarischer Texte. Selbstmord kann danach als Verletzung des irdischen wie göttlichen Souveräns, als Verbrechen am Staat, als Effekt einer Anomalie und als Resultat eines Normenkonflikts bewertet werden.
Zugleich verbindet sich die gesamtkulturelle Erörterung des Selbstmords mit dem Projekt einer neuen Definition, Vermessung und Berechnung des Individuums. So werden divergierende Formen von Autonomie entfaltet, die letztlich auf eine Unterwerfung wie Disziplinierung des Menschen zielen, wird die Grenze zwischen Normalität und Anomalie stets neu ausgelotet und der Bereich eines Unbewussten als Motor von Handlungen veranschlagt. Im Zentrum der Studie stehen Johann Wolfgang Goethes »Die Leiden des jungen Werther«, Friedrich Schillers »Die Räuber« und Clemens Brentanos »Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl«.
Gisela Bensch
Träumerische Ungenauigkeiten
Verlag: V&R unipress
Der Band enthält eine zusammenhängende Darstellung des Traumdiskurses in den Romanen Buddenbrooks, Der Zauberberg und Joseph und seine Brüder, die von Thomas Mann selbst als »die drei künstlerischen Haupt-Denksteine« seines Lebens bezeichnet wurden. Jeder Roman stellt eine in sich geschlossene Traumwelt dar, da sich das Verständnis vom Traum bei Mann im Laufe der Jahre differenzierte und vertiefte und neue Aspekte hinzutraten. So spielt die Traumdeutung erst im Josephroman eine wichtige Rolle und auch das Verschweigen, Vergessen und Weitererzählen von Träumen wird jeweils unterschiedlich gesehen. Die Autorin geht auf den großen Themenkomplex des Traumbewußtseins ein, sie stellt weiterhin dar, welche Traumdiskurse von der Antike bis Sigmund Freud von Mann rezipiert und verarbeitet wurden.
Klaus Scheunemann
Der Blick von außen
Verlag: V&R unipress
Geschichten englischer Literatur sind unerlässliche und bewährte Hilfsmittel in der deutschen Anglistik. Literarhistorien vermitteln aber nicht nur Informationen über englische Autoren, ihre Werke sowie deren zeitlichen und kulturellen Kontext. Durch implizite Darstellungsverfahren und explizite Kommentare der Verfasser wird oftmals auch ein Bild dessen vermittelt, was für ›typisch englisch‹ gehalten wird. Gerade durch die Bedeutung von Literaturgeschichten als Referenzwerken in der akademischen Lehre konnte dieses Fremdbild auch das kulturelle Gedächtnis der Deutschen prägen. Anhand von acht ausgewählten deutschen Geschichten englischer Literatur aus der Zeit von Mitte des 19. bis Beginn des 21. Jahrhunderts untersucht die Studie, welches Bild von Englishness deutschsprachige Literaturwissenschaftler entworfen haben und wie dieses mitunter auch sehr offensiv politisch funktionalisiert wird.
Bernadette Rieder
Unter Beweis: Das Leben
Verlag: V&R unipress
Dieses Buch widmet seine Aufmerksamkeit sechs deutsch-sprachigen SchriftstellerInnen aus Israel, die während der NS-Zeit vertrieben wurden. Ihren individuellen Lebensverläufen wird Respekt gezollt: Anhand eines eigens entwickelten Analyse-instrumentariums werden die Ich-Botschaften der Autobiographien von Max Brod, Lola Landau, Max Zweig, Anna Maria Jokl, Alice Schwarz-Gardos und Willy Verkauf-Verlon enthüllt. Eine Darstellung der historischen Bedingungen für deutschsprachige Einwanderer und deutschsprachige Literatur in Palästina / Israel und ein Überblick über die Forschung zur deutschsprachigen Literatur in dieser Region machen den gemeinsamen Kontext der Autobio-graphien deutlich. Neben dem Wert der Erinnerung trägt das textanalytische Vorgehen der Arbeit wesentlich zu einer Weiter-entwicklung der Gattungstheorie und einer auf der Rhetorik basierenden Toposforschung bei.
Herausgeber : Reinhard Zachau
Topography and Literature
Verlag: V&R unipress
The contributions in this volume are based on a conference that was held at the University of the South in Tennessee (USA) in 2008. The papers investigate the impact Berlin’s cityscape had on its artistic representation. In the first part the impact of Berlin’s city planning with its monumental Wilhelmine symbolism are explored in flaneur characters, e. g. in Georg Hermann’s work. The main focus of the volume is on the second part with an investigation of the impact city planning had on Weimar Berlin’s art and literature. In this part a number of contributions show the interaction between space and art, e. g. in Walter Ruttmann, Hans Fallada and Alfred Döblin. The volume concludes with essays about the continuation of Weimar’s modernism in contemporary culture.
Herausgeber : Paul Geyer
Petrarca und die Herausbildung des modernen Subjekts
Verlag: V&R unipress
spezialisten beschäftigen sich in diesem Band mit einer der bedeutendsten Gestalten der europäischen Geistesgeschichte. Aufgrund seines umfangreichen und vielseitigen Werkes gilt Petrarca (1304–1374) als Begründer des Humanismus und Wegbereiter der Renaissance. Einen Schwerpunkt dieses Bandes bilden eingehende Analysen von Petrarcas berühmtestem Werk, des Canzoniere; deutlich wird, dass Petrarcas Beschäftigung mit Themen wie der Introspektion und Selbsterkenntnis, der Entfremdung und Dialektik von Ich und Du maßgeblich zur Herausbildung der Bewusstseinsform des modernen Menschen beigetragen hat. Andere Beiträge fokussieren Petrarcas Einfluss auf die nachfolgenden Dichtergenerationen von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert.
Efstratios Sarischoulis
Motive und Handlung bei Homer
Verlag: V&R unipress
Nicht lediglich als Ware, sondern auch und vor allem als Wahres sind die Epen Homers aufzufassen. Als Ware sind sie zu betrachten, weil sie die damaligen »Verfilmungen« großer, allen bekannter Ereignisse darstellen. Ziel solcher Verfilmungen – damals wie heute – ist der Genuss, der durch den Verbrauch entsteht. Bei seiner Version der Ereignisse hebt Homer unentwegt die Tatsache hervor, dass es sich um Wahres handelt, indem er stets die jeweilige Handlung auf selbstständig handelnde Figuren des Epos – Menschen und Götter – zurückführt. Bei diesem einheitlichen und omnipräsenten Darstellungskonzept weist Homer darauf hin, dass es sich um eine Darstellung von vorstellbaren Ereignissen handelt. Warum entwickelt sich die Handlung an dieser oder jener Stelle so, wie sie sich entwickelt? Weil es Menschen und Götter gibt, die dies mit ihrem Handeln veranlassen. Warum? Ganz einfach: Sie haben ihre (Beweg-)Gründe...
Herausgeber : Claudia Glunz
Krieg und Literatur/War and Literature Vol. XIV, 2008
Verlag: V&R unipress
Augenzeugenberichte zum 11. September 2001 und zu den Kriegen des 17. Jahrhunderts spannen den Bogen der Beiträge des vorliegenden Bandes. Eine Untersuchung der massenmedialen Darstellung der »Taten« des Kreuzers Emden im Ersten Weltkrieg – eine der zeitgenössischen Mythen – steht neben Analysen von Max Frischs »Die Chinesische Mauer« und den Schriften Pat Barkers. Der Band zeichnet sich durch eine Vielfalt von Ansätzen aus und repräsentiert dennoch nur ein kleines Spektrum der Bandbreite möglicher Themen. Ergänzt werden die Beiträge durch Rezensionen zu einschlägigen Neuerscheinungen sowie durch eine Bibliographie wissenschaftlicher Publikationen aus dem Jahr 2005.
Riedel-Bierschwale, Heike
Das ‚Laiendoctrinal‘ des Erhart Groß
Verlag: Waxmann
Erhart Groß (gest. 1449) gehört zu den produktivsten in der Volkssprache schreibenden Kartäusermönchen des Mittelalters. Als Abkömmling eines Nürnberger Patriziergeschlechts schrieb Groß nicht nur für Geistliche, sondern richtete sich auch an ein urbanes weltliches Publikum, auf dessen Lebensgestaltung er mit didaktischem Impetus einzuwirken versuchte. Seine literarischen Aktivitäten sind ein Beispiel für die kartäusische Weltzugewandtheit im Spätmittelalter. Wie viele der Werke von Erhart Groß ist auch sein ‚Laiendoctrinal’ bislang noch kaum untersucht. Es wird hier erstmals in einer kritischen Edition vorgelegt. Begleitet wird sie von einer Untersuchung, deren Schwerpunkt auf dem Verhältnis des ‚Laiendoctrinals’ zu seinen Vorgängertexten, dem mittelniederländischen ‚Dietschen doctrinale’ und dem lateinischen ‚Liber de amore et dilectione Dei et proximi et aliarum rerum et de forma vitae’ des italienischen Juristen Albertanus von Brescia liegt. Damit eröffnen sich Einblicke in die Entfaltung eines laienethischen Textkomplexes vom 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts.
Heiner Teroerde
Politische Dramaturgien im geteilten Berlin
Verlag: V&R unipress
In ihren Anfängen definierte sich die Bundesrepublik wie die DDR dadurch neu, dass sie sich gegen den gemeinsamen Vorgängerstaat, das »Dritte Reich«, abgrenzte. Das entsprach aber kaum der jeweiligen sozialen Wirklichkeit. In der DDR themattisierte Heiner Müller das Fortleben der Vergangenheit. Er entlarvte den behaupteten demokratischen Neubeginn als Wunschvorstellung und übte so subtil wie vernichtend Kritik am staatlichen Opportunismus, der ursprüngliche Ideale in ihr Gegenteil verkehrte. Bisher ist dies kaum voll erkannt worden – aufgrund von ursprünglich politisch motivierten, dann literaturwissenschaftlich festgeschriebenen Etikettierungen, die hier relativiert werden sollen. In der Bundesrepublik machte Erwin Piscator mit seinen Inszenierungen von Stücken Hochhuths, Weiss’ und Kipphardts auf das Fortleben sozialer Strukturen aus dem Nationalsozialismus aufmerksam. Die Einordnung der Stücke in den historischen Kontext von DDR und BRD fördert überraschende Parallelen zutage. Es zeigt sich, dass die ähnlichen Reaktionen aus der Politik in Ost und West durch den gleichen Mechanismus ausgelöst wurden, nämlich durch den Verweis auf die Selbsttäuschungen der jungen Staaten, die den Anspruch erhoben, auf Anhieb andere soziale Gemeinschaften geschaffen zu haben.
Nolting, Uta
Sprachgebrauch süddeutscher Klosterfrauen des 17. Jahrhunderts
Verlag: Waxmann
Untersuchungen zur Sprachgeschichte des 17. Jahrhunderts fokussieren großteils auf Text¬zeugnisse barocken Stils, verfasst von Gelehrten, Dichtern oder Kanzleischreibern. Diese Dokumente bilden freilich nur einen Teil der Sprachwirklichkeit dieser Zeit ab, die in ihrer Heterogenität noch nicht hinreichend erforscht ist.Im Sinne einer soziopragmatisch orientierten Sprachhistoriographie wendet sich die vorliegende Untersuchung dem Sprachgebrauch einer bislang kaum beachteten soziokulturellen Gruppe zu, indem sie Dokumente von vier katholischen Klosterfrauen des 17. Jahrhunderts zur Grundlage nimmt. Damit leistet sie nicht nur einen Beitrag zur Erforschung monastischer Sprachkultur, sondern liefert auch einen Baustein zur Erschließung des nach wie vor weitgehend marginalisierten weiblichen Sprachusus. Das ausgewählte Korpus umfasst Zeugnisse von Schreiberinnen aus unterschiedlichen sprachlichen Regionen Süddeutschlands, darunter aus dem nur wenig erforschten Südwesten, und erlaubt so eine explorative Studie auf verschiedenen Sprachebenen, die nachweist, dass sich der Sprachgebrauch der Klosterfrauen in vielerlei Hinsicht von dem gelehrter ‚Schreibprofis‘ der Barockzeit abhebt.
Breith, Astrid
Textaneignung
Verlag: Waxmann
Die Reformbemühungen des 15. Jahrhunderts stellten die monastischen Orden vor eine Herausforderung. Die der Lichtenthaler Schreibmeisterin Schwester Regula zugeschriebenen Codices sind besonders geeignet, personengebundene Produktionsprozesse von erbaulichen Texten vor diesem Hintergrund zu rekonstruieren. Vorliegende Arbeit erschließt aus paläographischen Details die Redaktionsprinzipien der Schreibmeisterin. Die zwischen Absätzen und an Seitenrändern vermerkten Kommentare und Leseanweisungen erlauben es, sowohl ihre Übersetzung- und Kompilationsleistung wie auch den Rezeptionsrahmen der Texte nachzuzeichnen. Als außergewöhnlich eigenständig gilt das von ihr erstellte Frauenlegendar, das buch von den heilgen megden und frowen, in dessen Konzeption und Kommentierung die theologischen Begriffe ‚Jungfräulichkeit’ und ‚Brautliebe’ als Elemente der aktiven Christusnachfolge für gläubige Frauen herausgearbeitet wurden.
Kesting, Hanjo
Begegnungen mit Hans Mayer
Verlag: Wallstein
Hanjo Kesting beschreibt den »Außenseiter« und »Deutschen auf Widerruf« aus großer Nähe.»Der letzte Gelehrte mit historischem Auftrag« – so nannte die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Hans Mayer in einem Nachruf.Mayer, geboren 1907 in Köln, musste nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigrieren. Ursprünglich für eine juristische Laufbahn bestimmt, schrieb er im Schweizer Exil seine erste literaturwissenschaftliche Studie: »Georg Büchner und seine Zeit« (1946). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Chefredakteur bei Radio Frankfurt, seit 1949 Professor für Literatur in Leipzig, seit 1965 in Hannover. Nach seiner Emeritierung entstand ein gewaltiges Alterswerk von mehr als zwanzig Büchern, darunter die große Studie über Außenseiter und das Erinnerungsbuch Ein Deutscher auf Widerruf. Mayer war Mitarbeiter des NDR-Kulturprogramms, für das er in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Kulturchef Hanjo Kesting zahlreiche Gespräche führte und Sendungen schrieb. Hanjo Kesting hat eine Auswahl seiner Aufsätze über Hans Mayer und noch ungedruckte Gespräche mit dem großen Gelehrten zu dem Sudelblatt »Begegnungen mit Hans Mayer« zusammengestellt.
Bauschinger, Sigrid
Else Lasker-Schüler
Verlag: Wallstein
Else Lasker-Schülers Werk liegt nun seit einigen Jahren in einer Kritischen Ausgabe vor, in deren Rahmen auch der erste Briefband inzwischen erschienen ist. Sigrid Bauschinger konnte auf diese und alle weiteren noch zu edierenden Briefe zurückgreifen und so aufgrund des umfangreichen, teilweise unbekannten Materials zeigen, unter welchen Bedingungen Lasker-Schülers Werk entstand. Nicht die zahllosen Anekdoten über ihre exzentrische Erscheinung, sondern tatsächliche Ereignisse machen das Leben dieser außerordentlichen Dichterin aus.Die poetische Kraft für ihr stark autobiographisch geprägtes Werk zog Else Lasker-Schüler aus ihren Wurzeln im assimilierten, liberalen jüdischen Bürgertum im westfälischen Elberfeld, wo sie 1869 zur Welt kam. Während ihrer ersten Ehe mit dem Arzt Berthold Lasker nahm sie in Berlin Zeichenunterricht und erlebte in fortschrittlichen literarischen und weltanschaulichen Kreisen ihre intellektuelle Befreiung. Mit ihrem zweiten Mann Herwarth Walden, dem Gründer des »Sturm«, kämpfte sie an der Spitze der Avantgarde für die Moderne im Berlin der Kaiserzeit. Dabei stellte sie ihr untrügliches künstlerisches Urteil in Gedichten und Prosaportraits unter Beweis, die sie u.a. über Oskar Kokoschka, Franz Marc, Georg Trakl und Gottfried Benn verfaßte. Nach ihrer Scheidung von Walden lebte Lasker-Schüler als freie Künstlerin in Berlin. 1933 verließ sie Deutschland nach tätlichen Angriffen und emigrierte zunächst in die Schweiz. Die letzten Jahre bis zu ihrem Tod 1945 verbrachte sie in Jerusalem. Hier schrieb sie kostbare Liebesgedichte und ihr letztes Drama. Mit dem von ihr gegründeten Vortragskreis »Der Kraal« versuchte sie noch einmal, inmitten des von Aufständen zerrissenen Landes und angesichts des Untergangs ihrer Welt in Europa, einen neuen Freundeskreis um sich zu bilden.Seit vielen Jahren gilt Sigrid Bauschinger als eine der besten Kennerinnen des Werkes von Else Lasker-Schüler. Aus der Kenntnis des gesamten, teilweise bisher ungedruckten Briefe hat sie die erste profunde Biographie geschrieben.
Reich-Ranicki, Marcel
Erst leben, dann spielen
Verlag: Wallstein
Seit seiner Rückkehr aus Polen nach Deutschland im Jahre 1958 beschäftigte sich Marcel Reich-Ranicki immer wieder mit polnischer Literatur. Er schrieb Kritiken, Porträts, Nachrufe und auch zusammenfassende Rückblicke. Sie wurden zunächst in der "Welt", dann in der "Zeit" und ab 1974 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht. Der vorliegende Band bietet eine Auswahl dieser Arbeiten. Behandelt werden Schriftsteller, die die polnische Literatur des 20. Jahrhunderts, zumal der Zeit nach 1945, geprägt haben und die beinahe alle in deutscher Übersetzung erschienen sind - von Bruno Schulz und Jaroslaw Iwaszkiewicz bis zu Slawomir Mrozek und Marek Hlasko. Ein größerer Essay analysiert "Die Rolle des Schriftstellers in Polen" im Laufe der Jahrhunderte. 1962 schrieb Reich-Ranicki: "Bücher polnischer Autoren werden von westdeutschen Zeitungen meist gelobt, mitunter überschwenglich gerühmt. Aber sie werden wenig verkauft. Man begegnet dieser Literatur oft mit Sympathie und mit Interesse. Aber man liest sie kaum. Von polnischen Schriftstellern wird in der Bundesrepublik bisweilen nicht ohne Hochachtung gesprochen. Aber ihre Namen sind, von Ausnahmen abgesehen, so gut wie unbekannt." Seitdem sind 40 Jahre vergangen, doch an dem Zustand, den Reich-Ranicki beklagt, hat sich trotz vielfacher Bemühungen der Presse und der Verlage nur wenig geändert. Nach wie vor ist die Resonanz auf die polnische Literatur hierzulande bescheiden. Das hat nicht zuletzt mit der Tatsache z tun, daß diese Literatur, stets mit der schwierigen Situation in Polen befaßt, der Losung folgen mußte: "Erst leben, dann spielen."Der Autor: Marcel Reich-Ranicki ist gegenwärtig der einflußreichste Literaturkritiker in Deutschland. Seit er seine Autobiographie "Mein Leben" (1999) veröffentlichte, ist den Lesern seine intensive und lebenslange Beziehung zur polnischen Literatur noch deutlicher geworden.
Kemp, Friedhelm
Das europäische Sonett
Verlag: Wallstein
"In diesen fünf- bis sechshundert hier versammelten Sonetten geht es in erster Linie um das, was jedes sagt, was sie miteinander verbindet, wie sie miteinander sich unterreden, sich gegenseitig beleuchten und auslegen. Und wie sie nicht selten, nachbarschaftlich oder über die Nationen und Jahrhunderte hinweg, zu thematisch Verwandtem hinüberwinken, das dann auch aufzutreten forderte."Friedhelm KempFriedhelm Kemps Buch spiegelt die Erfahrung einer lebenslangen Beschäftigung mit Poesie wider. Der erste Band gilt den Ursprüngen und der Ausformung des Sonetts in seinem Herkunftsland Italien sowie seiner Ausbreitung nach Frankreich, Spanien und England bis zum Barock. So beleuchten sich wechselseitig die berühmtesten und die entlegensten Sonette und lassen die Kontur einer bisher acht Jahrhunderte umspannenden Gattungstradition deutlich werden. Der historisch anschließende zweite Band widmet sich etwa zur Hälfte der deutschen Sonett-Tradition vom Frühbarock bis in die Hälfte des 20. Jahrhunderts; ergänzt wird dies durch die wichtigsten Sonettdichter anderer europäischer Länder, denen auch für die Gegenwart das letzte Wort gegeben wird.Es gibt bisher keine mit diesem opus magnum Friedhelm Kemps auch nur entfernt vergleichbare Darstellung der europäischen Sonett-Tradition.
Schneider, Ute
Der unsichtbare Zweite
Verlag: Wallstein
Literaturkulis, geistige Geburtshelfer, graue Eminenzen. Diese und ähnlich plakative Begriffe werden gerne zur Beschreibung des Lektors im literarischen Verlag herangezogen. Die Anonymität der Lektoren, diffuse Vorstellungen von ihrer Tätigkeit und ein nicht definierter beruflicher Qualifikationsweg werfen die Frage auf: Handelt es sich überhaupt um einen Beruf? Um 1900 stellten literarische Verleger erstmals Lektoren ein, die ihnen als Berater zur Seite standen und Autoren im Schreibprozeß begleiteten, aber erst 50 Jahre später übernahmen Lektoren auch Programmverantwortung. Neben der Arbeit am Manuskript wurde die Planung und die Profilierung des Verlagsprogramms zu einem charakteristischen Merkmal. Ute Schneider analysiert die Kontinuität und die Wandlungen der komplexen Funktion des Lektors im Verlagsalltag vor dem Hintergrund der Buchmarktentwicklung und des dynamischen Literaturbetriebs im 20. Jahrhundert. Besonderen Reiz gewinnt die Studie aus einer Vielzahl von Fallbeispielen, die teilweise aus unveröffentlichten Materialien gewonnen sind und durch die man legendären Lektoren wie Moritz Heimann, Oskar Loerke, Hermann Kasack, Friedo Lampe oder Christian Morgenstern gleichsam über die Schulter schaut. Verschiedene Phasen der Berufsgeschichte lassen sich sowohl im Anforderungsprofil als auch im subjektiven Rollenverständnis des Lektors gegeneinander abgrenzen. Vom klassischen Brotberuf für Schriftsteller avancierte der Lektor zum »Produktmanager«, ohne die Ambivalenz der Rolle zwischen Geist und Ware, zwischen ästhetisch-literarischen Werten und Marketingkonzepten, zwischen Autor und Verleger auflösen zu können.Die AutorinUte Schneider, geb. 1960, Studium der Buchwissenschaft, Germanistik und Soziologie, Promotion 1994 (»Friedrich Nicolais Allgemeine Deutsche Bibliothek als Integrationsmedium der Gelehrtenrepublik, Wiesbaden 1995«), Habilitation 2001, Hochschuldozentin am Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Herausgeberin von »Imprimatur. Ein Jahrbuch für Bücherfreunde (2002ff.)«.
Patrice Djoufack
Entortung, hybride Sprache und Identitätsbildung
Verlag: V&R unipress
Dieser Band behandelt die Konstitution von Sprache und Identität in literarischen Texten, die unter den Bedingungen der Diaspora entstanden sind. Ein kulturwissenschaftlicher Ansatz ermöglicht, die hier thematisierten interkulturellen Erfahrungen zu erfassen sowie Prozesse und Strategien der Generierung und Transformation von Sprache, Kultur und Identität zu erkunden. Um der Analyse ausgewählter literarischer Werke einen begrifflichen und methodischen Rahmen zu geben, diskutiert der Autor zunächst Theorien zu postkolonialen und diskurstheoretischen Identitäts- und Sprachkonzepten. Die Textanalysen zeigen, dass die behandelten Autoren durch Hinwendung zum Bereich des Fiktionalen einen machtfreien Bereich erschließen, der hinsichtlich eines Nachdenkens über Sprache und Identität produktiv ist: Dort werden Szenarien interkultureller Begegnung und diasporischer Erfahrung arrangiert, werden Möglichkeiten einer Selbstfindung erprobt. Dabei werden im Prozess der Subjektkonstitution Erinnerungen, Wünsche, aber v. a. Erfahrungen am eigenen Leib mit der diskursiven Macht »artikuliert« (Hall). Neu an dieser Konzeption ist, dass die Erfahrung der Diaspora und der Interkulturalität die Möglichkeit bietet, diese Auffassung diskursiv konstituierter Identitäten zu hinterfragen und zu erweitern
Katrin Althans
Darkness Subverted
Verlag: V&R unipress
At the heart of the Gothic novel proper lies the discursive binary of »self« and »other«, which in colonial literature was quickly filled with representations of the colonial master and his indigenous subject. Contemporary black Australian artists have usurped this colonial Gothic discourse, torn it to pieces, and finally transformed it into an Aboriginal Gothic. This study first develops the theoretical concept of an Aboriginal Gothic and then uses this term as a tool to analyse novels by Vivienne Cleven, Mudrooroo, Kim Scott, Sam Watson, and Alexis Wright as well as films directed by Beck Cole and Tracey Moffatt. It centres on the question of how a genuinely European mode, the Gothic, can be permeated and thus digested by elements of indigenous Australian culture in order to portray the current situation of Aboriginal Australians and to celebrate a recovered cultural identity.
Herausgeber : Marc Laureys / Roswitha Simons
Die Kunst des Streitens
Verlag: V&R unipress
Streit als ein Mittel zur Aushandlung von Interessenkonflikten ist eine Konstante menschlicher Gemeinschaft. So verwundert es nicht, dass Streit, beginnend mit Kain und Abel oder dem Zorn des Achill, von den ersten Anfängen an ein fortwährendes Thema der europäischen Kultur ist. Jenseits von Krieg und Gewalt enthält Streit auch kreatives Potential, was sich in den verschiedensten Gattungen fiktionaler und non-fiktionaler Literatur offenbart. Hier wird bald Streit im intellektuellen Spiel nach allen Regeln der Kunst in Szene gesetzt, bald wird die Literatur im Kontext religiöser, kultureller und politischer Formierungsprozesse zum Instrument schärfster Auseinandersetzung. Dieser Band ist dem Inszenierungscharakter literarischer Streitkultur und seiner Funktionalisierung in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen gewidmet; aus historischer, literatur- und sprachwissenschaftlicher Perspektive werden Beispiele von der Antike bis zur Frühen Neuzeit untersucht.
Herausgeber : Dietl, Cora; Wolfzettel, Friedrich; Däumer, Matthias
Artushof und Artusliteratur
Verlag: De Gruyter
Der Artushof, das Zentrum der im Mittelalter höchst erfolgreichen arthurischen Romane, wird in diesem Band aus interdisziplinärer Perspektive neu beleuchtet als eine Institution, die fiktional inszeniert, stabilisiert und problematisiert wird. Gefragt wird nach den Kräften, Figuren und Ämtern, die den Hof als Minimalbild einer Gesellschaft oder als literarisches Experiment konstituieren oder gefährden. Schließlich hinterfragen die Beiträge kritisch die ›Idealität‹ des Artushofs und untersuchen die Funktion und Rezeption des Hofs auch in hoffernen Kontexten.
Richter, Sandra
A History of Poetics
Verlag: De Gruyter
Since the 1990s, following the end of postmodernism, literary theory has lost much of its dynamics. This book aims at revitalising literary theory exploring two of its historical bases: German poetics and aesthetics. Beginning in the 1770s and ending in the 1950s, the book examines nearly 200 years of this history, thereby providing the reader with a first history of poetics as well as with bibliographies of the subject. The analysis not only shows the differentiation of historical accounts in the field, but also reflects how current literary theory could move forward through the rediscovery of sunken ideas.
Davies, Peter
Myth, Matriarchy and Modernity
Verlag: De Gruyter
This study explores the prevalence in German culture of myths about ancient matriarchal societies, tracing their presence in left and right wing politics, feminist and antifeminist writing, sociology, psychoanalysis and literary production. The work of the Swiss theorist of matriarchy, Johann Jakob Bachofen (1815-1887), has been highly influential, and this book shows how the interpretation of his legacy became a battleground for conflicts about modernity, myth, race and nation, sex and gender, and ultimately the struggle between National Socialism and its opponents.
Zeller, Christoph
Ästhetik des Authentischen
Verlag: De Gruyter
Mediale Revolutionen wecken Sehnsüchte nach Authentischem. Literatur und Kunst reagieren darauf, indem sie sich dem Faktischen, der Aktion und dem Augenblick zuwenden und sich für das Leben selbst ausgeben. Davon zeugen die historischen Avantgarden, die für viele Ästhetiken um 1970 beispielgebend sind. Die vorliegende Studie entfaltet die Geschichte und Theorie des Authentischen von Nietzsche bis Adorno und zeigt Authentizität in verschiedenen künstlerischen Formen (Dokumentarliteratur, Performance Art, Autobiographie, Erzählung, Collage) als einen ästhetischen Effekt.
Herausgeber : Fulda, Daniel; Roeben, Antje; Wichard, Norbert
Kann man denn auch nicht lachend sehr ernsthaft sein?
Verlag: De Gruyter
Ihre Leser - oder im Theater: die Zuschauer - zum Lachen zu bringen, ist eines der wichtigsten, allerdings wenig anerkannten Ziele der Literatur. So häufig Lachen reiner übermut oder ein verlachendes Spotten ist, so sehr kann man aber „auch lachend sehr ernsthaft sein", wie bereits Lessings Minna von Barnhelm wusste. Den unterschiedlichen Typen und Sprachformen des Lachens geht der vorliegende Band an Beispielen der deutschen und europäischen Literatur nach, von der antiken Komödie bis zum neuesten Detektivroman.
Herausgeber : Holtus, Günter
Romanische Bibliographie 2007
Verlag: De Gruyter
Die Romanische Bibliographie erscheint seit 1923 als Supplement zur Zeitschrift für romanische Philologie (gegr. 1877). Sie verzeichnet die bibliographischen Angaben von Monographien, Sammelwerken, Aufsätzen und Rezensionen für die Sprach- und Literaturwissenschaft, mit Ausnahme der französischen Literaturwissenschaft.
Herausgeber : Hans-Jochen Schiewer / Stefan Seeber / Markus Stock
Schmerz in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Verlag: V&R unipress
Ausgehend vom neuen kulturwissenschaftlichen Interesse am Schmerz und seiner Codiertheit untersuchen die Beiträge dieses Bandes das Phänomen Schmerz in seiner spezifisch literarischen Verfasstheit in Texten des 12. bis 17. Jahrhunderts. Dabei liegen Schwerpunkte besonders auf der Frage nach der Erinnerung an Schmerz (Schmerz als Element der Mnemotechnik, Traumanarrative), der Komplexität der Schmerzdarstellung in Wort und Bild (Unsagbarkeitstopos, Schreiben im Schmerz, emblematische Visualisierung) sowie auf Detailstudien zum Konnex von Schmerz und Frömmigkeit (Tradition des »Bernhardstraktats«, Elsbeths von Oye »Offenbarungen«) und zur literarischen Instrumentalisierung des Schmerzes in der Heldenepik und im mittelhochdeutschen höfischen Roman. Der Band dokumentiert die Ergebnisse der gleichnamigen Tagung, die vom 17. bis 19. Mai 2007 in Freiburg als Arbeitsgespräch nordamerikanischer und europäischer Wissenschaftler stattgefunden hat.
Holm-Hadulla, Rainer M
Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Das Geheimnis der Kreativität"Poetry therapy" liegt im Trend. So neu ist die Idee nicht, wie dieses Buch zeigt: Schon Johann Wolfgang von Goethe therapierte sich selbst durch das Schreiben.Goethes war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Dichter und bedeutender Politiker, sondern hat während seines gesamten Lebens gesucht, geirrt und gelitten. Er verfügte jedoch über die besondere Fähigkeit, seelische Erschütterungen anzunehmen und für die Entwicklung seiner Kreativität zu nutzen. Die Psychologie hat seit der Zeit Goethes große Fortschritte gemacht und die Neurobiologie revolutionäre Erkenntnisse über den menschlichen Geist ermöglicht. Dennoch existieren bislang keine Dokumente, die so eingehend die Entwicklung der Kreativität beschreiben wie Goethes Briefe und Werke sowie die detaillierten Beschreibungen seitens seiner Familienangehörigen, Freundinnen und Freunde. Sein Weg zur Kreativität ist auch heute noch höchst inspirierend und regt dazu an, die eigenen schöpferischen Seiten zu entwickeln. Die Beschäftigung mit Goethes Weg zur Kreativität ist damit nicht nur ein intellektuelles Vergnügen, sondern hat auch lebenspraktischen Nutzen.InhaltGoethes Weg zum schöpferischen LebenTeil 1: Leben und WerkKindheit und Jugend: Frankfurt 1749-1765 (Catharina Elisabeth)Leipziger Studentenkrise 1765-1768 (Käthchen)Rückkehr ins Elternhaus 1768-1770 (Cornelia)Flucht vor der Liebe: Straßburg 1770- 1771 (Friederike)Frankfurter Refugium 1771-1772 (Cornelia)Leidenschaft und Entsagung: Wetzlar 1772 (Charlotte)Frankfurter Geniezeit 1772-1775 (Lili)Goethes Konflikte im Spiegel der frühen DramenZeit der Reife: Weimar 1775-1786 (Charlotte)Neugeburt in Italien 1786-1788 (Faustina)Die große Liebe: Weimar 1788-1805 (Christiane)Politische Veränderungen und neue Leidenschaften 1806-1821 (Wilhelmine, Silvie, Marianne)Späte Liebe, Alter und Abschied 1821-1832 (Ulrike)Teil 2: Kreativität, Lebenskunst und Krankheit Leben als kreative Selbstverwirklichung - Das Wilhelm-Meister-ProjektGoethes Kreativität aus Sicht der modernen ForschungGoethes Lebenskunst Goethes "gesunde Krankheit"Teil 3: Goethes VermächtnisDankLiteraturDr. Rainer M. Holm-Hadulla, Psychotherapeut und Psychoanalytiker, ist leitender Arzt der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks Heidelberg. Daneben lehrt er an der Universität Heidelberg und ist als Berater von Wissenschaftlern, Künstlern, Unternehmern, und Politikern tätig.
Kaiser, Gerhard
Literarische Romantik
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Alles, was Studierende zur Romantik wissen müssen:prägnant, verständlich - und zugleich fachlich fundiert. Das geistig-soziale Profil der Epoche wird überblickshaft vorgestellt. Der Band informiert kompakt und auf Basis der aktuellen Forschungslage über die verschiedenen literarischen Phasen der Romantik in allen Gattungen, und zwar anhand der repräsentative Vertreter und ihren wichtigsten Texten. Glossar, Zeittafeln und Kurzbiographien ergänzen die Darstellungen.
Herausgeber : Marx, Wilhelm
Erinnern - Vergessen - Erzählen
Verlag: Wallstein
Literaturwissenschaftler, Lektoren, Literaturkritiker und der Autor selbst diskutieren das Zusammenspiel von Erinnern und Vergessen im Werk von Uwe Timm.Uwe Timm, einer der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautoren, thematisiert in seinem literarischen Werk das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte, von Gedächtnis und Literatur. Vom ersten Roman Heißer Sommer an lassen sich seine Bücher als erzählerische Bearbeitung individueller, familiärer und kollektiv-nationaler Gedächtnisinhalte lesen, füllen Leerstellen des kulturellen Gedächtnisses und lösen dessen prekäre Fixierungen auf.Der Band ist Auftakt der Reihe Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, einem Forum poetologischer, literaturwissenschaftlicher und literaturkritischer Beiträge im Kontext der Bamberger Poetikprofessur. Mit Beiträgen von: Andrea Albrecht, Michael Braun, Hans-Peter Ecker, Matteo Galli, Heinz Gockel, Christof Hamann, Martin Hielscher, Oliver Jahraus, Friedhelm Marx, Andreas Meier, Dirk Niefanger, Michael Preis, Julia Schöll, Ulrich Simon und Uwe Timm.
Herausgeber : Marx, Friedhelm; Catani, Stephanie
Familien - Geschlechter - Macht
Verlag: Wallstein
Ein Hermaphrodit auf der Suche nach der eigenen Geschlechteridentität, eine junge Frau als Opfer autoritärer Machtstrukturen, ein Körper, der zum Samenraub eingesetzt wird: In ihren Romanen, Erzählungen und Gedichten thematisiert Ulrike Draesner Beziehungsmuster, Identitäts- und Familienmodelle, die in der modernen Gesellschaft an Stabilität verloren haben. Die Autorin verknüpft die individuelle Suche nach Heimat und Identität mit Erinnerungen, die auf ein kollektives Gedächtnis gründen, wie im jüngsten Roman »Spiele«.Literaturwissenschaftler und -kritiker, Übersetzer und Schriftsteller nähern sich verschiedenen Texten Ulrike Draesners und fragen gemeinsam mit der Autorin, die den Band einleitet, nach der Bedeutung von Familien-, Geschlechter- und Machtstrukturen für den schwierigen Prozess der Identitätsfindung in der Moderne.
Herausgeber : Hassauer, Friederike; Bearbeiter (sonst.): Waldner, Kyra; Bearbeiter (sonst.): Aichinger, Wolfram; Bearbeiter (sonst.): Lorenz, Annabell; Bearbeiter (sonst.): Katsivelaris, Nikolaos
Heißer Streit und kalte Ordnung
Verlag: Wallstein
Heißer Streit und kalte Ordnung meint die Jahrhunderte alte heftige Debatte um den Vorrang der Geschlechter. Wer ist besser in Wissenschaft und Literatur, in Alltag und Moral – Mann oder Frau? Wer darf sprechen, wer darf wissen? Solche Kampfrhetorik trägt den Streit um Geschlechterwissen aus der Vormoderne in die Moderne. Die Querelle hat eine große Texttradition und eine große Wirkungsmacht auf kulturelle Milieus. Ob Medizin, Recht, Theologie, Philosophie Kunst oder Pädagogik: Überall bringt die Politik des öffentlichen In-Streit-Stellens die alten Ordnungen in Fluss. Die Autorinnen und Autoren erforschen den Geschlechterstreit in Europa und Amerika mit Schwerpunkt Spanien und Hispano-Amerika. Dabei reicht der Forschungshorizont vom Mittelalter bis zum spanischen Postfrankismus.
Weder, Katharine
Kleists magnetische Poesie
Verlag: Wallstein
Heinrich von Kleists literarische Produktivität im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts fällt in die Zeit großer Popularität des Mesmerismus, des Tierischen Magnetismus, in Deutschland. Die an Magneten beobachteten Kräfte der Attraktion und Abstoßung wurden in diesem Lehrsystem für universal wirksam erklärt: Die magnetischen Wechselwirkungen und Wahlverwandtschaften gelten danach nicht nur für die anorganische, sondern besonders auch für die organische Natur und betreffen Körper wie Psyche. Dies wurde in Aufsehen erregenden und umstrittenen therapeutischen Praktiken erprobt. Die Autorin untersucht die Spuren dieser die Epoche prägenden Mode in Kleists Dramen und Prosa, u.a. in »Penthesilea«, »Das Käthchen von Heilbronn«, »Michael Kohlhaas« und »Prinz Friedrich von Homburg«.Für das Verständnis der zahlreichen geheimnisvoll ferngesteuerten Figuren in psychischen Grenzsituationen sind die mesmeristischen Konzepte von Kraftströmen und Fernwirkungen in Koma und Sterben, von eingeschränkter Willensfreiheit und zwingenden Rapporten aufschlussreich. Katharine Weder weist nach, wie sich Kleist in für ihn typischer Weise jeglicher Bewertung der magnetischen Wirkkraft enthält.
Kunst der Erinnerung, Poetik der Liebe
Verlag: Wallstein
Geschichte, Kunst und die Liebe: Das sind die großen Themen im Werk von Hanns-Joseph Ortheil. Die frühen Romane greifen historisch-politische Zäsuren deutscher Vergangenheit auf, indem sie von der deutschen Nachkriegsgeschichte und der konfliktbeladenen Auseinandersetzung mit der Vätergeneration erzählen. Jüngere Texte thematisieren Kunst und Künstlerfiguren. Sie begleiten Goethe durch Rom (»Faustinas Küsse«), berichten von Mozart und der glanzvollen Uraufführung seines »Don Giovanni« in Prag (»Die Nacht des Don Juan«) oder tauchen ein in den Farbenrausch eines jungen Malergenies im Venedig des 18. Jahrhunderts (»Im Licht der Lagune«). Mit »Die große Liebe« und »Das Verlangen nach Liebe« gelingt Hanns-Josef Ortheil schließlich eine Wiederbelebung des Liebesromans als ästhetisches Manifest. Die Autoren widmen sich intertextuellen Bezügen ebenso wie zentralen Topoi, lesen Ortheils Texte als Künstler-, Familien- und Liebesromane und folgen damit dem Autor selbst, der im Gespräch mit Heinz-Jürgen Dambmann einleitend »aktuelle Projekte des Liebesromans« poetologisch bestimmt.
Fauth, Søren R
Der metaphysiche Realist
Verlag: Wallstein
Wilhelm Raabe nimmt unter den kanonisierten Autoren des deutschsprachigen Realismus noch immer eine Sonderposition ein. Fauth weist durch detektivische Textarbeit erstmals nach, wie eng die spezifisch »altmodische Modernität«, die vieldiskutierte »implizite Poetik« und die chaotische Zeit- und Raum-Struktur der Raabeschen Erzähltexte mit der Ästhetik und Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers verbunden sind. Anhand von detaillierten Interpretationen von u.a. Zum wilden Mann, Höxter und Corvey, Die Innerste, Das Odfeld, Hastenbeck und Altershausen zeigt er sowohl die strukturellen als auch die thematischen Spuren von Schopenhauers Einfluss auf. Wer sich in Zukunft mit Raabes Erzählungen und Romanen auseinandersetzt, wird dessen lebenslange Schopenhauer-Rezeption zu berücksichtigen haben.
Nebrig, Alexander
Die Rhetorizität des hohen Stils
Verlag: Wallstein
Jean Racine (1639-1699) ist der französische Tragödienautor schlechthin. Insbesondere der hohe Stil seiner Figurenrede war für die Tragödie beispielgebend. Es lassen sich zwei Phasen der Übertragung von Racines Trauerspielen ins Deutsche unterscheiden: Bis ca. 1770 wurde er in klassizistisch-französischer Tradition übersetzt, so unter anderem von Johann Christoph Gottsched. Ab ca. 1800 entdeckten ihn die Autoren der klassisch-romantischen Epoche für sich, darunter Friedrich Schiller, und die Art und Weise, die Emphase der tragischen Rede zu übertragen, änderte sich völlig. Die von Nebrig zusammengestellten Übersetzungskorpora bezeugen diesen Wandel. Die Übersetzungen werden gattungsgeschichtlich und bühnengeschichtlich eingeordnet, die Diskussion um den ›hohen Stil‹, die auch anhand der Stücke Racines entbrennt, dokumentiert und analysiert. Anhand der Tragödien Athalie, Iphigénie und Phèdre sind beide Übersetzungsstile abschließend noch einmal im Vergleich zu betrachten. Neben einem Verzeichnis von über 200 Racine-Aufführungen im deutschsprachigen Raum ist eine annotierte Bibliographie sämtlicher Übersetzungsdrucke in deutscher Sprache bis 1830 beigefügt.
Herausgeber : Jahraus, Oliver; Conter, Claude D
Sex - Tod - Genie
Verlag: Wallstein
Einer der umstrittensten und originellsten Gegenwartsautoren: Erstmals wird Helmut Kraussers Werk erklärt und entmystifiziert.Helmut Krausser ist nicht nur ein großer Romancier, er ist auch Dichter, Dramatiker, Essayist und Tagebuchautor. Diese Formenvielfalt sichert ihm einen besonderen Platz in der deutschen Literatur; zudem gelingt es ihm, sein ‘uvre von Buch zu Buch konsequent weiter zu entwickeln. Dabei versteht er es, an die großen europäischen Erzähltraditionen des Realismus, mehr noch aber der Romantik anzuknüpfen und diese Tradition eigenständig und innovativ weiterzuführen. Auch scheut er die großen Themen nicht: Liebe und Sexualität, Kunst und Musik, Wahnsinn und Tod, Verbrechen und Gewalt.
Beier, Nikolaj
"Vor allem bin ich ich..."
Verlag: Wallstein
Was bedeutete Identität im österreichischen Fin de Siècle? Sich für Frauen und Theater anstatt für das Medizinstudium zu interessieren? Als Arzt ein Dasein im Schatten des Vaters zu fristen? Ein erfolgreicher Autor zu werden, der nicht gegen finanzielle Sorgen gefeit war? Schicksalsschläge – gescheiterte Ehe, Selbstmord der Tochter und eigene Krankheit – in Liebschaften, Natur und literarischer Arbeit zu verdrängen?Dies alles traf auf den Wiener Arthur Schnitzler (1862-1931) zu. Trotzdem wurde Schnitzlers Identität von antisemitischen und auch jüdischen Zeitgenossen immer wieder auf ein Faktum reduziert: Dass er kein christlicher »Germane«, sondern »Israelit« mit »mosaischem Bekenntnis« – dass er ein Jude war.Nikolaj Beier spürt in Aufzeichnungen und Werken nach, welche Bedeutung das Judentum für den agnostizistischen, akkulturierten Arthur Schnitzler aufgrund der antisemitischen Atmosphäre besaß. Dabei beleuchtet er die Glaubens- und »Rassen«-Problematik in Österreich von den spätliberalen 1870er Jahren über die deutschnational-christlichsoziale Jahrhundertwende und den Ersten Weltkrieg bis zu den nationalsozialistischen 1930er Jahren.
Herausgeber : Schmid, Hans-Jörg
Cognitive Foundations of Linguistic Usage Patterns
Verlag: De Gruyter
There is an increasing awareness in linguistics that linguistic patterns can be explained with recourse to general cognitive processes. The contributions collected in this volume pursue such a usage-based cognitive linguistic approach by presenting empirical investigations of lexical and grammatical patterns and probing into their implications for the relations between language structure, use and cognition.
Haßler, Gerda; Neis, Cordula
Lexikon sprachtheoretischer Grundbegriffe des 17. und 18. Jahrhunderts
Verlag: De Gruyter
Das Lexikon bietet in 60 Artikeln zu ca. 200 Termini eine Beschreibung der einzelnen Konzepte, in denen sich das Sprachdenken des 17. und 18. Jahrhunderts in Texten darstellt. Berücksichtigt wird dabei neben der synchronen Perspektive und der Kontinuität gegenüber der Tradition auch die epochenbezogene Dynamik, durch die das Sprachdenken des 17. und 18. Jahrhunderts ein Konzeptualisierungsangebot für spätere Zeiträume werden konnte. Pluspunkte: Erstes umfassendes Lexikon zu 200 zentralen sprachtheoretischen Termini des 17. und 18. Jahrhunderts Erschließt die terminologische und fachlinguistische Diskussion in der Frühzeit der Sprachwissenschaft in ausführlichen Artikeln mit reichem Belegkorpus Berücksichtigt alle europäischen Sprachen und Diskurse
Métrich, René; Faucher, Eugène
Wörterbuch deutscher Partikeln
Verlag: De Gruyter
Trotz jahrzehntelanger Partikelforschung gibt es bis heute kein größeres Wörterbuch, ob ein- oder zweisprachig, in dem die Partikeln und partikelähnlichen Wörter der deutschen Sprache eingehend, umfassend und auf der Grundlage von authentischen Beispielen beschrieben würden. Diese Lücke zu schließen, soll die Aufgabe dieses deutsch-französischen Wörterbuchs sein.
Anders, Christina Ada
Wahrnehmungsdialektologie
Verlag: De Gruyter
Wie nehmen Laien regionale Sprechweisen wahr? Diese Frage wird innerhalb der Dialektologie des Deutschen derzeit häufiger gestellt, ohne dass bisher eine befriedigende Antwort verzeichnet werden konnte. Im Rahmen einer empirischen Pilotstudie in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Südbrandenburg untersucht die vorliegende Studie am Beispiel des Obersächsischen, wie die Strukturen des sprachbezogenen Alltagswissens überhaupt beobachtbar und beschreibbar sind, in welchen Parametern dieses Wissen organisiert ist und welche Rolle außersprachliche Faktoren bei der Wahrnehmung von Dialekten spielen.
Herausgeber : Suerbaum, Almut; Gragnolati, Manuele
Aspects of the Performative in Medieval Culture
Verlag: De Gruyter
The volume assesses performative structures within a variety of medieval forms of textuality, from vernacular literature to records of parliamentary proceedings, from prayer books to musical composition. Three issues are central to the volume: the role of ritual speech acts; the way in which authorship can be seen as created within medieval texts rather than as a given category; finally, phenomena of voice, created and situated between citation and repetition, especially in forms which appropriate and transform literary tradition. The volume encompasses articles by historians and musicologists as well as literary scholars.
Herausgeber : Dangel-Pelloquin, Elsbeth; Pfotenhauer, Helmut; Schmitz-Emans, Monika; Simon, Ralf
Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft (2010)
Verlag: De Gruyter
Das Jahrbuch präsentiert Beiträge zu Jean Paul und seinem Werk sowie Aufsätze zur Literatur, den Künsten, der Kultur und Ästhetik seiner Zeit. In regelmäßigen Abständen werden Leseproben aus bisher unveröffentlichten Texten des Nachlasses mitgeteilt und Berichte über den Fortgang der historisch-kritischen Edition gegeben.
Herausgeber : Burkhardt, Armin; Nerlich, Brigitte
Tropical Truth(s)
Verlag: De Gruyter
Die 18 Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit verschiedenen Tropen wie Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie, Euphemismus, Antonomasie und Hyperbel und versuchen, aus ihrer jeweiligen fachlichen bzw. paradigmatischen Perspektive eine Antwort auf die erkenntnistheoretisch sehr entscheidenden Fragen zu geben, ob und in wie weit Tropen enthaltende Äußerungen überhaupt Anspruch darauf erheben können, wahr oder falsch zu sein.
Herausgeber : Burdorf, Dieter
Edition und Interpretation moderner Lyrik seit Hölderlin
Verlag: De Gruyter
Die Beiträge dieses Bandes, die von Editionsspezialisten und Lyrikexperten verfasst sind, untersuchen die lyrischen Werke Friedrich Hölderlins, Stefan Georges, Rudolf Borchardts, Rainer Maria Rilkes, Georg Trakls, Gottfried Benns, Bertolt Brechts, Paul Celans und Ernst Jandls sowie Editionen dieser Werke. Dabei werden neue Maßstäbe für die Edition moderner Lyrik in historisch-kritischen Ausgaben, aber auch in Studien- und Leseausgaben erarbeitet und erprobt. Es wird danach gefragt, welches Bild vom Leser oder Benutzer in den Lyrikeditionen enthalten ist und welche Konsequenzen die verschiedenen Editionsweisen für die Interpretation moderner Lyrik haben.
Weinreich, Cornelia
Das Textsortenspektrum im fachinternen Wissenstransfer
Verlag: De Gruyter
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Entwicklung des Textsortenspektrums von medizinischen Fachzeitschriften, um Aussagen zur Wissenschaftskultur und zum fachinternen Wissenstransfer treffen zu können. Welche Veränderungen konnten bei drei medizinischen Fachzeitschriften über einen Zeitraum von 30 Jahren festgestellt werden und welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf die Wissenschaftskultur? Die empirische Auswertung gibt interessante Entwicklungen preis.
Model, Benedikt A.
Syntagmatik im zweisprachigen Wörterbuch
Verlag: De Gruyter
Zweisprachige Wörterbücher sind ein wichtiges Hilfsmittel beim Fremdsprachenerwerb und bei der zwischensprachlichen Kommunikation. Man braucht jedoch beim Reden und Schreiben nicht einzelne Wörter, sondern man muss ganze Sätze formulieren können. Der Begriff der Syntagmatik fasst all das zusammen, was sich um ein Wort herum im Satz ansiedelt. Die Monographie Syntagmatik im zweisprachigen Wörterbuch geht der Frage nach, was man über ein Wort wissen muss, um es korrekt in einem Satz verwenden zu können, und wie ein Wörterbuch aufgebaut sein muss, um diese Informationen zu vermitteln.
Stauss, Sebastian
Zwischen Narzissmus und Selbsthass
Verlag: De Gruyter
Künstlerdramen und -romane sind keineswegs nur Ausdruck ungebremster Kreativität, sondern sie gewähren vor allem Aufschluss über künstlerische Selbstzweifel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden ästhetische überlegungen dazu immer stärker mit psychologischen verwoben. Den gemeinhin bekannten „Narzissten" wie Oscar Wilde oder Andrè Gide stehen Dramatiker und Opernkomponisten wie J. M. Barrie oder Franz Schreker gegenüber, die Künstlerleben zwischen Selbsthass und -zerstörung auf die Bühne bringen.
Herausgeber : Deutsches Historisches Institut in Rom
Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken (2009)
Verlag: De Gruyter
Die historische Fachzeitschrift »Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken« (QFIAB) erscheint seit 1898 und wird vom Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom herausgegeben. Die Artikel und Miszellen (mit Inhaltszusammenfassungen auf Deutsch bzw. Italienisch) behandeln Themen zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Italien und zur italienischen Geschichte vom Frühmittelalter bis zur Zeitgeschichte. QFIAB enthält weiter den Jahresbericht des Direktors und Berichte zu Tagungen des Instituts und schließt mit einem großen Rezensionsteil (Anzeigen und Besprechungen) mit folgenden Unterteilungen: Allgemeines; Festschriften, Aufsatzsammlungen, Kongreßakten; Historische Hilfswissenschaften; Rechtsgeschichte; Mittelalter; Frühe Neuzeit; 19. Jahrhundert; Zeitgeschichte; Italienische Landesgeschichte (Nord-, Mittel- und Süditalien). Die Artikel und Besprechungen werden in der Regel auf Deutsch oder Italienisch publiziert.
Blume, Herbert
Hermann Bote
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Der Braunschweiger Stadtschreiber Hermann Bote (ca. 1450-1520) gilt heute als der namhafteste Autor in der hansestädtischen Welt Norddeutschlands seiner Zeit. Das Spektrum seiner Werke ist vielfältig: Zwei Weltchroniken, das Schichtbuch – eine Schilderung der Braunschweiger Bürgerunruhen 1292-1514 –, satirisch-polemische Lieder und das Radbuch, das von der Ordnung der gesellschaftlichen Stände handelt. Weiter eine Lebensweisheiten-Sammlung (der Köker) und das Zollbuch der Stadt Braunschweig, nicht zuletzt aber die niederdeutsche Grundform des Eulenspiegelbuchs, als deren Autor Bote inzwischen mit größter Wahrscheinlichkeit angesehen werden darf. Dieses Buch führt in Leben und Werk umfassend ein, auch anhand ausgiebiger Textproben in den Sprachformen der Zeit mit Übersetzungen. Die fünfzehn Kapitel bieten einen facettenreichen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand der germanistischen Bote-Forschung sowie erstmals veröffentlichte Forschungsergebnisse des Verfassers.
Herausgeber : Eke, Norbert Otto; Schuster, Kurt G; Tiggesbäumker, Günter
Hoffmann von Fallersleben
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Schloß Corvey bei Höxter war die letzte Station im Leben des Dichters und Gelehrten August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Von 1860 bis zu seinem Tode 1874 lebte und arbeitete er dort als Bibliothekar des Herzogs von Ratibor. An diesem Ort trafen sich im Mai 2008 Wissenschaftler aus Polen, den Niederlanden und Deutschland zum dritten Symposion über Hoffmanns Leben und Werk. Die Wahl der Tagungsorte – Fallersleben 1998, Breslau 2003, Corvey 2008 – spiegelt nicht nur den Lebenslauf des Mannes, sondern auch die Stätten, an denen sich die Erforschung der vielfältigen Aspekte seines Wirkens heute konzentriert.Das vorliegende Buch enthält achtzehn Beiträge, die zu dieser Tagung entstanden sind. Untersuchungen zu Hoffmanns biographischem Umfeld beleuchten seine wirtschaftliche Lage und die literarische Verarbeitung persönlicher und räumlicher Erfahrungen. Die Diskussion über seine Bedeutung für die von ihm mitbegründete neue Wissenschaft der Germanistik wird fortgeführt und auf die Musikwissenschaft ausgedehnt. Die Rezeptionsgeschichte seines Werks überschreitet räumlich im Osten und Westen die deutschen Grenzen und zeitlich die Festlegung auf den Vormärz als Rahmen seiner politischen Wirkung.
Caroline Lodemann
Regie als Autorschaft
Verlag: V&R unipress
Allen literaturwissenschaftlichen Debatten zum Trotz: Der Autor und sein Name leiten das Werkverständnis nach wie vor – umso mehr dort, wo von intertextuellen Verfahren Gebrauch gemacht und eine zunehmende Ablösung von Schrift und Material proklamiert wird. In diesem Spannungsfeld von Text und Notation hier und performativem Ereignis dort stehen theatrale Aufführungen und mit ihnen Verfasser und Regisseur. Dieser Band untersucht am Beispiel von Christoph Schlingensiefs »Parsifal« an den Bayreuther Festspielen 2005 die Beziehungen von Text und Inszenierung in der Aufführung im Hinblick auf Zuschreibung und Markierung von Autorschaft. Mit Genettes Begriff des Paratextes und seinen Implikationen wird gezeigt, wie aus Richard Wagners Bühnenweihfestspiel in der Inszenierung von Schlingensief schließlich »Schlingensiefs Parsifal« wurde und wie eine Aufführung als Überlagerung zweier Schichten vorgeführt wird. Beides gemeinsam führt zu der Schlussfolgerung, dass sich die mehrstufige Entstehung einer Aufführung in der Auffächerung ihrer Autorschaft spiegelt.
Herausgeber : Wiegand, Herbert Ernst; Beißwenger, Michael; Gouws, Rufus H.; Kammerer, Matthias; Storrer, Angelika; Wolski, Werner
Wörterbuch zur Lexikographie und Wörterbuchforschung. Band 1: A - C
Verlag: De Gruyter
Das vierbändige Wörterbuch versammelt erstmals die Fachtermini der Wörterbuchforschung in ca. 5.600 Stichwörtern, 7.200 Verweisstichwörtern und 50.000 Stichwortäquivalenten in neun Sprachen und bildet so das Fundament einer zukünftigen Lexikographie. Es wendet sich an Wissenschaftler, Studenten und übersetzer und dient der Lektüre sowie dem Verfassen und übersetzen von Fachtexten. Neben einer deutsch- und englischsprachigen Einführung in das Fach bietet es zweisprachige Definitionen und Umtexte sowie mehrsprachige übersetzungen der Stichwörter.
De Angelis, Simone
Anthropologien
Verlag: De Gruyter
Die anthropologische Wissensformation der Frühen Neuzeit entstand aus dem Interagieren der Disziplinen Psychologie, Anatomie, Physiologie und Naturrecht, die von der Renaissance bis in die Spätaufklärung einen fundamentalen Begründungsdiskurs über den Menschen konstituierten. Dabei veränderte sich das Selbstverständnis des „natürlichen" Menschen: Es basierte nun auf der Einsicht in den Zusammenhang zwischen seiner biophysischen und seiner mentalen Struktur, aus der die Einbildungskraft und das Gedächtnis resultieren und die ihn zu moralischem Handeln und zur Produktion von „Kultur" befähigt.
Elsaghe, Yahya
Krankheit und Matriarchat
Verlag: De Gruyter
Die Studie widmet sich dem letzten vollendeten Werk Thomas Manns und versucht, seine bisherige Vernachlässigung durch die Forschung u. a. rezeptionsästhetisch zu begreifen. Untersucht wird die Stellung des Textes innerhalb des Gesamtwerks sowie sein intrikates Verhältnis zu den sehr verschiedenen Kontexten, in denen er erst verständlich wird: Literatur- und mentalitätsgeschichtliche, mythologische und philosophische, medizin- und wissenschaftshistorische, politische und ideologiekritische Aspekte eröffnen einen Blick auf oft unterschätzte Bewegungen und Veränderungen, aber auch auf bislang unbemerkte Konstanten des Gesamtwerks.
Beuerle, Angela
Sprachdenken im Mittelalter
Verlag: De Gruyter
Im Zentrum des Bandes stehen die um 1270 in Paris entstandenen lateinischen Traktate der Dänen Martinus und Boethius de Dacia zur sog. „modistischen Grammatik". Die Konturen dieser „mittelalterlichen Linguistik" werden deutlich in einer komparatistischen Gegenüberstellung mit zwei weiteren sprachtheoretischen Ansätzen: vier Traktaten mittelalterlicher isländischer Grammatiker und Ferdinand de Saussures „Cours de linguistique gènèrale" als einem Grundlagenwerk der modernen Linguistik. Dies mündet in eine grundlegende wissenschaftstheoretische Reflexion einer möglichen Typologie sprachwissenschaftlicher Theoriegebäude.
Herausgeber : Classen, Albrecht
Paracelsus im Kontext der Wissenschaften seiner Zeit
Verlag: De Gruyter
Der zweite Band der „Theophrastus Paracelsus Studien" versammelt die Beiträge internationaler Wissenschaftler aus verschiedenen Fachdisziplinen. Beleuchtet werden die kulturhistorischen und mentalitätsgeschichtlichen Gegebenheiten, die für die Arbeit von Paracelsus von Bedeutung waren, sein umfangreiches Wirken in Religion, Medizin und Alchemie sowie sein Einfluss auf zeitgenössische Entwicklungen in Medizin, Naturheilkunde und Bioethik. Zudem behandeln die Autoren sozialpolitische und ideengeschichtliche Aspekte, die die zentrale Bedeutung von Paracelsus stärker als bisher in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.
Böhm, Manuela
Sprachenwechsel
Verlag: De Gruyter
Die Studie behandelt die sprachliche Akkulturation der Hugenotten, die als französische Protestanten am Ende des 17. Jahrhunderts auch in Brandenburg Zuflucht fanden. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der sprachlichen Integration dieser Migranten, die im Laufe der Zeit ihre französische Sprache aufgaben und zur deutschen Sprache übergingen. Die Analyse der sprachlichen Situation in drei verschiedenen Hugenottenkolonien zeigt, wie die Sprachwechselprozesse, je nach Ort und Kontext, einen sehr unterschiedlichen Verlauf nahmen.
Herausgeber : Berbig, Roland
Fontane als Biograph
Verlag: De Gruyter
Biographisches durchzieht Fontanes vielgestaltige literarische Arbeit wie ein roter Faden. Diesem wird in der Publikation, an der sich international renommierte Fontane-Forscher beteiligten, erstmals nachgegangen. Das Resultat ist erstaunlich: Bis jetzt eher vernachlässigte Werkteile erfahren erstmals eine gründlichere Untersuchung, und beinahe alle Beiträge erlauben Rückschlüsse auf das erzählerische Hauptwerk. Unter Einbeziehung der Biographieforschung und anderer Fachdisziplinen (Geschichts- oder Kunstwissenschaften) eröffnet sich ein neuer, produktiver Zugang zu Fontanes Gesamtwerk.
Herausgeber : Thouard, Denis; Vollhardt, Friedrich; Zini, Fosca
Philologie als Wissensmodell / La philologie comme modèle de savoir
Verlag: De Gruyter
Während die Philosophie noch bis Newton die wissenschaftlichen Bemühungen bezeichnet, wurde in der Frühen Neuzeit die Philologie sehr unterschiedlich verstanden: als universelles Wissen von sprachlich Vermitteltem, aber auch als technische Behandlung der schriftlichen Urkunden oder als Ansammlung von Wissensbeständen in Gestalt einer Enzyklopädie. Es wird in diesem Band versucht, diese verschiedenen Aspekte näher zu beleuchten. Um die Tragweite der Philologisierung der kulturellen Vergangenheit zu verstehen, sollte man sich zunächst für den intellektuellen Gestus interessieren, von dem die Philologie zeugt, wie die Entstehung der ,kritischen Tätigkeit´;.
Doms, Misia Sophia
Die Viel-Einheit des Seelenraums in der deutschsprachigen barocken Lyrik
Verlag: De Gruyter
Das christliche Dogma von der unteilbaren Einheit der Seele wird in der barocken Anthropologie durch vielfältige Hinweise auf eine Pluralität des Psychischen in Frage gestellt. Während dies in der philosophischen Begrifflichkeit zu logischen Widersprüchen führt, gelingt es der zeitgenössischen Metaphorik, das Psychische als ,mannigfaltige Einigkeit´; zu zeichnen. An den Seelenbildern barocker Lyrik untersucht die Studie die Varianten und besonderen Bedingungen dieser seelischen ,Viel-Einheit´;. Im Vordergrund stehen dabei Gedichte, in denen die Seele als Raum bzw. als klar raumbezogenes Gebilde entworfen wird.
Müller, Jan-Dirk
Mediävistische Kulturwissenschaft
Verlag: De Gruyter
Kulturwissenschaftlich interessierte Untersuchungen zu volkssprachigen literarischen Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ihrem Entstehungs- und Wirkungskontext, ihren medialen Voraussetzungen, ihren Entwürfen kultureller Ordnungen und der Diskussion und Transformation sozialer Normen. Das Spektrum ist breit: Texte des 12. bis 16. Jahrhunderts (Heldenepik, Novellen, Geistliches Spiel, Narrensatire, Enzyklopädie). Ausgangspunkt und Ziel sind Verständnis des literarischen Textes als Reflexionsmedium kultureller Konfigurationen.
Gantet, Claire
Der Traum in der Frühen Neuzeit
Verlag: De Gruyter
Diese Studie untersucht jenes Wissen, auf das bei der Interpretation des Traumprozesses sowie bei der Deutung, Einordnung und Niederschrift von Träumen zurückgegriffen wurde. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit der Stellung des Wissens über den Traum in der Wissenschaft im alten Reich. Hierzu gehören im Rahmen einer kulturellen Wissenschaftsgeschichte konfessionelle Deutungen, medizinische Interpretationen und rhetorische Praktiken. Am Beispiel des Traumes lässt sich hinterfragen, wie sich kulturelle und wissenschaftliche Grundzüge mit Identitätsfragen verknüpfen konnten.
Faltings, Volkert F.
Etymologisches Wörterbuch der friesischen Adjektiva
Verlag: De Gruyter
Das Etymologische Wörterbuch der friesischen Adjektiva erfaßt das gesamte Inventar der alt- und neufriesischen Adjektiva in ihrem germanischen und indogermanischen Kontext. Ausgehend von einer germanischen Grundform werden für jedes Adjektiv die Lautgeschichte, Wortbildung und Bedeutungsentwicklung erörtert, wobei auch Lehneinflüsse der benachbarten Sprachen Niederdeutsch, Niederländisch und Dänisch zur Sprache kommen.
Kraume, Anne
Das Europa der Literatur
Verlag: De Gruyter
Europa? Das sei eine Erfindung der Dichter, sagt Heinrich Mann und verweist damit auf eine Beziehung, die seit Jahrhunderten Bestand hat: diejenige zwischen der europäischen Literatur und Europa als ihrem Thema. Imperium, Zivilisation, Vereinigte Staaten, Ordnungsmacht oder Friedensprojekt - vor allem im 19. und 20. Jahrhundert werden in literarischen Texten die unterschiedlichsten Vorstellungen von Europa formuliert und diskutiert. Aus ihrer exemplarischen Analyse des Werkes von neun Schriftstellern entwickelt die Studie ein Verständnis von der besonderen Beziehung zwischen der Literatur und Europa.
Herausgeber : Bredel, Ursula; Müller, Astrid; Hinney, Gabriele
Schriftsystem und Schrifterwerb: linguistisch – didaktisch – empirisch
Verlag: De Gruyter
Der Sammelband führt sprachwissenschaftliche und sprachdidaktische Befunde zu Struktur und Erwerb des deutschen Schriftsystems zusammen. Auf der Grundlage aktueller Forschungen zur deutschen Schriftsprache wird gezeigt, dass sich ihre Strukturen im Kernbereich systematisch beschreiben lassen. Es wird erörtert, wie sich diese Einsichten für didaktische Konzeptionen zum Schriftspracherwerb nutzen lassen. Konkrete Beispiele aus dem Deutschunterricht verdeutlichen Aneignungsprobleme und erörtern lernwirksame Maßnahmen auf der Grundlage des entdeckenden Lernens.
Tiefenbach, Heinrich
Altsächsisches Handwörterbuch / A Concise Old Saxon Dictionary
Verlag: De Gruyter
Der Wortschatz aus den Anfängen der niederdeutschen Sprache, der Periode des Altsächsischen, ist bisher nicht in einem modernen Lexikon erfasst. Das vorliegende Wörterbuch bietet ihn vollständig, grammatisch erschlossen, mit Stellennachweisen und mit Bedeutungsangaben in deutscher und englischer Sprache. Die handschriftlichen Quellen sind mit Bibliotheksort und Editionen nachgewiesen. Ein rückläufig geordnetes Stichwörterverzeichnis und ein Index der lateinischen Vorlagewörter runden das Werk ab.
Hirt, Katherine
When Machines Play Chopin
Verlag: De Gruyter
WhenMachines Play Chopin brings together music aesthetics, performance practices, and the history of automated musical instruments in nineteenth-century German literature. Philosophers defined music as a direct expression of human emotion while soloists competed with one another to display machine-like technical perfection at their instruments. WhenMachines Play Chopin looks at this paradox between thinking about and practicing music to show what three literary works say about automation and the sublime in art.
Herausgeber : Henn, Marianne
Gesellschaftsdramen, Künstlerdramen, Lustspiele und Einakter
Verlag: De Gruyter
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) war nicht nur Erzählerin, sondern auch Dramatikerin und verfasste zeit ihres Lebens Bühnenstücke. Mit diesem Band liegt erstmals - nach den bereits in dieser Reihe erschienenen historischen Tragödien - das gesamte dramatische Werk der Autorin vor. Ebner-Eschenbach verfasste Gesellschafts- und Künstlerdramen, Lustspiele, Einakter und experimentierte mit Gattungen wie der dialogisierten Novelle. Die thematische Vielfalt ihrer Dramen bietet einen lebhaften Einblick in die zeitgenössische Gesellschaft.
Herausgeber : Barkhoff, Jürgen; Heffernan, Valerie
Schweiz schreiben
Verlag: De Gruyter
Unter dem Stichwort „Mythos Schweiz“ diskutiert dieser Band die prominente Rolle insbesondere der Deutschschweizer Literatur für Identitätsbildungsprozesse und ihre kritische Reflexion in der Schweiz im 20. Jahrhundert. Er versammelt die Beiträge einer Dubliner Tagung aus dem Jahre 2006, die namhafte Schweizer Germanisten und Fachkollegen aus Irland, Großbritannien, Kanada, den USA und Deutschland zusammenbrachte. Besonders seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Schweizer Literatur im kulturell-gesellschaftlichen Ensemble der Diskurse ein zentrales Medium für die Fort- und Umschreibungen etablierter Schweiz-Mythen wie etwa ‚Sonderfall‘, ‚Eidgenossenschaft‘, ‚Neutralität‘, ‚Alpen‘, ‚Multikulturalität‘ oder ‚literarischer Gegendiskurs‘. Diese und andere Mythen analysiert der Band unter Schwerpunktthemen wie: das Konzept „Schweizer Literatur“ im Zeichen von Globalisierung und Multikulturalität; das Verhältnis zwischen den Sprachen und Kulturen in der Schweiz und zum größeren deutschsprachigen Kulturraum; das Verhältnis von Geschichte, Landschaft und Identität; die Spannung zwischen Regionalem und Globalem, Schweizspezifik und Internationalismus; die unterschiedlichen Generationenprofile innerhalb der schweizerischen Autoren.
Herausgeber : Daiber, Jürgen; Grunewald, Eckhard; Och, Gunnar; Regener, Ursula
Aurora (2008/2009)
Verlag: De Gruyter
Aurora, das Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft erschien als Fortsetzung des Almanachs Aurora (1929-1943) nach dem Kriege erstmals wieder 1953. Seitdem ist das Jahrbuch durch eine zunehmende Öffnung gegenüber dem kulturgeschichtlichen Umfeld von Eichendorffs Leben und Werk und seinen umfangreichen Rezensionsteil zu einem der führenden Publikationsorte und Referateorgane zur klassisch-romantischen Zeit geworden. In jedem Jahrgang findet sich zudem eine Jahresbibliographie zu Eichendorff. Die Aurora wird seit 2002 bei Max Niemeyer verlegt (früher bei Thorbecke). Zeitgleich mit diesem verlegerischen Neubeginn zeichnen durch einen Generationswechsel im Vorstand der Eichendorff-Gesellschaft neue Herausgeber für das Jahrbuch verantwortlich. Publikationssprache ist Deutsch.
Herausgeber : Glei, Reinhold F.; Kaminski, Nicola; Lebsanft, Franz
Boethius Christianus?
Verlag: de Gruyter
In 15 Beiträgen unterschiedlicher Fachrichtungen, die von internationalen Experten verfasst wurden, wird der Frage nachgegangen, wie die Consolatio Philosophiae des Boethius (ca. 480-524 n.Chr.) im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit durch verschiedene Übersetzungen und Kommentare tradiert und dabei transformiert worden ist. Im Vordergrund steht die christliche Interpretation des Werkes im Mittelalter, ihre Rückführung auf die Antike in der Renaissance und ihre Instrumentalisierung im konfessionellen Zeitalter.
Wieland, Christoph Martin
Herausgeber : Manger, Klaus; Reemtsma, Jan Philipp
Wieland, Christoph Martin: Werke. Bd.10.1: Text
Verlag: de Gruyter
Christoph Martin Wieland (1733-1813) zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des Rokoko und der Aufklärung; er gilt als Begründer des Bildungsromans sowie als Wegbereiter der Weimarer Klassik und hat sich insbesondere als Herausgeber und übersetzer verdient gemacht. Die Edition seines umfangreichen Gesamtwerkes, das zum ersten Mal vollständig veröffentlicht wird, stellt ein längst überfälliges und literarhistorisch überaus bedeutsames Unternehmen dar: Die 36 Bände werden nicht nur seine poetischen Werke, sondern auch Wielands maßgebende übersetzungen (darunter Shakespeare und Cicero) in chronologischer Reihenfolge präsentieren, wobei jeder Textband durch einen Kommentarband ergänzt wird. Die Edition wird Wissenschaftlern wie interessierten Laien künftig als hochwertig ausgestattete Standardausgabe zur Verfügung stehen. Künftig maßgebliche Edition aller Werke Christoph Martin Wielands Erstmals integrierte Darbietung der Werke und übersetzungen Wielands in chronologischer Folge Umfassende Kommentierung und kulturhistorische Erläuterung aller Werke.
Saße, Günter
Auswandern in die Moderne
Verlag: de Gruyter
An zwei großen Werken hat Goethe jahrzehntelang gearbeitet: am Faust II und an Wilhelm Meisters Wanderjahren. In ihnen thematisiert er den Beginn des 19. Jahrhunderts als Epocheneinschnitt, der das Ende jahrhundertealter Traditionen und den Anbruch der Moderne markiert. Insbesondere Goethes Altersroman zeigt dabei, wie sich das ,Neue´; als durchgängige Utilitarisierung aller Wirklichkeitsbereiche manifestiert. Die vorliegende Studie deutet die Wanderjahre als Reflexionsmedium, das Wissensbestände der Gegenwart und Vergangenheit integriert, um sie im Handeln und Erleben der Protagonisten dem ,anschauenden´ Verstehen zu präsentieren.
Herausgeber : Hundt, Markus; Lasch, Alexander; Anders, Christina Ada
Perceptual Dialectology
Verlag: de Gruyter
Die perceptual dialectology befasst sich mit subjektiven, laienlinguistischen „naiven" Sichtweisen auf deutschsprachige Dialekte sowie mit der Rolle, die sie im alltäglichen sozialen Umgang spielen. Was denken linguistische Laien über Dialekte und deren Sprecher? Welche kognitiven Landkarten haben sie von diesen Dialekten? Welche Einstellungen haben sie zu den Dialekten und deren Sprechern? Welche assoziierten und perzipierten Dialektmerkmale sind im Bewusstsein linguistischer Laien vorzufinden? Der Band stellt die derzeit innovativsten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet vor.
Herausgeber : Nünning, Vera; Nünning, Ansgar
Cultural Ways of Worldmaking
Verlag: de Gruyter
Taking as its point of departure Nelson Goodman´s theory of symbol systems as delineated in his seminal book "Ways of Worldmaking", this volume gauges the possibilities and perspectives offered by the worldmaking approach as a model for the study of culture. The volume serves to demonstrate how specific media and narratives affect the worlds that are created, and shows how these worlds are established as socially relevant. It also illustrates the extent to which ways of worldmaking are imbued with cultural values, and thus inevitably implicated in power relations.
Herausgeber : Mix, York-Gothart; Strobel, Jochen
Der Europäer August Wilhelm Schlegel
Verlag: de Gruyter
Unter den bedeutenden Autoren der Romantik ist August Wilhelm Schlegel trotz seines Einflusses einer der am wenigsten erforschten, obwohl er immer wieder als Zentralgestalt der Vermittlung zwischen den Kulturen Europas gesehen wurde. Er gilt als der wichtigste Übersetzer (Shakespeare u.a.) unter den Romantikern und hat mit seinen Vorlesungen auch die Romantiker in anderen europäischen Ländern und den USA beeinflusst. Anhand des Oeuvres, der weit verzweigten Korrespondenz und der einschlägigen Rezeptionszeugnisse analysiert der Band seine Bedeutung als europäischer Kulturvermittler zwischen Orient und Okzident.
Herausgeber : Pape, Walter
Raumkonfigurationen in der Romantik
Verlag: de Gruyter
Um 1800 werden die ,Räume des Inneren´;, werden geistige und psychische Prozesse, Zustände oder Beziehungen, die sich unmittelbarer Anschauung entziehen, neu symbolisiert und erzählt. Der Fokus dieses Bandes liegt auf den erzählten ,realen´; Räumen der Romantik, es geht dabei um die kulturelle Kodierung von Häusern und Zimmern, Schlössern und Türmen, aber auch von offenen Räumen: der Weite des Meeres, Flusslandschaften und fernen Ländern. Die Analysen tragen im Rahmen des gegenwärtig proklamierten spatial oder topographical turn zu einer neuen Vermessung eines sowohl erzähl- und darstellungstechnisch als auch kulturanthropologisch zentralen Komplexes bei.
Reiling, Jesko
Die Genese der idealen Gesellschaft
Verlag: de Gruyter
Mit dieser Arbeit wird erstmals das literarische und literaturtheoretische Werk von Johann Jakob Bodmer (1698-1783) umfassend analysiert. So kann ein neues Profil des Meinungsführers der Zürcher Aufklärung entworfen werden, das die negativen Urteile der Literaturgeschichte revidiert. In biblischen Epen, politischen Dramen und Kinderschauspielen entwarf Bodmer Gesellschaftsmodelle, die auf Idealen wie Freundschaft und Menschenliebe beruhen. Viel radikaler als seine dichtenden Zeitgenossen erklärte er diese zur politischen Basis einer jeden Gesellschaft.
Herausgeber : Dietzsch, Steffen; Ludwig, Ariane
Achim von Arnim und sein Kreis
Verlag: de Gruyter
Dieser Band fasst nach einem ersten Jahrzehnt neuer historisch-kritischer Editionsarbeiten an der Weimarer Arnim-Ausgabe (WAA) die dabei erreichten philologischen, literarischen, philosophischen und komparatistischen Konstellationen zusammen. Es entsteht ein neues Bild von einem der ,originellsten Köpfe der romantischen Schule' (Heinrich Heine) und seines viel nachhaltigeren Einflusses auf Zeitgenossen wie Nachgeborene als bisher gedacht.
Herausgeber : Gordón Peral, María Dolores
Toponimia de España
Verlag: de Gruyter
Systematische Übersicht durch anerkannte Fachvertreter über den aktuellen Stand und Desiderata der Ortsnamenforschung der verschiedenen Regionen Spaniens. Durch die gleichberechtigte Integration der zweisprachigen Autonomen Regionen Galicien, Asturien, Baskenland und Navarra, Katalonien, Valencia und Balearen ist dieses Vademekum nicht nur für Romanisten und Baskologen sondern ebenso für Spezialisten anderer Disziplinen wie Kartographen, Geographen, Historiker, Archäologen usw. von großem Interesse.
Herausgeber : Hasebrink, Burkhard; Schiewer, Hans-Jochen; Palmer, Nigel F.
Paradisus anime intelligentis
Verlag: de Gruyter
Paradisus anime intelligentis ist der lateinische Name einer der bedeutendsten deutschen Predigtsammlungen des Spätmittelalters, die ungefähr zur Hälfte Predigten Meister Eckharts enthält. Die Studien widmen sich dem theologischen Programm, den Handschriften, der Überlieferung und der Bearbeitung sowie ausgewählten Einzeltexten. Abgerundet wird der Band durch die Untersuchung einer benachbarten Sammlung, der Kölner Klosterpredigten.
Herausgeber : Cano González, Ana María; Germain, Jean; Kremer, Dieter
Bibliographie des sources historiques
Verlag: de Gruyter
Das Dictionnaire de l´anthroponymie romane (PatRom) ist ein auf 6 Bände (mit Teilbänden) angelegtes, genetisches Personennamenbuch. Die Bibliographie des sources historiques stellt zusammen mit dem Cahier des Normes rèdactionelles und der Sekundärliteratur (Band I,1) die Basis und den Kern des Wörterbuchs PatRomdar. Sie verzeichnet die mittelalterlichen demographischen Quellen (Urkunden oder Namenslisten), deren Auswertung Grundlage eines jeden Artikels des PatRom ist. Verschiedene Indizes der Siglen und Abkürzungen erleichtern darüber hinaus den Zugang zur historischen Dokumentation.
Herausgeber : Hentschel, Uwe
Garlieb Helwig Merkel
Verlag: Bernstein-Verlag
Garlieb Helwig Merkel (1769-1850) gilt als Bgeründer des modernen Feuilletons im deutschsprachigen Raum. In seinen 'Skizzen' und 'Darstellungen und Charakteristiken' zeichnet der kritische Aufklärer ein plastisches Bild von den literarischen Verhältnissen zwischen 1796 und 1806.Unter Kennern der Literatur des 18. Jahrhunderts ist er längst ein Geheimtipp: Der livländische Autor Garlieb Helwig Merkel. Er gilt als (Mit-)Begründer des modernen Feuilletons im deutschsprachigen Raum.Ob seiner spitzen Feder wurde er gehasst und gesucht. Er war ein Aufklärer par excellence – ambitioniert, unabhängig und wissensdurstig. Sein Ziel war eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Werke, die hierzu keinen Beitrag leisteten, verfielen der Kritik. Klassiker und Romantiker sahen sich von ihm attackiert.Deren ästhetische Maßgaben waren nicht die seinen – doch ihre setzten sich durch. Merkel fiel in Ungnade. Verrufen als bornierter Kunstverächter verschwand er im Schattenreich der Literaturgeschichte – nahezu bis heute.Sowohl die 'Skizzen' als auch die 'Darstellungen und Charakteristiken' geben einen Einblick in die literarischen Verhältnisse zwischen 1796 und 1806. In diesen auch politisch bewegten Jahren an der Epochenwende kam Merkel nach Deutschland. Er besuchte mit Leipzig, Jena, Weimar und Berlin die Zentralstätten des literarischen Lebens in jener Zeit und wurde mit ihren Größen bekannt. Als freier Autor und Herausgeber mehrerer Zeitschriften, wie den 'Briefen an ein Frauenzimmer' und dem 'Freimüthigen', erhob er wirkungsmächtig seine Stimme. Von seinen Kontakten und seinem Wirken erzählt Merkel in seinen Texten. Entstanden sind vor allem literarische Porträts, welche durch ihren kulturhistorischen Aussagewert und durch große Anschaulichkeit bestechen. Die vorliegende Dokumentation erweitert unser Wissen über die Literatur an der Epochenwende und hält zudem ein besonderes Lesevergnügen bereit.
Herausgeber : Martin Baisch, Johannes Keller, Florian Kragl, Matthias Meyer
Der ›Jüngere Titurel‹ zwischen Didaxe und Verwilderung
Verlag: V&R unipress
Herausgeber : Pérennec, René
Höfischer Roman in Vers und Prosa
Verlag: de Gruyter
Die europäische Kunst, Philosophie und Literatur des Mittelalters wurde entscheidend von der französischen Kultur und ihren intellektuellen und literarischen Leistungen geprägt. Dieses Handbuch gibt erstmals in der Forschungsgeschichte einen umfassenden überblick über Elemente der Sprache, die poetischen Formen und Gattungen, Motive, Stoffe und Werke der deutschen und niederländischen mittelalterlichen Literatur in der Zeit zwischen ca. 1100 und 1300, die auf Anregungen und Vorgaben aus Frankreich beruhen. Das Handbuch dokumentiert die enorme Ausstrahlungskraft der Kultur Frankreichs in jener Zeit ebenso wie die produktive Aneignung, Anverwandlung und Neuformung der fremdsprachigen Vorgaben in den angrenzenden germanischen Sprachlandschaften. Ein internationales Herausgebergremium und eine große Zahl von Fachgelehrten bündeln, erweitern und präsentieren das bisher in der Forschung zu diesem Thema Geleistete. Das Handbuch dient gleichermaßen als Quelle der Primärinformation für alle Interessierten wie als Grundlage zukünftiger Detailforschung. Es ist ein Standardwerk der Mediävistik, das für die historisch angemessene Beschreibung der deutschen und niederländischen Literatur des Hochmittelalters als eines europäischen Phänomens Maßstäbe setzt.
Herausgeber : Krenzlin, Leonore; Weigelt, Klaus
Ernst Wiechert im Gespräch
Verlag: de Gruyter
Der masurische Schriftsteller Ernst Wiechert (1887-1950), den sein Auftreten gegen Rechtlosigkeit und Terror 1938 ins Konzentrationslager brachte, ist als Verfasser des KZ-Berichts „Der Totenwald" bekannt. Im 20. Jahrhundert zählte er zu den beliebtesten Romanciers und erzielte Höchstauflagen. Die Beiträge des Bandes erörtern Aspekte seiner Biographie und seines Werks, das die Zeitstimmungen und Zeiterfahrungen des vergangenen Jahrhunderts spiegelt.
Herausgeber : Görner, Rüdiger; Nicholls, Angus
In the Embrace of the Swan
Verlag: de Gruyter
Mythen bedingen das Selbstverständnis von Kulturen. Die Beiträge zu diesem Band untersuchen kulturspezifische Mythen in Britannien und im deutschsprachigen Raum, vergleichen mythentheoretische Ansätze sowie literarische und ästhetisch-politische Wirkungsweisen mythologischer Formationen - schwerpunktmässig seit 1800. Sie fragen nach den Folgen mythenorientierter Diskurse für das wechselseitige Verstehen dieser beiden Kulturen und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Vertiefung der interkulturellen Forschung.
Hildegard von Bingen
Herausgeber : Hildebrandt, Reiner; Gloning, Thomas
Physica
Verlag: de Gruyter
Dieses naturkundlich-heilpraktische Werk der Hildegard von Bingen ist durch neue Handschriftenfunde auf eine wesentlich breitere Basis gestellt worden und bietet jetzt einen doppelt so großen Textumfang wie die bisherige Standardausgabe aus dem Jahre 1855. Das Pflanzen- und Tierreich sowie Edelsteine, Metalle und Erden werden in einer mittelalterspezifischen Gesamtschau behandelt, wobei der Aufweis der den einzelnen Naturobjekten innewohnenden Heilkräfte im Vordergrund steht. Die vielen eingestreuten deutschen Wörter im lateinischen Text vermögen außerdem der deutschen Sprachgeschichtsforschung neue Impulse zu geben. erste textkritische Gesamtausgabe der berühmten „Physica" auf der Grundlage der neu entdeckten, ungekürzten Florentiner Handschrift von großem Interesse für Mediävisten, Germanisten, Mittellateiner, Naturkundler und Medizinhistoriker neue Standardausgabe
Herausgeber : Harnisch, Rüdiger
Prozesse sprachlicher Verstärkung
Verlag: de Gruyter
Prozesse, bei denen sprachliche Einheiten formal und in ihrer Bedeutung „abgeschwächt" werden (Kien-Föhre > Kiefer), sind gut untersucht, „Verstärkungs"-Prozesse, bei denen sprachliche Einheiten erst hergestellt werden (karibisch hamaca > volksetymologisch Hänge-matte) dagegen kaum. Diese Lücke will der Band schließen. Behandelt werden neben normalen Volksetymologien auch subtilere (wie die kindersprachliche Deutung von heiser als Steigerung heis-er zu heis), das Wortwörtlichnehmen von Ausdrücken (Gastarbeiter sei falsch, da man Gäste nicht arbeiten lasse) und Wörter, die aus dem Weltwissen mit einer Bedeutung aufgeladen werden, die in der reinen Wortbedeutung nicht enthalten ist (z.B. bei der „Unwort"-Aktion). Pleonastische Verstärkungen (wie Hai-Fisch statt Hai allein) runden das Themenspektrum ab.
Herausgeber : Voigt, Friedemann
Religion in bioethischen Diskursen
Verlag: de Gruyter
Die Bedeutung von Religion in bioethischen Diskursen hat in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit erfahren. Unter diesem Stichwort verbirgt sich ein ganzes Bündel unterschiedlicher Probleme. Es geht dabei sowohl um den Einfluss, den die Kirchen und religiöse Akteure auf politische Entscheidungsprozesse nehmen, als auch um die religiöse Prägung von Mentalitäten, Argumentationen und Begriffen. Der Band untersucht die Verflechtungen von Religion und Bioethik im interreligiösen und internationalen Vergleich.
Herausgeber : Ferraresi, Gisella; Lühr, Rosemarie
Diachronic Studies on Information Structure
Verlag: de Gruyter
This volume is a collection of papers on the role informational categories like topic and focus can play in language change phenomena. The novelty of the papers contained in this volume consists in the analyses offered by the authors from a modern theoretical perspective. A further point of interest is the wide range of different languages analyzed like a number of various Germanic and Romance languages, but also Warihio, a non Indo-European language spoken in Mexico. The phenomena of language change considered where information structure is an important factor range from word order change to the rise of clitic pronouns.
Knödler, Stefan
Rudolf Borchardts Anthologien
Verlag: de Gruyter
Rudolf Borchardts Anthologien - Deutsche Denkreden, Ewiger Vorrat deutscher Poesie und Der Deutsche in der Landschaft (1925-27) - unterscheiden sich nicht nur durch den ihnen zugrundeliegenden außergewöhnlichen Kanon von vergleichbaren Sammlungen, sondern vor allem durch die Rücksichtslosigkeit, mit der Borchardt in die von ihm versammelten Texte eingreift. In dieser Arbeit werden Borchardts Anthologien erstmals ausführlich analysiert und kontextualisiert, wobei sie als zentrale Texte von Borchardts kulturpolitischem Programm einer „Schöpferischen Restauration" erkennbar werden.
Walcher, Bernhard
Vormärz im Rheinland
Verlag: de Gruyter
Die Studie analysiert und interpretiert exemplarische Gedichte und Prosatexte aus dem umfangreichen Werk des Vormärzautors Gottfried Kinkel (1815-1882) mit Blick auf ihren historischen und funktionalen Kontext. Zudem bietet die Arbeit einen (werk-)biographischen Abriss zu Kinkels bewegtem Leben. Anhand der Texte wird Kinkels Entwicklung vom konstitutionellen Liberalen zum radikalen Demokraten nachgezeichnet und die jeweils prägenden literaturästhetischen und sozialen Bedingungen für die Schriften aufgezeigt.
Herausgeber : Valk, Thorsten; Fulda, Daniel
Die Tragödie der Moderne
Verlag: de Gruyter
Die moderne Tragödie formiert sich um 1800 in beständiger Auseinandersetzung mit einem philosophischen Tragödiendiskurs, der überkommene, noch vornehmlich an der aristotelischen Dramenästhetik orientierte Gattungskriterien in den Hintergrund treten lässt und kulturtheoretisch fundierte Definitionsversuche in den Mittelpunkt rückt. Die Spannung zwischen philosophischem Diskurs und konkreter Theaterpraxis führt im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts zu dramenästhetischen Innovationsschüben, welche die Physiognomie der modernen Tragödie nachhaltig verändern.
Susteck, Sebastian
Kinderlieben
Verlag: de Gruyter
Vorstellungen davon, wie Liebe gelebt wird und werden soll, fallen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich aus. Im ,bürgerlichen´; 19. Jahrhundert kursiert der heute fremd gewordene Gedanke, es seien besonders solche Partnerschaften wünschenswert, die eine Basis in der Kindheit haben. Es existiert ein Idealbild, nach dem Freundschaften der Kindertage erotische Beziehungen und Ehen begründen sollten. Die vorliegenden Studien untersuchen, welche Konzepte von Liebe, Sexualität, aber auch von Leben, Gesellschaft und Heimat sich hinter diesem Bild verbergen und was aus ihm folgt.
Herausgeber : Scherer, Carmen; Holler, Anke
Strategien der Integration und Isolation nicht-nativer Einheiten und Strukturen
Verlag: de Gruyter
Der Band beschäftigt sich mit der Frage, wie Sprecher mit Entlehnungen aus anderen Sprachen umgehen. Werden Fremdwörter in Aussprache, Schreibung, Flexion und Satzbau an die Nehmersprache angepasst oder behalten sie Merkmale ihrer Herkunftssprache bei? Verändern entlehnte Einheiten das System der Nehmersprache oder werden sie von diesem verändert? Methodische überlegungen zur Identifikation von Fremdwörtern ergänzen die Untersuchungen zum Deutschen, Polnischen, Hebräischen und Japanischen.
Herausgeber : Olivier Agard / Christian Helmreich / Hélène Vinckel-Roisin (Hg.)
Das Populäre. Untersuchungen zu Interaktionen und Differenzierungsstrategien in Literatur, Kultur und Sprache
Verlag: V&R unipress
In diesem Band wird die Bedeutung des Populären für die deutsche Literatur, Kultur und Sprache in seiner Vielschichtigkeit analysiert. Popularität ist ein Begriff, der nicht nur die Literatur- und Kunstschaffenden, die Intellektuellen und Wissenschaftler beschäftigt (man denke z. B. an das Gegensatzpaar elitäre Kultur und populäre Kultur), sondern auch ein Stichwort, das für Historiker, für Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaftler gleichermaßen relevant ist. Im Zentrum dieses interdisziplinären Bandes stehen die Wechselbeziehungen zwischen dem Populären und dem, was sich von dem Populären abzusetzen sucht (Stichworte: E-Kultur vs. U-Kultur, Trivialliteratur vs. hermetische Literatur, Hochsprache vs. Umgangssprache, Subvertierung der Hochsprache).
Berbig, Roland
Theodor Fontane Chronik
Verlag: de Gruyter
Die Chronik von Leben und Werk des Schriftstellers Theodor Fontane schließt nach der 2006 erschienenen Bibliographie die zweite seit langem beklagte Lücke in der Fontane-Forschung. Erstmals werden alle zugänglichen Quellen zur Lebens- und Werkgeschichte Fontanes systematisch erschlossen und die daraus gewonnenen Informationen nach Einzelrubriken (Tagesereignisse, Begegnungen, Arbeit, Lektüre, Drucke, Briefe von und Briefe an Fontane) geordnet und chronologisch präsentiert. Jeder Eintrag wird mit seiner Quelle nachgewiesen. Die Chronik stützt sich dabei sowohl auf die umfangreichen Brief- und Tagebücher-Editionen der letzten Jahrzehnte als auch auf unveröffentlichte Materialien aus Archiven. Sie wendet sich nicht nur an Fontane-Spezialisten, sondern bietet ein Kompendium zum literarischen und historischen Leben des 19. Jahrhunderts. Da Fontane selbst und die, mit denen er Umgang hatte, im Zitat reichlich zu Wort kommen, ist die Chronik auch für Liebhaber des Dichters sehr empfehlenswert.
Killy Literaturlexikon. Os – Roq
Verlag: de Gruyter
Nach umfassender überarbeitung und Aktualisierung erscheint ab 2008 das Killy Literaturlexikon in 2. Auflage bei Walter de Gruyter. Damit wird ein renommiertes Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft für Wissenschaftler, Studenten und Literaturliebhaber unserer Zeit in neuer Qualität vorgelegt. Das ursprünglich in den Jahren 1988 bis 1993 beim Bertelsmann Lexikon Verlag erschienene, von Walther Killy herausgegebene Literaturlexikon präsentiert bio-bibliographische Artikel zu allen wichtigen deutschsprachigen Autoren vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Es informiert anschaulich, zuverlässig und umfassend über Leben und Werk eines jeden Autors und ermöglicht so eine leichte Einordnung in den zeit- und literaturgeschichtlichen Kontext. Der Killy erfasst nicht nur die größten und wichtigsten Autoren einer jeden Epoche, sondern auch Journalisten, Drehbuchautoren, Literaturwissenschaftler und Fachschriftsteller. Die Artikel bieten eine Zusammenschau von Biographie, zeitgeschichtlichem Kontext und OEuvre, wie sie kein anderes Lexikon zur deutschen Literatur bietet. Die Neuauflage des Killy erscheint in 13 Bänden (Bde. 1-12: Autoren und Werke; Bd. 13: Register). Pluspunkte: das berühmte Standardwerk zur deutschen Literatur in neuer Bearbeitung umfassende und zuverlässige Informationen zu Autoren und Werken der deutschen Literaturgeschichte von den Anfängen bis heute ca. 500 neue Artikel zur neueren und neusten deutschen Literatur grundlegend überarbeitet und aktualisiert bibliographische Angaben ergänzt und auf dem neusten Stand gleichgewichtige Dokumentation von Leben und Werk aller Autoren konsequente Verortung im literatur- und zeitgeschichtlichen
Killy Literaturlexikon. Marq – Or
Verlag: de Gruyter
Nach umfassender überarbeitung und Aktualisierung erscheint ab 2008 das Killy Literaturlexikon in 2. Auflage bei Walter de Gruyter. Damit wird ein renommiertes Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft für Wissenschaftler, Studenten und Literaturliebhaber unserer Zeit in neuer Qualität vorgelegt. Das ursprünglich in den Jahren 1988 bis 1993 beim Bertelsmann Lexikon Verlag erschienene, von Walther Killy herausgegebene Literaturlexikon präsentiert bio-bibliographische Artikel zu allen wichtigen deutschsprachigen Autoren vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Es informiert anschaulich, zuverlässig und umfassend über Leben und Werk eines jeden Autors und ermöglicht so eine leichte Einordnung in den zeit- und literaturgeschichtlichen Kontext. Der Killy erfasst nicht nur die größten und wichtigsten Autoren einer jeden Epoche, sondern auch Journalisten, Drehbuchautoren, Literaturwissenschaftler und Fachschriftsteller. Die Artikel bieten eine Zusammenschau von Biographie, zeitgeschichtlichem Kontext und OEuvre, wie sie kein anderes Lexikon zur deutschen Literatur bietet. Die Neuauflage des Killy erscheint in 13 Bänden (Bde. 1-12: Autoren und Werke; Bd. 13: Register). Pluspunkte: das berühmte Standardwerk zur deutschen Literatur in neuer Bearbeitung umfassende und zuverlässige Informationen zu Autoren und Werken der deutschen Literaturgeschichte von den Anfängen bis heute ca. 500 neue Artikel zur neueren und neusten deutschen Literatur grundlegend überarbeitet und aktualisiert bibliographische Angaben ergänzt und auf dem neusten Stand gleichgewichtige Dokumentation von Leben und Werk aller Autoren konsequente Verortung im literatur- und zeitgeschichtlichen
Killy Literaturlexikon. Kräm – Marp
Verlag: de Gruyter
Nach umfassender überarbeitung und Aktualisierung erscheint ab 2008 das Killy Literaturlexikon in 2. Auflage bei Walter de Gruyter. Damit wird ein renommiertes Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft für Wissenschaftler, Studenten und Literaturliebhaber unserer Zeit in neuer Qualität vorgelegt. Das ursprünglich in den Jahren 1988 bis 1993 beim Bertelsmann Lexikon Verlag erschienene, von Walther Killy herausgegebene Literaturlexikon präsentiert bio-bibliographische Artikel zu allen wichtigen deutschsprachigen Autoren vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Es informiert anschaulich, zuverlässig und umfassend über Leben und Werk eines jeden Autors und ermöglicht so eine leichte Einordnung in den zeit- und literaturgeschichtlichen Kontext. Der Killy erfasst nicht nur die größten und wichtigsten Autoren einer jeden Epoche, sondern auch Journalisten, Drehbuchautoren, Literaturwissenschaftler und Fachschriftsteller. Die Artikel bieten eine Zusammenschau von Biographie, zeitgeschichtlichem Kontext und OEuvre, wie sie kein anderes Lexikon zur deutschen Literatur bietet. Die Neuauflage des Killy erscheint in 13 Bänden (Bde. 1-12: Autoren und Werke; Bd. 13: Register). Pluspunkte: das berühmte Standardwerk zur deutschen Literatur in neuer Bearbeitung umfassende und zuverlässige Informationen zu Autoren und Werken der deutschen Literaturgeschichte von den Anfängen bis heute ca. 500 neue Artikel zur neueren und neusten deutschen Literatur grundlegend überarbeitet und aktualisiert bibliographische Angaben ergänzt und auf dem neusten Stand gleichgewichtige Dokumentation von Leben und Werk aller Autoren konsequente Verortung im literatur- und zeitgeschichtlichen
Horváth, Ödön von
Herausgeber : Streitler, Nicole
Don Juan kommt aus dem Krieg
Verlag: de Gruyter
Ödön von Horváth (1901-1938) ist einer der meistbeachteten Autoren des 20. Jahrhunderts. Die Wiener Ausgabe bietet eine kritische Gesamtedition seines Werkes, wie sie von der Forschung seit langem gefordert wird. Ediert werden alle abgeschlossenen und Fragment gebliebenen Werke sowie sämtliche Briefe und Lebensdokumente des Autors. Die gesicherten Endfassungen der Texte, die genaue Darlegung ihres Entstehungsprozesses und die philologische Neubewertung vieler Quellen geben einen veränderten Blick auf das Werk, die Arbeitsweise und die Biographie des Autors frei. Editionsplan: Band 1 / Stücke 1: Mord in der Mohrengasse / Die Bergbahn / Zur Schönen Aussicht / Rund um den KongreßBand 2 / Stücke 2: Sladek / Italienische NachtBand 3 / Stücke 3: Geschichten aus dem Wiener WaldBand 4 / Stücke 4: Kasimir und KarolineBand 5 / Stücke 5: Glaube Liebe HoffnungBand 6 / Stücke 6: Eine Unbekannte aus der Seine / Hin und herBand 7 / Stücke 7: Himmelwärts / Mit dem Kopf durch die WandBand 8 / Stücke 8: Figaro läßt sich scheidenBand 9 / Stücke 9: Don Juan kommt aus dem KriegBand 10 / Stücke 10: Der jüngste Tag / Ein Dorf ohne MännerBand 11 / Stücke 11: Ein Sklavenball / PompejiBand 12 / Stücke 12: Fragmente und WerkprojekteBand 13 / Prosa 1: Sportmärchen und andere KurzprosaBand 14 / Prosa 2: Der ewige SpießerBand 15 / Prosa 3: Jugend ohne Gott / Ein Kind unserer ZeitBand 16 / Prosa 4: Fragmente und WerkprojekteBand 17: Autobiographisches / Theoretisches / VermischtesBand 18: Briefe und Lebensdokumente
Herausgeber : Müller, Jan-Dirk; Oesterreicher, Wulf; Vollhardt, Friedrich
Pluralisierungen
Verlag: de Gruyter
Die Beiträge des Bandes diskutieren die Tragfähigkeit des Konzepts ,Pluralisierung´ als Leitkonzept für die Erschließung der Frühen Neuzeit. Pluralisierung meint zunächst die Vermehrung der in einem Lebens- und Kulturbereich relevanten Repräsentationen der Wirklichkeit und bedeutet darüber hinaus die Emergenz von ,neuem´ bzw. alternativem Wissen und das Entstehen kompetitiver Teilwirklichkeiten. Diese müssen aufeinander abgestimmt oder miteinander vermittelt werden. Die Beiträge und Fallstudien in diesem Band analysieren diesen Prozess und geben wichtige Impulse für Grundlagen der Frühneuzeit-Forschung. Pluspunkte: Grundlegende methodologische Beiträge zur Frühneuzeit-Forschung. Der Band erschließt ein zentrales Paradigma der Geistesgeschichte ab 1500. Von einem namhaften internationalen Autorenkollegium verfasst.
Broch, Hermann
Herausgeber : Lützeler, Paul Michael
Briefe an Erich von Kahler (1940-1951)
Verlag: de Gruyter
Die Briefe vermitteln ein Bild von Brochs politischen Diskussionen mit Kahler (Zweiter Weltkrieg, die Erfindung der Atombombe, das Nachkriegsdeutschland, die Gründung Israels, die Rolle des Intellektuellen). Darin werden u.a. die Intentionen seiner Romane und seiner Massenwahntheorie sowie der kulturhistorischen Schrift „Hofmannsthal und seine Zeit" thematisiert. Im Persönlichen werden altösterreichische Retrospektiven eingeschaltet, aktuelle Frauenfreundschaften geschildert und die Bemühungen seiner Gönner kommentiert, seinen Ruhm zu befördern.
Haßlauer, Steffen
Polemik und Argumentation in der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts
Verlag: de Gruyter
Die Auseinandersetzung Carl Vogts mit Rudolph Wagner gilt als ein Höhepunkt des Materialismusstreits im 19. Jahrhundert. Aus der im Kern wissenschaftlichen Frage um die Natur der menschlichen Geistesfunktionen entwickelte sich rasch ein persönlicher Streit, der in der Schärfe von Inhalt und Ausdruck seinesgleichen sucht. Ziel dieser Untersuchung ist die detaillierte linguistische Analyse von Polemik und Argumentation in diesem Streit anhand umfangreicher Textauszüge, wobei erstmals überhaupt eingehendere sprachliche Untersuchungen zu Vogt und Wagner vorgelegt werden.
Himmelseher, Birgit
Das Weimarer Hoftheater unter Goethes Leitung
Verlag: de Gruyter
Das Weimarer Hoftheater unterstand Goethes Leitung von 1791 bis 1817. In dieser Zeit, die von politischen Umbrüchen geprägt wurde, war Goethe nicht nur ein bekannter und einflussreicher Dichter, sondern zugleich enger Vertrauter und Minister in der Regierung des Herzogs Carl August. Als Theaterleiter nutzte er seine beiden gesellschaftlichen Funktionen und gestaltete die Bühne als Ort kulturpolitischer Kommunikation. Die vorliegende Studie untersucht, welchen Einfluss politische Ereignisse auf Goethes Theaterkonzeption hatten und welche Rolle die Bühne als politisches Medium innerhalb des Herzogtums spielte.
Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Halm - Hauptmann
Verlag: de Gruyter
Das Deutsche Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert verzeichnet Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben und deren maßgebliches Wirken im 20. Jahrhundert liegt. Band 14 enthält u. a. Artikel über Käte Hamburger, Peter Handke, Maximilian Harden und Ludwig Harig. Gemäß der Ausrichtung des Lexikons sind auch bekannte Vertreter ihres jeweiligen Fachgebietes verzeichnet, z.B. der Historiker Ludo Moritz Hartmann, der Philosoph Nicolai Hartmann, der Theologe und Kirchenhistoriker Adolf Harnack sowie der Bergsteiger und Forschungsreisende Heinrich Harrer.
Vogt, Margrit
Von Kunstworten und -werten
Verlag: de Gruyter
Die deutschsprachige Kunstkritik entsteht in Anlehnung an die französische Kunsttheorie und Salonkritik ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Periodika der Aufklärung. Während Akademieausstellungen im Louvre Menschenmassen anziehen und die französische Salonkritik herausbilden, regen Museumsgründungen in Deutschland ab den 1760er Jahren erst das ,Gespräch über Kunst´; an. Obwohl sich das Museums- und Ausstellungswesen und der deutsche Kunstmarkt bis Ende des 18. Jahrhunderts nur teilweise entwickeln, wird der geografisch und politisch zersplitterte deutsche Raum medial durch das Zeitschriftenwesen vernetzt. So bildet sich im Medium der Zeitschrift die Kritikfähigkeit aus.
Bores, Dorothée
Das ostdeutsche P.E.N.-Zentrum 1951 bis 1998
Verlag: de Gruyter
Nach dem Mauerfall geriet die ostdeutsche Sektion der internationalen Schriftstellervereinigung PEN in die Kritik. Ihren Mitgliedern wurde vorgeworfen, mit der diktatorischen Staatsmacht paktiert und als Intellektuelle versagt zu haben. Ausgehend von überlegungen zum Diskurs über Intellektuelle und Schriftsteller, entfaltet die Darstellung auf der Basis umfassender Quellenrecherche einen überblick über fünfzig Jahre ostdeutscher PEN-Geschichte - von der Spaltung des deutschen PEN im Zuge des Kalten Krieges bis hin zur Wiedervereinigung beider deutscher Zentren.
Herausgeber : Durco, Peter
Feste Wortverbindungen und Lexikographie
Verlag: de Gruyter
In den Beiträgen wird die Problematik der festen Wortverbindungen von Kollokationen bis zu idiomatischen bzw. phraseologischen Einheiten aus lexikologischer, lexikographischer, kontrastiver und korpuslinguister Sicht behandelt. Im Zentrum steht die Problematik der Kollokationslexikographie. Zwei Beiträge sind der Problematik der übersetzung von festen Wortverbindungen gewidmet. Die kontrastiven Untersuchungen beziehen sich auf die Sprachenpaare Deutsch-Slowakisch, Deutsch-Bulgarisch, Deutsch-Russisch und Englisch-Slowenisch.
Wetterlin, Allison
Tonal Accents in Norwegian
Verlag: de Gruyter
Within Germanic, North Germanic is special because in many dialects words can differ only based on their melody or word accents. Tonal accents in Norwegian breaks from the traditional analyses of word accent in North Germanic in an attempt to provide a more simplex and unified analysis. It gives the facts of accent distribution in Standard East Norwegian, discusses how past analyses of Norwegian and Swedish have dealt with these facts and provides an alternative analysis. The focus is on East Norwegian, however the goal is to present an approach that can account for all tonal dialects.
Keine, Stefan
Case and Agreement from Fringe to Core
Verlag: de Gruyter
This book develops a unified theory of non-canonical case and agreement patterns that have remained elusive so far. Drawing from a wide range of typologically non-related languages, it sets forth the claim that the phenomenaunder discussion involve abstract deletion operations which interact with othergrammatical operations in intricate but highly systematic ways. This interplay isshown to give rise to seemingly non-related surface phenomena, thus integratingthese phenomena within a more general framework of argument encoding.
Heyde, David
Subjektkonstitution in der Lyrik Simon Dachs
Verlag: de Gruyter
Der ostpreußische Dichter Simon Dach gilt als Meister der barocken Gesellschaftsdichtung. Doch das aussagende Subjekt in seinen Gelegenheitsgedichten lässt sich nicht immer als konventionelles Rollen-Ich deuten, sondern ist vielmehr Träger verschiedener Diskurse, die in Zeiten einer persönlichen Krise des Dichters miteinander konfligieren. Die Studie deutet solche Transgressionen als Ausdruck einer prekären Dichteridentität. Untersucht werden drei Themen mit identitätsstiftender Bedeutung in Dachs Lyrik: der Garten, das Dichterlob und die Krankheit.
Blasco Ferrer, Eduardo
Paleosardo
Verlag: de Gruyter
Das Paläosardische gibt der Forschung noch immer Rätsel auf. Eine systematische und strukturelle Analyse der Flurnamen im archaischen Zentralgebiet Sardiniens ermöglicht es der vorliegenden Studie, erstmalig die sprachliche Identität der Ureinwohner der Insel zu erhellen. Durch den eingehenden Vergleich der erhobenen Ortsnamenstrukturen mit entsprechenden Lexikoneinheiten des Paläobaskischen und des Iberischen kann der Verfasser seine These einer auf das Mesolithikum und das ganze Neolithikum zurückgehenden Einwanderung von der alten iberischen Halbinsel nach Sardinien erhärten.
Herausgeber : Mommsen, Katharina
Feradeddin - Gypsabgüsse
Verlag: de Gruyter
Das berühmte Großwerk der Goethe-Forschung wurde in den 1950er-Jahren an der Deutschen Akademie der Wissenschaften (Ostberlin) begonnen. Es rekonstruiert die Genese der Werke Goethes anhand aller zugänglichen Materialien, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen usw. chronologisch und erlaubt so einzigartige Einblicke in die Werkentstehung und die geistigen Prozesse "hinter" den Werken bzw. zur Entstehungszeit. 1958 wurden die Bände 1 und 2 im Akademie Verlag veröffentlicht. Der Bau der Berliner Mauer und die politischen Zeitläufte verhinderten die Fortführung des Projekts; erst nach der Wiedervereinigung und der Öffnung der Weimarer Archive war eine Wiederaufnahme des Vorhabens denkbar. Das Werk wird insgesamt 18 Bände umfassen.
Pinkas, Claudia
Der phantastische Film
Verlag: de Gruyter
Die erzählten Welten des phantastischen Films sowie die Art und Weise ihrer narrativen Vermittlung bilden den Untersuchungsgegenstand der Arbeit. Im Einzelnen untersucht werden instabile und mehrdeutige Erzählperspektiven, Durchbrechungen und Auflösungen der raumzeitlichen Kontinuität, destabilisierte Erzählerinstanzen, Verschachtelungen der Erzählebenen sowie die Kategorien der Figur, des Raums und das grenzüberschreitende Ereignis der Inszenierung virtueller Medienrealitäten im phantastischen Film. Die Arbeit greift dabei auf Beispiele von der Frühzeit des fiktionalen Films bis zur Gegenwart zurück.
Herausgeber : Erhart, Walter; Laak, Lothar van
Wissen - Erzählen - Tradition
Verlag: de Gruyter
Der Band zeigt Christoph Martin Wielands eigenständige Position in Literatur und Kultur um 1800 auf neue Weise: In doppelter Bezugnahme auf die aufklärerischen Wissensbestände einerseits, auf antike philosophische und ästhetische Traditionen andererseits beschreibt Wielands Werk einen bedeutenden Wissenstransfer zwischen Früher Neuzeit und Moderne. Die humanistisch-gelehrte Bildungswelt, die Religion und die narrative und rhetorische Verfasstheit der Wissensbestände geraten vor allem im Spätwerk in eine produktive Spannung zu den Verfahren des Tradierens, den Um-, Neu- und übersetzungen dieses Wissens sowie der Dynamik von Bewahrung und ,Modernisierung´.
Herausgeber : Breyer, Thiemo; Creutz, Daniel
Erfahrung und Geschichte
Verlag: de Gruyter
Im interdisziplinären Gespräch zwischen Philosophie und Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaften geht der Band der Frage nach, in welchem Verhältnis historische Erzählungen zu denjenigen Erfahrungen stehen, die ihre Grundlage bilden und ein genuines Erzählbedürfnis überhaupt erst anstoßen. Dabei wird ein neuer Begriff historischer Erfahrung geschärft, der die pränarrativen Dimensionen historischer Sinnbildung erschließt und damit auch eine adäquatere Bestimmung des Verhältnisses von Geschichte und Erzählung sowie von Individual- und Kollektivgeschichte ermöglicht.
Herausgeber : Classen, Albrecht
Laughter in the Middle Ages and Early Modern Times
Verlag: de Gruyter
Despite popular opinions of the ´dark Middle Ages´ and a ´gloomy early modern age´, many people laughed, smiled, giggled, chuckled, enternained and rediculed each other. This volume demonstrates how important laughter had been at times and how diverse the situations proved to be in which people laughed. The contributions examine a wide gamut of significant cases of laughter in literary texts, historical documents, and art works. Laughter reflected a variety of concerns, interests, and intentions, and the collective approach in this volume to laughter in the past opens many new windows to the history of mentality, social and religious conditions, gender relationships, and power structures.
Heidinger, Steffen
French anticausatives
Verlag: de Gruyter
Dieses Buch widmet sich der diachronen Entwicklung von Valenzalternationen, d.h. der Verwendung eines Verbs in verschiedenen syntaktischen Konstruktionen. Wie entstehen neue Mittel des formalen Ausdrucks der Alternationen, wie breiten sich diese neuen Mittel aus und welche sind die Auswirkungen der Entstehung und Ausbreitung auf bereits bestehende Mittel? Diese Fragen werden im vorliegenden Buch anhand der Entwicklung der französischen Kausativ-Antikausativ-Alternation behandelt.
Specht, Benjamin
Physik als Kunst
Verlag: de Gruyter
Keine physikalische Disziplin ist um 1800 mit so vielen Erwartungen verbunden wie die Elektrizitätslehre. Auch die literarische und philosophische Avantgarde der 1790er Jahre beteiligt sich rege an der Debatte um ihren weltanschaulichen Stellenwert. Der Transfer zwischen Literatur und Naturwissenschaft, der keinesfalls nur eine Richtung kennt, gelingt dabei durch ein Symbol-Konzept, das Autoren wie Novalis und Johann Wilhelm Ritter in Auseinandersetzung mit der Philosophie ihrer Zeit entwickeln. Allerdings wird diese Synergie schon bald - etwa bei Kleist -statt zur Lösung selbst zum Problem.
Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft 2010
Verlag: de Gruyter
Das 1960 gegründete Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft erscheint seit dem 30. Jahrgang (1989) im Max Niemeyer Verlag Tübingen. Es bildet nicht nur ein Forum der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem ungewöhnlich umfangreichen Erzählwerk Wilhelm Raabes (1831-1910), sondern hat sich über die Jahre hinweg auch zu einem Organ der allgemeinen germanistischen Realismusforschung entwickelt. Jeder Jahrgang enthält Aufsätze und Miszellen, einen Rezensionsteil und eine Jahresbibliographie der neuesten Raabe-Forschung. Publikationssprache ist Deutsch.
Herausgeber : Hagestedt, Lutz
Walter Kempowski
Verlag: de Gruyter
Walter Kempowski (1929-2007) war einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren. Der Band zieht erstmals eine Bilanz aller wesentlichen Aspekte seines Werkes. Er versammelt Beiträge von namhaften Literaturwissenschaftlern, die auf ein internationales
Lutz, Eckart Conrad
Arbeiten an der Identität
Verlag: de Gruyter
Dieses Buch befasst sich mit der spirituellen Identität der Nonnen des niedersächsischen Frauenklosters Heiningen in der Mitte des 15. Jh.s. Es stützt sich auf eine Gruppe von Handschriften, die im Zuge der windesheimischen Reformierung des Konvents entst
Strobel, Jochen
Eine Kulturpoetik des Adels in der Romantik
Verlag: de Gruyter
In den literarischen Texten wie auch in den Lebensläufen zahlreicher Autoren der Romantik ist der Adel erstaunlich präsent, obgleich er als politisches Konzept um 1800 längst in die Defensive geraten ist. Analysen zu Texten von Novalis, Tieck, Kleist, Bre
Herausgeber : Iliescu, Maria; Danler, Paul; Siller, Heidi
Actes du XXVe Congrès International de Linguistique et de Philologie Romanes
Verlag: de Gruyter
Bronisch, Johannes
Der Mäzen der Aufklärung
Verlag: de Gruyter
Die Philosophie Christian Wolffs gilt als eine der wichtigsten Ausprägungen der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Ihr Einfluß beruhte dabei auf einem Netzwerk von Anhängern und Schülern, die Wolffs Werk in der gelehrten Öffentlichkeit propagierten und gege
Herausgeber : Bayreuther, Rainer
Musikalische Norm um 1700
Verlag: de Gruyter
In elf Beiträgen aus Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Rechtsgeschichte wird der Stilwandel und der Umbruch im musikalischen Wissen um 1700 untersucht. Kern des Wandels ist ein neues Verständnis von Normen des Komponierens, Musizie
Herausgeber : Delbouille, Paul; Kloocke, Kurt
Correspondance générale 1810–1812
Verlag: de Gruyter
Dieser Band enthält 305 Briefe, die 3 Jahre in Constants Leben abdecken, in denen er endlich eine glückliche Ehe erlebt, die aber vom Unglück Germaine de Staëls ebenso überschattet werden wie von enormen Verlusten im Spiel und einer Auseinandersetzun
Beise, Arnd
Geschichte, Politik und das Volk im Drama des 16. bis 18. Jahrhunderts
Verlag: de Gruyter
Der Aufstand war in der Frühen Neuzeit eine gewöhnliche soziale Form im Leben der Unterschichten. Der Theorie nach war vom „unverständigen Pöbel" kein eigenständiges politisches Handeln zu erwarten, obwohl man die gesamte „westeuropäische Kultur" mit Freu
Kramer, Undine
Spezielle Wortschätze und ihre Kodifizierung in deutschen Wörterbüchern
Verlag: de Gruyter
Dokumentiert wird die über 200-jährige Tradition der Erfassung sondersprachlicher Lexik in deutschen Bedeutungswörterbüchern. Die vergleichende Analyse von sechs Wörterbüchern des 18.-20. Jhs. ergibt erstmals zuverlässige Daten, welche Sach- und Fachgebie
Dürscheid, Christa; Brommer, Sarah; Wagner, Franc
Wie Jugendliche schreiben
Verlag: de Gruyter
Jugendliche schreiben heute in ihrer Freizeit weitaus mehr, als sie es noch vor 15 Jahren getan haben. Dieses Schreiben erfolgt überwiegend in den neuen Medien. Dabei stellt sich die Frage, ob das häufige Schreiben von SMS, E-Mails, im Chat und in soziale
Herausgeber : König-Pralong, Catherine; Ribordy, Olivier; Suarez-Nani, Tiziana
Pierre de Jean Olivi - Philosophe et théologien
Verlag: de Gruyter
Petrus Johannis Olivi (ca. 1248-1298) gilt heute als einer der bedeutendsten Intellektuellen der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Bereits jung verstorben, hinterließ er ein eindrückliches philosophisches und theologisches Werk, welches mehrfach von ki
Herausgeber : Ehrmann-Herfort, Sabine; Matheus, Michael
Von der Geheimhaltung zur internationalen und interdisziplinären Forschung
Verlag: de Gruyter
Die am 14. November 1960 eröffnete Musikgeschichtliche Abteilung des Deutschen Historischen Instituts in Rom entwickelte sich sehr schnell zu einer Schnittstelle zwischen „italienischer" und „deutscher" Musikwissenschaft und zu einer wichtigen Anlaufstell
George-Jahrbuch 2010/2011
Verlag: de Gruyter
Das Stefan-George-Jahrbuch erscheint seit 1996 im Auftrag der Stefan-George-Gesellschaft Bingen im zweijährigen Rhythmus. Es versteht sich als offenes, der sachlichen Diskussion verpflichtetes Organ der George-Forschung. Platz finden Vorträge, Aufsätze, k
Herausgeber : Hellgardt, Ernst; Kleiber, Wolfgang
Edition der Heidelberger Handschrift P und der Handschrift D
Verlag: de Gruyter
Auch die Heidelberger Handschrift P des Otfridschen Evangelienbuches führt in die Nähe des Autors. Sie wurde im ausgehenden 9. Jahrhundert in Weißenburg von zwei Otfridschülern geschrieben, die schon an V (Cod. Vindobonensis 2687) mitgewirkt hatten (Band
Theben, Judith
Die mystische Lyrik des 14. und 15. Jahrhunderts
Verlag: de Gruyter
Die Studie nimmt die Textsorte des deutschsprachigen mystischen Lieds aus dem 14. und 15. Jahrhundert erstmals umfassend in den Blick. In einem Untersuchungsteil mit überlieferungsgeschichtlichem Ansatz stehen die Handschriften und Orte, an denen mystisch
Herausgeber : Classen, Albrecht
Handbook of Medieval Studies
Verlag: de Gruyter
Dieses interdisziplinäre Handbuch informiert umfassend über die mediävistische Forschung der letzten Jahrzehnte und ihre wichtigsten Ergebnisse. Es stellt ein Referenzwerk dar, das es ermöglicht, sich rasch und gezielt in wichtige Forschungsdiskurse einzuarbeiten und den Stand der Forschung zu rezipieren. Das englischsprachige Handbuch ist vierteilig: Eine erste große Rubrik bietet Artikel zu allen wichtigen Wissensfeldern und -diskursen. Eine zweite Rubrik bietet Artikel zu Leittermini der modernen Mediävistik und ihrer Debatten, die dritte Rubrik ist ein Lexikon der wichtigsten Textgattungen des Mittelalters und die vierte Rubrik schließlich bietet ein internationales bio-bibliographisches Lexikon der wichtigsten Mediävisten aller Disziplinen. Eine reichhaltige Gesamtbibliographie rundet das Kompendium ab. Damit liegt ein Referenzwerk vor, das den Stand der mediävistischen Forschung erschöpfend dokumentiert und die Disziplinen und Wissenschaftler des Faches zusammenführt.
Bernhard von Breydenbach
Herausgeber : Mozer, Isolde
Peregrinatio in terram sanctam
Verlag: de Gruyter
Bei der 1486 erschienenen Inkunabel Peregrinatio in terram sanctam des Bernhard von Breydenbach handelt es sich um den ersten gedruckten und illustrierten Reisebericht. Er stellt eine der wichtigsten Quellen mittelalterlicher Religionskontakte auf der Schwelle zur Neuzeit dar. Neben tagebuchartigen Aufzeichnungen, theologischen überlegungen und präzisen landeskundlichen Beobachtungen enthält der Text auch ein agitatorisch-polemisches Kapitel über den Islam, in dem sich das Entsetzen, das die türkische Eroberung Konstantinopels in der Christenheit hinterlassen hatte, niederschlägt. Die vorliegende Edition bietet erstmals den vollständigen frühneuhochdeutschen Text mit übersetzung.
Dencker, Klaus Peter
Optische Poesie
Verlag: de Gruyter
Klaus Peter Dencker, Visueller Poet, Germanist und Medientheoretiker, dokumentiert das Formenspektrum Optischer Poesie von den prähistorischen Anfängen bis in die digitale Gegenwart. Das Kompendium bietet eine Typologie der Optischen Poesie, einen internationalen historischen überblick mit einer Vielzahl von Abbildungen und mehreren Zeittafeln sowie ein Personen- und Sachregister, mit dem der umfassende Anmerkungsapparat erschlossen werden kann.
Herausgeber : Haustein, Jens; Körndle, Franz
Die 'Jenaer Liederhandschrift'
Verlag: de Gruyter
Gegenstand des Bandes ist die 2008 restaurierte, um 1350 entstandene ,Jenaer Liederhandschrift, die bedeutendste Handschrift zur überlieferung deutscher Sangspruchdichtung und ihrer Melodien. Der Band enthält Beiträge zur Restaurierung selbst, zu Fragen der sprachgeschichtlichen und literaturhistorischen Situierung, zur Einrichtung des Codex und zu seiner Notationspraxis. Darüber hinaus dokumentiert er diejenigen handschriftlichen Fragmente, die auf Grund ihres Sprachstandes und ihrer Texte in der Forschung in einen entstehungsgeschichtlichen Zusammenhang mit der ,Jenaer Liederhandschrift' gebracht worden sind.
Angermion 2010
Verlag: de Gruyter
Von der englischsprachigen Germanistik gehen seit geraumer Zeit Impulse aus, die die deutsche maßgeblich bestimmen. Mit Angermion wurde nun ein Forum begründet, das die fruchtbaren Wechselwirkungen innerhalb der europäischen Germanistik herausstellt und hierbei die spannungsreichen wie symbiotischen deutsch-britischen Kulturbeziehungen seit dem 18. Jahrhundert fokussiert. Forschungen zu Literatur-, Sprach- und Kulturkritik, übersetzungen, Mythen, Vorurteilen, bilateralen Institutionen, Theater-, Musik- und Populärkultur werden in Themenschwerpunkten gebündelt und durch Rezensionen einschlägiger Neuerscheinungen ergänzt. Das Jahrbuch reflektiert so ein breites Spektrum interkultureller Transferprozesse in ihrem historischen Wandel und akzentuiert zugleich aktuelle geisteswissenschaftliche Debatten. Die Beiträge erscheinen auf Englisch und richten sich an Wissenschaftler der englischsprachigen Auslandsgermanistik sowie interkulturell arbeitende Germanisten, Anglisten und Kulturwissenschaftler in den deutschsprachigen Ländern. Neues Jahrbuch für deutsch-britische Literatur- und Kulturbeziehungen Mit innovativen Beiträgen zu Literatur-, Sprach- und Kulturkritik, übersetzungen, Theater-, Musik- und Populärkultur usw. Umfassender Rezensionsteil
Romanistisches Jahrbuch 2009
Verlag: de Gruyter
Das Romanistische Jahrbuch (RJb) ist die einzige Fachzeitschrift, die regelmäßig über die Vertretung der romanistischen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft an den Universitäten Deutschlands und Österreichs informiert und neben den angenommenen Dissertationen und Habilitationen auch die an deutschsprachigen Universitäten in Bearbeitung befindlichen Dissertationsprojekte systematisch erfasst. Im wissenschaftlichen Teil werden im ersten Abschnitt - neben aktuellen Rezensionen - regelmäßig Aufsätze zu zentralen linguistischen und literaturwissenschaftlichen Fragen mit romanisch-vergleichender und/oder einzelsprachlicher Thematik veröffentlicht; die zweite Hälfte des RJb ist aktuellen Problemen der Iberoromanistik (Spanisch/Portugiesisch in und außerhalb Europas, Katalanisch) gewidmet.
Maaß, Christiane
Diskursdeixis im Französischen
Verlag: de Gruyter
Die Studie beschäftigt sich mit einem bislang in der empirischen Forschung wenig beachteten Gegenstand - der Diskursdeixis, also dem Verweisen auf Teile oder Aspekte des laufenden Diskurses bzw. Textes (bekannte Vertreter sind z.B. „siehe oben" oder „wie ich vorhin schon sagte"). Dabei geht die Studie korpusgestützt vor, d.h. sie identifiziert und klassifiziert alle diskursdeiktischen Verweise in Korpora unterschiedlicher Textsorten und leitet aus den Korpusbefunden eine neue Theorie der Diskursdeixis ab.
Herausgeber : Eder, Jens; Jannidis, Fotis; Schneider, Ralf
Characters in Fictional Worlds
Verlag: de Gruyter
Trotz ihrer Dominanz für die Rezeption von Literatur, Film, Comic und anderen Medien haben Figuren in der literatur- und medientheoretischen Diskussion lange Zeit ein Schattendasein geführt. Der vorliegende Band führt die inzwischen deutlich intensivierte Diskussion in den verschiedenen Bereichen erstmals zusammen und behandelt systematisch die unterschiedlichen Problemaspekte des Begriffs Figur, z.B. das Verhältnis von Figuren- zur Personenwahrnehmung, den ontologischen Status der Figur, die Strategien der Charakterisierung, Figurenkonstellationen. Außerdem enthält er Beiträge zur Figur im Comic, Lyrik, Computerspiel und anderen Medien.
Herausgeber : Aurnhammer, Achim; Schiewer, Hans-Jochen
Die deutsche Griselda
Verlag: de Gruyter
Der Sammelband dokumentiert die deutsche Rezeption der letzten Novelle von Boccaccios Decamerone. Sie handelt von Griselda, einer armen Bauerntochter, die vom Markgrafen Gualtieri geehelicht, verstoßen und unmenschlich gedemütigt wird, bis sie nach allen geduldig bestandenen Proben wieder als Gemahlin und Markgräfin aufgenommen wird. Der Band erschließt die deutsche Rezeption der Griselda-Figuration als Gender-Paradigma vom Mittelalter bis zur Moderne im europäischen Kontext.
Sittig, Claudius
Kulturelle Konkurrenzen
Verlag: de Gruyter
Die Studie untersucht die Funktionen von ,Kultur´ in den politischen Rivalitäten zwischen Adeligen um 1600, sie fragt zugleich nach der Bedeutung von ,Konkurrenz´ und ,Wetteifer´ in der frühneuzeitlichen Adelskultur. Eigene Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit aufgeführten Redewettstreiten, mit konkurrierenden fürstlichen Begräbnisschriften oder der ästhetischen Inszenierung des Turniers als Demonstration des adeligen Wetteifers. Im Mittelpunkt steht dabei exemplarisch immer wieder Landgraf Moritz der Gelehrte (1572-1632) von Hessen-Kassel.
Kern, Beate
Metonymie und Diskurskontinuität im Französischen
Verlag: de Gruyter
Die Metonymie stellt neben der Metapher einen weiteren wichtigen kognitiven Mechanismus dar, der sich in unserer alltäglichen Sprache niederschlägt. Es ist anzunehmen, dass ein solcher Mechanismus nicht ohne Auswirkungen auf damit zusammenhängende Strukturen im Diskurs bleibt. Um diese bisher wenig beachtete diskursive Dimension der Metonymie zu untersuchen, wurden Beispielausschnitte aus einem französischen Nachrichtenmagazin auf die Interaktion der Metonymie mit ihrer diskursiven Umgebung hin analysiert.
Beckmann, Gustav Adolf
Gualter del Hum – Gaiferos – Waltharius
Verlag: de Gruyter
Die Titelgestalt des Waltharius, seit den Brüdern Grimm zunächst Domäne der Germanisten, beschäftigt seit 120 Jahren auch andere Philologien - immer wieder auch in Form von ,Grenzüberschreitungen´ - , ohne dass bisher in den elementarsten Fragen ein Konsens erzielt wurde. Die Romanistik ist unmittelbar beteiligt durch die Problemkomplexe um Gualter del Hum, um Gaiferos und um die Muttersprache des Waltharius-Dichters, doch macht deren erneute Untersuchung, wie sie hier insbesondere auf Grund neuer linguistischer und onomastischer Beobachtungen unternommen wird, weitere Grenzüberschreitungen notwendig. So ist (fast) eine Allround-Monographie zu einer der facettenreichsten Gestalten der mittelalterlichen Literatur entstanden.
Rauen, Christoph
Pop und Ironie
Verlag: de Gruyter
Ironie steht im Zentrum der Popliteratur um 2000 wie des theoretisch ambitionierten Musikjournalismus um 1980. War aber das Pop-Programm der 1980er Jahre noch in emanzipatorische Konzepte von ,Gegenkultur´ eingebettet, so verblasst dieser sinngebende Rahmen seither zusehends. Damit rücken problematische Züge einer unbegrenzten ,Ironisierung´ des Weltverhältnisses in den Vordergrund. Was aber tun, wenn keine Alternativen greifbar scheinen? Im Mittelpunkt der Studie stehen Antworten, die Texte von Diedrich Diederichsen, Rainald Goetz, Christian Kracht, Florian Illies und Benjamin von Stuckrad-Barre auf diese Frage geben.
Kramer, Olaf
Goethe und die Rhetorik
Verlag: de Gruyter
Noch immer gilt Goethe als einer der großen Kritiker der Rhetorik, als ein Literat jenseits der rhetorischen Schultradition. Gleichwohl hat er sich immer wieder mit rhetorischen Fragen beschäftigt, die Autoritäten der antiken und zeitgenössischen Rhetorik gründlich studiert. Die Monographie nimmt Spuren der Rhetorik im Werk Goethes auf, untersucht ihre Bedeutung und Rezeption in der Genie-Periode, aber auch in den klassischen Dramen ( Tasso, Iphigenie, Faust) und in der späteren Lyrik sowie in der Autobiographie.
Herausgeber : Johansson, Torbjörn; Kolb, Robert ; Steiger, Johann Anselm
Hermeneutica Sacra
Verlag: de Gruyter
Theologie- und Wissenschaftshistoriker aus Nordamerika, Skandinavien und Deutschland befassen sich in vorliegendem Band mit den reformatorischen Grundlagen der Bibelhermeneutik (Luther, Melanchthon) und deren facettenreichen Wirkungen im 16. und 17. Jahrhundert. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Vielgestaltigkeit der Auslegungskunst in theologischen Lehrbüchern, Predigt und Gottesdienst gelegt.
Suchen - Verführung
Verlag: de Gruyter
Dieses umfassende Nachschlagewerk bündelt die Ergebnisse von fast zwei Jahrhunderten internationaler Forschung im Bereich volkstümlicher Erzähltradition. Die Autoren der EM vergleichen die reichen Sammelbestände mündlich und schriftlich überlieferter Erzählungen aus den verschiedensten Ethnien und zeigen die sozialen, historischen, geistigen und religiösen Hintergründe auf.
Herausgeber : Grishakova, Marina; Ryan, Marie-Laure
Intermediality and Storytelling
Verlag: de Gruyter
Extending narratological analysis to media as varied as graphic novels, photography, television, musicals, computer games and advertising, the essays gathered in this volume address some of the most fundamental questions raised by the medial turn in narratology: how can narrative meaning be created in media other than language; how do different types of signs collaborate with each other in so-called ´;multimodal works´; and what new forms of narrativity are made possible by the emergence of digital media.
Herausgeber : Menke, Bettine; Struck, Wolfgang
Wieland / Übersetzen
Verlag: de Gruyter
Ausgehend von Christoph Martin Wielands literarischen übersetzungen und übersetzungstheoretischen Reflexionen fragt der Band nach verschiedenen Modalitäten des übersetzens und übertragens, nicht nur zwischen Sprachen, sondern auch zwischen literarischen Genres, Epochen, Wissensformationen und Nationen. Dabei zeichnet sich das Bild eines Autors und Herausgebers ab, der sich in experimenteller Offenheit einem Projekt der Vermittlung und Auflösung von Dichotomien wie der zwischen ,Cosmopolitism´ und ,Nation´ verschrieben hat.
Lienert, Elisabeth
Die ‘historische’ Dietrichepik
Verlag: de Gruyter
Die sogenannte ,historische´; Dietrichepik, mittelhochdeutsche Heldenepen des 13. Jahrhunderts um Dietrich von Bern, die Sagenentsprechung des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen, erzählt von Dietrichs kriegerischen Auseinandersetzungen mit seinem Onkel Ermrich um die Herrschaft in Oberitalien. Die Monographie versucht, die Textgruppe (die Fluchtepen ,Dietrichs Flucht´ und ,Rabenschlacht´ sowie das an diese angelagerte Sprossepos ,Alpharts Tod´) umfassend literarhistorisch zu erschließen.
Herausgeber : Kasten, Ingrid
Machtvolle Gefühle
Verlag: de Gruyter
Gefühle bestimmen nicht nur unseren Alltag, sie sind mittlerweile auch zu einem zentralen Thema der geistes- und naturwissenschaftlichen Forschung avanciert. Der Band bietet exemplarisch Einblicke in Methoden der Emotionsforschung; in Einzelanalysen wird außerdem nach der Inszenierung u.a. von Zorn, Angst, Faszination und Lachen sowie nach den Funktionsweisen von Emotionen in literarischen Texten des Mittelalters gefragt. Die Beiträge vermitteln insgesamt wichtige Aufschlüsse über die kulturelle Modellierung von Gefühlen und in Prozesse des historischen Wandels.
Herausgeber : Meyer, Paul Georg
English and American Studies in German 2009
Verlag: de Gruyter
Seit 1969 (1. Jahrgang 1968) erscheinen im Auftrag des Anglistentages die von Professor Werner Habicht begründeten English and American Studies in German. Sie machen jährlich in Form englischsprachiger Selbstanzeigen auf anglistische und amerikanistische Forschungsarbeiten des deutschen Sprachraums aufmerksam. Die Summaries berichten über Universitätsschriften (Dissertationen, Habilitationsschriften), selbständige Buchveröffentlichungen und fachbetreuende Sammelbände (Festschriften, Jahrbücher, Tagungsberichte).
Schmidt, Sigrid
Children Born from Eggs
Verlag: Köppe, R
Gibt es in Afrika überhaupt echte Zaubermärchen? Selbst unter Spezialisten gehen die Meinungen hierzu stark auseinander. Das vorliegende Werk liefert einen Beitrag zu dieser Diskussion und stellt die Behauptung auf: Ja, es gibt sie durchaus! Die Autorin, die auf mehr als 45 Jahre des intensiven Studiums der oralen Traditionen Afrikas, basierend auf den Vorträgen hunderter Geschichtenerzähler, zurückblicken kann, bearbeitet das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im ersten Teil präsentiert sie einen Korpus von 70 Erzählungen, die von ihr zwischen den Jahren 1975 und 1997 in Namibia aufgenommen worden sind. Alle diese Texte, in der Mehrzahl handelt es sich bei ihnen um Zaubermärchen, waren bislang unveröffentlicht. Sie richten sich in erster Linie an alle Leser, die ein Interesse an Volkserzählungen haben. Der zweite Teil liefert Hintergrundinformationen zu den Erzählern und den einzelnen Märchen, der dritte Teil hingegen eine allgemeine Erörterung der charakteristischen Merkmale afrikanischer Zaubermärchen, sowohl aus literarischer als auch aus volkskundlicher Sicht. Im Fokus dieser Studie stehen zwar die Traditionen der Nama-sprachigen Bevölkerung Namibias, jedoch werden diese immer in Beziehung zu weiteren afrikanischen Überlieferungen gesetzt, im Besonderen zu denen der benachbarten San und Bantu. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich mit europäischen Zaubermärchen. Im vierten Teil werden schließlich die Hilfsmittel für eine detailliertere Bearbeitung der Texte geliefert: die Analyse der Motive aller existierender Varianten dieser Erzählgattung, ein Motiv-Index nach Stith Thompson und ein Sachindex. Die Autorin möchte einerseits dazu beitragen es afrikanischen Lesern zu ermöglichen ihr lokales kulturelles Erbe in seiner ganzen Fülle wertzuschätzen und dieses in Beziehung zu anderen afrikanischen und internationalen Traditionen setzen zu können, andererseits eine Hilfestellung für westliche Leser zum besseren Verständnis afrikanischer Überlieferungen geben.
Schmidt, Sigrid
The Forgotten Bride
Verlag: Köppe, R
Namibia ist eine wahre Fundgrube für orale Traditionen. Noch vor nicht allzu langer Zeit war es üblich, dass die Großmütter der Nama und Damara zahlreiche verschiedene Volksmärchen erzählten und damit oral tradierten. Überraschenderweise haben sie nicht nur afrikanische Trickster-Geschichten, Fabeln und Zaubermärchen in ihrem Repertoire, sondern auch Märchen wie Aschenputtel und Schneewittchen. Interessant ist hierbei, dass die namibischen Großmütter diese Märchen nicht etwa aus Büchern kennen. Vielmehr bekamen sie sie von ihren Großmüttern erzählt, die sie wiederum von ihren Großmüttern erlernten. Die Autorin, die bereits neun Bände über die namibische Oraltradition in der Reihe „Afrika erzählt“ veröffentlicht hat, widmet sich in diesem Buch der erstaunlich großen Anzahl der Erzählungen, die Namibia durch mündliche Überlieferung aus Europa oder Asien erreichten. Im ersten Teil werden 62 dieser Geschichten wiedergegeben, die vornehmlich von der Autorin selbst im Zeitraum von 1960 bis 1999 gesammelt wurden und bislang unveröffentlicht sind. Teil II liefert Hintergrundinformationen zu den Erzählern, während sich Teil III mit der Geschichte und den charakteristischen Merkmalen von 48 Typen von Erzählungen beschäftigt, sowie eine allgemeine Erörterung europäischer und asiatischer Märchen im südlichen Afrika beinhaltet. Die meisten dieser Erzählungen gelangten im 17. und 18. Jahrhundert nach Südafrika, wo sie von den Khoekhoe übernommen und bereits zu dieser Zeit verändert und angepasst wurden. Mit ihnen wanderten die Geschichten schließlich – hauptsächlich im 19. Jahrhundert – nach Namibia. Während dieser langen Periode entwickelten sich die ursprünglich europäischen und asiatischen Märchen zu Nama- und Damara-Erzählungen. Der abschließende vierte Teil bietet Materialien für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Texten: eine Analyse aller existierender Varianten dieser Erzählgattung (ATU 300-999), einen Motiv-Index nach Stith Thompson sowie einen Sachindex.
Celia Torke
Die Robinsonin
Verlag: V&R unipress
Weibliche Robinsone, also Frauen in der Robinsonade, stellen zunächst eine Irritation dar. Robinson Crusoe kennt man als Mann und, philologisch betrachtet, als Modell der existenziellen Selbstbehauptung des neuzeitlichen Subjekts. Die Robinsonin gilt dagegen als Randerscheinung. Sie ist das ›Andere‹ in einer dezidiert ›männlichen‹ Gattung. Den Ausgangspunkt des vorliegenden Bandes bildet die Beobachtung, dass neben den vorbildgetreuen Robinson-Bearbeitungen eine Vielzahl von Texten existiert, die aus dem Geschlechterschema des Defoe’schen Vorbilds ausbrechen und die Frau in die abendländische Kultur- und Menschheitsgenese zu integrieren versuchen. Der Entwicklung der Emanzipation der Frau entsprechend fällt der Fokus hierbei auf Texte des 20. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld von literarischer Tradition und Innovation, von Kontinuität und Wandel, intertextueller Rückbezüglichkeit und eigenständiger Vorausprojektion verhandeln die vier zentralen Texte von Gerhart Hauptmann, Muriel Spark, Marlen Haushofer und John Michael Coetzee ein über Jahrhunderte angereichertes Identifikations- und Deutungsparadigma und tragen damit zu einer längst überfälligen Kanonrevision der Gattung Robinsonade bei.
Herausgeber : Missinne, Lut; Busse, Gerd
Het Bureau
Verlag: Waxmann
Was J. K. Rowling für England war, war J. J. Voskuil für die Niederlande: Sein siebenbändiger Monumentalroman Het Bureau löste dort in den späten 1990ern eine wahre „Büromanie“ aus, mit landesweiten Fanklubs und langen Schlangen vor den Buchhandlungen. Het Bureau schildert das Leben und Treiben an einem, übrigens real existierenden, Volkskundeinstitut in Amsterdam. Der – höchst amüsante – Roman lieferte die Grundlage für einen Übersetzungsworkshop des Masterstudiengangs „Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer“ der Universität Münster sowie für einen literarischen „Abend mit J.J. Voskuil“ im Haus der Niederlande. Hierzu waren u.a. die Witwe des Autors, Lousje Voskuil-Haspers, und der Literaturkritiker der Tageszeitung De Volkskrant Arjan Peters eingeladen.Der vorliegende Band präsentiert Übersetzungen, Vorträge sowie ein Interview mit Lousje Voskuil – und bietet zugleich die erste Veröffentlichung von Texten des Erfolgsautors außerhalb seines Sprachraums. So kann sich nun auch der deutschsprachige Leser einen Einblick in die Welt eines scheinbar normalen Bureaubetriebs verschaffen, der schon vielen Niederländern manch schlaflose Lesenacht beschert hat.
Seitschek, Gisela
Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit.
Verlag: Duncker & Humblot
Komplexe Zusammenhänge bildlich auszudrücken, ist seit jeher ein menschliches Bestreben. Allegorie und Personifikation sind vor allem in der mittelalterlichen Literatur gängige Verfahren, um Wissen und abstrakte Sachverhalte zu konkretisieren und zu verkörpern. Gisela Seitschek klärt die Entwicklung allegorischer Literatur im Mittelalter ausgehend von einer historisch-systematischen Übersicht mit besonderem Augenmerk auf den Autoren Alanus ab Insulis, Guillaume de Lorris, Jean de Meun, Dante Alighieri und Geoffrey Chaucer. Mit in den Blick rückt dabei vor allem die mittelalterliche Bibelexegese, entwickelt sich doch die allegorische Literatur im wesentlichen aus der hermeneutischen Methode des vierfachen Schriftsinns. Die zentrale These lautet somit, daß die Allegorie, die ursprünglich aus der Theologie stammt, im "Rosenroman" profaniert und in Dantes "Divina Commedia" re-theologisiert, d. h. erneut in einen religiösen Kontext eingeschrieben wurde. In der Folge findet bei Chaucer wiederum eine Re-Profanierung statt.
Herausgeber : Jakobs, Béatrice / Volker Kapp (Hrsg.)
Seelengespräche.
Verlag: Duncker & Humblot
Die von Prudentius in seiner "Psychomachie" exemplarisch gestaltete Problematik des Kampfes widerstrebender seelischer Kräfte muss mit der Thematik der Seelengespräche in Beziehung gebracht werden, die sich bis heute in der Literatur findet. Die Autoren dieses Bandes stellen sich die schwierige Aufgabe, Traditionsstränge zu identifizieren, innerhalb derer auf einer Metaebene literarische Texte Gemeinsamkeiten aufweisen, obwohl auf den ersten Blick eher Divergenzen oder Brüche hervortreten. Sie erforschen anhand exemplarisch ausgewählter Autoren von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert, wie das Seelengespräch in den verschiedenen Traditionen und Literaturen aktuell bleibt, auch wenn es ganz unterschiedlich ausgestaltet ist. Während Prudentius und seine Nachfolger geradezu selbstverständlich die Vorgänge in der Seele auf eine höhere Instanz hin offen hielten, werden sie seit der Aufklärung zunehmend in ein rein immanentes Selbstverständnis eingebunden, so dass seit der Psychoanalyse von Freud die innerseelischen Antagonismen als Krankheitssymptom verstanden und deren Bewältigung als Beitrag zur psychischen Gesundheit in den Vordergrund gerückt werden. Die Studien beschäftigen sich mit einem weiten Spektrum von literarischer Fiktion und theoretischen Werken aus dem Bereich der englisch/amerikanischen, russischen, französischen, italienischen und spanischen Literatur. Auch der Zeitgenosse von Prudentius, Augustinus, sowie die Werke des lateinischen Mittelalters werden entsprechend berücksichtigt. Dieser Band ist für Literatur- und Kulturwissenschaftler ebenso anregend wie für Theologen oder Anthropologen.
Herausgeber : Gerrer, Jean L
Anklage, Nachdenken und Idealisierung
Verlag: Frank & Timme
Nach Flucht und Vertreibung 1945-1947 aus den Provinzen Ostpreußen, Pommern und Schlesien entstand eine umfangreiche Literatur über diese Ereignisse, vom Tagebuch über Belletristik bis zum Sachbuch. In diesem Sammelband werden verschiedene Aspekte dieser
Sauer, Christoph
Valerius Flaccus dramatische Erzähltechnik
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Ist der grundlegende Charakter der Kompositions- und Erzähltechnik des Valerius Flaccus eher dramatisch oder episch?Ausgehend von einer Analyse des ersten Buchs und der Cyzicus-Episode der Argonautica lässt sich nachweisen, dass der flavische Epiker in der Nachfolge Vergils ein dramatischer Erzähler ist. Die Gestaltung der Argonautica dürfte demnach der von Aristoteles in der Poetik entwickelten und von Horaz im Brief an die Pisonen aufgegriffenen Forderung, dass Geschehnisse auch in einem epischen Werk dramatisch zusammengefügt sein müssen, entsprechen.
Tim Müller
Der souveräne Mensch
Verlag: V&R unipress
Der Mensch in seinen Grenzen und Möglichkeiten ist ein zentrales Thema in den Schriften Heinrich von Kleists. Es ist immer wieder die Spannung zwischen Individuum und Norm, die bei Kleist im Mittelpunkt steht. Dieses Buch verfolgt die These, dass die abendländische Konzeption von Souveränität ein möglicher Schlüssel für die dichterische Anthropologie Kleists ist. Kleist wendet die traditionelle Idee von Souveränität und entwickelt ein alternatives Menschenbild: Gerade über die eigenen Mängel, über seine Nicht-Souveränität erfährt der Mensch sich bei ihm als Eigenes jenseits der Norm. Die besondere Qualität des Menschen liegt für Kleist im Potenzial, aus den eigenen Neigungen, Trieben und Stimmungen schöpfen zu können. Dieser Individualismus verankert die Macht zur Veränderung wieder im Menschen. Mit einem Seitenblick auf zeitgenössische Souveränitätsmodelle wird dieser neue Zugang zu Kleists Werk an Fallbeispielen exemplarisch und in seiner Aktualität aufgezeigt.
Christian Baier
Zwischen höllischem Feuer und doppeltem Segen. Geniekonzepte in Thomas Manns Romanen Lotte in Weimar, Joseph und seine Brüder und Doktor Faustus
Verlag: V&R unipress
Seit über 2000 Jahren beschäftigen sich die Menschen mit der Frage, was ein Genie ausmacht, und die Erklärungsversuche reichen vom göttlichen Wahnsinn Platons bis zum Originalitäts-Postulat des Sturm und Drang. Auch die Protagonisten von Thomas Manns Romanen »Lotte in Weimar«, »Joseph und seine Brüder« und »Doktor Faustus« stehen in dieser Tradition: Goethe, für Mann zeitlebens der Inbegriff des ›großen Mannes‹, modifiziert die Vorstellung des Originalgenies im Geiste des Fin de siècle; der geniale Komponist Adrian Leverkühn, der sich dem Teufel verschreibt, um seine Kreativität zu steigern, wird unter Rückgriff auf die antiken Konzepte von Inspiration und Melancholie dargestellt; und in Joseph, der ›Gestalt der Erfüllung‹ (H. Kurzke), vollzieht sich gar die Transzendierung des Genies. Die vorliegende Studie untersucht die Frage, wie Thomas Mann mit seinen Figuren die Genietradition fortschreibt und sie zugleich im Kontext der klassischen Moderne als Genies inszeniert.
Platon
Herausgeber : Schöpsdau, Klaus
IX 2 Nomoi (Gesetze) Buch VIII–XII
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Dritter und letzter Band der Übersetzung und des Kommentars zu Platons Nomoi: Nach Inhalt und Umfang stellen sie Platons bedeutendsten Beitrag zur politischen Theorie dar.In den Büchern VIII–XII der Nomoi findet die Staatsordnung, die Platon für ein fiktives Gemeinwesen entwirft, ihren Abschluss. Sie enthalten Texte, die für die politische Philosophie und Theologie des späten Platon von besonderer Bedeutung sind: Vorschriften für das sexuelle Verhalten, eine überraschend moderne Theorie des Strafens, eine lange theologische Abhandlung mit einem ausführlichen Gottesbeweis samt Theodizee, und schließlich die Einsetzung der sog. Nächtlichen Versammlung, die als Aufsichtsorgan über die Gesetze den Fortbestand des Staatswesens sichern soll.
Münkler, Marina
Narrative Ambiguität
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Das Buch untersucht die Transformationen der Faust-Figur in den Faustbüchern des 16. bis frühen 18. Jahrhunderts, die den weltliterarischen Ruhm des Teufelsbündners Faust begründet haben.In zahlreichen Texten ist die Faust-Figur immer wieder neu bearbeitet worden. Dabei ist sie selbst keineswegs gleich geblieben, sondern wesentlich transformiert worden. Im Zentrum der diskurs-, system- und erzähltheoretisch ausgerichteten Untersuchung stehen die Themen curiositas und Wagemut, Höllenangst und Gewissensqual, Melancholie und Verzweiflung.Aufgezeigt werden die Bruchstellen zwischen Faustus als Magier und als Gelehrtem, zwischen exemplarischer Typisierung und Individualisierungsprozessen, zwischen Legende und Verdammnis.
Herausgeber : Ina Karg
Europäisches Erbe des Mittelalters
Verlag: V&R unipress
Kulturelle Integration wird in den Beiträgen dieses Sammelbandes vor allem anhand von Figuren – in einem weiten Sinn – in den Blick genommen, die in den deutschen, aber auch in anderen volkssprachlichen Literaturen (des Mittelalters) auftreten. Sie lassen sich als eine Art gemeinsamer Kanon der Erinnerung verstehen: Sie greifen ältere Traditionen auf und haben selbst über die Zeit, die man gemeinhin als Mittelalter bezeichnet, hinaus gewirkt und Potenzial entfaltet. Denn mit der Referenz auf sie erfolgen stets auch neue Sinngebungen und deren Verhandlung. Die Beiträge dieses Bandes hält die Überzeugung zusammen, dass einstige und neue Sinnzumessungen ein Programm gemeinsamer europäischer Kultur aufscheinen lassen, das der Bewahrung und Weiterführung bedarf. Daraus leitet sich ein verantwortungsvoller Auftrag sowohl für die Wissenschaft als auch für die Schule ab.
Michael Bernsen
Der Mythos von der Weisheit Ägyptens in der französischen Literatur der Moderne
Verlag: V&R unipress
Die Frage nach den Gründungsmythen Europas ist im Zeitalter der Globalisierung besonders virulent. Will man ein europäisches Netzwerk schaffen, muss man sich auf die europäischen Dimensionen der nationalen Kulturen besinnen und ihre für den Kontinent Identität stiftenden Potenziale verfolgen. Ein Gründungsmythos Europas ist der von der Weisheit Ägyptens. Seit der Aufklärung wird er intensiv propagiert und den anderen gründungsmythischen Säulen des Kontinents, Hebraismus und Hellenismus, gegenübergestellt. In der französischen Literatur der sogenannten klassischen Moderne spielt dieser Mythos dank der Expedition Napoleons nach Ägypten und der Entzifferung der Hieroglyphen eine große Rolle. Am Beispiel der zahlreichen Erinnerungsbilder Ägyptens kann man beobachten, wie die bekanntesten Autoren der Moderne, darunter Nerval, Baudelaire, Gautier, Mallarmé, solche mythischen Bilder als fiktive Projektionen ausweisen, jedoch deren Anspruch, Sinn und Legitimation zu stiften, nicht aufgeben.
Herausgeber : Manuwald, Gesine
Tragicorum Romanorum Fragmenta. Vol. II
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der zweite Band der neuen Ausgabe der »Tragicorum Romanorum Fragmenta« enthält alle bekannten, durch Zitate bei anderen römischen Autoren für Ennius überlieferten Fragmente seiner Tragödien (in der als wahrscheinlich zu konstituierenden Textfassung) mit einem ausführlichen Apparat. Von den Tragödien des von späteren römischen Autoren als eigentlicher Begründer der römischen Literatur angesehenen Dichters sind die Titel von 20 Dramen überliefert, denen insgesamt etwa 140 Fragmenten zuzuordnen sind, außerdem etwa 70 Fragmente, die für Ennius ohne Angabe eines Werktitels zitiert wurden, aber vermutlich aus seinen Tragödien stammen (insgesamt ca. 400, teils unvollständige Verse).
Jan C. L. König
Über die Wirkungsmacht der Rede
Verlag: V&R unipress
Die politische Rede ist wegen ihrer inhaltlichen Konzentration und thematischen Vielfältigkeit zur linguistischen Untersuchung kommunikativer Wirkung hervorragend geeignet. Betrachtet man einzelne Kommunikationsphänomene, ohne sie in Kontext und Rezeption sowie deren Bewertung einzuordnen, kann das das Ergebnis allerdings verzerren. Jan C. L. König verknüpft die Mittel der Text- und Diskursanalyse mit Aspekten der Rhetorik, Wirkungsästhetik und Rezeptionsforschung und liefert so verlässliche Ergebnisse zur Textproduktion und -konstruktion bis zur Wirkung. Anhand eines Vergleichs realer und literarischer politischer Reden zeigt er gelingende Wirkungsstrategien und die veränderten Bedingungen für die zeitgenössische politische Rede. Dieser Band ist damit von theoretischem und praktischem Nutzen sowohl für die Philologien als auch für all jene Disziplinen, in denen Effekte von Reden und Kommunikation analysiert, bewertet und geplant werden.
Horst Bergmeier
Dada-Zürich
Verlag: V&R unipress
Was bedeutet Dada? Die Antwort liegt in der Differenz von Wahrnehmbarem und Bezeichnung und deren scheiternder diskursiven Vermittlung. Mit der Konstitution des Gegenstandes »Dada-Zürich« – im Schnittfeld von Literatur- und Kunstwissenschaft, Komparatistik, Bild-Text-Theorie und Philosophie – wird das Verhältnis von Moderne und Avantgarde sowie von Avantgarde und Dada neu bestimmt. Diese Neubestimmung resultiert aus der Erkenntnis der ästhetisch-theoretischen Form Dada-Zürichs, deren Konstitution das theoretische Skandalon Ästhetischer Theorie (als einer Theorie, die selber ästhetisch wird) in praktischer und poïetischer Form konkretisiert. Sie entwickelt eine ästhetisch-theoretische Erkenntnisform, in der Aisthesis eine zentrale Stellung einnimmt. Dada nutzt die Avantgarde als Material. Das ästhetisch-theoretische Potential Dada-Zürichs wirkt dabei nicht nur zurück auf die von Dada tatsächlich verwendeten (ästhetisch reflektierten), sondern auf alle modernen – auch avantgardistischen – Artefakte.
Herausgeber : Brünner, Gisela; Gülich, Elisabeth; Beiträge von Brümmer, Gisela; Beiträge von Buchholz, Michael B; Beiträge von Gülich, Elisabeth
Krankheit verstehen
Verlag: Aisthesis
Herausgeber : Busse, Gerd; Missinne, Lut
Das Rätsel der Lesbarkeit
Verlag: Waxmann
Karel van het Reve (1921-1999) war Slawist, vor allem aber ein gefeierter Kolumnist, Essayist, Romancier und Übersetzer. Und er war er ein „Meister der ironischen Pirouette“, der seine Meinung stets offen, in einem schlichten und nüchternen Stil kundtat. Seine Polemiken u.a. gegen den Kommunismus, die Psychoanalyse und die Literaturwissenschaft trugen ihm den Titel des “niederländischen Reich-Ranickis” ein. Doch auch als Übersetzer machte er sich einen Namen, nicht zuletzt wegen seiner unumstößlichen Meinung: „Man muss übersetzen, was dort steht“.Dies war auch das Motto des Workshops, unter dem zehn Studentinnen des Masterstudiengangs „Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer“ der Universität Münster Texte von Karel van het Reve übersetzt und im Rahmen eines literarischen Abends präsentiert haben. Zu dem ebenfalls von den Studierenden organisierten Abend waren eine Reihe von Gästen eingeladen: Familienangehörige, Weggefährten und Bewunderer van het Reves wie die Schwiegertochter und der Sohn des Autors, Ileen Montijn und David van het Reve, der Russisch-Übersetzer Arthur Langeveld und der Soziologe Han Israëls.Dieser Band enthält Texte von und über Karel van het Reve, die im Rahmen des Workshops und des literarischen Abends entstanden sind: Übersetzungen, Vorträge und Interviews. Er bietet so einen Einblick in das Leben und Werk dieses vielseitigen und bedeutenden Autors.
Eilers, Tobias
Robert Gernhardt: Theorie und Lyrik
Verlag: Waxmann
Als „Alleskönner“, „zeitgenössischer Lyrik-Star“ und „Klassiker schon zu Lebzeiten“ ist der Dichter Robert Gernhardt (1937-2006) von Kritikern geadelt worden. Doch wie kam es zur Kanonisierung, wo er doch seine Karriere als Otto-Waalkes-Texter und „Titanic“-Gründer begann? Theorie und Lyrik des poeta doctus werden in diesem Band erstmalig als Gesamtwerk untersucht und in ihre gesellschaftlichen und medialen Kontexte eingeordnet, also u. a. anhand vorheriger und zeitgenössischer Poetik-Entwürfe und Komik-Theorien analysiert. Kenntnis- und detailreich untersucht der Autor Gernhardts ge- und berühmte Lyrik mit ihren Parodien, Satiren, nonsens-geprägten und komikreichen, aber auch komikfreien Gedichten. Ausführlich widmen sich eigene Kapitel mit medienwissenschaftlichem Schwerpunkt dem Aufstieg Gernhardts aus der 68er-Subkultur in den gegenwärtigen Kanon. So klärt diese Arbeit zwei Fragen: Was macht Gernhardt als Theoretiker und Lyriker aus? Und: Warum war Robert Gernhardt so beliebt und erfolgreich? Mit den umfangreichen Kapiteln zur Geschichte der Poetik und der Komik von der Antike bis in die Gegenwart sowie zu Verlagen, Marketing und Medien und zur Kanonbildung legt der Autor zugleich Grundlagen, die für nachfolgende Forschungen im Bereich Literatur- und Medienwissenschaften – auch über andere Autoren – gewinnbringend sind. Zwei ausführliche, bislang unveröffentlichte Gespräche mit Gernhardt runden den Band ab.
Herausgeber : Schauer, Markus
Tragicorum Romanorum Fragmenta. Vol. I
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der erste Band der neuen Ausgabe der »Tragicorum Romanorum Fragmenta« präsentiert alle bekannten Testimonien und Fragmente des Livius Andronicus, des Naevius, der Tragici Minores und die Fragmenta Adespota (in der als wahrscheinlich zu konstituierenden Textfassung) mit einem ausführlichen Apparat. Die neue Ausgabe bietet alle Fragmente in dem jeweiligen Kontext sowie einen umfangreichen, in unterschiedliche Lemmata gegliederten Apparat, der über die Überlieferungslage sowie die textkritische und literarhistorische Forschungsgeschichte der Fragmente in der Neuzeit informiert, d.h. über die in früheren Ausgaben aufgenommenen Textversionen und die in der Sekundärliteratur vorgeschlagenen Emendationen und Interpretationen.
Rücker, Nils
Ausonius an Paulinus von Nola
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Zwischen den Jahren 389 und 395 n. Chr. schrieb der Rhetor Ausonius mehrere poetische Briefe an seinen ehemaligen Schüler Meropius Pontius Paulinus, den späteren Bischof von Nola. Im Zentrum dieser Briefgedichte steht die Klage über das lange Schweigen des Freundes und über dessen Entschluss, das Leben als reicher Grundbesitzer gegen ein christlich-asketisches Leben einzutauschen. Paulinus antwortete in zwei Briefgedichten, in denen er sein Verhalten rechtfertigte. Der Briefwechsel hat immer wieder die Aufmerksamkeit der Gelehrten geweckt, denn erstens ermöglicht er es, das Phänomen christlicher Askese nachzuvollziehen. Zweitens fasziniert er aufgrund seiner existenziellen Thematik: Ein junger Mann am Scheideweg schlägt den Rat eines alten Mannes aus und verlässt ihn.
Kuhlmann, Peter
Fachdidaktik Latein kompakt
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Lateinunterricht erfreut sich steigender Beliebtheit bei Schülern und Eltern an Gymnasien und Gesamtschulen: Noch nie haben in Deutschland so viele Schüler Latein gelernt wie heute. Dies bringt zugleich neue Herausforderungen für den Lateinunterricht mit sich wie etwa stärkere Binnendifferenzierung im Unterricht, Kompetenzorientierung und didaktische Einflüsse der modernen Fremdsprachen, den immer früher beginnenden Lateinunterricht parallel zum Englischunterricht sowie den Einsatz von PC und Internet zur Unterstützung des Lernprozesses. Das vorliegende Handbuch greift auch diese neuen Entwicklungen und Herausforderungen für die Lateindidaktik auf und macht sie insbesondere für die Lehramtsausbildung fruchtbar. Es führt in die zentralen Fragestellungen, Inhalte, Methoden und Probleme der aktuellen lateinischen Fachdidaktik sowie des Lateinunterrichts ein.Ein Schwerpunkt liegt auf der Sprachdidaktik: Traditionelle Themen wie Grammatikunterricht, Wortschatzarbeit, Übersetzungs- und Texterschließungsmethoden werden praxisorientiert mit aktuellen Entwicklungen des Lateinunterrichts verbunden: Kompetenzorientierung, Portfolio-Arbeit und Einsatz neuer Medien. Die jeweiligen Themen werden zum einen theoretisch knapp erläutert und reflektiert und zum anderen mit praktischen Beispielen illustriert. Für die unterrichtsrelevanten Fragestellungen bietet das Werk in knapper Form Vorschläge zur unterrichtspraktischen Umsetzung.
Feustel, Elke
Rätselprinzessinnen und schlafende Schönheiten - Typologie und Funktionen der weiblichen Figuren in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm
Verlag: Olms Verlag
Generationen von Lesern der Grimm’schen Märchen erinnern sich an Frauengestalten wie Dornröschen oder Schneewittchen, deren charakteristische Passivität von den jüngeren „Gender Studies“ als exemplarische Resultate weiblicher Sozialisation beschrieben worden sind. Ausgehend von der Entstehungs- und Druckgeschichte der Grimm’schen Sammlung liefert die vorliegende Untersuchung eine neue überzeugende Typologie der weiblichen Märchenfiguren. Dabei werden das Frauenbild Jacob und Wilhelm Grimms und das Rollenverständnis der Frau in der damaligen Gesellschaft eingehend untersucht. Unter Rückgriff auf die Illustrationsgeschichte der Märchen gelingt der Autorin auch eine physiognomische Typologie der weiblichen Figuren. Die Auseinandersetzung mit der weit verzweigten Forschungsliteratur wird durch psychoanalytische und mythologische Interpretamente ergänzt. In exemplarischen Analysen von Aschenputtel und Dornröschen arbeitet die Autorin Besonderheiten des Erzählstils der Gebrüder Grimm heraus und führt deren Texte bis an die Gegenwartsrezeption, etwa bei Walt Disney, heran. *** Generations of readers of the Grimms’ fairy tales remember female characters such as Sleeping Beauty or Snow White, whose characteristic passivity has been defined in recent gender studies as the typical result of female socialisation. Taking as its starting-point the development and printing history of the Grimms’ collection of tales, this study offers a new and convincing typology of female fairy-tale characters. Jacob and Wilhelm Grimm’s image of women and the contemporary understanding of a woman’s role in society are examined in depth. Drawing on the history of the tales’ illustration, the author also develops a physiognomic typology of female characters. A discussion of the many branches of research is complemented by psychoanalytical and mythological interpretation. The author’s analyses of Cinderella and Sleeping Beauty reveal characteristics of the Grimms’ style and follows the history of the texts down to their contemporary reception, for example by Walt Disney.
Herausgeber : Zybura, Marek; Ruchniewicz, Krzysztof
Zwischen (Sowjet-)Russland und Deutschland
Verlag: fibre
Die Autoren des Sammelbandes setzen sich mit den historiosophischen Visionen und geschichtspolitischen Konzeptionen des polnischen Schriftstellers Josef Mackiewicz auseinander. Mackiewicz, der einer polnisch-litauischen Adelsfamilie entstammte, war in der Zwischenkriegszeit als Publizist und Mitarbeiter des konservativen Wilnaer "Slowo" tätig. 1943 wurde er Zeuge der Exhumierung der Leichen polnischer Offiziere in Katyn, die im Frühjahr 1940 vom sowjetischen Staatssicherheitsdienst mit deutscher Munition ermordet worden waren. Über Katyn veröffentlichte er - seit Kriegsende im Münchener Exil lebend - im Jahre 1949 das erste Buch. Die polnische Frage im Europa nach Jalta stand dann im Zentrum der journalistischen und schriftstellerischen Arbeit von Mackiewicz, den Czeslaw Milosz für einen der wichtigsten polnischen Autoren der Gegenwart hielt. Gegenüber den Phänomenen des sowjetischen Kommunismus und des deutschen Faschismus bezog er die Stellung des Zeugen, Denkers und Analytikers. Die absolute Unabhängigkeit seines geschichtspolitischen Denkens brachte ihn in scharfen Gegensatz zu allen wichtigen meinungsbildenden Zentren der polnischen Emigration auf der einen und der westlichen sog. Entspannungspolitik auf der anderen Seite. Die Implosion des kommunistischen Systems und das damit verbundene Fiasko der bipolaren politischen Ordnung in Europa gaben neue Impulse für die Beschäftigung mit dem Denken und Schaffen von Mackiewicz, das mit seinem analytischen Niveau und seiner argumentativen Loyalität und Weitsichtigkeit auf wiedererwachtes Interesse in Polen, Deutschland und Europa stößt.
Ralph Winter
Herausgeber : Wallstein Verlag
Generation als Strategie
Verlag: Wallstein Verlag
Generation bzw. génération war in den 1920er Jahren in Deutschland wie in Frankreich ein verbreitetes Schlagwort, das in verschiedensten gesellschaftlichen Feldern und Diskursen verwendet wurde, um Gruppenzugehörigkeit oder Abgrenzung auszudrücken und gesellschaftliche oder künstlerische Neuerungen durchzusetzen. Ralph Winter vergleicht zwei Gruppen von Autoren, die in dieser Zeit zu publizieren begannen und die sich als Vertreter der Nachkriegsgeneration einen Namen zu machen suchten: die deutsche Autorengruppe um Klaus Mann (Erich Ebermayer, Willi R. Fehse, Wolfgang Hellmert, Peter de Mendelssohn, Herbert Schlüter, Wilhelm E. Süskind) und die französische Gruppe der Inquiétude um die Zeitschrift Les cahiers du mois (Marcel Arland, André und François Berge, Maurice Betz, René Crevel, Daniel-Rops). Der Autor untersucht, auf welche Weise sie sich in ihren autobiographischen, essayistischen sowie literarischen Texten als Vertreter ihrer Generation beschreiben und wozu diese generationellen Selbstdarstellungen dienen. Er arbeitet heraus, dass es sich hier um eine Inszenierung von Generationalität handelt, die eine Strategie zur Positionierung im jeweiligen literarischen Feld darstellt.
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Herausgeber : Wallstein Verlag
Zukunftsfragen der Germanistik
Verlag: Wallstein Verlag
Die internationale Germanistik befindet sich in einem Prozess der Umstrukturierung: Vielerorts beschäftigen sich die Vertreter des Faches damit, wie sich das universitäre Deutsch- und Germanistik-Angebot zeitgemäß und attraktiv gestalten lässt. In Deutschlands westlichen Nachbarländern hat sich die Nachfrage nach Deutschangeboten an den Hochschulen stark verändert und stellt Lehre und Forschung vor neue Fragen. Aus diesem Anlass hat der DAAD in Zusammenarbeit mit seinem Beirat Germanistik Fachvertreter aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland eingeladen, um über Situation und Perspektiven der akademischen Deutschvermittlung in einem mehrsprachigen Europa zu diskutieren und aktuelle Forschungsfragen aufzugreifen. Autoren aus den Bereichen Literatur- und Sprachwissenschaft, Übersetzen und Deutsch als Fremdsprache diskutieren konkrete Konzepte, Curricula und Kooperationen. Die Rolle interdisziplinärer Zusammenarbeit kommt dabei ebenso zur Sprache wie Fragen der Berufsorientierung und der Fremdsprachendidaktik.
Stefana Sabin
Herausgeber : Wallstein Verlag
Es ist ein Unmensch keines Mitleids fähig""
Verlag: Wallstein Verlag
Lange Zeit fand der Antisemitismusvorwurf gegen Shakespeares Kaufmann von Venedig" wenig Beachtung: Er wurde übersehen, so lange antijüdische Ressentiments zum gesellschaftlichen Konsens gehörten - er wurde verleugnet, so lange Shakespeares Werk zum Ideal einer reinen Dichtungskunst stilisiert wurde. Nicht zufällig waren es dann vor allem jüdische Literaten, die mit der verklärenden Shakespearebegeisterung brachen und sich an der subtilen Ambivalenz seiner tragischen Komödie und seiner Figuren rieben - und dabei ihre jeweils spezifisch jüdische Erfahrung einfließen ließen.Diese Stimmen - von Heinrich Heine und Ludwig Börne über Gustav Landauer und Friedrich Gundolf bis zu Wolf Biermann und Stephen Greenblatt - sind die Belastungszeugen, die Stefana Sabin in ihrem Essay aufruft, um in Shakespeares Stück vor dem Hintergrund der historischen und der kulturellen Wirklichkeit seiner Entstehungszeit und der Geschichte der englischen Judenfeindlichkeit den darin aufscheinenden Antisemitismus nachzuweisen."
Luise F. Pusch
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Eier des Staatsoberhaupts 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Als Luise F. Pusch gebeten wurde, etwas über die Frage Ist die Frauensprache am Ende?" zu schreiben, denn - so der Fragesteller - "man hört rein gar nicht mehr von dem Thema", fragte sie zurück, "wie ist es mit Skandinavien? Ist Skandinavien auch am Ende? Man hört in letzter Zeit so wenig von Skandinavien." Die Frage, ob Frauenbewegung und Frauensprache tot sind, ist ungefähr so alt wie diese selber, und kann mit "Nein" beantwortet werden. Denn immer neue Herausforderungen an die Sprache halten diese quicklebendig: Kann eine Frau die "Schirmherrschaft" übernehmen? Wäre es nicht besser von einem "Matronat" zu sprechen? Gibt es eine passendere Bezeichnung für "Frauenpaar" - vielleicht "Knutschfreundinnen"? Pusch gelingt es immer wieder, gedanken- und bedenkenlos verwendete Sexismen in der Sprache aufzudecken und sie durch witzige, überraschende und oft durchaus ironische Feminin-Äquivalente zu ersetzen."
Luise F. Pusch
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Kaiser sagt Ja 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Hat der Kaiser Franz Beckenbauer seiner Heidi das Ja-Wort gegeben? Oder umgekehrt? Dürfen Frauen Männerlieder singen? Warum handelt es sich bei einer Beziehung zwischen einem Dichter im Rentenalter und einer Frau, die noch keine 20 ist, um einen liebenden Mann", während eine Beziehung zwischen einer reifen Frau und einem jungen Mann als skandalös angesehen wird? Von Hillary Clintons Rennen um die demokratische Kandidatur für die amerikanische Präsidentinschaft zu Heldinnen und Helden der Kinder- und Jugendliteratur wie Pippi Langstrumpf und Harry Potter, von Lessings Neffen Gysi zu den Eisbärkindern Flocke und Knut: In rund 50 neuen Glossen richtet Luise F. Pusch die schiefe Ebene zwischen den Geschlechtern mit sprachlichem Witz. Im Wallstein Verlag erschienen: Die Eier des Staatsoberhaupts und andere Glossen (2008)"
Luise F. Pusch
Herausgeber : Wallstein Verlag
Deutsch auf Vorderfrau 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Eine Frau will nicht länger der Vormund" sein, eine andere findet, "der Azubi" passe nicht zu ihr, und "die Azubine" erst recht nicht. Luise F. Puschs sprachkritische Glossen nehmen die täglichen Zumutungen unserer Männersprache zum Ausgangspunkt und sind durch Tiefenschärfe und kreativen Zündstoff gekennzeichnet. Pusch analysiert nicht nur die Betrüblichkeiten der Männersprache, sondern macht darüber hinaus konkrete Vorschläge für deren kraft- und lustvolle Überwindung, für die "Feminisierung der Welt". Also, was gibt es Neues? Das erfahren Sie (und er) in diesem Buch."
Hendrik Rost
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Pilot in der Libelle 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
In bewegenden Bildern von großer Prägnanz und in einer Sprache, die dem Klang der Dinge angelehnt ist, betrachtet der Autor den Alltag aus der Mitte des Lebens: Phänomene teils in extremer Nahaufnahme, teils aus der Warte dessen, der um die Unterschiede zwischen Wahrnehmen und Begreifen weiß. So finden Geburt und Vergänglichkeit ihren selbstverständlichen Platz. Der Blick auf Kreatur, Werk und Erleben geht über den Einzelnen hinaus und wird Überlieferung.
Hg. von Christine Weder
Herausgeber : Wallstein Verlag
Luxus
Verlag: Wallstein Verlag
Zwischen Aversion und Affinität: Konzeptionen und Imaginationen von Luxus in der Neuzeit. Während Luxuria im Mittelalter unter die sieben Todsünden fiel, erkannten die Wirtschaftstheoretiker um 1700, dass die Produktion von Überflüssigem Wohlstand schafft, und verwiesen vermehrt auf die Vorteile des Luxus als Triebfeder von Nachfrage, technischem Fortschritt, erhöhter Beschäftigung und Export. Die ökonomische Aufwertung des Luxus verdrängte jedoch die Problematisierung nicht einfach, vielmehr entstand eine charakteristische Ambivalenz in den Argumentationen und Präsentationen, die sich auch in der soziologischen und anthropologischen Bewertung sowie insbesondere in der Ästhetik und Kunst bzw. Literatur äußert.
Wolfgang Matz
Herausgeber : Wallstein Verlag
Eine Kugel im Leibe
Verlag: Wallstein Verlag
Eine Neuinterpretation des intellektuellen Weges von Walter Benjamin. Jahrzehntelang sind Walter Benjamins Texte unter dem Aspekt des Gegensatzes zwischen materialistischem und jüdischem Denken diskutiert worden. Dabei wurde die einzige Sphäre, die ihm tatsächlich lebenslang gegenwärtig war, in der er ganz zu Hause" war, beiseite geschoben - jene ästhetische, politische, kunst-religiöse Welt, die den Jahren vor und nach dem europäischen Zusammenbruch von 1914-1918 ihre Prägung gab und die mit den Namen Stefan George, Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Borchardt verbunden wird. Wie kritisch Benjamin dieser Welt in wechselnden Lebensphasen auch gegenüberstand, sie war und blieb der verborgene Maßstab seines Denkens. Borchardt (1877-1945) und Benjamin (1892-1940) haben einander nicht gekannt, einander nicht geschrieben, und während der Weimarer Republik gehörten sie zu vollkommen unterschiedlichen, ja gegnerischen Lagern in Politik und Literatur. Von Benjamins Hand stammt eine der härtesten Verurteilungen Borchardts: "Er hat statt des Herzens eine Kugel im Leibe." Was dieses Urteil aber eigentlich bedeutet, und wodurch es hervorgerufen wurde, das blieb im Dunkel. Und doch kann auch diese versäumte Beziehung sprechend werden, geht man nur allen ihren Spuren nach."
Thomas Wegmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Dichtung und Warenzeichen
Verlag: Wallstein Verlag
Die Fiktionalisierung von Produkten und die Produktion von Fiktionen. Reklame hat sich als massenmediale Praxis seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland etabliert. Besonders literarische Texte der klassischen Moderne reagieren auf die zunehmend vertextete und bebilderte Welt. Sie nutzen die werbliche Warenwelt für eigene ästhetische Verfahren, nicht selten durch Zweckentfremdung, De- und Rekontextualisierung. So montiert Alfred Döblin beispielsweise Slogans, Anzeigen und Schlagzeilen in seinen Roman Berlin Alexanderplatz". Warum interessiert sich Literatur überhaupt für Reklame, ein kommerzielles und vermeintlich kunstfernes Massenmedium? Dieser übergeordnet kulturgeschichtlichen Frage geht Wegmann in seiner Arbeit nach. Dabei beschränkt er sich nicht auf eine motivgeschichtliche Spurensuche, sondern operiert mit der theoretischen Konstruktion des literarischen Feldes, die es erlaubt, den gesamten Literaturbetrieb in den Blick zu nehmen. Reklame in der Literatur aber auch die Präsenz von Literatur in Rezensionen, Verlagsprospekten und Annoncen sowie der Autor als Werbetexter sind Thema der Studie."
Marcus Hahn
Herausgeber : Wallstein Verlag
Gottfried Benn und das Wissen der Moderne
Verlag: Wallstein Verlag
Die komplexe Bezugnahme und Anverwandlung von Wissensbeständen der Moderne im Werk Gottfried Benns. Der Lyriker kann gar nicht genug wissen", heißt es apodiktisch in Gottfried Benns Marburger Poetologie-Vortrag "Probleme der Lyrik", der nicht von ungefähr in einem Universitätshörsaal gehalten wurde: "Man muß dicht am Stier kämpfen, sagen die großen Matadore, dann vielleicht kommt der Sieg." Marcus Hahn zeichnet Benns Stierkampf mit dem Wissen der Moderne bis zum Jahr 1932 minutiös nach. Auf den Spuren des wütenden Wissenschaftskritikers, aber auch virtuosen Wissenschaftskompilators Benn unternimmt er eine Serie aufwendiger literatur- und kulturwissenschaftlicher Expeditionen in die Hirnforschung, in die Anatomie, in die Psychologie, in die Biologie, in die Psychiatrie und in die Anthropologie der Moderne. Erstmals wurde in dieser Studie der wissenschaftliche Teil der Nachlassbibliothek Benns systematisch ausgewertet."
Stephan Kraft
Herausgeber : Wallstein Verlag
Zum Ende der Komödie
Verlag: Wallstein Verlag
Die Philosophie der Komödie: von Aristoteles bis Roberto Benigni. Trotz ihrer 2.000 Jahre alten Tradition liegt bisher noch keine Theoriegeschichte der Komödie vor. Stephan Kraft konzentriert sich in seiner Studie auf ein zentrales Element, das in der Theoriegeschichte der Komödie omnipräsent ist: das Happyend. Mal ist es als Voraussetzung der Lachwirkung nur Mittel zum Zweck, mal dient es als religiös oder geschichtsphilosophisch überhöhtes Ziel, und mal stellt es einen höchst irritierenden und gerade deshalb produktiven Störfaktor dar. Der konsequente Blick auf die Theoriegeschichte des Happyends lässt eine bislang unentdeckte Philosophie der Komödie aufscheinen, die sich mit der seit vielen Jahren diskutierten Philosophie der Tragödie vergleichen lässt. Kraft gibt einen fundierten Überblick über die antiken, die mittelalterlichen und die frühneuzeitlichen Debatten. Auf der Basis intensiver Textstudien etwa von Lessing, Lenz, Herder und Schiller, sowie den Brüdern Schlegel, Schelling und Hegel, Hauptmann, Sternheim und Hofmannsthal, Hacks, Dürrenmatt und schließlich der Diskussion um Roberto Benignis Film Das Leben ist schön" entwirft Kraft seine Theoriegeschichte des Happyends."
Hg. von Werner Frick, Jochen Golz und Edith Zehm
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 122, 2005
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch ist das Publikationsorgan der 1885 in Weimar gegründeten Goethe-Gesellschaft mit derzeit ca. 4000 Mitgliedern in 55 Ländern der Welt. Der 122. Band dokumentiert die Vorträge der 79. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft, die im Schillerjahr 2005 zum Thema Goethes Schiller - Schillers Goethe" in Weimar stattfand. Sie widmeten sich u.a. den schwierigen Anfängen des Dichterbundes, den Tragödientheorien Goethes und Schillers, dem Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller, den "Xenien", Goethes Anteil an Schillers "Wallenstein", Schillers "Egmont"-Bearbeitung und seiner "Iphigenie"-Rezeption. Der Band enthält auch den Eröffnungsvortrag von Rüdiger Safranski "... dass es dem Vortrefflichen gegenüber keine Freiheit gibt als die Liebe". Über die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller". Das Goethe-Jahrbuch, das seit 1880 erscheint, enthält auf ca. 500 Seiten Beiträge über neueste Erkenntnisse zu Goethes Leben und Werk sowie zur Goethezeit, Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen zur deutschen Klassik, eine Goethe-Bibliographie sowie Berichte aus dem Leben der in- und ausländischen Goethe-Gesellschaften und der Weimarer Muttergesellschaft. Darüber hinaus werden die Referate der Hauptversammlung publiziert und die besten Beiträge der Symposien junger Goetheforscher. Herausgeber sind zur Zeit Dr. Jochen Golz (Weimar), Professor Dr. Werner Frick (Freiburg i. Brsg.) und Dr. Edith Zehm (München)."
Hg. von Werner Frick
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 123, 2006
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2006 dokumentiert herausragende Beiträge des Symposiums junger Goetheforscher 2005 in Weimar. Es enthält Abhandlungen zur Rezeption Goethescher Werke in der Gegenwart und beleuchtet am Beispiel Walter Scotts Goethes Rezeption zeitgenössischer Werke. In einem weiteren Beitrag ist das Thema Goethes Skelett - Goethes Gestalt" behandelt. Schließlich werden bislang unveröffentlichte Briefe des Physikers und Mathematikers Johann Gottfried Steinhäuser d. J. (1768-1825) an Goethe vorgelegt. Das Jahrbuch versammelt außerdem Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen zu Goethes Leben und Werk sowie eine Goethe-Bibliographie für das Jahr 2005. Schließlich berichtet es ausführlich über das Wirken der 1885 gegründeten Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland, die derzeit 3500 Mitglieder in 55 Ländern hat."
Hg. von Werner Frick
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 124, 2007
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2007 versammelt die Vorträge anläßlich einer Konferenz der Goethe-Gesellschaft zum Thema Goethe und die Natur". Es enthält weiterhin Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen zu Goethes Leben und Werk sowie eine Goethe-Bibliographie für das Jahr 2006. Im Berichtsteil "Aus dem Leben der Goethe-Gesellschaft" wird ausführlich die 80.Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft dokumentiert. Ergänzt wird dies durch Berichte aus den 59 Ortsvereinigungen der Goethe-Gesellschaft sowie zur Tätigkeit der Goethe-Gesellschaften im Ausland. Vom erstmals von der Goethe-Gesellschaft 2006 für Studierende ausgeschriebenen internationalen Essay-Wettbewerb findet man die Essays der Preisträger."
Hg. von Werner Frick
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 125, 2008
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2008 versammelt die Referate des 4. Symposiums junger Goetheforscher 2007 in Weimar und Vorträge anlässlich der Konferenz der Goethe-Gesellschaft zum Thema Goethe und die Natur". Ein Rezensionsteil zu Neuerscheinungen über Goethes Leben und Werk, eine Goethe-Bibliographie für das Jahr 2007 und Berichte über das Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland ergänzen den Band."
Hg. von Werner Frick
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 126, 2009
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2009 versammelt die Vorträge der Konferenz Weite Welt und breites Leben" - Goethe, der Weltbürger, die im Juni 2009 ca. 600 Goethefreunde aus 20 Ländern in Weimar zusammengeführt hat. Es enthält zudem Abhandlungen und Miszellen zu Goethes Leben und Werk. Veröffentlicht werden auch die Essays der Preisträger des 2. internationalen Essay-Wettbewerbs der Goethe-Gesellschaft. Ein breiter Rezensionsteil zu wichtigen Neuerscheinungen, eine Goethe-Bibliographie für das Jahr 2008 und Berichte über das eindrucksvolle Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland ergänzen den Band. Das Goethe-Jahrbuch ist das Publikationsorgan der 1885 in Weimar gegründeten Goethe-Gesellschaft mit derzeit ca. 4000 Mitgliedern in 55 Ländern der Welt."
Hg. von Werner Frick
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 127, 2010
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2010 versammelt Abhandlungen und Miszellen zu Goethes Leben und Werk. Ein Rezensionsteil zu Neuerscheinungen, eine Goethe-Bibliographie für das Jahr 2009 und Berichte über das Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland ergänzen den Band.
Hg. von Frank-Lothar Kroll
Herausgeber : Wallstein Verlag
Schriftsteller und Widerstand
Verlag: Wallstein Verlag
Historiker und Literaturwissenschaftler wenden sich der Literatur der Inneren Emigration" im Kontext der Widerstandsforschung zu. Die Beiträge dieses Bandes bieten ein umfassendes Panorama der Literatur der "Inneren Emigration": also jenen Formen kultureller und intellektueller Resistenz gegenüber dem Nationalsozialismus, die sich um die Aufrechterhaltung eines Grundbestandes ethischer Normen und eines Mindestmaßes unanfechtbarer humaner Standards angesichts der Herausforderungen durch den Totalitarismus bemühten. Sie beschäftigen sich mit inhaltlichen, terminologischen und literaturpolitischen Grundlagen, zeichnen historische Dimensionen und utopische Potentiale nach, behandeln literarische Vermittlungsformen und -gattungen, bieten Gruppenporträts, Fallbeispiele und bilanzieren die geistigen und politischen Dimensionen des Widerstandes."
Alfred Bodenheimer
Herausgeber : Wallstein Verlag
Ungebrochen gebrochen
Verlag: Wallstein Verlag
Die jüdische Traditionsbildung hat über Jahrtausende und über Kontinente hinweg die Vorstellung einer ungebrochenen Existenz des Judentums erzeugt. Alfred Bodenheimer legt die Wurzeln dieser außerordentlichen Traditionsbildung frei und zeigt, wie sich diese Vorstellung bis heute zu erhalten vermochte. Ausgehend von dem Konzept des Trauma-Transports macht er deutlich, dass dem ungebrochenen Erzählfluss der jüdischen Tradition immer ein Gebrochenes zugeordnet ist, die jüdische Geschichte sich als Krisengeschichte herausstellt. Der Akt des Erzählens erweist sich dabei als Integrationsfigur, die das Schicksal von Exil und Diaspora vermittelt und mit Sinn füllt. Der Autor untersucht in vier zusammenhängenden Essays die Veränderung dieses Erzählens und die Gefährdungen jüdischer Traditionsbildung vom biblischen Zeitalter bis in die Gegenwart, die nach der Shoah und der Gründung des Staates Israel vor völlig neue Herausforderungen gestellt ist.
Kai Sina
Herausgeber : Wallstein Verlag
Sühnewerk und Opferleben
Verlag: Wallstein Verlag
Kempowskis kunstreligiöses Konzept in seiner fast vierzigjährigen Entwicklung. Auf ihm laste ein verordnetes Lebenswerk", schreibt Walter Kempowski in eines seiner Tagebücher. Diese bekenntnishaften Worte beziehen sich auf den ungeheuerlichen Anspruch, der Kempowskis schriftstellerisches Selbstverständnis von Anfang an und grundlegend bestimmt: der Anspruch, mit seinem aus Romanen, Tagebüchern und monumentalen historischen Textcollagen zusammengesetzten Werk die historische Schuld der Deutschen am Zweiten Weltkrieg zu sühnen. Diese vom Debütroman "Im Block" (1969) bis in dem postum erschienenen Gedichtband "Langmut" (2009) erstaunlich beharrlich aufrechterhaltene Grundüberzeugung geht einher mit der umfassenden und anhaltenden Überformung der Autorschaft, der Poetik und nicht zuletzt des literarischen Werks im Modus moderner Kunstreligion: Durch sein "Opferleben" vollbringt der Autor ein "Sühnewerk", und nimmt selbst unweigerlich die Stellung eines christusartigen "Vertreters" ein."
Nils Fiebig
Herausgeber : Wallstein Verlag
In Nietzsches Bann
Verlag: Wallstein Verlag
Vor hundert Jahren erschien die Nietzsche-Biographie des Berliner Germanisten Richard M. Meyer (1860 - 1914) - ein wichtiger Beitrag zur damaligen Nietzsche-Forschung und der Höhepunkt einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk des Philosophen. Um 1892 lernten Richard M. Meyer und seine Frau Estella (1870 - 1942) Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche (1846 - 1935) kennen. Wie schon ihren Bruder, unterstützte Meyer auch sie finanziell und wurde 1910 in den Vorstand der Stiftung Nietzsche-Archiv berufen. Die Freundschaft endete 1913 mit einem Beleidigungsprozess im Gerichtssaal. Die während dieser Zeit entstandene Korrespondenz zwischen dem Ehepaar Meyer und Elisabeth Förster-Nietzsche lässt hinter die Kulissen des 1894 gegründeten Nietzsche-Archivs blicken und offenbart eine Verehrung Nietzsches, die weit über das wissenschaftliche Interesse hinausgeht. Aus Anlass der Verleihung des von Richard M. Meyer gestifteten Scherer-Preises im Mai 2012 und 100 Jahre nach Erscheinen seiner Nietzsche-Biographie zeichnen ausgewählte Briefe und Texte das Interesse Meyers an Friedrich Nietzsche nach und geben Einblicke in die Persönlichkeiten der drei Protagonisten.
Anke Gilleir, Barbara Hahn
Herausgeber : Wallstein Verlag
Grenzgänge zwischen Dichtung, Philosophie und Kulturkritik
Verlag: Wallstein Verlag
Margarete Susman (1872-1966) hat ein ebenso facettenreiches wie zu großen Teilen noch unerforschtes Werk hinterlassen, sie ist vor allem bekannt für ihre Essays zu Kafka sowie Stifters Abdias" und hat die Kategorie des lyrischen Ichs etabliert. Die Philosophie ist mit Susmans Rezensionen der Werke von Georg Lukács und Ernst Bloch vertraut, in den Religionswissenschaften werden ihre Texte zu Franz Rosenzweig gelesen. Darüber hinaus stand Susman mit Georg Simmel, Gustav Landauer, Martin Buber, Gershom Scholem, Erich von Kahler, Karl Wolfskehl und Paul Celan im Briefwechsel. Zu ihren Freundinnen zählten Gertrud Kantorowicz, Gertrud Simmel und Edith Landmann. Der vorliegende Band enthält Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus sechs Ländern, die Susmans Grenzgängen folgen: Beginnend mit Texten, in denen sie den Kulturbruch reflektiert, den der Erste Weltkrieg bedeutete, bis hin zu Arbeiten, die fragen, woran nach dem Holocaust überhaupt noch angeknüpft werden kann."
Iris Hermann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Fährmann sein
Verlag: Wallstein Verlag
Robert Schindels Werk ist in erster Linie das eines bildmächtigen und Neologismen nicht scheuenden Lyrikers. Seine Gedichte sind so poetologisch wie sinnlich zugleich. Seine Themen sind Liebe, Melancholie, die Surrealität des Alltags, die Seelenlandschaften und -städte, sowie der Blick auf die jüngste Geschichte der Judenverfolgung. Sein Roman Gebürtig" setzte in Österreich die Aufarbeitung des Naziterrors in Gang.Die Beiträge dieses Bandes widmen sich neben der Lyrik dem Roman "Gebürtig", dem filmischen Werk, sowie den Essays. Im Mittelpunkt steht die von Robert Schindel gewählte poetische Perspektive: der Dichter als Fährmann.Der Band enthält ein unveröffentlichtes Gedicht von Robert Schindel sowie den Text der abschließenden vierten Poetikvorlesung an der Universität Bamberg.Mit Beiträgen von:Andrea Bartl, Matthias Beilein, Norbert Otto Eke, Nora Gomringer, Iris Hermann, Christoph Houswitschka, Joanna Jablkowska, Friedhelm Marx, Artur Pelka, Doron Rabinovici, Meinolf Schumacher und Hartmut Steinecke"
Arthur Schnitzler
Herausgeber : Wallstein Verlag
Träume
Verlag: Wallstein Verlag
Dass der Dichter von Fräulein Else", "Traumnovelle" und anderen Meisterwerken, in denen die Figuren kunst- und sinnvoll träumen, auch selbst ein reges Traumleben führte, fällt bei der Lektüre seines großen Tagebuchwerks sofort auf: Arthur Schnitzlers Aufzeichnungen der eigenen Träume gehören zu den erzählerisch reizvollsten Eintragungen seines Diariums. Schnitzler hat zwischen 1921 und 1931 seine Traumnotate exzerpiert, stilistisch überarbeitet und drei substantielle Traumtexte, die nicht im Tagebuch stehen, hinzugefügt. Das Ergebnis ist eine faszinierende Chronik seines Innenlebens, ein Werk, das zur Konfrontation mit Freuds "Traumdeutung" herausfordert. Obwohl die Traumtexte natürlich Schnitzlers ureigene Leiden und Leidenschaften widerspiegeln, enthalten sie auch seltsame Szenarien, in denen berühmte Zeitgenossen auftreten: neben Freud auch Herzl, Klimt, Hofmannsthal, Mahler und viele andere. Schnitzlers "Träume" sind das tiefste "Nachtbuch" der Epoche, sowohl eine "unbewusste" Autobiographie des Autors als auch ein dunkles Spiegelbild seiner Zeit. Dieses Typoskript aus dem Nachlass wird nun erstmals als Einheit veröffentlicht und mit einem umfassenden Kommentar versehen. "Wenn sich ein Mensch entschließen könnte, alle seine Träume ohne Unterschied, ohne Rücksicht ... niederzuschreiben, so würde er der Menschheit ein großes Geschenk machen." Friedrich Hebbel"
Hg. von Søren R. Fauth, Kasper Green Krejberg und Jan Süselbeck
Herausgeber : Wallstein Verlag
Repräsentationen des Krieges
Verlag: Wallstein Verlag
Der Krieg und seine Inszenierungen in Literatur und audiovisuellen Medien. Seit jeher provozieren Kriege heftige Emotionen. Mit dem Fortschritt militärischer Techniken und Propagandamethoden ging aber auch eine Veränderung der Wahrnehmung von Kriegen durch die Künste einher. Bis heute werden in Medien wie der Literatur, der Fotografie, des Films und des Fernsehens Darstellungen von Kriegen in aller Welt konstruiert, die ihr Publikum durch die Aufrufung bestimmter ideologischer Rahmungen, Raster oder auch Pathosformeln gezielt zu emotionalisieren versuchen. Namhafte Autorinnen und Autoren aus der internationalen Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft untersuchen verschiedenste Phänomene der historischen und der aktuellen Kriegsinszenierung - in der Literatur seit dem 18. Jahrhundert, im Kino und in den neuen Medien. Mit Beiträgen von: Thomas Anz, Bernd Blaschke, Jürgen Brokoff, Anders Engberg-Pedersen, Christoph Jürgensen, Hermann Kappelhoff, Debra Kelly, Lars Koch, Manuel Köppen, Linda Maria Koldau, Kasper Green Krejberg, Svend Erik Larsen, Gerhard Lüdeker, Mareen van Marwyck, Thomas F. Schneider, Andrea Schütte, Jan Süselbeck, Klaus Theweleit, Mikkel Bruun Zangenberg
Fridolin Schley
Herausgeber : Wallstein Verlag
Kataloge der Wahrheit
Verlag: Wallstein Verlag
Die Literatur W. G. Sebalds wird seit Jahren verehrt und dabei verkannt. Sein essayistisches Werk liefert den Schlüssel zur Selbstpositionierung im literarischen Feld. W. G. Sebald wird heute als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des letzten Jahrhunderts gefeiert. Seit seinem tragischen Tod vor zehn Jahren erfuhr er seitens der literarischen und universitären Rezeption glühende Verehrung. Als Gedächtnis der Deutschen wird Sebald stilisiert, als melancholischer Wanderer zwischen den Welten, als Sprachrohr der Opfer und Vergessenen. Doch eine zweite Seite Sebalds wird meist ignoriert - die des polemischen Literaturwissenschaftlers und Essayisten, der provokant gegen kanonisierte Autoren wie Alfred Döblin, Alfred Andersch oder Jurek Becker wetterte und dabei unter dem Deckmantel der Aufklärung die eigene Position im literarischen Feld profilierte. Schley stellt sein Werk als eine meisterhafte Inszenierung einer Autorschaft heraus. Fridolin Schley macht zum ersten Mal das Phänomen Sebald selbst zum Gegenstand einer kritischen Analyse. Sebalds standardisierte Autorbilder eines heimatlosen Außenseiters und moralischen Gewissens erweisen sich so als Spielarten eines strategisch eingesetzten Habitus, der seine eigene Holocaustliteratur legitimiert.
Georg Gerber, Robert Leucht, Karl Wagner
Herausgeber : Wallstein Verlag
Transatlantische Verwerfungen - Transatlantische Verdichtungen
Verlag: Wallstein Verlag
Während des Kalten Krieges bildete sich das Verhältnis zwischen den USA und dem deutschsprachigen Europa immer wieder um. Die Autoren untersuchen sowohl die Transfers der kulturellen Gegenstände als auch die daraus resultierenden Umbildungen der Aufnahmekontexte: Wie werden amerikanische und deutschsprachige Texte und Theorien auf der jeweils anderen Seite des Atlantik aufgenommen? In welcher Weise werden sie in die eigene kulturelle Logik integriert? Welche Missverständnisse und Reibungen lassen sich beobachten? Und wie sehr stellen die Lebensgeschichten literarischer und wissenschaftlicher Akteure wie Theodor Adorno, Günther Anders, Hannah Arendt, Bertolt Brecht, Arthur Koestler u.a. die Vorstellung zweier Kulturen, einer europäischen und einer amerikanischen, gerade in Frage? Mit Beiträgen u.a. von: Ulrich Beil, Hanjo Berressem, Felix Christen, David Eugster, Christian Fleck, Thomas Fries, Michael Gamper, Georg Gerber, Alexandra Kleihues, Robert Leucht, Clara Maier, Werner Michler, Edward Muston, Thomas Neumeyer, Clemens Özelt, Sonja Osterwalder, Michael Rohrwasser, Christian van der Steeg, Karl Wagner
Silvio Vietta, Roberto Rizzo
Herausgeber : Wallstein Verlag
Sich an den Tod heranpürschen ...""
Verlag: Wallstein Verlag
Der hier erstmals komplett abgedruckte Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Egon Vietta gehört zu den interessantesten Dichterzeugnissen des 20. Jahrhunderts und speziell der Zeit um den Zweiten Weltkrieg. Diskutiert werden hier die neuesten philosophischen Strömungen - z.B. Phänomenologie, Existentialismus und negative Theologie -, die Umbrüche in der deutschen Medien- und Publikationslandschaft, vor allem aber: die geistige Situation der Literatur in dieser Zeit. Darüber lassen die unterschiedlichen Lebenssituationen der Schreiber jedoch noch weit hinausblicken: schreibt Broch seine Briefe zum größten Teil aus dem US-amerikanischen Exil, so spiegeln diejenigen Viettas die beklemmende Lage des Daheimgebliebenen. Brochs Briefe verdeutlichen jedoch auch, wie sehr er in seinem Roman Der Tod des Vergil" noch aus dem Exil gegen die Bedrohung durch die Nationalsozialisten anschreibt. Neben einem ausführlichen Kommentar stellt das Nachwort die Biographien beider Dichter in den Kontext des politischen Widerstands: Broch aus dem Exil, Vietta bei der "Weißen Rose Hamburg"."
Chryssoula Kambas, Marion Brandt
Herausgeber : Wallstein Verlag
Sand in den Schuhen Kommender
Verlag: Wallstein Verlag
Während Gertrud Kolmar zu Lebzeiten relativ unbekannt blieb, zählt sie heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Vor allem dank der kommentierten kritischen Werkausgabe (2003/2005) können ihre Texte nun philologisch exakt untersucht werden. Die Autoren verbinden in ihren kritischen Lektüren die Rekonstruktion von intertextuellen Bezügen mit kontexterschließenden Quellenstudien. Untersucht werden u.a. Gertrud Kolmars Sprache, ihr Umgang mit Geschichtsstoffen in Lyrik, Essay und Drama, die Lektüren ihrer Gedichte durch zeitgenössische Dichter, ihre Wirkung auf die Mit- und Nachwelt sowie die prekäre Überlieferung. Aus dem Inhalt: Regina Nörtemann: Über das Vermögen von Kunst und Sprache. Ein Überblick über das Werk von Gertrud Kolmar Carola Daffner: Gertrud Kolmars Poetik in ihren Briefen Regina Nörtemann: Welten und Weltorgel. Zum Dialog in Gedichten zwischen der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Gertrud Kolmar und dem deutsch-nationalen Dichter Karl Josef Keller Marion Brandt: Fährten der Fahrenden. Spuren der Lektüre Gertrud Kolmars im Werk von Nelly Sachs Johanna Woltmann: Überleben im Werk: Die Rettung der Dichtungen Gertrud Kolmars Ourania Sideri: Allegorie und Wahrheit in Die jüdische Mutter
Carsten Zelle
Herausgeber : Wallstein Verlag
Das achtzehnte Jahrhundert 36/1
Verlag: Wallstein Verlag
Das achtzehnte Jahrhundert" wurde 1977 als Mitteilungsblatt gegründet und seit 1987 zur wissenschaftlichen Zeitschrift der deutschen Dixhuitièmisten ausgebaut. Die interdisziplinär profilierte Halbjahrsschrift versteht sich als Angebot an alle Wissenschaftler, die auf den verschiedenen Feldern der Forschung zum 18. Jahrhundert tätig sind. "Das achtzehnte Jahrhundert" veröffentlicht Aufsätze, Forschungs- und Fortschrittsberichte, Sammelbesprechungen und Einzelrezensionen sowie bibliographische Berichte zu wesentlichen Bereichen der 18. Jahrhundert-Forschung. Thematisch gebundene Hefte, die sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren (bisher z. B.: Recht, Frauen, Französische Revolution, Popularphilosophie, Spätaufklärung, Enzyklopädien, Abenteuer und Abenteurer, Akademien, Deutsch-dänischer Kulturtransfer, Deutsch-schweizerischer Kulturtransfer), sowie offene Hefte, die die laufende Forschung zum 18. Jahrhundert in ihrer Vielfalt dokumentieren, wechseln einander in freier Folge ab.Ältere Jahrgänge dieser Zeitschrift sind als Reprint bei Schmidt Periodicals erhältlich."
Ralph Dutli
Herausgeber : Wallstein Verlag
Das Lied vom Honig
Verlag: Wallstein Verlag
Wer weiß schon, dass die Bienen für die alten Ägypter aus den Tränen des Sonnengottes entstanden? Dass der hinduistische Gott Vishnu, der Bewahrer der Welt, als Blaue Biene neben dem Liebesgott in einer Lotusblume schläft? Dass die ganze Antike hindurch der Wunderglaube sich hielt, dass Bienenvölker aus Stierkadavern geboren werden? Dass Christus im Mittelalter als himmlische Biene galt, die Muttergottes Maria - als Bienenstock? Dass der Honig als Symbol für die Süße göttlicher Wahrheit stand und als erotische Metapher für die Freuden irdischer Liebe? Dass seit der Antike eine geheime Beziehung bestand zwischen Bienen und Küssen? Dass zahlreiche Geistesmenschen, von Vergil bis zu Sylvia Plath, passionierte Bienenzüchter(innen) waren? Dass sich die Dichter von Pindar und Horaz bis Mandelstam und García Lorca mit der Biene verglichen haben, dass Rilke die Dichter als die Bienen des Unsichtbaren" bezeichnete? Die Biene gab Anlass zu religiösen Riten, Aberglauben und Wundergeschichten. Sie stand für Gemeinschaftssinn, Selbstaufopferung, Zukunftsvorsorge, durchdachte Ordnung, Reinheit, Fleiß und Fülle. Aber auch: für Magie und Prophetie, Seele und Inspiration. Ralph Dutli erzählt davon mit kenntnisreicher Gewitztheit und Poesie. "Dutli weiß, wie man seine Leser verführt." Guido Kalberer, Tagesanzeiger"
Friedrich Christian Delius
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Held und sein Wetter
Verlag: Wallstein Verlag
Dieses Buch handelt vom ideologischen Gebrauch eines Kunstmittels im Poetischen Realismus, von den deutschsprachigen literarischen Entsprechungen des uns allen bekannten Phänomens, dass es in Hollywood am dramatischen Ende immer regnet. Warum eigentlich, fragt Delius, regnet es auch im deutschen Realismus immer, wenn die Tragödie unausweichlich wird? Und warum lacht den zukunftsgewissen Bürgern dieser bürgerlichen Romane immer die Sonne Homers? Die Ideologie ausfindig zu machen mitten in einer vorgeblich realistischen Literatur, den Tatnachweis zu führen anhand der kleinen Indizien - bereits der Germanist Delius hat scharfsinnig und scharfäugig vorgemacht, wie das geht. Es ist eine Art Urszene in seinem Werk geworden." (Heinrich Detering in der Laudatio zur Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises 2007)"
Jon Helgason
Herausgeber : Wallstein Verlag
Schriften des Herzens
Verlag: Wallstein Verlag
Der rege und spannungsreiche Briefwechsel zwischen der Dichterin Anna Louisa Karsch und dem Halberstädter Dichter und ihrem Förderer Johann Wilhelm Ludwig Gleim stellt ein außergewöhnliches Zeugnis eines empfindsamen Freundschaftsentwurfs dar. Mit dem Fokus auf die frühen Jahre der Korrespondenz untersucht Jon Helgason diese als exemplarisches Experimentierfeld für die Konzeptualisierung von sozialen Rollen. Anhand einer detailreichen Analyse zeigt Jon Helgason eine Reihe von signifikanten Veränderungen im Bereich der Ästhetik, der Ethik und der Geschlechtervorstellungen im späten 18. Jahrhundert. So kündigen insbesondere die Briefe Karschs, eine präromantische Ausdrucksästhetik" an, welche als "Schriften des Herzens" sowohl privat als auch öffentlich die vorherrschenden Ordnungsmuster in zahlreichen Aspekten überschreitet."
Elio Pellin, Ulrich Weber
Herausgeber : Wallstein Verlag
...all diese fingierten, notierten, in meinem Kopf ungefähr wieder zusammengesetzten Ichs""
Verlag: Wallstein Verlag
Dass jede literarische Selbstdarstellung fiktionale Elemente beinhaltet, ist in der gegenwärtigen Autobiographie-Diskussion unbestritten. Mit dem von Serge Doubrovsky geprägten Terminus Autofiktion" hat sich die Forschung verstärkt literarischen Texten zugewendet, die fiktionales und faktuales Erzählen der eigenen Biographie mehr oder minder offensichtlich vermischen und so die Problematik literarischer Selbstthematisierung reflektieren. Ausgehend von der theoretischen Diskussion um Autobiographie und Autofiktion werden Texte und Textentwürfe von Robert Walser, Annemarie Schwarzenbach, Paul Nizon, Friedrich Dürrenmatt und Urs Widmer mit ihren je eigenen und nicht selten eigenwilligen Konzepten des literarischen Umgangs mit der Biographie untersucht. Aus dem Inhalt: Peter Gasser: Autobiographie und Autofiktion. Einige begriffskritische Bemerkungen Lucas Marco Gisi: Der autofiktionale Pakt. Zur (Re-)Konstruktion von Robert Walsers Felix-Szenen Heidy Margrit Müller: "Je serai Archéologue" - ein autofiktionales Lebenskonzept bei Annemarie Schwarzenbach Ulrich Weber: Friedrich Dürrenmatts "Stoffe" als Autofiktion Elio Pellin: Mit Schere und Klebstreifen. Die Literarisierung von Paul Nizons Journalen Vertrieb in der Schweiz über den Chronos Verlag ISBN 978-3-0340-1110-5"
Martin von Koppenfels
Herausgeber : Wallstein Verlag
Schwarzer Peter
Verlag: Wallstein Verlag
Jonathan Littells Les bienveillantes" (2006) löste in Frankreich und Deutschland eine Debatte aus. Den Kern der Provokation bildet die Tatsache, dass der Roman den Leser zu einer Identifikation mit einem NaziTäter nötigt. Von Koppenfels nimmt diesen Fall zum Anlass, die abgründige Seite des identifikatorischen Lesens in Augenschein zu nehmen. Er untersucht die literarische Tradition der infamen IchErzählung, die psychologischen Mechanismen, die solche Tätererzählungen aktivieren, und die Rolle der deutschen Sprache in diesem literarischen Spiel aus Vereinnahmung und Abstoßung."
Wolfgang Braungart, Joachim Jacob
Herausgeber : Wallstein Verlag
Stellen, schöne Stellen
Verlag: Wallstein Verlag
Stellenlektüre ist verpönt. Und doch eröffnet die Stelle den Zugang zum Ganzen. Die Stelle ist der Ort, an dem die literarische Erfahrung konkret und von besonderer Intensität wird. So ist es kein Zufall, dass durch die Literaturgeschichte des Abendlands hindurch seit Augustinus 'tolle lege' die Stelle im Buch auch immer wieder zum Kreuzungspunkt zwischen Literatur und Leben wurde.
Wiebke-Marie Stock
Herausgeber : Wallstein Verlag
Denkumsturz
Verlag: Wallstein Verlag
Hugo Ball war ein Intellektueller, der sich an den geistigen Auseinandersetzungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf vielfältige Weise beteiligt hat: von der wortspielerischen Lautpoesie des Dadaismus, über geschichtsphilosophischpolitische Essays und weitsichtige Kommentare zur zeitgenössischen Kunst bis hin zu radikalen Stellungnahmen zur religiösen Krise der Moderne. In seinem Denken verbinden sich Fragen der Ästhetik, der Sprachphilosophie, der Religionsphilosophie und der politischen Philosophie. Die Positionen wandeln sich, aber es lassen sich doch klare Linien erkennen, die vom Nietzscheleser und dem Begründer des Dadaismus über den politischen Journalisten und Geisteshistoriker zum Leser der Acta Sanctorum", der Legendensammlungen über Heilige und Märtyrer, führen. Wiebke Marie Stock legt die spezielle Kombination aus Ästhetik, Sprachphilosophie und politischer Philosophie im Denken Balls frei. Sie verfolgt seinen turbulenten geistigen Entwicklungsweg und zeigt, dass viele seiner Positionen überraschend aktuell und bedenkenswert erscheinen."
Yvonne Nilges
Herausgeber : Wallstein Verlag
Schiller und das Recht
Verlag: Wallstein Verlag
Das Thema Literatur und Recht" ist in den vergangenen Jahren zu einem der innovativsten Forschungsfelder der Literaturwissenschaft geworden. Dabei wurde Friedrich Schiller, in dessen Oeuvre die Rechtsthematik eine grundlegende Rolle spielt, bislang noch viel zu wenig Beachtung geschenkt.In ihrer interdisziplinären Arbeit beleuchtet Yvonne Nilges Schillers intensive Auseinandersetzung mit sämtlichen Fragen des Straf und Staatsrechts im Zusammenhang mit der Rechtsgeschichte und der Rechtsphilosophie. Die herausragende Bedeutung des juridischen Diskurses in Schillers literarischem und theoretischem Gesamtwerk geht untrennbar mit politischen, theologischen wie auch sozialanthropologischen Aspekten einher, die von der Aufklärung bis in die Gegenwart hinein wirken.Die Untersuchung beruht dabei in wesentlichen Teilen auf bisher noch unbekanntem Quellenmaterial zu Schillers Studium der Jurisprudenz an der Stuttgarter Karlsschule."
Louis Sebastien Mercier
Herausgeber : Wallstein Verlag
Bücher, Literaten und Leser am Vorabend der Revolution
Verlag: Wallstein Verlag
Mit seinem Tableau de Paris" hat LouisSébastien Mercier als erster überhaupt die Großstadt als sozialen Kosmos entdeckt und mit empathischer Hingebung und scharfem Witz beschrieben. Das Werk, das in zwölf Bänden mit mehr als tausend Kapiteln ab 1781 veröffentlicht wurde, vibriert von der Unruhe der Jahre vor der Revolution, die der unermüdliche Flaneur und kritische Beobachter uns in jedem Abschnitt spüren lässt.In dieser Auswahl sind erstmals ausschließlich Passagen zusammengefasst, die von Literaten und Publikationen, von Theater und Zensur erzählen. So wird die Welt der 'gens de lettre' wieder lebendig, in der Mercier agierte und in der die Revolution herannahte. Es entsteht ein wirbelndes Bild von Autoren, Verlegern, Journalen, Zensoren und all der kontroversen Kräfte und Spannungen unter ihnen - vieles davon ist in verwandelter Form auch im heutigen literarischen Leben zu beobachten: Mercier hält mit diesen Texten, die nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen, nicht nur seiner Zeit, sondern gelegentlich auch uns den Spiegel vor."
Weiler, Sylvia
Herausgeber : Wallstein Verlag
Jean Amérys Ethik der Erinnerung
Verlag: Wallstein Verlag
Zu seinem 100. Geburtstag am 31. Oktober 2012: Jean Amérys phänomenologische Ethik als Äquivalent zu Adornos AuschwitzDiskurs. Mit seinem AuschwitzDiskurs legt Jean Améry (1912-1978) der westdeutschen Nachkriegsliteratur und Erinnerungskultur ein einzigartiges Fundament. Er schreibt über Auschwitz wie über ein Phänomen, das nur über die körperliche Erinnerung der jüdischen NaziOpfer an die erlebte Vernichtung erfasst werden kann. Seine Werke entfalten eine philosophische Theorie der Moral nach Auschwitz, eine Ethik der Erinnerung. Sylvia Weiler untersucht diese Ethik erstmalig in ihren phänomenologischen Bezügen anhand aller EssayBände Jean Amérys, die zwischen seinem Eintritt in den westdeutschen Literaturbetrieb 1966 und seinem Freitod 1978 entstanden sind. Zudem vollzieht sie die Genese dieser Ethik vor dem Hintergrund der Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts nach, wozu sie sämtliche Arbeiten aus dem AméryNachlass auf ihren erinnerungspolitischen Gehalt hin analysiert: jene Texte, die er zur Zeit seiner schriftstellerischen Anfänge im Wien der dreißiger Jahre schrieb und jene aus dem unmittelbaren Nachkrieg. Die Einzig und Neuartigkeit von Amérys Erinnerungsdiskurs verdeutlicht ein Vergleich mit dem AuschwitzDiskurs Theodor W. Adornos, der als philosophischer Begründer der Nachkriegsliteratur gilt.
Susanne Mildner
Herausgeber : Wallstein Verlag
L'Amour à la Werther
Verlag: Wallstein Verlag
Johann Wolfgang von Goethes Leiden des jungen Werther wurden zu einem Welterfolg. Für Madame de Staël war Werther der Repräsentant der einzig wahren Liebe, Charles de Villers bewunderte dessen Sehnsucht, Ahndung, Schwärmerei", Stendhal benannte das Phänomen der deutschen Liebe erstmals konkret als "Amour à la Werther qui ouvre l'âme à tous les arts". In dem Wunsch, ihrer Heimat Frankreich ein Modell der Ergänzung oder gar, wie Villers, des Ersatzes vorzuführen, übertrugen diese Autoren das "romantische" Liebeskonzept des Werther auf seinen Schöpfer und die Deutschen. Susanne Mildner richtet den Blick auf ein bisher kaum wahrgenommenes Phänomen der Liebeskonzeptionen um 1800: Diese wurden jeweils mit Blick auf den Anderen entwickelt. Die Darstellung und Deutung der Liebe wird zu einer Art Streitpunkt im Austausch deutscher und französischer Autoren. Die bei diesem "geistigen Handelsverkehr" auftretenden, aus Stereotypen der Fremdwahrnehmung resultierenden Missverständnisse sind wesentlicher Teil der Interaktion. Indem Goethe, Villers, de Staël und Stendhal die Images zwar aufnehmen, aber unterlaufen, stellen sie Liebe viel komplexer dar, als eine oberflächliche Betrachtung des Nationalitätendiskurses vermuten lässt. Liebe geht in nationalen Stereotypen nicht auf. Zwar stellen sie eine Möglichkeit der Wahrnehmung von Identität dar, stoßen vor diesem Phänomen jedoch an ihre Grenzen."
Joseph Roth
Herausgeber : Wallstein Verlag
Heimweh nach Prag
Verlag: Wallstein Verlag
Für keine andere Zeitung hat Joseph Roth so lange geschrieben wie für das seinerzeit weit über die Grenzen der Tschechoslowakei hinaus gelesene Prager Tagblatt": Der erste Beitrag des damals noch ganz unbekannten Germanistikstudenten, ein Gedicht, erschien 1917, der letzte 1937, als der mittlerweile berühmte Journalist und Romancier schon seit Jahren im Exil lebte. Das "Prager Tagblatt" war für seine liberale und demokratische Gesinnung ebenso bekannt wie für sein vorzügliches Feuilleton - hier schrieb in den zwanziger Jahren, was in der deutschen Literatur Rang und Namen hatte. Falsches Pathos ließ der besondere Stil dieser Zeitung - Max Brod und Friedrich Torberg haben das ihm eigentümliche Element von Bohème beschrieben - nicht zu. Das tat Roth wohl, und noch wichtiger war ihm ihre verantwortungsvolle politische Haltung: Mit dem "Prager Tagblatt" brauchte er niemals zu brechen, hier konnte er ohne Vorbehalt über die Entwicklung in Deutschland berichten. Die Edition, die mit über 150 Beiträgen eine weit umfangreichere Mitarbeit Roths beim "Prager Tagblatt" erkennen lässt, als bisher erschlossen wurde - auch mit noch unbekannten Texten -, folgt den Drucken im "Prager Tagblatt" in unveränderter Textgestalt."
Heinrich Detering
Herausgeber : Wallstein Verlag
Old Glory
Verlag: Wallstein Verlag
Heinrich Deterings neue Gedichte vermessen räumliche und zeitliche Distanzen, sie führen nach Kilchberg und Kapernaum, nach Auerstedt und Lemberg, nach Texas und an den Li-Fluss. Sie erkunden Elvis Presleys Graceland und folgen Buffalo Bills Wildwest-Show nach Weimar. In geschmeidiger Formkunst und in spielerischer Balance von Komik und Trauer befragen sie die Orte nach ihrer Geschichte: nach den Toten unter der Grasnarbe, nach der Möglichkeit von Glück. Kilchberg täglich andere Ängste und immer dieselbe Angst die erste die letzte die längste: dass du nicht langst dass du nie genug bist dass du nie genügst dass deine Sicherheit Lug ist dass du lügst Angst vor offenen Plätzen Gier nach dem eigenen Platz nachts das alte Entsetzen morgens der nächste Satz
Peter Rühmkorf
Herausgeber : Wallstein Verlag
In meinen Kopf passen viele Widersprüche
Verlag: Wallstein Verlag
Kollegenbeschimpfungen und Lobreden von Adorno bis Zuckmayer, dazu 32 Zeichnungen von F. W. Bernstein. Der Lyriker Peter Rühmkorf war Zeit seines Lebens ein neugieriger Leser, der sich mit den literarischen Zeugnissen seiner Zeitgenossen und Vorfahren intensiv beschäftigte. Er kann ebenso rückhaltlos bewundern wie scharf bloßlegen, warum ein Text keine Gnade vor seinem Urteil findet. Die in diesem Band versammelten Texte reichen von der kurzen Notiz bis zur ironischen Beschimpfung und empathischen Lobrede, von der Rezension bis zum großen Porträt. Das wache, kritische und kluge und von Anfang an kenntnisreiche Interesse an Dichtern und Dichtung ist genauso konstitutiv für Rühmkorfs Dichterleben wie für die eigene Produktion. Was seine Gedichte so einzigartig macht, zeigt sich auch in diesen Texten: Die Verbindung von Witz, souveräner Kenntnis und Leichtigkeit mit einem in jeder Lage absolut passenden Ton. In ihnen dokumentiert sich ein ganzes Leserund Dichterleben von den fünfziger Jahren bis kurz vor Rühmkorfs Tod. Die Ausgabe enthält überwiegend unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass und an entlegenen Orten publizierte Rezensionen. F. W. Bernsteins leichthändige Dichterporträts fügen dem Kompendium eine eigene bildliche Dimension hinzu. Peter Rühmkorf über: Adorno, Beckett, Bellman, Benjamin, Benn, Bernhard, Borchert, Born, Braun, Brecht, Büchner, Dehmel, Döblin, Droste-Hülshoff, Eckermann, Eggebrecht, Eich, Endler, Enzensberger, Fichte, Fried, Friedell, Frisch, Gernhardt, Goethe, Grass, Grosz, Gruppe 47, Handke, Heine, Heißenbüttel, Hiller, Hoddis, Höllerer, Hoffmann von Fallersleben, Jahnn, Jelinek, Jünger, Kästner, Kafka, Kahlau, Kerner, Klopstock, Kürenberger, Lenz/Schneider, Lichtenberg, Mann, Mehring, Merseburger Zaubersprüche , Musil, Paz, Riegel, Rilke, Ringelnatz, Schmidt, Stramm, Tucholsky, Vesper, Voß, Walser, Walther von der Vogelweide, Zuckmayer
Jochen Golz, Albert Meier, Edith Zehm
Herausgeber : Wallstein Verlag
Goethe-Jahrbuch 128, 2011
Verlag: Wallstein Verlag
Das Goethe-Jahrbuch 2011 versammelt die Vorträge der Konferenz Goethe und die Künste", die im Juni 2011 ca. 600 Goethefreunde aus 20 Ländern in Weimar zusammengeführt hat. Es enthält zudem Abhandlungen und Miszellen zu Goethes Leben und Werk. Veröffentlicht werden auch die Essays der Preisträger des 3. internationalen Essay-Wettbewerbs der Goethe-Gesellschaft. Ein umfangreicher Rezensionsteil zu wichtigen Neuerscheinungen sowie Berichte über das Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland ergänzen den Band."
Gabriel S. Moses
Herausgeber : Archiv der Jugendkulturen Verlag
SUBZ
Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
Aufwachsen in den israelischen Suburbs. Wir hatten das ganze Programm: Swimming Pools, lokale Bands und Haus partys, Bong Hits und Picknicks. Die Söhne und Töchter der militärischen Bourgeoisie. Während alle damit beschäftigt waren, inmitten einer brennenden Straße Körperteile aus einem Buswrack aufzusammeln, lehnten wir uns zurück, genossen unseren Acid-Trip und beobachteten von unserem privaten kleinen Winkel im Inneren des Höllenschlundes, wie die Flammen hoch in den Himmel loderten. Wer hätte uns das vorwerfen können? Wir wollten raus. Gabriel S. Moses ist Musiker, Schriftsteller, Illustrator und Designer. Geboren wurde er 1982 in Jerusalem. Seine ganze Jugend verbrachte er in einem eingeschlafenen Vorort namens Macabim, der genau auf der grünen Grenze zwischen arabischen Dörfern und der größeren israelischen Stadt Modi'in liegt. Also vergingen seine Jahre, indem er auf einer Bank im Zentrum der Stadt saß und die Autos an sich vorbeifahren sah, die Musik seiner Lieblingsbands hörte, hoffnungslos politische Themen mied und bei sich dachte: Funny place Israel". Seine Geschichten handeln von Vorstadt-Jugendlichen, die genau dieselben Gedanken haben. 2010 erschien von ihm bereits im Verlag Archiv der Jugendkulturen die Graphic Novel "Spunk". "'Subz' ist die Beschreibung eines alptraumhaften Lebens, und wer verstehen will, warum so viele junge Israelis auf der Suche nach einem 'richtigeren' Leben ins Ausland gehen, gerade auch nach Berlin, findet in diesem Buch Hinweise." Joachim Hiller in: Ox"
Gabriel S. Moses
Herausgeber : Archiv der Jugendkulturen Verlag
SPUNK
Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
J war ein Punk. J war so fucking Punk, dass sie dir in jeder Menschenmenge sofort aufgefallen wäre. Ich denke, was ich zu sagen versuche, ist: J hatte Style! Als ich sie zum ersten Mal sah, nahm ich auch zum ersten Mal meine Kamera zu einem Konzert mit. Sie lächelte niemals in die Kamera. Sie sagte auch nicht viel, also ging ich davon aus, dass sie es einfach wusste. Und als wir dann endlich miteinander ins Gespräch kamen, nur sie und ich, tranken wir nur ein Bier zusammen. Aber es wurde dann doch noch richtig emotional. Wir kamen auch gleich zum Punkt - und redeten über den Sternenhimmel." Gabriel S. Moses ist Musiker, Schriftsteller, Illustrator und Designer. Geboren wurde er 1982 in Jerusalem. Seine ganze Jugend verbrachte er in einem eingeschlafenen Vorort namens Macabim, der genau auf der grünen Grenze zwischen arabischen Dörfern und der größeren israelischen Stadt Modi'in liegt. Also vergingen seine Jahre, indem er auf einer Bank im Zentrum der Stadt saß und die Autos an sich vorbeifahren sah, die Musik seiner Lieblingsbands hörte, hoffnungslos politische Themen mied und bei sich dachte: "Funny place Israel". Seine Geschichten handeln von Vorstadt-Jugendlichen, die genau dieselben Gedanken haben. Heute lebt er in Berlin zusammen mit seiner Freundin und einem Hund. "In Moses' Punkszene gibt es keine Irokesenschnitte und auch keine obligatorischen Bierdosen, die sich Jugendliche an ihren Schädeln eindrücken. Es sind Skater-Punks der Nullerjahre, die sich ärgern, dass Blink182 tatsächlich kommerziell geworden sind, die Emo-Kids hassen und nicht recht wissen, ob man Myspace nun cool oder doof finden soll. Erzählerisch als auch stilistisch sehr erfrischend." Sebastian Leber, in: Der Tagesspiegel"
Constanze und Karlheinz Rossbacher (Hg.)
Herausgeber : Hollitzer Wissenschaftsverlag
Alexander von Villers (1812-1880). Briefe eines Unbekannten
Verlag: Hollitzer Wissenschaftsverlag
Alexander von Villers, geboren 1812 in Moskau, gestorben 1880 in Neulengbach, war einer der originellsten Briefschreiber des 19. Jahrhunderts. Seine Briefe an einen kleinen Kreis von Partnern, vor allem an Rudolf Graf Hoyos und an den weitgereisten Griechenland- und Orientexperten Alexander Freiherr von Warsberg wurden ein Jahr nach seinem Tod veröffentlicht und machten den Unbekannten" mit einem Schlage bekannt. Die zweite Auflage dieses Bandes erschien 1887 zusammen mit einem zweiten Band. Villers arbeitete ab 1853 an der Botschaft des Königreichs Sachsen in Wien, 1870 quittierte er den Dienst und pachtete 1872 ein Anwesen in Neulengbach, das "Wiesenhaus", aus dem er die schönsten Briefe schrieb. Unverkennbar sind sie von einem Menschen geschrieben, der sich seinen Lebenswunsch verwirklichen konnte: aus dem gesellschaftlichen Leben und dem Zeitgeist der Gründerjahre auszubrechen und sich gleichsam als früher "Aussteiger" dem Landbau, dem Lesen und dem stilistisch gepflegten, Intellekt und Gefühl vereinenden, mit sinnreichen Wortspielen durchsetzten Schreiben zu widmen. Villers schrieb mit Witz, Humor und Selbstironie über die verschiedensten Themen, wobei er die Briefe seiner Partner lediglich als Anregung benutzte. Seine Briefe zeigen ihn als umfassend gebildeten Mann. Feuilletons zu schreiben und zu veröffentlichen lehnte er ab, obwohl sein Stil dem der großen Feuilletonisten der Epoche mehr als ebenbürtig ist. Er schrieb über Theater, Musik und Literatur, über sprachwissenschaftliche Fragen, über Botanik, Mineralogie und Philosophie. Mit den Klassikern früherer Epochen war er vertraut. Das Schwergewicht dieser Auswahl bilden jene Briefe, in denen er die Verwirklichung seines idyllisch-bukolischen Lebenstraums schildert. Aus diesen Briefen geht Villers - hierin durchaus Adalbert Stifter verwandt - als genauer Beobachter der vielfältigen Schönheiten der Natur hervor und wird nicht müde, in immer neuen Einfällen und berührenden Betrachtungen das Landleben zu rühmen. Begeistert von Villers' Briefen zeigten sich bedeutende Schriftsteller wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Albert Paris Gütersloh, Heimito von Doderer, Walter Kappacher u. a."
Kroucheva, Katerina
"Goethereif!" Die bulgarischen Faust-Übersetzungen
Verlag: Harrassowitz, O
Deutsch
Glücklich, Hans Joachim
Herausgeber : Mitwirkung (sonst.): Hirt, Annette
Compendium zur lateinischen Metrik
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die kurz gefasste lateinische Metrik für den Unterricht Rhythmus und Klang zu erfassen trägt wesentlich zum Verstehen und zum Genießen lateinischer Texte bei. Das "Compendium zur lateinischen Metrik" vermittelt in klarer, unterrichtstauglicher Darstellung alle wichtigen Aspekte. Rhythmus und Klang zu erfassen trägt wesentlich zum Verstehen und zum Genießen lateinischer Texte bei. Das "Compendium zur lateinischen Metrik" vermittelt in klarer, unterrichtstauglicher Darstellung alle wichtigen Aspekte. Es behandelt Rhythmus, Klang, Vers- und Strophengestaltung unter der generellen Fragestellung, wie lateinische Texte gelesen werden sollen. Alle wichtigen Versmaße sind mit Beispielen besprochen. Die Schulautoren sind von Catull, Ovid, Vergil und Horaz bis hin zu Properz, Plautus, Terenz und Seneca tragicus berücksichtigt. Übungen zur Aussprache und zur metrischen Analyse gibt es ebenso wie Anleitungen zum Lernen der wichtigsten Versmaße. Besonderer Wert wird auf Vorschläge gelegt, die von der Analyse oder vom erlernten Versschema zu aktivem Sprechen und inhaltsgerechtem Lesen führen. Das "Compendium zur lateinischen Metrik" ist ein wichtiger Begleiter jeder Lektüre. Inhalt Beiträger Prof. Dr. phil. Hans-Joachim Glücklich ist Altphilologe an einem Mainzer Gymnasium und an der Universität Heidelberg.
Herausgeber : Herberichs/Reichlin
Kein Zufall
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Kontingenz – so wird immer wieder konstatiert – wird erst in der Frühen Neuzeit »entdeckt«. Davor wurden alle noch so unerklärlichen Begebenheiten als Ausdruck einer höheren, gottgewollten Ordnung gedeutet. Der Sammelband nimmt dieses Postulat zum Anlass, um die Vielfalt mittelalterlicher Kontingenzkonzeptionen in literarischen Texten auszuleuchten. Anhand von exemplarischen Analysen von Legenden, Antiken- und höfischen Romanen sowie Mären, Lyrik und Romanen der Frühen Neuzeit wird sowohl nach gattungsspezifischen Kontingenzkonzeptionen als auch nach literarhistorischen Verschiebungen und Umbesetzungen gefragt.
Hirt, Annette
Lateinische Literatur - Schlag nach
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Schnelles Nachschlagewerk für Lateinschüler in der Lektürephase; sie finden elementare Informationen zu Autoren, Werken und Gattungen.Von »A« wie Aeneis bis »V« wie Vergil bietet das Buch Basisinformationen. Berücksichtigt ist alles, was im schulischen Lateinunterricht relevant ist, etwa die Autoren Caesar, Cicero, Sallust, Tacitus, Ovid, Catull, Vergil und ihre Werke, aber auch wichtige Gattungen, wie Epos, Fabel, Komödie, Brief u.v.m.
Herausgeber : Kühlmann, Wilhelm; Eickmeyer, Jost; Leybrandt, Hanna
Fäden im Labyrinth
Verlag: Manutius
Mit Kennerschaft und unbestechlicher literarischer Urteilskraft nahm sich der Heidelberger Germanist Wilhelm Kühlmann über knapp zwanzig Jahre hinweg belletristischer Neuerscheinungen im Feuilleton an. Ein großer Teil dieser Rezensionen, etwa zu Adolfo Bioy Casares, Gerd-Peter Eigner, Lars Gustafsson, Wolfgang Hilbig, Halldór Laxness, Doris Lessing, Primo Levi, Harry Mulisch, Cees Nooteboom, Sylvia Plath und vielen anderen, ist in diesem Band versammelt. Kühlmann wird Optimisten und Pessimisten, Anti- und Postmodernen, Tragikern und Komikern gerecht. Was er als Rezensent einmal lobend vermerkte, gilt auch für seine eigenen Texte, nämlich „daß der Leser sich am Ende nicht strapaziert oder ermüdet, sondern eher intellektuell angeregt fühlt“. Der Grund für diese Wirkung liegt in der seltenen Kombination zweier Eigenschaften Kühlmanns, die womöglich sowohl im akademischen Betrieb als auch im zeitgenössischen Feuilleton rar werden könnten: ungebrochene leidenschaftliche Leselust und kritische Unbeirrtheit, die sich bis in sprachlich- stilistische Feinheiten hinein nicht um politische Korrektheit oder Marktgängigkeit schert.
Kühlmann, Wilhelm
Grimmelshausen
Verlag: Manutius
Sechs Vorträge, hier in überarbeiteter, erweiterter, bibliographisch ergänzter und miteinander verknüpfter Fassung, zeichnen ein Gesamtbild des berühmten Barockschriftstellers Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622-1676) abseits aller Erbaulichkeit unter dem Gesichtpunkt seiner in die Zukunft weisenden Modernität. Überblicke und neue Detailforschungen verdichten sich so zu einem Porträt eines hintergründigen Autors, der oft wider den Strich gelesen wird, vor allem wider den manchmal erdrückenden Versuch der theologisch-moralischen Selbstkommentierung der erzählenden Figuren. Nicht mehr sollte übersehen werden, daß für den Amtmann und Bürgermeister in der Ortenau die epochentypischen Versuchungen der Alltagsmagie ebenso wie die durchaus nicht nur illegitimen Anfechtungen von List, Geld, Lust und Macht in den Mittelpunkt des Interesses rücken.
Herbst, Alban N
Kybernetischer Realismus
Verlag: Manutius
"Ich meine, daß derjenige, der ein grundlegendes Prinzip vorauseilend aufstellt, derjenige sein muß, der das Beispiel dafür liefert, schreibt Ezra Pound in A Stray Document, einer kleinen Anweisung für Dichter. In diesem seinem Sinn hat sich das, was ich im Folgenden als Grundzüge einer nach-postmodernen Literaturästhetik skizzieren möchte, aus den Entwicklungen meiner poetischen Arbeit entwickelt. Es soll aber nicht nur für sie Gültigkeit haben, sondern die Grundzüge einer allgemeinen nach-postmodernen Poetik skizzieren, wie ich sie für unabdingbar halte, wenn vor allem die Prosa-Dichtung nicht restlos den entertainenden Bach hinabgehn und Literatur eine Bedeutung wiedererringen soll, die sie in den letzten drei Jahrzehnten verspielt hat und die über den puren Zeitvertreib einer zunehmend geringeren Leserschaft oder die Bedürfnisse eines, gesellschaftspolitisch gesehen, Orchideenstudiums hinausgeht. Dabei geht es nicht um die kulturelle Leitfunktion, wohl aber um eine Leitfunktion zusammen mit den anderen Künsten und um Kunst statt Unterhaltung überhaupt.br> Mein Anspruch ist ein hybrider. Doch können Sie in Ihren Erwägungen meiner Argumente andere ästhetische Positionen mit einbeziehen und gegen die meinen auf- oder abwägen. Wahrheitsfindung wie Wahrheitsschaffung ersteht im Wechselspiel und wird um so produktiver, je ernster es die jeweiligen Positionen mit ihren Haltungen meinen. Deswegen kann ein solcher Größenwahn erkenntnisfördernd sein. Haltungen, die sich selber von vorneherein relativieren, führen in aller Regel nicht weiter, sondern schwächen die Kraft ihrer Argumente zugunsten derer des Gegners.
Ich spreche pathetisch, spreche von Dichtung, nicht von Schriftstellerei.
Kühlmann, Wilhelm
Montpellier und Heidelberg
Verlag: Manutius
Die seit dem Mittelalter aufblühende Universität Montpellier ist im Norden nicht nur durch die Tagebücher der Basler Ärztefamilie Platter bekannt geworden. Auch berühmte deutsche Dichterhumanisten, die später als Mediziner in Heidelberg wirkten, wählten im 16. Jahrhundert Montpellier als Studienort. Johannes Posthuis und Petrus Lotichius Secundus haben Eindrücke der südlichen Landschaft, ihre akademischen Abenteuer, ihre Kontakte mit Freunden und Lehrern, auch ihre Liebschaften in bewegenden lateinischen Gedichten verarbeitet, die in diesem Beitrag mit einer Übersetzung vorgelegt werden. Die aktuelle Partnerschaft der Universitäten Heidelberg und Montpellier spiegelt sich so im weiten literarischen Kulturraum der europäischen Renaissance.
Gröne, Maximilian; Reiser, Frank
Französische Literaturwissenschaft
Verlag: Gunter Narr Verlag
Dieser Band wurde speziell für die Erfordernisse der frankoromanistischen Bachelor-Studiengänge entworfen. Er bietet nicht nur eine sorgfältige Einführung in das relevante fachliche Grundwissen, sondern zeichnet sich zugleich durch die besondere Berücksichtigung praxisrelevanter Aspekte aus. Zahlreiche Übungen ermöglichen als integrativer Bestandteil des Konzepts die rasche Anwendung und Überprüfung des Gelernten und unterstützen einen nachhaltigen Kompetenzerwerb.„Insgesamt offeriert der vorzüglich lektorierte Band einen sehr brauchbaren Einstieg in die französische Literaturwissenschaft. Indem alle wichtigen, für eine Einführung bedeutsamen Aspekte der französischen Literaturwissenschaft abgedeckt werden, erhalten die Leser das nötige Rüstzeug für die sich anschließenden Module; der Nachdruck, den die Verfasser auf das analytische Alltagsgeschäft legen, sucht seinesgleichen.“ Thomas Amos in lendemains„Für den Bereich des Französischen ist die Einführung von Gröne und Reiser eine gute Wahl.“ Susanne Goumegou in Philologie im Netz