Kulturwissenschaften (131 Titel)
Chen, Eva V
Beruf: Frau
Verlag: Waxmann
Gering bezahlt, nicht qualifiziert, temporär – so lauten die gängigen Wertungen der Wissenschaft zur weiblichen Erwerbstätigkeit bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts – und damit scheint alles gesagt. Dass es an diesem Punkt erst interessant wird nachzufragen, zeigt diese Studie. Sie bringt die ‚stummen‘ Frauen hinter diesen Klischees zum Sprechen und zeigt, wie unterschiedlich sie mit den Chancen und Barrieren in diesen durch Krisen und Kriege geprägten Jahrzehnten umgingen. In einer tiefgründigen ‚dichten Beschreibung‘ interpretiert sie die Selbstbilder, Lebensentwürfe und -realitäten derjenigen, denen Kultur und Gesellschaft nur eine Nebenrolle auf dem Arbeitsmarkt zugestanden. Das gilt auch noch für die ersten Jahre der DDR.Neun biographische Porträts ‚ganz normaler Frauen‘, eingebettet in den regional- und sozialhistorischen Kontext und ergänzt mit weiteren Fallbeispielen, beleuchten schlaglichtartig den nahen – und in mancher Hinsicht doch so fernen – Alltag im 20. Jahrhundert.
Hoffmann, Wiebke
Auswandern und Zurückkehren
Verlag: Waxmann
Wiebke Hoffmann schildert in ihrer Dissertation die Lebenswelten von zehn Bremer Kaufmannsfamilien in der Zeit von 1860 bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Die Metapher Auswandern und Rückkehr drückt die Mobilität aus, die von Überseekaufleuten in der Zeit der deutschen Modernisierung gefordert wurde – Bremen und Übersee spielt darauf an, dass Lokales und Globales prozesshaft miteinander korrespondiert. Aus Sicht der historischen Bürgertumsforschung mit der Familie als zentralem Anknüpfungspunkt befasst sich die Untersuchung mit Prozessen der bürgerlichen Kultur und körperlicher Befindlichkeit und schildert die Konsequenzen der Jahre andauernden Migration für das Leben in Bremen nach der Rückkehr.Detaillierte Darstellungen von männlicher und weiblicher Arbeit, von Geschlechterrollen sowie die frühe Sozialisation der Kinder in einem Familienleben zwischen Bremen und Übersee sind bedeutsam. Kulturelle Indikatoren, wie Ernährung, Kleidung, Musik und Tanz, werden nach Differenzen und Transkulturation befragt. Geschäftlicher Erfolg in Übersee war nur durch Unterstützung indigener Mitarbeiter wie Teilhabern und Angestellten möglich. Die körperlich anstrengende Arbeit des Kaufmanns fand überwiegend „draußen“ auf Bazaren, Verladeplätzen und Tabakplantagen statt und nicht wie in Bremen im Kontor. Die Untersuchung ist methodisch der Historischen Anthropologie verpflichtet. Die Quellenlage ist vielseitig. Überseekaufleute verfassten nach ihrer Rückkehr nach Bremen stereotypisierende Autobiografien, in denen die Ehefrauen kaum erwähnt werden. Auf der Grundlage umfangreicher privater Brief- und Fotoquellen ließen sich drei Kaufmannsgenerationen mit Erfahrungen in Übersee beschreiben und durch ausgewählte Fotos visualisieren.
Dancu, Andreea
Leben in der Fremde
Verlag: Waxmann
Migranten gestalten und bereichern die Kultur und Gesellschaft des Landes, in dem sie leben. Ebenso beeinflusst das Aufnahmeland seinerseits das Leben der Migranten. "Leben in der Fremde" beschreibt diese Wechselwirkungen und verlagert den Schwerpunkt der Migrationsforschung vom Aspekt der Identität auf den der weniger analysierten sozialen Praxen.Dargestellt werden die Beweggründe für die Auswanderung und die Zukunftspläne rumänischer IT-Fachkräfte sowie ihre sozialen und kulturellen Praxen. Das ermöglicht Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, welche Bedeutung die individuellen Erfahrungen, die genderspezifischen Aspekte, das mitgebrachte kulturelle "Gepäck" und die sozialen Netzwerke der Migranten im Prozess der Anpassung und der Integration im neuen Land haben und wie sich ihre Identität im Verlauf dieses Prozesses wandelt.Damit möchte diese Studie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Aufklärung von sozialen Veränderungen aufgrund von Mobilität leisten.
Wetzel, Marion Josephin
Die Integration von Flüchtlingen in evangelische Kirchengemeinden
Verlag: Waxmann
Die unmittelbare Zeit nach dem 2. Weltkrieg ist in Schleswig-Holstein von einer großen Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den östlichen Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches geprägt. Das veränderte nicht nur das alltägliche Zusammenleben, sondern wirkte sich auch auf das kirchliche Leben aus. Die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen bekannten sich zur evangelischen Konfession, so dass die evangelischen Gemeinden einen hohen Zuwachs an Gemeindemitgliedern integrieren mussten, was nicht reibungslos verlief.Allerdings folgten die zum größten Teil aus Gebieten der Altpreußischen Unionskirche stammenden Gläubigen in der Liturgie anderen Regeln als die lutherisch geprägten Holsteiner sie gewohnt waren, was zu Konflikten und Ausgrenzungen führte. Die auf Zeitzeugeninterviews und Aktenmaterial beruhende Studie zeichnet diesen schwierigen Integrationsprozess nach und sie zeigt, wie über die Auseinandersetzung mit dem kirchlichen Lebens sich auch alltagskulturelle Verhaltens- und Denkweisen wandeln.
Holfelder, Ute
Die Schwiegermutter
Verlag: Waxmann
Schwiegersohn: „Du kommst mir vor wie die Durlacher Allee.“ – Schwiegermutter: „Wieso?“ – Schwiegersohn: „Stundenlang Pappeln!" Fliegende Blätter, 1880‚Schwiegermutter‘ ist ein Begriff mit großer Sprengkraft, der vielfältige Assoziationen und emotionale Reaktionen hervorruft. Ein besonders beredtes Zeugnis dafür sind Schwiegermutterwitze. Die kulturwissenschaftliche Untersuchung behauptet, ‚die Schwiegermutter‘ sei ein Stereotyp, das sich mit dem Entstehen des bürgerlichen Familienmodells verändert und verfestigt habe. Ute Holfelder untersucht stereotype Schwiegermutterbilder in verschiedenen Textsorten – Konversationslexika, Sprichwörtern, Märchen der Brüder Grimm, Bühnenschwänken, Witzen, Ratgebern – und fragt, inwiefern und warum sich die Darstellung der angeheirateten Mutter in den letzten 150 Jahren verändert hat.
Doehlemann, Martin
Glamour und Gloria - gratis
Verlag: Waxmann
Leistung und Erfolg sind nach dem Verständnis der Leistungsgesellschaft aneinander gebun-den: Denjenigen, die sich bilden und anstrengen, winken Belohnungen. In der neuen TV- und IT-Gesellschaft scheint sich Erfolg von Leistung abzukoppeln. Wenn es darum geht, sich über die Medien einen Namen zu machen, zählen oft nur noch Aufmachung und Selbstdarstellung. Millionen ergehen sich in Träumen von mühelosem Glamour und Gloria, wie es ihnen eine breite, schaumgeborene Prominenz vorlebt. Hier tritt eine Leitkultur in Erscheinung, die eine demokratisierte Form der vormodernen Halbwelt darstellt.Ihr hat Alexandre Dumas jr. um 1850 in seinem Theaterstück Le Demi-Monde ein Denkmal gesetzt. Dort, in der Gesellschaft adeliger Müßiggänger, loten schöne Frauen ‚mit Vergangenheit‘ mittels der Kunst der Liebesintrige ihre Chancen aus, sich einen großen Namen zu angeln. In der modernen Demi-Monde sind nicht mehr Salons die Bühnen zur Präsentation von Geheimnissen und Offenbarungen, sondern Fernsehen und Internet. Hier haben Laien vielerlei Art und beiderlei Geschlechts ihren Auftritt und wollen geradezu aus dem Nichts heraus Stars werden. Wie das geschieht und welche Folgen das für die Kultur hat – das ist das Thema.
Redlin, Jane
Säkulare Totenrituale
Verlag: Waxmann
Der säkulare Mensch und sein Tod. Wer kümmert sich um ihn? Welche Rituale werden für ihn zelebriert? Diese Fragen bewegen viele Menschen, weil sie selber betroffen sind. Diese Arbeit zeigt am Beispiel der DDR, welche Lösungen in einer säkularen Gesellschaft für den säkularen Tod gefunden bzw. nicht gefunden wurden. Sie wirken auch heute weiter, während ihre Wurzeln in die Geschichte vor 1949 zurückweisen. Der Ritus der Totenehrungen, die Beisetzungen von Staatsoberhäuptern, Künstlern und Privatpersonen zeichnet ein interessantes Bild der unterschiedlichen Lebenswelten in der DDR und zeigen somit wie Totenkultur zum Abbild einer ganzen Gesellschaft werden kann.
Hansen, Margret
Freundinnen
Verlag: Waxmann
Vorstellungen von Freundschaften zwischen Frauen bewegen sich oft zwischen banalen Stereotypen und pathetischen Idealen. Wie aber deuten und bewerten Frauen selbst ihre Freundschaftserfahrungen? Wie verändert sich ihr Freundschaftsverhalten und der Stellenwert von Freundschaft unter Frauen im Laufe des Lebens? An welchen Leitbildern orientieren sich weibliche Freundschaften im Zeitalter der Frauenemanzipation? Auf der Basis von lebensgeschichtlichen Interviews mit Frauen, die zwischen 1948 und 1968 geboren sind, wird das „Lebensphänomen“ Freundschaft aus einer kulturwissenschaftlichen Forschungsperspektive analysiert. Dadurch kommt der Einfluss von biographischen Übergängen und Einschnitten auf die Dauer und den Verlauf von Frauenfreundschaften in den Blick. An der Schnittstelle zwischen privat und öffentlich zeigt sich deren enge Verknüpfung mit zeitgeschichtlichen Phänomenen, sowie milieu- und generationsspezifischen Einflüssen.
Herausgeber : Moser, Johannes; Seidl, Daniella
Dinge auf Reisen
Verlag: Waxmann
Niemand reist ohne Gepäck: Wir alle packen unsere Koffer oder Rucksäcke mit nützlichen oder auch vertrauten Dingen, von denen wir glauben, sie auf Reisen nicht missen zu wollen und zu können. Was erzählt uns aber der Inhalt des Rollkoffers, das mitgebrachte Souvenir oder die Ausstattung einer Yacht über das Reisen? Kann durch den Blick auf die materielle Kultur ein Erkenntnisgewinn für die Tourismusforschung erwachsen?Die in diesem Band versammelten Beiträge versuchen, diese Fragen zu beantworten, indem sie sich den Dingen in touristischen Erfahrungs- und Handlungswelten zuwenden. Diese Perspektivenverschiebung auf die materielle Kultur des Tourismus erlaubt es, die polyvalente Dimensionalität der Dinge für die Tourismusforschung nutzbar zu machen, denn sie sind nicht nur in ihrer konkreten sinnlichen Materialität für die touristischen Akteure von Bedeutung, sie sind immer auch als intersubjektive Ordnungssysteme gesellschaftlicher Konstruktionen zu verstehen und zu deuten.
Lerche, Eva-Maria
Alltag und Lebenswelt von heimatlosen Armen
Verlag: Waxmann
Die Arbeit untersucht das Alltagsleben sozialer Unterschichten im 19. Jahrhundert in Westfalen am Beispiel der sogenannten Landarmen. Diese rechtlich heimatlosen Bedürftigen wurden auf Grundlage des preußischen Armenpflegegesetzes vom 31. Dezember 1842 von der jeweiligen Provinz als Arme des Landes unterstützt. Ausgangspunkt der mikrogeschichtlichen Studie waren die knapp 1000 erhaltenen Insassenakten des Landarmenhauses der Provinz Westfalen, das von 1844 bis 1891 in Benninghausen bei Lippstadt bestand. Diese Akten enthalten nicht nur behördliche Dokumente, sondern auch eine Vielzahl von biografischen Schriftstücken und Selbstzeugnissen der Landarmen. Durch diese einzigartigen, hier erstmals bearbeiteten Quellen konnte die alltägliche Lebensrealität von Unterschichtenangehörigen, die sonst in der historischen Überlieferung kaum greifbar ist, rekonstruiert und analysiert werden. Ausgehend vom Konzept eines sozialen Kräftefeldes, das nicht nur Herrschern, sondern auch Beherrschten Handlungs- und Gestaltungsmacht zugesteht, nimmt die Autorin die individuellen ebenso wie die kollektiven Handlungs- und Überlebensstrategien der Landarmen selbst in den Blick. Dies bezieht sich auf das Leben vor bzw. nach der Phase der Bedürftigkeit ebenso wie auf die Zeit, die Landarme in der Anstalt Benninghausen verbrachten. Im Zentrum der Studie stehen die Interaktionen zwischen den Landarmen und den sich formierenden Fürsorgebehörden, dem Anstaltspersonal, den Angehörigen, Freunden und Arbeitgebern sowie den privaten Verpflegern im Umkreis des Landarmenhauses Benninghausen.
Herausgeber : Kalka, Claudia; Klocke-Daffa, Sabine
Weiblich - männlich - anders?
Verlag: Waxmann
Warum sind bei den islamischen Tuareg die Männer und nicht die Frauen verschleiert? Warum werden griechische Dörfer als "Orte der Frauen" bezeichnet, wo Frauen dort doch kaum zu sehen sind? Warum genießen Männer in Frauenkleidern in manchen Regionen der Welt ein besonderes Ansehen?
Wir meinen häufig, dass wir genau wissen, wie die Rollen von Frauen und Männern in anderen Gesellschaften festgelegt sind. Der Blick auf fremde Kulturen fördert jedoch oft Überraschendes zutage. Vermeintlich weibliche Ohnmacht stellt sich als Macht heraus, aus offensichtlicher männlicher Vorherrschaft wird ein Gleichgewicht der Geschlechter. Sogar die Geschlechterrollen, scheinbar biologisch festgelegt, können wechseln.
Dieses Buch zeigt Gegenbilder zu gängigen Vorstellungen von unterdrückten Frauen, dominanten Männern und rigide normierten Geschlechterbeziehungen. Es geht um die Position von Frauen und Männern in unterschiedlichen Kulturen und um die Frage, was eigentlich "weiblich" oder "männlich" ist. Gibt es darüber hinaus noch etwas anderes?
Die 23 überwiegend von Ethnologinnen und Ethnologen geschriebenen Beiträge nehmen die Leser mit auf eine Reise um die Welt, von Venezuela bis Papua Neuguinea, von Alaska bis Namibia. Das Buch richtet sich an alle ethnologisch Interessierten und eignet sich besonders für das interkulturelle Lernen im Schulunterricht und in der Erwachsenenbildung.
Jong, Adriaan de
Herausgeber : Bürenkemper, Oliver; Winkler-Borck, Sigrid
Die Dirigenten der Erinnerung
Verlag: Waxmann
Mühlen, Holzschuhe und Tulpen verkörpern für viele auch heute noch die "echte" niederländische Kultur. - Aber die Wirklichkeit ist anders. In "Die Dirigenten der Erinnerung" beschreibt Adriaan de Jong, wie bestimmte Kulturäußerungen aus ländlichen Regionen wie zum Beispiel die Holzschuhe mit Beginn des 19. Jahrhunderts zu nationalen Symbolen geworden sind, die beim niederländischen Volk das Gefühl der Einheit und der nationalen Identität wecken sollten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts aber verlor die Volkskultur des ländlichen Raums gegenüber der modernen urbanen niederländischen Kultur zusehends an Boden. Es wuchs das Bewusstsein, dass die Volkskultur nicht nur eine pittoreske Sehenswürdigkeit ist, sondern auch des Schutzes bedarf. Durch skandinavische Vorbilder entstand die Idee von einem niederländischen Freilichtmuseum.Der Autor geht in dieser Studie aus der Sicht des Historikers der Frage nach, inwieweit Musealisierung der Volkskultur in den Niederlanden zu einer nationalen Identität führte oder zumindest beitrug. Im Hintergrund steht immer die Geschichte des Nederlands Openluchtmuseums in Arnhem, vor dem immer wieder einige führende Persönlichkeiten stehen, wie etwa die beiden Gegenpole A.A.G. Erven Dorens, einer der Mitbegründer des Freilichtmuseums, und D.J. van der Ven, dessen Kontakte zu den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs die Volkskultur in schlechtem Licht erscheinen ließ.Ein Epilog, in dem sich der Autor zur heutigen Rolle volkskundlicher Museen im Hinblick auf die multikulturelle Gesellschaft äußert, und eine umfangreiche chronologische Übersicht beschließen den Band.
Herausgeber : Mohrmann, Ruth E
Essen und Trinken in der Moderne
Verlag: Waxmann
Dieser Band präsentiert die Referate der Arbeitstagung der Volkskundlichen Kommission für Westfalen 2004 in Bielefeld, ergänzt um einen weiteren Aufsatz.
"Essen und Trinken in der Moderne" werden in diesen Beiträgen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und mit sehr verschiedenen methodischen Ansätzen betrachtet. So geht es um das Aufbrechen verlässlicher Ess- und Speisegewohnheiten und dem Zwang, "sich entscheiden zu müssen" (Konrad Köstlin), um den Siegeszug der italienischen Küche in Deutschland (Ulrike Thoms) sowie um die Vorstellung von "Frische", die zu einem kulinarischen Leitbild der Moderne geworden ist (Vera Kalkhoff).
Die über Jahrhunderte ungelösten technischen Probleme bei der Kaffeezubereitung mit dem daraus resultierenden enttäuschenden Geschmackserlebnis zeigen, wie groß trotz aller Widrigkeiten der Durst nach diesem heißen Muntermacher gewesen sein muss (Martin Beutelspacher), und ähnlich war es bei dem Heißhunger auf Süßes, diesem verdankt der Pudding seine steile Karriere von einer seltenen Luxusspeise zu einem - dank industrieller Fertigung - preiswerten Nahrungsmittel, das zu jeder Tageszeit konsumiert wird (Insa Schlumbohm).
Ausgangspunkt waren fundamentale Veränderung im Ernährungssektor, die zu einer völlig neuen, naturwissenschaftlichen Vorstellung von der Beschaffenheit der Lebensmittel führten und an deren Ende die Normierung der Nahrungsmittel steht (Uwe Spiekermann). Der letzte Beitrag schließlich thematisiert die Mahlzeit als "kommunizierte Erinnerung", als kulinarischer Weg der Vergegenwärtigung der Vergangenheit (Andreas Hartmann).
Alsheimer, Rainer
Zwischen Sklaverei und christlicher Ethnogenese
Verlag: Waxmann
Christliche Mission bedeutete im Afrika des 19. Jahrhunderts Vermischung von Kulturen. Aufschlussreich und anschaulich schildert Rainer Alsheimer das Aushandeln von religiösen, ethischen und alltäglichen kulturellen Verhaltensformen zwischen den schwarzen Indigenen und den weißen Missionaren an der Sklavenküste.
Der Prozess der Einrichtung einer "eigentümlichen" Stammeskirche der Ewe, basierend auf protestantischen Glaubensvorstellungen und "traditionellen" religiösen Ritualen der Bevölke-rung der westafrikanischen Küstenregion, wurde oft durch Gewalt und Gegengewalt begleitet. An seinem Ende steht die Genese einer Ethnie, bewirkt durch die neue Religion und die für ihre Zwecke verschriftlichte Missionssprache Ewe. Die moralischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Vorstellungen des Ewe-Stammes orientieren sich an der afrikanischen Kirchenordnung der weißen Missionare.
Der bewegendste Teil des Buches umfasst vierzehn Biografien und biografische Skizzen von schwarzen Frauen und Männern im Umkreis der Missionsstationen. In ihnen beschreiben sie ihre (Über-) Lebensstrategien aus afrikanischen Perspektiven.
Freund, Henning
Blockbau in Bewegung
Verlag: Waxmann
Die Ökonomiegebäude des schweizerischen Kantons Wallis wurden traditionell in Blockbauweise konstruiert und überdauerten Jahrhunderte. Als Zeugen einer vergangenen agrarischen Epoche sind sie jedoch heute in Bewegung geraten. Ein großer Teil ist dem Verfall preisgegeben, andere werden zu Chalets umgebaut. Aber auch in Souvenirform und in der Werbung sind sie mobile Bedeutungsträger für das Wallis geworden. Sie dienen so der touristischen Außendarstellung und der identitätsstiftenden Selbstverortung.
Diese Arbeit untersucht den Bedeutungswandel von landwirtschaftlichen Nutzbauten in der Gemeinde Ferden im Lötschental mit Fokus auf die Perspektive der Einheimischen. Ein Jahr teilnehmende Beobachtung lässt Menschen, Mentalitäten und sozioökonomische Schichtungen in diesem Bergdorf sichtbar werden. Der innovative Ansatz ist dabei die Kombination von historischer Hausforschung mit neuerer volkskundlicher Sachkulturforschung. Die Ergebnisse münden in ein Zukunftsszenario für die zahlreichen Ökonomiegebäude in Ferden. Damit sind die erarbeiteten Parameter und das methodische Handwerkszeug übertragbar auf die Problemlage von mehreren hunderttausend Ökonomiegebäuden im gesamten Alpenraum.
Beitl, Richard
Herausgeber : Rieken, Bernd; Simon, Michael; Beitl, Klaus; Schippers, Thomas K.
Untersuchungen zur Mythologie des Kindes
Verlag: Waxmann
Mit „Untersuchungen zur Mythologie des Kindes“ habilitierte sich der Germanist und Volkskundler Richard Beitl im Sommer 1933 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. Anders als man meinen möchte, steht seine Arbeit nicht unter dem Einfluss der sich damals ausbreitenden NS-Ideologie. Vielmehr versuchte er, auf empirischer Grundlage einen Überblick über die so genannten Kinderschreckgestalten im mitteleuropäischen Raum zu geben und zu zeigen, was Kulturwissenschaftler, Psychologen, Pädagogen und Eltern im Umgang mit der kindlichen Angst voneinander lernen können. Seine Ausführungen über die Gestalten der niederen Mythologie wie den Bumann, den schwarzen Mann oder die Roggenmuhme thematisieren neben sprachgeschichtlichen Befunden den soziokulturellen Wandel von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausgang der Weimarer Republik und sind bis heute ein bemerkenswertes historisches Dokument aus der akademischen Frühphase der Volkskunde. Neben dem geschichtlichen Aspekt gibt das Buch darüber hinaus Auskunft auf die Frage nach der ethnopsychologischen Bedeutung von Angst und Magie im Weltbild des Kindes und ist daher auch von allgemeinem Interesse. Nach über 70 Jahren erscheint es hier zum ersten Mal im Druck.
Herausgeber : Sauermann, Dietmar
Mein Schulweg
Verlag: Waxmann
Der Weg zur Schule und von der Schule war bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein für die Kinder voller Geheimnisse, Aufregung und Erlebnisse. Dabei sammelten sie nicht nur neue Erfahrungen und lernten, ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuschätzen, sondern auch den Umgang mit den Mitschülern und der Natur. Durch die Schulbusse und das Autofahren haben sich die Erlebniswelten der Schüler verändert und auf ganz andere Bereiche verlagert. Deshalb ist es spannend und lehrreich, einen Blick in die jüngste Vergangenheit zu werfen und zu sehen, wie die Eltern und Großeltern der heutigen Kinder ihre Schulwege gestalteten. Durch Zeitungsaufrufe waren 163 Einsendungen eingegangen, von denen leider nur eine kleine Auswahl (62 Texte) abgedruckt werden konnte. In den Erinnerungsberichten spiegeln sich u.a. das Ertragen und Erträglichmachen der mühevollen Wege, das Wirken von Geboten und Verboten, die Solidarität und Gegnerschaft der Schulwegkameraden, das Kräftemessen, das Kennenlernen der Natur und Technik sowie die Wirkung von Zwang und Freiheit wider. Es ist ein buntes und vielgestaltiges Feld, das in den Niederschriften umrissen wird und in manchen Fällen längst vergessene Zeiten lebendig werden lassen, die gar nicht so weit zurückliegen.
Winterberg, Lars
Wasser - Alltagsgetränk, Prestigeprodukt, Mangelware
Verlag: Waxmann
Wasser hat als Getränk große alltagskulturelle Bedeutung. Der Konsum wird jedoch stets ambivalent bewertet und variiert hinsichtlich seiner räumlichen, zeitlichen und sozialen Verortung. Die gegenwärtige Situation ist uneinheitlich: Während man in den Industriegesellschaften über fast uneingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügt, gilt das "blaue Gold" im weltweiten Vergleich als Mangelware. Aus historischer Perspektive liegen zentrale Problemkontexte direkt "vor der eigenen Haustür": eine unzureichende, durch soziale Differenzen geprägte Wasserversorgung, regelmäßige Verunreinigungen und in Folge dessen sogar epidemische Seuchenausbrüche. Die kulturwissenschaftliche Nahrungsforschung hat das Wasser zugunsten von Alkohol und Heißgetränken bislang nahezu ausgeblendet. Ein wesentlicher Bereich unserer Alltagskultur bleibt somit aber unberücksichtigt. Die vorliegende Studie analysiert den Bedeutungswandel des Trink- und Mineralwasserkonsums seit dem frühen 19. Jahrhundert. Auf diese Weise werden Formen und Funktionen historischer wie gegenwärtiger Trinkkultur sowie übergeordnete gesellschaftliche Prozesse am Mikrobeispiel der Region Bonn sichtbar.
Herausgeber : Hartmann, Andreas; Meyer, Silke; Mohrmann, Ruth-E.
Historizität. Vom Umgang mit Geschichte
Verlag: Waxmann
Unsere Gegenwart ist durchdrungen von Geschichte und Geschichtlichem. Dies gilt für Alltagswissen und Alltagshandeln ebenso wie für Weltbilder und materielle Erzeugnisse. Ob wir die Dynamik kultureller Austauschprozesse studieren oder einzelne Kultursegmente in den Blick nehmen, ob wir uns auf der Mikro- oder der Makroebene der Kultur bewegen, grundsätzlich meldet das kulturell Ererbte seinen Machtanspruch an. Kompetente kulturanthropologische Arbeit kommt demnach nicht ohne historische Forschung und ohne das Wissen um die Wirkmächtigkeit des Vergangenen in der Gegenwart aus.Dieser Band präsentiert die Beiträge der Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde zum Thema "Historizität als Aufgabe und Perspektive" vom 21.-23. September 2006 am Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität Münster. Historizität wird dabei aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Themen sind der Umgang mit (DDR-)Geschichte im heutigen Städtebau in Halle (Andrea Hauser) und in einer Erfurter Ausstellung (Jutta Buchner-Fuhs), die Vermarktung und Medialisierung des Historischen an den Beispielen Mondkalender (Helmut Groschwitz), Doku-Soaps (Michaela Fenske) und Hollywood-Spielfilm (Silke Meyer). Bernd Rieken diskutiert historische Argumentationsmuster in der Berichterstattung zum Hurrikan Katrina aus dem Jahr 2005 und Andreas Hartmann geht der anthropologischen Dimension der Wiederholung nach. Fachgeschichte wird aus konstruktivistischer (Lioba Keller-Drescher), performanztheoretischer (Herman Roodenburg) und diskursanalytischer (Friedemann Schmoll) Perspektive erörtert. Daniel Drascek, Christel Köhle-Hezinger, Barbara Krug-Richter und Michael Simon kommentieren die Beiträge.
Wunderlich, Werner
Canta et impera
Verlag: Wallstein
Mozarts Opernfiguren sind herausragende musikalische und dramatische Charaktere des Musiktheaters. Werner Wunderlich analysiert die psychologisch differenzierten und theatralisch überaus wirkungsvollen Bühnenfiguren. Jenseits bloßer Herrscherhuldigung oder stereotyper Fürstenideale werden Mozarts Regenten in Konflikte zwischen den Anforderungen der Macht und den Forderungen der Liebe gestürzt. Vor dem Hintergrund des aufgeklärten Absolutismus und im zeitlichen Horizont der Französischen Revolution werden durch Text und Musik Hoffnungen und Sehnsüchte, Tugenden und Laster, Mut und Schwächen von Regenten im oft widerspruchsvollen menschlichen Handeln dargestellt. Mozarts Herrscher sind aber auch politisch-soziale Katalysatorfiguren. Sie machen bewusst, dass Ordnungen und Beziehungen zugrunde gerichtet werden, wenn Machtträger ihre Handlungen nicht auf ethische Werte gründen und sittlich rechtfertigen, sondern nach willkürlich gesetzten Prioritäten egoistisch ihre Vorteile suchen und ihre Privilegien rücksichtslos durchsetzen. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aber beanspruchen selbstbewusste Mündigkeit und humane Menschlichkeit, wie Mozarts Opern immer aufs Neue und immer noch verdeutlichen.
Herausgeber : Bluche, Lorraine; Lipphardt, Veronika; Patel, Kiran K
Der Europäer - ein Konstrukt
Verlag: Wallstein
Seit wann bevölkert der Homo Europaeus die Vorstellungswelten derer, die sich in Europa beheimatet wähnen? Woraus speisen sich Vorstellungen von und über den Europäer, und wie übersetzen diese sich wiederum in soziales Handeln? In dem Sammelband geht es nicht um die Frage, was am Europäer europäisch ist, sondern darum, wie und wo Vorstellungen vom Europäer entstehen, wie sie zirkulieren, sich verändern, in welchem Verhältnis sie zu anderen Zuschreibungen stehen und welche Folgen dies für die Betroffenen hat.Aus dem Inhalt:Wolfgang Schmale: Zur Debatte um »den europäischen Menschen« in den 1940er und 1950er JahrenSandra Maß: Ethnische Selbstverortung zwischen kontinentaler Solidarität und nationaler Identifikation nach dem Ersten WeltkriegMyriam Spörri: Zur sprachlichen und visuellen Konstruktion der Blutgruppe A als europäisch, 1919-1933Veronika Lipphardt: Die biologische Beschaffenheit des Europäers in deutschen Sach- und LehrbüchernLorraine Bluche/Kiran Klaus Patel: Das Motiv des bäuerlichen FamilienbetriebsEva Kudrass: Der ausgestellte EuropäerHansjakob Ziemer: Zur Konstruktion kultureller Identitäten durch Musik (1900-1930)
Aumann, Philipp
Mode und Methode
Verlag: Wallstein
Der amerikanische Mathematiker Norbert Wiener prägte 1948 den Begriff der »Kybernetik« als Lehre von Kommunikations- und Regelprozessen. Entscheidend war für ihn, dass diese Prozesse gleichermaßen in Organismen wie in Maschinen ablaufen. Die Kybernetik analysiert demnach die Nachrichtenverarbeitung in Organismen, als wären sie Computer, und konstruiert Computer nach dem Vorbild von Organismen.Die Kybernetik entwickelte sich seit den 1950er Jahren zu einer Modewissenschaft. Philipp Aumann schildert ihre Entstehung und Entwicklung in der Bundesrepublik. Zentral ist dabei die Frage nach der Interaktion von Kybernetik und Öffentlichkeit. Auch in öffentlichen Debatten über Technisierung des Menschen und Vermenschlichung der Technik weckte sie Erwartungen in geradezu mythischer Dimension. Konkret angewendet wurde sie als Theorie für Bildungstechnik, Automatisierung und politische Planung besonders in den 1960er Jahren. Bis heute liefert sie technische und geistige Grundlagen für die Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Brockmeyer, Bettina
Selbstverständnisse
Verlag: Wallstein
Die Untersuchung einzigartigen Quellenmaterials aus dem frühen 19. Jahrhundert legt überraschende Konzepte von Körper und Krankheit offen.
In der Medizin im frühen 19.Jahrhundert wurden Körper und Gemüt als Einheit gesehen und zusammen behandelt. Personen, die sich als krank beschrieben, brachten also gleichermaßen ihre Wahrnehmungen am Körper wie am Gemüt zum Ausdruck.
Bettina Brockmeyer untersucht Briefe von Patientinnen und Patienten an Samuel Hahnemann (1755-1843), den Begründer der Homöopathie, und weitere Selbstzeugnisse aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie gewähren zum Teil ungewöhnlich intime Einblicke in Empfindungen, Erlebnisse und Alltagswelten von Frauen und Männern verschiedener sozialer Schichten. Daneben analysiert die Autorin zeitgenössische Perspektiven auf die aus der Antike stammende populäre Diätetik, auf Geschlechterrollen, Religion, Geschlechtlichkeit, Körperfunktionen und auf den Umgang mit dem Sterben von Angehörigen. Die Studie erschließt sowohl zeitgenössische Alltagspraktiken und Körper- sowie Gemütswahrnehmungen als auch Zugänge zur Vorstellung der Menschen von sich selbst. Die hier untersuchten Quellen bieten einen atemberaubenden Kontrast zu bisherigen Vorstellungen vom »Prozess der Zivilisation«.
Alexander Freund
Aufbrüche nach dem Zusammenbruch
Verlag: V&R unipress
Millionen Deutsche wollten nach dem 2. Weltkrieg »raus aus Europa!« – so eine Schlagzeile von 1949. Knapp eine Million Menschen wanderte dann in den 1950er Jahren tatsächlich nach Übersee aus, die meisten in die USA und nach Kanada. Über diese größte Auswanderungsbewegung aus Deutschland im 20. Jahrhundert ist nur wenig bekannt. Auf der Grundlage von Zeitzeugen-Interviews und Archivdokumenten wird untersucht, in welchen Situationen die Auswanderung als Alternative zum Leben in Nachkriegsdeutschland wahrgenommen wurde. Gezeigt wird, wie Politiker die Migration der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu kontrollieren versuchten, wie Betrüger mit den Hoffnungen »Auswanderungswilliger« Profit machten sowie die im Prozess der Auswanderungsentscheidung entstehenden individuellen, familiären und gesellschaftlichen Konflikte.
Constantin Grun
Arnold Schönberg und Richard Wagner
Verlag: V&R unipress
Die entscheidende Bedeutung Richard Wagners für das Komponieren und die Weltanschauung Arnold Schönbergs ist zwar oft behauptet, jedoch nie wissenschaftlich begründet worden. Grun verfolgt in der vorliegenden Arbeit die Spuren des Wagner’schen Einflusses in Schönbergs Werken und Schriften und lenkt das Augenmerk dabei auch auf die Veränderungen der Beziehung vor dem sich wandelnden zeitgeschichtlichen Hintergrund. Er arbeitet neue Erkenntnisse sowohl zur frühesten Wagner-Rezeption Schönbergs als auch zu seinem Verhalten in der Zeit des (Prä-)Faschismus heraus und zeigt den Konflikt, in den Schönberg als bekennender Wagner-Anhänger jüdischer Herkunft durch die antisemitischen Hinterlassenschaften Wagners geriet. Neben den etablierten Werken finden auch das Frühwerk (vor op.1), das Lied der Walküre sowie zahlreiche noch unveröffentlichte Quellen Berücksichtigung.
Claudia Weiss
Wie Sibirien »unser« wurde
Verlag: V&R unipress
Wie kommt es, dass Sibirien geographisch wie mental zu einem festen, untrennbaren Bestandteil Russlands geworden ist, während andere imperiale Großmächte ihre Kolonien verloren haben? Claudia Weiss spürt in dieser Arbeit dem Prozess der mentalen Einverleibung Sibiriens durch das Russländische Imperium im 19. Jahrhundert nach, der deutliche Spuren in der imperialen Identität Russlands hinterließ. Als Fokus dient ihr dafür die Russische Geographische Gesellschaft. Deren Wirken als zivilgesellschaftliche Institution beeinflusste gemeinsam mit der Geographie in ihrer Bedeutung als Bildermacherin den Wandel der Wahrnehmung Sibiriens im 19. Jahrhundert: Weg vom eisigen Gefängnis, hin zu Russlands Land der Zukunft.
Herausgeber : Doris G. Eibl
Wasser und Raum
Verlag: V&R unipress
Wasser als wichtigste natürliche Basisressource für das menschliche Leben ist Gegenstand ökologischer, technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Forschungen. Wie lautet ergänzend dazu eine kulturwissenschaftliche Theorie des Wassers? Der vorliegende Band betrachtet das Thema Wasser erstmals vom Konzept des Raumes her. Raum stellt für den Menschen eine ganz selbstverständliche Kategorie des Denkens, Sprechens und Handelns dar. Ausgehend von der These, dass Wasser als Raum immer eine kulturelle und soziale Konstruktion ist, beschreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dieser interdisziplinären Studie sprachlich-kognitive, historisch-anthropologische, narrativ-symbolische und visuell-symbolische Dimensionen von Wasserräumen.
Herausgeber : Axel Goodbody
Wasser – Kultur – Ökologie
Verlag: V&R unipress
Der Band geht von der Notwendigkeit einer ökologisch orientierten Kultur des Wassers aus, angesichts der zunehmenden Knappheit von sauberem Wasser oder der Zerstörungskraft von Wassermassen infolge des Klimawandels. Die Aufsätze behandeln Konzepte der städtischen Wasserversorgung, wasserrechtliche Fragen, die Renaturalisierung verschmutzter Gewässer und alternative Modelle der Integration des Wassers in die Landschaftskunst. Andere Beiträge widmen sich literarischen Repräsentationen, die den hierarchisch geordneten Dualismus, wonach Natur als das Andere der Vernunft und Wasser als feindliches oder zu eroberndes Element aufgefasst wurden, aufzubrechen suchen. Schließlich werden Texte von Autorinnen analysiert, die die Idee vom Wasser als weiblichem Element in die Diskussion über einen angemessenen Umgang mit der Thematik einbringen.
Herausgeber : Nora Räthzel
Finding the Way Home
Verlag: V&R unipress
These two parallel studies in Hamburg and London aim to provide an insight into the different ways in which young people with and without a migrant background live their everyday lives together. The book demonstrates how friendships, tensions, and sometimes adversities are negotiated. It shows how young people construct landscapes of risk and safety and how relations of ethnicity, class, and gender are lived differently in different socio-spatial contexts. In some situations young people develop enjoyable ways of living with differences, in others they live with tensions and conflicts. These may be experienced through notions of ethnicity, but sometimes through feelings of belonging to places and/or specific youth cultures which transcend ethnic differences more often than class differences.
Herausgeber : Thomas Becker
Zwischen Diktatur und Neubeginn
Verlag: V&R unipress
Der Nationalsozialismus hat die deutschen Universitäten nach 1933 genauso vehement erfasst wie alle anderen Bereiche des gesellschaftliche und kulturellen Lebens und sie gezwungen, sich den neuen Verhältnissen unter der braunen Diktatur anzupassen. Wie die Universität Bonn, die im katholisch geprägten Westen bis dahin keine starken nationalsozialistischen Strömungen zu verzeichnen hatte, damit umging und wie die einzelnen Fächer auf die Veränderungen reagierten, wird in diesem Band dargestellt. Der Blick auf die Auswirkungen des Nationalsozialismus bleibt jedoch nicht beim Untergang des »Dritten Reiches« stehen, sondern er geht über die angebliche »Stunde Null« hinaus in die ersten Jahre des Wiederaufbaus nach 1945. Der Band vereinigt neben grundsätzlichen Beiträgen Studien über die beiden theologischen, die medizinische und die juristische Fakultät sowie über einzelne Fächer der Philosophischen Fakultät.
Irina Schmitt
wir sind halt alle anders
Verlag: V&R unipress
Jugendliche sind ein beliebtes Thema öffentlicher Untersuchung. Ihre Werte werden beleuchtet, ihre Probleme mit Beunruhigung registriert. Selbst kommen sie allerdings selten zu Wort. Der vorliegende Band liefert einen Perspektivwechsel: Zentral ist hier die Analyse von Gesellschaft durch die jugendlichen Forschungs-TeilnehmerInnen. Jugendliche sind Teil und gleichzeitig ProduzentInnen von Gesellschaft. Sie so zu sehen heißt, gängige Modelle von Partizipation und Zugehörigkeit zu hinterfragen. In ihren Beiträgen zu nationaler und kultureller Zugehörigkeit, zu Geschlechterrollen und Normvorstellungen analysieren bundesdeutsche und kanadische Jugendliche differenziert die eigene Gesellschaft. Im Fokus stehen die Möglichkeiten, sich im Kontext von gesellschaftlichen Konzepten der Hierarchisierung, Differenz und Zugehörigkeit zu verorten.
Herausgeber : Paolo Budroni
Mozart und Salieri – Partner oder Rivalen?
Verlag: V&R unipress
Mitten im Winter, am 7. Februar 1786, findet in der Orangerie in Schönbrunn ein Frühlingsfest statt. Kaiser Josef II. bietet zwei Uraufführungen: »Prima la musica, e poi le parole« von Antonio Salieri und W. A. Mozarts »Der Schauspieldirektor« – das deutsche Singspiel trifft auf die italienische Oper. 220 Jahre später wird in der Universitätsbibliothek Wien eine Radierung entdeckt, die dieses Fest darstellt. Am Inhalt dieses Bildes entfalten sich die Beiträge des vorliegenden Bandes. Sie rekonstruieren eine faszinierende Welt, in der berühmte Librettisten, Schauspieler, Komponisten im multilingualen Wien des 18. Jahrhunderts vor dem Kaiser und der wunderbaren Kulisse von Schönbrunn europäische Kulturgeschichte schrieben. Die Radierung selbst und die Bedeutung der Universitätsbibliothek werden ebenso erläutert wie die publizistischen Reaktionen auf das Fest – ein Fest, das als Kulisse für zwei einmalige Aufführungen zu Recht in die Musikgeschichte eingegangen ist.
Matthew Gardner
Herausgeber : Martin Staehelin
Handel and Maurice Greene’s Circle at the Apollo Academy
Verlag: V&R unipress
The Apollo Academy, a musical club founded in 1731 by Maurice Greene and his friend Michael Christian Festing, was the performance location of various oratorios, odes and masques produced by composers in Greene’s circle of friends, colleagues and pupils. Many of the works performed both in and outside the academy meetings are based on subjects such as Jephtha, Deborah and the choice of Hercules which were well known in eighteenth-century England and also attracted the attention of Handel. This long-overdue study explores these works in terms of their intellectual contexts (political, religious, social and cultural), comparing them to Handel’s compositions on the same or similar subjects. Additionally, detailed source information and musical analysis of the works is included as well as a discussion of the competition between Handel and his English contemporaries in order to provide a fuller picture of the diverse musical and cultural life in London during the first half of the eighteenth century.
Christof Ginzel
Herausgeber : Uwe Baumann
Poetry, Politics and Promises of Empire
Verlag: V&R unipress
Die vorliegende interdisziplinäre Studie untersucht die poetische wie auch die politische Inszenierung der Pfälzischen Hochzeit des Jahres 1613 in London in den occasio-typischen Kommunikationsmedien frühneuzeitlicher Hof- und Populärkultur (Epithalamium, Festbeschreibung, Pamphlet, Predigt etc.) am Hof des schottisch-englischen König Jakob VI. und I. Im Zentrum dieser literatur- und kulturwissenschaftlichen Arbeit steht die Repräsentation des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596–1632) und seiner Braut Elisabeth Stuart (1596–1662) als Positivikonen eines scheinbar in Aussicht stehenden pan-protestantischen Europa. Im zeitgenössischen Kontext herrschaftslegitimierender Genealogievorstellungen und religiös motivierter politischer Illusionen wird der Ehebund zur Manifestation göttlichen Willens und einer verheißungsvollen Zukunft stilisiert.
Herausgeber : Sabine Heiser
Gedächtnisparagone – Intermediale Konstellationen
Verlag: V&R unipress
Die Erforschung von Erinnerungskulturen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend auf deren Medialität konzentriert und den konstruktiven Anteil hervorgehoben, den Medien bei der Repräsentation von Vergangenheit übernehmen. Sobald diese spezifische Leistungsfähigkeit zum Gegenstand von Medienkonkurrenzen wird, entsteht ein Gedächtnisparagone. Dabei macht der Vergleich die memorialen Mechanismen und Potenziale der Medien sichtbar und verhandelbar. Das Referenzmodell zu diesem produktiven Konkurrenzverhältnis bildet der klassische Paragone, der Wettstreit der Künste von Leonardo da Vinci bis zu Gotthold Ephraim Lessing, in dem immer auch die Gedächtnisfunktion von Text, Bild und Ton debattiert wurde. Die hier versammelten Beiträge gehen dieser kontroversen intermedialen Konstellation von antiken Traumdarstellungen nach. Das Themenspektrum reicht von mittelalterlichen Andachtsbüchern über barocke Opern und Medaillen um 1800 bis zur gegenwärtigen Medienkunst.
Herausgeber : Tschernokoshewa, Elka; Mischek, Udo
Beziehungsgeflecht Minderheit
Verlag: Waxmann
Köln als Einwanderungsraum, trans-kulturelles Jugendleben in Mannheim, Roma auf dem Balkan, Mallorcas katholische Juden, venezolanische Trans-Prostituierte in Europa, Sorben in Deutschland – die einzelnen Beiträge erlauben Einblicke in sehr unterschiedliche Forschungsfelder. Das Gemeinsame ist die besondere Forschungsperspektive, bei der Probleme von Minderheiten nicht isoliert, sondern als Beziehungsgeflecht studiert werden. Dieser Ansatz versucht die Mehrheitsgesellschaft und ihre Werte und Normen zu berücksichtigen, die oft genug die Schablone vorgeben, von der sich die Minderheit dann absetzt oder abgesetzt wird. Diese neue Perspektive wird von den Autoren mit Wörtern wie: »Hybridologie«, »Rhizom« oder »Diversitätsbewusstsein« umschrieben. Es geht hier um einen neuen Umgang mit kultureller Differenz und Andersheit. Der Band verweist auf einen Paradigmenwechsel, der sich in den Kulturwissenschaften vollzieht.
Herausgeber : Simon, Michael; Hengartner, Thomas; Heimerdinger, Timo; Lux, Anne-Christin
Bilder. Bücher. Bytes
Verlag: Waxmann
Medien sind ein fester Bestandteil unserer Kultur. Sie repräsentieren alltägliches Leben, stellen Wissen zur Verfügung, liefern Sinnangebote und halten Handlungsoptionen bereit - und dies nicht erst seit dem digitalen Zeitalter. Die Wechselwirkungen zwischen alltäglichen Praktiken und deren medialer Vermittlung in historischer und gegenwartsbezogener Perspektive waren Thema des 36. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, der vom 23. bis 26. September 2007 auf Einladung des Deutschen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Kulturanthropologie/Volkskunde, und der Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e.V. in Mainz stattfand.Der vorliegende Band liefert eine umfassende Dokumentation der auf dem Kongress diskutierten Beiträge und berücksichtigt neben den fachwissenschaftlichen Ansätzen auch interdisziplinäre und internationale Zugänge. Die mit dem Buch erscheinende DVD bietet zudem Einblick in die den Kongress begleitende Onlinepräsentation sowie Ausschnitte aus ergänzenden Bild- und Wortbeiträgen, die zum Kongress entstanden sind.
Herausgeber : Ziehe, Irene; Hägele, Ulrich
Digitale Fotografie
Verlag: Waxmann
Mit der Einführung der digitalen Technik im Jahr 1990 ist die Ära der klassischen Fotografie innerhalb weniger Jahre zunächst im professionellen Bereich zu Ende gegangen. Digitale Verfahren haben inzwischen ebenso die Geschicke der Amateurfotografie neu bestimmt.Die weit reichenden Änderungen wirken sich auch auf das klassische Fotoarchiv am Museum oder in einer öffentlichen Sammlung aus. Bilder sind via Internet abrufbar – die Fotografie in ihrer visuell-haptischen Funktion als historisches Original und primäre Quelle erscheint unter neuen Vorzeichen. Nicht nur für die Kulturwissenschaften wäre zu klären, ob die Wende von der analogen zur digitalen Technik einen soziokulturellen Paradigmenwechsel mit sich gebracht hat, der in der postmodernen Gesellschaft sowohl professionelle und private als auch wissenschaftliche oder archivtechnische Belange betrifft.Die 4. Tagung der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV) „Digitale Fotografie. Kulturelle Praxen eines neuen Mediums“ in Marburg widmete sich vom 19. bis 21. September 2008 dieser Frage. Auf der interdisziplinären Veranstaltung beleuchteten Kulturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Ethnologen, Fotografen und Archivare ein ganzes Spektrum an Themen und präsentierten ihre theoretischen und empirischen Forschungsergebnisse oder Beobachtungen.
Böth, Gitta
Johann Ignaz Franz Maria von Landsberg-Velen (1788-1863)
Verlag: Waxmann
Franz Maria Graf von Landsberg-Velen, im Jahre 1863 starb, endete ein nahezu 75-jähriges Leben, das voller Liebe für seine Familie, energisch und kraftvoll in den beruflichen Tätigkeiten als Gutsherr, Industrieller und Politiker, den adligen Konventionen und Traditionen verbunden, aber dennoch auch innovativ und fortschrittlich gelebt wurde. Basierend auf Quellen des Gräflich Landsbergischen Archivs im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster befasst sich diese Untersuchung – vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen, sozioökonomischen, kulturellen und familiären Situation – mit den verschiedenen Lebensbereichen und -phasen des Ignaz von Landsberg-Velen. Entstanden ist die Biografie eines Adligen im bürgerlichen Zeitalter, der die klassische Erziehung zum Stammherrn durchlebte, seine Jahre als Jura-Student in Münster und Heidelberg sowie die anschließende Kavalierstour nach Frankreich, in die Schweiz, nach Italien und Österreich absolvierte, um sich dann im Münsterland, Sauerland und Emsland dem Familien- und Arbeitsleben zu widmen. Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Leben und Arbeiten in der chemischen Fabrik, die 1822 im sauerländischen Wocklum als Zulieferbetrieb der im Familienbesitz befindlichen Wocklumer Eisenhütte (später Louisenhütte) gegründet wurde. Als wichtiger Innovator auf dem Gebiet der anorganischen Chemie prägte Ignaz von Landsberg-Velen hier einen neuen Industriebereich entscheidend mit.
Herausgeber : Moosmüller, Alois
Konzepte kultureller Differenz
Verlag: Waxmann
Der Begriff „kulturelle Differenz“ provoziert und löst nicht erst seit Huntingtons umstrittenen Kulturkampfthesen kontroverse Diskussionen aus. Als soziale Tatsache ruft kulturelle Differenz je nach Akteursinteresse, Situation und gesellschaftlicher Rahmung unterschiedliche Wirkungen hervor. Den einen geht es vor allem um die Konstruktion kultureller Grenzziehung, den anderen eher um die Erforschung der sozialen und kulturellen Folgeerscheinungen. Die einen betonen das kreative Potential kultureller Differenz, die anderen nehmen vor allem die Vorurteilsproblematik und die Gefahr rassistischer Ausgrenzung in den Blick. Die Autoren in diesem Band gehen jenseits einseitiger Festlegungen empirisch fundiert, aus interkultureller Perspektive und auf der Basis unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen der Frage nach, wie kulturelle Differenz in alltäglichen Handlungskontexten wie auch in wissenschaftlichen Diskursen konzeptualisiert wird. Die Beiträge eröffnen neue Perspektiven auf den Diskurs um kulturelle Differenz.
Trummer, Manuel
Pizza, Döner, McKropolis
Verlag: Waxmann
Die Verfügbarkeit von Nahrung jedweder Herkunft ist in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts scheinbar total. Sushi, Pizza und BigMac existieren gleichberechtigt neben Bratwurst, Kraut und Eisbein und tragen zum Bild einer offenbar völlig globalisierten Küche bei. Getragen wurde diese Revolution hin zu einer transnationalen grenzenlosen Küche von ausländischen Gaststätten, die seit etwa 100 Jahren den Wandel und die Wertschätzung der Esskultur in Deutschland entscheidend prägen.Am Beispiel Regensburgs zeichnet diese Studie die Geschichte der ausländischen Gastronomie nach. Eingebettet in eine gesamtgesellschaftliche Betrachtungsweise, wird deutlich, dass Werteverschiebungen und Trends im Bereich der Esskultur stets als Reflex auf sozio-kulturelle Entwicklungen zu verstehen sind. Mittels einer Analyse gegenwärtiger Gaststättentypen werden die zentralen Wertigkeiten „ausländischer“ Gastronomie in Deutschland herausgearbeitet. So entsteht ein vielfältiges, keineswegs bruchloses Bild der internationalen Küche, die sich trotz aller „McDonaldisierungs“-Tendenzen in mancherlei Hinsicht überraschend „unglobal“ und individuell präsentiert.
Herausgeber : Miedema, Siebren
Religious Education as Encounter
Verlag: Waxmann
This volume is a tribute to our esteemed colleague Professor John Martin Hull for his exceptional academic achievements in the field of religious education. Especially worth mentioning are his worldwide continuous efforts in trying to realize interreligious education and interreligious learning in public schools. In his approach there is a strong emphasis on openness, dialogue, and encounter.When we are looking for an adequate vignette to characterize the contribution of this famous religious educator, a good one might be ‘religious education as encounter’. That is why this volume is systematically focusing on this topic. It brings together contributions from leading researchers in the international field of religious education adhering to a great variety of religious or worldview traditions, and it addresses a wide range of perspectives regarding the concept of encounter in religious education.
Spies, Britta
Das Tagebuch der Caroline von Lindenfels, geb. von Flotow (1774-1850)
Verlag: Waxmann
Caroline von Lindenfels (1774–1850), geb. von Flotow, wuchs in Bayreuth auf und verbrachte einen Großteil ihres Lebens auf Schloss Thumsenreuth in der Oberpfalz. Im Alter von 16 Jahren begann sie Tagebuch zu schreiben und führte dieses bis zwei Monate vor ihrem Tod ununterbrochen weiter. In ihren Aufzeichnungen, die etwa 5.000 Seiten umfassen, beschreibt sie all das, was ihr Leben ausmachte: ihre tatkräftige und handfeste Arbeit in der Familie und im Haushalt; die Lebenswege ihrer sechs Geschwister und acht Kinder; ihren ausgedehnten Verwandten- und Bekanntenkreis; Reisen nach Dresden, München und Nürnberg; die Beschäftigung mit Kunst und Literatur oder den Besuch von Theatern und Festen.Das lebendig geschriebene Tagebuch ist die Grundlage für eine lebensweltliche Analyse, bei der anhand der Themen „Schreibsituation und Schreibmotivation“, „Lebenslauf und Lauf des Lebens“, „Kultur der Muße“ sowie „Gefährdungen“ einzelne Lebensbereiche des landsässigen Adels in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Darstellung und Wahrnehmung dieser Lebensbereiche durch die Tagebuchschreiberin untersucht werden.
Seidl, Daniella
"Wir machen hier unser Italien..."
Verlag: Waxmann
Ein Haus in Italien bildet für Viele den Sehnsuchtsort schlechthin: Hier verbinden sich tradierte touristische Bilder von Italien mit soziokulturellen Praxen vom temporären Aufenthalt auf dem Land. Diese idealisierenden Vorstellungen vom ‚authentischen Leben im Süden’ lassen sich im eigenen Ferienhaus aktiv umsetzen, sind jedoch immer auch der Auseinandersetzung mit der konkreten Lebenswirklichkeit vor Ort unterworfen.Diese ethnographische Studie steht an der Schnittstelle zwischen Tourismus- und Multilokalitätsforschung: Im Fokus stehen die spezifischen Bedingungen und lebensweltlichen Konstruktionsprozesse sowie die Bedeutungssetzungen und Verortungsstrategien der Akteure zwischen und an mehreren Lebensorten. Das Ferienhaus erweist sich als Konstruktion eines lebensweltlich bedeutsamen Raumes unter den Bedingungen von Multilokalität, in dem das ‚Konkrete’ und das ‚Imaginierte’ aktiv verknüpft und gestaltet werden.
Herausgeber : Paul-Gerhard Klumbies
Raumkonzepte
Verlag: V&R unipress
Raumkonzepte durchwirken wissenschaftliche Diskurse und Forschungsgegenstände. Sie entscheiden über die Grundausrichtung einzelner Disziplinen, die geographische Räume, Sakral- und Herrschaftsräume, Schrift- und Gesellschaftsraum thematisieren. Sie spiegeln sich in kulturhistorisch geformten Kartentypen sowie in biblischen und literarischen Texten. Kulturräume von der Antike bis zur Moderne liefern Ansatzpunkte für Identitätsstiftung; sie bewahren und transformieren Wissen. Die Beiträge dieses interdisziplinär angelegten Bandes veranschaulichen die Forschungspraxis unterschiedlicher Fachrichtungen. Sie zeigen, wie das jeweils unterlegte Raumkonzept auf die untersuchten Gegenstände einwirkt und das Erfassen der Orientierungssystematik zu neuen Lesarten führt.
Classen, Albrecht; Richter, Lukas
Lied und Liederbuch in der Frühen Neuzeit
Verlag: Waxmann
Dieses Buch schließt eine wichtige Lücke in der Fachliteratur zum deutschsprachigen Lied des 16. und 17. Jahrhunderts: Der erste Teil von Lukas Richter bietet einen umfassenden musik- und gesellschaftsgeschichtlichen Umriss des populären Liedes, dessen Entwicklungen und Strukturen vor dem Hintergrund von Reformation und Gegenreformation, traditioneller, geistlicher, studentischer und bürgerlicher Singpraxis im Zusammenhang dargestellt werden. Der zweite Teil von Albrecht Classen verschafft aus literaturgeschichtlicher Sicht Einblicke in eine große Zahl von bisher wenig beachteten weltlichen Liederbüchern vom mittleren 16. Jahrhundert bis hin zum Venusbüchlein von 1659. Zahlreiche Textbeispiele, die bislang im Schatten barocker Lyrik abschätzig beurteilt wurden, werden hier einer gründlichen Autopsie unterworfen und im Hinblick auf ihre literatur- und mentalitätsgeschichtliche Bedeutung ausgewertet.
Nils Grosch, Sabine Zinn-Thomas (Hrsg.)
Fremdheit – Migration – Musik
Verlag: Waxmann
Diese Festschrift für Prof. Dr. Max Matter (Ordinarius am Institut für Volkskunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) zum 65. Geburtstag versammelt kulturwissenschaftliche Essays zu Themen, die im Mittelpunkt Matters wissenschaftlichen Schaffens standen und stehen: Fremdheit und Migration. Hinzu kommt die Musik – als Bestandteil popular-kulturwissenschaftlicher Forschung, mit der als als Direktor des Deutschen Volksliedarchivs befasst war.
Kermani, Navid
Dynamit des Geistes
Verlag: Wallstein
Warum kapern Menschen ein Flugzeug und stürzen sich mitsamt der übrigen Insassen in den Tod? Die Anschläge des 11. September wurden weithin als islamischer Akt der Selbstopferung gedeutet. Navid Kermani geht in diesem Buch der Frage nach, inwiefern solche Selbstmordanschläge wirklich der islamischen Tradition entspringen oder ein spezifisch modernes Phänomen sind. Um sie zu beantworten, analysiert er die Idee der Selbstopferung im islamischen wie im westlichen Denken. Nietzsche, so Navid Kermani, trage mehr dazu bei, den 11. September zu verstehen als der Koran.Eine kürzere Fassung des Textes ist im März im Times Literary Supplement erschienen und hat im angelsächsischen Raum Aufsehen erregt.
Specht, Heike
Die Feuchtwangers
Verlag: Wallstein
Sie waren Stammgäste im Hofbräuhaus, fühlten sich in den Alpen wie zu Hause, liebten die Theater und Museen der Stadt, pflegten die landesübliche Feindschaft gegenüber Preußen und in "unserem München" galt ihnen auch der Berliner Jude als Zugereister. Über drei Generationen verband die Familie Feuchtwanger eine strenge jüdische Orthodoxie mit einer ausgeprägt bayerisch-barocken Lebensweise. Auch ihr berühmtester Spross, der Schriftsteller Lion Feuchtwanger, hielt ob in Berlin, Südfrankreich oder Kalifornien sowohl an der Münchner Mundart als auch an einem selbstbewussten Judentum fest. Heike Specht zeichnet den Weg einer jüdischen Familie in Deutschland durch das 19. und 20. Jahrhundert nach: die wirtschaftliche Etablierung, ihr Wirken in der jüdischen Gemeinde, der Erste Weltkrieg, die Revolution, die "Goldenen Zwanziger", die Jahre der Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus und schließlich Emigration und Flucht. Die Geschichte der Feuchtwangers ist aber auch eine Geschichte von Familienzusammenhalt und Familienzwist, von arrangierten Ehen und leidenschaftlicher Liebe, von glänzenden Erfolgen und bitteren Niederlagen
Hagner, Michael
Der Geist bei der Arbeit
Verlag: Wallstein
»Geist und Bewußtsein sind nicht vom Himmel gefallen, sondern haben sich in der Evolution der Nervensysteme allmählich herausgebildet« – dies manifestierten Hirnforscher im Jahr 2004.Auch diese Erkenntnis ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer 200jährigen Geschichte. Dabei waren die Theorien der Hirnforscher, mit denen sie versuchten, Sprache, Denken, Einbildungskraft, Moral und Gefühle im Gehirn zu lokalisieren, zu keinem Zeitpunkt unabhängig von den kulturellen, sozialen und politischen Umständen, unter denen sie ihre Forschungen betrieben. Die Cerebralisierung des Menschen ist ein unvollendetes und möglicherweise unvollendbares Projekt der Moderne. Neben faszinierenden Einsichten birgt es stets auch die Gefahr in sich, »Gehirn« mit Symbolen, Deutungen und Werten zu überfrachten und dadurch überzogene Erwartungen zu wecken, die nicht zu erfüllen sind oder zu heiklen biopolitischen Forderungen führen. Anthropologische Ansprüche an die Hirnforschung bewegen sich eher an der Grenze zwischen Science und Fiction. Vor dem Hintergrund dieser Debatten plädiert Michael Hagner für einen gelassenen und (selbst-)kritischen Umgang mit ihren Ergebnissen.
Herausgeber : Brokoff, Jürgen; Fohrmann, Jürgen; Pompe, Hedwig; Weingart, Brigitte
Die Kommunikation der Gerüchte
Verlag: Wallstein
»Man hört doch überall« - (wie) kann man der Gerüchte habhaft werden?»Es hat sich herumgesprochen«: Gerüchte (lat. fama) sind Nachrichten und Geschichten »vom Hörensagen«. Was Gerüchte als solche kennzeichnet, ist nicht in erster Linie ihr Inhalt, sondern die Form ihrer Weitergabe. Wie also funktioniert die Kommunikation der Gerüchte, und was unterscheidet sie von vermeintlich »normalen« Abläufen der Informationsverarbeitung?Der Resonanzraum der Fama beschränkt sich nicht auf mündliche Kommunikation. Die Tendenz moderner Gesellschaften, alles zu archivieren und als technisch vermittelte Information bereitzustellen, sorgt für die schnelle Verfertigung von Mitteilungen, die aber gleichzeitig mit dem Vorbehalt des Vorläufigen, Provisorischen und Ungesicherten versehen werden. Der Vorzug der Gerüchtekommunikation, Beschleunigung mit Vorläufigkeit zu verbinden, wird in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen genutzt – auch in solchen, die auf die Zuverlässigkeit ihrer Informationen angewiesen sind.Die interdisziplinären Beiträge des Bandes widmen sich der Geschichte und den Geschichten der Fama, ihren Formen und Medien, dem Verhältnis von Gerücht und Nachricht sowie der angeblich »epidemischen« Logik der Übertragung und Ausbreitung von Gerüchten.
Zuckermann, Moshe
Kunst und Publikum
Verlag: Wallstein
In der Moderne lassen sich zwei Achsen eines grundlegenden Widerspruchs im Verhältnis von Kunst und Gesellschaft ausmachen. Moshe Zuckermann geht der Frage nach, welche Bedeutung die in der klassischen Romantik geforderte Autonomie der Kunst im Zeitalter einer zunehmenden Institutionalisierung von Kunst noch haben kann. Darüber hinaus untersucht er, weshalb ein in der Gegenwart mit Hochgenuß rezipiertes Werk Bachs als gegenwärtige Kunst mit der Begründung abgelehnt wird, daß die Bachschen Stil- und Ausdrucksmittel nicht mehr die gegenwärtigen - "die unseren" - sein können. Was macht die Rezeption des historischen Bach in der Jetztzeit akzeptabel, das ihn zugleich als Ausdruck der Jetztzeit verbietet? Beide Problemstellungen sind zwar nicht ursächlich miteinander verknüpft, gehören aber doch in den gleichen Diskurszusammenhang. Bei der Erörterung der Fragen werden Themenkomplexe wie "Moderne, Aufklärung und bürgerliche Gesellschaft", "Kunst und das Politische", "Das Problem des Gesamtkunstwerks", "Kunstautonomie im Zeitalter der kulturellen Postmoderne" sowie "Aspekte hoher und niedriger Kultur" anvisiert. Die Vorstellung von kunstsoziologischen Denkern wie Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Umberto Eco und Pierre Bourdieu liefert dabei das theoretische Begriffsinstrumentarium und bildet einen Abriß des über diese Fragestellungen seit Jahrzehnten herrschenden Diskurses. Der Autor: Moshe Zuckermann wurde 1949 in Tel Aviv geboren. Zwischen 1960 und 1970 lebte er in Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel studierte er Soziologie, Politologie und Geschichte in Tel Aviv. Er promovierte 1987 in deutscher Geschichte. Seit 1990 lehrt Zuckermann an der Universität Tel Aviv Geschichte und Philosophie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Seit 2000 leitet er das Institut für deutsche Geschichte in Tel Aviv.
Herausgeber : Bachmaier, Helmut
Der neue Generationenvertrag
Verlag: Wallstein
Generationengerechtigkeit, Generationenkonflikt, Generationenkrieg, Generationensolidarität – dies sind nur einige der Schlagworte, die in der Öffentlichkeit kursieren. Dabei sind die Beziehungen zwischen den Generationen zumeist erheblich besser, als es diese Begriffe nahelegen. Wird dies aber auch in Zukunft noch gelten, wenn die ältere Generation die große Mehrheit bilden wird und immer weniger Jüngere für immer mehr Ältere finanzielle Leistungen erbringen müssen?Welche Konfliktpotentiale liegen im demographischen Wandel? Was bedeutet es, wenn Generationengerechtigkeit und Generationenverträglichkeit die Leitbegriffe und Zielvorgaben für gesellschaftliche und politische Entwicklungen sind? Muß den älteren Menschen – die länger leben, länger vital sind – im Sinne der Generationensolidarität nicht ein besonderer Beitrag abverlangt werden?Unbestreitbar sind die zukünftigen Beziehungen zwischen den Generationen und eine angemessene Generationenpolitik wesentliche Voraussetzungen für eine friedliche, soziale und liberale Gesellschaft. Namhafte Wirtschaftswissenschaftler, Kulturwissenschaftler, Historiker, Soziologen, Gerontologen, Politikwissenschaftler und Politiker nehmen Stellung und formulieren Ansätze für einen neuen Generationenvertrag.
Kermani, Navid
Strategie der Eskalation
Verlag: Wallstein
Nur wenige Intellektuelle in Deutschland haben nach dem 11. September 2001 so besonnen und eindringlich wie Navid Kermani dafür plädiert, den Terror zu bekämpfen, ohne sich mit diesem gemein zu machen. Die Einwürfe und Analysen des Schriftstellers und promovierten Orientalisten, zumeist im Feuilleton der »Süddeutschen Zeitung« erschienen, gehören zu den wichtigsten und meistbeachteten Beiträgen in der Diskussion um den Nahen Osten, den Islam und die Politik des Westens. In der Zusammenschau lassen sie erkennen, wie nach dem 11. September Chance um Chance vertan worden ist, dem Extremismus den Boden zu entziehen. Beide Seiten der Terrorfront, das machen Navid Kermanis Kommentare deutlich, verfolgen eine Strategie der Eskalation. Aber auch Europas ausweichende, allein auf Eindämmung bedachte Position erfährt Kritik. Der Begriff Befreiung, daran erinnert Kermani immer wieder, hat nichts Ehrenrühriges. Statt die Vereinigten Staaten dafür anzuklagen, daß sie gegen Diktaturen zu Felde ziehen, sollte Europa lieber darüber nachdenken, wie Diktatoren zu Fall gebracht werden können, ohne daß deren Land in den Abgrund stürzt.
Herausgeber : Bachmaier, Helmut
Die Zukunft der Altersgesellschaft
Verlag: Wallstein
Die demographischen Entwicklungen, die uns bis 2050 bevorstehen, sind schon heute sehr genau abzusehen. Wenn immer weniger Kinder geboren werden, gleichzeitig aber die Menschen sehr viel länger leben, wird das Durchschnittsalter beträchtlich zunehmen. Schon gerät eine Formulierung wie »die alternde Gesellschaft« in den allgemeinen Sprachgebrauch. Was bedeutet das konkret? Für die Gesellschaft? Für den einzelnen? Diesen Fragen gehen die Beiträger dieses Bandes ohne Fatalismus und Panikmache nach, um Zukunft nicht nur als Schicksal hinzunehmen, sondern sie zu entwerfen und zu gestalten. Inhalt:Helmut Bachmaier: Zukunft braucht OrientierungFrançois Höpflinger: Folgen von Langlebigkeit für Gesellschaft und GenerationenbeziehungenMichael Pries: Der Generationenvertrag als soziale VorsorgeBernd Schips: Demographie, Produktivitätsentwicklung und soziale SicherungAndreas Reidl: Zukunft der MärktePeter Glotz: Altern und digitale GesellschaftReinhard Schmitz-Scherzer: Alter und Altern in der ZukunftHannes B. Stähelin/Gabriela Stoppe: Die Medizin und das AlterHansueli Moesle: Pflegeeinrichtungen – heute und morgenHeinrich Everke: Sterben in Würde. Die Hospizidee und ihre ZukunftErnst Peter Fischer: Altern und Sterben im Blick der Wissenschaft
Patrice Djoufack
Entortung, hybride Sprache und Identitätsbildung
Verlag: V&R unipress
Dieser Band behandelt die Konstitution von Sprache und Identität in literarischen Texten, die unter den Bedingungen der Diaspora entstanden sind. Ein kulturwissenschaftlicher Ansatz ermöglicht, die hier thematisierten interkulturellen Erfahrungen zu erfassen sowie Prozesse und Strategien der Generierung und Transformation von Sprache, Kultur und Identität zu erkunden. Um der Analyse ausgewählter literarischer Werke einen begrifflichen und methodischen Rahmen zu geben, diskutiert der Autor zunächst Theorien zu postkolonialen und diskurstheoretischen Identitäts- und Sprachkonzepten. Die Textanalysen zeigen, dass die behandelten Autoren durch Hinwendung zum Bereich des Fiktionalen einen machtfreien Bereich erschließen, der hinsichtlich eines Nachdenkens über Sprache und Identität produktiv ist: Dort werden Szenarien interkultureller Begegnung und diasporischer Erfahrung arrangiert, werden Möglichkeiten einer Selbstfindung erprobt. Dabei werden im Prozess der Subjektkonstitution Erinnerungen, Wünsche, aber v. a. Erfahrungen am eigenen Leib mit der diskursiven Macht »artikuliert« (Hall). Neu an dieser Konzeption ist, dass die Erfahrung der Diaspora und der Interkulturalität die Möglichkeit bietet, diese Auffassung diskursiv konstituierter Identitäten zu hinterfragen und zu erweitern
Herausgeber : Dietrich Thränhardt / Michael Bommes
National Paradigms of Migration Research
Verlag: V&R unipress
National Paradigms of Migration Research Different national traditions of migration research are strongly connected to national narratives and patterns of policies – be it in affirmative or critical ways. In this volume, policy and research traditions in twelve countries are portrayed and discussed – including the old immigration countries Canada and Australia, European countries with decades of immigration experience (Britain, Germany, Austria and the Netherlands), emerging immigration countries (Italy, Japan and Poland), and post-Colonial nation states (India, Malaysia and Nigeria). Thus the volume opens the way for a critical evaluation of migration research from a comparative perspective, and beyond the limits of traditional Western discussion. We better understand the limits of different national patterns of integrating or excluding immigrants and the intellectual discourse about it if we can confront them with other paths and ideas. Since the leading disciplines in migration research vary between countries, the volume also includes inter-faculty varieties: Sociologists, political scientists, anthropologists and philosophers define migration, integration and the relationship between immigration and the structures of societies, challenging assumptions that have been considered self-evident in given national contexts.
Herausgeber : Susanne Kreutzer
Transformationen pflegerischen Handelns
Verlag: V&R unipress
Die aktuellen Umbrüche im Gesundheitswesen haben tiefgreifende Folgen für die Pflegeberufe und die ihnen anvertrauten Menschen. Das Ausmaß, in dem sich der Kern pflegerischen Handelns, die Beziehung zu den Patienten, gegenwärtig verändert, wird jedoch erst in einer längeren historischen Perspektive tatsächlich sichtbar. Die AutorInnen dieses Bandes finden unterschiedliche disziplinäre und methodische Zugänge zu den Transformationen sowohl der Pflegepraxis als auch der Rahmenbedingungen pflegerischen Handelns. Welche Folgen hat die Übertragung moderner Konzepte von Zweckrationalität und Verwaltungslogik auf das Feld sozialer Beziehungen und persönlicher Zuwendung? Ausgeleuchtet werden die feinstrukturellen Veränderungen in der Betreuung alter, kranker und notleidender Menschen im Zeitraum vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Die in der Bilanz der Beiträge aufgezeigten beträchtlichen Einbußen in der persönlichen Versorgungsqualität stimmen hochgradig nachdenklich. Sie fordern dazu auf, die längst überfällige Diskussion um elementare Bedingungen bedürfnisorientierter Pflege voranzutreiben. Die Analyse der historischen Praxis fürsorgender Beziehungen bietet dafür wertvolle Anregungen.
Herausgeber : Marc Laureys / Roswitha Simons
Die Kunst des Streitens
Verlag: V&R unipress
Streit als ein Mittel zur Aushandlung von Interessenkonflikten ist eine Konstante menschlicher Gemeinschaft. So verwundert es nicht, dass Streit, beginnend mit Kain und Abel oder dem Zorn des Achill, von den ersten Anfängen an ein fortwährendes Thema der europäischen Kultur ist. Jenseits von Krieg und Gewalt enthält Streit auch kreatives Potential, was sich in den verschiedensten Gattungen fiktionaler und non-fiktionaler Literatur offenbart. Hier wird bald Streit im intellektuellen Spiel nach allen Regeln der Kunst in Szene gesetzt, bald wird die Literatur im Kontext religiöser, kultureller und politischer Formierungsprozesse zum Instrument schärfster Auseinandersetzung. Dieser Band ist dem Inszenierungscharakter literarischer Streitkultur und seiner Funktionalisierung in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen gewidmet; aus historischer, literatur- und sprachwissenschaftlicher Perspektive werden Beispiele von der Antike bis zur Frühen Neuzeit untersucht.
Inter Finitimos
Verlag: Fibre
Inter Finitimos - Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte- präsentiert erstmals publizierte oder ins Deutsche übersetzte Beiträge zu wichtigen Fragen aus dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Disziplinen; - bietet ein Forum, das laufende oder gerade abgeschlossene Forschungsarbeiten und -projekte zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Überblick vorstellt und somit Kooperation und Diskussion fördert; - stellt Institutionen aus Deutschland und Polen vor.
Herausgeber : Fischer, Peter; Kerski, Basil; Ruchniewicz, Krzysztof; Röskau-Rydel, Isabel; Stekel, Sabine
Inter Finitimos
Verlag: Fibre
INTER FINITIMOS präsentiert erstmals publizierte oder ins Deutsche übersetzte Beiträge zu wichtigen Fragen aus dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Das Jahrbuch bietet ein Forum, das laufende oder gerade abgeschlossene Forschungsarbeiten und Projekte zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Überblick vorstellt und somit Kooperation und Diskussion fördert, und es stellt Institutionen aus Deutschland und Polen vor.Für weitere Informationen: www.interfinitimos.de
Inter Finitimos. Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte
Verlag: Fibre
INTER FINITIMOS präsentiert erstmals publizierte oder ins Deutsche übersetzte Beiträge zu wichtigen Fragen aus dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Das Jahrbuch bietet ein Forum, das laufende oder gerade abgeschlossene Forschungsarbeiten und Projekte zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Überblick vorstellt und somit Kooperation und Diskussion fördert, und es stellt Institutionen aus Deutschland und Polen vor.Für weitere Informationen: www.interfinitimos.de
Inter Finitimos. Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte
Verlag: Fibre
Inter Finitimos - Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte präsentiert erstmals publizierte oder ins Deutsche übersetzte Beiträge zu wichtigen Fragen aus dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Disziplinen;-bietet ein Forum, das laufende oder gerade abgeschlossene Forschungsarbeiten und -projekte zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Überblick vorstellt und somit Kooperation und Diskussion fördert;- stellt Institutionen aus Deutschland und Polen vor.
Herausgeber : Surynt, Izabela; Zybura, Marek
Narrative des Nationalen
Verlag: Fibre
Die deutsche und die polnische Nation, in der Geschichte aufs Engste miteinander verflochten, wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts meist gegeneinander „gedacht“ und „gemacht“. Dennoch konnten sie einander nicht ganz entbehren – sei es als Gegenentwurf des national „Eigenen“, den sprichwörtlichen „dunklen Hintergrund“ für die „helle“ Vorstellung vom eigenen „Nationalcharakter“, sei es als ein nachahmenswertes oder zumindest erwägungswürdiges Konzept.
Die Autoren des Bandes setzen sich mit verschiedenen Visionen und Entwürfen der Nation und des Nationalen in den Texten deutscher und polnischer Schriftsteller auseinander. Ferner beschäftigen sie sich mit Fragen der gegenseitigen Wahrnehmung im 19. und 20. Jahrhundert sowie mit den Beziehungen zu anderen ethnischen, kulturellen oder nationalen Gruppen, wie z. B. Juden, Ukrainern („Kosaken“) und Litauern. Einige Beiträge thematisieren die gegenwärtigen Debatten über die (De-)Legitimierung eines „nationalisierten“ Empfindens, Denkens und Handelns.
Herausgeber : Dominik Höink, Jürgen Heidrich
Gewalt - Bedrohung - Krieg: Georg Friedrich Händels Judas Maccabaeus
Verlag: V&R unipress
Georg Friedrich Händels »Judas Maccabaeus« ist einer der bedeutendsten Beiträge zum englischen Oratorium des 18. Jahrhunderts. Zurückgreifend auf den in England seit dem 16. Jahrhundert verwendeten Identifikationstopos der Briten mit dem biblischen Volk Israel komponierte Händel eine Reihe biblischer Oratorien als Reflex auf seine politische Gegenwart. Der durch die Verbindung zum Duke of Cumberland, den Jakobitenaufstand oder das Ringen der Briten um kulturelle Identität politisch aufgeladene »Judas Maccabaeus« ist somit ein treffliches Beispiel für die Verschränkung von Religion und Politik im Oratorium. 16. Jahrhundert verwendeten Identifikationstopos der Briten mit dem biblischen Volk Israel komponierte Händel eine Reihe biblischer Oratorien als Reflex auf seine politische Gegenwart. Der durch die Verbindung zum Duke of Cumberland, den Jakobitenaufstand oder das Ringen der Briten um kulturelle Identität politisch aufgeladene »Judas Maccabaeus« ist somit ein treffliches Beispiel für die Verschränkung von Religion und Politik im Oratorium. Aus verschiedenen fachlichen Perspektiven (Musikwissenschaft, Theologie, Geschichte und Anglistik) beleuchten die Autoren das Werk von den Textgrundlagen und seiner Entstehung bis hin zur Rezeption im 20. Jahrhundert. In detaillierten Spezialstudien wird der literarischen und musikalischen Verarbeitung des zugrunde liegenden gewalttätig-kriegerischen Sujets samt den theologischen und politischen Implikationen sowie seiner Rezeption nachgegangen.
Marie Schlüter
Musikgeschichte Wittenbergs im 16. Jahrhundert
Verlag: V&R unipress
Wittenberg entwickelte sich im 16. Jahrhundert zu einem Kulminationszentrum städtischer Musikkultur – überregional bedeutend für die praktische sowie theoretische Musikpflege. Diesem Beispiel nähert sich die Autorin institutionen- und sozialgeschichtlich ausgerichtet. In den Blick genommen werden als Hauptinstitutionen städtischer Musikpflege die Schlosskirche, die Stadtkirche und die Universität. Das umfangreiche, weitgehend unedierte Quellenmaterial wird zu weiten Teilen erstmals unter musikhistorischen Fragestellungen bearbeitet. Gegenstand des Interesses ist dabei sowohl der theoretische, humanistisch geprägte Diskurs über Musik als auch ihre praktische Ausübung. Zudem wird aufgrund der Rekonstruktion von Wittenberger Bibliotheken und Sammlungen ein Profil ihrer Bedeutung für die Bewahrung, die Vervielfältigung, den Vertrieb und die praktische Umsetzung von Musik erstellt. Am Fallbeispiel Wittenbergs wird das vielschichtige Phänomen des Beziehungsgeflechts zwischen Stadt und Musik in der Frühen Neuzeit entfaltet.
Jung, Matthias
„Heimathirsche“
Verlag: Waxmann
„Heimathirsche“ – mit dieser ironischen Bezeichnung belegen Facharchäologen die Hobbyarchäologen, die in ihrer Freizeit mit behördlicher Genehmigung Felder begehen, um archäologische Relikte zu suchen. So wertvoll sie als Zuarbeiter der Wissenschaft sind, die wichtige Spuren vergangener Siedlungs- oder Bestattungsplätze entdecken, so anstrengend kann zuweilen der Umgang mit schrullig-eigenwilligen Vertretern sein. Diejenigen, die mit ihnen zu tun haben, stellen sich häufig die Frage, was sie eigentlich antreibt, warum sie sich ausgerechnet dieses Hobby ausgesucht haben. Dieses Buch möchte exemplarische Einblicke in ihre Motivlagen sowie deren lebensgeschichtliche Hintergründe geben und den Typus des Hobbyarchäologen definieren in Abgrenzung einerseits von dem des professionalisierten Facharchäologen und andererseits von dem des „illegalen“ Archäologen, des Schatzsuchers und Raubgräbers. Grundlage der Untersuchung sind Interviews, die mit der Methode der Objektiven Hermeneutik ausgewertet werden.
Schroll-Machl, Sylvia
Die Deutschen - Wir Deutsche
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Typisch Deutsch - Für Deutsche und alle, die mit ihnen zu tun habenSylvia Schroll-Machls Thema sind deutsche Kulturstandards: empirisch ermittelt, systematisch dargestellt, mit einem Augenzwinkern aufbereitet. Ihre Zielgruppen sind Deutsche und Ausländer, die beruflich mit Deutschen zu tun haben. Ihr Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis zu fördern und den Umgang miteinander zu erleichtern.Die Globalisierung ist inzwischen allgegenwärtig. Diese Tatsache stellt viele Menschen vor neue Situationen: Kulturunterschiede sind nicht mehr nur etwas, was Touristen fasziniert und Wissenschaftler anregt, sondern sie sind weitgehend Alltag geworden, insbesondere auch in beruflichen Zusammenhängen. Das Buch wendet sich an beide Seiten dieser geschäftlichen Partnerschaft: zum einen an jene, die mit Deutschen von ihrem Heimatland aus zu tun haben, oder als Expatriate, der für einige Zeit in Deutschland lebt, zum anderen an die Deutschen, die mit Partnern aus aller Welt im Geschäftskontakt stehen, sei es per Geschäftsbesuch oder via Kommunikationsmedien. Für die erste Gruppe ist es wichtig, Informationen über Deutsche zu erhalten, um sich auf uns einstellen zu können. Für Deutsche selbst ist es hilfreich zu erfahren, wie unsere nicht-deutschen Partner uns erleben, um uns selbst im Spiegel der anderen zu sehen. Sylvia Schroll-Machl berichtet auf dem Hintergrund langjähriger Praxis als interkulturelle Trainerin und Wissenschaftlerin über viele typische Erfahrungen mit uns Deutschen und typische Eindrücke von uns. Es geht ihr aber auch darum, diese Erlebnisse und Erfahrungen aus deutscher Sicht zu beleuchten, damit die nicht-deutschen Partner entdecken, wie wir eigentlich das meinen, was wir sagen und tun. Zudem beschäftigt sich die Autorin auch mit den kulturhistorischen Hintergründen, die uns Deutsche prägen.Dr. phil. Sylvia Schroll-Machl, Diplom-Psychologin, Diplom-Religionspädagogin (FH), arbeitet als freiberufliche Trainerin und Coach für verschiedene Firmen, Organisationen und Ministerien im Bereich interkulturelle Trainings- und Personalentwicklung. Sie ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen.
Bertuzzo, Elisa T.
Fragmented Dhaka
Verlag: Steiner, Franz
Bangladesh’s capital city Dhaka is one of the world’s fastest growing cities, passing from a population of one million to twelve million people in its extended area within three decades (1970–2000). This confronts its inhabitants, observers as well as planners with contradictions that ask for redefining our ways of living in and thinking about the city. In particular, Western conceptions of public space and urban societies are challenged by a symptomatic fragmentation. This empirical study observes the megacity’s everyday spaces and situations directly and with a non-generalising approach. By means of ethnographic field research it describes the production of "enriched" or multifunctional spaces through everyday life practices, recognising in the inhabitants’ appropriation and adaptation processes a potential for sustainable mixed forms of urban development. For the first time, Henri Lefebvre’s theory of production of space is applied with all of its implications to an empirical study. City and urbanity emerge then as the result of three continuously interacting and interdependent production processes: physical, mental and social.
Janoschka, Michael
Konstruktion europäischer Identitäten in räumlich-politischen Konflikten
Verlag: Steiner, Franz
Der Rekurs auf Europäische Identitäten gewinnt immer mehr Bedeutung: in politischen Debatten, bei der Austragung räumlich-politischer Konflikte ebenso wie beim alltäglichen 'Geographie-Machen' der Bürger. Dieser Band widmet sich der Frage, wie die Beziehung zwischen Identitäten und der Repräsentation von politischen Interessen in räumlichen Nutzungskonflikten gedacht werden kann. Ausgehend von Pierre Bourdieus Theorie der Praxis wird diese weiterentwickelt, indem die identitätspolitischen Aspekte sozialtheoretisch verknüpft werden. So wird der strategische Einsatz politischer Identität als Performanz bzw. als Doing Identity im Konflikt verstanden – für die sozialgeographische Forschung erweitert sich damit die Perspektive. Janoschka entwickelt diese zu einer Theorie zur Untersuchung räumlicher Nutzungskonflikte. Empirisch belegt wird die Studie anhand eines Konflikts um die Nutzung und Erschließung von Bauerwartungsland an der spanischen Mittelmeerküste.
Herausgeber : Ortlepp, Anke; Ribbat, Christoph; Übersetzt von Löbbermann, Dorothea
Mit den Dingen leben
Verlag: Steiner, Franz
Axt, Korsett und Nähmaschine – was verraten Alltagsdinge über eine Gesellschaft? Welchen Stellenwert haben sie für ihre Geschichte? Gerade in der amerikanischen Kulturwissenschaft haben thing studies Konjunktur: kein Ding ist zu klein, kein Objekt zu primitiv, um nicht Untersuchungsgegenstand historischer Forschung zu werden. In methodisch wie theoretisch innovativer Weise zeigen die Beiträge, wie nationale Identität, aber auch Geschlechterrollen und Ethnizität entscheidend von Dingen des täglichen Lebens geprägt werden. Alltagsobjekte gewinnen so eine Schlüsselfunktion in der Kulturgeschichte. Vor diesem Hintergrund macht der Band der deutschsprachigen Leserschaft zentrale Texte aus der amerikanischen kulturhistorischen Debatte zugänglich: Chronologisch angelegt verfolgt er die Dinggeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.
Merta, Sabine
Schlank!
Verlag: Steiner, Franz
"Mehr Menschen als das Schwert tötet der Fraß", meinte der griechische Arzt Galenus vor 2000 Jahren. Und er hat bis heute recht: Zu fettes Essen und Bewegungsarmut sind die größten Gesundheitsgefährdungen unserer Gesellschaft. Das Ideal unserer Zeit aber ist es, schlank zu sein. Der Boom von Diäten, Fitnessgurus und Ernährungsratgebern legt davon Zeugnis ab. Die schlanke Linie entscheidet mit über gesellschaftliche Anerkennung und beruflichen Erfolg, und der Kult um die Figur prägt unser Bewusstsein – bis hin zu Ernährungsstörungen. Sabine Merta geht diesen Widersprüchen nach und findet den Ursprung der modernen Körperästhetik in der Lebensreformbewegung um 1900, die Schlanksein zum Sinnbild eines Lebensstils überhöhte: Weit mehr als nur um den Gedanken an die Gesundheit ging es bei der neuen Beschäftigung mit dem Körper um die Umgestaltung ganzer Lebensbereiche – von der Kleidung und Erziehung bis hin zur Sexualmoral. „… gelehrt, aber zugleich auch charmant geschrieben ist Sabine Mertas Studie, die uns tief in die Geschichte des Schlankkörperkultes … einführt.“ Süddeutsche Zeitung, "Das akribisch recherchierte Werk bietet eine Fülle interessanter Informationen und teilweise überraschender Erkenntnisse..." Lesart, „… Sabine Merta betreibt Ursachenforschung rund um unser Schlankheitsideal – und findet Amüsantes und Skurriles, womit seit der Antike ein perfektes Bild geformt wurde.“ MYSELF, „Ein aufschlussreiches Buch …“ Tages-Anzeiger, „Diese Studie führt uns tief in die Geschichte des Schlankheitskörperkults – lesenswert für die, die betroffen sind, in der Familie, im Freundeskreis […] ein Geschenk an sich selbst oder für die vorgenannten Betroffenen.“ Natur-Heilkunde Journal
Böhlandt, Marco
Verborgene Zahl – Verborgener Gott
Verlag: Steiner, Franz
Nikolaus von Kues lebte in Extremen – und in ebendiesen fort: Schon zu Lebenszeiten einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des christlichen Abendlandes wurde der deutsche Theologe, Philosoph, Kirchendiplomat und Kardinal durch die unmittelbare Nachwelt zu einer wahren Lichtgestalt in der vermeintlichen Finsternis des Mittelalters verklärt, einem Überwinder der Grenzen von dogmatischem Buchgelehrtentum und religiösem Eifer und Vorboten einer Epoche der Neugier und des intellektuellen Aufbruchs. Nicht zuletzt gründete diese euphorische Überhöhung auf Nikolaus’ Grundüberzeugung, dass Naturwissenschaften und Mathematik den Schlüssel zu den höchsten menschenmöglichen Erkenntnissen bereit halten. Dann über Jahrhunderte an den Rand des Vergessens gedrängt, mündete gerade dieses Credo in nicht weniger als einer "Cusanus-Renaissance" des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Wie nah oder fern aber Nikolaus von Kues unserem so stark durch technisch-naturwissenschaftliches Fortschrittsdenken geprägten Gegenwartsbewusstsein wirklich steht, ist allerdings immer noch eine ebenso offene wie spannende Frage, zu deren Beantwortung dieses Buch einen Beitrag liefern will.
Herausgeber : Goschler, Constantin; Fohrmann, Jürgen; Welzer, Harald; Zwick, Markus
Arts and Figures: GeisteswissenschaftlerInnen im Beruf
Verlag: Wallstein
Das Spannungsverhältnis von Studium und Berufswelt im Zeichen von Globalisierung und Bologna-Prozess aus Sicht der Geistes- und Sozialwissenschaften.Diskussionen über die gesellschaftliche Relevanz der Geisteswissenschaften konzentrieren sich meist auf deren Stellung im System der Wissenschaften oder aber auf die Frage der »Nützlichkeit« ihrer Ergebnisse. Was aber tun Geisteswissenschaftler tatsächlich und welche Berufe üben sie aus, sofern sie nicht mit ihrer akademischen Selbstreproduktion beschäftigt sind? Welche Trends lassen sich dabei erkennen? Was bedeutet dies für das künftige Selbstverständnis ihrer Disziplin? Geistes- und Sozialwissenschaftler diskutieren diese Fragen aus ihrer jeweiligen Perspektive und liefern überraschende Antworten auf das Verhältnis von Bildung und Ausbildung, Beruf und Berufung sowie von Be- und Entschleunigung der geisteswissenschaftlichen Ausbildung. Aus dem Inhalt:Jörn Rüsen: Der Geist der GeisteswissenschaftenSabine Köhne-Finster: Zur Berufsorientierung und Erwerbsbeteiligung Jürgen Kaube: Bildung, Lehre und Lehrerbildung Wolfgang Rohe: Kopplungen von Geisteswissenschaften und ArbeitsmarktGeorg Bollenbeck: Die Nützlichkeit einer zunächst nutzlosen BildungHolger Dainat: Über den Strukturwandel des StudiumsWolfgang Ulrich: GeisteswissenschaftlerInnen in der KonsumkulturLudger Heidbrink: GeisteswissenschaftlerInnen als Unternehmer
Kennecke, Andreas
Isaac Euchel - Architekt der Haskala
Verlag: Wallstein
Isaac Euchel – neben Moses Mendelssohn der wichtigste Streiter für eine Reform des Judentums im 18. Jahrhundert.Isaac Euchel (1756-1804) begann seinen Kampf gegen die Traditionalisten von Königsberg aus: Er gründete 1782 die erste progressive Gesellschaft junger Reformer und ein Jahr später die erste moderne Zeitschrift in Hebräisch. Seine Ziele waren die Erneuerung der hebräischen Sprache und die Reformation des Judentums auf der Grundlage der biblischen Überlieferung. Euchel studierte bei Kant und versuchte dessen Ideen auch im Judentum zu verbreiten. Er koordinierte die Arbeit der jüdischen Aufklärer, baute Netzwerke auf und schuf neue Institutionen. Er führte Genres wie den Briefroman in die jüdische Prosa ein und zeichnete in einer mehrsprachigen Komödie ein scharfes Sittenbild der jüdischen Gesellschaft seiner Zeit.Kennecke weist nach, welch zentrale Stellung Euchel in der jüdischen Aufklärung zukommt – und schreibt gleichzeitig die erste Biographie des Reformers überhaupt.
Dodd, William J
Jedes Wort wandelt die Welt
Verlag: Wallstein
William Dodd legt mit diesem Band die intellektuelle Biographie Dolf Sternbergers (1907-1989) als Sprachkritiker vor. Im Mittelpunkt stehen dabei zunächst Sternbergers kultur- und sprachkritische Veröffentlichungen als Redakteur der Frankfurter Zeitung in den Jahren 1934-1943. Erstmals werden hier seine wichtigsten Veröffentlichungen im »Dritten Reich« zum Thema Sprache eingehend erörtert und der Wandel seiner sprachkritischen Praxis im Nationalsozialismus dargestellt. Dodd zieht dazu unveröffentlichte Texte aus dem Nachlaß und in Vergessenheit geratene Beiträge aus der Frankfurter Zeitung heran, die zum Teil im Textanhang abgedruckt sind. Der von Sternberger in der »inneren Emigration« entwickelte sprachkritische Habitus sollte für die in der Wandlung veröffentlichten Glossen, das »Wörterbuch des Unmenschen«, bestimmend werden. Mit den späteren Buchausgaben dieses Wörterbuches setzte eine öffentliche Rezeption ein, die einen Höhepunkt im »Sprachstreit« der 1960er Jahre fand. Dodd legt mit der Rekonstruktion dieser Kontroverse eine Neubewertung der damaligen Positionen nahe, die für die heutigen Debatten über eine sprachwissenschaftlich fundierte Sprachkritik von nicht nur historischem Interesse ist.
Felsch, Philipp
Laborlandschaften
Verlag: Wallstein
Die Alpen und kein Ende: Berg- und Gipfelerlebnisse haben nach wie vor literarische Konjunktur. Dabei sind die Seelen- und Körperlandschaften des Gebirges längst vermessen, seine erhabenen Schrecken längst Klischee.Philipp Felsch ermöglicht in seiner Kulturgeschichte der Physiologie in den Alpen einen neuen Zugang zum anhaltenden Faszinosum »Mensch am Berg«. Er richtet sein Augenmerk auf jene modernen Erben der romantischen Alpenbegeisterung, die den Körper in der Höhe zum Gegenstand von physiologischen Experimenten machten. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Turiner Experimentalphysiologe Angelo Mosso (1846-1910), der weniger durch seine Konzepte und Theorien als durch seine innovative Forschungspraxis und auch durch seine Persönlichkeit bekannt wurde.Schon immer besaß das Erhabene medizinisch-pathologisches Potential. Im Jahrhundert der positiven Wissenschaften wurde das Erhabene zum Ausgangspunkt einer Physiologie des alpinen Menschen, die alle Körperobsessionen ihres Zeitalters teilte: utopische Hoffnungen auf den Übermenschen ebenso wie vitale Ängste vor seiner schleichenden Erschöpfung. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts mündete die Höhenphysiologie in die Testreihen von Arbeitswissenschaftlern und Flugmedizinern. Felsch zeigt, daß die Alpen nicht nur der Zufluchtsraum, sondern auch die Laborlandschaft der Moderne gewesen sind.
Knaap, Ewout van der
Herausgeber : Beiträge von Lebovic, Nitzan
"Nacht und Nebel"
Verlag: Wallstein
Nuit et Brouillard: ein Klassiker der Filmgeschichte und seine internationale RezeptionDer Dokumentarfilm Nuit et Brouillard (dt.: Nacht und Nebel) aus dem Jahre 1955 ist eines der frühesten filmischen Zeugnisse über den Holocaust. Der Regisseur Alain Resnais und der Schriftsteller Jean Cayrol, der den Kommentar verfasste, erstellten den 30-minütigen Film, der für internationales Aufsehen sorgte – Hanns Eisler schrieb die Filmmusik. Durch den Film wurden erstmals breite Bevölkerungsschichten mit authentischem Bildmaterial aus dem Holocaust konfrontiert.Ewout van der Knaap analysiert die Entstehungsgeschichte, die innere Struktur und die Unterschiede in der internationalen Rezeption des Films.»Diese wichtige Studie ist erhellend und zeigt, wie tiefgreifend Nacht und Nebel unsere innere und äußere Holocaust-Gedenklandschaft geprägt hat, wie seine Rezeption in verschiedenen Ländern im Laufe der Jahre ein Licht auf die jeweiligen nationalen Gedenkbräuche und das quälende Holocaust-Gedächtnis zu werfen vermochte.«James E. Young
Christian George
Studieren in Ruinen
Verlag: V&R unipress
Nur ein Jahr nach ihrer Zerstörung im Bombenkrieg öffnet die Universität Bonn im Herbst 1945 wieder ihre Tore. Doch die Gebäude sind nur notdürftig hergerichtet, weite Teile der Dozentenschaft aus politischen Gründen untragbar, die Studenten hungern und leiden unter Wohnungsnot und Kohlenmangel. Und doch sind sie von Idealismus beseelt und bereit, den Neuanfang zu wagen. Sie kommen erstmals in den Genuss einer freien, unzensierten Wissenschaft, die schnell auch internationale Bindungen knüpft. Sie verfügen über lange ungekannte Möglichkeiten zur Selbstorganisation und zur freien Formulierung ihrer Wünsche und Ziele. Die Studenten der Universität Bonn stehen repräsentativ für eine ganze Studentengeneration, die in den 60er Jahren zur politischen und gesellschaftlichen Führungsschicht der Bundesrepublik heranwächst. Anfang der 50er Jahre beginnt sich der universitäre Alltag zu normalisieren. Gleichzeitig vollzieht sich ein Generationswechsel in der Studentenschaft, der sich in einer geänderten Haltung zu politischen und gesellschaftlichen Fragen widerspiegelt.
Flieger, Ute
Bürgerstolz und Wollgewerbe
Verlag: Waxmann
Was erzählen uns die Gemälde des Isaac Claesz. van Swanenburg über das Leben und Arbeiten der Menschen im frühneuzeitlichen Leiden? Neben dem offensichtlichen Motiv, einem fast komplett abgebildeten Herstellungsprozess des für das niederländische Leiden charakteristischen Wollgewebes Saai beinhalten die Bilder eine Fülle an weiteren Informationen. Sie beschreiben die Geschichte und das damalige Aussehen der Stadt, sie veranschaulichen Werte und Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, berichten von der urbanen politischen Struktur und dem Bestreben des Magistrats und des Künstlers, sich in ihrer umfassenden Autorität zu bestätigen und ihren bürgerlichen Machtanspruch nach außen zu kommunizieren.
Herausgeber : Schöne, Anja; Museum Heimathaus Münsterland GmbH, Museum
Dinge - Räume - Zeiten
Verlag: Waxmann
Die 17. Tagung der „Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum“ in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde befasste sich einerseits mit dem traditionell volkskundlichen Thema der Frömmigkeitsforschung, andererseits griff sie die aktuelle Diskussion zur „Wiederkehr von Religion“ auf.Fast alle kulturhistorischen Museen verfügen über Sammlungsbestände zur religiösen Kultur. Mit dem Verlust von christlich-konfessionellem Wissen in der Bevölkerung und deren Berührung mit nicht-christlichen Religionen im Alltag stehen diese Museen vor einer neuen Herausforderung: Welche Möglichkeiten und Grenzen bieten sich in der Präsentation und Vermittlung von Religion und Frömmigkeitsgeschichte?Referentinnen und Referenten aus der Volkskunde und aus relevanten Nachbardisziplinen stellen in ihren Beiträgen theoretische und praktische Ansätze vor, wie Religion und Frömmigkeit – die Ausstellungsschwerpunkte im gastgebenden Museum Heimathaus Münsterland und Krippenmuseum – heute ausgestellt werden können.Mit Beiträgen von Anita Bagus, Kirsten Bernhardt, Britta Bley, Wolfgang Brückner, Susanne Claußen, Helmut Groschwitz, Martin Hoernes, Susan Kamel, Monika Kania-Schütz, Christel Köhle-Hetzinger, Ralf Nitschke, Thomas Ostendorf, Jane Redlin, Anja Schöne, Christine Schönebeck, Gabriele Stüber und Martin Wedeking.
Herausgeber : Ulrich Berges, Anja Bettenworth, Dominik Höink
Die Macht der Musik
Verlag: V&R unipress
Herausgeber : Marion Gymnich / Norbert Lennartz
The pleasures and horrors of eating
Verlag: V&R unipress
Herausgeber : Susanne Popp , Michael Sauer, Bettina Alavi, Marko Demantowsky, Gerhard Paul
Zeitgeschichte – Medien – Historische Bildung
Verlag: V&R unipress
Dieser Band nimmt das Thema „Zeitgeschichte – Medien – historische Bildung“ aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Der Frage, wie Zeitgeschichte öffentlich vermittelt wird, widmen sich Beiträge zu kommerziellen Printmedien, Film und Fernsehen, I
Frank Hirschinger
Der Spionage verdächtig
Verlag: V&R unipress
Die Asyl- und Ausländerpolitik der DDR bewegte sich im Spannungsfeld von ideologischem Anspruch und Realpolitik. Sie schwankte zwischen dem Ideal des »proletarischen Internationalismus« und nationalen außenpolitischen Interessen.
Bezogen auf Asylanten aus
Herausgeber : Gottfried Adam, Robert Schelander
Jakob Glatz
Verlag: V&R unipress
Jakob Glatz war zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Jugendbuchautor bekannt und geschätzt. Erziehungs- und Bildungsfragen waren im Österreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts in festen kirchlichen katholischen Händen. Angesichts von Glatz’ religiöser Zugeh
Graf, Andrea
Sinterklaas und Zwarte Piet in Blomberg/Lippe
Verlag: Waxmann
Sinterklaas und Zwarte Piet sind zwei Figuren, die aus der niederländischen Festkultur als winterliche Gabenbringer nicht wegzudenken sind. Aber würde man sie ins ostwestfälische Blomberg verorten?An die Analyse der Umstände, die diese typisch niederländischen Brauchfiguren 1965 nach Westfalen-Lippe transferierten, schließen sich weitere Fragen an: Wie und von wem wurde der Brauch fern seines „Ursprungs“ durchgeführt und wie sieht seine heutige Praxis aus? Welche organisatorischen Formen und Institutionen liegen ihm zugrunde? Durch welche Voraussetzungen und Gründe hat er in Blomberg bis heute überlebt? Welche Transformationsprozesse hat er durchlaufen und wie deutet sich seine künftige Ausgestaltung an?Diese Arbeit behandelt das umrissene Themenfeld, indem sie detailliert anhand von Experteninterviews und einer umfangreichen Literatur- und Presseauswertung ein in Deutschland einmaliges Phänomen und dessen Wandel beschreibt.
Herausgeber : Gesellschaft für Ethnographie e.V.; Tietmeyer, Elisabeth; Hirschberger, Claudia; Noack, Karoline; Redlin, Jane
Die Sprache der Dinge
Verlag: Waxmann
Dinge sprechen nicht. Wir können sie aber zum Sprechen bringen. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches richten in ihren Beiträgen den Blick über die reine Materialität der Dinge hinweg und fragen nach Bedeutungszuweisungen und Interaktionen. Ihr Interesse gilt dem Wandel der Dingkultur, dem Umgang mit den Dingen und ihren vielfachen Abbildfunktionen in historischen und aktuellen Gesellschaften.Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen – wie der europäischen und außereuropäischen Ethnologie, der Kunst- und Kulturwissenschaften, der Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie der Archäologie – dokumentieren auf diese Weise ein neues wissenschaftliches Interesse an materieller Kultur. Interdisziplinäres Forschen zwischen ethnografischen Zugängen, historischen Perspektiven, Stadtforschung und Medientheorien steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Vielfalt der Dinge selbst: Von traditionellen Artefakten in neuen Kontexten reicht der Bogen bis zur Verschmelzung von Daten und Dingen in der Informationsgesellschaft.
Bauer, Katrin
Jugendkulturelle Szenen als Trendphänomene
Verlag: Waxmann
Traceure springen beim Parkour über Mauern, Geocacher versuchen möglichst unauffällig den Schatz im Hauptbahnhof zu bergen, Flashmobber schockieren mit sinnlosen Kurz-Events und Crossgolfer zielen mit ihren Abschlägen auf alte Autos und kaputte Fensterscheiben. Jugendliche jonglieren gekonnt mit den verschiedensten Erlebnisofferten und konstruieren unablässig neue Trendphänomene. Sie sind ein gesellschaftlicher Kreativ-Pool und prägen, trotz der demographischen Entwicklung, weite Bereiche unserer Gesellschaft. Diese empirische Studie gewährt Einblicke in diese facettenreiche Alltagskultur, entschlüsselt ihre inneren Mechanismen und zeigt ihre individuelle wie kollektive Bedeutung auf. Jugendliche Szenen sind Ausdruck von und Reaktion auf eine Pluralisierung der Lebenswelten und ihre Organisationsformen müssen auch für Institutionen wie Parteien oder Kirchen Leitbildfunktion haben, wollen diese ihre gesellschaftliche Bedeutung und ihren Einfluss auch in Zukunft aufrecht erhalten.
Herausgeber : Hörmann, Raphael; Mackenthun, Gesa
Human Bondage in the Cultural Contact Zone
Verlag: Waxmann
Slavery – the subjection of some human beings to a state of bondage by other, more powerful, people – has been an accepted social institution since ancient times. It is less well known that slavery has also produced cultural contact zones in forcing members of different cultures into sharing the same places – whether in private households, on plantations, in mines and quarries, or indeed the same imaginative sites in works of art and public memory.The recent commemorations of the abolition of the transatlantic slave trade by Britain (1807) and the United States (1808), as well as the rise of Black Atlantic Studies as a new academic field, have drawn new attention to this topic. In spite of these recent trends and the prominent position of slavery studies in British and American historiography, slavery’s implications for the study of cultural encounters remain a scholarly desideratum. This volume seeks to contribute to a better understanding of different forms of human bondage in cultural contact zones.The essays in this collection represent a wide spectrum of the scholarship on slavery, as well as illustrating the vast range of conceptual approaches to the topic. They bring together research from several different disciplines and critical angles addressing, for example, archaeological reconstructions of labor camps in an cient Palestine, the moral significance of early Christian slavery, the ambivalent aestheticization of black bodies within the colonial culture of taste, Enlightenment discourses about black revolution, the significance of mythical narratives in African-American slave culture, the musical mourning for lynching victims, and the blindness toward the presence of slave laborers in Nazi Germany.Most essays collected here are concerned with the cultural and human aspects of slavery as well as with establishing an understanding for the stark differences between various forms of slavery throughout history, stretching from antiquity into the twentieth century.
Herausgeber : Mohrmann, Ruth E
Alternative Spiritualität heute
Verlag: Waxmann
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in unserer Gesellschaft vielfältige neue Formen der Religiosität herausgebildet, die sich von den hergebrachten teilweise erheblich unterscheiden. Neben den Menschen, die sich als religiös im kirchlichen Sinne bezeichnen, wächst die Zahl derjenigen, die in einer oft als „alternativ“ bezeichneten Form der Transzendenz-Erfahrung Sinn und Erfüllung finden. Die religiöse Lage der Gegenwart erscheint uns oft verwirrend und widersprüchlich. Umso bemerkenswerter ist es, dass „Spiritualität“ inzwischen zu einem allgemein akzeptierten Leitbegriff für eine individuell gelebte Religiosität geworden ist – und zwar sowohl bei Mitgliedern der christlichen Kirchen als auch bei Menschen, die ihre individuellen spirituellen Erfahrungen außerhalb der großen religiösen Organisationen suchen. Die Popularität von „Spiritualität“ lässt sich auch daran ablesen, dass dieser Begriff das Umfeld von Theologie und Kirche längst verlassen hat und in der Alltagssprache heimisch geworden ist.Dieser Band untersucht aus unterschiedlichen Blickwinkeln und ininterdisziplinärer Ausrichtung – vertreten sind Volkskunde, Europäische Ethnologie, Soziologie und Theologie – diesen „Megatrend Spiritualität“ und geht dabei auf Entstehungszusammenhänge, Träger, Formen und Entwicklungsperspektiven ein.Mit Beiträgen von Christine Aka, Dieter Beese, Helmut Groschwitz, Dagmar Hänel, Andreas Hartmann, Markus Hero, Hubert Knoblauch, Peter Jan Margry, Angela Treiber, Matthias Vollmer.
Herausgeber : Peter-André Alt, Volkhard Wels
Konzepte des Hermetismus in der Literatur der Frühen Neuzeit
Verlag: V&R unipress
Im Sinne einer Weisheitslehre mit konfessionell übergreifender Tendenz fand das hermetische Denken im frühneuzeitlichen Europa wachsende Resonanz in Dichtung und Philosophie. Der Hermetismus steht dabei in engen Bezügen zum Paracelsismus, zur Alchemie, zum Rosenkreuzertum, zum Neuplatonismus, zur christlichen Kabbala und zur Mystik. Er äußert sich in einer neuen Hinwendung zur Natur als Schöpfung Gottes, indem er in den chemischen und biologischen Prozessen, die diese Natur konstituieren, immer den Geist Gottes am Werk sieht. Er äußert sich aber auch in einem neuen Begriff der Liebe, die als allumfassendes Prinzip gedacht wird. Was den Hermetismus der Frühen Neuzeit für Literatur- und Kulturwissenschaftler besondere interessant macht, ist die Vielfalt literarischer und künstlerischer Formen, derer er sich bedient. Vom Roman bis zum Gedicht, vom philosophischen Traktat bis zu Gebet und Andachtsliteratur, vom Lied bis zum Emblem finden sich die verschiedensten Gattungen vertreten.
Schilz, Andrea
Flyer der Schwarzen Szene Deutschlands
Verlag: Waxmann
Popkultur schafft Ausdrucksräume und Wahlidentitäten. Ein markantes Feld von Selbstentwurfsoptionen ist die Schwarze Szene. In Deutschland entfaltet sie in den späten 1980er Jahren eine erste Breitenwirkung und expandiert dann über zwei Dekaden. Intern entstehen dabei Gruppierungen und Distinktion. Sowohl Konstituierung als auch Differenzierung verlangen nach einem effektiven Kommunikationsmittel – dies sind ikonische Flyer. Sie fungieren als komplexe Texte, in denen Bilder primäre Signalvermittler sind. Diese Arbeit untersucht Zusammenhänge zwischen Bildern und Selbstbildern sowie funktionale Ebenen des Mediums Flyer in der Szene. Dabei wird „hinter die Bilder“ gesehen: Kulturhistorische Aufladungen und lebendiger Gebrauch gehen oft Hand in Hand. Aufgezeigt wird dies anhand hunderter Flyer aus zwei Jahrzehnten Szeneleben in Deutschland, ergänzt insbesondere durch Produzenten-Interviews. Die Analyse tragen Szenekenntnis sowie kritische Reflexion von Auto- und Heterostereotypen.
Herausgeber : Meyer, Silke; Owzar, Armin
Disziplinen der Anthropologie
Verlag: Waxmann
Was ist Anthropologie? Womit beschäftigt sie sich? Was sind ihre Grundannahmen und Prämissen, was sind ihre Methoden? Diesen Fragen wurde in einer transdisziplinären Ringvorlesung im Wintersemester 2006/07 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster nachgegangen. Dieser Band versammelt die überarbeiteten Beiträge, in denen die Vertreter verschiedener natur- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen das eigene Fach vorstellen und in die jeweilige Anthropologie einführen. Das Spektrum reicht von der Soziobiologie und Primatologie über die Rechtswissenschaften, die Bild- und die Sprachwissenschaften, die Theologie und die Philosophie bis zur Geschichtswissenschaft und zur Kultur- und Sozialanthropologie. Jeder einzelne Artikel soll eine Einführung in die Geschichte des Faches mit ihren jeweiligen Forschungsfeldern, -fragen und -ergebnissen geben, über die zentralen Grundannahmen und Prämissen anthropologischen Denkens informieren sowie fachspezifische Begriffe und Methoden diskutieren.Mit Beiträgen von Susanne Günther, Thomas Gutmann, Norbert Herold, Frank Jablonka, Silke Meyer, Klaus Müller, Armin Owzar, Klaus Sachs-Hombach, Jörg R. J. Schirra, Peter Schmid, Guido Sprenger und Eckart Voland.
Wörner, Ulrike
Die Dame im Spiel
Verlag: Waxmann
Meist wird mit dem Wort ‚Spielkarten‘ das gängige Standardbild mit älteren Königen, süßlichen Damen und kecken Buben assoziiert. Aus der Perspektive der Gender-Forschung, der sich diese Studie verpflichtet fühlt, sind sie Bildquellen, die der Rekonstruktion von Geschlechterbildern und -rollen dienen und Veränderungen im Geschlechterverhältnis aufzeigen.Die Fokussierung der Arbeit auf die Anfangszeit des Kartenspiels an der Schwelle zur Frühen Neuzeit bedingt die Auswahl der Spiele: für die Lombardei das handgemalte Visconti-Sforza-Tarock (um 1450), für Frankreich die Spielkarten mit dem Topos der Neun Helden und Heldinnen aus Mythos und Geschichte, für Süddeutschland unter anderem das Stuttgarter Spiel (um 1430), ein ‚Jagdspiel‘, das mehr über das Geschlechterverhältnis der Zeit als über die Jagd aussagt, sowie erste Darstellungen ‚erotischen‘ Charakters auf Holzschnittkarten um 1500, die Nacktheit als Ausdruck der Geschlechterdifferenz thematisieren.Werden die Kartenbilder ikonologisch, das heißt auch im Kontext mit anderen zeitgenössischen Quellen gedeutet, so ‚verraten‘ sie viel über den Wandel bzw. die Konstanz der normativen Ordnung der Geschlechter und über die permanente Praxis des doing gender. Im Ausblick der Arbeit wird die Genese der Spielkarten bis ins 20. Jahrhundert fortgeführt, wobei Aspekte der Geschlechterthematik der Aufklärung wie des Feminismus pointiert zur Sprache kommen.
Ehrmann-Köpke, Bärbel
"Demonstrativer Müßiggang" oder "rastlose Tätigkeit"?
Verlag: Waxmann
Stricken, Sticken, Häkeln, Nähen – Handarbeiten sind essentieller Bestandteil des bürgerlichen Frauenideals im 19. Jahrhundert. Bärbel Ehrmann-Köpke macht unter Berücksichtigung vielfältiger Quellen wie Ego-Dokumenten, nicht-amtlichem Schriftgut von Schulen und Frauenvereinen aus den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck sowie einschlägiger Forschungsliteratur die Bedeutung von Handarbeiten für die Etablierung bürgerlicher Lebenswelten im 19. Jahrhundert sichtbar.Untersucht werden die im Leben bürgerlicher Mädchen und Frauen allgegenwärtigen weiblichen Arbeiten im Spannungsfeld von „demonstrativem Müßiggang“ und „rastloser Tätigkeit“. Häusliche Handarbeiten waren repräsentativer und distinktiver Ausdruck einer erreichten ökonomischen und gesellschaftlichen Stellung, zugleich aber oftmals Mittel zum Zuerwerb durch textile Heimarbeit. In der höheren Mädchenbildung hatte der Handarbeitsunterricht daher einen hohen Stellenwert und war fest verknüpft mit erzieherischen und disziplinierenden Bestrebungen, oftmals verbunden mit gesundheitlichen Schädigungen, die von Haltungsschäden über Kurzsichtigkeit bis zu Nervenerkrankungen reichten. Mit zunehmendem ehrenamtlichen Engagement bürgerlicher Frauen im Wohltätigkeitssektor eroberten Handarbeiten schließlich auch einen Platz im sozialen, außerhäuslichen Bereich.
Scharte, Sebastian
Preußisch – deutsch – belgisch
Verlag: Waxmann
Ziel dieser Studie ist es, nationale Erfahrung und Identität an der deutsch-belgischen Grenze im 19. Jahrhundert nachzuzeichnen und zu analysieren. Der subjektiven Sicht, dem Erfahren und Empfinden des Nationalen in den Kreisen Eupen und Malmedy – seit 1815 zu Preußen gehörend und als Folge des Ersten Weltkriegs 1920 an Belgien übertragen – kommt dabei zentrale Bedeutung zu. Entscheidend ist, wie die Menschen an der willkürlich gezogenen Grenze das Deutsch-Sein erlernen konnten und sollten, es in der alltäglichen Lebensführung und Lebensdeutung umsetzten oder auch verweigerten, es dem Belgisch-Sein wertend gegenüberstellten. Wie verlief jener von den Grenzbewohnern geprägte und die Grenzbewohner prägende Prozess der Nationalisierung, der beim Eintritt in das 20. Jahrhundert eine alltäglich erfahrbare „Gesinnungsgrenze“ hinterlassen sollte?Um den Stellenwert des nationalen Erfahrens und Empfindens für die Region so zuverlässig wie möglich aufzuzeigen, stützt sich die Arbeit unter anderem auf Ego-Dokumente, Gemeindechroniken, Vereins- und Polizeiakten sowie die aussagekräftigen Zeitungen des Grenzlandes.
Augustynek, Marta
Arbeitskulturen im Großkonzern
Verlag: Waxmann
In modernen Gesellschaften arbeiten die meisten Menschen in wirtschaftlichen Organisationen und verbringen darin einen beträchtlichen Teil ihrer Tages-, Wochen- und Lebenszeit. Als Beschäftigte sind sie maßgeblich an den vielschichtigen innerbetrieblichen Aushandlungs-, Interpretations- und Reproduktionsprozessen zwischen Gesellschaft, Unternehmen und Angehörigen beteiligt. Insbesondere vor dem Hintergrund gegenwärtig flexibilisierter und dynamischer Arbeitsverhältnisse und erweiterter subjektzentrierter Personaleinsatzstrategien werden Beschäftigte stärker denn je zur Realisierung ökonomischer Ziele in die Pflicht genommen. Das stellt diese nicht nur vor teils grundlegend gewandelte, sondern auch erhöhte Anforderungen, die ihnen hohe Anpassungs- und Strukturierungsleistungen abverlangen. Am Beispiel der Deutschen Telekom AG und ihrer Beschäftigten nähert sich diese Arbeit dieser Thematik aus kulturanthropologischer Perspektive seitens der Beschäftigten selbst und zeigt die Auswirkungen der gegenwärtigen Arbeitswelt auf Mensch und Organisation.
Frobenius, Leo
Herausgeber : Dinslage, Sabine; Mitwirkung (sonst.): Lebéus, Verena; Reihe herausgegeben von Jebens, Holger; Reihe herausgegeben von Kohl, Karl H; Reihe herausgegeben von Platte, Editha
Animal Husbands, Magic Horns and Water Spirits
Verlag: Köppe, R
Auf seiner neunten Forschungsreise von 1928–1930 in das südliche Afrika hat Leo Frobenius neben seinen ethnographischen und prähistorischen Forschungen 436 Erzählungen gesammelt und handschriftlich festgehalten. Diese Sammlung, die im Archiv des Frobenius-Instituts in Frankfurt lagert, ist Grundlage der vorliegenden Studie. Das dreibändige Werk möchte den in der Erzählforschung und speziell in der afrikanischen Oralliteratur arbeitenden Wissenschaftlern, so wie den am Lebenswerk Leo Frobenius’ interessierten Forschern die Möglichkeit bieten, die umfassende Erzählsammlung in seiner Gesamtheit zu erfassen und gemäß den Anforderungen der komparatistischen Erzählforschung zu nutzen. Mit der Veröffentlichung aller bislang unbearbeiteten Erzähltexte in ihrer ursprünglichen Form, wie sie von Leo Frobenius in deutscher Sprache aufgenommen wurden, wird ein weiterer Zugang zu dem oralliterarischen Nachlass von Frobenius geschaffen. Die englischen Zusammenfassungen nebst umfangreicher Analyse- und Klassifikationsdaten bieten eine Grundlage für weitere detaillierte Forschungen der internationalen komparatistischen Erzählforschung. Außerdem geben die vorliegenden Erzähltexte ein Zeugnis aus den Anfängen der ethnologischen Afrikaforschung in den 20er Jahren und können somit den nach den Wurzeln ihres Kulturgutes suchenden Angehörigen indigener Gruppen des südlichen Afrika Zugang zu dem Erzählgut ihrer Vorfahren verschaffen.
Herausgeber : Möhlig, Wilhelm J; Beiträge von Bechhaus-Gerst, Marianne; Beiträge von Keding, Birgit; Beiträge von Dimmendaal, Gerrit; Beiträge von Haacke, Wilfrid; Beiträge von Jesse, Friederike
Cultural Change in the Prehistory of Arid Africa
Verlag: Köppe, R
Marianne Bechhaus-Gerst & Birgit Keding: Meat or Milk? Archaeological and Linguistic Evidence for the Peridynastic Use of Cattle in the Eastern Sahara / Gerrit J. Dimmendaal: Eastern Sudanic and the Wadi Howar and Wadi el Milk Diaspora / Wilfrid H.G. Haacke: Linguistic Hypotheses on the Origin of Namibian Khoekhoe Speakers / Friederike Jesse & Reinhard Klein-Arendt: Putting together Archaeology and Historical Linguistics – The Case of Pottery / Eileen Kose & Jürgen Richter: The Prehistory of the Kavango People / Wilhelm J.G. Möhlig: Linguistic Evidence of Cultural Change. The Case of the Rumanyo Speaking People in Northern Namibia / Gerda Rossel: The study of Ensete Crop History / Rainer Vossen: Language of the Desert … and what they can tell us about the economic history of southern Africa
Seukwa, Louis H
The Ingrained Art of Survival
Verlag: Köppe, R
Wie gelingt es jungen afrikanischen Flüchtlingen in Deutschland, trotz feindlichster Lebensumstände und entgegen allen Widrigkeiten ihr individuelles Potential zu entfalten, subjektive Bewältigungsstrategien zu entwickeln und eine erfolgreiche Ausbildung zu erreichen? Was kann uns die unverwüstliche Belastbarkeit dieser Jugendlichen einerseits über Bildungspolitik und Integrationsmaßnahmen in Deutschland und andererseits über die sozialpolitischen und bildungserzieherischen Verhältnisse in ihren afrikanischen Heimatländern lehren? Inwiefern erweitern und vertiefen diese Erkenntnisse unser Verständnis davon, was Kompetenz tatsächlich bedeutet?Im Rahmen eines struktur- und handlungstheoretischen Ansatzes wird in der Beantwortung dieser Fragen die vorherrschende, psychologisch orientierte Untersuchung individuellen Bewältigungshandelns zu einer gesellschaftstheoretischen Sichtweise erweitert und nachgewiesen, dass der Kompetenzerwerb primär im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen sozialer Ausschließung erfolgt.Die aufschlussreichen und entscheidenden Erkenntnisse der vorliegenden Studie wurden im Jahr 2007 bereits mit zwei angesehenen deutschen Preisen ausgezeichnet, dem Karl-Heinz-Ditze-Preis für herausragende Examensarbeiten und Dissertationen der Universität Hamburg und dem Augsburger Wirtschaftspreis für Interkulturelle Studien.
Siedhoff, Felix
Der Kanon der niederländischen Geschichte
Verlag: Waxmann
Seit August 2009 ist der niederländische historisch-kulturelle Kanon offiziell Bestandteil des niederländischen Schulunterrichts. Ein sich am Kanon orientierendes national-historisches Museum ist gleichfalls in Planung. Damit richten die Niederlande, bis dato als multikulturelles, offenes, modernes und vielfarbiges Land bekannt, ihren Blick explizit auf sich selbst, ihre Nation - ein Umstand, der kritische Stimmen aus u.a. der Wissenschaft provozierte. In diesem Band untersucht der Verfasser u.a. die hinter dem Rekurs auf die nationale Geschichte stehenden Absichten. Dabei werden die in der niederländischen Identitäts-, Gesellschafts- und Immigrationsgeschichte seit dem 2. Weltkrieg sowie der Europäisierung und Globalisierung aufzufindenden Entwicklungen herausgearbeitet, die die Grundfesten der offenbar bis dahin gut funktionierenden nationalen Gesellschaft erschütterten sowie diesen Rückgriff von Politik und Gesellschaft als überfällig und notwendig erachten ließen: die Stärkung niederländischer Identität und Gemeinschaft sowie des Bürgersinns in der Bevölkerung.
Herausgeber : Grosch, Nils; Widmaier, Tobias
Lied und populäre Kultur - Song and Popular Culture
Verlag: Waxmann
Herausgeber : Andreas Hartmann, Peter Höher, Christiane Cantauw, Uwe Meiners, Silke Meyer
Die Macht der Dinge
Verlag: Waxmann
Die Ordnung der Welt zeigt sich in der Ordnung der Dinge. Dinge haben Macht. Lange Zeit Stiefkind der kulturanthropologisch-volkskundlichen Forschung, tritt die materielle Kultur erneut ins Blickfeld der Analyse. Dieser Band versammelt facettenreiche Beiträge prominenter Wissenschaftler zur Sachkulturforschung und schreitet das Feld exemplarisch ab. Akademische Weggefährten der Münsteraner Volkskundlerin Ruth-E. Mohrmann möchten die Impulse und Verdienste einer Wissenschaftlerin würdigen, die stets der Gegenständlichkeit allen Kulturdaseins ihre Aufmerksamkeit widmet und die die Aspekte der Materialität und des historischen Gewordenseins alltäglicher Lebensvollzüge nie aus den Augen verliert.
In dem Band geht es um den Sitz der Dinge im Leben der Menschen, um deren Gebrauch, deren Bewertung, deren Kraft. Dinge repräsentieren: Sie vergegenwärtigen Erinnerungen, sie symbolisieren soziale Beziehungen, sie choreographieren unsere rituelle Existenz. Davon handelt dieses Buch.
Herausgeber : Christina Gansel
Systemtheorie in den Fachwissenschaften
Verlag: V&R unipress
Die Systemtheorie erhebt den Anspruch, universell zu sein. Niklas Luhmann selbst nannte sie eine »Supertheorie«, die immer mehr Anhänger dort gewinnt, wo wissenschaftliche Objekte als Systeme untersucht werden. Der Band vermittelt einen Eindruck davon, in
Sebastian Karnatz
Eine Szene im Theater der Unendlichkeit
Verlag: V&R unipress
Diese Studie stellt erstmals »Das Hotel« und »Ebbi«, die beiden erhaltenen Dramen des Malers Max Beckmann (1884–1950), in den Mittelpunkt einer kunst- bzw. literaturwissenschaftlichen Betrachtung. Der Autor liest sie in engem Zusammenhang mit den höchst i
Herausgeber : Heinz Fassmann / Julia Dahlvik
Migrations- und Integrationsforschung – multidisziplinäre Perspektiven
Verlag: V&R unipress
Mit Migrations- und Integrationsprozessen befassen sich viele Disziplinen – aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Methoden und theoretischen Konzepten. Es mangelt jedoch an disziplinübergreifenden Kooperationen zur Begriffsklärung,
Herausgeber : Bernadette Descharmes / Eric Anton Heuser / Caroline Krüger / Thomas Loy
Varieties of friendship
Verlag: V&R unipress
Nahbeziehungen, die über familiäre und verwandtschaftliche Bindungen hinausgehen, haben sich zu einem vielbeachteten Thema interdisziplinärer Forschung entwickelt. Beziehungen wie Freundschaft, Patronage und soziale Netzwerke als Variationen sozialer Bindungen sind das Ergebnis unterschiedlicher historischer wie kultureller Kontexte und stellen deshalb einen wesentlichen, aber immer noch unterrepräsentierten Gegenstand interdisziplinären Forschens dar. Fragen nach sich ändernden Freundschaftssemantiken, historischen und interkulturellen bzw. politischen Praktiken von Freundschaft, Patronage und Loyalität standen im Mittelpunkt einer internationalen Tagung, die eine kritische Diskussion und Neubewertung von Werten und Normen, die z.B. Freundschaft in verschiedenen Kulturen und historischen Epochen konstituieren, sowie der sozialen Umstände, die diese Nahbeziehungen bedingen, vorgenommen hat. Aspekte wie Konstitution und Repräsentation von Körper und Gender und das Entstehen von Vertrauen und Betrug waren dabei ebenso von Interesse wie die kulturell und historisch unterschiedliche Praxis und Semantik von Freundschaft und Patronage sowie deren jeweilige Wahrnehmung in Abhängigkeit von ihrer gesellschaftlichen Situation in verschiedenen sozialen und historischen Kontexten. Die Ergebnisse dieser Tagung werden nun im vorliegenden Band präsentiert.
Herausgeber : Maren Mylius / Wiebke Bornschlegl / Andreas Frewer (Hg.)
Medizin für »Menschen ohne Papiere«
Verlag: V&R unipress
Der Zugang zur medizinischen Versorgung ist in Deutschland abhängig vom Aufenthaltsstatus. Für MigrantInnen ohne Papiere gibt es besonders hohe Hürden für eine Gesundheitsversorgung: die rechtlichen Rahmenbedingungen machen ihnen eine adäquate gesundheitliche Versorgung de facto unmöglich. Um die humanitäre Not abzufedern, vermitteln in einigen Großstädten Hilfsorganisationen medizinische Versorgung oder bieten eine Grundversorgung vor Ort an. Schwerwiegende Erkrankungen allerdings oder Pflegebedürftigkeit können die Hilfseinrichtungen an den Rand ihrer Handlungsfähigkeit bringen. In vielen Regionen fehlt jegliche Form der Versorgung, ohne dass die Betroffenen ihre Abschiebung befürchten müssten. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen diese und weitere Problemfelder sowie theoretische Hintergründe und skizzieren die prekären Lebensverhältnisse anhand von Praxisbeispielen. Sie zeigen Wege aus der systematischen Ungerechtigkeit und praktische Lösungsansätze in verschiedenen deutschen Städten auf.
Herausgeber : Balázs J. Nemes / Achim Rabus (Hg.)
Vermitteln – Übersetzen – Begegnen
Verlag: V&R unipress
Dieser Sammelband nähert sich aus interdisziplinärer Perspektive vormodernen Transferphänomenen unterschiedlichen Charakters an. Die Beiträge gehen von einem weiten Transferbegriff aus und nehmen sowohl materiellen und Ideentransfer als auch textuellen Transfer im Sinne von Zitaten, Anspielungen oder Übersetzungen in den Blick. Die AutorInnen mit den Heimatdisziplinen Archäologie, Germanistik, Geschichte, Romanistik, Philosophie, Skandinavistik und Slavistik bearbeiten jeweils mediävistisch orientiert mit vielfältigen Ansätzen unter anderem Fragen des adäquaten Übersetzens, der Verbreitung religiöser Ideen und der diskursiven Arbeit mit literarischen Figuren oder philosophischen Konzepten. Den Abschluss des Bandes bildet ein Plädoyer für die kommunikationsgeschichtliche Erweiterung des Kulturtransfers.
Köhle-Hezinger, Christel
Herausgeber : Bagus, Anita; Pöge-Alder, Kathrin; Unterstützt von Kuhirt, Stefan
Alltagskultur: sakral – profan
Verlag: Waxmann
„Ich bin Lebensforscherin – Leben und Alltag auf dem Lande, Glaube und Frömmigkeit, Religion und Rituale sind meine Forschungsfelder.“Dieser Satz fokussiert nicht nur das umfangreiche und breite Œeuvre von Christel Köhle-Hezinger, sondern er könnte auch als Motto über ihrer wissenschaftlichen Vita stehen.Der 65. Geburtstag von Christel Köhle-Hezinger gibt Anlass, Leistung und Werk der Jubilarin mit dem vorliegenden Buch zu würdigen und zu ehren. Die Publikation enthält ausgewählte Schriften, die zum Teil an entlegenen Orten erschienen und daher nur schwer greifbar oder vergriffen sind. Es soll ein Einblick in die Vielgestaltigkeit der Forschungen von Christel Köhle-Hezinger gegeben werden, deren virtuose Ansätze und Ideen aktuell und erfrischend im Fach und universitären Alltag sind.
Herausgeber : Tschernokoshewa, Elka; Keller, Ines
Dialogische Begegnungen
Verlag: Waxmann
Was ist eine hybridologische Sicht und was gewinnen wir dadurch in der Forschung, in der Politik und in der Praxis? Die einzelnen Beiträge geben darauf Antworten. Der Blick richtet sich ganz gezielt auf kulturelle Diversität im Musikleben und im Film, in der Presse, im Rundfunk, im Wohnraum, in der Schule sowie in der Bildungspolitik. Die Beiträge thematisieren dialogische Begegnungen wie auch Räume der Nichtbegegnung: Bollywood auf Wienerisch, Schule, Tracht und Rassenwahn, Time of the Gypsies – von der Lausitz über Dänemark bis zum Alpen-Adria-Raum. Es wird sichtbar gemacht, wie Kontaktzonen und neue kulturelle Konfigurationen entstehen, aber auch, wo Beziehungen durch alte Vorurteile und neue Interessen blockiert werden. Die hybridologische Forschungsperspektive ermöglicht über kulturelle Aspekte von Musik und Visuellem, über Gemeinschaften und ihre Institutionen, und nicht zuletzt über das alltägliche Beziehungsleben so nachzudenken, dass es zu einer Übung im Dialog wird.
Dietz, Angelika
Dimensions of Belonging and Migrants by Choice
Verlag: Waxmann
In a translocal approach, Angelika Dietz deals with the question of migration and belonging under biographical, spatial, cultural and social viewpoint. Despite a long migration history of Italians in Northern Ireland, special emphasis has been placed on contemporary life stories of ten Italians and their social relations and to the network of multiple places that they have constructed.
Bauer, Katrin
Gotteshäuser zu verkaufen
Verlag: Waxmann
Beide großen Kirchen befinden sich aktuell in einem dramatischen Umformungsprozess: Demographischer Wandel, vermehrte Kirchenaustritte und Abnahme der Neueintritte führen zu einem massiven Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Folge ist, dass zahlreiche Gotteshäuser zur Disposition stehen, verkauft, verpachtet oder sogar abgerissen werden. Steht die Schließung einer Kirche an, formiert sich schnell Protest: Gemeindemitglieder trauern um ihre soziale Heimat, Denkmalpfleger warnen vor dem Verlust, Bürgermeister fürchten um die Attraktivität ihrer Stadt. Auch die Nachnutzungsformen sind keinesfalls beliebig: die Amtskirchen legen strenge Richtlinien an mögliche Nachnutzer an.Dies alles zeigt: Trotz voranschreitender Entkirchlichung bewegt die Aufgabe von Gotteshäusern die Menschen. In diesem Spannungsverhältnis zwischen Wertepluralismus und Bedeutungsverlust der Kirchen einerseits und dem offensichtlichen Wunsch nach Leitbildern andererseits setzt die Studie der Volkskundlichen Kommission für Westfalen an.In einer Mikrostudie werden die Folgen von Gemeindefusionen und Kirchenschließungen für die betroffenen gesellschaftlichen Gruppen untersucht und es wird danach gefragt, was passiert, wenn es heißt: Gotteshäuser zu verkaufen.
Rüter, Stefanie
Friedwald
Verlag: Waxmann
„Die Bestattung in der Natur“, „Unter allen Wipfeln ist Ruh“. Mit derartigen Formeln werben zwei konkurrierende Dienstleistungsunternehmen (FriedWald® und Ruheforst®) für eine neue Form der Bestattung: Seit 2001 können in Deutschland die Urnen von Verstorbenen in ausgewiesenen Wäldern im Bereich der Baumwurzel beigesetzt werden; der Baum dient gleichzeitig als Grabmal. Seit dem Vermarktungsstart der Friedwald-Idee wird die Baumwurzelbestattung kontrovers diskutiert. Dennoch entscheiden sich immer mehr Menschen für ein Baumgrab im Wald. Warum ist das so? Verfällt die traditionelle Bestattungskultur? Verliert ein fester Ort der Trauer und Erinnerung an Bedeutung? Lässt der Baum vielleicht – als Sinnbild für Beständigkeit – die Vorstellungen vom eigenen Tod erträglicher erscheinen? Entspringt die steigende Nachfrage einer wachsenden Natursehnsucht? Oder sind es letztlich doch pragmatische Gründe, wie die entfallende Grabpflege, einen Baum im Wald einem Friedhofsgrab vorzuziehen? Nach einer intensiven Analyse der Institution FriedWald und dem dahinter stehenden Konzept lässt Stefanie Rüter in dieser kulturwissenschaftlichen Studie insbesondere diejenigen Menschen zu Wort kommen, die bereits einen Angehörigen im Friedwald beigesetzt oder einen Baum für sich erworben haben. Denn es sind eben die hinter unserem Handeln stehenden Vorstellungen, Bilder, Wünsche und Gefühle, die erhellende Rückschlüsse auf gegenwärtige gesellschaftliche Befindlichkeiten zulassen und damit nicht zuletzt die kulturwissenschaftliche Gegenwartsforschung so spannend machen.
Lehmkuhle, Jutta
Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung durch Bewegung und Tanz Bewegung und Kommunikation
Verlag: Waxmann
Das Buch ist eine theoretische und praktische Hilfe für alle, die Tanz und Bewegung in ihre Arbeit mit geistig behinderten Menschen einbringen möchten. Es verdeutlicht, dass Tanz und Bewegung sehr gute Möglichkeiten zur Förderung geistig behinderter Menschen sein können. Der Leser bekommt einen Einblick in das "Wie möchte ich fördern?", indem die didaktisch-methodischen Grundlagen zur Umsetzung der Fördermöglichkeiten beschrieben werden. Das Buch beantwortet ebenso die Frage des "Was?" und spricht alle Bereiche an, die durch Tanz und Bewegung gefördert werden. Der praktische Teil des Buches gibt einen Einblick in den Ablauf und die Struktur einer Tanzstunde. Zusätzlich werden praktische Übungen zu jedem Förderungsbereich aufgeführt, die speziell zur Umsetzung in Beruf und Alltag im Umgang mit geistig behinderten Menschen nützlich sind.
Herausgeber : Michael Bernsen, Bernhard Huss (Hg.)
Der Petrarkismus – ein europäischer Gründungsmythos
Verlag: V&R unipress
Einer der Inauguratoren der europäischen Frühen Neuzeit ist Francesco Petrarca. An ihn knüpft man unter thematischen, formal-ästhetischen, poetologischen, geschichts- und kunstphilosophischen sowie gesellschaftlichen oder kulturprogrammatischen Gesichtspunkten an. Die europäischen Intellektuellen orientieren sich am ›Gesamtmodell Petrarca‹. Ein Beispiel hierfür ist der höfisch-elitistische Selbstpräsentationsgestus unter Maßgabe eines sozial kompatibel gemachten, dignitätsträchtigen petrarkistischen Sprechens. Dieser Band fragt, inwieweit der Petrarkismus der Frühen Neuzeit eine identitätsstiftende Kraft für ganz Europa hat. Diskutiert wird, wie sich in der Auseinandersetzung mit Petrarcas Werk das Selbstverständnis des modernen europäischen Menschen konstituiert und inwieweit der Diskurs des Petrarkismus an der Ausformung dieses Selbstverständnisses beteiligt ist. Erörtert werden mediale, poetologische, sozial- und kulturhistorische Voraussetzungen und Implikate, die den Petrarkismus als einen Gründungsmythos für Europa erscheinen lassen.
Carol Nater Cartier
Zwischen Konvention und Rebellion. Die Handlungsspielräume von Anna Colonna Barberini und Maria Veralli Spada in der papsthöfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts
Verlag: V&R unipress
Zwei Frauen der papsthöfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die das Leben am Papsthof aktiv mitgestalteten, stehen hier im Zentrum: Anna Colonna Barberini und Maria Veralli Spada. Anhand ihrer Alltagskorrespondenz werden sie in ihrem familiären, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Netzwerk dargestellt und miteinander verglichen. Man begegnet einerseits Donna Anna, der stolzen Colonna-Tochter, die Macht und Status aus ihrer altadligen Herkunft legitimierte und sich ihrem Ehemann, dem Papstneffen Taddeo Barberini, stets überlegen fühlte. Auf der anderen Seite steht Marchesa Maria, die mustergültige Vorsteherin des Kardinalshaushalts der Spada und engste Vertraute des Familienoberhaupts Kardinal Bernardino, die mit ihrer Loyalität und Zuverlässigkeit den gesellschaftlichen Aufstieg der Spada maßgeblich mitgestaltete. Die Autorin lotet weibliche Handlungsräume und -möglichkeiten im höfischen Leben in Europa aus und leistet so einen wichtigen Beitrag zur geschlechtergeschichtlichen Forschung.
Jan Carstensen, Uwe Meiners, Ruth-E. Mohrmann (Hg.)
Herausgeber : Jan Carstensen, Uwe Meiners, Ruth-E. Mohrmann
Living History im Museum
Verlag: Waxmann
Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland
Herausgeber : Barbara Schmidt-Haberkamp
Europa und die Türkei im 18. Jahrhundert / Europe and Turkey in the 18th Century
Verlag: V&R unipress
Thema dieses Bandes sind die interkulturellen Kontakte und die wechselseitige Wahrnehmung zwischen der Türkei und Europa im 18. Jahrhundert. Die »Türkengefahr«, eines der wichtigsten Antagonismusnarrative der frühen Neuzeit, verblasste nach der osmanischen Niederlage bei der zweiten Belagerung Wiens 1683, und das Bild des Türken wandelte sich vom bedrohlichen, unbesiegbaren Schrecken der Christenheit zum kuriosen, exotischen Nachbarn. Die osmanische Kultur fand in den politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und ästhetischen Diskursen des 18. Jahrhunderts breite, zum Teil euphorische Aufnahme und Verarbeitung. Zugleich verstärkte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts der europäische Einfluss im gesellschaftspolitischen und kulturellen Leben des Osmanischen Reichs. Welche Möglichkeiten bestanden, sich ein Bild des Anderen zu machen, und zu welchen Teilen gründete es auf autistischer Selbstbespiegelung einerseits, auf Neugier und produktiver Aneignung andererseits? Welche Formen des interkulturellen Kontaktes existierten und wie sind sie dokumentiert? Auf diese Fragen antworten die Beiträge aus der Sicht verschiedener akademischer Disziplinen.
Birte Förster
Der Königin Luise-Mythos
Verlag: V&R unipress
»Ein Idealbild deutscher Weiblichkeit« wurde die preußische Königin Luise (1776–1810) genannt. Der historische Mythos um ihre Person verband Geschlechterkonstruktion und Nationalismus, wie die Autorin nachweist. Sie beschränkt sich nicht darauf, zu beschreiben, wie in populären Unterhaltungsmedien zwischen 1860 und 1960 Deutungsmuster nationalisierter Weiblichkeit repräsentiert wurden, sondern gibt auch Auskunft über deren gesellschaftliche Bedeutung und Reichweite. Die mögliche Rezeption besonders populärer Darstellungen wird ebenso in die Analyse einbezogen wie die regionale und konfessionelle Verbreitung des Mythos und seine institutionelle Verankerung in Schulen. Festakte, Denkmalsenthüllungen sowie die Aktivitäten des Bundes Königin Luise zeigen gruppenspezifische Vereinnahmungen und soziale Praktiken. Die Arbeit ist die erste historische Untersuchung des Königin Luise-Mythos, die seine Adressaten und ihre jeweiligen Interpretationen, seine medienspezifischen Ausformungen und seine soziale, regionale und konfessionelle Verbreitung berücksichtigt.
Gislind Rohwer-Happe
Unreliable Narration im dramatischen Monolog des Viktorianismus
Verlag: V&R unipress
Diese Studie beschäftigt sich mit dem dramatischen Monolog des Viktorianismus. Der Fokus liegt dabei auf dem narrativen Phänomen des unzuverlässigen Erzählens, das diese besondere Gattung der Lyrik kennzeichnet. Die Autorin überträgt narratologische Ansätze auf die Lyrikanalyse und modifiziert teilweise die Signale für ›unreliable narration‹. Daran anschließend analysiert sie ausgewählte Texte wie Alfred Tennysons »St Simeon Stylites«, Robert Brownings »Porphyria’s Lover«, Augusta Websters »A Castaway« und Elizabeth Barrett Brownings »Bertha in the Lane hinsichtlich des Einsatzes unzuverlässigen Erzählens. Obwohl die Gattung ein modern erscheinendes Erzählphänomens nutzt und meist subversive, idiosynkratische Figuren pointiert darstellt, erfüllt sie eine durchaus konservative Funktion und dient durch ihre Auseinandersetzung mit den beherrschenden Kulturthemen des Viktorianismus – Religion, Wahnsinn und Kriminalität, Prostitution und Tod – der Stabilisierung des viktorianischen Wertesystems.
Herausgeber : Mohrmann, Ruth-E.
Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft
Verlag: Waxmann
Generationen sind Erfahrungsgemeinschaften, die mit denselben rechtlichen und politischen Vorgaben konfrontiert sind, die Erinnerungen an zeitgeschichtliche Ereignisse und Bilder teilen und die durch vergleichbare kulturelle Leitbilder, institutionelle Bedingungen und soziale Strukturen geprägt werden. Jede Generation für sich zu betrachten, verspricht durchaus einen kulturhistorischen Erkenntnisgewinn. Ungleich höher vermag dieser jedoch zu sein, wenn mehrere Generationen und ihre Interaktion in den Blick genommen werden. Im intergenerationellen diskursiven Miteinander werden Normen und Werte ausgehandelt, die sich als wichtige Kontextbedingungen für kulturhistorische Prozesse erwiesen und erweisen.Dieser Band untersucht aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in interdisziplinärer Ausrichtung – vertreten sind Volkskunde, Europäische Ethnologie, Geschichte, Soziologie und Pädagogik –, an welchen Stellen sich generationelle Kontinuitäten und Brüche feststellen lassen, auf welche Weise sich Generationenbeziehungen ausdrücken und wie mit Konflikten umgegangen wird. Thematisch stehen vor allem solche generationellen Erfahrungen im Mittelpunkt, die sich im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche besonders stark ausgeprägt haben: der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg, die 68er-Generation, die Wiedervereinigung sowie die Neuen Medien.
Herausgeber : Meine, Sabine; Noeske, Nina
Musik und Popularität
Verlag: Waxmann
„Pop music“ war eine umwälzende Neuerung des 20. Jahrhunderts, die mit neuen Medien und Technologien die Hör- und Konsumgewohnheiten revolutioniert hat und heute vor allem ein Forschungsfeld der Musikpsychologie, Musikpädagogik sowie der Kultur- und Medienwissenschaften ist. „Populäre Musik“ gab es jedoch zu allen Zeiten, da „beliebte, bekannte, gemeinverständliche Musik“ schon immer ihre Wirkung auf ein größeres Publikum oder eine Menge an Leuten entfaltet hat. Seit dem 16. Jahrhundert, mit der Erfindung des (Musik-)Drucks wird diese Kulturgeschichte für uns nachvollziehbar. Der Band dokumentiert Vorträge und Diskussionen aus den „Dialogen zwischen Kunst und Wissenschaft“ der Hochschule für Musik, Theater und Medien im Wintersemester 2008/09 zu Motivationen und Bedingungen von Musik und Popularität in Geschichte und Gegenwart. Leitende Aspekte dafür waren die Politisierung, Moralisierung, das Gendering und die Kommerzialisierung populärer Musik.
Acidalius, Valens
Herausgeber : Czapla, Ralf G; Burkard, Georg; Übersetzt aus dem Latein von Burkard, Georg
Disputatio nova contra mulieres, qua probatur eas homines non esse
Verlag: Manutius
Ligne, Karl J von
Herausgeber : Rumpf, Michael; Übersetzt aus dem Französischen von Rumpf, Michael; Beiträge von Sainte-Beuve, Charles A
Gedanken und Fragmente
Verlag: Manutius
Die Gedanken und Fragmente des Fürsten Charles Joseph de Ligne (1735-1814) vermitteln die Kunst des Beiläufigen. Der Reiz der Unmittelbarkeit, den die historische Distanz kaum mindert, legt den Eindruck nahe, daß der Geist nicht immer weht, wo er will, sondern oft dort, wo die Thermik der Salons ihn begünstigt. De Ligne war sich bewußt, daß er die Fülle seiner Einfälle und Beobachtungen nicht nur seiner Begabung, sondern auch seinem gesellschaftlichen Stand und Milieu verdankte, den Höfen und Palästen, an und in denen er lebte, den Briefen, die er wechselte, den Bekanntschaften, die er schloß, den Dialogen, die er führte. Geist beruft sich nicht auf die Einsamkeit, er entfaltet sich in der Geselligkeit, er steht hier nicht gegen Tradition, er definiert sich durch sie. Zeugnis einer untergegangenen Welt, zeigen seine Bemerkungen, daß die Vorstellung, das Vergangene habe, da zu Recht vergangen, der Gegenwart nichts zu sagen, täuschen kann.
Candidus, Pantaleon
Herausgeber : Burkard, Georg; Übersetzt aus dem Latein von Burkard, Georg
Gotiberis (1587)
Verlag: Manutius
Die Gotiberis (1587) ist das Hauptwerk des in Österreich geborenen Zweibrücker reformierten Geistlichen Pantaleon Candidus (1540-1608). Sie stellt die Geschichte der iberischen Halbinsel vom 5. bis zum 16. Jahrhundert am Leitfaden ihrer letztlich von Goten abstammenden Könige dar; daher der Name des Werkes. Daß Candidus, obwohl Calvinist, sich darin an die katholischen Habsburger Kaiser Maximilian II. und Rudolf II. wendet, erklärt sich vor allem daraus, daß er sich lebenslang als Österreicher fühlte, und daraus, daß er die Habsburger als Garanten gegen die Türkengefahr ansah.
Wiegand, Hermann
Herausgeber : Beiträge von Reichmann, Oskar; Beiträge von Seidel, Robert; Beiträge von Telle, Joachim
Strenae Nataliciae
Verlag: Manutius
Seit seinem Amtsantritt in Heidelberg 1987 hat Wilhelm Kühlmann, 1973 bei Karl Büchner in Freiburg als Latinist promoviert und mit einer weitgehend neulateinischen Arbeit als Germanist habilitiert, in Heidelberg einen Kreis von Enthusiasten der neulateinischen Literatur um sich geschart, der in gemeinsamer Arbeit mehrere z. T. sehr umfängliche Projekte im Bereich der neulateinischen Literatur des deutschen Kulturraumes erarbeitet und publiziert hat. Hauptziel dieses Kreises ist, abseits gerade modischer Trends und Jargons in den Literaturwissenschaften den noch immer verschollenen Kontinent neulateinischer Dichtung des deutschen Kulturraumes allen Interessierten durch sorgfältig kommentierte und wissenschaftlich verantwortete zweisprachige Ausgaben nahe zu bringen. Wilhelm Kühlmann leitet zusammen mit Hermann Wiegand als Spiritus Rector alle Aktivitäten, die ihren Ausgang von regionalen Bezügen im Humanismus der Kurpfalz nahmen und den Kreis der Interessen immer mehr ausweiteten, mit großer Sachkunde und unerschöpflicher Energie. Aus der langjährigen Zusammenarbeit sind inzwischen vier Bücher hervorgegangen und in der Wissenschaft respektierte Ergebnisse.
Im vorliegenden Band stehen Erstlingsarbeiten junger Kollegen neben Aufsätzen bereits in Ehren »ergrauter« Mitarbeiter. Darin spiegelt sich die Generationen übergreifende Struktur des Kreises ebenso wie Kühlmanns erfolgreiches Bestreben, tüchtige junge Kollegen für die Arbeit zu gewinnen.