Geschichte (423 Titel)
Herausgeber : Brunn, Gerhard; Neutsch, Cornelius
Sein Feld war die Welt. Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679)
Verlag: Waxmann
"Herr Johann Moritz von Nassau, Reichsfürst zu Katzenellenbogen, Vianden, Diez, des ritterlichen Johanniter-Ordens in der Mark, Sachen, Pommern und Wendland Meister, Herr zu Beilstein, Seiner kurfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg Wirklicher Geheimer Rat und Statthalter des Herzogtums Kleve, der Grafschaften Mark und Minden-Ravensberg, Feldmarschall des Heeres der vereinigten Niederlande, General der Reiterei, Gouverneur von Wesel und Gouverneur von Utrecht, für acht Jahre Gouverneur und General-Admiral in Brasilien, des königlichen Ordens vom weißen Elefanten in Dänemark Ritter", diese Titel kennzeichnen schlaglichtartig die militärische und politische Karriere eines außergewöhnlichen Menschen des 17. Jahrhunderts. Auch als Mäzen von Kunst und Wissenschaft hat er Spuren in der Geschichte dreier Länder, Deutschland, den Niederlanden und Brasilien hinterlassen. Acht Jahre regierte er als Gouverneur die kurzlebige holländische Besitzung im Nordosten Brasiliens. Seine als glanzvoll verklärte Amtsführung macht ihn zu einer nahezu mythischen Figur in der brasilianischen nationalen Geschichte.Die Beiträge eines Symposions anlässlich des 400. Geburtstages des Fürsten im Jahr 2004 an der Siegener Universität interpretieren seine Tätigkeit in Brasilien. Sie stellen aber auch neuere Forschungsergebnisse über seine Tätigkeit als Siegener Landesherr vor und thematisieren sein Wirken in niederländischen und kurbrandenburgischen Diensten.
Herausgeber : Bayerl, Günter
Braunkohleveredelung im Niederlausitzer Revier
Verlag: Waxmann
Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Gaskombinates "Schwarze Pumpe" im Jahr 1955 vereinigte eine Tagung Technik-, Wirtschafts- und Sozialhistoriker sowie Fachleute aus der Energiewirtschaft. Der Band dokumentiert die Geschichte dieses für die Volkswirtschaft der DDR zentralen Kombinates, aber auch die Entwicklung nach der Wende. Darüber hinaus zeichnet der Band die Geschichte der Braunkohlennutzung in Deutschland mit spezieller Berücksichtigung der Niederlausitz nach. In der spezifischen Kombination historischer und technologischer Betrachtungen liegt der besondere Reiz des Bandes.
Herausgeber : Hoebink, Hein
Europäische Geschichtsschreibung und europäische Regionen
Verlag: Waxmann
Wie kann sie aussehen, die europäische Geschichtsschreibung, die analytisch den vielfältigen Bindungen, Verbindungen, Einflüssen und Verflechtungen nachspürt, die auf dem europäischen Kontinent mehr oder weniger großflächig wirklich geworden sind und in der Neuzeit nicht nur über regionale, sondern auch über nationale Grenzen hinüberreichten? Vor allem: Wie kann europäische Geschichtsschreibung aussehen, wenn sie ebenso die Besonderheiten unterschiedlicher, oftmals regional begrenzter Kulturen in Europa im Auge hat, die gerade durch nationale Grenzen ihren besonderen Schutz erfahren können?Die Antwort kann in einer europäischen Historiographie jenseits der Westforschung vergangener Zeiten liegen. Von ihr ist in den sechs Beiträgen dieses Bandes, der durch ein Vorwort des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Andreas Krautscheid, eingeleitet wird, des Näheren die Rede.
Herausgeber : Karlsch, Rainer; Petermann, Heiko
Für und Wider "Hitlers Bombe"
Verlag: Waxmann
Im Jahr 2005 erschien von Rainer Karlsch: "Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche." Das Buch löste eine heftige Kontroverse aus. Sind in Deutschland 1944/1945 nukleare Sprengsätze, bestehend aus viel Sprengstoff und nur kleinen Mengen an Spalt- und Fusionsstoffen getestet worden, und wie kann dies nachgewiesen werden?Zur weiteren Klärung dieser und anderer Fragen äußern sich hier erstmals Kernwaffenspezialisten, Physiker, Historiker und Journalisten. Sie wägen ab, ob es im Deutschen Reich nukleare Tests gegeben haben könnte, analysieren die dazu vorliegenden Quellen und befassen sich mit den wissenschafts- und zeitgeschichtlichen Hintergründen. Das Spektrum der Beiträge reicht vom Sänger-Plan eines Angriffs auf New York, über Forschungen zur Minimierung der kritischen Masse, den Versuch der Berechnung des TNT-Äquivalents der deutschen Nukleartests bis zur Vorstellung wichtiger damaliger Akteure.Mit Beiträgen von Reinhard Brandt, Wolfgang Ebsen, Gernot Eilers, Alexander Funtikov, Paul-J. Hahn, Rainer Karlsch, Marcus Landschulze, Vladimir Mineev, Günter Nagel, Heiko Petermann, Pawel Rodziewicz, Bernd Schulze.
Herausgeber : Kümmel, Christoph; Schweizer, Beat; Veit, Ulrich
Körperinszenierung - Objektsammlung - Monumentalisierung: Totenritual und Grabkult in frühen Gesellschaften
Verlag: Waxmann
Der Band präsentiert die Ergebnisse der interdisziplinären Tagung ›Körperinszenierung - Objektsammlung - Monumentalisierung: Totenritual und Grabkult in frühen Gesellschaften‹, die 2004 an der Universität Tübingen stattfand. In 22 Beiträgen werden aus der Perspektive unterschiedlicher archäologischer und altertumswissenschaftlicher Fächer die Möglichkeiten und Grenzen einer kulturwissenschaftlichen Analyse früher Gesellschaften erörtert. Als zentrale archäologische Quellenkategorie stehen dabei die Grabkontexte im Mittelpunkt, die hier nicht vornehmlich als Ausdruck sozialer Differenzierungen, sondern als Medium der Kommunikation und als Mittel kollektiver Sinnstiftung analysiert werden. Die präsentierten Fallbeispiele reichen von der Steinzeit bis in die Gegenwart, mit einem Schwerpunkt im 1. Jahrtausend v. Chr. Diskutiert werden archäologische Befunde aus dem Vorderen Orient, dem Kaukasus, Ägypten, Griechenland, Italien sowie aus Mittel- und Nordeuropa.
Herausgeber : Bauer, Reinhold; Williams, James; Weber, Wolfhard
Technik zwischen \'artes\' und \'arts\' /Technology between \'artes\' and \'arts\'
Verlag: Waxmann
Längst bedienen wir uns einer Vielfalt von (Kultur-)Techniken, um unsere Vorstellungen von einem erfüllten Leben zu verwirklichen. Diese Vielfalt kommt auch im Schaffen des Historikers und langjährigen Vorstandes im ICOHTEC (Internationales Komitee für Technikgeschichte), Hans-Joachim Braun, zum Ausdruck, dem dieser Band gewidmet ist. Den internationalen Autoren geht es darum, das Verhältnis zwischen Technik und Kunst, sowohl im Sinne der "Artes Mechanicae", d.h. der frühneuzeitlichen Handwerkskunst, wie im Sinne der sog. "schönen Künste" zu reflektieren.Living today inevitably means understanding and using a broad variety of culturally relevant techniques and technologies. The contributions of international authors in this volume address the relationship of early modern Europe\'s "mechanical arts" and the "fine arts" in honor of Hans-Joachim Braun, an activist in ICOHTEC (International Committee for the History of Technology) for many years. These contributions leave behind worn-out investigative shoes to bring about new insights and judgements.www.icohtec.orgMit Beiträgen von Reinhold Bauer, Angus Buchanan, Hartmut Knittel, Heike Knortz, Wolfgang König, Timo Myllyntaus, Friedrich Naumann, Carroll Pursell, Bernd Schabbing, Volker Schmidtchen, Rainer Stahlschmidt, Edmund N. Todd, Wolfhard Weber, James Williams.
Nübel, Christoph
Die Mobilisierung der Kriegsgesellschaft
Verlag: Waxmann
"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche", verkündete Kaiser Wilhelm II. bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Diese Burgfriedenspolitik sollte während des Krieges gesellschaftlichen Zusammenhalt gewährleisten. Nicht nur in Berlin, auch in Münster unternahmen Militär, Stadt und Universität propagandistische Anstrengungen, die Kriegsgesellschaft durch Verbreitung eines Gemeinschaftsgefühls für den Krieg zu mobilisieren.Gab es die viel beschworene Einigkeit der Deutschen im Krieg? Waren die konservativen Eliten in Münster zu politischen Zugeständnissen bereit?Diese Studie untersucht erstmals die Verhältnisse an der "Heimatfront" in Münster im Ersten Weltkrieg, indem sie nach Propaganda und Wirklichkeit im Kriegsalltag fragt. Die Verknüpfung einer lokalhistorischen Perspektive mit Ereignissen im übrigen Reich macht sie auch über den lokalen Kontext Münsters hinaus interessant und lesenswert.
Geldmacher, Andrea
Die Wachsenburg-Sammlungen
Verlag: Waxmann
Die thüringische Wachsenburg – neben der Mühlburg und der Burg Gleichen die dritte des Burgenensembles „Drei Gleichen“ – ist nicht nur seit über hundert Jahren bekanntes Baudenkmal und Ausflugsziel, sondern auch Museumsstandort. Die bewegte Geschichte des Museums in der Burg vom Kaiserreich bis in die Nachkriegszeit ist Thema dieses Buchs.1896 verwirklichten drei Gothaer Bürger ihren Traum und gründeten auf der Wachsenburg ein „Museum der deutschen Einigungskriege.“ Ihre ursprüngliche Absicht, die Erinnerungen an den 1870/71er Krieg und die Beteiligung des Gothaer Infanterieregiment Nr. 95 zu bewahren und zu vermitteln, wurde schnell erweitert. Die Ausstellung entwickelte sich zum „Museum der deutschen Kämpfe vom Dreißigjährigen- bis zum Weltkriege“. Es enthielt Geschütze und Handwaffen aller Art, lebensgroße Pferdefigurinen und mehr als 80 Figuren deutscher Soldaten und ihrer Gegner in Uniform. Eine der bedeutendsten Sammlungen Gothaer Trachten fand hier ebenso ihren Platz, wie eine völkerkundliche Überseesammlung des 1900 verstorbenen Herzogs Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha.Die Ausrichtung des Wachsenburg-Museums – wie die Vorstellungen von diesem – wandelten sich mit den sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.Welche politischen Interessen, welche privaten Befindlichkeiten und Beziehungen prägten das Erscheinungsbild der Burg und ihres Museums? Wessen Erinnerungen fanden wann und in welcher Weise ihren Raum? Welche Objektgruppen traten im Verlauf der Zeit hervor und welche verloren ihre Bedeutung? Über einen Zeitraum von etwa 70 Jahren von der Gründung bis zu ihrer Auflösung wird mit kulturwissenschaftlichen Methoden die Biographie der Wachsenburg-Sammlungen als Beitrag zum Verständnis unser materiellen Kultur nachgezeichnet.
Herausgeber : Raesfeld, Lydia; Bertels, Ursula
Götter, Gaben und Geselligkeit
Verlag: Waxmann
Wie bekommen Kinder in Ghana eigentlich ihren Namen? Warum ist der fünfzehnte Geburtstag für Mädchen in Mexiko so wichtig? Wie heiratet man in Pakistan? Welche Beziehungen bestehen zwischen Lebenden und Toten in Peru und Bolivien? Wie wird das Neujahr auf Sansibar gefeiert? Was bedeutet der Karneval? Diese und viele andere Fragen werden in dem vorliegenden Band behandelt und beantwortet. Alle diese Tätigkeiten haben gemeinsam, dass sie mit bestimmten Ritualen und Zeremonien begangen werden.Rituale und Zeremonien strukturieren und leiten unser Leben sowohl als Individuum als auch als Teil der Gesellschaft. In anderen Kulturen wirken diese oft fremd und sogar befremdlich. Die Beiträge in diesem Band verdeutlichen aber auch die Ähnlichkeiten mit den Ritualen und Zeremonien, die wir selbst kennen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist daher ein wichtiger Beitrag zum Interkulturellen Lernen. Ergänzend zu einigen Beiträgen finden sich daher auch Anregungen für den Schulunterricht.
Burkhardt, Nina
Rückblende
Verlag: Waxmann
Die großen NS-Prozesse der 1960er Jahre, besonders der Eichmann-Prozess von 1961, werden immer wieder als Schlüsselereignisse bezeichnet, die dazu geführt hätten, den Holocaust als eigenständiges Phänomen stärker ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Bislang wurde jedoch kaum untersucht, wie diese Prozesse in den einzelnen Ländern tatsächlich von den Medien repräsentiert wurden und welche Folgen dies für die Holocaust-Erinnerung hatte. Diese Studie analysiert niederländische und belgische Presse-, Radio- und Fernsehberichte über spektakuläre NS-Verfahren. Der Eichmann- und der Auschwitz-Prozess stehen im Zentrum des Interesses; der Nürnberger Hauptprozess wird als frühes Beispiel vergleichend herangezogen. Während sich der Umfang der Beiträge und die vermittelten Informationen in den Massenmedien gleichen, ergeben sich bei der Frage nach den langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen eklatante Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Besonders aufschlussreich ist dabei der Umgang mit der eigenen Besatzungsvergangenheit.
Rittersma, Rengenier C.
Egmont da capo - eine mythogenetische Studie
Verlag: Waxmann
Was ist ein Mythos? Wie setzt man sich ein ewiges Denkmal?Mythen ähneln gewissermaßen Knödeln: Stehen sie dampfend auf dem Tisch, ist es fast unmöglich, das exakte Verhältnis der Zutaten zu ermitteln, das die Klöße gerade noch geschmeidig und doch nicht mehlig macht. Ebenso rätselhaft ist die Entstehung von Mythen, aber sie finden in ‚modernen‘ Gesellschaften nach wie vor reißenden Absatz. Die vorliegende Studie versucht erstmals, anhand des Nachlebens des enthaupteten Grafen Lamoraal von Egmont (1522–1568), der Frage nachzugehen, warum und wie eine historische Gestalt zu einer mythischen Figur avancieren konnte. Was machte ihn unsterblich? Wie und wieso erreichte der Name Egmont ein durch die Jahrhunderte hindurch vom Mittelmeerraum bis in die DDR nachhallendes Echo? In diesem Buch werden unter Einbeziehung mannigfaltiger historischer und literarischer Quellen die verschiedenen Stationen und Schattierungen des Egmont-Mythos vom Kopf an in ihrem jeweiligen Kontext beleuchtet. Auf diese Weise entwickelt der Autor ein Modell, das an ähnlich mythischen Figuren wie Masaniello, Wilhelm Tell und Jeanne d’Arc erprobt werden kann.
Herausgeber : Rogge, Sabine
Zypern und der Vordere Orient im 19. Jahrhundert
Verlag: Waxmann
Im Oktober 2006 hatte das Institut für Interdisziplinäre Zypern-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster anlässlich seines 10-jährigen Bestehens Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Zypern zu einer interdisziplinären Tagung nach Münster eingeladen, deren Thema "Zypern und der Vordere Orient im 19. Jahrhundert – Die Levante im Fokus von Politik und Wissenschaft der europäischen Staaten" reichlich Raum für wissenschaftlichen Austausch bot. Von der "Orientalischen Frage" samt den in sie verstrickten Hauptakteuren ausgehend wurde im Rahmen der Tagung vor allem erörtert, wie der Vordere Orient und Zypern im Europa des 19. Jahrhunderts wahrgenommen wurden und wie sich die verschiedenen europäischen Staaten auf Zypern und in der Levante in mehr oder weniger legalen Ausgrabungen engagierten, deren wissenschaftlicher Anspruch zum Teil durchaus zweifelhaft war.
Lademacher, Horst
Phönix aus der Asche?
Verlag: Waxmann
Das 17. Jahrhundert ist wohl als die Blütezeit der niederländischen Geschichte einzuordnen. Es verwundert so auch nicht, dass diese Jahre unter dem Wort vom Goldenen Jahrhundert firmieren und vornehmlich von der niederländischen Historiographie spätestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Renommierstück erhoben worden sind. Kein anderes Jahrhundert hat in den Niederlanden soviel Aufmerksamkeit erfahren wie diese Zeit der Republik und das Interesse reicht bis in unsere Gegenwart hinein.
Wo vom Goldenen Jahrhundert die Rede ist, da meint das Glanz und Gloria, ist das ein Epitheton ornans für eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Großmacht im Nordwesten Europas. Die vorliegende Studie geht zunächst einmal vom politischen Sinn und Zweck dieser Wiederbelebung des 17. Jahrhunderts in der niederländischen Politik und Wissenschaft aus. Es ist wohl kein Zweifel, dass die niederländische Geschichtsschreibung bis in die Gegenwart hinein immer noch von diesem letztlich doch nationalpolitischen Ansatz geprägt worden ist. Die Zeit wird mit einem Schuss inneren Behagens beschrieben - bis hin zur Mystifikation, wenn da vom Wunder oder vom Rätsel der Republik die Rede ist.
Zentraler Bereich der Studie ist die Präsentation der Republik als kulturelle Großmacht. Dabei impliziert Kultur auch die Politische Kultur der Zeit, meint auch Auftreten und Verhalten in außereuropäischen Gebieten. Im Unterschied zu den bisherigen Arbeiten versucht die Studie, nicht nur die einzelnen Kulturfelder zu präsentieren, sondern sie auch mit den kulturellen Leistungen anderer europäischer Staaten zu vergleichen, um somit den Befund zu den Niederlanden zu relativieren, grenzüberschreitende Verbindungen, Einflüsse oder Abhängigkeiten nachzuzeichnen oder auf jeden Fall Glanz und Gloria auf ganz Europa zu verteilen, das heißt auch, das Jahrhundert als ein europäisches Jahrhundert vorzuführen.
Darüber hinaus ist der Darstellung mit Blick auf die These von der nachgerade eruptiven Entwicklung niederländischer Kultur im 17. Jahrhundert eine historische, gleichsam vorrepublikanische Vorleistung für die einzelnen Bereiche - und dies auch wieder im europäischen Vergleich - vorangestellt worden, so dass eine Positionierung des Landes über den zeitlichen und räumlichen Vergleich möglich wird.
Herausgeber : Meyer, Torsten; Popplow, Marcus
Technik, Arbeit und Umwelt in der Geschichte
Verlag: Waxmann
Technik, Arbeit und Umwelt: Dieser Band präsentiert Beiträge zur Erforschung der historischen Dimension von Themenfeldern, die in der Geschichtswissenschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Spektrum der Fallstudien reicht von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Aspekte von Handwerk, Gewerbe und Konsum im Vorfeld der Industrialisierung werden ebenso behandelt wie solche der Geschichte des Ingenieurs oder der Automobilgeschichte. Weitere Schwerpunkte bilden Fragen der Industriearchäologie, der Konzeption technischer Museen und der Landschaftsgeschichte ostdeutscher Regionen. Programmatisch ausgerichtete Beiträge widmen sich unter anderem Perspektiven der Bautechnikgeschichte oder der Technikdidaktik.
In seiner Ausrichtung repräsentiert der Band die Interessen- und Arbeitsgebiete von Günter Bayerl, Inhaber des Lehrstuhls für Technikgeschichte an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, dem der Band zum 60. Geburtstag zugeeignet ist.
Herausgeber : Fries, Jana; Rambuschek, Ulrike; Schulte-Dornberg, Gisela
Science oder Fiction?
Verlag: Waxmann
Nur kleine Ausschnitte des vorgeschichtlichen Lebens lassen sich archäologisch erforschen. Deshalb sind für Bilder vorgeschichtlicher Menschen und ihres Lebens immer Ergänzungen und Mutmaßungen notwendig. Sie sind stets subjektiv und gehen auf mehr oder weniger bewusste Vorannahmen über das Leben in der Vorgeschichte zurück. Sie prägen so, mehr als dies den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bewusst ist, die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bilder. So wird aus Science schnell Fiction. Gerade die Vorstellungen über die Geschlechterrollen sind auch im 21. Jahrhundert immer noch im Bürgertum des 19. Jahrhunderts verhaftet.
Das Buch spannt den Bogen der vorgestellten Lebensbilder, ob Bild oder Text, von wissenschaftlichen Publikationen über Darstellungen in Museen und Schulbüchern bis zu populären Medien wie historischen Romanen und Kinofilmen. Ein einleitender Beitrag geht der Frage nach, wie sich im Lauf der Jahrhunderte innerhalb der abendländischen Philosophie das Konzept von Geschlecht verändert hat. Die behandelten Lebensbilder zeigen Alltagsszenen von der Altsteinzeit bis in die Römerzeit. Mit dem "Lebensbild einer Archäologin" endet der zeitliche Bogen im 20. Jahrhundert.
"Science oder Fiction? Geschlechterrollen in archäologischen Lebensbildern" ist die Publikation der Vorträge, die auf der 2. Sitzung der AG Geschlechterforschung während des 5. Deutschen Archäologen-Kongresses in Frankfurt (Oder) 2005 unter dem Titel "Lebensbilder - Phantombilder" gehalten worden sind, einschließlich zweier zusätzlicher Beiträge.
Watzlawik, Meike; Ständer, Nina; Mühlhausen, Susi
Neue Vaterschaft
Verlag: Waxmann
Hier kommen Männer zu Wort, die Väter sein wollen, aber es nicht einfach haben, Väter zu sein. Aufgrund der zunehmenden Scheidungsrate leben immer mehr Väter von ihren Kindern getrennt. Doch welche Auswirkungen hat diese neue Situation auf die Vater-Kind-Beziehung? Um dieser Frage nachzugehen, wurde in der Abteilung für Entwicklungspsychologie der TU Braunschweig eine Internetbefragung durchgeführt. 150 betroffene Väter berichteten von ihren Erfahrungen. Die Ergebnisse heben durchgehend die Bedeutung der elterlichen Kooperation nach der Trennung hervor. Da demnach beide Elternteile gefragt sind, richtet sich das Buch nicht nur an die betroffenen Väter, sondern auch an die Mütter. Insgesamt gibt das Buch einen allgemeinen Überblick über die Vater- sowie Scheidungsforschung der letzten Jahre und verdeutlicht im Speziellen, welche Faktoren für eine positive Entwicklung der Vater-Kind-Beziehung nach der Trennung bedeutsam sind.
Herausgeber : Rogge, Sabine
Begegnungen
Verlag: Waxmann
Begegnungen, materielle Kulturen auf Zypern bis in die römische Zeit - so lautete der Titel einer Tagung, zu der eine Gruppe von Studentinnen im März 2005 an die Universität Hamburg eingeladen hatte. Die Tagung bot jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre aktuellen Forschungen zum antiken Zypern vorzustellen. Die meisten der in Hamburg gehaltenen Vorträge liegen nun in diesem Band vor. Dem Leser präsentiert sich ein weites Spektrum zyprischer Archäologie - sowohl in thematischer als auch chronologischer Hinsicht: zyprische Räuchergeräte (Thymiateria), Bankettdarstellungen auf zyprischen Vasen der geometrischen und archaischen Zeit, aufwendige archaische Grabbauten in Tamassos, der hellenistisch-römische Tempel für gräco-ägyptische Gottheiten in Soli, sakrale Banketträume auf Zypern sowie im Vorderen Orient, die frühchristliche Kirche Panagia Angeloktistos in Kiti und die archäologischen Aktivitäten auf Zypern im 19. Jahrhundert. Mit Beiträgen von Ellinor Fischer, Kathrin Kleibl, Bärbel Morstadt, Sabine Rogge, Holger Schwarzer, Yvonne Stach und Katja Walcher.
Loos, Renate
Deutschland zwischen "Schwärmertum" und "Realpolitik"
Verlag: Waxmann
Das Verhältnis der Niederländer zu ihren deutschen Nachbarn gilt - trotz intensiver Handelsbeziehungen und eines regen Tourismus - als prekär. Dies hat nicht zuletzt auch die Clingendael-Studie von 1993 gezeigt, nach der die überwiegende Mehrheit der über 1800 befragten niederländischen Jugendlichen nicht zögerte, Deutschland mit den negativsten Stereotypen in Verbindung zu bringen und dem Land den untersten Platz auf einer Beliebtheitsskala von 12 EU-Ländern zuzuweisen. Das Ergebnis dieser Umfrage rückte seit Mitte der 90er Jahre das Thema der niederländisch-deutschen Beziehungen mehr ins Licht des öffentlichen Interesses, wobei die meisten Veröffentlichungen den deutschen Überfall auf die Niederlande und die nachfolgende Besatzungszeit als Grund für das sensible Verhältnis der Niederländer zu den östlichen Nachbarn ansah.Die Autorin richtet hier ihren Blick auf das 19. Jahrhundert und untersucht das bedeutende meinungsbildende Publikationsorgan des niederländischen Bildungs- und Besitzbürgertums, die Kulturzeitschrift De Gids auf ihr Deutschlandbild im Zeitraum 1837-1914. Dabei wird deutlich, dass die calvinistisch-liberale Führungselite der Niederlande fast durchgehend mit Argwohn auf den politisch "verspäteten" und als unberechenbar wahrgenommenen östlichen Nachbarn blickte, von dem sie sich politisch und militärisch bedroht fühlte.
Herausgeber : Stadt Detmold; Beratender Herausgeber: Naturwissenschaftlich-Historischer Verein für das Land Lippe; Bearbeitet von Niebuhr, Hermann; Bearbeitet von Ruppert, Andreas
Krieg - Revolution -Republik. Detmold 1914-1933
Verlag: Aisthesis
Der Erste Weltkrieg erschütterte die überkommene gesellschaftliche und politische Ordnung Deutschlands. Nach der Niederlage wurden die Weichen für die Republik gestellt, im Reich wie in Lippe. Detmold war nun nicht mehr Residenzstadt eines Fürstentums, sondern Hauptstadt eines demokratischen Freistaates. Die Republik hatte eine Zukunft. In Lippe stehen für sie etwa der Landespräsident und zeitweilige Detmolder Stadtverordnete Heinrich Drake oder der Heidenoldendorfer Lehrer und Landtagspräsident Wilhelm Mellies. Die Republik hatte aber nicht nur viele sachliche Probleme zu bewältigen, sondern wurde von Anfang an von Gegnern scharf angegriffen. Für sie stehen die Namen des in Detmold lebenden „Germanenforschers“ Wilhelm Teudt oder des Rechtsanwalts und Landesvorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei Helmuth Petri. Die Beiträge in diesem 5. Band des Stadtgeschichtlichen Projekts spiegeln Entstehung, Probleme und Risiken, aber auch die Chancen der Republik am Beispiel der Stadt Detmold.
Wiegelmann, Franz J
Wi(e)der die Juden
Verlag: Bernstein-Verlag
Das Buch von FJ Wiegelmann dokumentiert nachdrücklich und eindringlich, dass Nationalsozialismus und Holokaust im 20. Jahrhundert nur die Spitze einer sehr langen und deshalb umso bestürzenderen Geschichte antisemitischer Haltung und Verfolgung waren.Dabei bringen originale Zeitungsdokumente aus dem Wiegelmannschen Privat-Archiv – das älteste, im Buch ausgewiesene Medium datiert in das Jahr 1493! – ans Tageslicht, seit wann Rassenfeindlichkeit publiziert wird und auch so ihren traurigen Boden bewächst.
Heitzenrater, Richard P
Herausgeber : Übersetzt aus dem Englischen von Günther, Wolfgang
John Wesley und der frühe Methodismus
Verlag: Edition Ruprecht
Dieses Standardwerk, das bereits in sechs Sprachen übersetzt wurde, führt in die Entstehung und Geschichte des Methodismus in England und Nordamerika ein und beleuchtet den Beitrag der Bewegung zur Geschichte der Frühen Neuzeit, außerdem die vielfältigen internationalen Kontakte der Brüder John Wesley und Charles Wesley – z.B. den prägenden Einfluss des Gedankenguts von August Hermann Francke und den Herrnhutern, aber auch die Abgrenzung der methodistischen Bewegung davon.Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Wolfgang Günther.
Herausgeber : Reinhardt, Uta; Reinecke, Wilhelm; Luntowski, Gustav; Vorwort von Reinhardt, Uta
Die Straßennamen Lüneburgs
Verlag: Edition Ruprecht
Straßennamen sind ein Stück Stadtgeschichte. Bereits 1914 publizierten Wilhelm Reinecke ein Buch über die Straßennamen Lüneburgs. Während es 1966 für die überarbeitete Neuauflage Gustav Luntowskis Anliegen war, die nach der »Entnazifizierung« etlicher Straßennamen notwendige Neu- oder Wiederbenennung dieser Straßen zu dokumentieren und die neu angelegten Straßen in den ersten nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Stadterweiterungen in das Verzeichnis aufzunehmen, haben die nachfolgenden Auflagen die durch Gebietsveränderungen, starke Neubautätigkeit und die Gebietsreform des Jahres 1974 erforderlich gewordenen Straßenbenennungen berücksichtigt.Neue Straßennamen erfolgen inzwischen eher nach historischen Persönlichkeiten oder Bezeichnungen aus Flora und Fauna, sofern nicht die Anknüpfung an einen alten Flurnamen möglich ist – während früher meistens topografische Besonderheiten, öffentliche Gebäude, Einrichtungen oder Gewerbe den Namen einer Straße bestimmten.
Wagner, Birgit
Sardinien – Insel im Dialog
Verlag: A. Francke Verlag
Sardinien, das jahrhundertelang als das strategische Herz des Mittelmeers, aber auch als das \'barbarische\' Andere Europas wahrgenommen wurde, erlebt seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts einen kulturellen Boom. Überregional erfolgreich erweisen sich literarische Texte, Essays und Filme, die mit eigenen und fremden Traditionen in Dialog treten. Diese erste umfassende Studie des neuen Phänomens gliedert sich in Konstellationen der Öffnung und des Dialogs: in Figuren der Fälschung, der kulturellen Übersetzung, der Stadt-Mythen, des Banditen-Mythos, der Insularität und der medialen Globalisierung
Heinz, Marlies
Vorderasiatische Altertumskunde
Verlag: Gunter Narr Verlag
Eine systematische Einführung in die Vorderasiatische Altertumskunde gab es bisher nicht, doch macht die Neugestaltung der Studiengänge im Zuge der Einführung des B.A. allen Studienanfängern Überblicke über die bisherigen Teilbereiche des Faches zur Pflicht. Die vorliegende Einführung aus der Reihe bachelor-wissen ist explizit für die neuen Studiengänge konzipiert. Das inhaltliche Konzept folgt der modernen, kulturgeschichtlich orientierten Lehrpraxis: das Material wird interpretierend verwendet mit dem Ziel, aus den archäologischen Ergebnissen historische Ereignisse zu rekonstruieren. Zahlreiche Tafeln, Folien und Abbildungen, die übersichtliche Gestaltung und die klare Sprache machen das Buch für die Studierenden zu einer so unterhaltsamen wie informativen semesterbegleitenden Lektüre; Lehrende erhalten durch die Gliederung in 14 Einheiten einen Vorschlag für die Gestaltung ihrer Semesterveranstaltung.
Morat, Daniel
Von der Tat zur Gelassenheit
Verlag: Wallstein
Eine quellennahe Untersuchung der intellektuellen Beziehung zwischen Martin Heidegger und den Brüdern Ernst und Friedrich Georg Jünger.Martin Heidegger und Ernst Jünger zählen noch immer zu den meist diskutierten deutschen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Daniel Morat untersucht erstmals detailliert und auf umfangreicher Quellenbasis die Einzelheiten ihrer intellektuellen Beziehung. Daß er auch den weniger bekannten Friedrich Georg Jünger in die Betrachtung aufnimmt und dessen zentrale Rolle im intellektuellen Austausch zwischen Heidegger und den beiden Brüdern Jünger herausarbeitet, schließt eine Wahrnehmungslücke. Der Fokus der Untersuchung liegt auf der Bedeutung, die der politische und philosophische Radikalismus der 1920er und frühen 1930er Jahre und das zeitweilige nationalsozialistische Engagement für die weitere Entwicklung Heideggers und der Brüder Jünger hatte. Dabei zeigt sich, daß ihre Spätphilosophie der »Gelassenheit« als Reaktion auf ihre nationalistische und nationalsozialistische Vergangenheit und den Voluntarismus der »Tat« verstanden werden kann.
Herausgeber : Hammerstein, Katrin; Mählert, Ulrich; Trappe, Julie; Wolfrum, Edgar
Aufarbeitung der Diktatur - Diktat der Aufarbeitung?
Verlag: Wallstein
Der deutsche Umgang mit NS- und SED-Diktatur wird häufig als Vorbild für die Aufarbeitung diktatorischer Vergangenheit angeführt. Er scheint als eine Art Norm zu fungieren, an der andere europäische Staaten sich orientieren und ihre jeweiligen Aufarbeitungsprozesse messen. Sowohl auf nationaler als auch auf transnationaler und europäischer Ebene sind zunehmend Bemühungen feststellbar, Standards und verbindliche Richtlinien für Vergangenheitsaufarbeitung zu etablieren. Im vorliegenden Band werden diese Entwicklungen sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken erstmals Gegenstand der wissenschaftlichen Analyse. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern die Zentralisierungsbestrebungen und Normierungsprozesse zu einer Verordnung von bestimmten Standards der Diktaturüberwindung führen (könnten): Kann Aufarbeitung von Diktatur von einer Art »Diktat« der Aufarbeitung begleitet werden?Mit Beiträgen u. a. von: Koffi Afande, Christine Axer, Michael Beleites, Micha Brumlik, Christoph Cornelißen, Dorota Dakowska, Bernd Faulenbach, Regina Fritz, Joachim Gauck, Katrin Hammerstein, Birgit Hofmann, Milan Horácek, Ulrike Jureit, Anna Kaminsky, Alfons Kenkmann, Michael Kleine-Cosack, Claudia Kraft, Jens Kroh, Günter Nooke, Burkhard Olschwosky, Martin Sabrow, Xosé M. Núñez Seixas, Rüdiger Sielaff, Julie Trappe, Stefan Troebst, Michael Weigl, Katja Wezel, Harald Welzer, Edgar Wolfrum.
Trappe, Julie
Rumäniens Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit
Verlag: Wallstein
Mit der Hinrichtung des rumänischen Staatschefs Ceausescu an Weihnachten 1989 ging eines der repressivsten Regime in Osteuropa zu Ende. Nach nahezu 20 Jahren beschäftigt der Umgang mit dem kommunistischen Erbe nach wie vor die rumänische Öffentlichkeit und Justiz. Julie Trappe analysiert die Rolle der rumänischen Strafjustiz und liefert die erste systematische Untersuchung der strafrechtlichen Reaktion auf das während der kommunistischen Zeit begangene Unrecht. Gegenstand sind alle relevanten Strafverfahren, darunter auch der Prozess gegen Ceausescu sowie die zahlreichen Verfahren im Zusammenhang mit der bis heute nicht vollständig aufgeklärten Revolution vom Dezember 1989. Darüber hinaus sind auch Fragen der Rehabilitierung und Entschädigung Gegenstand der Untersuchung. Der strafrechtliche Aufarbeitungsprozess wird in Bezug gesetzt zur rumänischen Vergangenheitspolitik seit 1989. Das Buch liefert einen fachspezifischen Beitrag zur Transitional Justice-Forschung, richtet sich gleichzeitig aber auch an die an Rumänien und seiner jüngeren Geschichte interessierte Leserschaft.Im Wallstein Verlag erschienen:Nationen und ihre Selbstbilder. Postdiktatorische Gesellschaften in Europa, hg. von Regina Fritz, Carola Sachse und Edgar Wolfrum (2008)
Lehmann, Hartmut
Die Entzauberung der Welt
Verlag: Wallstein
Der Begriff »Entzauberung« (beziehungsweise »Disenchantment«) wird von vielen internationalen Wissenschaftlern verwendet, ohne Kenntnis des Stellenwerts, den der Begriff in Max Webers Werk hatte. Besonders erstaunlich ist die Karriere, die der Begriff »Disenchantment« in der englischen und amerikanischen wissenschaftlichen Welt gemacht hat.Bemerkenswert ist, dass der Begriff »Disenchantment« häufig auf einen weiten Bereich von politischen, historischen und philosophischen Problemen bezogen wird. Inzwischen hat sich außerdem als Komplementärbegriff zu »Disenchantment« der Begriff »Reenchantment« eingebürgert, obwohl bei Weber von einer »Wiederverzauberung der Welt« nirgendwo die Rede ist. Hartmut Lehmann untersucht in zehn, zum Teil englischsprachigen, Kapiteln die Entwicklung von Max Webers These und ihren Einfluss im 20. Jahrhundert.Im Wallstein Verlag erschienen: Hartmut Lehmann: Säkularisierung. Der europäische Sonderweg in Sachen Religion (2004)
Herausgeber : Bohnenkamp, Björn; Manning, Till; Silies, Eva M
Generation als Erzählung
Verlag: Wallstein
Ob `68er-Generation, Generation Golf, Generation der Kriegskinder, Drei-Generationen-Familie - in den Debatten der Geistes- und Sozialwissenschaften hat sich die »Generation« inzwischen zu einer zentralen Kategorie entwickelt. Über Generation wird gesprochen und geschrieben, um sich selbst zu einer Gruppe zugehörig zu fühlen oder sich vom Anderen abzugrenzen. Literaturwissenschaftler und Theologen, Soziologen und Historiker untersuchen in verschiedenen Kontexten die Strategien, die bei der generationellen Strukturierung der Gesellschaft angewendet werden. Aus dem Inhalt:Malte Thießen: Generation »Feuersturm«. Zur Konstruktion von Zeitzeugenschaft in Erzählungen des LuftkriegesKatrin Max: Erbangelegenheiten. Die Generationenfolge in Thomas Manns Roman »Buddenbrooks« aus medizinisch-biologischer SichtMichael Wallner: »Geschichtsverlust - Gesichtsverlust«. Generationenbeziehungen und Generationengrenzen im Familienroman deutsch-jüdischer Autoren der »zweiten Generation«Michael Ostheimer: Die Sprachlosigkeit der Kriegskinder
Herrenmenschen
Verlag: Wallstein
Die Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft in Polen während des Zweiten Weltkriegs ist eine Geschichte des Terrors, der Korruption und der Vernichtung. Motor der fortschreitenden Brutalisierung waren die Kreis- und Stadthauptleute, eine aus dem »Altreich« kommende nationalsozialistische Funktionselite mit nahezu unbegrenzten Machtbefugnissen. Markus Roth beschreibt ihre Vorreiterrolle für die Radikalisierung in den zentralen Bereichen der Besatzungspolitik - und er schildert die Konsequenzen ihres Auftretens als notorisch gewaltbereite »Herrenmenschen« im Osten.Der Untergang des »Dritten Reiches« traf die einstigen »Kreiskönige« hart. Der Verfasser untersucht ihre Abwehrhaltungen, Selbstfindungsprozesse und Anpassungsleistungen im Umfeld von Internierung, Entnazifizierung und Auslieferung. Dabei zeigt Roth, welch große Bedeutung dieses Interim für den gesellschaftlichen Wiederaufstieg der vormaligen Besatzungsfunktionäre in der Bundesrepublik hatte. Eine Entwicklung, zu der die Vergangenheitspolitik der Adenauer-Zeit ebenso beitrug wie die Netzwerke der »Ehemaligen« und die erst spät einsetzenden Ermittlungen der deutschen Justiz.
Herausgeber : Hulverscheidt, Marion; Laukötter, Anja
Infektion und Institution
Verlag: Wallstein
Das Robert Koch-Institut im Netzwerk anderer nationaler und ausländischer biopolitischer Einrichtungen während des NS-Regimes.
Eine wichtige Institution der nationalsozialistischen Gesundheits- und Bevölkerungspolitik wird in ihren multiplen Aufgabenfeldern und nationalen und internationalen Beziehungsgefügen analysiert.
Nooijen, Annemarie
„Unserem grossen Bekker ein Denkmal“?
Verlag: Waxmann
In den deutschen Landen wurde noch das ganze 18. Jahrhundert hindurch die Wirkungsmacht von Teufel und Dämonen heftig diskutiert. Gegner der Hexenverfolgungen und Kritiker einiger Aufsehen erregender Fälle von Exorzismus führten philosophische, namentlich cartesianische, und theologische Argumente ins Feld; bei der Exegese der einschlägigen Bibelstellen wandten sie das Akkomodationsprinzip und neue kritisch-filologische Methoden an. Sie beriefen sich fast allesamt auf den niederländischen Pastor Balthasar Bekker (1634-1698), der mit seiner Betoverde Weereld (1691-1693) dem Aberglauben ein Ende setzen und die Aufklärung im Protestantismus als eine „zweite Reformation“ vorantreiben wollte. Die zahlreichen deutschen Reaktionen auf Bekker in den Jahren zwischen der ersten (1693) und der zweiten (1781-82) Verdeutschung seiner Schrift werden in der vorliegenden Arbeit erstmals detailliert analysiert, um so seinen Einfluss auf das deutsche Geistesleben sowie seine gesellschaftliche Wirkung dort zu rekonstruieren. An Bekker lässt sich zudem aufzeigen, wie nachhaltig die Niederlande im Einzelnen auf die deutsche Aufklärung einwirkten.
Kümmel, Christoph
Ur- und frühgeschichtlicher Grabraub
Verlag: Waxmann
Zahllose Gräber wurden bereits in der Antike wieder geöffnet, um etwas zu entnehmen. In der Archäologie hat sich hierfür der populäre Begriff »Grabraub« eingebürgert, der eine bestimmte Interpretation vorwegnimmt: die Deutung der Eingriffe als kriminelles Verhalten. Die Forschung konzentrierte sich bisher fast ausschließlich auf die Rekonstruktion der Grabinhalte, nicht auf die Grabmanipulationen als Eigenäußerung der zu untersuchenden Gesellschaft selbst. Diesem vernachlässigten Aspekt ist die Studie gewidmet und untersucht Form und Hintergrund ur- und frühgeschichtlicher Manipulationen an Gräbern. Als Methode dient die Konstruktion von Indizienbeweisen auf der Basis eines systematischen Kulturvergleichs.Erstmals wird nicht nur die bisherige Forschung detailliert analysiert, sondern es werden eine geeignetere Terminologie und Ansprachekriterien neu entwickelt und auch weiterführende, ethnographisch und historisch begründete Erklärungsmodelle erarbeitet. Eindeutig zeigt sich, dass verbreitete Schlagworte wie das »Tabu der Graböffnung« die Forschung eher behindert haben. Statt »unberührbare« Grabstätten waren im Kulturvergleich allenthalben Übergänge und Fragmentierungen zu sehen, in deren Zusammenhang verschiedenste Grabmanipulationen auftreten.Die abschließend in drei Fallstudien erprobten Begriffe und Erklärungsmodelle sind als Werkzeuge zu sehen, die die Deutung archäologischer Befunde in feste Bahnen leiten und in ihrem Ablauf kontrollieren können. Damit trägt die Untersuchung dazu bei, die theoretischen und methodischen Bedingungen kulturgeschichtlicher Interpretationen, die sich auf archäologische Quellen stützen, auch im allgemeinen zu systematisieren und in wichtigen Punkten zu verbessern.
Herausgeber : Trebsche, Peter; Müller-Scheeßel, Nils; Reinhold, Sabine
Der gebaute Raum
Verlag: Waxmann
Die vor wenigen Jahren etablierte Disziplin der Architektursoziologie richtete ihren Blick bislang hauptsächlich auf moderne und postmoderne Gesellschaften. Das Ziel des vorliegenden Bandes besteht darin, eine Brücke zu vormodernen, so genannten elementaren, vernakulären oder traditionellen Architekturen zu schlagen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Wohngebäuden und Siedlungskonfigurationen, durch die das Alltagsleben und die Sozialstrukturen am stärksten geprägt und repräsentiert werden. Auf dem Gebiet der Wohnarchitektur besteht großer Forschungsbedarf, da den Prestige- und Monumentalbauten bisher überproportional viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Erst die gemeinsame Betrachtung von Palästen und Armenvierteln, von Tempelanlagen und Wohnhütten ermöglicht aber einen angemessenen Zugang zur sozialen (Um-)Welt vergangener und gegenwärtiger Kulturen.Das Buch, zu dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Architektursoziologie, Ur- und Frühgeschichte, Mittelalterarchäologie und Ethnologie beigetragen haben, liefert eine breite Palette transdisziplinärer, kulturvergleichender, theoretisch fundierter und empirisch abgesicherter Aufsätze zu einem neuen Forschungsfeld.
Friedländer, Saul
Den Holocaust beschreiben
Verlag: Wallstein
Saul Friedländer, der Doyen der internationalen Holocaustforschung, zu wissenschaftlichen Perspektiven und persönlichen Motiven seiner Arbeit.Saul Friedländer hat mit seiner zweibändigen Darstellung über »Das Dritte Reich und die Juden« im vergangenen Jahr ein vielfach preisgekröntes historiographisches Meisterwerk veröffentlicht. Der hier vorgelegte Band dokumentiert seine öffentlichen Vorträge und Gespräche als erster Gastprofessor des Jena Center Geschichte des 20.Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Quellen, der Methodik und den Perspektiven der Holocaustforschung. Aufschlussreiche Diskussionen mit Kollegen und Nachwuchsforschern bieten darüber hinaus neue Einblicke in die Biographie Saul Friedländers, der versteckt in einer Klosterschule in Frankreich den Holocaust überlebte.
Hüntelmann, Axel C
Hygiene im Namen des Staates
Verlag: Wallstein
Die erste umfassende Darstellung dieser staatlichen Institution, die das moderne Verständnis von Gesundheit grundlegend geprägt hat.Das Reichsgesundheitsamt war im Kaiserreich und in der Weimarer Republik die höchste medizinalpolizeiliche Zentralbehörde. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich von einem »Zeitschriftenauswertungsbüro« zu einer »Hochburg der Hygiene«, die an der Durchsetzung der Bakteriologie und hygienischer Normen im Namen des Staates maßgeblichen Anteil hatte. Axel C. Hüntelmann untersucht die historische Entwicklung, Aufgaben und Organisation dieser ambivalenten Institution von 1876 bis 1933 im Beziehungsgeflecht zwischen Wissenschaft, Politik, Ökonomie, Verwaltung und Gesellschaft. Dabei werden Machtstrukturen, das Funktionieren von Einflussnahme, politisches Durchsetzungsvermögen und die Wirksamkeit der hierzu generierten Handlungsstrategien in den Blick genommen.
Hentig, Hartmut von
Nichts war umsonst
Verlag: Wallstein
Was ist Widerstand? Was braucht es, um dem Rad des Verhängnisses in die Speichen zu greifen?In wenigen Jahren wird es niemanden geben, der den Nationalsozialismus »ganz« – von 1933 an – bewusst miterlebt hat. Die Geschichtsschreibung hingegen nimmt zu. Ihre Urteile wandeln sich und widersprechen einander, und fast alle versuchen, die Deutung und Bewertung der Zeit an sich zu reißen, sie »neu« vorzunehmen – die der Nazis, der Mitläufer, der Gegner. Hartmut von Hentig tut etwas anderes: Aus der Fülle des vorhandenen Wissens über die Brüder Claus und Berthold Stauffenberg destilliert er das heraus, was den Nachgeborenen hilft, die Voraussetzungen ihrer Tat zu verstehen. Die Stauffenberg-Brüder zeigen nicht nur »Entschlossenheit und Rationalität« gegenüber den übermächtigen »Verhältnissen«; sie vollziehen eine schwierige Abkehr von eigenen, nunmehr missbrauchten Idealen; sie wissen, es genügt nicht, den Tyrannen zu beseitigen, man muss auch für das aufkommen, was danach geschieht; sie nehmen die Einsamkeit bewusst auf sich. Können die Attentäter vom 20. Juli Vorbild sein? Hentig antwortet: Ja, indem sie in schwerster Zeit das getan haben, was man selber gern getan hätte. Es gibt notwendige Taten, die nicht sinnlos werden, indem sie misslingen. Und: Man muss nicht von vornherein das Richtige gewusst und gewollt haben.
Leendertz, Ariane
Ordnung schaffen
Verlag: Wallstein
Die Geschichte der Raumplanung in Deutschland ist die Geschichte eines Jahrhundertprojekts. Es ist die Geschichte einer kleinen Gruppe von Experten und ihres unermüdlichen Versuchs, »Ordnung« zu schaffen. Wissenschaftlicher Idealismus und Opportunismus, Erfolg und Misserfolg lagen dabei dicht nebeneinander. Ariane Leendertz beschreibt die Kontinuitäten und Brüche raumplanerischen Denkens im 20. Jahrhundert: die Wurzeln des Projekts, seinen Gegenstand und dessen Erfassung, die Perspektiven auf Raum und Bevölkerung. Zugleich erzählt sie vom zähen Kampf einer Disziplin um Macht, Einfluss und Ressourcen bei dem Versuch, ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Das »Dritte Reich« eröffnete den Raumplanern Chancen, die sie bereitwillig ergriffen – und die im »Generalplan Ost« ihren fürchterlichen Höhepunkt erreichten. Die Nachkriegszeit war deshalb geprägt von Rechtfertigungen, vorsichtigen Neujustierungen und vom Ringen um eine nationale Raumordnungspolitik. Der Konjunktur der Raumplanung in der Bundesrepublik der sechziger Jahre folgte alsbald die Krise. Damit zeichnete sich im Laufe der siebziger Jahre das Ende eines Projekts der »klassischen Moderne« ab, dessen ideelle und materielle Voraussetzungen im Übergang zur postindustriellen Gesellschaft einem fundamentalen Wandel unterlagen.
Jacobs, Tino
Rauch und Macht
Verlag: Wallstein
Philipp Reemtsma (1893-1959) wurde schon zu Lebzeiten als »deutscher Zigarettenkönig« bezeichnet. Sein noch junges Unternehmen erreichte in den 1920er Jahren eine marktbeherrschende Stellung und lenkte bald die Geschicke der gesamten Branche. Wie waren der rasante Aufstieg und die Festigung dieser Stellung möglich? Der Autor analysiert erstmals die Machttechniken und Machtbeziehungen eines Unternehmens, das in beispielloser Weise auf das Handeln seiner Konkurrenten Einfluss nehmen konnte und auch die regulativen Rahmenbedingungen der Industrie mitgestaltete. Netzwerke und beste Kontakte zur Ministerialbürokratie gehörten ebenso dazu wie Zuwendungen für die NS-Elite in Millionenhöhe. Die von Reemtsma gepflegte paternalistische Haltung gegenüber der Konkurrenz fand ihre Fortsetzung in der Frühzeit der Bundesrepublik. Aus diesem Grund wird das Beispiel des größten deutschen Zigarettenherstellers zu einer Fallstudie moderner unternehmerischer Macht zwischen Kontinuität und Wandel, bei der in komplexer Weise zentrale Fäden deutscher Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts zusammenlaufen.
Herausgeber : Haase, Christian; Schildt, Axel
DIE ZEIT und die Bonner Republik
Verlag: Wallstein
DIE ZEIT hat die Bonner Republik kritisch begleitet und wie kaum eine andere Zeitung ihr Bild nach außen geprägt.Welche Rolle spielte die Wochenzeitung in der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, in den Kontroversen zur »deutschen Frage« sowie in den Diskussionen um die Modernisierung und Liberalisierung?Bei der Beschäftigung mit diesen Fragen wird deutlich, wie eng die anfänglich noch keineswegs eindeutig westlich-liberale Wochenzeitung und ihre Journalisten in ein engmaschiges Netz europäisch-transatlantischer Konferenzen, Institute und Pressemedien eingebunden war und ist. Die Integration in dieses westliche Netzwerk erlaubte es dem Verleger Gerd Bucerius und Journalisten wie Ernst Friedlaender, Marion Dönhoff und Theo Sommer als Mittler zu wirken und in engem Kontakt zur Bundesregierung auch meinungsbildend in die Außenbeziehungen der Bundesrepublik einzugreifen. In der ZEIT und durch die ZEIT wurde der Westen allmählich zum positiven Bezugspunkt.Mit Beiträgen von: Philipp Gassert, Karl Christian Führer, Frank Bajohr, Werner Bührer, Alexander Nützenadel, Constantin Goschler, Eckart Conze, Christina von Hodenberg, Claudia Fröhlich, Detlef Bald, Alexander Gallus, Christoph Kleßmann und Konrad H. Jarausch.
Herausgeber : Bräuel, Ulrich; Samerski, Stefan
Ein Bischof vor Gericht
Verlag: Fibre
Der letzte deutsche Bischof von Danzig, Carl Maria Splett (1898-1964), steht seit 1945 im Kreuzfeuer der polnischen wie deutschenpublizistischen und wissenschaftlichen Diskussion. Wegen angeblichpolenfeindlichen Verhaltens ist er Anfang 1946 von einerSpezialstrafkammer in Danzig zu einer langjährigen Haftstrafeverurteilt worden. Erst im Dezember 1956 konnte er in dieBundesrepublik Deutschland ausreisen. Das Urteil gegen Splett blieb in Polen auch nach 1989/90 als rechtskräftige Entscheidungunangetastet, obwohl von verschiedener Seite eine Rehabilitierung des Bischofs angestrebt wird.Der Sammelband setzt sich zum Ziel, Spletts Wirken und Verhalten im Zweiten Weltkrieg sowie seinen Prozeß aus historischer, juristischer und theologischer Perspektive zu untersuchen. Im Hintergrund stehen Fragen nach dem Verhältnis von Kirche und Muttersprache, nach den Rechtsgrundlagen des Prozesses sowie seiner Einordnung in die Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Polen nach 1945. Der Band versteht sich als Diskussionsbeitrag zum polnisch-deutschen Dialog.Autoren und Inhalt:Jan Bernard Szlaga: Ein Bischof zwischen Polen und Deutschen. Eine StellungnahmeThomas Urban: Die Splett-Debatte in Polen seit 1989Stefan Samerski: Carl Maria Splett - historische Grundlagen undHintergründeUlrich Bräuel: Die Causa Splett - Eine ProzeßanalyseThomas A. Amann: Kirchenrechtliche Aspekte des Splett-ProzessesDaniel Fickenscher: Die katholische Kirche und der Gebrauch derMuttersprache im Gottesdienst und in der SeelsorgeHans-Werner Rautenberg: Zur Sprachenproblematik in WestpreußenMiroslaw Piotrowski: Kirche und Staat in Polen in den ersten Jahrennach dem Zweiten WeltkriegLukasz Kaminski: Schauprozesse in Polen 1945-1956Stephan Pfürtner: Bischof Carl Maria Splett - Ein Zeitzeugnis.
Herausgeber : M?ynarczyk, Jacek Andrzej
Polen unter deutscher und sowjetischer Besatzung 1939–1945
Verlag: Fibre
Polen war einer der wenigen Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs unter den Folgen der Besatzung durch zwei totalitäre Regime zu leiden hatten. Sowohl die nationalsozialistischen als auch die sowjetischen Machthaber hatten sich zum Ziel gesetzt, die polnische Intelligenz weitgehend zu ermorden, die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse dauerhaft zu verändern und das besetzte Land wirtschaftlich weitestgehend auszubeuten. Durch Deportationen, Massenmorde, Repressionen und Vergeltungsaktionen verloren fast 4,5 Millionen Menschen ihr Leben, darunter ca. 3 Millionen polnische Juden, die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“ wurden. Hunderte Städte und Ortschaften in Polen wurden im Verlauf des Zweiten Weltkrieges komplett zerstört.
In diesem Sammelband, der auf eine Konferenz in Posen/Poznan im Februar 2005 zurückgeht, stellen Wissenschaftler aus Polen, Deutschland, Amerika, Israel und der Russischen Föderation ihre neuesten Forschungen zu diesem Thema vor. Dabei werden die Voraussetzungen der Besatzung, die Grundlagen der wirtschaftlichen Ausbeutung, die Formen der Gewaltherrschaft, die Reaktionen der unterworfenen Bevölkerung sowie die Reaktionen der Westmächte eingehend geschildert.
Herausgeber : Gebhard, Jörg; Lindner, Rainer; Pietrow-Ennker, Bianka
Unternehmer im Russischen Reich
Verlag: Fibre
Der Sammelband bereichert innovativ die historischen Forschungen über Unternehmer im Russischen Reich am Beispiel ausgewählter, vorwiegend westlicher Stadtlandschaften. Diese schließen im Wesentlichen die Übergangszone zwischen Mittel- und Osteuropa ein, die durch Grenzverschiebungen, Migrationsbewegungen und Multiethnizität gekennzeichnet war. Die bisher noch stark sozialgeschichtlich ausgerichtete Historiographie ist durch kulturwissenschaftliche Aspekte erweitert worden. Neben demSozialprofil von Unternehmern werden exemplarisch Lebensstile, öffentliches Engagement, Strategien der gesellschaftlichen Integration und zeitgenössische Wahrnehmungen dieser neuen Schicht vorgestellt.Zum Teil wurden für diesen Band ausgiebige Archivstudien in Russland, der Ukraine, Weißrussland und Polen durchgeführt und erstmals gänzlich neues Archivmaterial ausgewertet. Die Studie ist als ein Beitrag zur Diskussion über Modernisierung und entstehende Bürgerlichkeit im späten Zarenreich zu verstehen. Sie soll die Vielfältigkeit und Bedeutung unternehmerischen Wirkens veranschaulichen, das weit über wirtschaftliches Engagementhinausging.Aus dem Inhalt:I. EinleitungJörg Gebhard, Rainer Lindner: Unternehmertum in Russland und im Königreich Polen vor 1914. Historischer Raum, soziale Gestalt, kulturelle DimensionII. Soziales Profil und öffentliches EngagementElzbieta Kaczynska: Unternehmer als Wohltäter. Staat, Unternehmertum und Sozialpolitik im Königreich Polen 1815-1914Mariola Siennicka-Kondracka: Private und öffentliche Aktivitäten von Frauen aus Warschauer Unternehmerfamilien (Ende 19./ Anfang 20. Jahrhundert)Galina Uljanova: Öffentlichkeit und Wohltätigkeit im Wolgaraum: Unternehmer in Saratov und Niznij Novgorod 1870-1914Klaus Heller: Auf dem Weg zum westlichen Bourgeois? Moskauer Textilfabrikanten vor 1917III. Ethnische und religiöse DifferenzierungDittmar Dahlmann: Religion und Geschäft. Deutsche Unternehmer in Moskau und St. Petersburg von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1914Wolfgang Sartor: Louis Dreyfus & Co.: Problemaufriss eines internationalen Großunternehmens in der Öffentlichkeit RusslandsAndrej Kistymau: Jüdische Unternehmer in Weißrussland: Zeitgenössische Wahrnehmung, Sozialprofil und WirtschaftsformenAndreas Kossert: "Gelobtes Land"? Religiosität und Unternehmer in der Industriegesellschaft. Lodz und Manchester im langen 19. JahrhundertJörg Gebhard: Elitenbildung in multiethnischer Spannungslage: Die Industriellen Lublins im 19. und frühen 20. JahrhundertIV. Symbole und IntegrationsstrategienAnna Zarnowska: Unternehmer und ihr symbolisches Selbstbild in der öffentlichen Kommunikation der Stadt am Beispiel von Warschau und Lodz Lutz Häfner: Medienpräsenz. Reklame im ausgehenden ZarenreichRainer Lindner: Arbeiten, Wohnen, Repräsentieren: Lebens- und Symbolwelten einer ukrainischen Unternehmerdynastie vor 1914Kristina Küntzel-Witt: Die "Börse" Russlands: Die Niznij Novgoroder Messe am Ende des 19. JahrhundertsHanna Kozinska-Witt: Die galizische Selbstverwaltung und der unternehmerische Geist. Das Problem der öffentlichen Wirtschaftsförderung in einem rückständigen Kronland - ein Versuch
Jan Rydel
Die polnische Besatzung im Emsland
Verlag: Fibre
Ein wichtiges, aber nahezu unbekanntes Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungen ist der Einsatz polnischer Truppen im Emsland und in Ostfriesland, der in den Jahren 1945 bis 1947 im Rahmen des Besatzungsdienstes der britischen Armee erfolgte. Die Polnischen Streitkräfte im besetzten Deutschland - etwa zwanzigtausend Soldaten - waren der Exilregierung in London treu ergeben, wodurch sie in eine Konfliktsituation zu den neuen kommunistischen Machthabern in Polen gerieten.
Neben den polnischen Soldaten richteten sich auch Displaced Persons, befreite Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge der Konzentrationslager sowie Flüchtlinge polnischer Nationalität im Emsland ein. Sie schufen nach dem Vorbild Vorkriegspolens eigene Kultur- und Bildungseinrichtungen und entfalteten ein reges kulturelles Leben. Zwischen dieser "polnischen Enklave" und der deutschen Bevölkerung, die damals aus mehreren Ortschaften sogar ausgesiedelt wurde, bestand ein starkes Spannungsverhältnis.
Das Buch be handelt zum einen den hochpolitischen Kontext der Beteiligung der Polen, dieser "unbequemen" Alliierten der Großmächte, an der Besatzung Deutschlands, zum anderen werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Polen und der deutschen Bevölkerung auf diese "polnische Episode" in der Nachkriegsgeschichte des Emslandes dargestellt.
Herausgeber : Rashed, Roshdi; Bellosta, Hélène
Apollonius de Perge, La section des droites selon des rapports
Verlag: De Gruyter
Einem einzigartigen und schwierigen Problem gewidmet, ist die Abhandlung über den Verhältnisschnitt von Apollonius aus Perge ein bemerkenswert komplexes Beispiel für die Erforschung der notwendigen Voraussetzungen für die Existenz einer Lösung. Der vorliegende Band bietet die editio princeps des nur arabisch überlieferten Textes. Erschlossen wird er durch eine französische übersetzung und einen Kommentar, der die Mechanismen des schwierigen Beweises durch Apollonius aufzeigt und dabei besonders auf deren konzeptionelle Innovationen hinweist.
Breitenstein, Natalie
Petronius: "Satyrica 1-15"
Verlag: De Gruyter
Mit ihrer erstaunlichen Vielschichtigkeit und Ironie beeindrucken Petrons Satyrica noch heute Forscher wie Leser, doch ein Gesamtkommentar zu diesem bedeutenden Zeugnis der antiken Romanliteratur ist nach wie vor ein Forschungsdesiderat. Natalie Breitenstein legt hiermit den ersten vollständigen Kommentar zur Anfangspartie der Satyrica vor (Kapitel 1-15). Unter Einbeziehung der modernen Forschungsliteratur behandelt sie alle textkritischen, sprachlich-stilistischen und inhaltlichen Aspekte des Textes. Die Einleitung bietet außerdem einen aktuellen überblick über den Forschungsstand zu allen wesentlichen Fragen und Problemen, die Petrons Satyrica in ihrem fragmentarischen überlieferungszustand aufwerfen.
Herausgeber : Brocke, Michael; Carlebach, Julius
Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871
Verlag: De Gruyter
Das Biographische Handbuch der Rabbiner erschließt das Rabbinat des mitteleuropäischen Raums anhand von rabbinisch-hebräischen wie in verschiedenen europäischen Sprachen verfassten Quellen. Alphabetisch geordnet, enthalten die Artikel zu den einzelnen Rabbinern möglichst vollständige Daten zu Herkunft, Ausbildung, Laufbahn, Familie und religiöser Position sowie eine Bibliographie. Dieses Handbuch mit in der Mehrzahl bisher unerforschten Gelehrtenbiographien ermöglicht erstmals ein Gesamtbild des Berufsstands im deutschsprachigen Judentum der Moderne.
Michael Fischer, Christian Senkel, Klaus Tanner (Hrsg.)
Herausgeber : Fischer, Michael; Senkel, Christian; Tanner, Klaus
Reichsgründung 1871
Verlag: Waxmann
Die „Reichsgründung“ von 1871 war ein historisches Ereignis, das interessegeleitet inszeniert und aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben worden ist. Im vorliegenden Band geht es um das breite Spektrum solcher Deutungsmöglichkeiten und Zuschreibungen – an den Kreuzungspunkten von Kunst, Religion und Politik. Dabei gehen die Autoren und Herausgeber davon aus, dass die res factae zugleich res fictae sind: Was mit dem Begriff „Reichsgründung“ und den damit verbundenen Ereignissen und Prozessen jeweils gemeint ist, changiert zwischen Faktizität und Fiktion.
Renate Bol, Kathrin Kleibl, Sabine Rogge (Hrsg.)
Herausgeber : Bol, Renate; Kleibl, Kathrin; Rogge, Sabine
Zypern – Insel im Schnittpunkt interkultureller Kontakte
Verlag: Waxmann
Als Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs 295 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Dezember 2006 Wissenschaftler aus den Bereichen Klassische Archäologie und Alte Geschichte zu einem Zypern-Symposium nach Mainz einluden, standen die interkulturellen Kontakte der Insel im Mittelpunkt der Tagung. Besonderes Augenmerk galt dabei den diversen Adaptions- und Abgrenzungsprozessen – und zwar im Zeitraum von der Spätbronzezeit bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. Die zyprische Kalkstein- und Terrakottaplastik mit ihrer weiten Verbreitung im östlichen Mittelmeergebiet ist Gegenstand gleich mehrerer Symposiumsbeiträge gewesen. Beachtung geschenkt wurde auch der ungewöhnlichen Gattung der anthropoiden Sarkophage. Wie die sehr spezielle Keramik der Amathous-Werkstatt zu beurteilen ist, ob Räuchergeräte (Thymiateria) als Zeugnisse des Orientalisierungsprozesses im Mittelmeerraum zu werten sind, und wie sich die eher spärlichen Siedlungsreste der einst so bedeutenden Stadt Tamassos interpretieren lassen, waren weitere Themen, die im Rahmen des Symposiums kritisch behandelt wurden. Es wurde auch der Frage nachgegangen, ob sich vielleicht kontaktinduzierter Wandel in der Art und Weise widerspiegelt, wie Votivfiguren in zyprischen Heiligtümern aufgestellt wurden. In sämtlichen Beiträgen ist den vielfältigen Beziehungen Zyperns zu den benachbarten Kulturen große Bedeutung beigemessen worden. Die in diesem Band versammelten Beiträge stammen von Renate Bol, Derek B. Counts, Simone Frede, Jan-Marc Henke, Ursula Höckmann, Kathrin Kleibl, Hartmut Matthäus, Andreas Mehl, Bärbel Morstadt, Klaus Parlasca, Matthias Recke, Patrick Schollmeyer, Lone Wriedt Sørensen und Katja Walcher.
Lessing, Eckhard
Geschichte der deutschsprachigen evangelischen Theologie von Albrecht Ritschl bis zur Gegenwart
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Deutsche TheologiegeschichteDer dritte Band der die letzten 125 Jahre umfassenden vierbändigen Theologiegeschichte behandelt die Zeit zwischen 1945 und 1965.Wer sich im 21. Jahrhundert mit Theologie befasst, stößt unumgänglich auf Weichenstellungen und Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Der dritte Band, der als Gesamtdarstellung wie als Nachschlagewerk geeigneten Theologiegeschichte umfasst den Zeitraum von 1945 bis 1965. Zunächst werden die maßgeblichen Ansätze, vornehmlich unter Berücksichtigung der Dogmatik, erörtert. Sodann nimmt Lessing die Entwicklung in den theologischen Einzeldisziplinen, im Alten und Neuen Testament, in der Kirchengeschichte, in der Ethik, in der Praktischen Theologie, im Kirchenrecht und der Religions- und Missionswissenschaft in den Blick. Ein Exkurs zur Mitarbeit deutscher Theologen im Ökumenischen Rat der Kirchen beschließt den Band. Aufgrund der differenzierten, problemorientierten Darstellungsweise entsteht ein vielschichtiges Bild der evangelischen Theologie in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Dr. theol. Eckhard Lessing ist em. Professor für Systematische Theologie an der Universität Münster.
Wörner, Karl H
Herausgeber : Bearbeitet von Gratzer, Wolfgang; Bearbeitet von Grossmann-Vendry, Susanna; Bearbeitet von Leuchtmann, Horst; Bearbeitet von Mauser, Siegfried; Bearbeitet von Meierott, Lenz; Bearbeitet von Schmid, Bernhold; Meierott, Lenz
Geschichte der Musik. Ein Studien- und Nachschlagebuch
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Ein Studien- und Nachschlagebuch. 8. Auflage neu bearb. von Wolfgang Gratzer, Susanna Großmann-Vendrey, Horst Leuchtmann, Siegfried Mauser Lenz Meierott und Bernhold Schmid. Hrsg. von Lenz Meierott
Rohlfes, Joachim
Geschichte und ihre Didaktik
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
»Geschichte und ihre Didaktik« ist seit vielen Jahren das Standardwerk zur Einführung in die Didaktik und Methodik der Geschichte. Verständlich im Ausdruck, systematisch in der Analyse und mit engem, aber kritischem Bezug zur allgemeinen Didaktik liefert die jetzt erweiterte Neuausgabe eine Fülle von Anregungen und praktischen Hilfen für Planung und Vorbereitung, Gestaltung und Auswertung des Unterrichts im Fach Geschichte. Alle wichtigen Fragen des Lehrens und Lernens werden behandelt, typische Lernschwierigkeiten so exakt wie möglich erfasst.
»Geschichte und ihre Didaktik« ist ein Lehr- und Handbuch des Geschichtsunterrichts in der Schule und ein theoretisch zuverlässig fundierter Leitfaden für jeden, der mit der Vermittlung und Rezeption von Geschichte zu tun hat.
Herausgeber : Terhoeven, Petra
Italien, Blicke
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Band spiegelt Qualität, thematische Breite und methodische Vielfalt der aktuellen deutschsprachigen Forschung zur italienischen Zeitgeschichte. Italienexperten mehrerer Generationen präsentieren die Ergebnisse innovativer Projekte zur Sozial- und Kulturgeschichte unseres Nachbarlandes. Das thematische Spektrum reicht von den nationbuilding-Prozessen im italienischen Nationalstaat des 19. Jahrhunderts bis zur Geschichtspolitik der Gegenwart. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Faschismus und seinen Auswirkungen auf die italienische Nachkriegsgeschichte. Die Autoren sehen dabei genau hin – wider ältere Vorprägungen und ihrer dennoch bewusst. So schwingt auch die Frage nach der Existenz eines spezifisch »deutschen« Blicks auf Italien und seine Geschichte immer mit.
Grabner-Haider, Anton; Maier, Johann; Prenner, Karl
Kulturgeschichte des frühen Mittelalters
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wie erklärten sich die Menschen europäischer, jüdischer und islamischer Kultur im frühen Mittelalter die Natur und das Leben? Wie stellte sich das Verhältnis der Geschlechter dar und wie sahen ihre religiösen und mythischen Vorstellungen aus?Das Autorenteam schildert, wie die Menschen des frühen Mittelalters zusammenlebten und veranschaulicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ihr Überleben sowie das Ringen zwischen religiöser und profaner Herrschaft. Einblicke in die Lebenswelt der Klöster, die Lebensformen der Adeligen und Kleriker, der Krieger und Ritter vermitteln ein Bild dieser Zeit.Die Begegnung mit dem Islam und dem Judentum brachte die Lernprozesse etwa in der Mathematik, der Medizin oder der Musik nachhaltig voran. Aus diesem Grund kommen die Entwicklungen der jüdischen und der islamischen Kultur umfassend zur Darstellung.
Herausgeber : Bearbeitet von Kliemt, Stefan
M. Tullius Cicero, Oratio pro Archia poeta
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Cicero für ArchiasDie Ausgabe enthält die Kernpassagen von Ciceros Rede für den Dichter Archias. Die Ausgabe zeigt den Aufbau einer antiken Rede und untersucht, inwiefern Cicero die vorliegende Rede nach den von ihm selbst aufgestellten Grundregeln verfasst hat. Die Ausgabe enthält die Kernpassagen von Ciceros Rede für den Dichter Archias. Damit verteidigte er im Jahr 62 v.Chr. seinen ehemaligen Lehrer gegen den Vorwurf, er habe sich das römische Bürgerrecht erschlichen. Cicero betont die wichtige Rolle der Dichtung und vor allem der Bildung für den einzelnen Menschen und die römische Gesellschaft. Die Ausgabe bietet die Möglichkeit den Aufbau einer antiken Rede kennen zu lernen und zu untersuchen, inwiefern Cicero die vorliegende Rede nach den von ihm selbst in seinem rhetorischen Frühwerk De inventione aufgestellten Grundregeln verfasst hat. Sie geht außerdem auf aktuelle Fragen nach Inhalten und Sinn von Bildung und Schulbildung ein.
Greyerz, Kaspar von
Passagen und Stationen
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Mensch im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts begriff sein Leben als eine festgelegte, religiös gedeutete Folge von Altersstufen. Wie prägte ihn dieser Blick?Geburt, Kindheit, Jugend, Heirat, Ehe, Alter und Tod galten den Menschen im Europa der Frühen Neuzeit als die sieben zentralen Lebensstufen. Anhand von Selbstzeugnissen wie Tagebüchern, Autobiographien und Familienchroniken zeichnet Kaspar von Greyerz ein neues und überaus farbiges Bild des Lebens seiner vielfach namenlosen Helden auf der Epochenschwelle zwischen Mittelalter und Moderne. »Einen neuen Blick auf nur zum Teil Bekanntes« verspricht der Autor mit dieser ersten historischen Überblicksdarstellung der frühneuzeitlichen Lebensalter und ihrer Rituale.
Tebben, Karin
Tannhäuser
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Minnesänger Tannhäuser gilt als Vorbild des exzentrischen Künstlers. Diese Studie zeigt die Neugestaltung des Tannhäuser-Stoffes vom Mittelalter bis zur Gegenwart als Spiegelbild kulturhistorischer Entwicklungen.Das Werk des historischen Minnesängers Tannhäuser begründete seinen Ruf als Rebellenkünstler, der in seinen formal eigenwilligen Liedern gegen das Liebesideal seiner Zeit verstieß. Bereits 200 Jahre nach seinem Tod war Tannhäuser eine Legende, an die Seite der Liebesgöttin Venus gestellt. Bis heute griffen Dichter immer wieder den Tannhäuser-Stoff auf und gestalteten ihn entsprechend den Erfordernissen der Zeit um. Jede Neugestaltung erweist sich als ein kulturgeschichtlicher Spiegel sowohl von individuellem als auch von gesellschaftlich definiertem Liebesverständnis.
Herausgeber : Armborst-Weihs, Kerstin; Becker, Judith
Toleranz und Identität
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wie beeinflussten die Idee der religiösen und konfessionellen Toleranz und die Ausprägung religiös-konfessioneller Identitäten Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im neuzeitlichen Europa?Mit der Überwindung des Konfessionalismus und der Verbreitung des Ideals der Toleranz veränderten sich im neuzeitlichen Europa allmählich die konfessionellen Identitäten. Anhand von Fallstudien arbeitet dieser Band die Wechselbeziehungen zwischen religiös-konfessioneller Identitätskonstruktion und Geschichtsbewusstsein sowie historiographischer Praxis heraus und zeigt, in welcher Weise Identitätsfindung und die Überwindung religiös-konfessioneller Abgrenzungen im Zeichen der aufklärerischen Toleranzforderung ihren Niederschlag in der Geschichtsschreibung und im Geschichtsbewusstsein gefunden haben.
Herausgeber : Gallus, Alexander
Die vergessene Revolution von 1918/19
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der erste Systemwechsel in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts spielt weder in der öffentlichen Erinnerung noch in den Debatten der Fachhistoriker eine bedeutende Rolle. Andere Wendepunkte der jüngeren deutschen Geschichte finden regelmäßig mehr Widerhall als die Zäsur von 1918/19. Umso angebrachter ist es, mehr als neunzig Jahre danach eine Bilanz zu ziehen, aktuelle Forschungstendenzen zu erfassen, weiterführende Perspektiven zu entwickeln und die Bedeutung der »vergessenen Revolution« von 1918/19 für die deutsche Geschichte zu ermessen.
Koenen, Gerd
Was war der Kommunismus?
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Gerd Koenen untersucht eines der interessantesten Kapitel des 20. Jahrhunderts: Die Dynamik und den raschen Zerfall der kommunistischen Bewegungen und Staatsgründungen.Die kommunistischen Bewegungen und Staatsgründungen, ihre ursprüngliche Dynamik und ihr rascher Zerfall stellen sich als eines der schwierigsten Kapitel des 20. Jahrhunderts dar. Gerd Koenen versteht den Kommunismus als eine der großen Tendenzen dieses Zeitalters und versucht ihn in diesem Sinne zu »historisieren«. Wie und warum waren Kommunisten in der Lage, inmitten ihres epochalen Scheiterns dennoch ihrer Welt und Zeit einen so prägenden Stempel aufzudrücken? Wie bilanziert sich ihr historisches Wirken – nicht zuletzt aus der Perspektive der postkommunistischen Entwicklungen und der kapitalistischen Weltkrise 2009?
Dunkhase, Jan E
Werner Conze
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die erste Biographie des Historikers Werner Conze (1910–1986) auf der Grundlage seines Nachlasses. Werner Conze (1910–1986) zählt zu den bedeutendsten, aber auch umstrittensten deutschen Historikern im 20. Jahrhundert. Mit seinen sozial- und begriffsgeschichtlichen Pionierleistungen trug er nach 1945 wesentlich zur Perspektiverweiterung der westdeutschen Geschichtswissenschaft bei; zuvor hatte er sich im Sinne des Nationalsozialismus engagiert, wozu er nach dem Krieg nie öffentlich Stellung nahm. Auf der Grundlage eines neu erschlossenen Nachlasses und weiterer bislang unberücksichtigter Quellen verfolgt die Biographie seine wissenschaftlichen und politischen Wandlungen zwischen Drittem Reich und Bundesrepublik.
Berg, Nicolas
Herausgeber : Vorwort von Diner, Dan
Luftmenschen
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
"Viele Luftmenschen ergeben zusammen ein Luftvolk."(Max Nordau)Die Rede von "Luftmenschen" war um 1900 eine kritisch gemeinte Zeitdiagnose. Sie drückte ein allgemeines Unbehagen an der Moderne aus, das verbreitet mit dem Hinweis auf Juden und jüdische
Herausgeber : Julien, Elise; Bauerkämper, Arnd
Durchhalten!
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Coaching, wie es in diesem Buch vermittelt wird, ist eine methodenplurale, mehrperspektivische und flexible Beratungsmethode, in der auch analoge, vor- und nichtsprachliche Aspekte neben der sprachlichen Kommunikation berücksichtigt werden. Nur so kann sie die Lebenswirklichkeit der Coachees angemessen erfassen. Coaching wird dabei als eine co-kreative Tätigkeit aufgefasst, als ein gemeinsamer schöpferischer Prozess, in dem es um Gewinnung von neuen Sicht-, Fühl-, Denk- und Handlungsweisen und die Umgestaltung von Strukturen und Mustern geht. Kreative Medien unterstützen diesen schöpferischen Prozess.
Gironda, Vito
Herausgeber : Illustriert von Archiv für Kunst und, Archiv
Die Politik der Staatsbürgerschaft
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Das Autorenduo Herbert Eberhart und Paolo Knill hat über Jahrzehnte in Praxis und Ausbildung Erfahrungen mit dem Ineinandergreifen von Sprache und künstlerischem Tun gesammelt. Entstanden ist ein Arbeitsansatz auf systemtheoretischer Grundlage, der künstlerisches Tun als Dezentrierung vom Belastenden und Defizitären verbindet mit einer ressourcenorientierten Sprache und Haltung. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass produktive Neuausrichtung ein Zurücktreten und Loslassen voraussetzt.
Herausgeber : Thüsing, Andreas
Das Präsidium der Landesverwaltung Sachsen
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Detaillierte Praxisbeispiele zeigen die Vielfalt konkreter Vorgehensweisen in verschiedenen Settings. Damit verbunden ist eine theoretische Aufarbeitung des Einsatzes von Sprache, Kunst und Spiel sowie die Darstellung der erkenntnistheoretischen und methodologischen Wurzeln. Es werden die Grenzen der Anwendbarkeit diskutiert wie auch die Frage der Vermittlung der notwendigen professionellen Kompetenzen.
Steglich, Henrik
Rechtsaußenparteien in Deutschland
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
»Damit ist das Buch gleichermaßen für Lehrende wie Lernende und für Theoretiker wie für Praktiker eine wertvolle Quelle zur weiteren Entwicklung und deren Reflexion« (Jürgen Kriz).
Herausgeber : Ebert, Jens
Ein Arzt in Stalingrad
Verlag: Wallstein
Am 14. Januar 1943 schrieb der Arzt Dr. Horst Rocholl (1908-2003) an seine Frau: »Der Soldat im Graben kann verwundet, schwer verwundet oder krank nach Hause kommen. Ich durfte nicht nach vorn, weil ich Arzt bin und unsere Soldaten wieder kampffähig machen muss. So warte ich den Tag ab, vor dem mir graut, nicht wegen des wahrscheinlichen Todes, nein, wegen dessen, was ich dabei sehen und fühlen muss.«Die Schlacht um Stalingrad war das zentrale Ereignis in Horst Rocholls Leben, das seine weitere Weltanschauung bestimmte. In der Kriegsgefangenschaft öffnete sich das NSDAP-Mitglied neuen Ideen, geprägt von der Einsicht in die deutsche Schuld. Trotz Mitarbeit im Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) wurde er 1948 zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt, die er in Workuta und als Arzt in einem Stalingrader Lager verbüßte. Hier lernte er Ottmar Kohler kennen, das Vorbild für Konsaliks Roman »Der Arzt von Stalingrad«, einem Roman, mit dem sich Rocholl später äußerst kritisch auseinandersetzen wird. 1953 wurde er vorzeitig entlassen und ging in die DDR, wo er als Arzt praktizierte und Gründungsmitglied der »Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere« war. In seinen zahlreichen Briefen an die Familie, die hier erstmals veröffentlicht werden, wird die Entwicklung Rocholls vom regimetreuen Offizier unter Hitler zum kritischen Antifaschisten nachvollziehbar.Im Wallstein Verlag erschienen: Briefe einer Rotkreuzschwester von der Ostfront, hg. von Jens Ebert und Sibylle Penkert (2006); Feldpostbriefe aus Stalingrad, November 1942 bis Januar 1943, hg. von Jens Ebert (2003)
Molthagen, Dietmar
Das Ende der Bürgerlichkeit?
Verlag: Wallstein
Dietmar Molthagen untersucht die privaten Briefwechsel von sieben Liverpooler und fünf Hamburger Bürgerfamilien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und ermittelt dabei übernationale Gemeinsamkeiten: Das Kriegserleben im Feld und in der Heimat wurde weniger durch die Nationalität geprägt als vielmehr durch Geschlecht, Generation und Region. Traditionelle Denk- und Verhaltensmuster waren bei der Bewältigung der Kriegserlebnisse wichtiger als unmittelbar aus dem Kriegsumfeld stammende Sinnstiftungsangebote. Bürgerliche Werte und Gewohnheiten verloren durch den Krieg nicht an Bedeutung die biographische Krisensituation ging in den untersuchten Familien also keinesfalls mit dem Ende der Bürgerlichkeit einher.Mit ihren Ergebnissen leistet die Arbeit einen Beitrag zur mentalitätsgeschichtlichen Erforschung des Bürgertums im 20. Jahrhundert. Sie zeigt zudem, daß sich Briefe hervorragend als Quellengattung für die Erforschung individueller Werthaltungen und deren Deutung eignen.
Herausgeber : Glienke, Alexander; Paulmann, Volker; Perels, Joachim
Erfolgsgeschichte Bundesrepublik?
Verlag: Wallstein
Die Entwicklung der frühen Bundesrepublik wird oft undifferenziert als rechtsstaatlich-demokratische Erfolgsgeschichte dargestellt. Doch die Hypothek des Nationalsozialismus wog schwerer, als lange Zeit angenommen - und beeinflusste Justiz, Wissenschaft, Kultur, Politik und Öffentlichkeit. Aus dem Inhalt: Claudia Fröhlich: Restauration - Zur (Un-)Tauglichkeit eines BegriffsStephan Glienke: Die Darstellung der Shoah im öffentlichen Raum (1960-1962)Andreas Mix: Das Warschauer Ghetto vor bundesdeutschen und DDR-GerichtenAxel von der Ohe: Das Gesellschaftsbild des BundesgerichtshofsVolker Paulmann: Die NS-Vergangenheit und die westdeutsche StudentenbewegungJoachim Perels: Die NS-Despotie als »Volksstaat«?
Reinhardt, Volker
Francesco Vettori (1474-1539)
Verlag: Wallstein
Das erste deutschsprachige Buch über Francesco Vettori, einen Zeitgenossen und Briefpartner Machiavellis, und seine Vorstellung von der »guten Machtausübung«.Francesco Vettori (1474-1539) ist allenfalls als Korrespondenzpartner Machiavellis bekannt. Von seiner intellektuellen Statur her ist er seinem »Brieffreund« jedoch ebenbürtig. Grundlage aller Überlegungen Vettoris zum Menschen, zur Geschichte und zum Staat ist ein tiefer Pessimismus: Er versteht alle politischen Systeme als verschleierte Mechanismen der Ausbeutung, in denen keine Moral, sondern ausschließlich Erfolg gilt. Dennoch ist Vettori von der Möglichkeit der »guten« Machtausübung fasziniert. Sein idealer Herrscher liebt das Spiel und lässt seine Mitspieler gewinnen – ein heilsamer Betrug in einer von Gott verlassenen Welt, in der man täuschen muss, um zu bestehen. Solche Einsichten vermittelt Vettori in Texten von großer literarischer Kunstfertigkeit, die mit dem Leser spielen und ihn durch kunstvolle Täuschung belehren. Das vorliegende Buch zeigt, dass Vettori noch nach einem halben Jahrtausend unserer nicht minder glaubenslosen Zeit Einsichten in die menschliche Psyche und das Wesen der Politik zu bieten vermag.
Herausgeber : Sachse, Carola; Wolfrum, Edgar; Fritz, Regina
Nationen und ihre Selbstbilder
Verlag: Wallstein
Diktaturen, Kriege und Genozide prägten das Gesicht des 20. Jahrhunderts stärker als die Ausbreitung demokratischer Gesellschaftsverfassungen. Am Ende des »Zeitalters der Extreme« standen revolutionäre Umwälzungen, die zu einer Überwindung diktatorischer Regime führten. Die Frage nach den Übergängen zu demokratischen Systemen steht im Zentrum der neuen Reihe »Diktaturen und ihre Überwindung im 20. und 21. Jahrhundert«. Erforscht werden Aspekte wie Herrschaft und Macht, Erfahrungswandel und Lernprozesse. Aus dem Inhalt:Katrin Hammerstein: Der Nationalsozialismus in den Gründungsmythen der DDR, Österreichs und der Bundesrepublik DeutschlandLaura Hölzlwimmer: 60 Jahre Erinnerung an den Krieg und Krieg um die Erinnerung: Das Beispiel PolenKatja Wezel: Das lettische Selbstbild nach 1991Ian Innerhofer: Nationale Selbstbilder in Bosnien-Herzegowina nach dem Zerfall JugoslawiensBirgit Hofmann: Narrative des Realsozialismus in der tschechischen nationalen IdentitätskonstruktionAnsgar Warner: Zweimal Spanien?Gabriele Kämper: Der Gender AppealRegina Fritz: Museale Darstellungen des Holocaust in UngarnHeidemarie Uhl: Die Denkmallandschaft der Zweiten Republik und die Transformationen des österreichischen GedächtnissesJulie Trappe: Rumäniens Umgang mit dem Unrecht der kommunistischen Vergangenheit
Herausgeber : Freimüller, Tobias
Psychoanalyse und Protest
Verlag: Wallstein
Zum 100. Geburtstag von Alexander Mitscherlich (1908-1982) am 20. September 2008.Die »Achtundsechziger« in der Bundesrepublik bezogen sich theoretisch auf den Marxismus und auf die »Kritische Theorie«, aber auch und nZum 100. Geburtstag von Alexander Mitscherlich (1908-1982) am 20. September 2008.Die »Achtundsechziger« in der Bundesrepublik bezogen sich theoretisch auf den Marxismus und auf die »Kritische Theorie«, aber auch und nicht zuletzt auf Psychoanalyse und Sozialpsychologie. Alexander Mitscherlich verkörperte diese Wissenschaften damals wie kein anderer – und wurde zu einer der wichtigsten Identifikationsfiguren der Protestbewegung. Deren Dienstjubiläum und Mitscherlichs 100. Geburtstag sind Anlass, über die Zusammenhänge zwischen Psychoanalyse und Protest, aber auch über die Rolle des »öffentlichen Intellektuellen« in der Bundesrepublik der sechziger Jahre noch einmal neu nachzudenken.
Asso, Paolo
A Commentary on Lucan, "De bello civili" IV
Verlag: De Gruyter
Lucan´s epic on the civil war that ended the Republic was written in the Early Empire, under Nero, a hundred years after the events it narrates. Book 4 focuses on two major campaigns out of Italy, first in Spain, then in Africa. Paolo Asso´s commentary privileges aspects of poetics, rhetoric, language and literary genre, and speaks not only to readers of Latin poetry but also to all students and scholars in classical and modern languages and literatures, as well as the generally learned reader with little knowledge of Latin.
Herrero de Jáuregui, Miguel
Orphism and Christianity in Late Antiquity
Verlag: De Gruyter
Many recent discoveries have confirmed the importance of Orphism for ancient Greek religion, philosophy, and literature. However, its nature and role are still very controversial. The key problem of its relationship to Christianity has been discussed by ancient and modern authors from many different viewpoints, albeit too often tainted with apologetic interests and unconscious projections. This free and thorough study of the ancient sources sheds light on these questions and illuminates the complexity of the encounter between Classical culture and Jewish-Christian tradition. New perspectives on the relationship between Classical and Jewish-Christian culture On the avowed subject of Orphism Author is specialist within the field
Herausgeber : Assmann, Jan; Graf, Fritz; Hölscher, Tonio; Koenen, Ludwig; Rüpke, Jörg; Scheid, John
Archiv für Religionsgeschichte 2009
Verlag: De Gruyter
Das Archiv für Religionsgeschichte ist eine Fachzeitschrift, die sich hauptsächlich mit den Religionen der Alten Welt beschäftigt. Die verschiedenen Aspekte dieses Forschungsgebietes werden in Form von Aufsätzen, Berichten über religionswissenschaftliche Hauptgebiete und Einzelreferaten behandelt. Jeder Band setzt einen thematischen Schwerpunkt, welcher in Form einer größeren Studie oder aus der Sicht mehrerer Verfasser behandelt wird. Das Thema der Religionsgeschichte entfaltet sich unter Betonung des historischen Standpunktes aus der Sicht der Philologie, Geschichtswissenschaft, Archäologie, Ikonologie und historischer Anthropologie. Vorlage und Interpretation der Dokumente sind neben einzelnen Referaten die Grundlage des Archivs
Averroes
Herausgeber : Arnzen, Rüdiger
On Aristotle\'s "Metaphysics"
Verlag: De Gruyter
This book contains the first English translation of an important medieval treatise on Aristotle\'s Metaphysics. The original Arabic text was composed around 1160 by the famous Andalusian philosopher Averroes (Ibn Rushd). The present translation has been prepared on the basis of a wide range of documents including, apart from the available Arabic editions, various medieval manuscripts as well as a Latin translation prepared in the Renaissance. It is accompanied by a commentary dealing with the major philosophical topics and philological problems of the text.
Skempis, Marios
Kleine Leute und große Helden in Homers Odyssee und Kallimachos\' Hekale
Verlag: De Gruyter
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem bisher wenig behandelten Verhältnis des Kleinepos Hekale des hellenistischen Dichters Kallimachos zur homerischen Odyssee. Es zeigt sich, dass die Odyssee Sprache, Figurenkonstellation und Struktur der Handlung der Hekale beeinflusste. Der Autor dokumentiert die Anklänge und Anleihen, die Kallimachos auf sprachlicher, figurenbezogener und struktureller Ebene gemacht hat, indem er Methoden der Erzähltheorie, poetischen Etymologie, der "Oral-Poetry-Forschung" sowie der Geschlechterforschung anwendet.
Herausgeber : Horlacher, Rebekka; Tröhler, Daniel
Sämtliche Briefe an Johann Heinrich Pestalozzi. Band 2: 1805-1809
Verlag: De Gruyter
Der zweite Band der Briefe an Pestalozzi umfasst die Jahre 1805 bis 1809 und enthält knapp 400 Briefe. Im napoleonischen Europa avancierte "Volkserziehung" zu einem wichtigen Punkt auf der nationalen Agenda, so dass die Methode Pestalozzis praktische Relevanz bekam. Darüberhinaus zeigen die Briefe, auf welche Gegenargumente die Bewunderer Pestalozzis stießen und wie es zu ersten Konflikten in seinem Institut auf Schloss Yverdon kam.
Herausgeber : Luther, Jörg
Modena and Reggio – Verona / Malta
Verlag: De Gruyter
Mit dem Band Verfassungsdokumente Italiens und Maltas 1787-1850 liegen die Dokumente Italiens dieser Epoche nun zum ersten Mal gesammelt und annotiert vor. Die Edition der 135 italienischen Verfassungsdokumente beginnt mit den vorrevolutionären Verfassungsprojekten der Toskana (Pietro Leopoldo Stati, 1787) und endet mit den erstmals veröffentlichten Verfassungsentwürfen für das Königreich Lombardo-Venetien (Statuto Costituzionale del Regno Lombardo-Veneto, 1850). Der abschließende zweite Teilband enthält die alphabetisch angeordneten regionalen italienischen Verfassungen von Modena und Reggio bis Verona, sowie 8 Verfassungsdokumente Maltas von 1802 bis 1849.
Herausgeber : Krešic, Mirela; Cepulo, Dalibor; Hlavacka, Milan
Croatian, Slovenian and Czech Constitutional Documents 1818–1849
Verlag: De Gruyter
Die 38 kroatischen, slowenischen und tschechischen Verfassungsdokumente spiegeln das Entstehen der modernen Nationalbewegungen dieser mittel- und südosteuropäischen slawischen Völker und deren politischen und kulturellen Emanzipationsbestrebungen gegenüber der Habsburger Monarchie um 1848 wider. Von besonderer Bedeutung für das tschechische Bürgertum sind dabei die beiden kaiserlichen "Kabinettsschreiben für Böhmen", während für Kroatien die "Rechtsforderungen der Nationalbewegung des dreieinigen Königreichs Dalmatien, Kroatien und Slawonien" und für Slowenien das "Programm des Vereinten Sloweniens" herausragen.
Herausgeber : Althoff, Gerd; Keller, Hagen; Meier, Christel
Frühmittelalterliche Studien (2008)
Verlag: De Gruyter
Die Frühmittelalterlichen Studien werden von den Herausgebern als Forum einer fächerübergreifenden Mediävistik verstanden. Das Jahrbuch soll dazu beitragen, die Aufteilung einer vielgestaltigen überlieferung, die in verschiedener Ausdrucksweise von denselben unauflösbaren Lebenszusammenhängen Zeugnis gibt, auf die gesonderten Arbeitsgebiete einer herkömmlichen Fächergliederung zu überwinden. Unter Wahrung der jeweils fachspezifischen Gesichtspunkte werden Disziplinen zum verbindenden Gespräch zusammengeführt, die sich mit zusammengehörenden überlieferungsgruppen eines Kulturkreises oder mit eng verbundenen, nur in der Zusammenschau verstehbaren Phänomenen befassen. Deshalb wird in den Frühmittelalterlichen Studien Wert auf Beiträge gelegt, die von ihrer Problemstellung und Perspektive her bereits über das Einzelfach hinausweisen.
Schneider, Olaf
Erzbischof Hinkmar und die Folgen
Verlag: De Gruyter
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Quellen zur Geschichte der Bistümer Reims und Trier seit dem 8. Jahrhundert. Zentrale Angaben zu beiden Bistümern im frühen Mittelalter gehen hauptsächlich auf Nachrichten des einflussreichen Reimser Erzbischofs Hinkmar (845-882) zurück. Seitdem vielfach rezipiert, scheinen sie bis heute ein stimmiges Gesamtbild der Zeit zu vermitteln. Betrachtet man sie und ihren überlieferungsweg allerdings im Einzelnen, so fallen zahlreiche Widersprüche auf, denen diese Untersuchung nachgeht.
Neuhausen, Hubertus
Der »Zweite Alkibiades«
Verlag: De Gruyter
Wie die meisten unechten platonischen Schriften ist der Alkibiades II unzureichend erforscht. Die vorliegenden Untersuchungen analysieren die religiösen Vorstellungen, die der Lehre vom Gebet zugrunde liegen, und ihre Quellen. Insbesondere stellt sich die Frage, welche Autoren der Verfasser neben Platon verwendete. Anhand der Struktur des Werkes wird der Alkibiades II in die Tradition der sokratischen Alkibiades-Dialoge eingeordnet. Das Werk wird anhand seiner Polemik gegen die Stoa des Zenon von Kition sowie des Peripatos der Akademie zur Zeit des Polemon zugewiesen.
Fehr, Hubert
Germanen und Romanen im Merowingerreich
Verlag: De Gruyter
Im Zentrum der Arbeit steht eines der auffälligsten archäologischen Phänomene des frühmittelalterlichen Europas, die sogenannten Reihengräberfelder. Der Autor behandelt die Entwicklung ihrer historischen Interpretation vor dem Hintergrund eines vermeintlichen grundlegenden Gegensatzes zwischen „Germanen" und „Romanen". Die Analyse zeigt jedoch, dass diese Friedhöfe nicht als archäologischer Niederschlag einer germanischen Völkerwanderung in die ehemaligen Grenzregionen des Römischen Reichs angesehen werden können, sondern eine kulturelle Reaktion auf das Auseinanderbrechen Roms darstellen.
Monreal, Ruth
Flora Neolatina
Verlag: De Gruyter
Die Studie untersucht zwei im selben Jahrzehnt entstandene, thematisch miteinander verwandte lateinische Gedichte aus der Zeit des europäischen Barock: Die Hortorum libri IV des französischen Jesuiten Renè Rapin, die in mehr als 3250 lateinischen Hexametern den französischen Gartenbau zu Beginn seiner großen Blütezeit darstellen, und die Plantarum libri VI (ca. 7000 Verse) des englischen Dichters Abraham Cowley, in denen Pflanzen mit ihren botanischen Eigenschaften als Personen in mythologisch-historischen Erzählzusammenhängen auftreten.
Herausgeber : Bierl, Anton; Braungart, Wolfgang
Gewalt und Opfer
Verlag: De Gruyter
Die Beiträge des Autorenkolloquiums am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld (Nov. 2007) setzen sich intensiv mit Walter Burkert und seinem Werk auseinander. Der international hoch angesehene Gräzist hat in seinen Epoche machenden Studien, die um die Ursprünge menschlichen Zusammenlebens in Riten, um Opfer, Schuld und grausame Todesszenarien kreisen, Fragestellungen der biologischen Verhaltensforschung aufgenommen und über die Altertums- und Religionswissenschaften hinaus eine große intellektuelle Wirkung entfaltet.
Herausgeber : Schwarz-Friesel, Monika; Friesel, Evyatar; Reinharz, Jehuda
Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte
Verlag: De Gruyter
Judenfeindliche Ressentiments und Vorurteile sind kein Randgruppenphänomen. In den letzten Jahren ist die Hemmschwelle, antisemitische Inhalte öffentlich zu äußern, gesunken. Israel dient dabei häufig als Projektionsfläche der Judenfeindschaft. Dieser Antisemitismus der Mitte stand im Zentrum eines interdisziplinären Symposiums, das 2009 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfand. Der Sammelband dokumentiert die Beiträge der Veranstaltung, in denen ausgewiesene Antisemitismusexperten wie Wolfgang Benz, Jehuda Reinharz und Martin Kloke das Phänomen analysieren.
Zwierlein, Otto
Petrus in Rom
Verlag: De Gruyter
Der vorliegende Band, in zweiter Auflage durchgesehen und ergänzt, überprüft systematisch die antiken Quellen, die von einem Aufenthalt Petrus´ in Rom zeugen. Ausgewertet werden u.a. Texte frühchristlicher Kirchenlehrer (Iustinus Martyr, Dionys von Korinth, Irenäus von Lyon), die als unecht eingestuften Briefe des Ignatius von Antiochien sowie die Apostellegenden, die von Petrus´ Auseinandersetzung mit dem Magier Simon und der Christenverfolgung durch Nero berichten. Dabei wird ausführlich auf die Datierung des 1. Clemensbriefes und der neutestamentlichen Spätschriften eingegangen. Die Analysen werden ergänzt um eine kritische Edition (mit übersetzung) der Martyriumsberichte auf neuer handschriftlicher Grundlage.
Herausgeber : Pätzold, Stefan
Bochum, der Hellwegraum und die Grafschaft Mark im Mittelalter
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Bochums Mittelalter liegt in vielerlei Hinsicht noch im Dunkeln. Wie man sich die Anfänge des Ortes vorzustellen hat, wann er Stadt wurde, wie die Bochumer Pfarrei St. Peter entstand und wie es den Frauen in der Stadt erging – das sind nur einige der Fragen, die es noch zu beantworten gilt. Aufsätze renommierter Fachleute beleuchten in diesem Sammelband wesentliche Themen der Stadt-, Verfassungs-, Kirchen- und Sozialgeschichte Bochums sowie des damals selbstständigen Wattenscheid. Dabei ordnen sie die Entwicklung beider Orte in den regionalen Kontext des Hellwegraumes und der Grafschaft Mark ein.
Spormecker, Georg
Herausgeber : Lehnemann, Wingolf; Beiträge von Löffler, Peter
Cronica Lunensis civitatis Markanae
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Georg Spormecker, katholischer Geistlicher in Dortmund, Lünen und Herbern, begann 1536 die Niederschrift seiner Cronica Lunensis, die sich zu einer Nachrichten- und Berichtesamlung seines Lebens- und Erlebensraumes entwickelte und viele Ereignisse auch aus der deutschen und der europäischen Geschichte ders 16. Jahrhunderts enthält. Die Chronik spiegelt mit ihren Brüchen die Zeit Karls V., mit dem der Chronist († 1562) die Lebenszeit nahezu teilt., aus der Sicht eines Kleinstadt- bzw. Dorfgeistlichen. Sie enthält dabei eine große Zahl an Nachrichten, vorzugsweise aus Westfalen, die an anderer Stelle nicht überliefert sind. Nachfolger setzten die Chronik bis 1621 fort. Die Neuausgabe der Cronica Lunensis enthält die Abschrift des Spormeckerschen Manuskriptes, die Übersetzung und die Kommentierung der meisten Mitteilungen.
Bernstein, Axel
Die Gebietsreform in Schleswig-Holstein
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Schon immer boten Gebietsreformen Anlass zu heftigen politischen Auseinandersetzungen. Das Buch untersucht die Kreisgebietsreform in Schleswig-Holstein in den 1960er und 1970er Jahren und ordnet die Wandlungsprozesse im nördlichsten Bundesland in die Geschichte der deutschen Selbstverwaltung ein. Die Reformaktivitäten selbst stehen in einem Kontext, der mit den Schlagworten »Planungseuphorie«, »Generationenwechsel«, »wohlfahrtsstaatliche Expansion« und dem weitgehend diametral gesehenen Begriffspaar »Effizienzsteigerung versus Partizipation« umrissen werden kann. Dieses Begriffspaar prägt auch die Diskussion nach der Jahrtausendwende, wobei das Schlagwort der »Haushaltskonsolidierung« die bestimmende neue Zielsetzung ist.
Temme, Josef
Lebensbilder Wiedenbrücker Häuser
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Nach etwa 45 Jahren Recherchieren und Zusammenstellen von Informationen liegen nun die „Lebensbilder Wiedenbrücker Häuser“ vor. Mit diesem Werk wird eine lebendige Geschichte der 564, zum Teil nicht mehr existenten, Häuser der Innenstadt Wiedenbrücks und deren Bewohner aus der Zeit von etwa 1600 bis ins 20. Jahrhundert erzählt. Neben einer reiche Bebilderung werden die Bauphasen, Namens- und Familienzusammenhänge und die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte jedes einzelnen Hauses dargestellt. Damit ist ein Grundlagenwerk zur für Haus- und Familienforschung entstanden, das auch für landes- und ortsgeschichtliche und kulturgeographische Forschungen von großem Interesse ist.
Marcinkowska-Rosól, Maria
Die Konzeption des "noein" bei Parmenides von Elea
Verlag: De Gruyter
Maria Marcinkowska-Rosól legt die erste umfassende Untersuchung zur Konzeption des Denkens und Erkennens im Lehrgedicht des Parmenides von Elea vor, einem der wichtigsten frühgriechischen Philosophen (6.-5. Jh. v.Chr.). Es gelingt ihr, einige der zentralen Fragen der Parmenides-Forschung schlüssig zu beantworten, besonders die nach dem Verhältnis von Denken und Sein, nach der Gesamtaussage des Parmeideischen Gedichts und nach dem Zusammenhang seiner beiden Teile.
Herausgeber : Olk, Claudia; Lobsien, Verena Olejniczak; Münchberg, Katharina
Vollkommenheit
Verlag: De Gruyter
Der Band fragt nach der philosophischen, theologischen und ästhetischen Bedeutung von Vollkommenheit. Sein Hauptakzent liegt auf den Künsten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Die Originalbeiträge aus den Fächern Anglistik, Romanistik, Germanistik und Theologie behandeln Werke von den Kirchenvätern über Gottfried von Straßburg, Dante, Petrarca und Shakespeare bis hin zu Andrew Marvell.
Herausgeber : Cheynet, Jean-Claude; Sode, Claudia
Studies in Byzantine Sigillography 10
Verlag: De Gruyter
Die Sigillographie als eigenständiger Teilbereich der Byzantinistik ist seit einigen Jahren verstärkt in den Blick sowohl der Byzantinistik als auch der Nachbardisziplinen gerückt, weil sie als einzige in großer Menge noch bisher unerschlossenes Material der Wissenschaft zur Verfügung stellt. Die Beiträge der Studies in Byzantine Sigillography befassen sich mit allen Aspekten der byzantinischen Siegelkunde: Vorstellung von Neufunden, Diskussion neuer Methoden, Fragen der politischen und kirchlichen Verwaltung von Byzanz, Prosopographie, historische Geographie, kunsthistorische und ikonographische Probleme. Die Bände enthalten außerdem in loser Folge eine Liste von byzantinischen Siegeln, die in Aufsätzen und Auktionskatalogen publiziert worden sind, wodurch entlegene Publikationen erschlossen und auffindbar sind.
Girardet, Klaus Martin
Der Kaiser und sein Gott
Verlag: De Gruyter
Der Autor bietet eine in verschiedenen Einzelaspekten neue Rekonstruktion des Vorgangs und der Motive von Konstantins Hinwendung zum Christentum. Er analysiert die frühesten Selbstzeugnisse des christlich gewordenen Kaisers, die massive ideelle und materielle Förderung von christlichem Klerus und Kirchengemeinden und die Rolle Konstantins als erster Herr der gesamten Christenheit bis zu seinem Tod 337. Abschließend wird gezeigt, dass der Kaiser die nichtchristlichen Religionen verdrängen und das Christentum zur alleinigen Reichs- und Menschheitsreligion machen wollte.
Herausgeber : Röcke, Werner; Weitbrecht, Julia
Askese und Identität in Spätantike, Mittelalter und Früher Neuzeit
Verlag: De Gruyter
Askese bezeichnet so unterschiedliche Praktiken wie Fasten, sexuelle Enthaltsamkeit, die Weltflucht in die Wüste oder auf eine Säule, bis hin zur Selbstkasteiung der Mystiker und zum Schweigen der Mönche. Alle diese Phänomene sind auf das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst und zur Gesellschaft bezogen. Der Band untersucht daher Vorstellungen von Askese in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit im Hinblick darauf, in welchem Verhältnis sie zur Identitätsbildung stehen: inwieweit Askese dazu genutzt wird, Identität zu konstituieren, die eigene Identität genauer zu verstehen oder zu verändern.
Olejniczak Lobsien, Verena
Transparency and Dissimulation
Verlag: De Gruyter
Transparency and Dissimulation analyses the configurations of ancient neoplatonism in early modern English texts. In looking closely at poems and prose writings by authors as diverse as Thomas Wyatt, Philip Sidney, Edmund Spenser, John Donne, Edward Herbert, Andrew Marvell, Thomas Traherne, Thomas Browne and, last not least, Aphra Behn, this study attempts to map the outlines of a neoplatonic aesthetics in literary practice as well as to chart its transformative potential in the shifting contexts of cultural turbulency and denominational conflict in 16th- and 17th-century England.
Alexiou, Evangelos
Der "Euagoras" des Isokrates
Verlag: De Gruyter
Die heutige Forschung findet allmählich einen neuen Zugang zu Isokrates, dem griechischen Redner des 4. Jh. v. Chr., der dem 19. und teilweise dem 20. Jh. aufgrund von platonischem Einfluss eher fremd geblieben war. Der isokratische Euagoras, ein Enkomion auf den kyprischen König Euagoras I., übte einen entscheidenden Einfluss bei der Etablierung und Entwicklung des Prosa-Enkomions aus. Die vorliegende Arbeit ist die erste moderne kommentierte Edition des isokratischen Euagoras. Das Buch bietet eine ausführliche Einleitung, den griechischen Text und einen interpretierenden Kommentar.
Kasper-Holtkotte, Cilli
Die jüdische Gemeinde von Frankfurt/Main in der Frühen Neuzeit
Verlag: De Gruyter
Trotz verschiedener Vertreibungsversuche im 16. Jahrhundert avancierte die Frankfurter Gemeinde in der Frühen Neuzeit zum Zentrum der jüdischen Welt im deutschsprachigen Raum. Cilli Kasper-Holtkotte widmet sich der bislang kaum erforschten Geschichte der Frankfurter Juden in dieser Zeit und geht der Frage nach, wie soziale Netzwerke und Konflikte das Leben jüdischer Familien prägten. Die Studie stützt sich auf bislang kaum beachtete frühneuzeitliche Gerichtsakten, auf Ratsprotokolle und Judenschafts-Akten, die im zweiten Teil des Werkes thematisch erschlossen werden.
Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 11. Die Zisterzienserabtei Marienfeld
Verlag: De Gruyter
Die Zisterzienserabtei Marienfeld, gegründet 1185 von einer Gruppe westfälischer Adliger, zählt zu den bedeutendsten Klöstern der Diözese Münster. Mit tatkräftiger Unterstützung des Münsteraner Bischofs Hermann II. erreichte sie bald ihre Blütezeit. Nach dem bewährten Schema der Germania Sacra skizziert der renommierte Kenner der Geschichte des Bistums Münster, Wilhelm Kohl, die Geschichte, die Verfassung, das geistige und religiöse Leben, die Besitzgeschichte und vor allem das Personal der Abtei von ihrer Gründung bis zur Aufhebung 1803.
Vannini, Giulio
Petronii Arbitri "Satyricon" 100-115
Verlag: De Gruyter
Petrons Roman Satyricon zählt zu den einflussreichsten Texten der westlichen Literatur. Diese kritische Edition und kommentierte Ausgabe einer der zentralen Passagen des Werks - der Seereise - leistet einen wichtigen Beitrag zur Rezeption des Satyricon als Ganzem und dient zudem als elementares Werkzeug für alle an der antiken Erzählkunst Interessierten. Die Arbeit umfasst darüber hinaus eine allgemeine Einführung, eine Studie zur Erzählung von der Witwe von Ephesus und einen aktuellen überblick über die Text-Tradition. Sie schließt mit einem umfangreichen Indices.
Heuss, Theodor
Herausgeber : Werner, Wolfram
Hochverehrter Herr Bundespräsident!
Verlag: De Gruyter
Von Anfang an war es dem ersten Bundespräsidenten ein Anliegen, auf viele der Briefe aus der Bevölkerung, die ihn täglich zu Hunderten erreichten, persönlich zu antworten. In Heuss' Briefwechsel mit den Bürgern werden wichtige Themen der Nachkriegsgesellschaft zwischen Zusammenbruch und Wiederaufbau, Restauration und Neubeginn sichtbar. Heuss verfasste seine Briefe individuell und freundlich im Ton, oftmals voller Humor, bisweilen aber auch belehrend oder kämpferisch. Die Schreiben gewähren Einblicke in das Amtsverständnis von Heuss, der damit beispielhaft auf seine Nachfolger wirkte. Präsentiert werden die Briefe aus der Bevölkerung und Heuss' Antwortschreiben Der Briefwechsel bietet Einblicke in die deutsche Nachkriegsgesellschaft im politischen Dialog zwischen Bevölkerung und dem ersten Bundespräsidenten.
Herausgeber : Dippel, Horst; Caporal, Stéphane; Luther, Jörg; Vernier, Olivier
Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century / Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Europe / Europa. Vol. 11: Constitutional Documents of France, Corsica and Monaco 178
Verlag: De Gruyter
Band 11 des Europa-Teils der Verfassungen der Welt widmet sich der für den europäischen Konstitutionalismus so bedeutenden französischen Verfassungsgeschichte vom späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Er spannt den Bogen von der revolutionären Menschen- und Bürgerrechtserklärung (Dèclaration des droits de l'homme et du citoyen, 1789) über die Republiks- und Direktoriumsverfassungen (Constitution de l'an I, III; 1791, 1793) bis zur restaurativen Charte Constitutionelle von 1814 und den liberalen Verfassungen von 1830 und 1848.
Herausgeber : Dippel, Horst; Cepulo, Dalibor; Krešic, Mirela; Hlavacka, Milan; Reiter, Ilse
Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century / Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. The Americas / Amerika. Vol. 3: Constitutional Documents of Colombia and Panama 1793
Verlag: De Gruyter
Zwischen 1793 und 1853 hat sich Kolumbien vom spanischen Vizekönigreich Neu Granada über die Republik Groß-Kolumbien des Befreier-Präsidenten Simó;n Bolívar in eine der liberalsten Republiken der damaligen Welt verwandelt. Die Constitutional Documents of Colombia and Panama 1793-1853 präsentieren sowohl die erste Menschenrechtserklärung in spanischer Sprache aus dem Jahre 1793 als auch die erste Verfassungsurkunde Hispano-Amerikas, diejenige des Freistaates Socorro von 1810, sowie die bislang wenig bekannten frühen Verfassungen der Republik Antioquia von 1811.
Herausgeber : Dippel, Horst; Cepulo, Dalibor; Krešic, Mirela; Hlavacka, Milan; Reiter, Ilse
Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century / Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. The Americas / Amerika. Vol. 9: Constitutional Documents of Mexico 1814–1849 / Docum
Verlag: De Gruyter
Der erste Teilband der Verfassungsdokumente Mexikos 1814-1849 beinhaltet 22 nationale Verfassungen, sowie Verfassungsentwürfe und -änderungen. Pluspunkte: einzigartige und seltene Verfassungsdokumente aus der Frühzeit des lateinamerikanischen Konstitutionalismus Dokumente wurden aus verschiedensten Archiven und Bibliotheken zusammengetragen Dokumente sind ediert, annotiert und indexiert Reihe Constitutions of the World ist eine konkurrenzlose Sammlung
Herausgeber : Dippel, Horst; Cepulo, Dalibor; Krešic, Mirela; Hlavacka, Milan; Reiter, Ilse
Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century / Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Europe / Europa. Vol. 10: Constitutional Documents of Italy and Malta 1787–1850 / Do
Verlag: De Gruyter
Mit dem Band Verfassungsdokumente Italiens und Maltas 1787-1850 liegen die Dokumente Italiens dieser Epoche nun zum ersten Mal gesammelt und annotiert vor. Die Edition der über 150 italienischen Verfassungsdokumente beginnt mit den vorrevolutionären Verfassungsprojekten der Toskana (Pietro Leopoldo Stati, 1787) und endet mit den erstmals veröffentlichten Verfassungsentwürfen für das Königreich Lombardo-Venetien (Statuto Costituzionale del Regno Lombardo-Veneto, 1850). Der erste von zwei Teilbänden enthält die nationalen Verfassungen und die alphabetisch angeordneten regionalen Verfassungen von Ancona bis Lucca.
Herausgeber : Dippel, Horst; Cepulo, Dalibor; Krešic, Mirela; Hlavacka, Milan; Reiter, Ilse
Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century / Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. The Americas / Amerika. Vol. 1: Constitutional Documents of the United States of Ame
Verlag: De Gruyter
Die Buchedition Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist die vollständigste und wissenschaftlich fundierteste Sammlung ihrer Art. Sie enthält Verfassungsdokumente, die weltweit ab 1776 bis zum Ende des Jahres 1849 verfasst und verbreitet worden sind. Rund 1.600 Verfassungen, Verfassungsänderungen, Menschenrechtserklärungen sowie Entwürfe von Verfassungen, die niemals in Kraft getreten sind, sind aus diesem Zeitraum überliefert. Diese frühen Verfassungsdokumente sind im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Archiven und Bibliotheken der ganzen Welt gesichtet und gesammelt worden. Auf Grundlage der Originaldokumente rekonstruierten Experten amerikanischer sowie europäischer Universitäten jeweils für ein Land die authentischen Verfassungstexte und annotierten diese in der jeweiligen Amtssprache. Jeder Band enthält eine kurze Einführung, einen Hauptteil mit den edierten Verfassungsdokumenten eines Landes, Anmerkungen und einen Index. Der einzigartige Wert dieser Gesamtedition liegt darin, dass hier erstmals sämtliche, bislang weit verstreute und vielfach unbekannte Verfassungen aus der Frühphase des modernen Konstitutionalismus auf zuverlässiger, authentischer Textbasis verfügbar gemacht werden. Insgesamt werden die Verfassungen von rund 50 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas bandweise, Land für Land veröffentlicht. Verfassungen der Welt vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist eine einmalige und grundlegende Quellenedition und eine umfassende Dokumentation der Verfassungsgeschichte.
Bergmann, Birgit
Der Kranz des Kaisers
Verlag: de Gruyter
Der Kranz ist die Insignie des römischen Kaisers, die in der Ikonografie Roms am häufigsten belegt ist. Dennoch ist dieses Attribut bisher unzureichend erforscht. Das Buch von Birgit Bergmann schafft hier neue Grundlagen. Gestützt auf die archäologische und schriftliche überlieferung analysiert und interpretiert sie zum ersten Mal systematisch die Formen, Funktionen und Bedeutungen der Kränze römischer Bilder (vornehmlich) des Kaisers. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Lorbeer- und Eichenkränze, ihre Verwendung im Kult, im Triumph und im Militär sowie die Entwicklung eines besonderen Eichenkranzes, der sog. corona civica, zu dem kaiserlichen Kranz schlechthin.
Herausgeber : Rashed, Roshdi
Livres II et III. Commentaire historique et mathématique, édition et traduction du texte arabe
Verlag: de Gruyter
Die drei ersten Bücher der Conica befassen sich mit den Grundlagen der Theorie der Kegelschnitte, bevor sich Apollonius in den folgenden Büchern Einzelproblemen zuwendet. Diese drei Bücher waren bis vor kurzem nur in der Textfassung durch Eutocius bekannt. Man wusste allerdings, dass sie Teil einer arabischen übersetzung einer von Eutocius´ Textfassung unabhängigen griechischen Vorlage waren. Eine genaue Betrachtung des arabischen Textes der Bücher 2 und 3 führt zum selben Ergebnis, das im Rahmen dieser Neuedition bereits für das erste Buch erwiesen wurde: diese griechische Vorlage bietet einen besseren und sichereren Text. Der vorliegende Band bietet die kritische Erstedition des arabischen Textes, seine erste übersetzung in eine moderne Sprache und einen detaillierten historischen und mathematischen Kommentar. Nun vollständige Erstedition des Buchs von Apollonius Erstübersetzung des arabischen Textes in französischer Sprache Ausführlicher historischer und mathematischer Kommentar Einflussreicher Text über die Theorie der Kegelschnitte Herausgeber ist ausgewiesener Spezialist.
Herausgeber : Bredekamp, Horst; Bartsch, Tatjana; Becker, Marcus
Das Originale der Kopie
Verlag: de Gruyter
Ziel des vorliegenden Bandes ist es, Dimensionen der kulturellen Praktik des Kopierens antiker Kunst auszuloten. Kopien als das Primäre - das Originale? -, das sich als sekundär zu verstehen gibt, sind der Motor mannigfaltiger kultureller Austauschprozesse, in denen die verschiedensten Inhalte und Botschaften verhandelt und kommuniziert werden. Als Produkteund Medien der Transformation von Antike bringen Kopien die Verhältnisse einer scheinbar simplen Antikenrezeption zum „Tanzen".
Herausgeber : Böhme, Hartmut; Toepfer, Georg
Transformationen antiker Wissenschaften
Verlag: de Gruyter
Die Antike hat prägende Formen der Wissenserzeugung und Wissensorganisation hervorgebracht. Dies gilt in sozialer, theoretischer und forschungspraktischer Hinsicht. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Frage nach diesen Wissensformen und ihren Transformationen. Nicht nach dem einfachen Nachweis der Rezeption antiken Wissens in späteren Kulturen wird gefragt, sondern überhaupt erst nach der Begründung und Veränderung des Komplexes von Faktoren, die zusammen Wissenschaft ausmachen.
Herausgeber : Dingel, Irene; Schnettger, Matthias
Auf dem Weg nach Europa
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Europa ist in der öffentlichen Diskussion präsent wie nie zuvor. Dabei schwingt immer auch die Frage mit, was dieses Europa denn eigentlich sei. Auch die Geschichtswissenschaft hat sich des Themas Europa in den vergangenen Jahren verstärkt angenommen, doch die Forschung zu den einzelnen europäischen Ländern ist einer integrativen Europa-Historiographie weit voraus. Man könnte auch sagen: Sie ist erst auf dem Weg nach Europa.
Das Ziel der Beiträger dieses Bandes ist es, den Untersuchungsgegenstand »Europa« genauer zu fassen. Dies allerdings gerade nicht in dem Sinne, die Europabilder, die am Beginn des 21. Jahrhunderts verbreitet sind, auf die Vergangenheit zu übertragen und so der Gefahr zu erliegen, eine teleologisch auf das heutige (EU-)Europa ausgerichtete Geschichte des Kontinents zu pflegen.
In diesem Sinne geht der Band anhand ausgewählter Fallbeispiele für die Epoche der Neuzeit den Fragenkomplexen nach: Wie wurde Europa zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Personen-/Personengruppen gedeutet? Was machte Europa in den Augen der Zeitgenossen aus? Wer sollte »dazu« gehören, wer wurde ausgeschlossen? Welche Visionen wurden für Europa entwickelt? Wer erarbeitete sie und aus welchen Motiven heraus? Und schließlich: In welchem Verhältnis standen die Realitäten zu diesen Deutungen und Visionen?
Der Band möchte einen Beitrag zu einer europäischen Geschichte leisten, die mehr ist als eine Addition der verschiedenen Nationalgeschichten.
Uekötter, Frank
Die Wahrheit ist auf dem Feld
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wenige Bereiche der deutschen Gesellschaft haben sich unter dem Eindruck von wissenschaftlichen und technischen Innovationen so umfassend verändert wie die Landwirtschaft: Aus einer vormodernen Agrargesellschaft am Rande des Hungers wurde eine industrieförmige Agrarproduktion, die Lebensmittel im Überfluss, aber auch gravierende Umweltprobleme erzeugt.
Frank Uekötter beschreibt die agrarische Wissensentwicklung seit dem 19. Jahrhundert. Er diskutiert Institutionen und wichtige Innovationen ebenso wie die widersprüchlichen Reaktionen der agrarischen Wissensgesellschaft auf die Herausforderungen der neueren ökologischen Debatte. Die Arbeit dokumentiert damit auch, wie eine methodisch reflektierte Wissensgeschichte zu einer Neubewertung von Grundfragen der deutschen Agrar- und Umweltgeschichte führt.
Herausgeber : Jarausch, Konrad H.; Middell, Matthias; Grüttner, Michael; Hachtmann, Rüdiger; John, Jürgen
Gebrochene Wissenschaftskulturen
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Dieser Band regt eine kritische Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts an, indem er die Wechselbeziehung von politischen Systembrüchen und Wissenschaftsentwicklungen untersucht, deutsche Tendenzen mit internationalen Trends vergleicht und die gegenwärtige Reformdebatte in eine Langzeitperspektive einbettet. Er geht vom vermeintlichen Verlust der Weltgeltung deutscher Wissenschaft in der Weimarer Republik aus, analysiert die Selbstmobilisierung der Forschung im Dritten Reich und kontrastiert abschließend die Modernisierungsprobleme der DDR und der Bundesrepublik.
Steber, Martina
Ethnische Gewissheiten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Vom Kaiserreich bis in die NS-Zeit prägten kleinräumige Lebenswelten das Dasein. Für die Zeitgenossen war das alltägliche Handeln im kleinen Raum selbstverständlich. In einer sich wandelnden Welt stifteten die eigene Gemeinde, Stadt und Region Identität und Sinn. In welchem Verhältnis standen hierbei regionale Identität und andere identitäre Bezugssysteme, welche Ideen verbanden sich mit dem Entwurf des Regionalen und welchen Einfluss übte er auf Gesellschaft und Politik aus? Martina Steber verfolgt am Beispiel des bayerischen Schwaben die mentale Konstruktion des Regionalen und taxiert seine Funktion und Relevanz in eben jenem Zeitraum, in dem sich die Ambivalenz der Moderne so schillernd und grauenvoll zugleich zeigte.
Berghahn, Volker
Industriegesellschaft und Kulturtransfer
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der erste Teil des Bandes enthält vier Essays zur Entwicklung der deutschen Wirtschafts- und Unternehmenshistoriographie im 20. Jahrhundert und deren Beeinflussung durch ausländische wissenschaftliche Strömungen. Im zweiten Teil geht es um die Wandlungen, die das deutsche Industriesystem über die beiden Weltkriege hinweg durchmachte, während es zugleich zunehmend unter den ökonomischen Anpassungsdruck der Hegemonialmacht Amerika und deren Wirtschaftskultur geriet. Der dritte Teil verschiebt die Analyse stärker auf die gesellschaftlichen Entwicklungen im Europa des 20. Jahrhunderts und fragt nach der Rolle, die die amerikanischen Sozialwissenschaften und die großen amerikanischen Stiftungen dabei spielten.
Herausgeber : Böhler, Jochen; Mlynarczyk, Jacek Andrzej
Der Judenmord in den eingegliederten polnischen Gebieten 1939–1945
Verlag: Fibre
Die Vernichtung der europäischen Juden blieb nicht auf das Gebiet des "Generalgouvernements für die besetzten polnischen Gebiete" beschränkt, wo sie unter dem Tarnnamen "Aktion Reinhard" durchgeführt wurde. Auch in den eingegliederten polnischen Gebieten - in den Reichsgauen Wartheland und Danzig-Westpreußen, in Ostoberschlesien sowie in den Bezirken Zichenau und Bialystok - wurden Hunderttausende Juden, oftmals in direkter Nachbarschaft zu deutschen Reichsbürgern, verfolgt und ermordet. Die Beiträge des Sammelbandes beschäftigen sich mit der Bedeutung der eingegliederten polnischen Gebiete hinsichtlich der Entschlussbildung zur Judenvernichtung, zeichnen den Prozess von der Entrechtung hin zur Vernichtung nach, liefern neue Erkenntnisse zum dortigen NS-Lagersystem und schildern jüdische, polnische und alliierte Reaktionen im Angesicht des Holocaust.
Herausgeber : Juwig, Carsten; Kost, Catrin
Bilder in der Archäologie – eine Archäologie der Bilder?
Verlag: Waxmann
Bilder sind weder eindeutig noch selbstverständlich.Von dieser Prämisse ausgehend widmet sich dieser Band der frühen Bildergeschichte. Der Horizont der hier versammelten Beiträge reicht dabei von der nordchinesischen Steppe bis zum Mittelmeer und vom Neolithikum bis zum Hochmittelalter.Konkrete Fallbeispiele aus den archäologischen Einzelfächern und der Kunstgeschichte thematisieren unterschiedliche Aspekte und Problemfelder von Bildanalyse und Bildinterpretation. Darüber hinaus werden die Konturen einer archäologischen Bildhermeneutik entworfen, die das Spannungsfeld von bildlicher Eigenleistung und kulturellem Kontext neu vermisst, um ein Epochen und Kultur übergreifendes Verständnis von Bildern als Bild-Objekten zu ermöglichen.
Marin, Francesco
Die „deutsche Minerva“ in Italien
Verlag: SH-Verlag
Jahrzehntelang setzten sich Öffentlichkeit und akademische Welt in Italien mit der zum Vorbild stilisierten „deutschen Wissenschaft“ auseinander. Universitätsstrukturen und wissenschaftliche Praktiken, Hochschulpolitik und innerfachliche Methodendiskurse wurden bewundert und eingehend untersucht. Die Studie von Francesco Marin geht Fragen der Rezeption und des Wissenstransfers nach, indem sie Ziele und Motive der vielseitigen Bezugnahme auf das deutsche Modell erforscht und institutionsgeschichtliche und prosopographische Aspekte miteinander verbindet. Am Beispiel der vielen in Deutschland ausgebildeten italienischen Akademiker in den Rechts- und Geisteswissenschaften, deren wissenschaftliche Laufbahn umfassend rekonstruiert wird, zeigt sich die Komplexität der Suche nach einem nationalen Weg zur Wissenschaft.
Herausgeber : Beuckers, Klaus G
Die Kirchen von Neuweiler / Das Rituale des frühen 13. Jahrhunderts aus der Abtei Neuweiler / Le Rituel de l'abbaye de Neuwiller-lès-Saverne
Verlag: SH-Verlag
Das Forschungsprojekt zu den mittelalterlichen Kirchen in Neuweiler im Elsass (Neuwiller-lés-Saverne) legt im zweiten Band mit dem um 1200 niedergeschriebenen Neuweiler Rituale eine bedeutende Schriftquelle zur Liturgie in der ehemaligen Abteikirche St. Peter und Paul vor. In seltener Weise zeugt die Handschrift von der Ausgestaltung einer eigenen Liturgie für einen baulichen Übergangszustand, der sich nach der Abtragung der vorromanischen Klosterkirche und dem Neubau der Ostteile der romanischen Kirche ergeben hatte. Erst als im späteren 13. Jahrhundert das Langhaus in gotischen Formen errichtet wurde, war eine uneingeschränkte Entfaltung der Liturgie wieder möglich. Der Band enthält den Text des bisher nur am Rande erforschten Rituales in einer vollständigen lateinischen Transkription und einer deutschen Übersetzung von Gerhard Vogt. Zudem wird die Handschrift in einem Beitrag von Klaus Gereon Beuckers vorgestellt und in einer methodisch innovativen Weise auf ihren Aussagewert für die räumliche Nutzung der Klosterkirche und die Altarstellen untersucht. Ein Beitrag von Beate Braun-Niehr widmet sich darüber hinaus den Initialen der Handschrift.
Matthias Martens
Implizites Wissen und kompetentes Handeln
Verlag: V&R unipress
Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene begegnen in ihrem Alltag einer Fülle gedeuteter, in unterschiedlichsten medialen Formen dargestellter Geschichte; Sinnbildungsangebote sind hier notwendig enthalten. Geschichtsunterricht muss SchülerInnen zu einem reflektierten Umgang mit diesen Darstellungen von Geschichte und somit zu einer kritischen Partizipation an Geschichtskultur insgesamt befähigen.
Matthias Martens leistet einen Beitrag zur Kompetenz-diskussion im Fach Geschichte, indem er sich mit der empirischen Klärung der Frage befasst, wie SchülerInnen mit gedeuteter, dargestellter Geschichte umgehen, und diejenigen Kompetenzen rekonstruiert, die sie dafür bisher ausgebildet haben. Damit ist die Studie im Spannungsfeld zwischen einer breiteren bildungspolitischen und bildungswissenschaftlichen Diskussion um Standardisierung und Kompetenzorientierung und deren domänenspezifischer, geschichtsdidaktischer Ausprägung verortet – ein Forschungskontext, der geprägt ist durch die Diskussion der Implementierung von Standards und der empirischen Erforschung von Kompetenzen. Die Arbeit versteht sich als ein Ansatz, der die bisher wenig entwickelten Verknüpfungen zwischen allgemein bildungswissenschaftlicher und geschichtsdidaktischer Kompetenzdiskussion vertieft.
Spanos, Apostolos
Codex Lesbiacus Leimonos 11
Verlag: de Gruyter
The book is an annotated critical edition of an unpublished collection of hymnographical texts, preserved in the 11th-12th-century Greek manuscript 11 of the library of Leimonos Monastery, Lesbos, Greece. This important codex is a Menaion for the month of June, comprising thirty akolouthiai on saints; twenty of them hitherto unpublished. The edition of the texts is accompanied by an introduction, a commentary, appendices of unpublished hymns preserved in manuscripts other than Lesbiacus Leimonos 11, a full bibliography, indices and plates with facsimiles of selected folios of manuscripts.
Herausgeber : Gildenhard, Ingo; Revermann, Martin
Beyond the Fifth Century
Verlag: de Gruyter
Beyond the Fifth Century brings together 13 scholars from various disciplines (Classics, Ancient History, Mediaeval Studies) to explore interactions with Greek tragedy from the 4th century BC up to the Middle Ages. The volume breaks new ground in several ways: in its chronological scope, the various modes of reception considered, the pervasive interest in interactions between tragedy and society-at-large, and the fact that some studies are of a comparative nature.
Tóth, Imre
Fragmente und Spuren nichteuklidischer Geometrie bei Aristoteles
Verlag: de Gruyter
Im Corpus Aristotelicum sind 18 Stellen nachweisbar, an denen Aristoteles dem fundamentalen euklidischen Theorem von der Gleichheit der Dreieckswinkelsumme formal entgegengesetzte Aussagen zitiert. Diese Aussagen entstanden beim Versuch von Geometern der Akademie, den Fundamentalsatz der euklidischen Geometrie auf indirektem Weg zu beweisen. Der Versuch führte jedoch zu keinem Widerspruch und Aristoteles hielt die Alternative "euklidisch - nichteuklidisch" für unentscheidbar. In seinen Ethiken führt er sie als einziges Beispiel an, um die Wahlfreiheit des handelnden Subjekts zu illustrieren.
Podolak, Pietro
Soranos von Ephesos, Peri psyches
Verlag: de Gruyter
Die heute größtenteils verlorenen Schriften des Arztes Soranos von Ephesos (ca. 100-140 n.Chr.) behandeln die gesamte Heilkunde der Zeit. Darüber hinaus lassen sie das philosophische Denken des Soranos sowie sein breites historisches Interesse erkennen. In diesem Band werden aus verschiedenen Quellen die Testimonien der Abhandlung Peri psyches gesammelt. Darin stellt sich Soranos als bedeutender Vertreter der hellenistischen Seelenlehre dar, deren Grundsätze der Materialismus allgemein sowie die Körperlichkeit der Seele sind.
Herausgeber : Hömke, Nicola; Reitz, Christiane
Lucan's "Bellum Civile"
Verlag: de Gruyter
Lucans Bellum Civile ist eines der wirkmächtigsten und ungewöhnlichsten Werke der frühen Kaiserzeit; es genießt gerade in jüngster Zeit reges Forschungsinteresse. Im vorliegenden Band analysieren namhafte Lucanforscher die poetologischen, narratologischen und stilistischen Gestaltungstechniken, mit denen Lucan die Bürgerkriegsthematik literarisiert. Das Epos steht zugleich inner- und außerhalb der Gattungstradition und konfrontiert seine Leserschaft mit einer neuartigen Ästhetik.
Herausgeber : Burkard, Thorsten; Schauer, Markus; Wiener, Claudia
Vestigia Vergiliana
Verlag: de Gruyter
19 Beiträger zeigen in diesem Sammelband anhand ausgewählter Beispiele, wie Vergils Werke, vor allem sein Epos Aeneis, von neuzeitlichen Autoren rezipiert werden. Die Beispiele umfassen fünf Jahrhunderte (vom 15. bis zum 20. Jahrhundert) und beschränken sich nicht auf die lateinische Rezeption, sondern stellen Texte unterschiedlicher Gattungen und Sprachen (Latein, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch u.a.) vor. Der Band gibt so einen eindrucksvollen überblick über die Vielfalt der neuzeitlichen Vergilrezeption.
Jahrbuch der Göttinger Akademie der Wissenschaften 2009
Verlag: de Gruyter
Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, eine der traditionsreichsten Einrichtungen ihrer Art, vereint Gelehrte unterschiedlichster Fachrichtungen. In ihrem Jahrbuch wird die Entwicklung der Akademie innerhalb eines Geschäftsjahres nachgezeichnet. Neben Jahresbericht, Preisträgern und dem Mitgliederverzeichnis werden hier insbesondere die Forschungsvorhaben der Akademie vorgestellt sowie ausgewählte Akademievorträge der Öffentlichkeit präsentiert.
Herausgeber : Budde, Gunilla; Conze, Eckart; Rauh, Cornelia
Bürgertum nach dem bürgerlichen Zeitalter
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Gibt es in Deutschland und in Europa nach dem bürgerlichen Zeitalter noch eine Sozialformation, die in der Tradition des Bürgertums steht?Der bürgerliche Wertehimmel wird gerade neu entdeckt: Beschwörungen einer »neuen Bürgerlichkeit« füllen in den letzten Jahren Medien ganz unterschiedlicher politischer Couleur. Um sich der Frage nach bürgerlichen Kontinuitäten, aber auch nach Neubestimmungen von »Bürgerlichkeit«, zu nähern, suchen die Beiträge bestimmte Handlungsfelder auf, welche die Forschung zum 19. Jahrhundert als »bürgerlich« charakterisiert hat. Fünf solcher »Orte« stehen dabei im Fokus: die Zivilgesellschaft, die Alltagskultur, Bildung und Erziehung, Unternehmen sowie Politik und Staat.Verkaufsargumente [Kein Text vorhanden]
Herausgeber : Rödder, Andreas; Elz, Wolfgang
Deutschland in der Welt
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wohin führt die europäische Einigung? Wozu führen wir Krieg? Der Blick auf Meilensteine deutscher Außen- und Sicherheitspolitik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs öffnet das Verständnis für die Rolle Deutschlands in der Gegenwart.Ausgewiesene Experten aus Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften diskutieren ausgehend von der Westbindung über Mauerbau und Ostverträge bis hin zum Mauerfall die entscheidenden internationalen Weichenstellungen und vermessen den Weg, der die Bundesrepublik in die Gegenwart geführt hat. Zugleich wenden sie sich der veränderten Rolle Deutschlands nach der Wiedervereinigung zu. Beiträge zur europäischen Integration und zum Kosovo- und Afghanistan-Einsatz zeigen die neuen Herausforderungen, mit denen sich die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik seither konfrontiert sieht.
Liebersohn, Yosef Z.
The Dispute concerning Rhetoric in Hellenistic Thought
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Liebersohn untersucht den historischen, gesellschaftlichen und geographischen Hintergrund der Polemiken, die »Rhetorik« betreffend. Es gelingt ihm, fünf Hauptargumente gegen Rhetorik zu rekonstruieren.Diese Studie rekonstruiert die Auseinandersetzung in der griechischen Philosophie über die Rhetorik mit Hilfe zweier Achsen, die in Wechselbeziehung zueinander stehen. Zunächst wird das genaue Umfeld dieses Disputs untersucht, also die Orte, Daten und Personen. Im Anschluss werden fünf Hauptargumente gegen Rhetorik rekonstruiert, die alle vom Anspruch der Rhetorik, zu den Künsten zu gehören, ausgehen.
Richter, Michael
Die friedliche Revolution
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die friedliche RevolutionDieses Buch wird das Bild der »Wende« nachhaltig beeinflussen. Denn es zeigt, dass die Bevölkerung der zentrale Akteur der Ereignisse war, und erklärt, warum die Entwicklung in die deutsche Einheit einmündete.Mit diesem Buch liegt erstmals eine ausführliche zeitgeschichtliche Darstellung des Prozesses der SED-Entmachtung und der Demokratisierung bis zur Märzwahl 1990 vor. Ergänzt wird der Text durch zahlreiche Diagramme, mit denen die Stimmen der Bevölkerung quantitativ erfasst und ausgewertet werden. Am Beispiel Sachsens, des Schrittmachers der Revolution, werden die Entwicklungen in Bezirken, Kreisen, Kommunen und Betrieben in Wechselwirkung mit der internationalen und nationalen Politik untersucht und die Haupttriebkräfte der Entwicklung beschrieben. Das Buch wird das Bild der »Wende« nachhaltig beeinflussen. Es lässt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung der zentrale Akteur der Ereignisse war. So wird plausibel, warum die Entwicklung nicht bei einer Erneuerung der DDR stehen blieb, sondern in die deutsche Einheit einmündete.Dr. Michael Richter ist Historiker am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden.
Herausgeber : Slanicka, Simona; Grüne, Niels
Korruption
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Band beleuchtet die Denkform »Korruption« als eine epochenübergreifende Grundfigur politischer Kommunikation.In der Moderne bildet »Korruption« einen Brennpunkt der Kritik an Amtsmissbrauch, Klientelismus oder der Käuflichkeit von Politik. Der Band leuchtet die historischen Dimensionen dieses Deutungsmusters aus. In 20 Beiträgen spannt er einen Bogen, der von der Antike bis ins 20. Jahrhundert reicht. Erstmals wird »Korruption« in ihrem Wechselverhältnis aus sozialer Praxis und kultureller Konstruktion damit in breiter epochenübergreifender Perspektive betrachtet. Die vielfältigen Bezüge zu gesellschaftlichen Legitimationsfragen weisen die Denkform »Korruption« hierbei als eine Grundfigur politischer Kommunikation aus.
Neuheiser, Jörg
Krone, Kirche und Verfassung
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
»Popular Conservatism« – Jörg Neuheiser untersucht den plebejischen Konservatismus in Politik, Alltags- und Festkultur in England.Konservative Traditionen in den englischen Unterschichten? Der ungestüme Patriotismus, die loyalistische Begeisterung für die Krone und der xenophobische Antikatholizismus der einfachen Engländer wurden in der Forschung lange ignoriert. Jörg Neuheiser geht religiösen Aspekten der Protest- und Alltagskultur ebenso nach wie der konservativen Mobilisierung von gewöhnlichen Engländern in Wahlkämpfen. Lange bevor das Wahlrecht die Unterschichten erreichte, entdeckt er einen »Konservatismus von unten«, der das traditionelle Bild der englischen Unterschichten um eine neue Dimension bereichert.
Doering-Manteuffel, Anselm; Raphael, Lutz
Nach dem Boom
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die Zeit des Booms waren die fünfziger bis siebziger Jahre, die Jahrzehnte einer stabilen Nachkriegsordnung, die mit dem Marshallplan 1947 eingeleitet wurde und im wirtschaftlichen Wandel seit 1973 an ihr Ende kam. Danach gingen grundlegende Veränderungen von der Wirtschaft aus und hatten ihre Wirkung auf die politischen und sozialen Leitvorstellungen in den westeuropäischen Ländern. Das Gesellschaftsmodell der Boom-Epoche wandelte sich mit hoher Dynamik. Das Nebeneinander von Kontinuität und Bruch in Strukturen und Mentalitäten kennzeichnet eine neue Epoche in der europäischen Geschichte.
Hierholzer, Vera
Nahrung nach Norm
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Dieser Band untersucht am Beispiel der Nahrungsmittelregulierung den Normenwandel in der Phase des Übergangs zur industrialisierten Konsumgesellschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.Vera Hierholzer diagnostiziert ein tiefes Misstrauen gegenüber der kommerzialisierten Nahrungsmittelversorgung, dem mit der Ausbildung neuer Formen der Vertrauenssicherung begegnet wurde: An die Stelle der vormodernen, konzentrierten staatlichen Gesetzgebung trat eine faktisch arbeitsteilige Regulierung einer Vielzahl von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbraucherkreisen.
Herausgeber : Duchhardt, Heinz
Der Pyrenäenfriede 1659
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Pyrenäenfriede von 1659 beendete den seit 1635 geführten französisch-spanischen Krieg. Seine Vorgeschichte mit den zahlreichen vergeblichen Versuchen, den Frieden schon früher zu erzwingen, zeigt, dass es um mehr ging als eine Befriedung zweier besonders hartnäckiger Kriegsgegner, die nach dem Westfälischen Frieden von 1648 noch ausstand. 1659 wurde die Tektonik des europäischen Staatensystems neu gestaltet: Die französische Hegemonie begann, das glorreiche »Siglo de Oro« Spaniens endete. Dieser Band versammelt Beiträge spanischer, französischer, russischer und deutscher Autoren, die den langen Weg zum Frieden und seine Rezeption in den europäischen Wissenschaftskulturen nachzeichnen.
Herausgeber : Müller, Philipp; Hardtwig, Wolfgang
Die Vergangenheit der Weltgeschichte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wie wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert Weltgeschichte konzipiert und geschrieben? Dieser Band stellt 13 universalgeschichtliche Entwürfe vor, die am Wissenschaftsstandort Berlin entstanden sind.Die aktuelle Renaissance globalhistorischer Geschichtsschreibung wirft die Frage nach ihrer Vorgeschichte auf. Die Beiträge dieses Bandes zeigen die weltgeschichtlichen Ansätze, die in Berlin im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden sind. Welche Varianten von universalgeschichtlichem Denken haben sich im Disziplinengefüge der Universität herausgebildet? Behandelt werden neben den Historikern Droysen, Ranke, Breysig, Delbrück, Meyer, Schäfer und Hintze auch die Philosophen Fichte und Hegel, der Kunsthistoriker Kugler, der Geograph Ritter, der Theologe von Harnack und der Nationalökonom Sombart.
Egetmeyer, Markus
Le dialecte grec ancien de Chypre
Verlag: de Gruyter
Das Altgriechische ist eine der indogermanischen Sprachen mit besonders reichhaltiger überlieferung. Zwei seiner Dialekte sind nicht im Alphabet, sondern in einer der ägäischen Silbenschriften überliefert: Mykenisch und Kyprisch. Das an der östlichen Peripherie gelegene Kyprische ist Gegenstand dieses Handbuchs. Es bietet als Hauptteil eine Grammatik, die vor allem die Chronologie der Inschriften berücksichtigt. Der zweite Band soll die Arbeit mit der Grammatik erleichtern und bietet dazu den Text der Inschriften mit übersetzung, eine umfangreiche Bibliographie und Indices.
Dietrich, Nikolaus
Figur ohne Raum?
Verlag: de Gruyter
Nikolaus Dietrich legt ein allgemeines Modell zum Verständnis der Räumlichkeit griechischer Bilder vor, das er anhand einer Analyse von Landschaftselementen in der attischen Vasenmalerei des 6. und 5. Jh. v.Chr. entwickelt. Unser heutiges Konzept von Landschaftsraum erweist sich dabei als gänzlich ungeeignet für das Verständnis dieser Motive: Der Raum der griechischen Bilder stellt keine Vorstufe, sondern eine grundsätzliche Alternative zu dem uns seit der Renaissance geläufigen Bildraum dar. Damit wird die kulturelle Bedingtheit unseres Sehens deutlich. Neuer Band der hochwertig ausgestatteten Reihe ICON Reichhaltig bebilderte Studie Topthema der attischen Vasenmalerei
Stoevesandt, Magdalene; Visser, Edzard; Brügger, Claude
Kommentar zu Homers Ilias Bd. 2 Fasz. 2
Verlag: de Gruyter
Ein deutschsprachiger wissenschaftlicher Gesamtkommentar zu Homers Ilias ist seit dem Kommentar von Ameis-Hentze-Cauer (1868-1913) nicht mehr erschienen. In der Zwischenzeit hat die Homer-Forschung auf sämtlichen traditionellen Teilgebieten (Sprache, Realien, Struktur usw.) erhebliche Fortschritte gemacht. Darüber hinaus sind grundsätzlich bekannte Bereiche wie z. B. die Erzählforschung auf eine systematische Grundlage gestellt worden. Schließlich sind mit Mykenologie (Linear B) und Oral-poetry- sowie Troia-Forschung gänzlich neue Möglichkeiten der Texterschließung hinzugekommen. Ausgehend von der Basis des alten Ameis-Hentze-Cauer spiegelt der Kommentar den gegenwärtigen Kenntnisstand der Homerforschung in umfassender Breite wider. Der „Basler Kommentar" zur Ilias wird von der Fachwelt als neues Grundlagenwerk weltweit stark beachtet. Ein inhaltlich und formal neuartiges Konzept kommt den Bedürfnissen unterschiedlicher Benutzergruppen entgegen. Der Kommentar zu einzelnen Versgruppen bzw. Versen gliedert sich in jeweils bis zu vier auch typographisch voneinander abgesetzte Erklärungsebenen, aufsteigend von Elementarerläuterungen zur homerischen Sprache bis zu Fragen der Struktur und der poetischen Technik, Adressaten sind Studierende und Dozenten an Universität und Schule, nicht nur der Altertumswissenschaften, sondern allgemein der Literatur- und Kulturwissenschaften.
Herausgeber : Patrick Bormann, Thomas Freiberger, Judith Michel
Angst in den Internationalen Beziehungen
Verlag: V&R unipress
Gefahrenvorstellungen spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Außenpolitik. Dieser Band geht der Bedeutung der Angst für außenpolitische Entscheidungsprozesse anhand von ausgewählten Fallbeispielen in der Neuzeit nach. Nach theore-tischen Vorüberleg
Eversdijk, Nicole
Kultur als politisches Werbemittel
Verlag: Waxmann
Diese Untersuchung zu den deutsch-niederländischen Beziehungen im Ersten Weltkrieg thematisiert die deutsche kultur- und pressepolitische Arbeit in den Niederlanden. Sie versucht den ,Lockvogelgesang‘, das ,Werben‘ und seine Wirksamkeit darzustellen.Die wechselseitige Perzeption der beiden Nachbarstaaten wurde geprägt von der Unterschiedlichkeit der Länder in Tradition und Mentalität. Zu Recht stellte in jener Zeit schon der Kunsthistoriker und Niederlandekenner Friedrich K. A. (Fritz) Wiehert fest, es sei überraschend, wie wenig die Deutschen über die Niederlande und wie wenig die Niederländer über Deutschland wüssten, trotz oder gerade wegen der nachbarlichen Nähe. Was wurde unternommen, welche Mittel wurden eingesetzt, um die Niederlande zu einer Parteinahme zu bewegen oder sie Deutschland wenigstens gewogen zu stimmen? Hier ist vor allem der in Den Haag tätigen geheimen Hilfsstelle eine wichtige Rolle zuzuschreiben. Ihre Aufgabe war es, das neutrale Nachbarland durch kulturelle Mittel deutschfreundlich zu beeinflussen mit der Zielvorgabe, die Niederlande in einen kulturellen Außenposten im Sinne des Deutschen Reiches zu verwandeln.
Boonen, Ute K
Die mittelniederländische Urkundensprache in Privaturkunden des 13. und 14. Jahrhunderts
Verlag: Waxmann
Während des Mittelalters wird das Lateinische als traditionelle Urkundensprache allmählich von den Volkssprachen verdrängt. Dieser Prozess, der u.a. mit der Entstehung des Bürgertums und dem Erstarken der Städte zusammenhängt, beginnt im Südwesten Europas und setzt sich mit zeitlicher Verzögerung in nördlicher und östlicher Richtung fort. In den Niederlanden erfolgt die Ablösung des Lateins durch das Mittelniederländische während des 13. und 14. Jahrhunderts. Der Prozess der Verschriftlichung des Mittelniederländischen und das Verhältnis von Latein und Volkssprache stehen seit einigen Jahren verstärkt im Interesse der Forschung. Diese Studie untersucht, wie Skribenten bei der Umsetzung der lateinischen Formeln ins Niederländische vorgehen. Wird das Lateinische wörtlich übersetzt? Entwickelt sich eine eigene mittelniederländische Fachsprache? Die Untersuchung von rund 2000 Urkunden zeigt, dass die Skribenten bestimmte Formeln als Vorlage auswählen und sich bei der Übertragung ins Mittelniederländische langsam von den Vorlagen emanzipieren. Trotz des stereotypen Sprachgebrauchs in den Urkunden lassen sich lexikalische und syntaktische Unterschiede feststellen, die durch die regional unterschiedliche Ausprägung der mittelniederländischen Schreibsprache bedingt sind.During the middle ages, Latin gets ousted as the traditional language of record by the vernacular languages in Europe. This process which comes together with the rise of the commonalty and the growing influence of the cities begins in the Southwest of Europe and proceeds northwards and eastwards. In the Low Countries, Latin gets replaced by Middle Dutch during the thirteenth and fourteenth centuries. In recent years, researchers have focused on the introduction of Middle Dutch as a documentary language and the relationship between Latin and the vernacular. This study analyses how scribes transfer Latin formulas into Dutch ones. Are the Latin formulas translated word by word? Is a vernacular documentary language developing?The examination of about 2000 mediaeval charters shows that the scribes select some formulas as a model for their translation and finally emancipate from the Latin model.Although stereotypical language use is common for charters, there are lexical and syntactical differences that are caused by the peculiarities of the different regional written languages.
Robbe, Joost R
Der mittelniederländische Spieghel onser behoudenisse und seine lateinische Quelle
Verlag: Waxmann
Neben der Biblia pauperum ist das Speculum humanae salvationis das wohl bekannteste typologische Werk des Mittelalters. Vom lateinischen Text, der in einer Lang- und einer Kurzfassung vorliegt, sind 328 handschriftliche mittelalterliche Quellen überliefert. Zudem wurde das Werk auch mehrfach gedruckt. Von seiner Popularität zeugen überdies Übersetzungen ins Deutsche, Französische, Niederländische, Englische und Tschechische. Insgesamt sind 422 Manuskripte nachweisbar. Diese Arbeit stellt eine der beiden niederländischen Fassungen des Speculum, und zwar die Prosaübersetzung aus dem Jahre 1464, die in einer einzigen Handschrift (Haarlem, Stadsbibliotheek II 17) und in drei nahezu textgleichen Frühdrucken überliefert ist, in den Mittelpunkt. Neben Struktur und Funktion des lateinischen Textes werden in einem chronologisch-thematisch organisierten status quaestionis die Accessusfragen nach Herkunft und Autorschaft des Speculum erörtert. Die Forschungsgeschichte des Speculum liest sich wie ein roman d’apprentissage, in dessen Verlauf sich die Forscher allmählich von historisch belasteten Vorstellungen distanzieren. Trotzdem blieb vieles bisher im Dunklen, zum Beispiel die Verbindung des niederländischen Speculum mit dem burgundischen Hofadel im fünfzehnten Jahrhundert. Die historische Belastung der Forschung galt am stärksten für die niederländischen Inkunabeldrucke, die schon im 16. Jahrhundert als Produkte aus der Haarlemer Druckoffizin Laurens Janszoon Costers betrachtet wurden. Der Coster-Mythos wird hier nicht nur dekonstruiert, sondern durch eine neue Hypothese ersetzt. Vom mittelniederländischen Spieghel werden eine genaue kodikologische Beschreibung und eine breit angelegte Analyse der Sprache geboten. Auch der literaturhistorische Kontext und die Übersetzungs- und Bearbeitungstechnik werden eingehen behandelt. Die kritische Edition nach der Haarlemer Handschrift erfüllt ein altes Forschungsdesiderat, indem sie sowohl den Vergleich mit der bereits vor mehr als einem Jahrhundert herausgegebenen Versübertragung ermöglicht, als auch eine eminent wichtige Schnittstelle zwischen handschriftlicher und gedruckter Tradition in den Niederlanden für die Forschung zugänglich macht.
Stippak, Marcus
Beharrliche Provisorien
Verlag: Waxmann
Als Kommunen im 19. Jahrhundert zentrale Systeme zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung schufen, hoffte man vielerorts, hygienische und ökologische Probleme ein für alle Mal lösen zu können. An die Stelle dieser auch auf Prestige-, Standort- und Machbarkeitsdenken ruhenden Erwartung trat aber bald Ernüchterung: Mit den beiden Infrastruktursystemen gingen unerwünschte Effekte wie ungenießbares Leitungswasser, ein ausufernder Wasserkonsum, die Versteppung von Landschaften, die Verunreinigung von Gewässern, Geruchsbelästigungen und partielle Systemzusammenbrüche einher.Am Beispiel der Städte Darmstadt und Dessau wird deutlich, dass der noch zu BRD- und DDR-Zeiten für möglich gehaltene infrastrukturtechnische „Befreiungsschlag“ allenfalls zum Teil glückte. Der Kurzlebigkeit einzelner Systemkomponenten stand die Langlebigkeit des in die jeweilige Region ausgreifenden Gesamtsystems gegenüber. Neuen Handlungsspielräumen folgten neue Handlungszwänge. Die im Kaiserreich geschaffenen Infrastruktursysteme erwiesen sich aus einer Vielzahl von politischen, technischen und gesellschaftlichen Faktoren als beharrliche Provisorien.Marcus Stippak promovierte an der Technischen Universität Darmstadt zum Dr. phil. Er war Stipendiat des interdisziplinären DFG-Graduiertenkollegs „Technisierung und Gesellschaft“. Zurzeit ist er als freiberuflicher Historiker für das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Darmstadt tätig.
Herausgeber : Oliver Rathkolb / Friedrich Stadler
Das Jahr 1968 – Ereignis, Symbol, Chiffre
Verlag: V&R unipress
Das Jahr 1968 bleibt Gegenstand öffentlicher Debatten und der zeitgeschichtlichen Historiografie zwischen Mythos-Pflege und kritischer Rekonstruktion. Diese Historiografie hat den Anspruch, die 68er-Generation und legitimatorische Strategien pro und contra 1968er-Bewegung aus gegenwärtiger Sicht zu deuten. 1968 steht international als Symbol für eine Dekade zwischen Revolution und Rebellion, den Widerstand gegen die offene und »strukturelle Gewalt« des gesellschaftlichen und politischen Establishments – als konkrete Utopie von einer anderen Gesellschaft.
Das bis heute in der Zeitgeschichte kontrovers dargestellte Jahr 1968 wird in diesem Band aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive in Form von dichten Beschreibungen und Analysen behandelt: Die singulären Ereignisse werden kontextuell beschrieben, die aufgeladenen Symbole interpretiert und die mehrdeutigen Chiffren dekodiert. Nicht zuletzt wird dessen Historiografie zwischen Legitimation und Fundamentalkritik problematisiert.
Herausgeber : Frederiksen, Rune; Marchand, Eckart
Plaster Casts
Verlag: de Gruyter
This volume originates from an international conference held at Oxford University in 2007. Texts by classical archaeologists, art historians, students of the history of collecting, curators, conservators and artists address objects and themes from antiquity to the present day, ancient Egypt to 20th-century Mexico and contemporary Europe. They explore status, reception and functions of casts as well as hands-on issues, such as the making, trading, display and conservation of plaster casts. A handbook for students, academics, curators and collectors, the text will become a standard work on the role of plaster casts in the history of Western sculpture.
Herausgeber : Decorps-Foulquier, Micheline; Federspiel, Michel
Apollonius de Perge, Coniques. Livres II-IV. Édition et traduction du texte grec
Verlag: de Gruyter
Band 2.3 enthält die ins Griechische übersetzten Bücher II bis IV der Conica des Apollonius von Perge. Er ist nach dem gleichen Prinzip angelegt wie der vorhergehende Band zu Buch I: Er bietet die kritische Edition der griechischen Texte, begleitet von zahlreichen Anmerkungen und einem Lexikon aller mathematischen Begriffe. Eine Einleitung und die französische übersetzung schlüsseln den Editionstext auf. Die Ausgabe der griechischen Bücher der Conica wird komplettiert durch die kritische Edition des Conica-Kommentars des Eutocius d´Ascalon, die ebenfalls mit einer französischen übersetzung versehen ist. Nun vollständige Erstedition der Conica von Apollonius Erstübersetzung des griechischen Textes in französischer Sprache Ausführlicher historischer und mathematischer Kommentar Einflussreicher Text über die Theorie der Kegelschnitte Herausgeber ist ausgewiesener Spezialist
Herausgeber : Kreikenbom, Detlev; Mahler, Karl-Uwe; Schollmeyer, Patrick
Krise und Kult
Verlag: de Gruyter
Der vorliegende Band vereint zwölf Beiträge zur Stadtentwicklung des Vorderen Orients und Nordafrikas in spätantiker Zeit. Die Autoren wenden sich zum einen den historischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten dieses Gebietes zu. Ein umfangreicher Abbildungsteil neuen archäologischen Materials sowie dessen Interpretation bilden den zweiten Schwerpunkt des Sammelbandes.
Herausgeber : Bernik, France; Lauer, Reinhard
Die Grundlagen der slowenischen Kultur
Verlag: de Gruyter
Seit 2004 gehört Slowenien der Europäischen Union an. über 1000 Jahre war das kleine Land mit seinen nicht mehr als zwei Millionen Einwohnern von fremden Mächten abhängig. Dennoch haben die vielfältigen Einflüsse Sprache und Eigenart der slowenischen Bevölkerung nicht auslöschen können. Die Beiträge beschäftigen sich u.a. mit der Widerstandskraft der Slowenen, dem Nationaldichter France Prešeren, der Entfaltung von Verwaltungsstrukturen in der jugoslawischen Zeit sowie mit der Kunst und Kultur der Slowenen.
Herausgeber : Rizzi, Marco
Hadrian and the Christians
Verlag: de Gruyter
Das Jahrbuch und die Begleitreihe MILLENNIUM-STUDIEN wollen Grenzen überschreiten, Grenzen zwischen den Epochen und regionalen Räumen wie auch Grenzen zwischen den Disziplinen. MILLENNIUM ist international, transdisziplinär und epochenübergreifend ausgerichtet. Das Herausgebergremium und der Beirat repräsentieren ein breites Spektrum von Fächern: Kunst- und literaturwissenschaftliche Beiträge sollen ebenso zu ihrem Recht kommen wie historische, theologische und philosophische, Beiträge zu den lateinischen und griechischen Kulturen ebenso wie zu den orientalischen. In den STUDIEN werden einschlägige Monographien oder Sammelwerke aus dem gesamten Themenspektrum vorgelegt. Im Jahrbuch soll durch die Vielfalt der Artikel, deren Verbindungslinien untereinander jeweils ein ausführliches Editorial skizziert, das Gespräch zwischen den Fächern und den nationalen Forschungskulturen belebt werden. Einzelrezensionen werden nicht veröffentlicht, bisweilen aber Literaturberichte. Publikationssprachen sind vornehmlich Englisch und Deutsch; die Aufnahme französischer, italienischer und spanischer Artikel ist möglich.
Herausgeber : Xenis, Georgios A.
Scholia vetera in Sophoclis "Electram"
Verlag: de Gruyter
Scholars have been seeking to understand Sophocles' Electra for over two millennia. The beginnings of this long tradition of the play's interpretation lie in Hellenistic Alexandria and are now being represented by a series of notes which have survived in the margins of medieval manuscripts. The book offers an English introduction and an authoritative new critical text of these notes based on a thorough review of the manuscript evidence and the best modern scholarship. The critical text is accompanied by an apparatus criticus and is placed in its scholarly context by means of a rich collection of parallel passages.
Battistella, Chiara
P. Ovidii Nasonis "Heroidum Epistula" 10: Ariadne Theseo
Verlag: de Gruyter
Dieser neue Kommentar zu Ovids Heroides 10 bietet einen einführenden Aufsatz, eine neubearbeitete Textfassung und detaillierte interpretative, linguistische und stilistische Anmerkungen zum Text. Durch die Kombination von traditioneller philologischer Herangehensweise mit Tendenzen der neueren Forschung bieten sowohl die Einführung als auch die kommentierten Passagen eine ergiebige Analyse des textlichen Aufbaus und vermitteln einen überblick über Ovids Sprache und Stil, ebenso wie über die Beziehung der Epistel zu ihren literarischen Vorbildern.
Lamari, Anna A.
Narrative, Intertext, and Space in Euripides' "Phoenissae"
Verlag: de Gruyter
This book applies the basic principles of narratology to an ancient Greek tragedy, namely Euripides´ Phoenissae. In a play with an exceptionally rich plot, a narratological study yields interesting interpretive results regarding the use of myth, narrators, narrative levels, time and space, as well as the relation of the Phoenissae with previous treatments of the Theban mythical saga.
Classen, Carl Joachim
Aretai und Virtutes
Verlag: de Gruyter
Dieser Band ist den Idealen und Urteilsmaßstäben einiger griechischer und römischen Autoren und Künstler gewidmet: Hesiod, Thukydides, Platon, Aristoteles (zum Redner), Philon, Clemens von Alexandreia und Origenes, Lucilius, Lukrez, Cicero (mit Darstellung der traditionellen Maßstäbe der Römer), Seneca, Quintilian, Claudian und den Sarkophagen und Triumphbögen, dazu in knapper Skizze der wechselvollen Geschichte der ,Kardinaltugenden´;. Alle griechischen und lateinischen Zitate und Termini sind übersetzt.
Herausgeber : Prostmeier, Ferdinand R.; Lona, Horacio E.
Logos der Vernunft – Logos des Glaubens
Verlag: de Gruyter
Der Sammelband hat den mehrdeutigen Begriff „Logos" zum Thema. Darunter ist das Wort, die Rede, die Vernunft, die Lehre u.a. zu verstehen. Für die Gebildeten in der Antike war dies ein Schlüsselwort für das Verständnis der Wirklichkeit. Die Christen fügten dem Terminus einen christologischen Inhalt hinzu. Die Beiträge zeigen Aspekte der Auseinandersetzung im Bereich der Bildung und der Kultur zwischen den Vertretern der klassischen überlieferung und den gebildeten Christen, welche die Entwicklung der abendländischen Kultur prägen wird.
Hübner, Wolfgang
Manilius, "Astronomica" Buch V
Verlag: de Gruyter
Die Sekundärliteratur zu dem kosmologischen Lehrgedicht des Manilius aus spätaugusteisch-frühtiberianischer Zeit nimmt in letzter Zeit ständig zu. Doch werden zumeist aus ideologisch-politischer oder narratologischer Perspektive nur Einzelstellen, Proömie
Tacitus, P. Cornelius
Herausgeber : Delz, Josef
Agricola
Verlag: de Gruyter
In seinem Werk Agricola widmet sich Tacitus dem Leben und Wirken seines Schwiegervaters, der unter den flavischen Kaisern als Statthalter in der Provinz Britannien äußerst erfolgreich agierte, kommt darüber aber auch auf geographische Begebenheiten sowie
Herausgeber : Xenis, Georgios A.
Scholia vetera in Sophoclis "Trachinias"
Verlag: de Gruyter
Scholars have been seeking to understand Sophocles' Trachiniae for over two millennia. The beginnings of this long tradition of the play's interpretation are in Hellenistic Alexandria and are now being represented by a series of notes which have survived
Herausgeber : Mölk, Ulrich; Detering, Heinrich
Perspektiven der Modernisierung
Verlag: de Gruyter
Die frühe Moderne im übergang zum 20. Jahrhundert, so wie sie durch die Analyse von europäischen und amerikanischen Kulturzeitschriften im Rahmen des Jahrhundertwende-Projektes an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sichtbar wird, weist viele Asp
Herausgeber : Schumann, Eva
Das strafende Gesetz im sozialen Rechtsstaat
Verlag: de Gruyter
Die Kommission "Die Funktion des Gesetzes in Geschichte und Gegenwart" der Göttinger Akademie der Wissenschaften legt unter dem Titel "Das strafende Gesetz im sozialen Rechtsstaat" die Erträge ihres 15. Symposions vor. Der Frage nach der Legitimation und
Herausgeber : Tsagalis, Christos; Mitsis, Phillip
Allusion, Authority, and Truth
Verlag: de Gruyter
The past few decades have seen the development of new critical methods with which the poetic and rhetorical dimensions of ancient Greek texts can be evaluated. In this volume, an international group of distinguished scholars comes together to examine how
Grob, Eva Mira
Documentary Arabic Private and Business Letters on Papyrus
Verlag: de Gruyter
This survey is the first monograph devoted to documentary Arabic letters, based on all available editions of Arabic private and business letters on payprus. It contributes to the fields of Arabic papyrology and wider studies, compiling insights of the Ara
Lattmann, Claas
Das Gleiche im Verschiedenen
Verlag: de Gruyter
Der griechische Dichter Pindar (ca. 520-440 v. Chr.) hat Preislieder für Sieger bei antiken griechischen Sportfesten wie den Olympien verfasst. Sie geben der Forschung seit jeher Rätsel auf, insbesondere weil sie den Sieger nur am Rande zu preisen scheine
Herausgeber : Popplow, Marcus
Landschaften agrarisch-ökonomischen Wissens
Verlag: Waxmann
Natürliche Ressourcen durch den Aufbau einer systematischen Wissensbasis möglichst umfassend nutzen zu können: Das war das Ziel der Ökonomischen Sozietäten des 18. Jahrhunderts, die europaweit Verwaltungsbeamte, Gelehrte, Landbesitzer und Geistliche vereinten. Die Palette ihrer Aktivitäten war vielschichtig. Die Aufnahme ökonomischer Basisdaten eines Territoriums gehörte dazu ebenso wie die Anlage landwirtschaftlicher Versuchsflächen oder die Ausschreibung von Preisfragen, beispielsweise zur Einführung neuer Gewerbepflanzen oder dem Schutz vor Viehseuchen. Entsprechende Erkenntnisse wurden umfassend in gelehrten ebenso wie in volksaufklärerischen Medien publiziert.Der wissensbasierte Zugriff der Ökonomischen Sozietäten auf pflanzliche und tierische Ressourcen formierte sich in einer Epoche, die immer wieder mit Hungersnöten konfrontiert war, jedoch zugleich den Weg in die Konsumgesellschaft beschritt. Die in diesem Kontext entwickelten Strategien sollten in vieler Hinsicht wegweisend für Modernisierungsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts werden.Dieser Band geht auf eine gemeinsame Tagung des Lehrstuhls Technikgeschichte der BTU Cottbus und des Forschungszentrums Europäische Aufklärung in Potsdam zurück. Die Fallstudien zu einzelnen Sozietäten und ihren Publikationen behandeln Aspekte der Umwelt- und Agrargeschichte ebenso wie solche der Medien-, Wissenschafts- und Aufklärungsgeschichte und eröffnen damit ein interdisziplinäres Forschungsfeld.
MacPhail Jr., John A.
Porphyry's "Homeric Questions" on the "Iliad"
Verlag: de Gruyter
The HomericQuestions of the philosopher Porphyry (3rd cent. CE) is an important work in the history of Homeric criticism. Porphyry applies the dictum that "the poet explains himself" to solve questions of interpretation in Homer. This new edition of the Questions on the Iliad eliminates much that was wrongly attributed to Porphyry in the old edition (1880). In the interest of the non-specialist, the new text has a facing translation in English. The commentary explains Porphyry´s arguments and the editor´s textual decisions.
Herausgeber : Blänsdorf, Jürgen; Büchner, Karl; Morel, Willy
Fragmenta poetarum Latinorum epicorum et lyricorum
Verlag: de Gruyter
Die Fragmenta Poetarum Latinorum umfassen in der 4. Auflage die Fragmente von 136 Dichtern und 150 anonym überlieferte Fragmente (insgesamt 916 Verse) vom Beginn der lateinischen Literatur bis zum Ende der Antike. Ausgeschlossen bleiben weiterhin, weil an anderen Stellen veröffentlicht, die Fragmente des Epos, der Satire und des Dramas. Die textkritischen Apparate wurden um die Angabe der Versgattungen ergänzt.
Herausgeber : Hofmeister Pich, Roberto; Müller, Jörn
Wille und Handlung in der Philosophie der Kaiserzeit und Spätantike
Verlag: de Gruyter
Unter dem Willen versteht man die Fähigkeit eines Akteurs, sich frei und überlegtermaßen Ziele zu setzen sowie sie im Handeln planmäßig und beharrlich zu verfolgen. In diesem Band werden erstmals umfassend die begriffs- und problemgeschichtlichen Entwicklungen innerhalb der verschiedenen Philosophenschulen (Stoa, Neuplatonismus, Peripatetik) sowie in der christlichen Patristik untersucht, die zur Ausbildung eines philosophisch „vollwertigen" Willensbegriffs in der Spätantike geführt haben.
Herausgeber : Imhausen, Annette; Pommerening, Tanja
Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome, and Greece
Verlag: de Gruyter
Heilkunde, Sternenkunde, der Umgang mit Zahlen: bereits die Kulturen der „vormodernen" Welt bieten ein reichhaltiges Spektrum wissenschaftlicher Texte. Doch wie übersetzt man sie am besten? Reicht es, die Quellen in die moderne Wissenschaftssprache zu übertragen und dabei vor allem ihre Defizite festzustellen? Oder wäre es besser, die Perspektive der Quellen selbst in ihrer Fremdheit einzunehmen, dann aber von modernen Lesern nicht recht verstanden zu werden? Profilierte Vertreter verschiedener Fächerkulturen setzen sich kontrovers und konstruktiv mit diesen Problemen auseinander.
Kanavou, Nikoletta
Aristophanes' Comedy of Names
Verlag: de Gruyter
Die Verwandung charakterisierender Eigennamen ist einer der unterhaltsamsten Aspekte in den Komödien des Aristophanes. Trotz der großen Anzahl an Artikeln und Kommentaren zu einzelnen Namen, entbehrt die Wissenschaft bis heute einer systematischen Studie zu diesem Thema. Der vorliegende Band versucht die Lücke zu schließen, indem er Namen von Personen, Gottheiten, Orten, und Volksgruppen in den Werken des Aristophanes genau analysiert. Darüber soll eine Verbindung hergestellt werden zwischen der modernen Aristophanesforschung und der griechischen Onomastik.
Herausgeber : Alonso, Clara Álvarez; Homem, António Pedro Barbas; Santos, Jorge Silva
Constitutional Documents of Portugal and Spain 1808–1845
Verlag: de Gruyter
Von dem durch die Franzosen oktroyierten "Estatuto de Bayona" von 1808 über die erste eigenständige Verfassung Spaniens von Cadiz ("Constitucion politica de la Monarquia Española", 1812) bis zur "Constitució;n de la Monarquía Española" von 1845 enthält der Band insgesamt 31 Verfassungen, Verfassungsentwürfe und -änderungen, die die wechselhafte politische Geschichte Spaniens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts illustrieren. Neun Verfassungsdokumente Portugals aus dem Zeitraum 1808 bis 1838 schließen die Constitutional Documents of Portugal and Spain 1808-1845 ab.
Mensing, Hans P
Aus Adenauers Nachlass
Verlag: SH-Verlag
Im Laufe von mehr als 27 Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit im Editionsbereich der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus hat sich Hans Peter Mensing den Ruf als einer der besten Adenauer-Kenner erworben. Mit der hier vorliegenden Auswahl von insgesamt 17 Beiträgen zur Biographie und zur Politik des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland beleuchtet er eindrucksvoll viele Seiten und Aspekte eines bislang weitgehend unbekannten Konrad Adenauer.
Dahmen, Stephan
Die Bayernfenster des Kölner Domes 1844-1848
Verlag: SH-Verlag
1848, zum 600. Jahrestag der Grundsteinlegung des Kölner Doms, stiftete König Ludwig I. von Bayern fünf Fenster für das südliche Seitenschiff. Die sogenannten „Bayernfenster“ nehmen eine herausragende Stellung unter den Glasmalereien des 19. Jahrhunderts in Deutschland ein. Die großformatige Darstellung des heilsgeschichtlichen Zyklus ist zugleich ein leuchtendes Zeugnis für das nach Aufklärung und Säkularisierung wiedergewonnene Selbstbewusstsein der katholischen Kirche.MIt dem Buch von Stephan Dahmen liegt nun die erste monografische Untersuchung der Fenster vor. Dahmen hat sämtliche Vorarbeiten und das Kölner Archivmaterial über die Entstehung der Fenster ausgewertet und konnte so zum ersten Mal den Werkprozess rekonstruieren. Er verdeutlicht die schwierige Suche nach der richtigen Einbindung der neuen Fenster in den gotischen Raum mit seinem mittelalterlichen Fensterbestand und untersucht die Rolle von Sulpiz Boisserée, dem künstlerischen Gutachter bei der Domvollendung. Von besonderem Reiz sind die hier zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit publizierten farbigen Skizzen und Detailzeichnungen. Die Interpretation des Bildprogramms schließlich erfolgt nicht zuletzt im Hinblick auf das Herrschaftsverständnis des Stifters Ludwig I. und die von der katholischen Kirche in einem wieder zu errichtenden Deutschen Reich angestrebte Rolle. In der Gesamtschau aller Aspekte offenbart sich die einzigartige Struktur des Fensterzyklus, bei der ein nazarenisches Bildkonzept mit religiöser Erziehungsfunktion verbunden wird mit Prinzipien mittelalterlicher heilsgeschichtlicher Verglasungsprogramme. Ein Vergleich mit weiteren Glasmalereistiftungen Ludwigs I. unterstreicht die herausragende Stellung der Bayernfenster.
Wildvang, Frauke
Der Feind von nebenan
Verlag: SH-Verlag
Mit der deutschen Besatzung im September 1943 erreichte der Holocaust auch Italien. Doch bereits in den fünf Jahren zuvor hatte der faschistische Staat selbst eine antisemitische Politik betrieben. Frauke Wildvang hat deren Entstehung, Strukturen und Folgen zwischen den dreißiger Jahren und dem Ende der Besatzungszeit nun erstmals eingehend untersucht. Wie wurden Ausgrenzung und Verfolgung von Juden in Italien legitimiert? Welche Akteure und Institutionen waren verantwortlich? Wer profitierte vom Antisemitismus, wer forcierte ihn? Am Beispiel Roms analysiert die Autorin konkrete Handlungsfelder und veranschaulicht vielfältige Motivationen, die zur alltäglichen Ausgrenzung von Juden beitrugen. Diese war eine wesentliche Voraussetzung für die große Razzia der Deutschen im ehemaligen römischen Ghetto am 16. Oktober 1943. Umfangreiche Quellenrecherchen belegen den bereitwilligen und oft eigennützigen Beitrag vieler Italiener zur antijüdischen Verfolgung in ihrem Land bis zum Ende des Krieges.
Lönnecker, Harald
"...freiwillig nimmer von hier zu weichen..."
Verlag: SH-Verlag
Organisationsformen und -strukturen der studierenden Deutschen an der Karls-Universität und der Deutschen Technischen Hochschule in Prag in Verbindungen und Vereinen, Mentalitäten und Habitus, Aktivitäten und Unternehmungen nahmen dort seit dem 19. Jahrhundert jedoch eine unverwechselbar andere Entwicklung als sonst in Österreich oder Deutschland: Einerseits war nach außen die nationale Ausdifferenzierung zwischen Tschechen und Deutschen bestimmend, andererseits war die deutsche Studentenschaft innerlich nicht homogen, sondern zerfiel in verschiedenste miteinander konkurrierende Gruppen, die meist bestimmten politischen Parteien oder Verbänden enger verbunden waren, diese oft sogar gründeten. Aus diesen Beziehungen und Spannungsverhältnissen resultierten Besonderheiten und großer Einfluß der Prager deutschen Studentenschaft zwischen 1867 und ihrem Untergang 1945, der weit über den Hochschulbereich hinausreichte.
Liebscher, Daniela
Freude und Arbeit
Verlag: SH-Verlag
KdF und das faschistische Vorbild
Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ entstand 1933 in direkter Anlehnung an die Opera Nazionale Dopolavoro und an das jahrelange Engagement des faschistischen Italien in der Internationalen Arbeitsorganisation des Völker bundes. Die Freizeitorganisationen konkurrierten anschließend um die Vorherrschaft über die internationale Freizeit- und Sozialpolitik. Zugleich kooperierten sie im Rahmen der »Achse« bei der Organisation des ersten deutschen Massentourismus nach Italien. Daniela Liebscher zeichnet die konfliktreiche Beziehungsgeschichte der größten und populärsten Massenverbände der Regime in der Zwischenkriegszeit nach und untersucht dabei ihre internationale sozialpolitische Dimension. Damit leistet sie einen Beitrag zur noch wenig erforschten Geschichte des totalitären Internationalismus und zur ,dunklen Seite’ der transnationalen Sozialpolitik.
Herausgeber : Zuckermann, Moshe; Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Medien - Politik - Geschichte
Verlag: Wallstein
Keine Erörterung von Weltanschauungen, Ideologien und partikularen Bewußtseinsformen, aber auch von politischen wie sozialen Handlungsmustern geht an der strukturellen Funktion und immanenten Wirkung der Massenmedien vorbei. In den Medien schlägt sich ein spezifisch vermitteltes, dem historiographischen und literarischen Betrieb parallel laufendes Geschichtsbild nieder. Das Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 2003 widmet sich diesem komplexen Beziehungsgeflecht von Geschichte, Medien und Politik. Dabei wird die Vermittlung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts in Dokumentation und Fiktion in Rundfunk, Film und Fernsehen in Augenschein genommen. Darüber hinaus bringt das Jahrbuch Beiträge, die einem vor dem Hintergrund des Wagner-Boykotts in Israel in Tel Aviv stattgefundenen Symposium zu »Wagner im Kontext – Kunst, Ideologie, Politik« entstammen. Aus dem Inhalt:Günter Riederer: Den Bilderschatz heben – Vom schwierigen Verhältnis zwischen Geschichtswissenschaft und Film Thomas Lindenberger: Neue Heimat im Kalten Krieg – Potemkinsche Dörfer der DEFA im FriedenskampfJochen Hörisch: Die Universität und das Radio – Zur medialen Präsenz (und Absenz) deutscher Intellektueller im 20. JahrhundertHanno Loewy: Tragische Märchen? Deutsche GenerationendramenNa’ama Sheffi: Der Ring der MythenBazon Brock: Der Ring schließt sich – Wahnhaftes Wähnen über Musik und GeschichteDas Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte.Seinem wissenschaftlichen Beirat gehören an: Jehoschua Arieli, (Jerusalem), Helmut Berding (Gießen), Wolfram Fischer (Berlin), Saul Friedländer (Tel Aviv/Los Angeles), Jürgen Kocka (Berlin), Gerhard A. Ritter (München), Reinhard Rürup, (Berlin), Ernst Schulin (Freiburg), Fritz Stern (New York), Shulamit Volkov, (Tel Aviv), Zvi Yavetz (Tel Aviv).Das Institut für deutsche Geschichte der Universität Tel AvivZu den zentralen Aufgabenstellungen des 1971 gegründeten Instituts gehören die Forschung und Lehre im Bereich von Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Raumes und die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs, insbesondere auch zwischen Israel und Deutschland. Die seit 1978 im Bleicher Verlag erschienenen Publikationen des Tel Aviver Instituts für deutsche Geschichte sind seit 2002 über den Wallstein Verlag zu beziehen.
Herausgeber : Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Mütterliche Macht und väterliche Autorität
Verlag: Wallstein
Aus dem Inhalt:Martin Zwilling: Die Stellung der Mutter in Familie und Gesellschaft vom Kaiserreich bis zum NationalsozialismusAnne D. Peiter: Mutterschaft und Macht im Werk von Veza Calderon-Canetti und Elias CanettiKarsten Uhl: Mutterschaft, Sexualität und Verbrechen im kriminologischen Diskurs vom Kaiserreich bis zur Bonner RepublikGudrun Brockhaus: Zur Politischen Psychologie der NS-Erziehungsratgeber Johanna HaarersJeanette Toussaint: Interviews mit Töchtern ehemaliger SS-AufseherinnenNaama Shik: Mother-Daughter Relationships in Auschwitz-BirkenauLu Seegers: Vater-Los – Der gefallene Vater in der Erinnerung von Halbwaisen in Deutschland nach dem Zweiten WeltkriegMihal Friedman: Martin Ludins Film »2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß«Tobias Freimüller: Alexander Mitscherlich und die »vaterlose Gesellschaft« Susanne Düwell: Mutter- und Väterbilder in der deutsch-jüdischen GegenwartsliteraturMariam Irene Tazi-Preve: Österreichische Väter in Sozialpolitik und -praxisPaula-Irene Villa/Barbara Thiessen: Die »Deutsche Mutter« – ein Auslaufmodell? Miriam Dreysse: Die Darstellung der Mutter in der visuellen politischen Kommunikation Deutschlandszur Reihe:Das Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte. Zu den zentralen Aufgabenstellungen des 1971 gegründeten Minerva Institut für deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv gehören die Forschung und Lehre im Bereich von Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Raumes und die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs, insbesondere auch zwischen Israel und Deutschland.
Herausgeber : Brunner, José; Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Demographie - Demokratie - Geschichte
Verlag: Wallstein
Studien zur Rolle der Demographie in der jüngeren Geschichte Deutschlands und Israels.Aus dem Inhalt:Michael C. Schneider: Die preußische Konfessionsstatistik vor dem »Kulturkampf« Veronika Lipphardt: Demographisches Wissen in der Debatte um die »Biologie der Juden«Sergio Della Pergola: Population Data and Public Discourse on World Jewry and IsraelUrsula Ferdinand: Das bevölkerungswissenschaftliche Werk Julius WolfsThomas Bryant: Deutscher Alterungsdiskurs im 20. JahrhundertMatthias Weipert: Bevölkerungsdebatten in der Weimarer RepublikAlexander Pinwinkler: »Bevölkerungsgeschichte« in der BundesrepublikEtan Bloom: Arthur Ruppin and the Rise of Zionist StatisticsMoshe Sicron: Demographic Data in the History of Palestine/IsraelAnat Leibler: Citizenship and the First Census of IsraelChristian Saehrendt: 100 Jahre Abwanderung aus dem deutschen OstenIngo Haar: Zur Entstehungsgeschichte der »Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa«Fred A. Lazin: The Case of Soviet Jewish Émigrés, 1967-1990Herwig Birg: Die zwingende Logik der DemographieJosef Schmid: Die Bevölkerungsfrage und das wiedervereinigte Deutschland Christoph Butterwegge: Biologisierung und Ethnisierung des Sozialen im Demographiediskurs der BundesrepublikYoav Peled: Demographie und Staatsbürgerschaft im heutigen Israel
Herausgeber : Zuckermann, Moshe; Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Geschichte und bildende Kunst
Verlag: Wallstein
Die Verzahnung von Kunst, Geschichte und Ideologie in der jüngeren Geschichte DeutschlandsInhalt:Roee Rosen/Moshe Zuckermann: Über das Verhältnis von Kunst und GeschichteAlexandre Métraux: Kürzeste Korrespondenz mit Ernst van AlphenEdina Meyer-Maril: Die Kreuzfahrerrezeption in der deutschen Kunst des 19.JahrhundertsLea Dovev: Three Pleas for GrünewaldRiccardo Bavaj: Kunst und Ideologie bei George Grosz zur Weimarer ZeitRainer Beck: Otto Dix im Dritten ReichStefan Schweizer: Der historische Festzug zur Grundsteinlegung des »Hauses der Deutschen Kunst« 1933 in MünchenIrith Dublon-Knebel: The Dual Life of Nazi Painters and Sculptors in West Germany (and Austria) 1945-1990 Tatjana Freytag: Die gebrochene Utopie des Angelus NovusHermann Schweppenhäuser: Kunst – Geschichte – GesellschaftDavid A. Hughes: The Early Work of Anselm KieferDetlef Hoffmann: Zum Beispiel: »Onkel Rudi« von Gerhard RichterHeinz Dieter Kittsteiner: Kunst in der DDR – Ein VersuchEduard Beaucamp: Geschichtsphantasie und Geschichtsreflexion im Werk Werner TübkesAnnette Vowinckel: Zum Verhältnis von Kunst und Geschichte anläßlich der Berliner RAF-Ausstellung Gerhard Schweppenhäuser: Peter Eisenmans Ästhetik des ErhabenenStefi Jersch-Wenzel: Nachruf auf Jakob TouryDas Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte. Seinem wissenschaftlichen Beirat gehören an: Helmut Berding (Gießen), Wolfram Fischer (Berlin), Saul Friedländer (Tel Aviv/Los Angeles), Jürgen Kocka (Berlin), Gerhard A. Ritter (München), Reinhard Rürup (Berlin), Ernst Schulin (Freiburg), Fritz Stern (New York), Shulamit Volkov (Tel Aviv), Zvi Yavetz (Tel Aviv).
Georg Stöcker
Agrarideologie und Sozialreform im Deutschen Kaiserreich
Verlag: V&R unipress
Der Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege entstand in den 1890er Jahren vor dem Hintergrund von Landflucht, Ost-West-Wanderung und Anwachsen der Industrie-Großstädte im Deutschen Kaiserreich. Treibende Kraft war der niedersächsische Schriftsteller Heinrich Sohnrey, der als Antwort auf diese Phänomene soziale Reformen für die ländlichen Unterschichten forderte und durch seine Schriften emotionale Bindung an die ländliche Heimat anstrebte. So sollten soziale Disparitäten zwischen Stadt und Land eingeebnet und traditionelle Werte konserviert werden.Diese Studie zeigt die Voraussetzungen für die Gründung auf, untersucht die Anlässe, die zur Gründung geführt haben, und geht der Frage nach, mit welchen Methoden der Verein arbeitete und ob diese Bemühungen messbare Erfolge hatten, gerade im Hinblick auf die Landflucht der ostdeutschen Bevölkerung. Somit leistet die Studie einen Beitrag zur Tilgung der weißen Flecken in der Agrargeschichte der letzten 120 Jahre.
Herausgeber : Zelle, Carsten
Das achtzehnte Jahrhundert. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts / Das achtzehnte Jahrhundert 34/1
Verlag: Wallstein
»Das achtzehnte Jahrhundert« wurde 1977 als Mitteilungsblatt der »Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts« (DGEJ 18. J) gegründet und seit 1987 zur wissenschaftlichen Zeitschrift der deutschen Dixhuitièmisten ausgebaut. Die interdisziplinär profilierte Halbjahrsschrift versteht sich als Angebot an alle Wissenschaftler, die auf den verschiedenen Feldern der Forschung zum 18. Jahrhundert tätig sind. »Das achtzehnte Jahrhundert« veröffentlicht Aufsätze, Forschungs- und Fortschrittsberichte, Sammelbesprechungen und Einzelrezensionen sowie bibliographische Berichte zu wesentlichen Bereichen der 18.-Jahrhundert-Forschung. Thematisch gebundene Hefte, die sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren (bisher z. B.: Recht, Frauen, Französische Revolution, Popularphilosophie, Spätaufklärung, Enzyklopädien, Abenteuer und Abenteurer, Akademien, Deutsch-dänischer Kulturtransfer, Deutsch-schweizerischer Kulturtransfer), sowie offene Hefte, die die laufende Forschung zum 18. Jahrhundert in ihrer Vielfalt dokumentieren, wechseln einander in freier Folge ab.
Herausgeber : Zusammengestellt von Röben de Alencar Xavier, Wiebke; Zusammengestellt von Zeuch, Ulrike
Das achtzehnte Jahrhundert. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts / Kulturelle Übersetzung: Das Beispiel Brasilien
Verlag: Wallstein
»Das achtzehnte Jahrhundert« wurde 1977 als Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts« (DGEJ 18. J) gegründet und seit 1987 zur wissenschaftlichen Zeitschrift der deutschen Dixhuitièmisten ausgebaut. Die interdisziplinär profilierte Halbjahrsschrift versteht sich als Angebot an alle Wissenschaftler, die auf den verschiedenen Feldern der Forschung zum 18. Jahrhundert tätig sind. »Das achtzehnte Jahrhundert« veröffentlicht Aufsätze, Forschungs- und Fortschrittsberichte, Sammelbesprechungen und Einzelrezensionen sowie bibliographische Berichte zu wesentlichen Bereichen der 18.-Jahrhundert-Forschung. Thematisch gebundene Hefte, die sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren (bisher z. B.: Recht, Frauen, Französische Revolution, Popularphilosophie, Spätaufklärung, Enzyklopädien, Abenteuer und Abenteurer, Akademien, Deutsch-dänischer Kulturtransfer, Deutsch-schweizerischer Kulturtransfer), sowie offene Hefte, die die laufende Forschung zum 18. Jahrhundert in ihrer Vielfalt dokumentieren, wechseln einander in freier Folge ab.
Herausgeber : Minerva Institut f. Deutsche Geschichte d. Universität Tel Aviv; Brunner, José; Zajde, Nathalie
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Holocaust und Trauma
Verlag: Wallstein
Der Zusammenhang von Trauma und Holocaust ist vielfältiger, als gemeinhin angenommen. So hatten in der Psychiatrie der Überlebenden früher kultur- und sozialsensible Perspektiven bedeutend mehr Gewicht als in den letzten Jahrzehnten, in denen das Holocaust-Trauma zu einer deterministisch vereinfachenden, oft formelhaft verallgemeinernden Kategorie des psychischen und transgenerationellen Opferseins mutierte. Dieser Band rekonstruiert die Karriere des Begriffs »Holocaust-Trauma« aus wissenschafts- und sozialgeschichtlicher Perspektive. Die Beiträge dieses Tel Aviver Jahrbuchs erscheinen ausnahmslos in deutscher Sprache, einige Autoren veröffentlichen somit erstmals auf Deutsch.
Kinast, Andreas
"Das Kind ist nicht abrichtfähig."
Verlag: SH-Verlag
Die NS-„Gesundheitspolitik“, geprägt u.a. durch die Maxime der „Ausmerzung lebensunwerten Lebens“ („Euthanasie“), hat auch im Rheinland zwischen 1939 und 1945 zu zahlreichen Verlegungen von Behinderten und psychisch Kranken in Tötungsanstalten geführt. Parallel dazu betrieb man die Erfassung und Ausmerzung körperlich und geistig behinderter Kinder. In sogenannten „Kinderfachabteilungen“ wurden diese untersucht und begutachtet, und diejenigen, die als „nicht bildungsfähig“ bzw., wie der leitende Arzt der Kinderfachabteilung Waldniel es bezeichnenderweise formulierte, „nicht abrichtfähig“ galten, wurden dort getötet.In Waldniel, einem kleinen Ort nahe der Stadt Mönchengladbach, wurde im Jahr 1941 eine solche Abteilung eingerichtet. Mit einer Kapazität von ca. 200 Betten zählte sie zu den großen Einrichtungen dieser Art. Bereits im Sommer 1943 wurde sie jedoch aufgrund der Auswirkungen des alliierten Luftkrieges wieder aufgelöst. In der Zeit ihres Bestehens sind hier insgesamt 99 Kinder gestorben.Das vorliegende Buch präsentiert erstmals eine umfassende Analyse der noch vorhandenen Unterlagen dieser Abteilung. Nicht nur Prozess- und Personalakten, sondern auch Krankenakten wurden zudem in die Auswertung einbezogen, darüber hinaus hat der Autor die letzten noch lebenden Zeitzeugen ausfindig gemacht und befragt. Sie steuerten zum Teil einzigartiges Material aus Familienbesitz bei. Entstanden ist eine präzise Dokumentation und eingehende Analyse der furchtbaren Vorgänge in der Kinderfachabteilung Waldniel in den Jahren 1941-43 und der Kinder-„Euthanasie“ in der NS-Zeit.
Behrenbeck, Sabine
Der Kult um die toten Helden
Verlag: SH-Verlag
Sabine Behrenbecks zuerst 1996 erschienene Studie über den nationalsozialistischen Heldenkult und dessen religiöse Dimensionen ist so etwas wie ein disziplinenübergreifendes Standardwerk zu diesem Thema geworden und war zuletzt komplett vergriffen. Ab Herbst 2010 gibt es den Band endlich wieder, in einer durchgesehenen Neuauflage, in der etwas handlicheren Taschenbuch-Version.Ein zentrales Element der nationalsozialistischen Ideologie war die Verwandlung von Toten –gefallenen Soldaten ebenso wie SA-Toten der „Kampfzeit“ – in Heroen, deren „Opfertod“ geschichtsmächtigeWirkungen zugesprochen wurden und die den Sieg der Partei bewirken sollten. Sabine Behrenbeck hat diesen Heldenkult in seiner „mythischen Verankerung,[...] rituellen Inszenierung und [...] symbolischen Repräsentation“ erstmals, „präzise analysiert“, wie die Süddeutsche Zeitung seinerzeit schrieb.Behrenbeck betrachtet den nationalsozialistischen Totenkult dabei erstmals konsequent als religiöses Phänomen; sie kann zeigen, dass „ein wichtiger Grund für den Erfolg und die Überzeugungskraft der nationalsozialistischen ‚Bewegung‘ in der Befriedigung religiöser Bedürfnisse bestand“ – denn sie traf auf eine Mentalität in der deutschen Gesellschaft, die nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs und den andauernd krisenhaften Zuständen der Weimarer Republik sowie aufgrund der allgemein weit fortgeschrittenen Säkulisierung sich in einer Art Vakuum an Sinndeutung und religiösem Halt befand. Sabine Behrenbeck geht bei ihrer Darstellung chronologisch vor: Sie beginnt bei der Entstehung der Heldenmythen in den Schriften von Goebbels und Hitler und deren Rezeption durch Parteigenossen und SA-Männer, also zunächst innerhalb der „Bewegung“ in der „Kampfzeit“. Sie schildert die Ausweitung des „Kults um die toten Helden“ nach 1933 auf die gesamte Bevölkerung und beleuchtet, auf welche Weise dies geschah: durch Filme, Theaterstücke, Thingspiele; auf der rituellen Ebene durch Massenzeremonien, auf der symbolischen Ebene durch die NS-Festarchitektur und Kultbauten. Schließlich beleuchtet sie die Veränderung der Situation mit Beginn des Krieges und verfolgt nach, wie der Heldenkult als politische Religion in dem Moment an seine Grenzen stieß, als der Tod des Helden nicht mehr nur „der Tod des anderen“ war: „Bewusst oder unbewusst erkannten die meisten Zivilisten und Soldaten, dass der heroische Mythos in letzter Konsequenz nicht mehr Sinn stiftet sondern vernichtet“, wenn niemand mehr übrig bleibt, dem das heldenhafte Opfer nützen kann. Bis zur Erkenntnis, dass dieser absurd übersteigerte Heldenmythos auch das ethische Empfinden und Urteilen der Deutschen derart beeinflussen konnte, dass sie zu unfassbaren Brutalitäten und absolut inhumanem Verhalten fähig waren, war es allerdings noch ein weiterer Weg. Sabine Behrenbecks Buch „Der Kult um die toten Helden“, das die überarbeitete Fassung ihrer Dissertation darstellt, wurde 1996 von der Jury des Norddeutschen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung zum zweitbesten "Sachbuch des Monats Oktober" gewählt.
Legutke, Daniel
Diplomatie als soziale Institution
Verlag: Waxmann
Dem niederländischen Regierungssitz Den Haag kam durch die weit ausgreifende Politik der Republik zwischen den westfälischen Friedensschlüssen und den ersten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts eine Schlüsselstellung im europäischen Gesandtschaftswesen zu. In den Kriegen, die auf die Epochenwende 1648 und 1659/60 folgten, wurde nicht mehr wie in den vorhergehenden Religionskriegen um die Existenz gerungen, sondern um die Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung einer gedachten Machtbalance. Daraus erwuchs den Gesandten eine neue Aufgabenfülle und politische Rolle. Das blieb nicht ohne Wirkung auf die Gesandten, die Veränderungen nicht nur ertrugen, sondern zunehmend selbst gestaltend eingriffen. Diese dynamischen Prozesse in der Arbeitsweise von Gesandten dreier Höfe am niederländischen Regierungssitz Den Haag stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Indem aufgearbeitet wird, wie Den Haag von einem Treffpunkt von Gesandten zum Brennpunkt europäischer Diplomatie wurde, möchte die vorliegende Studie einen Beitrag zur Geschichte des Gesandtschaftswesens im frühneuzeitlichen Europa leisten.
Krumm, Christian
Johan Huizinga, Deutschland und die Deutschen
Verlag: Waxmann
Im Rahmen von Untersuchungen zum niederländischen Bild von Deutschland und den Deutschen lässt sich das Werk des Kulturhistorikers Johan Huizinga (1872–1945) als ein gewichtiger Beitrag zu Charakter und Variabilität ebendieses Bildes einfügen.Als Kulturhistoriker und -kritiker verfolgte und kommentierte er die Geschehnisse östlich der Grenze. Seine Beurteilung der Entwicklung ging dabei aus von einer tiefen Bindung an die Besonderheit der Kultur des eigenen Landes. Auf der Basis seines nationalen Selbstverständnisses entstand ein differenziertes Bild von der deutschen Kultur. Nach dem Ersten Weltkrieg unterhielt er vielfältige Kontakte mit deutschen Wissenschaftlern und beeinflusste durch Werke wie „Herbst des Mittelalters“ oder die Biografie von Erasmus von Rotterdam den wissenschaftlichen Diskurs in Deutschland. In den dreißiger Jahren galt er als früher Kritiker des Nationalsozialismus auf niederländischer Seite, insbesondere durch sein Werk „Im Schatten von Morgen“, mit dem er die Defizite der europäischen Kulturentwicklung verdeutlichte. Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande wurde er zunächst im Lager St. Michielsgestel gefangen gehalten und durfte später unter strengen Auflagen in das nahe der deutschen Grenze gelegene De Steeg gehen. Hier schrieb er sein letztes Werk, „Geschändete Welt“, mit dem er versuchte, die Chancen einer kulturellen Wiederherstellung Europas aufzuzeigen.Der vorliegende Band beschreibt nun nicht nur den Beitrag Huizingas zum niederländischen Bild vom deutschen Nachbarn – und insofern enthält er eine weiterführende Deutung seines Werkes –, sondern legt zugleich auch die deutsche Rezeption seines Werkes vor und nach 1945 vor.
Herausgeber : Hüning, Matthias; Konst, Jan; Holzhey, Tanja
Neerlandistiek in Europa
Verlag: Waxmann
De wetenschappelijke beoefening van de neerlandistiek heeft ook buiten het Nederlandse taalgebied een lange geschiedenis. In sommige landen waren er al in de eerste helft van de negentiende eeuw taal- en letterkundigen die zich met de Nederlandse taal en de Nederlandstalige literatuur bezighielden. De geschiedenis van de internationale neerlandistiek moet tot op heden nog geschreven worden. Deze bundel met artikelen, die teruggaat op een congres dat in 2008 aan de Freie Universität Berlin gehouden werd, wil daartoe een eerste aanzet geven. De artikelen, die in het Nederlands geschreven zijn en van een Duitse en een Engelse samenvatting vergezeld gaan, geven een goede indruk van een vakgebied dat in een groot aantal Europese landen niet alleen op een lange traditie kan bogen, maar vandaag de dag bovendien ook rijkgeschakeerd en springlevend is.Die Niederlandistik hat als wissenschaftliche Disziplin auch außerhalb des niederländischen Sprachraums eine lange Geschichte. In einigen Ländern haben sich schon in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts Sprach- und Literaturwissenschaftler mit der niederländischen Sprache und der niederländischsprachigen Literatur beschäftigt. Die Geschichte der internationalen Niederlandistik ist bislang weitgehend unerforscht, sie bedarf noch einer gründlichen Aufarbeitung. Dieser Band, der auf eine Tagung zurückgeht, die 2008 an der Freien Universität Berlin stattfand, will dazu einen ersten Anstoß geben. Die Artikel, die auf Niederländisch verfasst sind und denen eine deutsche und englische Zusammenfassung hinzugefügt wurde, bieten einen guten Überblick über ein Fachgebiet, das in einer großen Zahl europäischer Länder nicht nur eine lange Tradition hat, sondern gegenwärtig auch breit aufgestellt und quicklebendig ist. Matthias Hüning und Jan Konst sind beide Professor für Niederländische Philologie an der Freien Universität Berlin. Tanja Holzhey war bis 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin tätig.
Bayerl, Günter
Peripherie als Schicksal und Chance
Verlag: Waxmann
Die Studien des vorliegenden Bandes widmen sich der jüngeren Geschichte der Niederlausitz wie auch ihrer Gegenwart. Im Fokus der Arbeiten stehen die Gewerbe-, Industrie- und Umweltgeschichte sowie Territorium und Region ganz allgemein. Leitthema ist die Frage nach den grundlegenden Transformationsvorgängen vom 18. Jahrhundert bis heute und ihren Auswirkungen auf die „periphere Landschaft unweit der deutschen Hauptstadt“.Dabei sind die am Beispiel dieser Region gewonnenen Erkenntnisse zu Industrialisierung, De-Industrialisierung, Umweltsanierung und Lebensverhältnissen durchaus verallgemeinerbar. Die historischen Erkenntnisse sollen zum Verständnis der Gegenwart beitragen und die Diskussion über mögliche Entwicklungspfade der Niederlausitz anregen.
Pollems, Sebastian T.
Der Bankplatz Berlin zur Nachkriegszeit.
Verlag: Duncker & Humblot
Internationale Bieter streiten in einem hitzigen Gefecht um die Berliner Bank, die Bankgesellschaft Berlin wird 2007 verkauft. Berliner Bankengeschichte von den letzten Kriegstagen bis in die Fünfzigerjahre ist ereignisreich, spannend und hochaktuell. Die sowjetische Alleinherrschaft nach der Eroberung sowie der Vier-Mächte-Status führten dazu, dass sich die Teilung Berlins in der Berliner Bankengeschichte konzentriert widerspiegelt. Transformation bzw. Rekonstruktion des Schlüsselsektors Banken in Ost- und Westberlin waren eng verzahnt mit der Spaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme.
Sebastian Pollems untersucht einen wirtschaftlichen Schlüsselsektor an einer geopolitisch sensitiven Nahtstelle. Quellen aus Archiven jenseits des Eisernen Vorhangs erlauben es, die Hintergründe alliierter Deutschlandpolitik neu zu interpretieren. Aus historischen Quellen und heutiger Sicht ensteht ein Bild damaliger Handlungs- und Entscheidungsalternativen, das die Zwangsläufigkeit der Spaltung neu hinterfragt.
Dressel, Carl-Christian
Die Entwicklung von Verfassung und Verwaltung in Sachsen-Coburg 1800 - 1826 im Vergleich.
Verlag: Duncker & Humblot
Wesentliche Entwicklungen können gerade in kleineren Staaten ihren Anfang nehmen. Eine Verfassungsgeschichte, die den Kleinstaat überginge, wäre deshalb unvollständig. Der Verfasser schließt mit diesem Werk eine Lücke im Hinblick auf einen sehr forschungsrelevanten Kleinstaat das thüringische Sachsen-Coburg. Dank einer geschickten Heiratspolitik in vielfältigste dynastische Netze und damit in ein "internationales Beziehungsgeflecht" eingebunden, erwies es sich seit 1800 als ein "Experimentierfeld", als ein flexibles Pflaster für moderne wie auch für restaurative Ideen. Dressel, der inzwischen den Wahlkreis Coburg im Deutschen Bundestag vertritt, stellt die Entwicklung von Verfassung und Verwaltung in Sachsen-Coburg von 1800 bis 1826 dar, wobei er Verfassungsentwürfe ebenso wie Verfassungen rechtsvergleichend in den Kontext anderer Staaten setzt. In einem umfangreichen Anhang gibt er zahlreiche, bislang unveröffentliche Quellen im buchstabengetreuen Original wieder.
Emunds, Christian
Solvendo quisque pro alio liberat eum.
Verlag: Duncker & Humblot
Der Grundsatz des klassischen Rechts, nach dem jeder Dritte mit befreiender Wirkung für den Schuldner leisten kann, gilt als systemwidrig und wird überwiegend als Relikt eines älteren Rechtszustands begriffen, in dem die förmliche Lösung des verhafteten Schuldners auch oder sogar nur von Dritten vorgenommen werden konnte. Diese historische Erklärung findet in den Quellen keinen Anhalt. Sie beruht auf dem modernen Verständnis der solutio als Pflichterfüllung und verstellt den Blick für die bis heute prägende Erfassung und Ausgestaltung der befreienden Drittleistung durch die klassische Jurisprudenz.
Wie die Analyse der Quellen zeigt, ist die solutio des klassischen Rechts weder "Lösung" noch "Erfüllung", sondern die in Tilgungsabsicht bewirkte Leistung des Geschuldeten. Daß sie als solche nicht an die Person des Schuldners gebunden ist, das bestimmungsgemäße Ende der obligatio vielmehr von jedem Dritten herbeigeführt werden kann, gehört zu den allgemeinen Grundlagen des römischen Schuldrechts. Die klassischen Juristen führen die vielfältigen Erscheinungsformen der Drittleistung gezielt auf den Tatbestand der solutio zurück und unterstellen sie damit denselben Regeln wie die Leistung des Schuldners. Sie gelangen so zu einem einheitlichen, dogmatisch stimmigen Konzept, das der Befriedigung des Gläubigers unbedingten Vorrang einräumt und gleichwohl Raum läßt für differenzierte, sach- und interessengerechte Lösungen im Verhältnis zwischen Schuldner und Drittem.
Atzeri, Lorena
Gesta senatus Romani de Theodosiano publicando.
Verlag: Duncker & Humblot
438 n. Chr. wurde dem Senat von Rom der Codex Theodosianus vorgelegt. Das amtliche Protokoll der Sitzung, die Gesta senatus Romani de Theodosiano publicando, gewährt uns erstmals Einblick in die Schlussphase der Kodifikation, von der Vorstellung des Codex am Hof von Konstantinopel bis zur Vervielfältigung und Verbreitung der amtlichen Abschriften vor allem im Westreich.
Ausgehend vom Studium der Handschrift C 29 inf. der Bibl. Ambros. analysiert die Verfasserin Form und Inhalt der Gesta senatus. Sie beginnt mit der Frage der Authentizität und geht dann die berichteten Ereignisse durch. Lorena Atzeri beleuchtet viele Einzelheiten der Sitzung des Jahres 438 und der Aufnahme des Theodosianus im Westen neu. Insbesondere zeigt sie, dass die Vorlage des Codex im römischen Senat Rechtswirkung hatte, nicht nur eine politische Geste war; auch werden erstmals die Modalitäten klar, mit denen die zuständigen Beamten die amtlichen Abschriften herstellten.
Diese Arbeit erscheint in italienischer Sprache.
Herausgeber : Schambeck, Herbert / Helmut Widder / Marcus Bergmann (Hrsg.)
Dokumente zur Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika.
Verlag: Duncker & Humblot
Die anlässlich des Kolumbus-Jahres im Jahre 1993 erschienene 1. Auflage dieser Anthologie hatte das Ziel, durch einen Rückblick auf die Geschichte der USA die Entwicklung der Vereinigten Staaten anhand wichtiger politischer und rechtlicher Dokumente nachzuzeichnen. Die lange demokratische Geschichte der USA im historischen Spannungsfeld zwischen Individuum, Staat und Religion wird in dieser Sammlung mit zum Teil erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Zeugnissen dokumentiert.
Die Geschichte ist Erklärung der Gegenwart und Wegweiser für die Zukunft - diesem Gedanken trägt die besondere Auswahl der Herausgeber Rechnung. Sie versammeln in diesem Werk neben "klassischen" Dokumenten auch seltenere Schriftstücke, die gleichwohl Marksteine der amerikanischen (Verfassungs-)Geschichte darstellen.
Die zweite, erweiterte Auflage der Anthologie enthält, jeweils mit einleitenden Texten versehen, neben den ursprünglich 150 Dokumenten der 1. Auflage 26 neue Dokumente. Darunter finden sich hauptsächlich solche, die in die Ära der Präsidenten Bill Clinton (z. B. Impeachmentverfahren) und George W. Bush fallen. Vor allem durch den "Kampf gegen den Terror" kommt einzelnen neu aufgenommenen Dokumenten - wie z. B. dem Patriot Act, der Nationalen Sicherheitsstrategie, dem Heimatschutzgesetz - nicht nur inneramerikanische sondern auch besondere internationale Relevanz zu. Andere Dokumente zeigen wiederum die geänderte Rolle der USA in den Beziehungen zur internationalen Staatengemeinschaft und speziell zu Europa. Wieder andere betreffen alte und neue Fragen der Menschenrechte - wie z. B. Todesstrafe, Behandlung terrorverdächtigter Häftlinge und Aufarbeitung rassistischer Gewalt.
Klein, Winfried
Die Domänenfrage im deutschen Verfassungsrecht des 19. Jahrhunderts.
Verlag: Duncker & Humblot
Die Domänenfrage ist ein großes Thema der deutschen Verfassungsgeschichte - die Gretchenfrage bei der Entstehung staatlicher Rechtspersönlichkeit. Diese Frage behandelt der Verfasser erstmals umfassend. Gestützt auf eingehende Archivrecherchen weist er nach, dass im 19. Jahrhundert meist nur die deutschen Fürstentümer Rechtspersönlichkeit erlangten, die staatliches Domäneneigentum kannten.
Neben diesem Aspekt hatte die Lösung der Domänenfrage auch finanzielle Auswirkungen. In den Fürstentümern ohne staatliches Domäneneigentum blieb es bei der Ertragshoheit der fürstlichen Kammer. Die Stände hatten dort das Steuerbewilligungsrecht und gelegentlich schon Jahre vor 1848/49 ein Ausgabenbewilligungsrecht. Der Verfasser weist nach, dass sich dieses weitgehend auf die aus Steuermitteln zu tätigenden Ausgaben beschränkte. Auf die Ausgaben der fürstlichen Kammer hatten die Stände keinen Einfluss.
Knecht, Ingo
Der Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar 1803.
Verlag: Duncker & Humblot
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist in den letzten Jahren verstärkt in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Besondere Aufmerksamkeit findet die Endphase seines Bestehens, gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit Frankreich und der Französischen Revolution. Der Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar 1803 spielte in dem länger andauernden Auflösungsprozeß des Reiches eine zentrale Rolle.
Der Autor schildert zunächst die historische Ausgangssituation im Jahre 1803. Er unterzieht dann den Reichsdeputationshauptschluß einer breiter angelegten verfassungsrechtlichen Untersuchung. Dabei werden zugleich Grundfragen des Verfassungslebens im Heiligen Römischen Reich relevant. So werden etwa das Verhältnis der Reichsebene zu den Territorien sowie die Funktionsweise der Reichsorgane und ihre Effizienz erörtert. Schließlich folgt eine Darstellung der mit dem Reichsdeputationshauptschluß beginnenden Entwicklungslinien, welche die weitere Verfassungsgeschichte in Deutschland auf vielen Feldern maßgeblich beeinflußten und bis heute fortwirken.
Wycisk, Tonia
Quidquid in foro fieri potest - Studien zum römischen Recht bei Quintilian.
Verlag: Duncker & Humblot
Tonia Wycisk untersucht, inwieweit der römische Rhetor Marcus Fabius Quintilianus in seinem Werk geltendes römisches Recht verwendet. Welche Rechtsinstitute kommen bei Quintilian vor? Entspricht das römische Recht in den rhetorischen Werken Quintilians der Rechtswirklichkeit? Ausgangspunkt der Untersuchung sind neben der Institutio oratoria die Declamationes minores. Die Dissertation ist systematisch in verschiedene Rechtsgebiete und Rechtsinstitute gegliedert.
Die Analyse ergibt Parallelen zum römischen Recht. Daneben stammt der verarbeitete Stoff aus dem griechischen (attischen) Recht und ist wahrscheinlich durch die griechische Schultradition beeinflusst. Auch gibt es viele Vorschriften, die der Phantasie Quintilians entspringen und fiktiv sind. Es existiert eine Rechtsordnung, die der realen zwar entspricht, im Einzelnen jedoch inhaltlich und formal abweicht. Folglich sind die Übereinstimmungen interessant, aber nicht überzubewerten.
Kohl, Gerald
Stockwerkseigentum.
Verlag: Duncker & Humblot
Bei Stockwerkseigentum, einem seit dem Mittelalter nachweisbaren und praktisch in ganz Europa bekannten Rechtsinstitut, sind Gebäude nicht nach rechnerischen Quoten, sondern real nach materiellen Anteilen geteilt. Im 19. Jahrhundert wurde diese Konstruktion unter pandektistischem Einfluss zurückgedrängt, seine Neubegründung verboten. Schon nach dem Ersten Weltkrieg zeigte sich das Bedürfnis nach Wiedereinführung eines Stockwerkseigentums, doch erst nach 1945 schuf man an seiner Stelle das auf Miteigentumsanteilen beruhende Wohnungseigentum, dessen Gestaltung vielfach von den (angeblichen) Erfahrungen mit dem Stockwerkseigentum geprägt ist. Die Untersuchung dieses Weges, gekennzeichnet vom Ringen zwischen dogmatischen Forderungen und praktischen Bedürfnissen, bildet den ersten Schwerpunkt der Arbeit von Gerald Kohl. Dabei wird die Entwicklung in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich unter Verwendung zahlreicher bisher unbekannter Archivbestände dargestellt.
Das Bild, das sich die Wissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts vom Stockwerkseigentum gemacht hatte und das bis heute besteht, ist durch eine Vielzahl von Vorurteilen und Klischees geprägt. Diese Stereotypen werden im zweiten Teil der Arbeit erstmals den Ergebnissen einer umfassenden Rechtstatsachenuntersuchung gegenübergestellt. Dabei wurden auf der Grundlage des in Österreich bestehenden elektronischen Grundbuchs die Rechtsverhältnisse an mehr als 1400 noch heute materiell geteilten Objekten sowie mehr als 5000 Eigentumsübertragungen analysiert. Der Vergleich zwischen Theorie und Rechtswirklichkeit entlarvt falsche Vorstellungen und macht die tatsächlichen Probleme des Stockwerkseigentums sichtbar. Am Ende des Buches werden daher rechtspolitische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Manten, Georg
Das Notbischofsrecht der preußischen Könige und die preußische Landeskirche zwischen staatlicher Aufsicht und staatlicher Verwaltung.
Verlag: Duncker & Humblot
Georg Manten beschreibt und würdigt die Ausübung des landesherrlichen Kirchenregiments durch Friedrich Wilhelm II., Nachfolger Friedrichs des Großen auf dem preußischen Königsthron sowie an der Spitze der lutherischen Landeskirche, im Kontext der Entwicklung des Staatskirchenrechts und des evangelischen Kirchenrechts in Brandenburg-Preußen vom ausgehenden Mittelalter bis zum Beginn des Konstitutionalismus. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, weshalb der traditionell kritischen bis ablehnenden Bewertung der kirchenpolitischen Maßnahmen Friedrich Wilhelms II. nicht pauschal zugestimmt werden kann, sondern eine differenzierte Betrachtung der vielfältigen Ursachen für die religionspolitischen Kontroversen jener Epoche geboten ist. Insgesamt erscheint das redliche Bemühen des Königs um die Stabilität des Bekenntnisses und um klare, sachgerechte Verfassungsstrukturen in der Landeskirche als ein Versuch mit untauglichen Mitteln.
Süßmann, Johannes
Vergemeinschaftung durch Bauen.
Verlag: Duncker & Humblot
Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn leitete 1719 in Würzburg einen umfassenden Stadtumbau ein. Am Beispiel dieser einen, bedeutenden Neugestaltung - sie bildete den (heute verschwundenen) Kontext der Würzburger Residenz - fragt der Autor nach dem Sinn fürstlichen Bauens in jener Epoche überhaupt. Die Studie führt vor Augen, daß Bauen veritable Politik sein konnte mit dem Ziel, die Ständegesellschaft in eine société absolutiste umzubauen.
In zwei Abschnitten sucht Johannes Süßmann zu erklären, wie eine derart radikale Politik zustandekam. Dafür analysiert er die Krise der Stiftsherrschaft um 1700, auf die das Bauen antwortete. Darüber hinaus legt der Autor den Familienhabitus der Schönborn frei, die als Protagonisten jener Politik gelten dürfen.
Herausgeber : Ehrenpreis, Stefan / Ute Lotz-Heumann / Olaf Mörke / Luise Schorn-Schütte (Hrsg.)
Wege der Neuzeit.
Verlag: Duncker & Humblot
Wie nur wenige hat der an der Berliner Humboldt-Universität lehrende Historiker Heinz Schilling Gegenstände und Methodik der Frühneuzeitforschung geprägt. Die einflussreichen Studien, die er zu Konfessionalisierung und Sozialdisziplinierung, zur Geschichte der Stadt und zur Entstehung des internationalen Systems vorgelegt hat, spiegeln sich in dieser internationalen Festschrift anlässlich seines 65. Geburtstags wider.
Das Wirken des Jubilars für die deutsche und europäische Geschichtswissenschaft zur Frühen Neuzeit und seine internationale Reputation werden in 30 Beiträgen von Autoren aus Europa und den USA dokumentiert. Die um die Themenkreise "Reformation und Konfession" sowie "Politik, Staat und internationales System" gruppierten Aufsätze greifen Schwerpunkte der Forschung zum 16. und 17. Jahrhundert auf und fragen nach den langfristigen "Wegen der Neuzeit".
Winter, Agnes
Das Gelehrtenschulwesen der Residenzstadt Berlin in der Zeit von Konfessionalisierung, Pietismus und Frühaufklärung (1574-1740).
Verlag: Duncker & Humblot
Die Frühzeit der fünf ältesten Berliner Gelehrtenschulen steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Ausgangspunkt sind dabei die von der lutherischen Reformation ausgehenden Bemühungen um eine Neuordnung des höheren Schulwesens und deren Fortführung in der Zeit der lutherischen und reformierten Konfessionalisierung, des Pietismus und der Frühaufklärung.
Anders als die bisherige Forschung nimmt Agnes Winter das Berliner Gelehrtenschulwesen erstmals in seiner Gesamtheit in den Blick. Dies geschieht in der Tradition einer modernen Bildungsforschung, die geistig-kulturelle Entwicklungen im Kontext allgemeinhistorischer Prozesse analysiert. Von besonderem Interesse sind dabei die jeweiligen Funktionen der Gelehrtenschulen im konfessionellen und frühabsolutistischen Staat und ihre Einbindung in die Sozial-, Kultur- und Geistesgeschichte Berlins und Brandenburg-Preußens. Im Zentrum stehen die Motive für die Gründung neuer Schulen, das jeweilige Ausmaß des landesherrlichen Zugriffs, die Zusammensetzung und überregionale Prägung der jeweiligen Lehrer- und Schülerschaft, die "Traditionalität" oder "Modernität" der Lehrprofile sowie die Einbindung der Schulen in die verschiedenen Konfessionskulturen der Stadt.
Ranieri, Filippo
Das Europäische Privatrecht des 19. und 20. Jahrhunderts.
Verlag: Duncker & Humblot
Der Band versammelt eine Vielzahl von kleinen und größeren Beiträgen, die vom Verfasser während der vergangenen drei Jahrzehnte auf dem Gebiet der Geschichte und des Strukturvergleichs des kontinentaleuropäischen Privatrechts veröffentlicht wurden. Die Beiträge gruppieren sich um drei thematische Schwerpunkte Die kontinentale Rechtskultur als gegenseitiger Rezeptions- und Befruchtungsprozess, die Nationale Juristenausbildung und die europäische Rechtskultur sowie Rechtsprechung und Zivilrecht in der europäischen Rechtsgeschichte.
Allen Untersuchungen liegt die Überzeugung des Verfassers zugrunde, dass das kontinentaleuropäische Privatrecht in seiner Geschichte und in seiner Gegenwart eine kulturelle Einheit darstellt, zu deren Erschließung und zu deren Verdeutlichung Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung heute besonders berufen sind. Nur auf diesem Weg wird nämlich das große gegenwärtige Projekt einer europäischen Privatrechtsangleichung kulturell und rechtspolitisch auf den Weg gebracht werden können. Gerade dieser Überzeugung und diesem Programm waren in den vergangenen Jahrzehnten alle diese Studien verpflichtet. Sie können zugleich exemplarisch verdeutlichen, worin der kulturelle Bildungsauftrag von Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung als juristische Grundlagenforschung bei dem heute durchaus gefährdeten wissenschaftlichen Charakter der Juristenausbildung liegen könnte.
Herausgeber : Strohm, Christoph / Heinrich de Wall (Hrsg.)
Konfessionalität und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit.
Verlag: Duncker & Humblot
Der vorliegende Band enthält die Beiträge eines internationalen Symposiums von Juristen, Theologen und Historikern, das im interdisziplinären Austausch der Frage nachging, welchen Einfluss konfessionelle Orientierungen auf die Jurisprudenz der Frühen Neuzeit hatten.
In der neueren Konfessionalisierungsforschung wurde die wichtige Rolle hervorgehoben, welche die sich formierenden christlichen Glaubensgemeinschaften bei der Entstehung der frühmodernen Staatenwelt gespielt haben. Dabei steht im Zentrum des Interesses die den drei großen Konfessionen gemeinsame Funktion einer Sozialdisziplinierung, mentalen Kontrolle und Verdichtung von Staatlichkeit. Vor diesem Hintergrund liefern die Aufsätze Bausteine zur Beantwortung der Frage nach der möglichen Eigenart und den spezifischen Besonderheiten lutherischer, reformierter und katholischer Juristen zur Rechtsentwicklung im 16. und 17. Jahrhundert.
Schmieder, Philipp
Duo rei.
Verlag: Duncker & Humblot
Gesamtobligationen gehören im römischen Recht mit den Schlagworten Solidar- oder Korrealobligationen zu den umstrittensten Themen der gemeinrechtlichen Diskussion des 19. Jahrhunderts. Trotz einer Flut von Beiträgen fand der BGB-Gesetzgeber mehr offene als gelöste Fragen vor und ließ in §§ 421 ff. BGB den Streit ausdrücklich offen. In den wenigen Beiträgen nach 1900 waren Stellen mit Gesamtobligationen häufig dem Interpolationenverdacht ausgesetzt. Die letzte umfassende deutschsprachige Bearbeitung stammt aus dem Jahr 1899.
Philipp Schmieder erschließt das Thema aus historischem Blickwinkel. Zentral ist die Fragestellung, ob die Gesamtobligationen als einheitliches Rechtsinstitut erfasst wurden. Mittels zahlreicher Einzelexegesen zu den einschlägigen Digestenstellen und unter Berücksichtigung der überkommenen Sekundärliteratur wird dabei ein neues Gesamtbild gezeichnet. Eine große Bereicherung stellt die Einbeziehung spätantiker Geschäftsurkunden aus den sogenannten Tablettes Albertini und den Ravennater Papyrusurkunden dar. Obwohl darin mehrere Geschäfte mit Personenmehrheiten zu finden sind, wurden sie zuvor nie unter diesem Blickwinkel betrachtet.
Rehse, Birgit
Die Supplikations- und Gnadenpraxis in Brandenburg-Preußen.
Verlag: Duncker & Humblot
Wie funktioniert Herrschaft in der Frühen Neuzeit? Diese Frage steht im Mittelpunkt dieser Studie. Birgit Rehse untersucht hierzu rund 1.000 Gnadenverfahren strafrechtlich Verurteilter in der Kurmark unter Friedrich Wilhelm II. Im Gnadenbitten und Gnadegewähren sieht sie eine Form direkter Kommunikation zwischen Untertanen und Obrigkeit sowie zwischen Angeklagten bzw. Verurteilten und Supplikanten. Die Autorin fragt nach den Akteuren und ihren Interessen, Handlungsspielräumen, Strategien und dem jeweils zugrunde liegenden Gnadenverständnis. Untertanen wie Obrigkeit werden dabei gleichermaßen in den Blick genommen.
Im Ergebnis legt die Autorin ein komplexes Geflecht von Machtverhältnissen frei, welches Rückschlüsse auf die Funktionsweise und Legitimation von Herrschaft Ende des 18. Jahrhunderts zulässt. Das Gnadenbitten entpuppt sich als eine Machttechnik, die zur Vergrößerung des Handlungsspielraums der Supplikanten beitrug, unabhängig davon, ob die erbetene Gnade gewährt wurde oder nicht. Auf obrigkeitlicher Seite bestand eine Diskrepanz zwischen Herrschaftsanspruch und -wirklichkeit, bedingt durch Bürokratisierung und Rationalisierung des Gnadenwesens sowie durch die Selbstbindung an die Idee einer gerechten Justiz. Damit verlor die Gnade den Charakter einer persönlichen und keinem Begründungszwang unterliegenden Entscheidung des Monarchen.
Sack, Hilmar
Der Krieg in den Köpfen.
Verlag: Duncker & Humblot
Trotz der Beachtung, die der Dreißigjährige Krieg seit jeher in der Geschichtswissenschaft gefunden hat, wurde sein lang anhaltender Einfluss auf das politische Denken und Handeln in Deutschland bisher kaum quellennah untersucht. Hilmar Sack zeigt mit besonderem Fokus auf die Revolution von 1848/49 und den deutschen Krieg von 1866, dass die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg in der Epoche deutscher Nationalstaatsfindung zu den wesentlichen geschichtspolitischen Deutungs- und Argumentationsmustern zählte, um Krisenerfahrungen zu verarbeiten und nationalpolitische Zukunftsentwürfe zu begründen. Beim "Krieg in den Köpfen" handelte es sich nicht nur um den erinnerten Dreißigjährigen Krieg der Vergangenheit, sondern auch um den imaginierten Krieg der Zukunft. Dies war unter den Bedingungen von Partikularismus und Konfessionalismus ein spezifisch deutscher Bürgerkriegsdiskurs, in dem Einkreisungsängste durch ein feindliches Ausland virulent wurden.
Das aus dem "Trauma" des Dreißigjährigen Krieges bezogene deutsche Selbstwertgefühl kam einem "Tragikstolz" gleich. Die historische Opferrolle erklärte die realpolitische Schwäche in der Gegenwart. Zugleich schlossen die tradierten Demütigungserfahrungen im "Martyrium" von Reformation und Glaubenskriegen den Erlösergedanken ein den "deutschen Beruf" als gemeinsame Mission. Der Dreißigjährige Krieg wurde jedoch nicht allein als Unglück verstanden, sondern immer auch als selbst verschuldet. Dies machte ihn zum argumentativen Steinbruch für politische Partizipations- und Führungsansprüche. So legitimierte sich 1848 der bürgerliche Mitgestaltungsanspruch gegenüber der absoluten Fürstengewalt auch darin, 200 Jahre nach dem "falschen" Westfälischen nun in der Paulskirche den "wahren" Frankfurter Frieden zu begründen. Im Dualismus zwischen Preußen und Österreich, der mit historischen Schuldfragen durchsetzt war, unterlief die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg nationalreligiöse Integrationsversuche und zog konfessionelle Frontlinien. Sie kamen in der geschichtlich begründeten Sinnhaftigkeit des Waffengangs von 1866 zum Ausdruck, vor allem in der Interpretation der Schlacht von Königgrätz als Ende des Dreißigjährigen Krieges.
Schröder, Rainer
Zivilrechtskultur der DDR.
Verlag: Duncker & Humblot
Der vorliegende Band bildet den Abschluss eines umfangreichen Forschungsprojekts zur "Zivilrechtskultur der DDR". Drei vorbereitende Bände zeigen die Rahmenbedingungen der Justiz in der DDR auf. Zudem enthalten sie bereits erste Ergebnisse aus neuen methodischen Annäherungen an das Thema, so unter anderem einen Blick auf das Selbstverständnis der Juristen durch Auswertung von Zeitzeugeninterviews.
Kern des von der DFG geförderten Projekts war eine umfangreiche empirische Untersuchung, um die aus den Vorarbeiten gewonnenen Thesen überprüfen zu können. Zuvor mussten allerdings 10.000 Akten, größtenteils in erbarmungswürdigem Zustand auf dem Dachboden des Amtsgerichts Berlin-Mitte gelagert, gesichtet und die Daten erhoben werden.
Durch die Auswertung dieses Materials ist das Bild einer Zivilrechtswirklichkeit in der DDR entstanden, die man auf anderem Wege kaum hätte rekonstruieren können. Zu Schlagwörtern verdichtet, spiegelt der Titel des Buches das Ergebnis der Untersuchung wider War der frühe Zivilprozess der DDR von Inkassoverfahren geprägt, verloren diese nach und nach an Gewicht. Im Zusammenhang mit zahlreichen Ausgliederungen, z. B. des Wirtschaftsrechts, aus dem Zivilrecht blieben letztlich für das zivilgerichtliche Verfahren vorrangig privatrechtliche Konflikte unter Bürgern - Feierabendprozesse - übrig. In diesen Grenzen funktionierte der zivilrechtliche Alltag in der DDR "normal". Aber trifft das nicht letztlich auf das Zivilrecht jeder Diktatur zu, da politisch brisante Fragen von vornherein ausgeklammert werden?
Herausgeber : Baumgart, Winfried (Hrsg.)
Die auswärtige Politik Preußens 1858 - 1871.
Verlag: Duncker & Humblot
Von der Edition "Die auswärtige Politik Preußens 1858-1871" waren in den 1930er und 1940er Jahren etliche Bände unter der Ägide der Historischen Reichskommission publiziert worden. Sie sollten das Erstarken Preußens unter Bismarck und die Vorgeschichte der deutschen Reichseinigung dokumentieren. Sechs Bände für die Jahre 1858 bis März 1866 sowie drei Bände für die Zeit von August 1866 bis April 1868 konnten fertiggestellt werden. Der zentrale Band für die unmittelbare Vorgeschichte und den Verlauf des preußisch-österreichischen Krieges von 1866 war Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend druckfertig; das Manuskript ging jedoch durch die Kriegswirren verloren. Nach 1945 wurde von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ein neuer Versuch unternommen, den Band zu publizieren; auch er scheiterte. Später unternahm der Berliner Historiker Wolfgang Steglich einen dritten Anlauf, der immerhin eine weit gediehene Materialsammlung erbrachte. Anhand dieser Vorarbeiten ist nun der vierte Versuch zur Veröffentlichung dieses Bandes schließlich gelungen.
Obwohl in den 1930 ff. erschienenen "Gesammelten Werken" Bismarcks zentrale Quellen zur Kriegspolitik des Leiters der preußischen Politik von 1866 bereits publiziert worden sind, konnten für diese Edition weitere preußische Akten - vor allem Berichte der preußischen Gesandten an den europäischen Höfen - ausfindig gemacht werden. Von ganz besonderer Bedeutung sind darüber hinaus Berichte der Gesandten der europäischen Mächte aus Berlin - darunter besonders die russischen aus Moskauer Archiven -, die Bismarcks unbedingten Willen zur Entfesselung des Krieges gegen Österreich und andere Staaten des Deutschen Bundes in seltener Eindeutigkeit dokumentieren.
Meissner, Andrea
Die Nationalisierung der Volksschule.
Verlag: Duncker & Humblot
Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie die historische Wissensvermittlung an den Volksschulen Preußens und des deutschsprachigen Österreich zur Popularisierung nationaler Selbstbilder beitrug. Lese- und Geschichtsschulbücher sowie Schulfeiern werden dabei in doppelter Perspektive analysiert Zum einen als Manifestationen von Geschichtspolitik vor dem Hintergrund pädagogisch-professioneller und staatlicher Interessen; zum anderen als raffiniert gestaltete Massenmedien und Inszenierungen, die intensiv rezipiert wurden. Andrea Meissner greift die für die Nationalismusforschung entwickelten kulturgeschichtlichen Methoden auf, indem sie die mythische und emotionale Aufladung von Gründungserzählungen, Heldengestalten, Feindbildern und Kollektivbegriffen analysiert. Mit dem Vergleich von Preußen und dem deutschsprachigen Österreich erfasst sie die Vielfalt der Vorstellungen von der deutschen Nation und zeichnet eine ambivalente Beziehungsgeschichte nach. Der breit angelegte Zeitrahmen erlaubt es, die langfristige Etablierung bestimmter Nationsvorstellungen, aber auch Umdeutungen und Radikalisierungsprozesse zu verfolgen. Relevant sind hierbei vor allem die hohe Bedeutsamkeit von Kriegsmythen, die Leitbilder von Freiheit, Teilhabe und nationaler Einheit transportierten, ebenso wie der Aufstieg des Volksbegriffs, der zugleich demokratisch und "völkisch" deutbar war.
Brunner, Richard J.
Johann Andreas Schmeller und die Ludwig-Maximilians-Universität München.
Verlag: Duncker & Humblot
In diesem Band legt Richard J. Brunner ein Pendant zu seinem 1997 erschienenen Werk "Schmeller und die Bayerische Akademie der Wissenschaften" vor. Wie dort werden auch hier im Brennpunkt der Biographie eines bedeutenden Forschers des neunzehnten Jahrhunderts institutions-, wissenschafts- und landesgeschichtliche Aspekte versammelt. Obwohl Schmeller als bemerkenswerter Sonderfall in der Universitätslandschaft gelten darf, fehlte bisher eine Darstellung seiner Tätigkeit als Universitätslehrer bzw. eine Edition der einschlägigen Aktenstücke. Diese Lücke soll mit dieser Arbeit geschlossen werden.
In den hier ausgebreiteten Materialien finden sich auch neu erschlossene, bisher nicht bekannte Details. Sie zeigen, alles in allem, nicht nur die Vielseitigkeit und Bandbreite von Schmellers wissenschaftlichem Oeuvre; sie werfen auch einen Blick auf den Menschen Schmeller, der es, schon aufgrund seiner Herkunft, mit seiner Umgebung und mit sich selber nicht immer leicht hatte.
Herausgeber : Gollwitzer, Heinz
Kultur - Konfession - Regionalismus.
Verlag: Duncker & Humblot
Die in diesem Band versammelten Arbeiten des Historikers Heinz Gollwitzer (1917 - 1999) beeindrucken den Leser in mehrfacher Hinsicht Das betrifft zum einen ihren interdisziplinären und international vergleichenden Ansatz, der z. B. den Historismus nicht nur geistes-, sondern eben auch sozialgeschichtlich verortet, der kunstgeschichtliche Fragestellungen nicht nur immanent auf das einzelne Kunstwerk bezogen erörtert, sondern in den öffentlichen Raum einer vergangenen Epoche zu stellen bestrebt ist und der schließlich ein so vielschichtiges Problem wie den politischen Protestantismus nicht in nationalgeschichtlich beschränkter, sondern internationaler Perspektive rekonstruiert. Und zum anderen zeichnen sich Gollwitzers Arbeiten durch eine erstaunliche Kenntnis auch seltener und entlegener Quellen aus. Seine Deutungen sind immer anregend und weiterführend - ob es sich nun darum handelt, die konfessions- und religionspolitischen Hintergründe bestimmter außenpolitischer Konzeptionen nachvollziehbar zu machen, oder ob es um ein neues Verständnis des politischen "Ghibellinismus" im 19. Jahrhundert geht. Manche seiner Themen, Thesen und Fragestellungen - etwa das von ihm im Jahr 1964 erstmals entworfene Konzept der "politischen Landschaft" - beginnen, wie neueste Forschungsarbeiten zeigen, erst in der Gegenwart ihre eigentliche Wirkung zu entfalten.
Jordan, Alexander
Krieg um die Alpen.
Verlag: Duncker & Humblot
Der Krieg um die Alpen, der in den Jahren 1915 bis 1918 zwischen Italien und Österreich-Ungarn entbrannte, war der umfassendste Konflikt, der jemals im Alpenraum stattfand. Mitten im Ersten Weltkrieg waren tausende Soldaten dauerhaft in den Hochalpen versammelt, die im Sommer wie im Winter dort lebten und kämpften. Der Autor verfolgt die Besonderheiten und theoretischen Grundlagen des Hochgebirgskrieges und stellt die Anforderungen, mit denen die Soldaten in der Fels- und Eisregion konfrontiert wurden, heraus. Es werden nicht nur die komplizierten politischen Verwicklungen behandelt, die zum italienischen Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten führten, sondern auch die Kampfhandlungen selbst sowie die Truppenformationen der beteiligten Mächte. Der geographische Schwerpunkt der militärhistorischen Untersuchung liegt auf Tirol und der Region von der Schweizer Grenze bis hin zu den Julischen Alpen.
Erstmalig wird in diesem Buch der Einmarsch deutscher Truppen in Tirol im November 1918 anschaulich geschildert und wissenschaftlich bewertet. Es bestand die Gefahr, dass Truppen der Entente als Reaktion auf den österreichisch-italienischen Waffenstillstand 1918 von Tirol aus einen Stoßkeil in Bayerns Südflanke treiben könnten. Leitfragen der Analyse richten sich auf die Organisation des Grenzschutzes, auf die Entscheidungsträger und auf die militärstrategischen und politischen Beweggründe, die zum Einmarsch in Tirol führten.
In der Studie wird die Erlebensebene der Frontsoldaten in die Darstellung der Ereignisse an der italienisch-österreichischen Front eingebettet. Bisher unbearbeitetes Quellenmaterial lässt neue Schlüsse zu. Etwa jenen, dass sich der Krieg in den Alpen keineswegs exakt nach den theoretischen Vorgaben und Erwartungen der Armeeführung entwickelte. Ein umfangreicher Dokumentenanhang sowie Karten- und Bildmaterial und eine ausführliche Bibliographie runden das Werk ab.
Herausgeber : Kloosterhuis, Jürgen / Wolfgang Neugebauer (Hrsg.)
Krise, Reformen - und Finanzen.
Verlag: Duncker & Humblot
Die Beiträge dieses Bandes, hervorgegangen aus einer wissenschaftlichen Konferenz der Preußischen Historischen Kommission und des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, beleuchten von verschiedenen methodischen und thematischen Ansätzen her die Bedeutung staatlicher Finanzen in der Umbruchphase um 1800. Nach der Niederlage Preußens im Kampf gegen das napoleonische Frankreich hatte dieser Staat in Folge des Tilsiter Friedens hohe Tributzahlungen zu leisten, und dies aus einem dramatisch reduzierten Staatsgebiet, das monatelang als Durchmarsch- und Schlachtenraum ganz unmittelbar gelitten hatte. Der Problemdruck der Staatsfinanzen war - das hat die Forschung seit langem erkannt - ein wichtiger Impuls für die Modernisierungsbestrebungen von Staat und Gesellschaft im Preußen von vom Stein bis in die Jahre des Staatskanzlers Hardenberg.
Die Autoren und Autorinnen betten die preußische Staats- und Finanzgeschichte um 1806 in einen weiteren chronologischen und sachlichen Rahmen ein. Nach Rückgriffen auf Langzeitentwicklungen seit dem 17. Jahrhundert werden finanzgeschichtlich relevante Entwicklungen in Preußen mit außerpreußischen Parallelen konfrontiert. Beiträge zur Entwicklung in Schwedisch-Pommern, in Westfalen, in den napoleonischen Modellstaaten, in Österreich und in Süddeutschland erweitern und ergänzen die preußische Perspektive. Die Staatsfinanzen, das Staatsschuldenwesen und die damit unmittelbar verbundene Frage nach der politischen Partizipation der Stände und Untertanen stellen einen wesentlichen Fragenkreis im Sinne einer Verknüpfung der Finanzpolitik mit der Verfassungsfrage dar.
Unter Einbeziehung der reichen staatlichen und ständischen Archivüberlieferung wird mit diesem Band ein Beitrag zu einer vergleichenden Finanzgeschichte der "Sattelzeit" geleistet. Eine solche Geschichte müsste für den preußischen Fall noch Anschluß gewinnen an eine moderne Forschungsentwicklung dieses Themenfeldes, wie sie etwa für die süddeutschen Reformstaaten des frühen 19. Jahrhunderts in letzter Zeit beachtliche Fortschritte erreicht hat.
Hausmann, Frank-Rutger
Ernst-Wilhelm Bohle.
Verlag: Duncker & Humblot
Ernst Wilhelm Bohle (1903 - 1960) wurde 1933 mit 30 Jahren der jüngste Gauleiter der NSDAP und war von 1938 bis 1941 als Staatssekretär im Auswärtigen Amt (AA) tätig. Die Geschichtswissenschaft beschäftigte sich mit ihm bisher nur am Rande und richtete ihr Augenmerk vor allem auf seinen Anteil am Aufbau der von ihm von 1933 bis 1945 geleiteten Auslandsorganisation der NSDAP (AO) und ihre weltweite Propagandaarbeit.
Die vorliegende Biographie ist Verlaufsgeschichte und reflexiver Akt zugleich. Auf der Grundlage umfangreicher Archivstudien widmet sich Frank-Rutger Hausmann erstmals Bohles Elternhaus, betrachtet die in Südafrika verlebte Jugend, sein Studium und seine Berufstätigkeit. Er stellt Bohles enges Verhältnis zu Rudolf Heß dar sowie seine Spannungen mit Reichsaußenminister von Ribbentrop, seine Reise- und Rednertätigkeit im Dienst der Partei, seine Beziehungen zu Goebbels, Himmler und Ley sowie die in Nürnberg, Landsberg und diversen US-amerikanischen Internierungscamps verbrachte Haftzeit vor und nach dem Nürnberger bzw. dem Wilhelmstraßen-Prozeß. Hausmann schließt mit der Beschreibung Bohles letzter Lebensjahre in Hamburg - in diesen Zeitraum fallen seine Entnazifizierung und seine Tätigkeit als "Werbeberater für den englischen Sprachbereich" für mehrere überregionale Industrieunternehmen.
Wie andere im Ausland aufgewachsene NS-Führer war Bohle ein Vertreter des nationalkonservativen Auslandsdeutschtums. Allerdings machte ihn die britische Erziehung, die er in Kapstadt genossen hatte, besonders geschmeidig. Die im Kontakt mit drei Kulturen - der deutschen, britischen und südafrikanischen - erworbene Weltläufigkeit prädestinierte ihn zum Diplomaten. Später übte er als Gauleiter der AO und Staatssekretär im AA eine wichtige Doppelfunktion aus.
Wenngleich Bohle "liberaler" als die meisten anderen Gauleiter agierte, darf man seine nationalsozialistische Grundeinstellung nicht unterschätzen. Er war ehrgeizig und baute die AO zu einer Behörde mit über 800 Mitarbeitern aus, die bis zum Ende des "Dritten Reiches" höchst effektiv arbeitete.
Holik, Josef
Die Rüstungskontrolle.
Verlag: Duncker & Humblot
Gestützt auf seine praktischen Erfahrungen, geht der Verfasser den weltpolitischen Entwicklungen nach, denen Abrüstung und Rüstungskontrolle in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts einen eindrucksvollen, wenn auch nicht immer nachhaltigen Durchbruch verdankten. Er beschreibt internationale Rüstungskontrollverhandlungen, stellt deutsche Beiträge heraus und vergleicht die Abläufe der Rüstungskontrolle mit dem Verlauf und der Überwindung des Ost-West-Konflikts. Dabei erweist sich, daß Rüstungskontrolle in erster Linie als Instrument übergeordneter politischer Ziele, nicht als Selbstzweck erfolgreich war. In einer Nachgeschichte vergleicht der Autor damalige und heutige Rahmenbedingungen der Rüstungskontrolle und stellt Überlegungen darüber an, wie es weitergehen könnte.
In verständlicher Sprache geschrieben, leistet der Autor einen Beitrag zu einem entscheidenden Abschnitt unserer Zeitgeschichte. Dabei werden zuweilen auch Ereignisse und Hintergründe angesprochen, die bisher kaum bekannt waren. Durch Zitate und Anekdoten und einen flüssigen Stil gelingt es dem Autor, das schwierige Thema Abrüstung und Rüstungskontrolle auch dem Laien nahezubringen.
Wilhelm, Uwe
Das Deutsche Kaiserreich und seine Justiz.
Verlag: Duncker & Humblot
Kritik an der Justiz war im Deutschen Kaiserreich ein Dauerthema. Die Vorwürfe richteten sich gegen alle Teile des Justizsystems und verdichteten sich in den 1890er Jahren zu einer handfesten "Vertrauenskrise", die trotz vielfältiger Reformbemühungen bis 1914 anhielt.
Die vorliegende Arbeit interpretiert die Zusammenhänge in erster Linie als Folge der zwiespältigen Modernisierung Deutschlands Während der rapide ökonomische und gesellschaftliche Wandel die Gerichte fortwährend mit neuen brisanten Streitsachen konfrontierte, hielt vor allem Preußen an der Strafgewalt als Instrument gegen politisch Andersdenkende fest. Die rechtsstaatlichen Grenzen blieben dabei zwar im großen und ganzen gewahrt, gleichwohl trug die Kritik maßgeblich dazu bei, die Legitimität des monarchischen Staates zu untergraben. Die Studie beruht auf einer breiten Materialbasis und greift zeitlich bis zur Revolution von 1848/49 zurück.
Müßig, Ulrike / Ulrike Seif
Recht und Justizhoheit.
Verlag: Duncker & Humblot
Die Frage nach einer europäischen Verfassungstradition der Garantie des gesetzlichen Richters wird mit einem historischen Vergleich ihrer Entwicklungen in der Kanonistik, in Frankreich, England und Deutschland untersucht. Im Zuge des päpstlichen Herrschaftsaufbaus erarbeitet die Kanonistik die Nichtigkeitsfolge für das Urteil des unzuständigen Richters. Der französische Konflikt zwischen monarchischem Zentralismus und ständischen Selbstverwaltungsrechten prägt den Gegensatz zwischen Justizamt und Auftrag, der auch noch in den Garantien nach 1789 erkennbar ist. Gegen den Stuart-Absolutismus wird der Vorrang des Rechts vor der Prärogative formuliert, der sich 1689 durchsetzt. Die frühkonstitutionellen deutschen Garantien stehen noch in der Tradition landesherrlicher Selbstverpflichtungen, bis die Justizwillkür der Restauration liberale Forderungen nach einem gerichtsverfassungsrechtlichen Gesetzesvorbehalt forciert. Die gemeinsame Verfassungstradition gegen Ausnahmegerichte wird in den Darstellungen zum aktuellen nationalen und europäischen Recht bestätigt.
Dem im Oktober 2009 tätig werdenden Supreme Court of the UK widmet die 2. Auflage ein eigenes Kapitel. Zusammenfassungen in Englisch, Französisch und Spanisch tragen dem internationalen Echo zur 1. Auflage Rechnung.
$.Pressestimmen$-
"Die Arbeit verdient Beachtung über den deutschen Rechts- und Sprachraum hinaus. [...] Der Autorin gelingt es überzeugend, den rechtshistorischen Befund mit der aktuellen Rechtslage zu verbinden [...] Das Werk ist ein wichtiger Beitrag in der längst nicht beendeten Diskussion um den gesetzlichen Richter in Europa." Günter Hirsch, in Neue Juristische Wochenschrift 36/2003
"Am Ende der Lektüre ist der Leser vom Reichtum an Einsichten und Einblicken in diese gemeinsame europäische Geschichte des Problems beeindruckt. Das Buch hat bereits im Ausland eine sehr positive Aufnahme erfahren [...]. Es dürfte auch zur obligaten Lektüre bei künftigen Untersuchungen zur europäischen Verfassungs- und Justizgeschichte werden." Filippo Ranieri , in Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 122 Bd./2005
Rando, Daniela
Johannes Hinderbach (1418-1486).
Verlag: Duncker & Humblot
Johannes Hinderbach (1418 - 1486), Bischof von Trient, hat die Texte seiner umfangreichen Bibliothek mit Tausenden von Randglossen versehen. Sie bieten in Inhalt und Form Gelegenheit, seinen geistigen und emotionalen Horizont weitgehend zu rekonstruieren das Rechtsstudium in Wien und Padua, die Karriere als Sekretär und Diplomat am Hof Kaiser Friedrichs III., schließlich die Erhebung zum Reichsfürsten an der Nahtstelle zwischen germanischem und romanischem Kulturkreis. Die Randbemerkungen erhellen die Endphase des Basler Konzils, die Neuordnung des Verhältnisses von Reich und Kirche, das Kreuzzugsprojekt seines Kollegen aus der kaiserlichen Kanzlei Enea Silvio, Papst Pius II., nach der Eroberung von Konstantinopel 1453. Sie geben auch intime Auskunft über den Bruch in Hinderbachs Biographie sein rabiates Vorgehen gegen die jüdische Gemeinde in Trient (1475), Kehrseite einer verheerenden Sehnsucht nach Erlösung als Versuch, einen Kinder-Kult um das "Opfer", den kleinen Simon, zu etablieren. Diese letzte Erfüllung blieb ihm versagt - Hinderbachs Marginalien liefern uns Bausteine für seine Gefühls- und Gedankenwelt, sein Erinnerungsvermögen, sein Räsonieren über Gegenwart und Vergangenheit, Männer und Frauen, Türken und Juden, Sünde und Sühne, Schuld und Einsamkeit eine echte "Selbst"-Biographie.
"... an important and intriguing study." John Van Engen, in Renaissance Quarterly 59 (2006)
Scriba, Florian
"Legale Revolution"?
Verlag: Duncker & Humblot
Die verfassungsdogmatische und historische Haltbarkeit des umstrittenen Begriffs der "legalen Revolution" steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Florian Scriba nimmt dabei die Errichtung der NS-Herrschaftsordnung sowie die "friedliche Revolution" in der DDR in den Blick. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Autor mit der Frage politischer Grenzen verfassungsändernder Rechtsetzung zuvorderst für den Fall auseinander, daß es an einer expliziten Beschränkung der Verfassungsänderungskompetenz fehlt.
Mit seiner verfassungsrechtswissenschaftlich umfassendenen Untersuchung gelangt Scriba zu dem Resultat, daß die inhaltliche Unbeschränktheit einer Verfassungsänderungskompetenz per se nicht auszuschließen ist. Dennoch hätten der "Legalität" jener "revolutionären" politischen Umbrüche Schranken der Verfassungsänderung entgegengestanden, die sich trotz des Schweigens der jeweiligen Normtexte durch die Auslegung ergeben.
Schenk, Tobias
Wegbereiter der Emanzipation?
Verlag: Duncker & Humblot
Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrten sich die Anzeichen für einen grundlegenden Wandel im Verhältnis zwischen christlicher Mehrheitsgesellschaft und jüdischer Minderheit. Diese vielbeachtete Entwicklung verdichtete sich in der preußischen Hauptstadt Berlin im Kreis um den jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn und den Beamten Christian Wilhelm von Dohm.
Zu gleicher Zeit jedoch strebte der von antijüdischen Ressentiments beherrschte preußische König Friedrich II. eine Reduzierung der Judenschaft auf wenige, möglichst finanzkräftige Familien an. Welche sozialen und demographischen Wirkungen diese über Jahrzehnte hinweg betriebene Politik auf die davon betroffenen Juden zwischen Kleve und Königsberg entfaltete, untersucht Tobias Schenk in der vorliegenden Studie erstmals auf breiter empirischer Grundlage.
Pörtner, Regina
"The highest of time" Verfassungskrise und politische Theorie in England 1640-1660.
Verlag: Duncker & Humblot
Die englische Revolution von 1640-60 hat wie keine andere Epoche der Geschichte Großbritanniens Anlaß zu weltanschaulich wie wissenschaftlich motivierten Kontroversen gegeben. Mit der Verfassungskrise begann auch die noch immer andauernde Diskussion über die Ursachen, Auswirkungen und historische Bedeutung des Konfliktes. Ob als "Betriebsunfall" konsensualer Herrschaft und Abirrung vom evolutionären britischen Staatswerdungsprozeß oder als notwendiger, von irischen und britischen "Kolonialkriegen" begleiteter Auftakt zur Glorious Revolution von 1688/89, die erste englische Revolution gehört zu den umstrittensten Gegenständen der modernen Geschichtsforschung.
Regina Pörtner analysiert in der vorliegenden Studie einer repräsentativen Auswahl zeitgenössischer Schriften die einflußreichsten konkurrierenden Konzepte politischer Souveränität und deren Radikalisierung unter dem Druck der politischen Ereignisse. Wie die hier analysierten Texte belegen, bildete neben dem internationalen politisch-theologischen Diskurs calvinistischer Prägung auch die Rezeption der Schriften deutscher und niederländischer Juristen eine wichtige Quelle für die Entwicklung eines Konzeptes korporativer Souveränität die, im Widerspruch zu Bodin, dennoch "absolute" Qualität besaß.
Die Darstellung bietet zugleich einen ausführlichen historiographischen Überblick und eine Einführung in die verfassungsgeschichtlichen Grundlagen des Konfliktes.
Herausgeber : Feuchtwanger, Edgar
Erlebnis und Geschichte.
Verlag: Duncker & Humblot
Edgar Feuchtwanger, 1924 in München geboren, Sohn des Verlegers Ludwig und Neffe des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, erzählt von seiner Kindheit in Deutschland und seinem Leben in England. Als jüdisches Kind erlebte er den Alltag im Dritten Reich, aber auch die großen Zeitereignisse - Röhmputsch, Annexion Österreichs, Sudetenkrise - aus besonderer Perspektive Seine Eltern wohnten gegenüber von Hitlers Privatwohnung. Nach Kristallnacht und Inhaftierung seines Vaters im KZ Dachau wurde Edgar, 14 Jahre alt, 1939 nach England geschickt. Dort wurde er in Institutionen der englischen Oberschicht - zunächst in einer berühmten Public School in Winchester und nach dem Krieg in Cambridge - erzogen. Als Historiker arbeitete er in der Erwachsenenbildung und wurde Universitätsprofessor. Seit 50 Jahren ist er mit der Tochter eines britischen Generals verheiratet.
Feuchtwanger schildert nicht nur Erlebnisse der Vorkriegs- und Kriegsjahre, sondern auch seine Eindrücke bei Besuchen und Begegnungen im Deutschland der Nachkriegszeit. Aus dem Blickwinkel des Zeitzeugen und Historikers gibt das Buch einen persönlichen Einblick in zwei Länder.
Begert, Alexander
Die Entstehung und Entwicklung des Kurkollegs.
Verlag: Duncker & Humblot
Das Buch behandelt das "Fundamentalrätsel der deutschen Verfassungsgeschichte", die Frage, wie sich im 13. Jhd. das Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs von allen Reichsfürsten auf die sieben so genannten Kurfürsten reduzieren konnte. Aufgrund der Prüfung sämtlicher Quellen und unter Berücksichtigung der rechtshistorischen Gegebenheiten sowie der politischen Verhältnisse des 13. Jhd.s gelangt Alexander Begert zu einem ebenso eindeutigen wie überzeugenden Ergebnis Zunächst wurde in Analogie zu Schiedsgerichten ein Gremium von zeremoniell hervorgehobenen Hauptwählern geschaffen. Die Wahlrechtsreduktion erfolgte dann durch einen Rechtsakt im Jahre 1252. Grund hierfür war nicht zuletzt das Bemühen um eine Vereinfachung der Wahl und eine Gewährleistung ihrer Eindeutigkeit in unruhigen Zeiten. Darüber hinaus untersucht der Autor noch die weitere Ausformung des Kurkollegs, das Erbrecht bzgl. der Kur und das Majoritätsprinzip als solches.
Österreichs Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB).
Verlag: Duncker & Humblot
Am 1. Juni 1811 wurde das "Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch" (ABGB) kundgemacht und trat am 1. Januar 1812 in Kraft. Damit erhielt die Habsburgermonarchie, zeitweise unter Einschluss Ungarns, ein einheitliches Privatrecht. Das ABGB zeichnete sich in seiner ursprünglichen Fassung durch eine vernunftrechtliche und daher logische Konstruktion sowie durch eine prägnante und dennoch volkstümliche Sprache aus. Dem multinationalen Charakter Österreich-Ungarns wurde es durch eine Vielzahl von Übersetzungen gerecht. Die Darstellung seiner Geltung außerhalb der heutigen österreichischen Staatsgrenzen - in Liechtenstein, Ungarn, der Woiwodina, Kroatien-Slawonien, Polen, Tschechoslowakei und Italien - veranschaulicht ebenso wie die Erläuterung seines Einflusses auf Deutschland, die Schweiz und Serbien die maßgebliche Bedeutung des ABGB für die europäische Gesetzgebungsgeschichte.
Krüssmann, Walter
Ernst von Mansfeld (1580 - 1626).
Verlag: Duncker & Humblot
Auf eine moderne, wissenschaftliche Biographie des berüchtigten Söldnerführers Ernst von Mansfeld haben die Wissenschaft und historisch interessierte Leser lange warten müssen. Mehr als 140 Jahre nach dem Erscheinen der politisch motivierten Publikationen von Villermont und Ütterodt, die beide keine geschulten Historiker waren, wird hier eine umfassende Lebensbeschreibung vorgelegt, die sowohl die bekannten als auch neuerschlossene Quellen kritisch analysiert und unter Einbeziehung der zwischenzeitlichen Forschungserträge einer Bewertung sine ira et studio unterzieht. Das Werk soll dazu dienen, von der Person jenes natürlichen Grafensohnes, gewerblichen Söldnerführers und ausdauernden Kriegsunternehmers gegen die Habsburger, von seiner historischen Rolle und Bedeutung endlich ein unverzerrtes, möglichst authentisches Bild zu gewinnen; dabei kommen die Quellen oftmals selbst zu Wort. Die für sein Zeitalter symptomatische Existenz jenes privaten Unternehmers und Berufskriegers wird eingehend dargestellt; besondere Beachtung finden die Bedingungen seines Wirkens und Scheiterns, etwa das Verhältnis zu seinen Auftraggebern.
Weitere Informationen zu Autor und Buch unter www.walter-kruessmann.de
Herausgeber : Rusconi, Gian Enrico (Hrsg.)
Der säkularisierte Staat im postsäkularen Zeitalter.
Verlag: Duncker & Humblot
"Der säkularisierte Staat im postsäkularen Zeitalter" versammelt die Beiträge der 49. Studienwoche des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient, die im Oktober 2006 stattfand. Der Titel unterscheidet sich etwas von der Tagung - ihr Thema lautete "Der säkularisierte Staat und seine Veränderungen heute". Diese Änderung könnte geringfügig erscheinen, sie ist aber bedeutsam, denn der Bezug auf das postsäkulare Zeitalter bezeichnet präziser nicht nur den Kontext, sondern auch die Dynamik der Wandlungsprozesse des säkularisierten Staates.
"Säkularisierter Staat" - das bedeutet Legitimation und Funktion des Staates sehen von jedem religiösen oder transzendenten Bezug ab. Der säkularisierte Staat verlangt von seinen Bürgern nicht, daß sie eine bestimmte religiöse Überzeugung haben oder bekunden, sondern garantiert ihnen größtmögliche Gewissensfreiheit.
Aus der Einführung
Wolf, Joseph Georg
Aus dem neuen pompejanischen Urkundenfund.
Verlag: Duncker & Humblot
Beim Bau der Autostrada Pompeji-Salerno stieß man im April 1959 im südlichen kaum erforschten Vorfeld der Vesuvstadt auf die Reste eines antiken Hauses. Die Notgrabung konnte nur einen kleinen Teil der großzügigen Hausanlage freilegen ein Stück des Säulenhofs mit fünf anliegenden Speiseräumen. In einem der Speiseräume entdeckte das Grabungsteam einen Korb aus Flechtwerk, der bis zum Rand, sorgfältig gestapelt, mit Urkunden gefüllt war. Dieser Urkundenfund von Murècine ist der bedeutendste Fund römischer Prozeß- und Geschäftsurkunden, der je gemacht worden ist. Seine einzigartige Bedeutung beruht auf der großen Zahl der gefundenen Urkunden, auf ihrem ungewöhnlich guten Erhaltungszustand und auf der Vielfalt der beurkundeten Gegenstände.
Noch bevor die editio princeps 1980 beendet war, setzte eine lebhafte Interpretationsarbeit ein. Zu ihr gehören die Aufsätze, die zum Teil an entlegenem Orte veröffentlicht sind und aus Anlaß einer neuen Edition der Urkunden hier gesammelt vorgelegt werden.
Herausgeber : Agazzi, Elena / Erhard Schütz (Hrsg.)
Heimkehr Eine zentrale Kategorie der Nachkriegszeit.
Verlag: Duncker & Humblot
Heimkehr - eine elementare, existentielle und zugleich eine immer wieder aktualisierte, zeitgeschichtliche Kategorie wird hier am Beispiel der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in exemplarischen Beiträgen untersucht. Internationale Historiker, Literatur- und Medienwissenschaftler stellen die komplexe Situation der ineinander vermengten, ganz unterschiedlichen und z. T. konkurrierenden Heimkehren aus Krieg, KZ, Gefangenenlager, Evakuierung und Exil dar. In Fallstudien historiographischer Rekonstruktion und Analyse künstlerischer Darstellungen wie medialer Produkte aus der damaligen Zeit wie der jüngsten Gegenwart entsteht so ein facettenreiches Bild der Nachkriegszeit vor allem im deutschen Osten und Westen. Die existentiellen Situationen, die durch Roman- und Filmanalysen geschildert werden und die z. T. die persönlichen Erfahrungen der Autoren widerspiegeln, werden sowohl unter dem Gesichtspunkt der Generationsfrage untersucht wie auch im Bezug auf die gesellschaftliche Situation der 40er und 50er Jahre, in der die zentrale Frage der Schuld in verschiedenen Variationen angedeutet, thematisiert oder verschwiegen wird. "Heimkehren" heißt übrigens, sich immer wieder die Frage zu stellen, was nun die Heimat unter den veränderten Umständen geworden sei und was man zur demokratischen Erneuerung des Landes zu tun habe. Die ethisch-politischen Positionen der Interpreten des deutschen Wiederaufbaus werden nun ständig mit den propagandistischen Richtlinien des Staates im Osten und Westen konfrontiert.
Der Band liefert damit einen gewichtigen Beitrag zum differenzierteren Verständnis der Nachkriegszeit wie zur immer noch aktuellen Diskussion um eine angemessene Gedächtniskultur.
Herausgeber : Berger, Günter / Julia Wassermann (Hrsg.)
Bagatellen aus Berlin.
Verlag: Duncker & Humblot
Herausgeber : Kunicki, Wojciech; Zybura, Marek
Germanistik in Polen
Verlag: fibre
Die Fachgeschichte der polnischen Germanistik ist in Deutschland ein weitgehend unbekanntes Thema. Für ihre inhaltliche und methodologische Entwicklung war neben der geographischen Nähe der beiden Länder vor allem die Tatsache von Bedeutung, dass polnische Gebiete nach den Teilungen in den preußischen und österreichischen Staat eingegliedert wurden, und damit auch die Pflege der Germanistik bis 1918 in diesem wissenschaftspolitischen und fachgeschichtlichen Kontext stattfand. Ferner ist die polnische Germanistik nicht identisch mit der Germanistik in Polen, gab es doch in den vor 1945 zum Deutschen Reich gehörenden Gebieten germanistische Institutionen mit eigenen Forschungsprofilen, wie z. B. die Universität Breslau, die Technische Hochschule Danzig oder von 19411945 die sog. Reichsuniversität Posen. Die politische Entwicklung in Polen nach 1945 brachte es dann mit sich, dass die Germanistik dort nicht ausschließlich eine philologische Wissenschaft bleiben konnte und durfte. Ihr wurde der Status einer politischen Wissenschaft (Eduard Goldstücker) oktroyiert, mit allen daraus resultierenden Folgen ein Schicksal, das sie mit anderen Auslandsgermanistiken in Ostmitteleuropa bis zum Umbruchsjahr 1989 teilte. Vor diesem Hintergrund zeichnen die Autoren des Bandes, die alle wichtigen germanistischen Institute Polens repräsentieren, anhand exemplarischer Biographien von Fachvertretern die Geschichte der polnischen Germanistik von 1918 bis zur Gegenwart nach.
Herausgeber : Fischer, Peter; Kerski, Basil; Ruchniewicz, Krzysztof; Röskau-Rydel, Isabel; Stekel, Sabine
Inter Finitimos. Jahrbuch 8/2010
Verlag: fibre
Herausgeber : Reyer, Herbert
Hildesheimer Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim
Verlag: Gerstenberg
Nehler, Horst
Die Innerste
Verlag: Gerstenberg
Flusslandschaften sind geprägt vom Charakter des Flusses. Das ursprüngliche Wesen der Landschaft wiederum prägte auch sein Verhalten. Vor allem die lebensspendende Kraft der Flüsse wie auchder Innerste hat seit vorgeschichtlicher Zeit Menschen angezogen.
Zilz, Wilfried
Das Ortwörterbuch von Eltze in der Region Hannover
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Vor rund 100 Jahren begann der damalige Schüler Otto Thielemann (1893-1990) damit, möglichst viele landschaftstypische Dialektwörter seines Heimatortes Eltze (Gemeinde Uetze, heute Region Hannover) zu notieren. Als Ergebnis entstand ein einzigartiges Zeit
Herausgeber : Bearbeitet von Dolle, Josef
Die Schatzverzeichnisse des Fürstentums Göttingen 1418-1527
Verlag: Verlag für Regionalgeschichte
Die Schatzverzeichnisse des Fürstentums Göttingen sind die frühesten Steuerlisten ihrer Art in Niedersachsen. Es handelt sich um Aufzeichnungen außerordentlicher Steuern, die auf Bitten des Landesherrn von den Ständen beschlossen wurden. Im frühesten Scha
Herausgeber : Florian Hartmann
Cum verbis ut Italici solent ornatissimis
Verlag: V&R unipress
Zahlreiche Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts, die die italienischen Stadtkommunen beschreiben, dokumentieren eine besonders ausgeprägte Wertschätzung der Eloquenz. Angesichts jüngerer Forschungen zum Einfluss der Rhetorik auf das Selbstverständnis der
Tanja Zeeb
Die Dynamik der Freundschaft
Verlag: V&R unipress
Dieser Band trägt zur Aufklärung des zeitgenössisch-westlichen Freundschaftsverständnisses in seiner Geschichtlichkeit und seinen Traditionszusammenhängen bei, indem er die Konzeptionen der französischen Moralisten Michel de Montaigne, François de La Roch
Demandt, Alexander
Ungeschehene Geschichte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
»Alles, was wir überhaupt beschreiben können, könnte auch anders sein«. Dieser These Ludwig Wittgensteins folgend, entwickelt Alexander Demandt Regeln des Nachdenkens über ungeschehene Geschichte.Was wäre geschehen, wenn Hitler 1938 gestorben wäre, der deutsche Bauernkrieg 1525 Erfolg gehabt hätte? Wenn Pontius Pilatus Jesus begnadigt hätte, Hannibal nach dem Sieg bei Cannae auf Rom marschiert wäre? Solche Fragen sind auch heute noch ungewöhnlich. Der Historiker erforscht, was war. Dieser Traktat führt vor, wie ergiebig Überlegungen über unverwirklichte Möglichkeiten sein können. Kritisch prüfend und genau abwägend entwickelt Alexander Demandt Regeln des Nachdenkens über ungeschehene Geschichte, das nicht zuletzt der Erkenntnis der geschehenen Geschichte dient.Vorschautext UTB:forum –
Leonhard, Jörn; Hirschhausen, Ulrike von
Empires und Nationalstaaten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Noch immer dominiert der Nationalstaat unser historisches Bewusstsein. Die Großreiche Europas waren dagegen bereits in den Augen der Zeitgenossen anachronistische Gebilde. Aber Empires prägten die Geschichte Europas weit länger und stärker als die historisch relativ späte Erfindung des Nationalstaats.Ulrike von Hirschhausen und Jörn Leonhard zeigen, wie die Habsburgermonarchie, das Zarenreich, das Osmanische Reich und das Britische Empire im 19. Jahrhundert auf die Vielfalt ihrer Herrschaftsstrukturen und Ethnien reagierten und sich so zugleich mit dem Modell des Nationalstaates auseinandersetzten.
Satjukow, Silke
Besatzer
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Fünf Jahrzehnte sowjetische BesatzungSowjetische Besatzer und ostdeutsche Bevölkerung lebten über fünf Jahrzehnte in unmittelbarer Nachbarschaft. Silke Satjukow beschreibt erstmals dieses unbekannte Kapitel deutsch-sowjetischer Beziehungen.Fünf Jahrzehnte lang lebten auf dem Territorium Ostdeutschlands durchschnittlich eine halbe Million sowjetische Soldaten und Zivilbeschäftigte Haus an Haus mit der einheimischen Bevölkerung. Silke Satjukow schildert erstmals die Geschichte der Besatzung vom Einmarsch der Roten Armee 1945 bis zum Abzug 1994.In der unmittelbaren Nachkriegszeit reklamierten die russischen Besatzer nicht nur die politische Macht für sich, sondern handelten aus dem Bewusstsein, über alles frei verfügen zu können. Diese Haltung führte vor Ort zu unregierbaren Zuständen. Deshalb setzte bereits 1947 eine räumliche Entflechtung ein: Der Rückzug der Streitkräfte hinter grüne Bretterzäune. Fortan gab es abgezirkelte Areale, ganze "Russenstädtchen", die erste verlässliche Grenzen zwischen Besatzern und Besetzten markierten. Sie wurden zur Voraussetzung für das langfristige Nebeneinander vor Ort, aus welchem sich zuweilen sogar ein Miteinander entwickelte. Von politischen Manifestationen über gemeinsame Alltagserfahrungen bis hin zu persönlichen Freundschaften und Liebesbeziehungen präsentiert die Autorin ein detailliertes Bild dieses deutsch-sowjetischen Neben- und Miteinanders.Inhalt1 Der AbzugAbschied unter Freunden? Politische Chronik des AbzugsForderungen und HerausforderungenAlltag des AbzugsZwischen den FrontenNachrufeFragehorizonteRaum, Gesellschaft und Generationen2 Die Zeit der Besetzung: Von Kriegsende bis 19612.1 "Die Russen kommen ."Erwartungen bis zum Ende des Krieges 2.2 "Die Russen sind da ..."Erste Begegnungen zwischen Rotarmisten und deutschen Zivili-stenMachtübernahme durch die BesatzerBesatzungsalltag der ersten JahreKasernenalltagPersönliche BegegnungenPerestroika 1947Rückzug hinter MauernFundamente künftiger BegegnungenDer Mythos der "Befreiung"2.3 Der Volksaufstand von 1953Angst vor dem InterregnumTage im Juni 1953Demonstrationen militärischer MachtDer "zweite Sieg"2.4 Das Stationierungsabkommen von 1957Staatsvertrag und "Souveränität" Der StationierungskodexDie Gemischte Deutsch-Sowjetische Kommission2.5 Die Definition der GrenzenBau der Mauer im Jahr 1961Von der Besetzung zur Besatzung3 Die Zeit der "Besatzung": Vom Mauerbau bis zum Abzug 19943.1 Die "Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland"TopographienDie Gruppe der sowjetischen Streitkräfte auf dem Territorium der DDRTerritoriale InbesitznahmenStandorteDie Kosten der BesatzungBilanzen3.1.2 Alltag in der Kaserne Die GSSD aus der BinnenperspektiveTraditionen der "Kameradenschinderei": Die DedowschtschinaIn Klausur: Blicke über die MauernDie Militär-MedienGeheimdienste auf GrenzpostenBlicke hinter die Zäune und Mauern3.1.3 Flucht und FahndungKonjunkturenFahndungsnetzeFallbeispiele Sym-Pathie im Zwiespalt: Der FluchthelferBlindgänge3.1.4 Tod und BestattungTod hinter KasernenmauernBestattungenGarnisonsfriedhöfeSacros anctitasIm Dienst der Toten - der Dienst der Toten3.2 (Un-) Freiwillige Nachbarschaften3.2.1 Der Vertrag von WarschauManöver "Oktobersturm" im Raum Thüringen"Waffenbrüderschaft bedeutete, man muß miteinander auskommen"Stiefbrüder in Waffen3.2.2 (Infra-) Strukturen gemeinsamen WirtschaftensDer VEB Spezialhandel LeipzigVEB Spezialbau PotsdamProblemhorizonte der ZusammenarbeitObskure WirtschaftsweisenArbeitskräfte en masseDie Erschließung neuer "Ressourcen"Bilanzen3.2.3 Straftaten und StrafverfolgungTheorie und PraxisStraftaten und Strafverfolgung in den sechziger und siebziger JahrenDie achtziger Jahre: "Perestroika" in der Strafverfolgung?Straftaten zum Nachteil von Angehörigen der GSSD Straftaten zum Nachteil von DDR-BürgernVergehen und Verbrechen - eine Tour d'horizonRechtshilfe in Besatzermanier3.2.3 UmweltfrevelGefährliche Händel - gefährlicher HandelFormen der Schadensabwicklung Besatzungsrealität zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit3.2.5 Liebes-VerhältnisseDeutsch-sowjetische EhegemeinschaftenDeutsch-sowjetische Kinder"Vater unbekannt"3.3 Eine geheime Bestandsaufnahme der BesatzungDie "Keßler-Kommission": Sapere aude - sapere time!4 Besatzer und Besetzte - Theoretische ErklärungsansätzeEntgrenzungen und GrenzziehungenKompromissformeln und KompromissformenWiederkehrende GrenzziehungenGenerationenspezifische Annäherungen und DistanzierungenBesatzungs-BilanzenAbkürzungsve rzeichnisLiteraturverzeichnisArchivverzeichnis Dr. Silke Satjukow ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Jena.
Kocka, Jürgen
Arbeit an der Geschichte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der Band enthält Jürgen Kockas wichtigste Aufsätze zur historischen Theorie, Sozialgeschichte und deutschen Geschichte aus vierzig Jahren.Die Geschichtswissenschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Die Aufsätze Kockas spiegeln diese Veränderungen wider. Vom kontrovers diskutierten Aufstieg der Sozialgeschichte in den 1960er über die konstruktivistisch-kulturhistorische Wende in den 1980er Jahren bis zur Transnationalität und Globalgeschichte heute. Sie dokumentieren aber auch die Konstanten seines Werkes: das Interesse an Sozial- und Gesellschaftsgeschichte, an analytischen Zugriffen und an Geschichtswissenschaft als einer kritischen, argumentierenden und orientierenden Disziplin in öffentlicher Verantwortung.
Ciompi, Luc; Endert, Elke
Gefühle machen Geschichte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte der großen Gefühle – im Positiven wie im Negativen. Luc Ciompi und Elke Endert verschmelzen Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie, Politik und Geschichte zu einem eigenen Erklärungsansatz.Naturkatastrophen, Krieg und Terror, politische, sportliche und kulturelle Großveranstaltungen: Fernsehen, Radio und Internet übermitteln uns jeden Tag neue Bilder kollektiver Wut, Angst oder Freude. Wie Emotionen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis und somit Denken und Handeln massiv beeinflussen, erläutern Luc Ciompi und Elke Endert in diesem fachübergreifenden Essay. Unter die Lupe genommen wird unter anderem die Macht der Wir-Gefühle im Nationalsozialismus, im Israel-Palästina-Konflikt und bei der Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten. Gedanken darüber, welche Konsequenzen sich daraus für unser Menschenbild, für die Krisenintervention, Mediation und die Behandlung von kollektiven Traumata ergeben, beschließen die scharfsichtige Analyse.
Schelbert, Georg
Abba
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Georg Schelbert erläutert die Vater-Anrede und Vater-Bezeichnung in altaramäischen Inschriften des 10. Jh. v.Chr. bis zu jüdischen Schriften des 11. Jhs. n.Chr. Dabei setzt er sich mit Thesen von J. Jeremias auseinander.Die Botschaft von Gott als Vater ist ein zentrales Element der Verkündigung Jesu. Vor allem seit den Forschungen des Exegeten Joachim Jeremias (1904–1979) gewann die singuläre Anrede und Bezeichnung Gottes als Abba besondere Bedeutung. Er erklärte sie als aus der Kinderprache stammende, familiäre und kindliche Anrede und deshalb für jüdische Fromme bzw. für das Judentum anstößig und ungebührlich. Diese Deutung fand breite Anerkennung. Zweifel an dieser Erklärung führten zur vorliegenden Untersuchung. Schelbert legt seine Ergebnisse vor, angefangen von altaramäischen Inschriften bis zu späten jüdischen hebräisch-aramäischen Werken.
Herausgeber : Oliver Rathkolb / Imbi Sooman
Geschichtspolitik im erweiterten Ostseeraum und ihre aktuellen Symptome – Historical Memory Culture in the Enlarged Baltic Sea Region and its Symptoms Today
Verlag: V&R unipress
Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auch im erweiterten Ostseeraum geprägt von der Beschäftigung mit Geschichtspolitik und Erinnerung (Memory) sowie der Suche nach transnationalen vergleichenden europäischen Zugängen zu bisher nationalgeschichtlich geprägten Perspektiven.
Dieser Band analysiert den europäischen Raum im östlichen Norden am Beispiel der geschichtspolitischen Debatten seit 1991. Im Zentrum stehen zentrale historische Leitbilddebatten in den Transformationsphasen der estnischen, lettischen und litauischen Gesellschaften. Dabei hat die Reflexion über die kommunistische Diktatur einen hohen Stellenwert; ebenso die Auseinandersetzung mit Zweitem Weltkrieg und Holocaust. Als geschichtspolitische Kontrollgruppe werden Finnland, Schweden und Deutschland eingebunden.
Francesca Weil
Verhandelte Demokratisierung
Verlag: V&R unipress
Bislang steht das facettenreiche Engagement an den Runden Tischen der Bezirke im Schatten der Leistungen des Zentralen Runden Tisches der DDR. Dessen tatsächlicher Bedeutung wird man damit allerdings nicht gerecht. In dieser Studie geht es um die Rolle und Funktion der 15 Runden Tische der Bezirke im ostdeutschen Transitionsprozess und um deren spezifischen Beitrag zur Demokratisierung in den Regionen. Aufgaben und Arbeitsweisen, aber vor allem unmittelbare Einfluss- und Wirkungsmöglichkeiten lassen die Runden Tische der Bezirke äußerst unterschiedlich erscheinen. Allein dadurch wird die Vielfältigkeit der Prozesse während der nur wenige Monate dauernden »Demokratisierung von unten« erkennbar. Dieses Spektrum ist nicht zuletzt auch Ausdruck einer eigenständigen, durch zivilgesellschaftliche Aktivitäten geprägten Demokratisierung der DDR.
Herausgeber : Bernadette Descharmes / Eric Anton Heuser / Caroline Krüger / Thomas Loy
Varieties of friendship
Verlag: V&R unipress
Nahbeziehungen, die über familiäre und verwandtschaftliche Bindungen hinausgehen, haben sich zu einem vielbeachteten Thema interdisziplinärer Forschung entwickelt. Beziehungen wie Freundschaft, Patronage und soziale Netzwerke als Variationen sozialer Bindungen sind das Ergebnis unterschiedlicher historischer wie kultureller Kontexte und stellen deshalb einen wesentlichen, aber immer noch unterrepräsentierten Gegenstand interdisziplinären Forschens dar. Fragen nach sich ändernden Freundschaftssemantiken, historischen und interkulturellen bzw. politischen Praktiken von Freundschaft, Patronage und Loyalität standen im Mittelpunkt einer internationalen Tagung, die eine kritische Diskussion und Neubewertung von Werten und Normen, die z.B. Freundschaft in verschiedenen Kulturen und historischen Epochen konstituieren, sowie der sozialen Umstände, die diese Nahbeziehungen bedingen, vorgenommen hat. Aspekte wie Konstitution und Repräsentation von Körper und Gender und das Entstehen von Vertrauen und Betrug waren dabei ebenso von Interesse wie die kulturell und historisch unterschiedliche Praxis und Semantik von Freundschaft und Patronage sowie deren jeweilige Wahrnehmung in Abhängigkeit von ihrer gesellschaftlichen Situation in verschiedenen sozialen und historischen Kontexten. Die Ergebnisse dieser Tagung werden nun im vorliegenden Band präsentiert.
Pascal Maeder
Forging a New Heimat
Verlag: V&R unipress
Rund zwölf Millionen Deutsche verloren nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Heim in Mittel-und Osteuropa. Der größte Teil davon kam ins besetzte Deutschland. Meist bleibt in Forschung und Öffentlichkeit unbeachtet, dass sich auch Deutsche aus den Vertreibungsgebieten in Westeuropa, Afrika und Amerika befanden. Dieses Buch richtet seinen Blick auf Vertriebene in Westdeutschland und Kanada und zeichnet damit Erfahrungen nach, die in den Standardnarrativen zu Flucht und Vertreibung nicht vorkommen. So dokumentiert der Autor die Vertreibungserfahrungen von deutschen Kriegsgefangenen, Exilanten und Einwanderern, die in der Ferne Kanadas ihr Hab und Gut verloren. Auch derartige Erfahrungen gehören zur facettenreichen Geschichte der Vertreibung. Der Autor verglicht zwei Länder mit grundlegend unterschiedlichen öffentlichen Diskursen zur Einwanderung. Er stellt außerdem dar, wie in Westdeutschland und Kanada Vertriebene schließlich nationale Identitäten aushandelten, die, basierend auf ihrem regionalen Kulturerbe, ihre Erfahrungen mit extremem Nationalismus, Krieg und Vertreibung wie auch die mit einigen Hürden versetzte Anpassung an das neue politische, soziale und kulturelle Umfeld reflektieren.
Herausgeber : Roland, Hubert; Beyen, Marnix; Draye, Greet
Deutschlandbilder in Belgien 1830–1940
Verlag: Waxmann
Dieser Sammelband setzt sich mit den Deutschlandbildern in Belgien bis zum Einmarsch deutscher Truppen im Jahre 1940 auseinander. Betrachtet werden diese aus Sicht unterschiedlicher Geisteswissenschaften wie Philosophie, Literatur, Geschichte, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft.Die traditionellen Topoi der deutschen Imagologie, die überall in Europa eine große Stoßkraft gefunden haben (das romantische Deutschland, das Land der Dichter und Denker, aber ab dem Krieg von 1870 auch das preußische Feindbild), werden dabei in Betracht gezogen.Konstitutiv für den eigenen Identitätsbildungsprozess in Belgien bis zum Ersten Weltkrieg war die deutsch-germanische Komponente, die in der Metapher der sog. âme belge als germanisch-romanische Kultursynthese zum Ausdruck kam. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs hat hier besonders traumatisch gewirkt, was zur Folge hatte, dass diese partielle „Zugehörigkeit“ Belgiens zur deutschen Kultursphäre drastisch neuevaluiert wurde, unabhängig von der Schaffung eines deutschsprachigen Gebiets in Belgien durch den Versailler Vertrag.
Sheffi, Na`ama
Herausgeber : Meilinger, Liliane; Brenner, Michael
Vom Deutschen ins Hebräische
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Sheffi beschäftigt sich mit der Übersetzung deutschsprachiger Werke ins Hebräische im jüdischen Palästina vor 1948 und der unmittelbaren Wirkung deutscher Vorbilder auf die Schaffung eines modernhebräischen Literaturkorpus.Hunderte Werke der verschiedensten Genres – Romane, Dramen, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur – wurden bis zur Gründung des Staates Israel 1948 aus dem Deutschen ins Hebräische übertragen, ebenso wie Gedichte, Erzählungen und Essays, die in Zeitschriften erschienen. Sheffi geht der dominierenden Rolle der aus dem Osten Europas stammenden Übersetzer nach sowie dem sprunghaften Anstieg der Übertragungen in den Jahren des Nationalsozialismus und in den drei letzten Jahren vor der Staatsgründung. Zu verschiedenen Zeiten erfüllten die Übersetzungen eine jeweils andere Rolle in der sich entfaltenden hebräischsprachigen Literatur.
Schnepf, Robert
Geschichte erklären
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Robert Schnepf analysiert verschiedene geschichtswissenschaftliche Erklärungsansätze und argumentiert für ein Festhalten an der Objektivität geschichtswissenschaftlicher Erkenntnis.Was sind eigentlich Erklärungen? Anhand von Beispielen aus der Geschichtswissenschaft und dem Alltag arbeitet der Autor den Kern des Erklärungsbegriffs heraus, bevor er unterschiedliche Typen von Erklärungen einführt. Dabei wird deutlich, wie sehr diese auf gelungene Beschreibungen angewiesen sind. Mit einem Blick auf die Ansätze von Karl Marx und Michel Foucault verdeutlicht Robert Schnepf, dass das Problem angemessener Beschreibungen unmittelbar zu den Fragen der Geschichtsphilosophie führt. Sind Objektivität und Wahrheit in der Geschichtswissenschaft überhaupt zu erreichen? Anhand welcher Kriterien trifft man eine Entscheidung zwischen konkurrierenden Erklärungsansätzen?
Olyan, Saul M.
Social Inequalitiy in the World of the Text: The Significance of Ritual and Social Distinctions in the Hebrew Bible
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
This volume presents a selection of fifteen essays on social inequalities in the Hebrew Bible dealing with e.g. social status, gender, sexuality, disability, holiness, death and afterlife.All the essays in this collection reflect in some manner the author’s ongoing interest in literary operations of classification and their social implications, particularly the production of distinctions which create social inequality in the world of the text, and have the potential to generate hierarchical social relationships in contexts where biblical texts might have had an impact on real people. The author introduces each of the sections, contextualizing every essay in his larger scholarly project, reflecting on its development and reception and, in some cases, responding to his critics.
Lehnstaedt, Stephan
Geschichte und Gesetzesauslegung
Verlag: fibre
Seitdem der Bundestag 2002 einstimmig das Ghettorentengesetz (ZRBG) verabschiedet hat, können Überlebende des Holocaust für Arbeit, die sie aus eigenem Willensentschluss und gegen Entlohnung in nationalsozialistischen Ghettos verrichtet haben, theoretisch eine Rente erhalten. Die reale Bewilligungspraxis der Rentenversicherungsträger bzw. der Sozialgerichte ist allerdings umstritten, und viele der 70.000 Antragsteller haben nach wie vor keine Rente erhalten. In der Studie werden Entstehung und Umsetzung des ZRBG vor dem Hintergrund des historischen Kontextes der Arbeit in Ghettos untersucht. Sie liefert nicht nur eine politische und juristische Analyse, sondern auch eine Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte. Im Vordergrund stehen Deutungsprobleme der rentenrechtlichen Wiedergutmachung: Zwischen Fiskalpolitik, Gesetzesintention und Entschädigungsanspruch herrschten teilweise große Unterschiede, die durchaus typisch für die Interpretationen der Politik, der Rentenversicherer und der Überlebenden sind. Der Band greift ein aktuelles Thema auf und ordnet es in den bisherigen Entschädigungsdiskurs ein, wobei der Weg zur Entschädigung als zentrales Element der Wiedergutmachung besonders untersucht wird. Ein Dokumentenanhang bietet zudem die wichtigsten Urteile und Verwaltungsanordnungen, die durch exemplarische Quellen aus der Praxis ergänzt werden.
Herausgeber : Friedrich Bratvogel
Bernhard Copius und das Lemgoer Gymnasium
Verlag: V&R unipress
Im Zentrum dieser Veröffentlichung steht ein Schulprogramm, das der damalige Rektor Bernhard Copius 1559 für das Lemgoer Gymnasium verfasste.
Bernhard Copius »brachte das Gymnasium zu neuer Blüte«, indem er das reformierte Bildungsprogramm von Petrus Ramus, Johannes Sturm und Philipp Melanchthon zu einem eigenen Konzept erweiterte. In Lemgo fand er gute Möglichkeiten zur Umsetzung seiner Ideen vor. Sein Schulprogramm bildete einige bedeutende Schüler aus, die an Universitäten, Höfen und Kirchen tätig waren.
Der Band umfasst Aufsätze von Robert Seidel über die literaturwissenschaftlichen Aspekte der damaligen Schulbildung, von Stefan Ehrenpreis über die historische Perspektive von Schulen im 16. Jahrhundert und von Bartold Haase über den Zusammenhang von Theologie und Schule. Alexander Wagner thematisiert die Musik im Zeitalter Calvins, Fritz Udo Krause behandelt Calvin und Melanchthon im Kontext des Theaters. Der Beitrag von Lothar Weiß beschäftigt sich mit Bernhard Copius und seinen Schülern sowie den Beständen der alten Gymnasialbibliothek, Jürgen Scheffler referiert über den konfessionellen Streit zwischen Lutheranern (Hamelmann) und Reformierten (Copius) in Lemgo und Friedrich W. Bratvogel über das Schulprogramm und den Unterricht von Copius.
Haut, Jan
Soziale Ungleichheiten in Sportverhalten und kulturellem Geschmack
Verlag: Waxmann
Ist Sportaktivität heute allen zugänglich und wird allein gemäß individueller Präferenzen gestaltet? Wenn ja, zeigt sich darin eine allgemeine Auflösung sozialer Ungleichheiten oder ist die (vermeintliche) Integration aller sozialen Gruppen gerade eine Besonderheit des Sports, die ihn von anderen Lebensbereichen unterscheidet?Das Buch geht diesen Fragen anhand aktueller empirischer Daten nach. Unter Rückgriff auf Pierre Bourdieus Theorie symbolischer Praxis wird untersucht, inwiefern Geschmack und Lebensstil weiterhin durch soziale Position, Alter und Geschlecht geprägt sind. Durch den Vergleich der Differenzierungsmuster in verschiedenen Feldern des Geschmacks kann präzisiert werden, wo soziale Ungleichheiten sich in Auflösung befinden, wo sie stabil bleiben und wie sie speziell den Sport strukturieren. So bietet die Arbeit eine empirische Bestandsaufnahme sozialer Ungleichheiten im Sport – und zugleich Hinweise zur Aktualität der Bourdieu’schen Thesen und Befunde aus den „Feinen Unterschieden“.
Herausgeber : Rambuscheck, Ulrike; Fries, Jana Esther
Von wirtschaftlicher Macht und militärischer Stärke
Verlag: Waxmann
Die wirtschaftlichen und militärischen Rollen von Frauen in Antike und Prähistorie sind vielfältig: Das Spektrum reicht von neolithischen Bäuerinnen bis zu hellenistischen Königinnen, von Gastwirtinnen aus Pompeji bis zu Jägerinnen aus Australien, von antiken Feldherrinnen bis zu einheimischen Frauen, die römische Soldaten geheiratet haben. In diesem Band der Reihe Frauen – Forschung – Archäologie geht es um zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Doch ohne wirtschaftliche Macht auch keine militärische Stärke.Von wirtschaftlicher Macht und militärischer Stärke. Beiträge zur archäologischen Geschlechterforschung ist aus den Vorträgen der 4. Sitzung der AG Geschlechterforschung hervorgegangen, die auf der Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Detmold 2009 stattfand.Mit Beiträgen von Jochen Brandt, Peter Emberger, Dorit Engster, Doris Gutsmiedl-Schümann, Sibylle Kästner, Tim Kerig, Anna Kieburg, Sabine Müller und Yvonne Schmuhl.
Dubnow, Simon
Herausgeber : Aptroot, Marion; Übersetzt aus dem Jiddischen: Schumacher, Jutta
Jüdische Geschichte - für Kinder erzählt
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Simon Dubnow (1860–1941) ist einer der wichtigsten Historiker der jüdischen Geschichte. Dass er sich auch an Kinder wandte, um ihnen ein nationales und säkulares jüdisches Selbstverständnis zu vermitteln, ist bis heute wenig geläufig. 1931 verfasste Dubnow seine »Jüdische Geschichte – für Kinder erzählt«, eine Gesamtgeschichte des jüdischen Volkes von den Anfängen an, mit der er sich erklärtermaßen nicht nur an Kinder, sondern auch an interessierte Erwachsene richtete. Das Buch gewährt Einblicke in die jüdische Geschichtsschreibung vor dem Holocaust sowie in Dubnows Geschichtsverständnis in Anlehnung an seine berühmte »Weltgeschichte des jüdischen Volkes«. Mit dieser Ausgabe ist die »Jüdische Geschichte – für Kinder erzählt« erstmals in deutscher Übersetzung erhältlich.
Herausgeber : Siegert, Folker
Kirche und Synagoge
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Dieses Werk forscht nach Schattenseiten der Reformation. Martin Luther polemisierte gegen Papsttum, sogenannte »Schwärmer« und Muslime, in seinen späten Schriften dämonisierte der Reformator die Juden. Beschämende Worte fand Luther für seine »Feinde«, die Jahrhunderte später der Nationalsozialismus aufgriff und die so zum dunkelsten Kapitel der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts beitrugen.Bis in die heutige Zeit belastet Luthers antijüdische Polemik die lutherischen Kirchen. In den Medien werden die Schriften nicht einfach abgewehrt, sondern thematisiert. Grund genug für Mitglieder evangelisch-lutherischer Kirchen, sich an den Grundlagen der eigenen Kirche zu stören und nach Lösungen zum Umgang mit dieser Problematik zu forschen. Die Zahl der Landeskirchen wächst, die sich um das Verhältnis zwischen der Kirche Jesu Christi und dem ersterwählten Volk Gottes sorgen. Eine Positionsbestimmung erscheint für die reformierten und unierten Kirchen leichter als für die lutherischen Kirchen. Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands trägt schwer an diesem Thema, so sehr, dass sie angesichts des Reformationsjubiläums eine Erklärung zum lutherisch-israelischen Verhältnis abzugeben gedenkt.Sollte es Differenzen im Verhältnis der lutherischen Kirche zu Israel geben, welcher Natur sind sie? Die Autoren des Sammelbandes fragen nach der Qualität dieser Differenzen: Sind sie dogmatisch oder traditionsgeprägt? Wie intensiv sind sie, eher Akzente oder Nuancen; oder nur zufällig entstanden? Insgesamt zielt dieses Buch auf die positive Berücksichtigung des lebenden Judentums als der uns nächststehenden Religion in die Lehrbildung der evangelischen Theologie, und zwar da, wo dies am schwierigsten zu sein scheint: im Herzen der Dogmatik.
Herausgeber : Strübind, Andrea; Rothkegel, Martin
Baptismus
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
2009 jährt sich die erste baptistische Gemeindegründung in Europa zum 400. Mal. Gleichzeitig blicken die deutschen Baptistengemeinden auf 175 Jahre ihres Bestehens zurück. Dennoch fehlte im deutschsprachigen Raum bisher eine grundlegende Darstellung zur Entstehungsgeschichte des Baptismus. Diese Lücke schließt der Sammelband. Die Beiträge beleuchten die Frühphase der baptistischen Bewegung in Europa, in den USA und in Deutschland und berücksichtigen besonders den jeweiligen kirchenhistorischen und gesellschaftlichen Kontext sowie die spezifische theologische Ausrichtung ihrer Entstehung. In die Darstellung einbezogen ist auch die Entwicklung der Black Church, die den spirituellen und organisatorischen Hintergrund für die nordamerikanische Bürgerrechtsbewegung unter Führung von Martin Luther King bildete.
Katja Gorbahn
Die Geschichte des antiken Griechenland als Identifikationsangebot
Verlag: V&R unipress
Wie wird die antike griechische Geschichte der archaischen und klassischen Zeit in neueren Schulbüchern dargestellt? Welche identitätsrelevanten Bedeutungskonstruktionen treten auf? Mit Bezug auf neuere Überlegungen aus den Sozialwissenschaften entwickelt Katja Gorbahn in dieser Studie ein begriffliches Instrumentarium, in dessen Zentrum der Begriff der sozialen Identität steht. Sie zeigt, dass »die Griechen« weitgehend statisch und entkontextualisiert präsentiert werden. Zudem arbeitet sie Mechanismen heraus, mit deren Hilfe antithetische und stereotypisierende Kontraste erzeugt werden, etwa zwischen Griechen und »Barbaren« oder zwischen Athenern und Spartanern. In einem zweiten Schritt wird gezeigt, dass es sich bei den Identifikationsangeboten, die mit den Griechen verknüpft sind, v. a. um Ursprungsbezüge handelt. Sie sind höchst selektiv, auf ein westlich-europäisches »Wir« bezogen, eng mit der Vorstellung von Kontinuität und Fortschritt verknüpft und wirken sich – im Sinne problematischer Verzerrungen – deutlich auf die Darstellung der historischen Sachverhalte aus. Abschließend werden Anregungen für die künftige Gestaltung von Lehrplänen und Schulbüchern entwickelt.
Julia Apitzsch
Whoever Controls Your Eyeballs Runs the World
Verlag: V&R unipress
Don DeLillos Werke bringen kulturpolitische Befindlichkeiten seismographisch auf den Punkt und geben komplexe Einblicke in die amerikanische Kultur. Julia Apitzsch untersucht am Romanwerk DeLillos die visuelle Repräsentation von Geschichte und kultureller Wirklichkeit in ihrer thematischen und ästhetischen Funktion. DeLillo präsentiert die Schlüsselmomente der amerikanischen Geschichte als gewaltvoll und traumatisch. Durch ihre Visualisierung haben sie sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. DeLillo hinterfragt die Macht- und Bedeutungsmechanismen der Bilder und lotet die verschiedenen Möglichkeiten einer kreativen Rückgewinnung der Kontrolle mithilfe der Sprache aus, indem er die Bilderflut in literarische Motive übersetzt. Gerade traumatische Ereignisse wie die Terrorangriffe des 11. Septembers, die eine überwältigende Bilderflut nach sich ziehen, zeigen, dass der Schriftsteller als Interpret der Bilder wichtiger ist denn je.
Herausgeber : Matthias Becher / Alheydis Plassmann (Hg.)
Streit am Hof im frühen Mittelalter
Verlag: V&R unipress
Im frühen Mittelalter war der Hof ein zentraler Ort der Begegnung geistlicher und weltlicher Fürsten. Kaiser-, Königs- und Papsthöfe vereinten die Fürsten der verschiedenen Reiche und wurden daher auch zu Kristallisationspunkten des Streits. Der Hof als Zentrum der Herrschaft tritt für uns vor allem dann als Phänomen hervor, wenn das Mit- und Zueinander am Hof durch eskalierende Auseinandersetzungen in Frage gestellt wird. An der Streitsituation lassen sich die Vorstellungen der Beteiligten, die impliziten Ansprüche, die an König und Große herangetragen werden, sowie die Wirkungsweise des Hofes besonders deutlich machen. Zudem können Mechanismen frühmittelalterlicher Streitkultur an dem besonders exponierten Ort des Hofes sichtbar werden. Die verschiedenen Aspekte des Streits am frühmittelalterlichen Hof werden in diesem Band betrachtet und analysiert.
Winzen, Peter
Im Schatten Wilhelms II.
Verlag: SH-Verlag
Kaiser Wilhelm II. in den Fängen unverantwortlicher Berater?Kaiser Wilhelm II. (1888–1918) war der Herr über alle Karrieren und Lebensentwürfe in Regierung, Verwaltung und erst recht im militärischen Bereich. Er war – nach Bismarcks Abgang im März 1890 – jung und manipulierbar. Die Manipulierbarkeit des unreifen Herrschers, der die Unreife bis zu seiner durch die Kriegsereignisse erzwungen Abdankung im November 1918 eigentlich nie abgelegt hat, bildete die Basis für erstaunliche wilhelminische Karrieren. Die Erringung der kaiserlichen Gunst war somit der Dreh- und Angelpunkt allen machtpolitischen Agierens. Um in diesem System aufzusteigen, musste man die Kunst des geräuschlosen Intrigierens beherrschen, die Nähe des Monarchen suchen und sich diesem gegenüber als faszinierender Unterhaltungskünstler profilieren. Die wilhelminischen Protagonisten, die Fürsten Bernhard v. Bülow (1849–1929) und Philipp zu Eulenburg-Hertefeld (1847–1921), erfüllten diese Voraussetzungen par excellence. Beide waren im Grunde keine Staatsmänner, sondern betrieben Politik eher im Nebengeschäft – was sich für das Hohenzollernreich als verhängnisvoll erweisen sollte. Es hängt zweifellos mit der Persönlichkeit des letzten deutschen Kaisers zusammen, wenn sich damals das Intrigantentum zu ungeahnter Blüte entfaltete. War es ein Zufall, dass sich unter den erfolgreichen Entertainern und Politstrategen am Kaiserhof viele Homosexuelle befanden (die dies damals aufgrund der gesellschaftlichen Verhältnisse geheimhalten mussten und, sobald es Mitwisser gab, erpressbar wurden)?Auf diese und andere Fragenm die in der Historiographie bisher wenig Beachtung gefunden haben, sucht der Autor wissenschaftliche fundierte Antworten zu geben. Dabei ergeben sich vor allem dadurch, dass die Männer im unmittelbaren Umfeld des Reichskanzlers Bülow gezielt ins Blickfeld genommen werden, überraschend neue Erkenntnisse.
Mischer, Carolin
Das Junkerhaus in Lemgo und der Künstler Karl Junker
Verlag: SH-Verlag
Das Junkerhaus in Lemgo, Schaffenswerk des Künstlers Karl Junker (1850 −1912), ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Nur wenig ist bekannt über das Leben des Lemgoers und noch schwerer fällt die Deutung seines künstlerischen Œuvres. Entsprechend vielfältig sind auch die Erklärungsansätze, mit denen man Junkers Andersartigkeit zu begründen versucht. Ist er der Außenseiterkunst zuzuordnen? War er psychisch krank? Schuf er sich mit dem Junkerhaus eine Ersatzwelt oder war er ein Künstler auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten? Carolin Mischer setzt sich in dem vorliegenden Buch mit dem Leben und dem vielfältigen Werk Karl Junkers auseinander. In kritischer Analyse hinterfragt sie verschiedene Thesen und vermittelt dem Leser dadurch einen neuen Blick auf den Lemgoer Künstler Karl Junker.
Späth, Jens
Revolution in Europa 1820-23
Verlag: SH-Verlag
Im Unabhängigkeitskampf gegen Napoleon gab sich Spanien im Jahr 1812 in Cádiz die erste moderne Verfassung des Landes. In der ersten Revolutionswelle nach Napoleon wurde diese 1820–1823 in vier Staaten in Südeuropa eingeführt und sowohl auf dem gesamten Kontinent als auch in Lateinamerika heiß diskutiert. Jens Späth zeigt vergleichend an den Beispielen der Königreiche Spanien, beider Sizilien und Sardinien-Piemont, was diese Verfassung in den Augen der Befürworter im Unterschied zu anderen zeitgenössischen Modellen derart attraktiv machte. Er wertet die umfangreiche Publizistik einschließlich der „grauen“ Literatur aus und zeichnet die Argumente der Befürworter und der Gegner nach. Die Untersuchung mehrerer Verflechtungsebenen zwischen Italien und Spanien verweist ferner auf eine transnationale frühliberale europäische Öffentlichkeit, die intensiv miteinander kommunizierte. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zu einer vergleichend und beziehungsgeschichtlich angelegten neuen Verfassungsgeschichte.
Herausgeber : Dülffer, Jost; Szöllösi-Janze, Margit
Schlagschatten auf das "braune Köln"
Verlag: SH-Verlag
Die Geschichte der nationalsozialistischen Zeit in Köln beansprucht nach wie vor unsere Aufmerksamkeit. Der vorliegende Band arbeitet mit innovativen Methoden, erschließt neue Themen und stellt drängende Fragen. Sein zeitlicher Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als auch die zivile Gesellschaft verstärkt die Ausgrenzung nicht zur „Volksgemeinschaft“ gehöriger sozialer Gruppen praktizierte, aber auch selbst die Rückwirkungen des Vernichtungskrieges erfuhr. Besonderes Augenmerk gilt aufgrund ihrer sozialintegrativen wie mobilisierenden Funktion den Bereichen Medien, Kultur und Erziehung. Schließlich wirft die NS-Zeit bis heute Schlagschatten auf die Kölner Geschichte nach dem Krieg.
Kraatz Magri, Jessica
Der umkämpfte Volksheld
Verlag: SH-Verlag
Keine andere Gestalt der italienischen Geschichte ist so oft und in so unterschiedlichen Medien dargestellt worden wie Giuseppe Garibaldi. Frappierend ist vor allem, welcher vielseitige politische Gebrauch von ihr insbesondere nach Garibaldis Tod am 2. Juni 1882 bis weit ins 20. Jahrhundert gemacht wurde. Wie und warum haben sich Republikaner, Radikale, Linksliberale und Monarchisten, Sozialisten, Faschisten und Kommunisten immer wieder auf den „Helden zweier Welten“ bezogen? Mit Hilfe des Konzeptes des „politischen Mythos“ rekonstruiert und analysiert Jessica Kraatz Magri die intensive und langlebige Symbolproduktion um (die Figur) Garibaldi erstmals systematisch über die Epochengrenzen hinweg. Dabei zeigt die Autorin, dass der Garibaldi-Mythos je nach historischer Situation legitimierende, delegitimierende oder gar revolutionäre Funktion entfalten konnte. Die immer wiederkehrende Aktualität Garibaldis beruhte darauf, dass sich im Mythos des Volkshelden die für das 19. und frühe 20. Jahrhundert so wesentliche Frage nach der Organisation politischer Partizipation, d.h. das umkämpfte Verhältnis von Masse und Macht, narrativ, symbolisch und rituell verhandeln lie
Michaela Wiesner-Bangard, Ursula Welsch
Lou Andreas-Salomé
Verlag: MedienEdition Welsch
Ein faszinierendes Rätsel blieb Lou Andreas-Salomé (1861-1937) ihren Zeitgenossen wohl immer. Mit Nietzsche, Rilke und Freud stand sie nicht nur in lebhaftem gedanklichem Austausch. Ihre philosophische Scharfsichtigkeit rief Bewunderung hervor, als Schriftstellerin überzeugte sie durch psychoanalytisches Feingefühl. Diese Biographie besitzt alle denkbaren Vorzüge: Sie ist umfassend, genau und angenehm zu lesen. Ein Standardwerk." Werner Ross Die E-Book-Ausgabe ist erweitert um ein Kapitel zur psychoanalytischen Theorie und Praxis von Lou Andreas-Salomé."
Dirk Mellies
Greifswald 1989 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Wie verlief der Umbruch 1989/90 in der Provinz? Der Band versammelt über 20 Interviews mit Zeitgenossen der friedlichen Revolution in Greifswald. Diese Interviews zeigen das individuelle Erleben des Umbruchs von Oppositionellen, Anhängern der DDR und Unbeteiligten. Sie machen deutlich, wie einschneidend sich Lebenswege veränderten und wie unterschiedlich noch heute die Perspektive auf die Vergangenheit ist. Ergänzt werden die Lebensbeschreibungen durch zeitgenössische Bilder und Dokumente sowie eine Chronik der Greifswalder Ereignisse.
Jutta Ströter-Bender
World Heritage Education 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Die Herausgeberin Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender lehrt Kunst, Malerei und Kulturerbe-Vermittlung am Institut Kunst und Textil" der Universität Paderborn. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Kulturerbe wie zur interkulturellen Kunstpädagogik vorgelegt und ist Mitglied der Forschungsgruppe World Heritage Education."
Jutta Ströter-Bender
Corvey: Räume von Kunst und Wissen 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Die ehemalige Benediktinerabtei und barocke Schlossanlage Corvey eröffnet Räume der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte, die durch ihre Atmosphäre und sinnlichen Eindrücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein zumeist unvergessliches Erlebnis darstellen. Die großzügige Klosteranlage, die Kirche in ihrer barocken Ausstattung wie auch die Schlossräume mit den weltberühmten Tapeten und der Fürstlichen Bibliothek machen eine Materialität erfahrbar, welche heute in den Alltags- und Erlebniswelten kaum noch präsent ist. Corvey besitzt in seinen kunst- und kulturhistorischen Dimensionen alle Qualitäten einer UNESCO-Welterbestätte und wird in den kommenden Jahren diesen Status erhalten. Zur Kultur- und Kunstvermittlung dieses bedeutenden Ortes bietet der vorliegende Band mit seinen Lernwegen, Stationen, Materialien und Basisinformationen ein breites Spektrum an konkreten Anregungen. Die vorgestellten didaktischen Konzepte sind für Schulen und Bildungsinstitutionen von Interesse und auch in der Erwachsenenbildung einsetzbar.
Tibor Frank
Widerstand im Gulag 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Der Gulag, ein umfangreiches System von Straflagern, Gefängnissen und Verbannungsorten, wurde in der Sowjetunion zum Angstwort ganzer Generationen. Mindestens 18 Millionen Menschen sollen nach jüngsten Erkenntnissen zwischen den 1920er- und 1950er-Jahren dort inhaftiert, ausgebeutet und vielfach auch ermordet worden sein. Doch es gab unter den Opfern auch erstaunlich viele, die sich wehrten. Tibor Frank vermittelt ein lebendiges Bild dieses bisher wenig beleuchteten Aspektes der Gulag-Geschichte. Erst die Öffnung der Sowjet-Archive seit 1989/90 brachte eindrucksvoll die vielfältigen Formen individuellen und kollektiven Widerstands der Insassen zutage. Unter menschenverachtenden Zuständen und katastrophalen Existenzbedingungen in den Lagern mussten die Häftlinge mit unterschiedlichsten Mitteln ums blanke Überleben kämpfen. Dazu gehörten alltägliche Überlebensstrategien ebenso wie Flucht, Hungerstreik, Diebstahl von Nahrungsmitteln, Selbstverstümmelung oder Arbeitsverweigerung. Mit dem Eintritt der Sowjetunion in den Zweiten Weltkrieg kam es erstmals auch zu bewaffnetem Widerstand der Häftlinge. Nach dem Tod Stalins im März 1953 erlebte der Gulag eine Reihe von großen Aufständen, die das System in bisher unbekanntem Maße erschütterten. Die Lager hatten sich mehr und mehr zu einem potenziellen Unruheherd entwickelt, der sich immer weniger beherrschen ließ, auch wenn das Regime mit blutiger Härte reagierte. Der Druck der gewaltigen Proteste führte letztendlich zu umfangreichen Haftverbesserungen und trug zusammen mit der Unwirtschaftlichkeit des Zwangsarbeitssystems maßgeblich zur Auflösung des Gulag bei.
Tim Seidenschnur
Streit um die Wehrmacht 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Die Wanderausstellungen des Hamburger Instituts für Sozialforschung zu den Verbrechen der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus waren emotionale Kristallisationspunkte, an denen die Diskurse der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen in zahlreichen Debatten sichtbar geworden sind. Das wird besonders deutlich, wenn man einen Blick in die Besucherbücher der Wehrmachtsausstellung wirft. Für mich ist das alles unvorstellbar", liest man in Einträgen von Jugendlichen ebenso häufig wie "Ich habe nichts verbrochen" in den Beiträgen von Kriegsteilnehmern. Dazu kommt die Überlegung vieler aus der Nachkriegsgeneration, dass die Soldaten der Wehrmacht Schuld auf sich geladen haben könnten. Solche Beiträge sind Fragmente generationenspezifischer Vergangenheitsdiskurse und mit all ihren Kontroversen Zeugnisse von Versöhnung sowie einer besonderen Streitkultur in der Bundesrepublik. Diese unterliegt einem Wandel und wird immer stärker durch eine junge Generation geprägt, deren Erwachsenwerden mit dem Anspruch einhergeht, die Kultur der Bundesrepublik mitzugestalten. Tim Seidenschur sammelt Argumentationen und Eigenheiten der Diskurse über die deutsche Vergangenheit und analysiert jene Veränderungen, die die Generationszugehörigkeit für eine Beurteilung mit sich bringt."
Fabian Talkenberg
Rebellion am Vorabend von Canossa 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Große Umwälzungen wirtschaftlicher, politischer und militärischer Natur prägten die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts in Europa und legten den Grundstein für eine Neuordnung. Der Sachsenaufstand gegen Heinrich IV. stellte einen der Marksteine dieser Ereignisse dar und gilt gemeinsam mit dem ihm folgenden Investiturstreit als ein Wendepunkt in der Evolution des westlichen Kulturkreises. Doch ist eine derartige Sicht tatsächlich angemessen? Waren die Vorgänge im Reich von solch bahnbrechender Natur, wie es die Geschichtswissenschaft über lange Zeit postulierte? Dominierte die Auseinandersetzung zwischen König und Papst die Politik dieser Epoche oder stellte sie lediglich einen Teil einer viel grundlegenderen Problematik dar bzw. war sie dieser sogar untergeordnet? Fabian Talkenberg beantwortet diese Fragen durch eine detaillierte Analyse der Hintergründe und Abläufe der Konfrontation. Außerdem legt er dar, wie es zu dem Aufstand kam, welche Folgen dieser mit sich brachte und vor allem welche Motivationen seine Protagonisten zum Handeln bewegten. Ebenso bietet der Autor eine breite Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung, die von starken Differenzen geprägt ist und damit aufzeigt, welche Brisanz der Sachsenaufstand selbst nach über 900 Jahren noch besitzt.
Ralph P Güntzel
Understanding Old Europe" 1. Auflage"
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Understanding Old Europe" introduces readers to central features of contemporary society in France, Germany, and Austria. This concise and engaging book acquaints readers with dress codes, interaction rituals, communication practices, and patterns of work and leisure and takes a close look at public transportation, public broadcasting, social safety arrangements, political parties, and other important social institutions. Above all, Understanding "Old Europe" explains the historical roots of contemporary customs and institutions. This compelling survey adopts a transnational approach and treats France, Germany, and Austria as a unit. It shows that France, Germany, and Austria share a common identity and highlights the lasting impact that court culture and working-class unrest have had on this identity. Understanding "Old Europe" will help Austrians, French, and Germans to understand better their common identity and its historical roots."
Mehmet Cebeci
Die deutsch-türkischen Beziehungen in der Epoche Abdülhamids II. (1876-1908) 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Das Osmanische Reich hatte nach dem Berliner Kongress im Jahre 1878 mit mehreren Krisen zu kämpfen. Zwar verzichtete Sultan Abdülhamid II. (1876-1909) nach der Niederlage gegen Russland auf kriegerische Ausfälle und besann sich auf innere Reformen, doch sein Reich wurde von den europäischen Großmächten, etwa in Ägypten und Tunesien, direkt angegriffen und innere Spannungen weiteten sich zu internationalen Krisen aus. Die traditionellen außenpolitischen Partner wurden zu Konkurrenten und stellten eine Bedrohung für den Fortbestand des Großreiches dar. Das Osmanische Reich sah sich gezwungen, seine traditionelle Außenpolitik zu ändern. Sultan Abdülhamid II. fand fortan lediglich in Deutschland einen Partner und versuchte, den deutschen Kaiser auf seine Seite ziehen. Inwieweit ihm dies glückte und inwiefern dies seine Position auf der internationalen Ebene stärkte, untersucht Mehmet Cebeci hier im Hinblick auf drei zentrale außenpolitische Fragen jener Jahrzehnte: die Ägyptische, die Bulgarische und die Armenische Frage.
Sascha Foerster
Blumen für Clio 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Was ist Geschichte und wie schreibt man sie? Diese Fragen stehen im Zentrum dieser der Muse der Geschichtsschreibung gewidmeten Anthologie (gr. Blumensammlung). In 27 Beiträgen stellen Studenten der Universität Bonn die Entwicklung der abendländischen Geschichtsphilosophie dar. So entsteht ein bunter Strauß aus Methoden und Theorien der Geschichtswissenschaft: von Herodots Historien bis zu Wehlers Historischer Sozialwissenschaft, von der Antike bis zur Moderne, von der Heilsgeschichte bis zum Poststrukturalismus.
Gudrun Schönfeld
Kurfürsten und Führungskräfte 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Der Kurfürst und Erzbischof von Trier war im 18. Jahrhundert als weltlicher und geistlicher Regent der zentrale Machtfaktor am Mittelrhein. Doch herrschte er nicht allein. Wer waren seine Einflüsterer und Strippenzieher, die Ratgeber und Vertrauten am Hof? Wie der Kurfürst selbst waren auch seine Führungskräfte nicht nur der Staatsräson verpflichtet, sondern verfolgten auch eigene Interessen. Erst die Kenntnis der Führungsschicht und ihrer Protagonisten macht mithin herrschaftliches Handeln verständlich. Gudrun Schönfeld porträtiert sechs führende Mitarbeiter der drei letzten Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier: Die Weihbischöfe Lothar Friedrich von Nalbach und Johann Nikolaus von Hontheim, den Geheimen Hofrat Jakob Georg von Spangenberg, den Statthalter von Trier und Domdekan des Trierer Domkapitels, Franz Karl Ludwig von Boos zu Waldeck, den Kanzler Georg Michael von La Roche und den Staats- und Konferenzminister Ferdinand von Duminique. Die Autorin beleuchtet, welche Voraussetzungen und Qualifikationen sie mitbringen mussten, um in eine herausragende Position am kurfürstlichen Hof zu gelangen. Soziale Netzwerke und die Interaktion der Führungsschicht untereinander erweisen sich dabei als besondere Aufstiegshilfen. Wichtige Ereignisse und Tätigkeiten während ihres Dienstes belegen ihren Einfluss auf den Kurfürsten.
Dmitri Steiz
Vertraute Fremdheit - fremde Heimat 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Mehr als zwei Millionen Aussiedler sind zwischen 1987 und 2002 aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik eingewandert. Sie sind damit die größte Migrantengruppe, die sich am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland niederließ. Die Wurzeln und Wege dieser heterogenen Gruppe, vor allem ihre soziale sowie sprachliche Integration beleuchtet der Journalist Dmitri Steiz auf formaler und faktischer Ebene: Wer sind die russlanddeutschen Aussiedler? Wie leben sie und warum kamen sie zurück ins Land ihrer Vorfahren - nach Deutschland? Wie sind sie rechtlich, soziokulturell und beruflich integriert? Eine zentrale Rolle für die gesellschaftliche Eingliederung spielen die sprachlichen Fähigkeiten der Migranten in der neuen, alten Muttersprache Deutsch. Diese Studie bietet fundierte Analysen der Zusammenhänge zwischen Sprache, Geschichte, Migration und Integration der Aussiedler.
Bernd Christmann
Hanns Eisele 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Josef Mengele oder Karl Brandt stehen für die Verstrickungen eines ganzen Berufsstandes in die verbrecherische Politik Hitlers. Doch neben wenigen hochrangigen Medizinern waren es vor allem die zahlreichen namenlos gebliebenen Ärzte, die als Mitglieder der SS in den Konzentrationslagern Dienst taten und zu Mittätern am nationalsozialistischen Massenmord wurden. Einer von ihnen war Hanns Eisele, der als SS-Arzt in den Konzentrationslagern Buchenwald, Natzweiler und Dachau diente. Dieses Buch zeichnet seinen Werdegang nach und zeigt, wie die historische Forschung sich solchen eher unbekannten Mittätern annähern kann. Trotz eines zweifach verhängten Todesurteils durch amerikanische Militärgerichte nach Kriegsende erfuhr Eisele bald eine vollständige Amnestierung. Von neuerlicher Strafverfolgung bedroht, flüchtete er schließlich nach Ägypten, wo er bis zu seinem Tode als Teil einer Gruppe ehemaliger NS-Funktionäre lebte.
Tobias Greiff
Identität und Anspruch 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Wurden während des letzten Krieges in Bosnien und Herzegowina Gotteshäuser, Denkmäler und Bibliotheken als Symbole des Gegners gezielt zerstört, so ist der Umgang mit ihnen auch im Friedensprozess nicht frei von politischen und gesellschaftlichen Emotionen: Straßen und Städte werden umbenannt, neue Denkmäler errichtet und Kirchtürme treten in Wettstreit mit Minaretten, um durch solch symbolische Dominanz die Rechtmäßigkeit der eigenen Geschichte nachhaltig zu demonstrieren. Vor dem Hintergrund akuter Spannungen in Bosnien und Herzegowina, eröffnet Tobias Greiff durch einen neuen Symbolic-Politics-Ansatz Einblicke in die bisher weithin unbekannte Rolle von Symbolen im Friedensprozess. Der Autor zeigt, dass ohne Kenntnis vom Potential solcher Symbole nicht nur die Aufarbeitung des Konflikts gefährdet ist, sondern selbst internationale Bemühungen entgegen ihren Ambitionen zu neuen Konflikten führen können. Dank umfangreicher Orts- und Sachkenntnisse und anhand vieler Beispiele gelingt es ihm, die Wechselwirkungen von ethno-nationalen Symbolen und Stabilität der multiethnischen Nachkriegsordnung einleuchtend zu erklären. Darüber hinaus entwirft er einen Rahmen für ein neues Symbolic-Peace-Building Konzept.
Frank Lothar Nicht
Die Stasi" als Erinnerungsort im vereinigten Deutschland 1990-2010 1., Aufl."
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Zeitlich hatte nicht viel gefehlt: Am 8. Februar 1990 hätte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR seinen 40. Jahrestag feiern können. Bekanntlich konnte es zu einer solchen Feier nicht mehr kommen - am 14. Dezember 1989 wurde das MfS aufgelöst. Es scheint aber, dass mit der Auflösung der Geheimpolizei eine neue Karriere des MfS unter der emotional stark aufgeladenen Bezeichnung Stasi" angefangen hat. Im populären Geschichtsbild ist die DDR im vereinigten Deutschland seit 1990 zum Stasi-Staat, die Stasi zum wichtigsten Teil des DDR-Bildes geworden. Frank Lothar Nicht untersucht diese neue, sozusagen kulturell rekonstruierte Stasi. Denn auch wenn die DDR-Staatssicherheit historisch hervorragend erforscht ist, kann sie in diesem Buch neu kennen gelernt werden - nämlich so, wie sie seit der Wiedervereinigung Deutschlands in verschiedenen kulturellen Zusammenhängen imaginiert wird. Als Erinnerungsort in Entwicklung und Zustand lässt sie auf historische Perspektiven und Problemlagen seit den 1990er Jahren schließen."
A. Kadir Özdemir
Die Kurden - ein Volk in drei Nationen 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Jeder, der die Nachrichten verfolgt, hat die Begriffe Kurde", "Kurdisch" und "Kurdistan" schon einmal gehört. Wenn man aber eine politische Weltkarte aufschlägt, wird kein Nationalstaat mit dem Namen "Kurdistan" zu finden sein. Gerade mit Blick auf die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU wird die Frage der Minderheiten, insbesondere der Kurden, die in der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien als bedeutende Minderheit leben, in den Medien diskutiert. Leider fehlt vielen Auseinandersetzungen jegliche wissenschaftliche Grundlage, die Argumente sind polemisch und stark von den Interessen der jeweiligen Parteien gefärbt. Özdemir bietet eine facettenreiche Darstellung der Ursachen und historischen Verflechtungen, die bis heute von Bedeutung sind. Hierbei werden nicht nur die Beziehungen zwischen Kurden und Türken, Kurden und Arabern oder Kurden und Iranern analysiert, sondern auch die Beziehungen innerhalb der verschiedenen kurdischen Stämme. Auch die Interessen der ehemaligen Kolonialmächte England, Frankreich und Russland, die eine wesentliche Rolle bei der Entstehung des aktuellen "Kurdenproblems" gespielt haben, kommen nicht zu kurz. Die Arbeit bietet einen kompakten Einstieg und vermittelt fundiertes Wissen über kurdische Völker."
Michael Lausberg
Hugenotten in Deutschland 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Rund eine Viertelmillion protestantischer Hugenotten trieben Frankreichs absolutistischer Sonnenkönig Ludwig XIV. und seine Vorgänger im Namen des Katholizismus in die Flucht. Ihr Exodus wurde nach Jahrzehnten der Glaubenskriege unauslöschbarer Fixpunkt der Migrationsgeschichte in der Frühen Neuzeit. Im protestantischen Preußen waren die reformierten Glaubensbrüder willkommen, aber auch in Württemberg, Hessen-Kassel oder Mecklenburg. Bis zu 50.000 Menschen kamen allein um das Jahr 1680. Sie züchteten Seidenraupen und entwickelten die Textilindustrie. Sie forcierten den Tabakanbau und belebten den ländlichen Raum. Sie brachten Kenntnisse in der Schmuckherstellung mit und trieben das Kunsthandwerk zu neuer Blüte. Doch ihre Privilegien fanden unter den Einheimischen keineswegs nur Zustimmung. Dieses Buch stellt die Ansiedlung der hugenottischen Glaubensflüchtlinge in den deutschen protestantischen Territorien exemplarisch dar anhand von Städten und Dörfern Brandenburg-Preußens, Hessen-Kassels und der Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth. Der Autor berichtet, warum man sie aufnahm und zu welchen Bedingungen. Er beschreibt das religiöse Leben in den neuen Gemeinden und ihr zwiespältiges Verhältnis zu den Eingesessenen.
Christian Uebach
Die Ratgeber Friedrich Barbarossas (1152-1167) 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Ohne Berater war das Deutsche Reich im Hochmittelalter auch für Friedrich I. Barbarossa nicht zu regieren. Die Ratgeber im Hintergrund waren für die Realpolitik fast ebenso wichtig wie der Herrscher selbst. Wem aber schenkte der Regent sein Gehör? Wer zog Barbarossa in die italienischen Konflikte hinein? Warum gewährte der Staufer seinem welfischen Vetter Heinrich dem Löwen eine königsgleiche Stellung im Norden des Reiches? Und warum betrieb Barbarossas Kanzler Rainald von Dassel einen so unerbittlichen Kampf gegen Papst Alexander III.? Der engere Ratgeberkreis Friedrich Barbarossas wurde in der Mediävistik in seiner wechselnden Zusammensetzung und Binnenhierarchie bislang nicht bestimmt. Christian Uebach leistet diese Grundlagenarbeit und beschreibt überdies, welche Interessen und Konzepte dabei zur Geltung kamen. Anhand dieser Beobachtungen zeichnet er ferner nicht nur ein aussagestarkes Bild vom Regierungs- und Führungsstil Friedrichs I. Er erweitert auch unser grundsätzliches Verständnis von der Funktion der Königsherrschaft in staufischer Zeit.
Silke Langwasser
Die Old Order Amish 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Das Leben der Old Order Amish hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten kaum verändert. Mit Pferdekutschen, alten Trachten und ihrem altertümlichen deutschen Dialekt leugnen sie beharrlich alle Entwicklungen der Industriellen und Postindustriellen Revolution. Etwa 85 000 Menschen leben noch heute in den USA und Kanada nach den strengen Regeln des konservativsten Teils der Mennoniten. Silke Langwasser gibt einen Überblick über die faszinierende Geschichte der Old Order Amish. Ihre Herkunft aus dem Täufertum und die Abspaltung von 1693, ihre Lebensweise, ihre Reaktion auf den Amerikanischen Bürgerkrieg und die Weltkriege im 20. Jahrhundert erläutert sie ebenso anschaulich wie die sozialen Strukturen, die im Lauf der Jahrhunderte eine ungewöhnliche Kontinuität aufwiesen. Religiöse Aspekte wie Gottesdienst, Taufe und Beerdigung und ihre Bedeutung für das Überleben der Gemeinschaft sind weitere Themen. Mit einem religionssoziologischen Ansatz gelingt der Germanistin und Historikerin eine möglichst ungefärbte Darstellung dieser außergewöhnlichen Minderheit.
Helmut Neuhold
Das andere Habsburg 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Viele Bücher handeln vom Haus Habsburg. Von Homo- und Bisexualität in Österreichs Herrscherhaus handelte bislang keines. Dabei sorgten Sprösslinge mit abweichenden Neigungen immer wieder für Aufsehen. Erzherzog Ludwig Victor vor allem, der jüngste Bruder von Kaiser Franz-Joseph. Als erklärter Liebling seiner Mutter entwickelte er eine unmännliche" Persönlichkeit, galt als intrigant und tratschsüchtig. Er lebte seine Homosexualität für damalige Verhältnisse offen aus und sorgte für allerhand Skandale. Schließlich zog die Familie die Reißleine. Verbannt und entmündigt starb Ludwig Viktor auf einem Schloss bei Salzburg. Doch er war nicht allein, wie Helmut Neuhold recherchierte. Weiter kommen vor: Der gebildete und eigenwillige Erzherzog Ludwig Salvator, "ungekrönter König" der Insel Mallorca, dessen Liebhaber ihm Briefe mit pornographischen Zeichnungen schickte. Kaiser Joseph II., verheiratet mit einer Lesbe und in gefühlsbetonte Männerfreundschaften verstrickt. Barockkaiser Karl VI. - seine Langzeitbeziehung zu einem Günstling war allgemein bekannt. Erzherzog Leopold Wilhelm, mehrfacher Bischof, Feldherr und Verfasser merkwürdiger Liebesgedichte. Schließlich der sonderliche Kaiser Rudolf II. mit seinen so genannten "Kammerdienern", denen er sich ziemlich auslieferte. Aus dem Mittelalter präsentiert Neuhold drei habsburgische Herzöge, die schon bei anderen Autoren den Verdacht homoerotischer Aktivitäten hervorriefen: Herzog Friedrich IV. der sich selbst der Homoerotik "beschuldigt" haben soll, Herzog Albrecht III. "mit dem Zopfe", dem man unterstellt, eine Art von Transvestit gewesen zu sein, und Friedrich "der Schöne", der auch einige Zeit deutscher König war. Seine Aussöhnung mit dem Gegenkönig Ludwig dem Bayern endete damit, dass sie Tisch und Bett teilten."
Ingo Korzetz
Die Freikorps in der Weimarer Republik: Freiheitskämpfer oder Landsknechthaufen? 1. Auflage
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Zerrüttung und gleichzeitige Neuordnung prägten die ersten Jahre der Weimarer Republik. Mit der Kriegsniederlage des Deutschen Reiches im November 1918 entluden sich soziale Spannungen in einem politischen wie gesellschaftlichen Umbruch, der ganz Deutschland erfasste. Tausende Freiwillige sorgten dafür, dass die neue demokratisch-parlamentarische Ordnung sich gegen die kommunistischen Bestrebungen zu einem Rätesystem durchsetzen und festigen konnte: Die Mitglieder der Freikorps unter dem Oberbefehl von Reichswehrminister Gustav Noske (SPD). Ingo Korzetz ist es gelungen, Aufstellung und Einsatz bayerischer Freikorps im Wesentlichen auf Grundlage von Primärquellen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs vollständig zu erschließen. Dabei zeichnet er ein umfassendes Bild dieser heterogenen Erscheinungsformen und berichtet fundiert über die soziale Struktur, die Motivation und die Mentalität ihrer Angehörigen.
Müller, Tim
Gosda/Niederlausitz
Verlag: Waxmann
Der zweite Band der Reihe Die Niederlausitz am Anfang des 21. Jahrhunderts. Geschichte und Gegenwart widmet sich dem agrarischen Erbe der Niederlausitz. Am Beispiel der niederlausitzischen Gutsherrschaft Gosda fragt er unter Rekurs auf das Konzept der „Ökonomischen Aufklärung“ nach dem Beitrag der Gutswirtschaften für die industrielle Genese in der Region. Neben der landwirtschaftlichen Modernisierung und dem Ausbau der Gewerbe konzentriert sich die Mikrostudie insbesondere auf Fragen des Landnutzungswandels und der Ressourcennutzung an der Schwelle zum Industriezeitalter.
Lademacher, Horst
Grenzüberschreitungen
Verlag: Waxmann
Vom Arbeitermilieu des Sauerlandes zum Napola-Schüler, über das Studium in Bonn und Münster nach Amsterdam und Brüssel und schließlich in die universitäre Lehre nach Bonn, Amsterdam, Kassel, Münster und Nijmegen. Das ist die Chiffre für den angesichts der sozialen Herkunft eher ungewöhnlichen Lebensweg des Historikers Horst Lademacher (geb. 1931), der wie kein Zweiter die vergleichende historische Forschung zwischen den Niederlanden und Deutschland geprägt hat. Seine Professuren in beiden Ländern und seine Position als Direktor des 1989 gegründeten Zentrums für Niederlande-Studien der Universität Münster haben ihm die Möglichkeit gegeben, über Jahre die historischen Wissenschaften der beiden Nachbarländer miteinander zu verbinden.Im Gespräch mit Burkhard Dietz und Helmut Gabel beschreibt Horst Lademacher seine bewegte wissenschaftliche Karriere, die nicht immer zielgerichtet war, aber rasch über die Landesgrenzen hinweg reichte und dabei nah am Puls der Zeit verlief. Grenzüberschreitungen ist nicht nur eine Autobiographie, sondern ermöglicht auch einen tiefen und spannenden Einblick in die historische Forschung des 20. Jahrhunderts, beschreibt ihre Akteure und ihre eigene Geschichte.
Herausgeber : Buck, Thomas Martin; Brauch, Nicola
Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit
Verlag: Waxmann
Dieser Band geht auf ein Mittelalter-Symposion zurück, das im September 2009 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg stattfand. Die Tagung verfolgte das Ziel, einen Dialog zwischen den verschiedenen historischen Disziplinen, die sich mit der Epoche des Mittelalters an Schule, Hochschule und Universität befassen, einzuleiten.Die Beiträge werfen Streiflichter auf eine Epoche, die in der öffentlichen Wahrnehmung eine prominente Rolle spielt. Das Feld der populären Geschichtskultur ist im Falle des Mittelalters mittlerweile so groß und unüberschaubar geworden, dass man es kaum noch ausreichend zu erfassen und abzubilden vermag. Es reicht vom historischen Roman bis zum Computerspiel, Kino, Comic und Spielzeug. Der Rezeption und Adaption sind nahezu keine Grenzen gesetzt.Der Band zeigt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Umgangs mit der mittelalterlichen Populärkultur in Hochschule, Schule und Unterricht auf. Deutlich wird, dass die populäre Aufbereitung des Mittelalters ein geschichtswissenschaftliches und -didaktisches Potential birgt, das bisher weder angemessen analysiert noch erschlossen ist. Die moderne Mediävistik kann jedenfalls nicht umhin, sich mit den Geschichtsinszenierungen der Populärkultur intensiver zu befassen.
Shelley Harten
Herausgeber : Tectum
Reenactment eines Traumas 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Am 27. Juni 1976 entführten zwei deutsche und zwei palästinensische Terroristen eine Air France Maschine mit 248 Passagieren nach Entebbe, Uganda. Die Terroristen der Revolutionären Zellen" Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann trennten im Verlauf der Entführung die israelischen von den nicht-israelischen Geiseln und entließen letztere nach Frankreich. Vier Tage später gelang es der israelischen Armee, die in Entebbe verbliebenen Geiseln zu befreien und zurück nach Israel zu bringen. Die Trennung der Geiseln rief Holocaustszenen ins Gedächtnis, die im Sinne eines Reenactments neu erfahren wurden: Deutsche, die Juden selektieren, die über Leben und Tod entscheiden, die gewalttätig und unberechenbar sind und im Namen einer Ideologie handeln, die sie zu Mördern werden lässt. Wie reagierte die israelische Presse auf den deutschen Terror? Was können wir daraus über die israelische nationale Erinnerung, Identität, Traumata und Mythen sowie über die deutsch-israelischen Beziehungen erfahren?"
Alexander Graf
Herausgeber : Tectum
Mütze, Band und Braunhemd - Marburger Studentenverbindungen und der Nationalsozialistische Studentenbund während der Weimarer Republik 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Die alte Universitätsstadt Marburg an der Lahn wurde viele Jahre hindurch von ihren studentischen Verbindungen geprägt. Gerade vor dem Ersten Weltkrieg erlebte die vielbesungene Burschenherrlichkeit" in der mittelhessischen Provinz ihre Hochphase. Damit war es in der Zeit der Weimarer Republik jedoch vorbei: Im Zuge der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Lage dieser Jahre trat der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund an, um seine Weltanschauung an die Universität und damit in die Studentenschaft zu tragen. Dabei traf er auf die traditionellen Studentenkorporationen. Die unpolitischen Hochschüler sahen sich nun mit einer radikalen Ideologie konfrontiert, die nur ein für oder wider kannte. Alexander Graf geht der Frage nach, welche Entwicklung die Marburger Studentenverbindungen bis zur "Machtergreifung" Hitlers 1933 nahmen. Dabei rückt nicht nur die Situation der Marburger Universität, ihrer Schüler und Lehrer, sondern auch das örtliche NSDAP-Personal in den Fokus. Gleichzeitig ordnet der Autor die Ereignisse in den reichsweiten Kontext ein."
Rainer Orth
Herausgeber : Tectum
Der SD-Mann Johannes Schmidt 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Man hat mich gewarnt, dass mir Gefahr drohe. Aber ein preußischer Offizier fürchtet sich nicht!" (Kurt von Schleicher am Tag vor seiner Ermordung). Kurt von Schleicher war der wohl glückloseste Kanzler, den Deutschland je hatte: Nach einer Amtszeit von nicht einmal zwei Monaten musste er am 28. Januar 1933 seinen Platz räumen und Adolf Hitler die Bahn frei machen, der ihm am 30. Januar 1933 im Amt des Regierungschefs des Deutschen Reiches nachfolgte. Der Mord an Hitlers Amtsvorgänger als Reichskanzler gehört zu den bisher ungeklärten Kriminalfällen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Ein unbekannter Täter erschoss Kurt von Schleicher und seine Frau am 30. Juni 1934 in ihrem Haus am Griebnitzsee bei Potsdam. Die Eheleute fielen der als "Röhm-Affäre" berüchtigt gewordenen Generalabrechnung Hitlers mit seinen Rivalen und Gegnern zum Opfer. Rainer Orth untersucht den Fall umfassend und bezieht sich dabei auf bisher unbekanntes Archivmaterial und private Unterlagen."
Michael Lausberg
Herausgeber : Tectum
Die extreme Rechte in Ostdeutschland 1990-1998 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Michael Lausbergs informative Überblicksdarstellung widmet sich einer der schlimmsten Begleiterscheinungen der Wiedervereinigung": dem nicht ganz neuen aggressiven Rassismus, wie er sich nach 1990 nicht nur in der Bundesrepublik, sondern vor allem in den neuen Bundesländern herauskristalliserte. Übergriffe auf Migranten, Linke, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Obdachlose, behinderte Menschen, gegen alle, die anders aussahen, dachten oder lebten, gehörten zum Alltag in Ostdeutschland. Mit dem SED-Regime verschwand das Phantom des proletarischen Internationalismus, das mehr als 40 Jahre den Nationalismus und den Rassismus vieler DDR-Bürger nur notwendig übertüncht hatte. Spätestens nach der "Wiedervereinigung" entwickelte sich in allen größeren und mittleren Städten eine neonazistische Szene, die ausgezeichnet miteinander vernetzt war. Der rassistische Terror forderte schon bald sein erstes Todesopfer: der Mosambikaner Amadeu Antonio wurde am 24.11.1990 im brandenburgischen Eberswalde von Neonazis ermordet."
Thomas Kuhn
Herausgeber : Edition Ruprecht
Die jüdisch-hellenistischen Epiker Theodot und Philon
Verlag: Edition Ruprecht
Die epischen Fragmente Theodots und Philons gehören zu den faszinierendsten Zeugnissen des Austausches zwischen jüdischer und griechischer Kultur in hellenistisch-römischer Zeit. Zugleich illustrieren sie gerade in ihrer Verschiedenartigkeit die Bandbreite möglicher Ausdrucksformen in der griechischen Epik der letzten vorchristlichen Jahrhunderte. Die Texte werden hier erstmals in einer griechisch-deutschen Edition (mit kritischem Apparat) vorgelegt. Den Hauptteil der Arbeit bilden Untersuchungen zu jüdischen Vorbildern, griechischen Quellen und zur Metrik. Die Autoren werden so in ihr komplexes Traditionsgefüge eingeordnet. The epic fragments of Theodotus and Philo bear witnesses to the exchange between Jewish and Greek culture in Hellenistic-Roman times. This book examines the complex literary tradition they draw on.
Wilhelm Muschka
Herausgeber : Tectum
Agnes von Waiblingen - Stammmutter der Staufer und Babenberger-Herzöge 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Agnes von Waiblingen (1072-1143) war die einzig überlebende Tochter des Canossa-Kaisers Heinrich IV. Sie und ihr erster Gemahl Herzog Friedrich I. von Schwaben sind die Eltern des ersten staufischen Königs Konrad III. Über ihn wurde Agnes Stammmutter des wohl bedeutendsten mittelalterlichen Herrschergeschlechts der Staufer. Nach dem Tod Herzog Friedrichs heiratete sie in zweiter Ehe Markgraf Leopold III., den Heiligen, von Österreich und hatte mit ihm mindestens elf weitere Kinder, darunter den großen mittelalterlichen Geschichtsschreiber Otto von Freising und den ersten österreichischen Herzog Heinrich II. Jasomirgott. Mit Letzterem wurde Agnes auch Stammmutter des herzoglichen Zweiges der Babenberger. Wie keine andere Frau der Geschichte umringen Agnes innerhalb ihrer Familie zahlreiche gekrönte Häupter. Der Grad ihrer Stellung und die ihr entgegengebrachte hohe Wertschätzung werden dabei nicht nur aus ihrer Einbindung in Politik und Rechtsgeschäfte deutlich. Auch ihre kulturellen und künstlerischen Aktivitäten sowie ihre an die beiden Heiligen Elisabeth von Thüringen und Hedwig von Schlesien gemahnende Mildtätigkeit und Frömmigkeit haben dafür gesorgt, dass ihr Leben und Charisma selbst nach neun Jahrhunderten nicht an Faszination und Strahlkraft eingebüßt haben - Gründe, sie unter die bedeutendsten Persönlichkeiten an der Schwelle vom 11. zum12. Jahrhundert einzureihen.
Franziska Knopf
Herausgeber : Tectum
Die Ehepolitik des Augustus (Octavian) 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Mit Ende des Bürgerkrieges in Rom wurde Octavian der erste Mann im Staat und trug fortan den Ehrennamen Augustus. Nach langjährigen Machtkämpfen konnte er sich als alleiniger Herrscher durchsetzen und so eine neue Epoche des Römischen Reiches einleiten: die Kaiserzeit. Die herausragende Machtstellung des Augustus beruhte auf der Vergabe einzelner Ämter und Befugnisse, Ehrungen und Sonderrechte. Der Ausgangspunkt seiner Herrschaft war die testamentarische Adoption durch seinen Großonkel Gaius Iulius Caesar. Der kinderlose Caesar wollte seine Position und sein Erbe innerhalb der eigenen Familie weitergeben, und Augustus versuchte es ihm gleichzutun. Während er Klientel und Vermögen auf die nächste Generation vererben konnte, waren die politischen Verdienste, seine persönliche Leistung und seine Stellung rechtlich nicht vererbbar. Da Augustus keinen Sohn hatte, versuchte er mit Hilfe von Adoptionen einen Nachfolger zu bestimmen und bemühte sich, durch geschickte Verheiratung seiner Familienmitglieder seine Macht und herausragende Position als Princeps zu festigen und für seinen potentiellen Erben zu sichern. Franziska Knopf analysiert die ausgeklügelte Heiratspolitik innerhalb der domus Augusta"."
Katharina Zeppezauer-Wachauer
Herausgeber : Tectum
Kurzwîl als Entertainment 1., Aufl.
Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
Das Mittelalter erlebt gegenwärtig eine Blüte in der Populärkultur. Aus Büchern, Filmen und Veranstaltungswesen sind historische Elemente nicht mehr wegzudenken. Katharina Zeppezauer-Wachauer fragt: Was fasziniert die Menschen an dieser Zeit? Welche Sehnsüchte stehen hinter dem Besuch mittelalterlicher Spektakel, welche Motive hinter Kostüm und mediävaler Inszenierung im 21. Jahrhundert? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, zieht Zeppezauer-Wachauer Johan Huizingas Spielbegriff des homo ludens zurate, der die Bestimmung konkreter Funktionen und Formen innerhalb der mittelalterlichen Festkultur erlaubt. Mit diesem spieltheoretischen Konzept können die möglicherweise zu eng gedachten Ansichten innerhalb der zeitgenössischen Rezeptionsforschung aufgebrochen werden - seine unmittelbare Überprüfung auf zahlreichen Festen sei Historikern, Kulturwissenschaftlern, Mittelalterfreunden und -neugierigen überlassen!
Gunter Haug
Herausgeber : Landhege Verlag
Ferdinand Porsche
Verlag: Landhege Verlag
Ferdinand Porsche, geboren am 3. September 1875 im böhmischen Maffersdorf - gestorben am 30. Januar 1951 in Stuttgart: das sind die Eckpunkte eines faszinierenden Lebensweges, der den Sohn des Spenglermeisters Anton Porsche, nicht wie vom Vater mit gewünscht, den Installateurbetrieb übernehmen lässt, sondern der ihn schon im Alter von 17 Jahren nach Wien führt, wo es dem von der neuen Elektrizitätstechnik begeisterten Porsche gelingt, bei der legendären Firma Bela Egger unterzukommen, dem Pionier der Elektrizität in Österreich. Wenig später begegnet er dem Kutschenbauer Ludwig Lohner, einem erfolgreichen Unternehmer, der ahnt, dass sich die Zeit der Pferdedroschken ihrem Ende zuneigt. Lohner will Automobile bauen, erhält aber keine Lizenzen für Benzinmotoren. So bleibt ihm nur der elektrische Antrieb, mit dem er dank Porsche für Furore sorgt. Der elektrische Phaeton" des 25 jährigen Porsche ist die Sensation auf der Weltausstellung 1900 in Paris. Bereits im Alter von 30 Jahren wird Ferdinand Porsche von Emil Jellinek-Mercedes als Technischer Direktor bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt engagiert, zur selben Zeit baut er mit dem benzin-elektrischen "Mixte-Wagen" das erste Hybridautomobil der Welt. Das Buch schildert in historisch verbürgten Kapiteln das Leben des Ferdinand Porsche und legt dabei - wohl erstmals in einer Porsche-Biographie - einen besonderen Schwerpunkt auf die Familie Verhältnisse des weltberühmten Ingenieurs. Denn ohne seine Ehefrau Aloisia (die "Louis") und ohne seine Kinder ("Louisl" Piech und "Ferry" Porsche) sowie die heiß geliebten Enkel, die er mit seiner automobilen Leidenschaft anstecket, wären Dynastie und Fahrzeugmarke Porsche undenkbar. Die romanhafte Handlung wird durch eine zweite Handlungsebene ergänzt, in der sich der 75-jährige Ferdinand Porsche auf der Rückfahrt von der Pariser Automobilausstellung (diese Fahrt ist verbürgt) im Herbst 1950 zusammen mit seinem Neffen und langjährigen Sekretär Ghislaine Kaes (genannt "Gilain") über die Stationen seines Leben unterhält: in Wiener Neustadt, Stuttgart, Steyr, Wolfsburg, Zell am See etc.. Zur Sprache kommt auch Porsches Scheitern bei Daimler in Untertürkheim aufgrund einer raffiniert eingefädelten Intrige, der Zusammenbruch in Steyr, der Aufbau eines eigenen Ingenieurbüros in Stuttgart, der Auftrag zur Herstellung eines verlässlichen, preiswerten Volkswagens, die Verhaftung durch die Alliierten, die Entführung durch die Franzosen in Baden-Baden - seine Vorlieben, Marotten und Eigenheiten ..."
Herausgeber : Kolar, Pavel; Reznik, Milos
Historische Nationsforschung im geteilten Europa 1945-1989
Verlag: sh-Verlag
Zur historischen Forschung zu Nationsbildung und Nationalismus in Europa, die einen dicht vernetzten Diskussionszusammenhang bildet, fehlte bislang eine im engeren Sinne historisierende Untersuchung. Der Band soll Ansätze zur Schließung dieser Lücke in der historischen Einordnung der Nationsforschung nach 1945 anbieten. In den Blick genommen werden dabei nicht nur disziplinär streng definierte geschichtswissenschaftliche Untersuchungen zum Thema, sondern es werden Autoren, Werke, Schulen und Paradigmen einbezogen, die an die Phänomene „Nation und Nationalismus“ aus einer – im weiteren Sinne – historischen Perspektive herangehen, die „Nation“ als eine historisch entstandene und wandelbare Entität begreifen und diese in eine Epochen übergreifende geschichtliche Großerzählung, wie z.B. die Modernisierung, einbetten. Neben wissenschaftsinternen Dynamiken werden auch politische Rahmenbedingungen für die historische Nationsforschung diskutiert. Dabei wird offensichtlich, dass es sich beim Verhältnis zwischen Politik und Nationsforschung um eine komplexe, miteinander vernetzte gesamteuropäische Problematik handelt, für welche verkürzte Gegensätze wie Diktatur – Demokratie oder Ost – West nicht ausreichen. Vielmehr wird der Versuch unternommen, die Geschichte der Nationsforschung nach 1945 als eine vergleichende und transnationale Wissenschaftsgeschichte des geteilten Europa zu betrachten.
Herausgeber : Ehrhardt, Hendrik; Kroll, Thomas
Energie in der modernen Gesellschaft
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die Gegenwartsbedeutung der Energiefrage liegt seit der Ölkrise von 1973 und den Wachstumskrisen der 1980er Jahre auf der Hand. Die Beiträge dieses Bandes schlagen erstmals Schneisen in das Feld der zeithistorischen Energieforschung. Im Mittelpunkt ihrer Analyse stehen die Fragen, wie sich die Auffassung von Energie seit den 1970er Jahren im westlichen Europa veränderte und welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Energiewirtschaft und auf den Umgang mit Energie in der Gesellschaft hatte. Der inhaltliche Bogen dieses Bandes spannt sich vom Wandel der politischen und kulturellen Konzepte, über die Problematik der Erzeugung und Nutzung von Energie bis hin zum Einfluss der ökonomischen und ökologischen Prozesse auf die Politik der Bundesrepublik.
Herausgeber : Walter, Franz; Marg, Stine
Göttinger Köpfe
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Göttingen ist ein wissenschaftliches Biotop. Die Stadt war seit der Gründung ihrer Universität vor nunmehr 275 Jahren immer wieder Lebensmittelpunkt oder zumindest Station herausragender Wissenschaftler, namhafter Politiker und prominenter Aktivisten. Namen wie der Max-Born-Ring, die Felix-Klein-Straße oder das Minna-Specht-Eck erinnern andeutungsweise an solche Persönlichkeiten. Doch wie verbrachte der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker seine Göttinger Jahre? Was verbindet Edmund Husserl, den Begründer der Phänomenologie und somit einen der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts, mit dieser Stadt? Was prägte Peter von Oertzen, den programmatischen Vordenker der Sozialdemokratie, an diesem Ort? Wo war die Keimzelle des Internationalistischen Sozialistischen Kampfbundes rund um Leonard Nelson, Minna Specht oder den späteren Göttinger Oberbürgermeister Arthur Levi? Was trieb den bekannten Studentenaktivisten der 68er-Bewegung Hans-Jürgen Krahl an die hiesige Universität? In diesem Band erzählen gute zwei Dutzend biographische Essays lebendig und anschaulich über all jene Historiker, Naturwissenschaftler, Philosophen, Juristen, Politiker und Aktivisten, die im 20. Jahrhundert mit Göttingen verbunden waren und die über ihre genuine wissenschaftliche Leistung hinaus Einfluss auf die politische Kultur unseres Landes nahmen. Entstanden ist so eine spannende und anregende Sammlung von Göttinger Lebensgeschichten.
Angster, Julia
Erdbeeren und Piraten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die Royal Navy war im frühen 19. Jahrhundert auf allen Weltmeeren präsent. Sie war nicht nur ein Instrument der Seekriegsführung, sondern auch dafür zuständig, die Wildnis Tasmaniens in einen Garten zu verwandeln und den malaysischen Piraten die Landwirtschaft nahezubringen. Die Vermessung der Welt, die »Verbesserung« der Natur und die Eingriffe in die Rechtsvorstellungen und Lebensweisen anderer Kulturen waren Teil einer globalen maritimen Ordnungspolitik, die die Grundlage für Großbritanniens imperiale Weltmachtstellung im 19. Jahrhundert legte. Diese Form der Machtpolitik basierte vor allem auf der Aneignung und Anwendung von Wissen. Das Buch ist die erste deutschsprachige Studie zur Rolle der Royal Navy in der europäischen Übersee-Expansion des 18. und 19. Jahrhunderts.
Herausgeber : Metzler, Gabriele; Wildt, Michael; Mitwirkung (sonst.): Spreier, Andreas; Mitwirkung (sonst.): Voß, Therasa; Mitwirkung (sonst.): Preyss, Saskia von; Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, Verband
Über Grenzen
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Der 48. Deutsche Historikertag vom 28. September bis zum 1. Oktober 2010 in Berlin stand unter dem Schwerpunktthema »Über Grenzen«. Dieser offizielle Berichtsband des Verbands der Historikerinnen und Historiker Deutschlands und des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands enthält knappe Resümees aller Vorträge, die auf dem Kongress gehalten worden sind. In über 70 Sektionen diskutierten Historikerinnen und Historiker »Über Grenzen« – über Grenzen der Nationalstaaten, über natürliche Grenzen, aber auch über Grenzen zwischen Epochen und Disziplinen. Darüber hinaus sind die Festansprachen der Sonderveranstaltungen enthalten, darunter die Eröffnungsrede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.
Herausgeber : Diner, Dan; Reuveni, Gideon; Weiss, Yfaat
Deutsche Zeiten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Mit Blick auf die Verwerfungen deutscher Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert befassen sich namhafte Historikerinnen und Historiker unterschiedlicher Generationen, darunter Norbert Frei, Hans Mommsen, Wolfgang Schieder und Hans-Ulrich Wehler, mit Themen der deutsch-jüdischen Geschichte, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit. Dabei behandeln sie Fragen der Theorie und Methodik ebenso wie Fragen der Biografie- und Gesellschaftsgeschichte und Alltagskultur. Die Beiträge widmen sich u. a. dem deutsch-jüdischen Zusammenleben in Mittelalter und Früher Neuzeit, der Rolle des Sports – insbesondere des Fußballs – im Nationalsozialismus sowie der Einordnung deutscher Geschichte in der Moderne. Mit diesem Buch würdigen Freunde, Kollegen und Schüler den israelischen Historiker Moshe Zimmermann anlässlich seiner Emeritierung.
Herausgeber : Krige, John; Rausch, Helke
American Foundations and the Coproduction of World Order in the Twentieth Century
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wenn das 20. Jahrhundert in vielerlei Hinsicht als »American Century« gelten darf, dann haben die großen US-amerikanischen Stiftungen wie Carnegie, Rockefeller und Ford einen erheblichen Anteil daran. Deren globale Netzwerke wurden zu begehrten Instrumenten, um amerikanische Ideen und Werte nach außen zu tragen. Handelte es sich bei den Stiftungen also nur um Handlanger des US-amerikanischen Vorherrschaftsanspruchs? Ihre selbst gewählte Mission und die kritischen Erwartungen ihrer Förderkandidaten und Partner vor Ort stellten ungleich subtilere Ansprüche an das philanthropische Geschäft. Dieser zweisprachige Band zeigt, wie die US-Philanthropie vor allem im Zwischen- und Nachkriegseuropa zu einem politischen Schauplatz ständig ausgehandelter Wissens- und Ordnungsvorstellungen wurde.
Laufer, Johannes; Steinsiek, Peter-Michael
Quellen zur Umweltgeschichte in Niedersachsen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Das Kompendium erschließt erstmals systematisch das breite Spektrum umweltgeschichtlicher Themen in den Beständen des Niedersächsischen Landesarchivs. Anhand von Kommentaren sowie Hinweisen auf exemplarische Akten und Karten führt es in mehr als 160 Themenfelder der Umweltgeschichte in Niedersachsen ein. Mit Schwerpunkt auf dem 18. bis 20. Jahrhundert ermöglicht der als sachthematischer Wegweiser konzipierte Leitfaden eine rasche Orientierung über das einschlägige Archivgut. Der Leser wird in die Lage versetzt, sich über den jeweiligen umweltgeschichtlichen Forschungsstand zu informieren, Forschungslücken zu erkennen und Studien weiterzuführen oder anzuregen.
Kreis, Marion
Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 084 / Karl Hegel
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
»Ruhm ohne Nachruhm«. So könnte man Leben und Wirken des Historikers Karl Hegel (1813–1901) überschreiben. Zu Lebzeiten wissenschaftlich hoch angesehen und Empfänger zahlreicher Ehrungen wurde er in der Geschichtswissenschaft des 20. und 21. Jahrhunderts beinahe vergessen. In diesem Buch wird Karl Hegels so bisher noch nicht gesehene Bedeutung herausgearbeitet. Auf dem Gebiet der Stadtgeschichtsforschung avancierte er zum unangefochtenen Altmeister. Seinen Platz unter den Historikern von Rang hatte er sich bereits 1847 mit seiner zweibändigen »Geschichte der Städteverfassung von Italien« erarbeitet, deren umfassende und kontinuierliche Rezeption bis in die heutige Zeit nachgewiesen wird. Überdies geht diese Studie neben seinem wissenschaftlichen Wirken auch auf die umfangreiche Korrespondenz mit hochrangigen Vertretern seiner Zeit ein.
Puchta, Michael
Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 085 / Mediatisierung »mit Haut und Haar, Leib und Leben«
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Ohne eine allgemein anerkannte reichsrechtliche Grundlage unterwarf Preußen zwischen 1792 und 1798 die seinen fränkischen Provinzen benachbarten reichsritterschaftlichen Güter mit Gewalt seiner Landeshoheit. Damit erschütterte es die Reichsverfassung in ihren Grundfesten und beschleunigte das Ende des Alten Reiches. Mit Hilfe von Quellen in- und ausländischer Archive rekonstruiert diese Arbeit die Ereignisse zwischen den Jahren 1792 bis 1798 und unterzieht sie einer Neubewertung. Dabei geht sie nicht nur auf die diplomatischen, militärischen, reichsgerichtlichen und publizistischen Mittel ein, mit denen Berlin und die Reichsritterschaft um die »Reichsunmittelbarkeit« der Rittergüter rangen. Sie zeichnet auch die sozialen, politischen und reichsrechtlichen Entwicklungen nach, die die preußischen »Mediatisierungen« erst ermöglichten.
Herausgeber : Hasebrink, Burkhard; Bernhardt, Susanne; Früh, Imke
Semantik der Gelassenheit
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Den Begriff ›Gelassenheit‹ verbindet man auch in Teilen der Mediävistik vor allem mit Meister Eckhart. Doch erst in der Folgegeneration etablierte er sich als ein Leitbegriff der religiösen und mystischen Literatur des Spätmittelalters. Ausgehend von aktuellen Ansätzen der Historischen Semantik erforscht der Sammelband an unterschiedlichen literarischen Formen verschiedene Perspektiven der Semantisierung, Etablierung und Inszenierung dieses Konzepts. Die Untersuchungen setzen bei lexikalischem Wissen an und reichen bis hin zu außersprachlich angesiedeltem Diskurs- und Weltwissen. Sie bieten damit neben rein begriffsgeschichtlichen Analysen prägnante Neuansätze einer Historischen Semantik zwischen Wortgeschichte, Textlektüre und Diskursanalyse.
Kamil, Omar
Der Holocaust im arabischen Gedächtnis
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Während in Europa der Holocaust als »Zivilisationsbruch« zunehmend zum Bezugspunkt von Geschichtserfahrung wurde, nahm die arabische Welt das Ereignis nur eingeschränkt wahr. Diese erschwerte Wahrnehmung fand entweder vor dem Hintergrund der Palästinafrage oder im Zusammenhang mit dem Verhältnis arabischer Nationalisten zum Nationalsozialismus Aufmerksamkeit. Im Unterschied dazu nimmt dieses Buch eine diskursgeschichtliche Perspektive insofern ein, als entlang zeitgenössischer Texte von Arnold Toynbee, Jean-Paul Sartre und Maxime Rodinson die arabische Rezeption in den 1960er Jahren in den Blick genommen wird. Omar Kamil bietet dabei eine neue Sicht auf die Dramatik des Gegenstands: Durch die Erfahrungen des Kolonialismus wird eine angemessene Wahrnehmung des Holocaust in der arabischen Welt verstellt.
Thulin, Mirjam
Kaufmanns Nachrichtendienst
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Im 19. Jahrhundert wurde der jüdischen Wissenschaftsbewegung und ihren Vertretern universitäres Ansehen verwehrt. Mit Entfaltung der seit den 1820er Jahren sogenannten Wissenschaft des Judentums übernahmen Korrespondenz, persönlicher Austausch und Reisen eine wichtige Funktion für die Organisation und Koordination der jüdischen Gelehrtengemeinschaft.David Kaufmann (1852–1899), Professor am Rabbinerseminar in Budapest, war ein zentraler Akteur dieser Gelehrtengemeinschaft. Er etablierte mit seinem »Nachrichtendienst«, wie sein Briefnetzwerk bezeichnet wurde, einen bedeutsamen Kommunikationsraum, der es erlaubt, die Vernetzungsstrategien der jüdischen Gelehrten exemplarisch zu dokumentieren. Mirjam Thulin zeigt anhand von Kaufmanns Korrespondenz und seinen Reisen Leben und Wirken dieses Pioniers moderner jüdischer Gelehrsamkeit sowie seine Bedeutung für die weit verzweigte Wissensgemeinschaft auf.
Tenfelde, Klaus
Arbeiter, Bürger, Städte
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Seit seiner Aufsehen erregenden Promotion über die Sozialgeschichte der Ruhr-Bergarbeiter im 19. Jahrhundert hat sich die Produktivität des Historikers Klaus Tenfelde immer wieder in Aufsätzen entfaltet. Dabei hat er den Blick früh von der Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung zu Grundfragen der modernen deutschen Sozialgeschichte erweitert und neue Themen innovativ erschlossen. Der Bogen spannt sich auch in der Auswahl dieses Bandes, den er selber noch zusammengestellt hat, von Familie, Geschlechterbeziehungen und Generationen zu Geselligkeit, Vereinen und Parteien, von der Stadtgeschichte zu Konsum und Religion. Die wichtigsten Aufsätze von Klaus Tenfelde, der 2011 verstorben ist, sind mit diesem Band bequem greifbar. Sie sind unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die deutsche Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts interessieren.
vom Lehn, Marcel
Westdeutsche und italienische Historiker als Intellektuelle?
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Wie und in welchem Maße versuchten Historiker in Westdeutschland und Italien nach dem Zweiten Weltkrieg über Massenmedien Einfluss auf die Erinnerungskultur ihrer Gesellschaft zu nehmen? Traten sie in der Debatte zur nationalsozialistischen und faschistischen Vergangenheit als Intellektuelle oder als öffentliche Experten in Erscheinung? Waren sie mit ihren Interpretationen Vorreiter einer neuen gesellschaftlichen Sicht auf die Geschichte oder folgten sie eher Entwicklungen, die von anderen öffentlichen Akteuren angestoßen wurden? Marcel vom Lehn arbeitet in dieser vergleichenden Studie Unterschiede im öffentlichen Engagement italienischer und deutscher Historiker heraus. Er zeigt, wie sie Zugang zu Massenmedien erhielten und welche Wechselwirkungen sich zwischen ihrer außerfachlichen und ihrer fachlichen Tätigkeit ergaben.
Nietzel, Benno
Handeln und Überleben
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Die Geschichte der in Frankfurt ansässigen jüdischen Unternehmer von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit steht im Zentrum dieser Arbeit. Untersucht werden Voraussetzung, Ausprägung und Folgewirkung des sozioökonomischen Umbruchs, den die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeit unter der NS-Herrschaft darstellte. Benno Nietzel fragt nach den Behauptungs- und Überlebensstrategien jüdischer Unternehmer, den Prozessen der Vernichtung ihrer Wirtschaftstätigkeit sowie der Sicherstellung und Rückerstattung ihres Unternehmensvermögens in der Nachkriegszeit. Er begreift die jüdischen Unternehmer als Akteure, die sich gegen Ausgrenzung und Verfolgung mit betriebswirtschaftlichen Strategien zu behaupten versuchten. So werden Verdrängung, Vertreibung, Flucht, Exil und Wiedergutmachung in eine übergreifende sozial- und erfahrungsgeschichtliche Perspektive gerückt.
Kucera, Rudolf
Staat, Adel und Elitenwandel
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Rudolf Kucera untersucht in seiner Studie die Praxis der Adelsverleihungen im habsburgischen Böhmen und preußischen Schlesien im 19. Jahrhundert. Welche Ziele verfolgten die beiden Staaten mit ihrer Nobilitierungspolitik? Gewährte der Staat bestimmten Gruppen öffentliche Anerkennung, während er anderen diese verweigerte? Welche Faktoren bestimmten den Wandel der staatlichen Nobilitierungspraxis? Welche Voraussetzungen galten für die Verleihung von Adelstiteln und wie veränderten sich diese? Dieser erste systematische Vergleich der Gesellschaftsgeschichte Österreichs und Preußens zeigt, wie und warum sich die Vorstellungen von Elitenrekrutierung in beiden Staaten allmählich voneinander entfernten und ermöglicht neue Einsichten in das Verhältnis von Staat und Gesellschaft im 19. Jahrhundert.
Schatz, Andrea
Sprache in der Zerstreuung
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
SprachentwicklungIm Übergang zur Moderne wird die "Heilige Sprache" zur Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora.Die vorliegende Studie blickt auf die jüdischen Aufklärer, die nach Möglichkeiten suchten, die "Heilige Sprache" in eine Sprache der Gegenwart zu verwandeln - in die Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora. Angesiedelt zwischen Kultur- und Geschichtswissenschaften entwirft das Buch ein neues dynamisches Bild der jüdischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Ihre umstrittenen und heterogenen Anfänge - vor, mit und nach Moses Mendelssohn - zeigen, wie sich die jüdische Moderne auf einem Terrain herauskristallisiert, auf dem Hebräisch, Jiddisch und Deutsch, jüdische und christliche Traditionen, säkularisierende und resakralisierende Tendenzen aufs Engste miteinander verbunden sind.Dr. theol. Andrea Schatz ist Fellow am Department für Religion an der Universität Princeton (USA).
Eckert, Eike
Herausgeber : Eduard Mühle
Zwischen Ostforschung und Osteuropahistorie
Verlag: fibre
Der langjährige Mainzer Ordinarius für Osteuropäische Geschichte Gotthold Rhode (1916-1990) gehörte zu den renommiertesten Polenhistorikern der Bundesrepublik. Aufgewachsen in Posen als Angehöriger der deutschen Minderheit, studierte er in Jena, München und Königsberg. Ab 1939 war er als Referent am Osteuropa-Institut Breslau tätig. Im Krieg Soldat, setzte er seine Karriere 1946 an der Universität Hamburg fort, ehe er zum Marburger Herder-Institut wechselte. 1956 nach Mainz berufen, lehrte er dort bis zu seiner Emeritierung 1984. Rhode erfuhr eine doppelte fachliche Sozialisation - sowohl im Nationalsozialismus als auch in der Bundesrepublik. Er wird zur Gründergeneration des Faches osteuropäische Geschichte nach 1945 gezählt, ohne jedoch über die universitäre Reputation seiner viel diskutierten Vorgängergeneration um Hermann Aubin und Werner Conze zu verfügen. Sowohl die Motivation dieser Generation, sich der Ostforschung zu verschreiben, als auch ihr Einfluss auf die Fachgeschichtsschreibung nach 1945 ist bis heute weitgehend unerforscht.Die vorliegende Studie macht Rhodes Person und sein Wirken erstmalig zum Gegenstand einer ausführlichen Untersuchung. Dabei wird Rhodes Sozialisation in der deutschen Minderheit in Polen ebenso thematisiert wie das akademische und universitäre Umfeld, landsmannschaftliche Verbindungen, fachliche und weltanschauliche Netzwerke, aber auch Legitimationsstrategien sowie der generationelle Aspekt. Die Traditionen der Ostforschung, ihre Neuformierung und Entwicklung nach 1945 sowie die Annäherung von deutschen und polnischen Wissenschaftlern nach Gründung der Bundesrepublik bis in die sechziger Jahre werden anhand seines Karriereverlaufs herausgearbeitet. Damit leistet diese Biographie einerseits einen Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte, insbesondere zur Fachgeschichte der Osteuropaforschung, andererseits einen Beitrag zur jüngeren deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte.
Herausgeber : Maren Röger und Ruth Leiserowitz
Women and Men at War
Verlag: fibre
Der Zweite Weltkrieg veränderte die Gesellschaften Mittel- und Osteuropas grundlegend. Soziale Bindungen und Strukturen wurden durch brutale Besatzungspolitiken und weitreichende Deportationen zerstört, mit Langzeitfolgen für die Gesellschaften in ihrer Ganzheit, aber auch für deren Individuen in ihrem sozialen Gefüge. Nicht zuletzt Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse wurden davon beeinflusst. Diese alltags- und geschlechterhistorische Dimension des Zweiten Weltkrieges in Mittel- und Osteuropa kam in bisherigen Forschungen oft zu kurz, wodurch ein integrierter Blick auf Auswirkungen in der Nachkriegszeit verstellt wurde. Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu unterschiedlichen Ländern dieser Region, die von mehrfachen Eroberungen und brutalen Besatzungen durch deutsche und sowjetische Aggressoren sowie durch die daraus folgenden innergesellschaftlichen Spannungen und Konflikte geprägt wurden, die sich entlang ideologischer und ethnischer Kategorien entluden. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach ideologischen Vorgaben und alltäglicher Umsetzung von Geschlechterrollen in den Besatzungs- und Verteidigungsarmeen sowie den Partisanengruppen, nach der Macht gegenderter Deutungsmuster in offizieller Propaganda und individueller Selbstdeutung von Okkupanten und Okkupierten, sowie nach den dementsprechenden Auswirkungen des Krieges in die Nachkriegszeit. Geschlechtsspezifische körperliche Erfahrungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Anne-Christin Saß
Herausgeber : Wallstein Verlag
Berliner Luftmenschen
Verlag: Wallstein Verlag
Sowohl romantisierende als auch negativ verzerrende Bilder vom Ostjuden" prägen bis heute die Wahrnehmung der osteuropäisch-jüdischen Migranten im Berlin der Weimarer Republik. Auch die historische Forschung hat die Geschichte der osteuropäischen Juden in Deutschland vornehmlich aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft analysiert. Im Mittelpunkt der Studie von Anne-Christin Saß steht nun erstmals die Gesamtheit der osteuropäisch-jüdischen Lebenswelten: die unterschiedlichen gesellschaftlichen Räume, die Herkunftsländer, das Berliner Umfeld, aber auch die jüdischen Emigrationszentren weltweit. Dabei nimmt die Autorin den historischen Stadtraum Berlin als zentralen Schauplatz von Transfer- und Aushandlungsprozessen in den Blick, in dem sich Fragen nach dem Eigenen und dem Fremden, nach Zugehörigkeit und Identifikation neu stellten. Die sich hier entwickelnden Ansichten und Projekte entstanden aus dem fruchtbaren Zusammentreffen ost- und westeuropäischer Ideenwelten. Gleichzeitig spiegeln sich in den Lebenswelten der Migranten unterschiedliche Antworten auf die Ambivalenzen der Moderne, die neue Perspektiven auf die Geschichte der Weimarer Republik eröffnen."
Lorenz Peiffer, Henry Wahlig
Herausgeber : Wallstein Verlag
Juden im Sport während des Nationalsozialismus
Verlag: Wallstein Verlag
Die Geschichtswissenschaft hat das Engagement von Juden in Turn- und Sportvereinen vor und während des Nationalsozialismus bislang fast vollständig vernachlässigt. Die Autoren erfassen erstmals die sportlichen Aktivitäten jüdischer Sportlerinnen und Sportler in einem größeren regionalen Rahmen. Mehr als 40 Lokalstudien auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Niedersachsen und Bremen zeigen, auf welch vielfältige Weise sich Juden vor 1933 in paritätischen Vereinen engagierten, um dann meist noch im Jahr der NS-Machtübernahme aus ihren Vereinen ausgeschlossen zu werden. Einen besonderen Schwerpunkt legen die Untersuchungen auf die Entwicklung selbstorganisierter jüdischer Sportvereine während der NS-Zeit, die sich in größeren Städten wie Hannover und Bremen, aber auch in kleinen Landgemeinden wie Twistringen oder Bentheim, der Not gehorchend zu wichtigen Eckpfeilern des jüdischen Sozial- und Alltagslebens in der Verfolgungszeit entwickelten.
Michael Bies
Herausgeber : Wallstein Verlag
Im Grunde ein Bild
Verlag: Wallstein Verlag
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickeln die Wissenschaften ein Interesse am Lebendigen, das sich nicht zuletzt in neuen Formen des Wissens und wissenschaftlicher Texte artikuliert. Im Anschluss an Kants Ausführungen zur philosophischen und ästhetischen (Nicht-)Darstellbarkeit des Lebendigen verfolgt Michael Bies am Beispiel von Goethes Studien zur Pflanzenmetamorphose und Alexander von Humboldts Arbeiten zur Pflanzengeographie und Pflanzenphysiognomik, wie diese Untersuchungen jeweils bildlich orientierte Präsentationsformen entwickeln. Stärker als auf gesetzmäßige Erklärungen zielen diese Präsentationsformen auf eine Nachbildung von Natur, sie stellen insofern weniger ein begrifflich und kausal begründetes Wissen als vielmehr ein ästhetisches Wissen von der vegetabilen Natur bereit. Darüber hinaus zeigt Bies, dass diese Nähe von Epistemologie und Ästhetik auch konzeptuell fundiert werden kann. Hierzu wird auf den Begriff der Darstellung" zurückgegriffen, den vor allem Klopstock und Kant in die deutschsprachige Dichtungs-, Kunst- und Erkenntnistheorie eingeführt haben. Im Mittelpunkt der Studie steht die Relektüre kanonisierter Texte, in denen versehrte Körper zur Sprache kommen - von Winckelmann, Lessing, Herder und Goethe bis zu Moritz, Kleist, Günderrode und Arnim. Um die Verbindung zwischen einer Poetik der Verwundung und einer Geschichte gewaltsam geöffneter Körper zu zeigen, werden Literatur und Kunsttheorie mit anderen Diskursen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts konfrontiert: mit Schlachtberichten der Befreiungskriege, gerichtsmedizinischen Untersuchungen und populären Reiseführern sowie mit antiken Skulpturen, zeitgenössischen Radierungen, Wachstableaus und anatomischen Modellen. Auf diese Weise werden literaturwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Perspektiven zu einem luziden Beitrag zu aktuellen Debatten in Germanistik, Ästhetiktheorie, Körpergeschichte und Gender Studies verknüpft. Es zeigt sich, daß der ausgegrenzte versehrte Körper zur zentralen Herausforderung, ja zum übersehenen oder verdrängten Ursprung der klassizistischen Ganzheitsästhetik wird. Die Autorin: Irmela Marei Krüger-Fürhoff, geb. 1965, studierte Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Germanistik und Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, der amerikanischen Cornell University und der Humboldt Universität zu Berlin. 1996-1998 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität, seit 1998 Lehrbeauftragte in Berlin und Hamburg, seit 2000 Postdoktorandin am Graduiertenkolleg "Codierung von Gewalt im medialen Wandel" der Humboldt-Universität. Mitautorin von "Literarische Intellektualität in der Mediengesellschaft. Empirische Vergewisserungen über Veränderungen kultureller Praktiken" (2000), Mitherausgeberin von "Über Grenzen. Limitation und Transgression in Literatur und Ästhetik" (1999). Prressestimme: "Die Autorin, Lehrbeauftragte der Berliner Humboldt-Universität, revidiert das klassizistische Schönheitsideal, indem sie nachweist, dass der versehrte Männerkörper in seiner ästhetischen Provokation Kunst und Literatur prägte. Von Goyas Torso-Rezeption bis zu Goethes Schönheit unverhüllter Glieder. Ein Buch für Kunstfreunde." (Adam)"
Thomas Noll, Urte Stobbe, Christian Scholl
Herausgeber : Wallstein Verlag
Landschaft um 1800
Verlag: Wallstein Verlag
Die Wahrnehmung von Landschaft als eines bildhaft aufgefassten Welt- und Naturausschnitts erlangte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen nie zuvor gekannten Stellenwert. Zugleich vollzogen sich in der Landschaftswahrnehmung, die nicht gleichbedeutend mit Naturwahrnehmung zu verstehen ist, tiefgreifende Veränderungen, die bis in unsere Gegenwart hinein prägend geblieben sind. Dies betrifft vor allem die Vorstellung einer unmittelbaren affektiven Beziehung zwischen dem Charakter der Landschaft und dem sie betrachtenden Subjekt. Nun erst werden Landschaften gleichsam zum Sprechen" gebracht, aber auch ihre wissenschaftliche Erkundung und Klassifizierung entschieden vorangetrieben. Aus dem Inhalt: Thomas Noll: Zur Theorie der Landschaftsmalerei Marianne Klemun: Landschaftswahrnehmung, "Naturgemälde" und Erdwissenschaften Uwe Hentschel: Landschaft aus dem Geiste der Literatur und Malerei Hansjörg Küster: Das Gartenreich Dessau-Wörlitz Gerhard Kaiser: Beschädigtes Leben und Sehnsuchtslandschaften in Goethes "Wahlverwandtschaften" und in der Literatur um 1800 Urte Stobbe: Gebildete Reisende in Landschaftsgärten Barbara Schaff: Ein neuer Blick auf Schottland in der Reiseliteratur der Romantik Andreas Waczkat: Idealisierte Landschaft in Ludwig van Beethovens "Pastorale" Christian Scholl: Theorie und Praxis der Landschaftsmalerei bei Carl Gustav Carus"
Hannah Ahlheim
Herausgeber : Wallstein Verlag
Deutsche, kauft nicht bei Juden!" 1. Auflage"
Verlag: Wallstein Verlag
Im Gegensatz zu der noch immer vertretenen Auffassung, Antisemitismus habe in der Selbstdarstellung und Wahrnehmung der NSDAP vor 1933 nur am Rande eine Rolle gespielt, zeigt Hannah Ahlheims Studie, wie die Nationalsozialisten auf regionaler Ebene bereits während der Weimarer Republik antisemitische Boykotte offen und selbstbewusst als Werbemaßnahme" betrieben haben. Der staatlich verordnete Boykott vom 1. April 1933 nahm diese Bewegung "von unten" auf und intensivierte sie. Auch wenn die Maßnahmen nicht immer den von den Nationalsozialisten erwünschten unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden verursachten, waren sie aus der Sicht der betroffenen Juden nur allzu "erfolgreich": Sie führten zu kleinen, aber folgenreichen Verschiebungen in der Behandlung jüdischer Geschäftspartner und halfen, radikal antisemitische Propaganda mit verbreiteten Ressentiments zu verbinden, trieben die Ausgrenzung der Juden vor Ort entscheidend voran und waren so Teil eines Prozesses, der im "sozialen Tod" und schließlich in der physischen Vernichtung der Juden gipfelte. Die Arbeit wurde mit dem Ernst Fraenkel Prize in Contemporary History der Wiener Library 2009 ausgezeichnet."
Dagmar Bussiek
Herausgeber : Wallstein Verlag
Benno Reifenberg (1892-1970) 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Benno Reifenbergs Vita ist auf das Engste verbunden mit der Geschichte der Frankfurter Zeitung", die im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik zu den wichtigsten Stimmen des deutschen Liberalismus zählte. In der NS-Zeit konnte das Blatt als Vorzeige-Zeitung für das Ausland bis 1943 weiter erscheinen und genoss dabei größere Freiräume als die meisten anderen deutschen Medien. Dennoch musste die Redaktion täglich einen heiklen Balanceakt zwischen Anpassung und Widerstand leisten. Als "Halbjude" war Reifenbergs Situation dabei besonders prekär. Von 1945 bis 1958 wirkte er als Herausgeber der Halbmonatsschrift "Die Gegenwart", die sich in der rasch wandelnden Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik nicht behaupten konnte. Nach der Fusion der "Gegenwart" mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war Reifenberg von 1959 bis 1966 FAZ-Herausgeber und zählte damit erneut zu den tonangebenden Publizisten in Deutschland. Dagmar Bussiek porträtiert Reifenberg als politischen Kommentator und leidenschaftlichen Feuilletonisten, der fünf Jahrzehnte deutscher Geschichte schreibend mitgestaltet hat. Reifenberg war Demokrat und zugleich mental verankert in der Bürgerwelt des 19. Jahrhunderts. Seine Mission war die Bewahrung der bürgerlichen Lebenswelt und Deutungsmacht über historische Zäsuren hinweg."
Axel C Hüntelmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Paul Ehrlich 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Paul Ehrlich gilt als einer der bedeutendsten Lebenswissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine Forschungen berührten Aspekte der Histologie und Farbenchemie, Hämatologie, Pharmakologie, Immunologie und Krebsforschung. 1908 erhielt er für seine immunologischen Arbeiten den Nobelpreis für Medizin. Mit der Chemotherapie entwarf er basierend auf seiner Seitenkettentheorie ein eigenes Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Medizin, Chemie und Biologie. Sein Ruhm als Wohltäter der Menschheit" wurde mit der Entwicklung des Salvarsans verewigt - dem ersten systematisch entwickelten Chemotherapeutikum gegen Syphilis. Axel C. Hüntelmann verfolgt Ehrlichs wissenschaftlichen Werdegang, seinen verschlungenen Lebensweg. Er zeigt, wie Ehrlich durch die Knüpfung eines umfassenden Netzwerks und eine rationale Arbeitsorganisation sein beeindruckendes Lebenswerk vollbringen konnte."
Robert Jütte, Wolfgang U. Eckart, Hans-Walter Schmuhl
Herausgeber : Wallstein Verlag
Medizin und Nationalsozialismus 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Der Forschungsbericht kommentiert die kaum noch überschaubare Literatur zu Medizin und Nationalsozialismus. In knappen Strichen werden die Wege der wissenschaftlichen Annäherung an diesen Themenkomplex nachgezeichnet und Meilensteine, aber auch Desiderate der Forschung benannt. Zentrale Themen sind die NS-Gesundheitspolitik und die ihr zugrundeliegende Weltanschauung, das Gesundheitswesen und die medizinische Forschung im Dritten Reich", die medizinische Praxis in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs sowie der Brüche und Kontinuitäten nach 1945. Die Untersuchung schließt Österreich (nach 1938) mit ein. Damit liegen erstmals eine Orientierung über den erreichten Stand sowie ein Wegweiser für zukünftige Forschungen auf diesem Gebiet vor. Das Buch wendet sich an alle, die sich für das Thema Medizin und Nationalsozialismus interessieren: an fortgeschrittene Studierende der Fächer Medizin, Pharmazie, Pflegewissenschaften und der Geschichtswissenschaften sowie der Nachbardisziplinen (z. B. Volkskunde, Ethnologie), ebenso an Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftsjournalisten, die ihr Wissen auf diesem Gebiet vertiefen und selbst forschen wollen."
Friedrich Kellner
Herausgeber : Wallstein Verlag
Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne" 1"
Verlag: Wallstein Verlag
Der Laubacher Justizinspektor Friedrich Kellner wollte der Nachwelt ein Zeugnis ablegen von der gedankenlosen Unterwürfigkeit seiner Zeitgenossen und den hohlen nationalsozialistischen Propagandaphrasen. Von 1939 bis 1945 schrieb er beinahe täglich seine Kritik am NS-Regime nieder und dokumentierte die vielen kleinen und großen Verbrechen der NS-Diktatur. Diese Tagebücher zeigen, dass jeder in der Lage gewesen wäre, die nationalsozialistische Rhetorik zu entlarven und von den Gräueltaten des Dritten Reiches" zu wissen. Kellners akribische Analyse der Tagespresse, die zusammen mit zahlreichen eingeklebten Zeitungsausschnitten einen Großteil der Tagebücher einnimmt, macht diesen Text zu einer einzigartigen Quelle, die eine neue Sicht auf den Alltag im "Dritten Reich" ermöglicht. Darin unterzieht er die gleichgeschalteten Meldungen einer schonungslosen Kritik und verdeutlicht, wie offensichtlich die Lügen der NS-Presse waren. In der Verbindung von Zeitungsausschnitt und Kommentar findet Friedrich Kellner eine Methode, die seine Tagebücher neben die Aufzeichnungen Victor Klemperers stellt."
Stefan Krings
Herausgeber : Wallstein Verlag
Hitlers Pressechef 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Otto Dietrich gehörte als Reichspressechef der NSDAP fast vierzehn Jahre lang zu den engsten Begleitern Adolf Hitlers. Zwischen 1938 und 1945 hatte er zugleich die Funktion des Pressechefs der Reichsregierung in Goebbels' Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Um so erstaunlicher ist, dass seiner Person bislang wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Stefan Krings konnte für seine biografisch angelegte Studie erstmals auch den persönlichen Nachlass von Otto Dietrich auswerten. Er zeigt, dass sich der eher farblose Pressesprecher durch ehrgeiziges Machtstreben und geschickte Personalpolitik eine starke Position auf dem Pressesektor geschaffen hatte und hier sogar einige Zeit mächtiger war als der zynisch-diabolische Rhetoriker Goebbels. Die jahrzehntelange Fixierung der kommunikationshistorischen Forschung auf die Person Joseph Goebbels wird damit in Frage gestellt.
Annelie Ramsbrock
Herausgeber : Wallstein Verlag
Korrigierte Körper 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Was verbindet bürgerliche Frauen des 19. Jahrhunderts mit den Verstümmelten des Ersten Weltkriegs? Was hat die Neue Frau" der Weimarer Republik mit den Patienten der Sozialmedizin gemein? Sie alle waren Teil einer Debatte, die um kosmetisch korrigierte Körper kreiste und von Gesellschaft handelte. Annelie Ramsbrock schreibt eine Geschichte der künstlich gestalteten Schönheit vom Ende der Aufklärung bis zum Beginn des Nationalsozialismus. Dabei verdeutlicht sie, dass die Ausbildung von Schönheitsidealen immer grundlegenden gesellschaftlichen Ordnungsmustern unterlag. Zum einen zeigt sich in Bereichen wie der Transplantationsmedizin oder der Herstellung von Kosmetika die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Wissens. Zum anderen boten korrigierte Körper eine Projektionsfläche für soziale Ordnungsvorstellungen. Indem die Geschichte der Schönheit sowohl als eine Geschichte des Wissens als auch des Wertens gedacht wird, stellt die Autorin nicht zuletzt den "Mythos Schönheit" zur Disposition."
Bernt Ture von zur Mühlen
Herausgeber : Wallstein Verlag
Hoffmann von Fallersleben 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
Hoffmann von Fallersleben ist als Verfasser der deutschen Nationalhymne sowie vieler Kinderlieder (Alle Vögel sind schon da", "Ein Männlein steht im Walde") bekannt. Doch darüber hinaus gibt es noch viele Facetten zu entdecken. Hoffmann war Dichter und Gelehrter, Entdecker von Sprachdenkmälern und Volksliedsammler, Kirchenliedforscher und politisch engagierter Liedermacher. Als Herausgeber und Bearbeiter altniederländischer Literatur wurde er zum Mitbegründer der Niederlandistik. Wegen seiner kritischen Gedichte wurde Hoffmann 1843 als Professor an der Breslauer Universität entlassen. Man entzog ihm die preußische Staatsbürgerschaft und verwies ihn des Landes. Hoffmann irrte daraufhin quer durch Deutschland und konnte immer wieder bei Freunden Unterschlupf finden. In diesen Jahren war er mit seinen in hohen Auflagen verbreiteten Gedichten einer der Wegbereiter der Revolution von 1848. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er als Bibliothekar des Herzogs von Ratibor in Corvey. Der schwierige Charakter dieses Mannes und sein umtriebiges Leben machen es nicht leicht, zu einer gerechten Bewertung zu kommen. Diese Biographie unternimmt den Versuch, Hoffmann Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und seinen historischen Standort zu bestimmen."
Annette Vowinckel
Herausgeber : Wallstein Verlag
Flugzeugentführungen 1. Auflage
Verlag: Wallstein Verlag
1931 wurde zum ersten Mal ein Flugzeug entführt: Peruanische Rebellen warfen damit Flugschriften über dem Urwald ab und gaben die Maschine dann der Fluggesellschaft PanAm zurück. Am 11. September 2001 flogen Al Qaida-Anhänger zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center und inszenierten damit die erste große Terrorkatastrophe des 21. Jahrhunderts. Dazwischen liegen mehrere Serien von sehr unterschiedlichen Flugzeugentführungen. Sie stehen im Kontext der Kubanischen Revolution, des Nahostkonflikts, des Deutschen Herbsts" (Mogadischu) und des Kalten Kriegs. Ausgeführt wurden sie von Terroristen und Rebellen, von Republikflüchtigen, Lösegelderpressern und Psychopathen. Sie sind die Kehrseite der zivilen Luftfahrt und der Preis, den moderne Menschen für den Traum von Freiheit in Form grenzenloser Mobilität zu zahlen bereit sind. Dieses Buch handelt von der Luftpiraterie, aber es handelt auch von den zahlreichen Versuchen, das Eigentümliche der Flugzeugentführung in Romanen, Filmen, Kunstwerken und psychoanalytischen Theorien zu reflektieren. Mehr als das Tagesgeschehen informieren sie uns über die typisch moderne Ambivalenz, die die Verbindung von (technischem) Fortschritt mit der Produktion neuer Risiken prägt."
Hg. von Avraham Milgram
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Holocaust
Verlag: Wallstein Verlag
Deutsche Ausgabe Die wichtigsten Fakten zum Holocaust auf den Punkt gebracht. Eine fundierte Lektüre - nicht nur für den Schulunterricht. Aller Informationsfülle und aller medialen Präsenz zum Trotz ist das Wissen über den Holocaust oft verzerrt, fragmentarisch oder fehlerhaft. Die Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem, beantwortet in diesem Band die 32 häufigsten Fragen zum Holocaust. Das Ergebnis ist eine Informationsbroschüre, die Basisinformationen und Fakten in komprimierter Form enthält.
Arno Lustiger
Herausgeber : Wallstein Verlag
Rettungswiderstand
Verlag: Wallstein Verlag
Arno Lustiger schildert die Bemühungen, Juden im gesamten besetzten Europa das Leben zu retten, aus einer neuen Perspektive. So erweitert er die Kriterien dessen, was in der öffentlichen Wahrnehmung unter Judenrettung" verstanden wird: Er schildert nicht nur die Aktionen derer, die als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wurden, sondern auch die in Vergessenheit geratenen Rettungsversuche von Diplomaten, Juden, Geistlichen u.a. Auch unterscheidet er nicht zwischen erfolgreichen und missglückten Aktionen, eine Hierarchisierung der Retter findet ebenfalls nicht statt. Auf diese Weise bringt er auch die kleinen, alltäglichen Rettungsbemühungen von Einzelpersonen ebenso wie von Netzwerken ans Licht, die den Mord an den europäischen Juden nicht aufhalten konnten, die jedoch gleichwohl Widerstand gegen die Nazis bedeuteten. Vor diesem Hintergrund prägte Lustiger den Begriff "Rettungswiderstand". Die Synthese aus der persönlichen Nähe des Holocaust-Überlebenden, der sein eigenes Leben mehreren Rettungsgeschichten verdankt, und der wissenschaftlichen Distanz des Historikers macht diesen Band zu einem eindringlichen Leseerlebnis und einer Horizonterweiterung unseres Wissens um die Möglichkeiten widerständischen Verhaltens gleichermaßen."
Ruth Klüger
Herausgeber : Wallstein Verlag
weiter leben
Verlag: Wallstein Verlag
weiter leben" ist kein Holocaust-Buch, das ein weiteres Mal das Grauen der KZs vor Augen bringt. Hier wird nicht das brutale Detail geschildert, sondern es werden die Auswirkungen des Erlebten auf die Entwicklung eines Menschen beschrieben und reflektiert. Erinnerung und Bewältigung zweifacher Rechtlosigkeit - als Jüdin und als Frau - sind zentrale Anliegen dieses Buches."
Nicolaas Rupke
Herausgeber : Wallstein Verlag
Göttingen and the Development of the Natural Sciences
Verlag: Wallstein Verlag
Seit ihrer Gründung im Jahr 1737 hat sich die Universität Göttingen als fruchtbarer Boden für das Aufblühen der Naturwissenschaften erwiesen. In der wissenschaftlichen Ahnengalerie der Universität finden sich Berühmtheiten wie etwa Albrecht von Haller, Johann Friedrich Blumenbach, Friedrich Wöhler und die genialen Mathematiker Carl Friedrich Gauß und David Hilbert. Im frühen 20. Jahrhundert trugen von Göttingen aus Max Born und Werner Heisenberg mit ihren innovativen Arbeiten zur Quantenphysik dazu bei, die Physik zu revolutionieren. Schon kurze Zeit nach der Stiftung der Nobelpreise hatten viele Preisträger eine Verbindung zu Göttingen, darunter Hermann Walther Nernst und James Frank.Auf den Niedergang der herausragenden Stellung der Universität auf dem Gebiet der Naturwissenschaften während der Zeit des Nationalsozialismus folgte eine neue Blüte nach dem zweiten Weltkrieg, als Göttingen Sitz der Max-Planck-Gesellschaft wurde und Otto Hahn, Max von Laue und Heisenberg anzog.Göttingen als ein besonderer Standort für die Entstehung einer naturwissenschaftlichen Kultur steht im Mittelpunkt der Überlegungen einer internationalen Gruppe von Historikern über die Frage: Welche lokalen Besonderheiten haben diese Ausnahmestellung auf dem Gebiet der Wissenschaften hervorgebracht?""
Hg. von Zsuzsa Breier
Herausgeber : Wallstein Verlag
Freiheit, ach Freiheit ...
Verlag: Wallstein Verlag
20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs: Europa, Freiheit und Diktatur aus prominenten Perspektiven. Ja, es gab keine Bananen und man wäre gerne Golf gefahren. Und doch war es etwas anderes, das Osteuropa nach 40 Jahren kommunistischer Diktatur in die Demokratie katapultierte. Es war die Sehnsucht nach Freiheit, die 40 Jahre kommunistische Gewaltherrschaft bei Millionen von Menschen nicht hatte unterdrücken können. Der Sturz gelang 1989 - zu einem Zeitpunkt, als viele in Ost und West sich längst mit den kommunistischen Diktaturen und mit sowjetischer Fremdherrschaft arrangiert hatten. Für viele Außenstehende überraschend, für die Beteiligten nur konsequent, fiel der Eiserne Vorhang, und die Europäer vereinten sich in Freiheit und Demokratie. Was ist 20 Jahre später von dem beflügelnden Befreiungs- und Vereinigungsglück geblieben? Sind die Trümmer des gestürzten Systems beseitigt? Hat die Erfahrung des Ostblocks mit der kommunistischen Diktatur Eingang gefunden in das gegenwärtige Denken über Europa? Was bedeuten Freiheit und Diktatur für Westeuropäer, was für Osteuropäer? Mit Beiträgen u.a. von: Anne Applebaum, Wladyslaw Bartoszewski, Marianne Birthler, Stéphane Courtois, Joachim Gauck, Sandra Kalniete, Ivan Krastev, Mart Laar, Horst Möller, Wolfgang Schäuble, Karl Schlögel. (ca. 1/3 des Bandes in englischer Sprache)
Lars Klein
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Vietnam-Generation" der Kriegsberichterstatter"
Verlag: Wallstein Verlag
Die amerikanischen Kriegsberichterstatter in Vietnam: Begründer des Triumphes eines kritischen Journalismus? Vietnam gilt als der letzte Krieg, aus dem frei und unbehindert berichtet werden konnte, und in dem sich Journalisten und Militärs gleichberechtigt gegenüber standen. Diese Sicht wurde zwar von der Forschung weitgehend widerlegt, zumeist jedoch bezogen auf die Spätphase des Krieges sowie speziell auf das Medium Fernsehen. Dessen ungeachtet genießen die Reporter der Vietnam-Generation" weiterhin hohes Ansehen. Die Vorstellung, sie hätten den Grundstein für einen beispiellosen Triumph des Journalismus gelegt, fußt wesentlich auf generationellen Selbstzuschreibungen der Berichterstatter: "It started in Vietnam and ended in Watergate", sagte David Halberstam, und sah sich und seine Kollegen als "front men for a whole generation". Der Vietnam-Mythos von einer kritischen und einflussreichen Berichterstattung ist bis heute - scheinbar losgelöst von wissenschaftlichen Forschungen - sowohl in das Rollenverständnis von Journalisten wie in jenes von Politikern und Militärs eingeschrieben. Während Politiker und Militärs "Vietnam" instrumentalisieren, um Medien zu disziplinieren, ziehen Journalisten daraus ihr professionelles Selbstvertrauen."
Francis R. Nicosia
Herausgeber : Wallstein Verlag
Zionismus und Antisemitismus im Dritten Reich
Verlag: Wallstein Verlag
Francis R. Nicosia zeigt wie sich Zionisten und Antisemiten im nationalsozialistischen Deutschland begegneten und wie erstere auf die judenfeindliche Politik des NS-Regimes reagierten. Während sich die deutschen Zionisten von einer Kooperation mit den Nationalsozialisten erhofften, günstige Bedingungen für die jüdische Auswanderung nach Palästina zu erlangen bzw. dort einen jüdischen Staat errichten zu können, wollten die Nationalsozialisten mit Hilfe der zionistischen Bewegung ihrem Ziel eines judenreinen" Deutschen Reiches näherkommen. Der amerikanische Historiker analysiert die ungleichen und komplexen Beziehungen sowohl im nationalsozialistischen Kontext des modernen deutschen Antisemitismus, als auch mit Blick auf den Prozess, der zum nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden führte, sowie mit Rückgriff auf die spezifische Rolle des modernen Zionismus in der deutsch-jüdischen Geschichte. Nicosia warnt davor, die Vergangenheit aus der Gegenwart heraus zu beurteilen, denn aus einer Post-Holocaust-Perspektive sei es ein Leichtes, die frühe zionistische Hoffnung auf eine Form der Übereinkunft mit den antisemitischen Nationalsozialisten als "schockierend naiv und illusorisch" abzutun. Darüber hinaus stellt er fest, dass keine jüdische Organisation im Dritten Reich die Wahl hatte, eine Zusammenarbeit mit dem NS-Staat einfach abzulehnen."
Hg. von Peter Burschel
Herausgeber : Wallstein Verlag
Intellektuelle im Exil
Verlag: Wallstein Verlag
Intellektuelle Diaspora - von der Antike bis in die Gegenwart. Wie verändern der Verlust der Heimat und das Exil die intellektuelle Existenz und deren Wirkungsweise? Die Autoren gehen der Frage nach, inwiefern emigrierte Intellektuelle in ihrem neuen Kontext stärker wahrgenommen werden. Ist ein fremder Intellektueller die Potenzierung des einheimischen Intellektuellen?
Henning Tümmers
Herausgeber : Wallstein Verlag
Anerkennungskämpfe
Verlag: Wallstein Verlag
Der jahrzehntelange Kampf um die Anerkennung eines Medizinverbrechens. Etwa 360.000 Männer und Frauen wurden im Dritten Reich" zwangssterilisiert. Henning Tümmers untersucht die Nachgeschichte dieser historisch beispiellosen "Erbgesundheitspolitik" und schildert den Kampf der Betroffenen um die Anerkennung ihres Leids. Im Zentrum der Studie stehen die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Frage, ob die Zwangssterilisationen ein "typisch nationalsozialistisches" und damit entschädigungsfähiges Unrecht waren. Der Autor zeigt, wie sehr das Fortwirken rassenhygienischen Denkens in der Bundesrepublik noch bis in die achtziger Jahre die Anerkennung und Entschädigung der Opfer behinderte. Mediziner und Juristen waren dabei die entscheidenden Experten, und viele von ihnen waren einst die tragenden Säulen der nationalsozialistischen Sterilisationspolitik. Wovon waren ihre Entscheidungen abhängig? Welche Faktoren beeinflussten über ein halbes Jahrhundert hinweg die Entschädigungsgesetzgebung? Über welche Handungsspielräume verfügte das Personal der Wiedergutmachung? Henning Tümmers macht die Möglichkeiten und Grenzen einer Gesellschaft deutlich, die im Prozess ihrer inneren Demokratisierung erst lernen musste, das Unrecht anzuerkennen, das an den Zwangssterilisierten begangenen worden war."
Hg. von Anna Kaminsky
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 in den Erinnerungskulturen der Europäer
Verlag: Wallstein Verlag
Europäische Geschichte: Eine historische Wegmarke aus verschiedenen nationalen Blickwinkeln. Die Erinnerungen der Europäer an den Hitler-Stalin-Pakt weisen erhebliche Differenzen auf, die mit der Teilung des Kontinentes in West-, Ostmittel- und Osteuropa zusammenhängen. Der Pakt steht für den Beginn von Krieg, Besatzung, Deportation und Holocaust. In Ostmitteleuropa steht der Hitler-Stalin-Pakt überdies für die Aufteilung in Interessensphären, deren langfristige Wirkung sich nach Kriegsende in der Ablösung der nationalsozialistischen durch die kommunistische Diktatur zeigte. Die westeuropäische Erinnerungskultur fokussiert stattdessen seit den 1980er Jahren den Holocaust, so dass der Hitler-Stalin-Pakt nur eine geringe Rolle spielt. In der russischen Geschichtspolitik wiederum ist nach wie vor der Große Vaterländische Krieg" der zentrale Erinnerungsort, der auch mit Gesetzen und staatlichen Kommissionen verteidigt wird. Mit dem Fokus auf die unterschiedlichen Erinnerungskulturen wird in dem vorliegenden Band die Langzeitwirkung des Hitler-Stalin-Pakts erforscht. Der Schwerpunkt liegt bei den Ländern Ostmitteleuropas, darüber hinaus werden die Unterzeichnerstaaten ebenso behandelt, wie England, Frankreich und Dänemark sowie die Juden und Deutschen Ostmitteleuropas."
Hg. von Babette Quinkert
Herausgeber : Wallstein Verlag
Kooperation und Verbrechen
Verlag: Wallstein Verlag
Welche Motive, Interessen und Handlungsspielräume hatten kooperierende einheimische Personen und Institutionen im östlichen Europa während der deutschen Besatzung? An vielen Orten hat es während des Zweiten Weltkrieges Formen von Zusammenarbeit zwischen deutschen Stellen und einheimischen Regierungen, Verwaltungen oder Einzelpersonen gegeben. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes untersuchen die Motive, Interessen und Handlungsspielräume der kooperierenden Akteure im östlichen Europa und fragen danach, welchen Einfluß ihr Handeln auf die begangenen Verbrechen, insbesondere gegen die jüdische Bevölkerung, hatte. Sie zeigen dabei, daß diese Gruppen einerseits in einem komplexen und dynamischen Verhältnis zu den deutschen zivilen und militärischen Instanzen standen, andererseits aber auch selbständig Handelnde mit eigenen Interessen waren.
Hg. von Birthe Kundrus
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Deportation der Juden aus Deutschland
Verlag: Wallstein Verlag
Wie wurden die Deportationen der deutschen Juden geplant, realisiert und erlitten, wer profitierte von ihnen? Was ahnten oder wußten die Betroffenen und die deutsche Gesellschaft? Ab Oktober 1941 erhielten tausende deutscher Juden den Deportationsbefehl. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes geben einen Überblick über die langjährige Vorbereitung der Deportationspläne und deren Ausführung. Sie analysieren die Haltung der nichtjüdischen deutschen Bevölkerung und die akribische finanzielle Ausplünderung der Deportierten durch den Fiskus. Sie gehen der Frage nach, wann und wie deutsche Juden versuchten, sich dem Abtransport zu entziehen, und ob die Repräsentanten der Reichsvereinigung der Juden vor Ort zugunsten ihrer Mitglieder intervenieren konnten. Sie schildern schließlich, wie diese jüdischen Deutschen am Zielort auf ihre polnischen Leidensgenossen wirkten und was die Deportierten über ihre Situation, ihre Verzweiflung oder ihre Hoffnungen in den letzten Briefen mitteilten.
Hg. von Rüdiger Hachtmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Hitlers Kommissare
Verlag: Wallstein Verlag
Ein umfassender Einblick in die innere Organisation des NS-Regimes. Die Vielzahl der Sonderbeauftragten, Bevollmächtigten und Kommissare, mit denen das Regime seine politischen Ziele durchzusetzen versuchte, zählt zu den prägenden Merkmalen der NS-Herrschaft. Sie waren nicht nur die Zerstörer traditioneller Verwaltungsstrukturen, sondern auch ein wesentliches Element der Dynamik des Regimes und seiner Fähigkeit, gesellschaftliche Ressourcen zu mobilisieren. Exemplarisch deutlich wird dies in Beiträgen - über die Tätigkeit des Sonderkommissars für die Preisbildung (André Steiner), - den Energiesektor (Bernhard Stier), - die Bauwirtschaft (Christiane Botzet), - die Kohlenversorgung (Kim Priemel), - die politischen Wissenschaften (Gideon Botsch), - das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Daniel Mühlenfeld), - die Bewältigung der Luftkriegsfolgen (Dietmar Süß). Weitere Beiträge gehen der Frage nach der Finanzierung der politischen Sondergewalten nach (Christiane Kuller) und untersuchen deren Verzahnung mit den traditionellen Verwaltungen (Bernhard Gotto). Der Band gibt der Diskussion über die Binnenstruktur und die Bewegungsmechanismen der NS-Herrschaft neue Impulse.
Hg. von Sybille Steinbacher
Herausgeber : Wallstein Verlag
Volksgenossinnen
Verlag: Wallstein Verlag
Von der Staatsbürgerin zur Volksgenossin". Frauen in der nationalsozialistischen Gesellschaft. Worin sahen Frauen im Dritten Reich die Herausforderung, gemeinsam mit (oder in Konkurrenz zu) den Männern an der Errichtung und Gestaltung des nationalsozialistischen Staates mitzuwirken? Die Autorinnen und Autoren fragen nach dem politischen Selbstverständnis von Frauen in der NS-Volksgemeinschaft, aber auch nach den staatlichen Sinnstiftungsangeboten und den spezifisch weiblichen Tätigkeitsfeldern im Eroberungs- und Vernichtungskrieg."
Hg. von Jan Eckel
Herausgeber : Wallstein Verlag
Universalisierung des Holocaust?
Verlag: Wallstein Verlag
Aneignungen und Funktionalisierungen des Holocaust in den letzten 50 Jahren. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Beschäftigung mit dem Mord an den europäischen Juden weit über Deutschland und Israel hinaus zu einem wichtigen Gegenstand nationaler Geschichtsdebatten. Ereignisse wie der Eichmann-Prozess oder die Schulddebatten der neunziger Jahre lösten internationale Auseinandersetzungen mit dem Thema aus. Schließlich nahmen einzelne Gruppen auf das historische Geschehen Bezug, um einen Opferstatus zu reklamieren oder die internationale Aufmerksamkeit auf aktuelle Verbrechen oder Diskriminierungen zu lenken. Diese Thematisierungen haben dazu geführt, dass der Holocaust am Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts als ein globaler Referenzpunkt erscheint, der von verschiedenen Akteuren mit heterogenen Bedeutungen versehen wird.
Hg. von Christoph Dieckmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Im Ghetto 1939 - 1945
Verlag: Wallstein Verlag
Die nationalsozialistischen Ghettos im Vergleich. Die Lebensverhältnisse in den über 1.000 nationalsozialistischen Ghettos variierten stark: Manche waren geschlossen, andere offen, manche existierten über einen längeren Zeitraum, andere nur wenige Wochen oder Monate. Dieser Teil des nationalsozialistischen Unterdrückungsapparats und besonders das Verhalten der übergroßen jüdischen Mehrheit in den Ghettos ist bislang nur teilweise erforscht. Die Autorinnen und Autoren untersuchen verschiedene Aspekte des Lebens der jüdischen Bevölkerung und tragen damit zu einem besseren Verständnis des Phänomens der Ghettos insgesamt bei.
Babette Quinkert, Philipp Rauh, Ulrike Winkler
Herausgeber : Wallstein Verlag
Krieg und Psychiatrie 1914 - 1950
Verlag: Wallstein Verlag
Die Rolle der (Militär-)Psychiatrie im Krieg ist in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Bereits im Verlauf des Ersten Weltkriegs war ihre Bedeutung immens gestiegen. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Band die weitere Entwicklung der Psychiatrie vor, während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in den Blick genommen.
Hg. von Rüdiger Hachtmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Berlin im Nationalsozialismus
Verlag: Wallstein Verlag
Gesellschaftspolitische Transformation und Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg in der Metropolregion Berlin. Bis 1933 verkörperte Berlin für die Nationalsozialisten das Gegenbild ihrer völkischen Gesellschafts- und Kulturvorstellungen: die Stadt war Sinnbild für die charakteristischen Prozessen der industriellen Entwicklung und sozialen Schichtung und die damit verbundenen Konflikte der Moderne. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten rückte die Metropole ins Zentrum des NS-Herrschaftssystems. Berlin galt als Prüfstein für die Fähigkeit des Regimes zur politischen Kontrolle und zur Integration einer äußerst heterogenen urbanen Bevölkerung in die Strukturen der rassisch definierten Volksgemeinschaft"."
Wolfgang Braungart
Herausgeber : Wallstein Verlag
Ästhetik der Politik, Ästhetik des Politischen
Verlag: Wallstein Verlag
Politische Kommunikation ist immer auch ästhetische Kommunikation. Das Ästhetische ist die Machart", in der sich das, was als politisch verstanden werden soll, zeigt, zeigen muss. Ohne das Ästhetische geht es also nicht. Es ist keinesfalls nur die schöne Fassade des Politischen. Wolfgang Braungart formuliert dazu 14 Thesen und erläutert sie an Beispielen, die von der Antike bis in die politische Gegenwart reichen."
Martin Sabrow
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Zeit der Zeitgeschichte
Verlag: Wallstein Verlag
Welche Bedeutung hat die Zeit in der Zeitgeschichte? Martin Sabrow verdeutlicht, dass das Wort Zeitgeschichte mehr Bedeutungen tragen kann als nur die Bindung an die Zeitgenossenschaft. Er thematisiert drei unterschiedliche Dimensionen der Zeitlichkeit, die der Begriff der Zeitgeschichte im Deutschen umschließt und von denen er getragen wird: erstens aus geschichtstheoretischer Perspektive den zeitlichen Erstreckungsbereich der Zeitgeschichte, zweitens in realgeschichtlicher Hinsicht die Bedeutung der Zeit als Faktor politischer Herrschaft im Jahrhundert und drittens aus rezeptionsgeschichtlichem Blickwinkel die Stellung der Zeithistorie in der politischen Gegenwartskultur.
Eike Christian Hirsch
Herausgeber : Wallstein Verlag
Versicherer im Führerstaat
Verlag: Wallstein Verlag
Was bedeutete Gleichschaltung" im Firmenalltag? Schritt für Schritt zeigt Eike Christian Hirsch die Geschichte zweier mittelgroßer Unternehmen im nationalsozialistischen Deutschland: Jüdische und sozialistische Angestellte müssen gehen und werden durch linientreue Parteimitglieder ersetzt. Aus den Mitarbeitern wurde eine "Gefolgschaft", die auf den Führer schwören solle, und der Betriebsrat wurde abgelöst. Im Verwaltungsrat sitzen bald nur noch verdiente Parteimitglieder und der Generaldirektor wird von der NSDAP gesteuert. Ein detaillierter Blick auf den Arbeitsalltag der Landschaftlichen Brandkasse und der Provinzial Lebensversicherung, die unter dem Dach der VGH, der Versicherungsgruppe Hannover, vereint sind."
Martin Sabrow
Herausgeber : Wallstein Verlag
1989 und die Rolle der Gewalt
Verlag: Wallstein Verlag
Wie friedlich war die friedliche Revolution"? Die Rolle der Gewalt beim Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Europa.Aus dem Inhalt:Martin Sabrow: "1989" und die Rolle der GewaltRüdiger Bergien: Die SED und die Gewaltfrage im Herbst 1989Jens Gieseke: Das MfS und die GewaltfrageHolger Nehring: Bausoldaten und die Friedlichkeit der Revolution von 1989Detlef Pollack: Die Friedlichkeit der Herbstakteure 1989Heiner Bröckermann: Die NVA und die Gewaltfrage im Herbst 1989Bernd Schäfer: Egon Krenz und die "chinesische Lösung"Walter Süß: Der friedliche Ausgang des 9. Oktober in LeipzigManfred Görtemaker: Die Politik Bonns zwischen Krisenmanagement und RisikoabschätzungPeter Haslinger: Handlungsoptionen und Handlungslogiken der Wendedynamik in Ostmittel- und SüdosteuropaPeter Ulrich Weiß: Putsch oder Revolution? Der Sturz der kommunistischen Diktatur in Rumänien und die GewaltfrageMichal Pullmann: Gewalt in der Umbruchszeit der CSSRStefan Troebst: Gewalt und Gewaltlosigkeit in der Wende BulgariensMarie-Janine Calic: Der Zerfall Jugoslawiens und die GewaltfrageJan C. Behrends: Zur Kontinuität staatlicher Gewalt in Russland nach 1989Michael Richter: Von der "friedlichen" und "samtenen Revolution" der Jahre 1989/90 zu den "Farbrevolutionen" des 21. Jahrhunderts"
Joseph Jurt
Herausgeber : Wallstein Verlag
Frankreichs engagierte Intellektuelle
Verlag: Wallstein Verlag
In Frankreich haben seit Voltaire immer wieder charismatische Figuren kritisch in politisches Handeln eingegriffen. Zolas Intervention für den unschuldig verurteilten jüdischen Offizier Alfred Dreyfus entsprach insofern einer langen Tradition. Im Zuge der Dreyfus-Affäre identifizierten sich jedoch Hunderte von Wissenschaftlern und Schriftstellern mit Zola, sodass für die Akteure dieses kollektiven Engagements ein neuer Begriff geschaffen wurde, der des Intellektuellen. Dieser Begriff bezeichnet seither in Frankreich angesehene Schriftsteller und Gelehrte, die zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen Stellung beziehen. Intellektuelle griffen immer wieder ein, während des Ersten Weltkrieges, im Sinne des Pazifismus und des Antifaschismus in der Zwischenkriegszeit, für Widerstand oder Kollaboration während der Besatzungsperiode, gegen die Verletzung der Menschenrechte im Algerienkrieg, gegen eine neoliberale Wirtschaftsideologie. Im Fokus der Intellektuellengeschichte lässt sich so die spannende Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert verfolgen.
Jürgen Schlumbohm
Herausgeber : Wallstein Verlag
Lebendige Phantome
Verlag: Wallstein Verlag
In eine ferne Welt führt dies Buch den Leser. Es erzählt von der Magd Dorothea Elisabeth Junk, die ihre uneheliche Tochter dem Kindsvater vor die Tür legte, von Juliane Nolte, deren blühende Schönheit" den "Verführer" anzog, und von der "Mohrin" Viktoria Laurenti, mit der sich ein fürstlicher Hof schmückte, bevor sie von einem adeligen Offizier ein Kind erwartete. Wie hunderte andere Frauen, die unverheiratet schwanger waren, gingen sie in das neue Göttinger Universitäts-Entbindungshospital. Dort begegneten sie dem ärztlichen Direktor, der sich für den Fortschritt der Geburtshilfe stark machte, und seinen zahlreichen Studenten, die im Verlangen nach praktischer Ausbildung mit den Hebammenschülerinnen konkurrierten. Wenn die Lebensgeschichten dieser Frauen und Männer durch ihre Fremdartigkeit den Leser in den Bann ziehen, so blitzen zugleich Konfliktlinien auf, die von bestürzender Aktualität scheinen. Es geht um Liebe und Gewalt zwischen den Geschlechtern, um soziale Hilfe und Abweisung Fremder, um natürliche Geburt und operative Entbindung, um medizinische Technik und Wünsche von Patientinnen."
Ute Frevert
Herausgeber : Wallstein Verlag
Gefühlspolitik
Verlag: Wallstein Verlag
Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar: die Anfänge moderner Gefühlspolitik im aufgeklärten Absolutismus. Durch Liebe, nicht durch Furcht und Gehorsamszwang sollte der König regieren. So bestimmte es die (früh)moderne Staatstheorie. Schon Friedrich II. von Preußen (1712-1786) wusste, dass es nicht ausreicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Auch ihre Herzen wollen erobert werden. Doch die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich der Große weder mild noch sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert das Herrschaftsverständnis Friedrichs ebenso wie dessen gefühlspolitische Praktiken. Sie zeigt, mit welchen Mitteln der aufgeklärt-absolutistische König die Zustimmung und Zuneigung derjenigen suchte, die seiner Herrschaft unterworfen waren. Dieses Interesse machten sich die Untertanen zunutze: Sie stellten Bedingungen, formulierten Erwartungen und reagierten enttäuscht, wenn der König darauf nicht einging. Die Historikerin zeigt, dass Herrschaftskommunikation in zwei Richtungen verläuft, und das nicht erst in der heutigen Mediengesellschaft. Im 18. Jahrhundert entdeckt Frevert die Ansätze einer Gefühlspolitik, die ihre Spuren in der Moderne hinterlassen haben.
Rüdiger Hachtmann
Herausgeber : Wallstein Verlag
Das Wirtschaftsimperium der Deutschen Arbeitsfront 1933 - 1945
Verlag: Wallstein Verlag
Die deutsche Arbeitsfront als unternehmerische Macht: Eine politische Organisation im Kern des NS-Wirtschaftssystems. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF), mitgliederstärkste Organisation des Dritten Reiches, besaß einen riesigen Unternehmenskomplex, der mit bis zu 200.000 Arbeitnehmern und einem Umsatz von ca. 2 Mrd. Reichsmark im Jahr zu den größten deutschen Konzernen gehörte. Dieses Unternehmenskonglomerat war vor allem im Bank- und Versicherungsgewerbe, im Bau- und Wohnungswesen, im Verlagswesen und Buchhandel, im Automobil- und Schiffsbau sowie im Einzelhandel tätig. Dazu gehörten Unternehmen wie die Neue Heimat", das spätere VW-Werk oder der Langen-Müller Verlag. Rüdiger Hachtmann stellt die rasante Entwicklung der einzelnen Konzernteile zwischen 1933 und 1945 dar und skizziert ihre Vorgeschichte sowie Entwicklungen nach dem Krieg. Darüber hinaus untersucht der Autor Grundfragen der Geschichte des Dritten Reiches: Warum beschränkten sich NS-Organisationen wie die DAF nicht auf die politische Sphäre, sondern wurden darüber hinaus als Unternehmer tätig? Welche Folgen hatte dies für die gesamtwirtschaftlichen Konstellationen? Wie reagierten die privatwirtschaftliche Konkurrenz und die politischen Rivalen? Was hielt das Unternehmenskonglomerat der Arbeitsfront überhaupt zusammen? Welche politischen Aufgaben wies die DAF ihrem Konzern zu?"
Francine Christophe
Herausgeber : Wallstein Verlag
Nicht mehr Eure Welt
Verlag: Wallstein Verlag
Francine Christophe wuchs in einer säkularen jüdischen Familie in Paris auf und war bei Kriegsbeginn sechs Jahre alt. Ihr Vater, der Journalist und Autor Robert Christophe, geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft und stand deshalb, obwohl er Jude war, unter dem Schutz der Genfer Konvention. Francine und ihre Mutter Marcelle wurden in der Folge privilegiert" behandelt: Sie waren von der Deportation in die Vernichtungslager ausgenommen, wurden jedoch im Mai 1944 als Geiseln für einen möglichen Austausch gegen im Ausland internierte Deutsche ins "Austauschlager" Bergen-Belsen deportiert. Noch Anfang April 1945 wurden sie in Richtung Theresienstadt transportiert und am 23. April bei Tröbitz befreit. Schon als Jugendliche hielt Francine Christophe ihre Erinnerungen in ersten Skizzen fest, bevor das Buch 1996 in Frankreich erschien. Darin nimmt sie den Leser in einzelne Szenen und Situationen mit - aus der Sicht eines Mädchens im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Eindrücke werden durch Reflexionen aus ihrer Erwachsenensicht und von einem Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen 50 Jahre später ergänzt. Das Buch wurde bereits ins Englische und Italienische übersetzt."
Martin Sabrow, Norbert Frei
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945
Verlag: Wallstein Verlag
Eine kritische Reflexion über den Zeitzeugen als Phänomen der öffentlichen Geschichtskultur. Aus dem Inhalt: Martin Sabrow: Der Zeitzeuge als Wanderer zwischen zwei Welten Harald Welzer: Vorschläge zur Modernisierung der Erinnerungskultur Rainer Gries: Zeitzeugen in den Medien Achim Saupe: Historischer und juridischer Zeuge vor dem Zeitzeugen" José Brunner: Die medialisierte Zeugenschaft Laura Jockusch: Zur Entwicklung jüdischer Zeugenschaft vor und nach dem Holocaust Sybille Steinbacher: Zeitzeugenschaft und die Etablierung der Zeitgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland Jolande Withuis: Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden Hanna Yablonka: Die Bedeutung der Zeugenaussagen im Prozess gegen Adolf Eichmann Silke Satjukow: Erinnerung an den Nationalsozialismus in der DDR Judith Keilbach: Entwurf einer Mediengeschichte der Zeitzeugen Christoph Classen: Überlegungen zum Verhältnis von Medialisierung und Erinnerungskultur Wulf Kansteiner: Aufstieg und Abschied der NS-Zeitzeugen in den Geschichtsdokumentationen des ZDF Hanno Loewy: Zweideutige Zeugen: Die Wiederkehr der Opfer als Überlebende Filippo Focardi: Zeitzeugen und die Resistenza in Italien Irina Scherbakowa: Der Zeitzeuge aus russischer Sicht"
José Brunner, Iris Nachum
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Deutschen" als die Anderen"
Verlag: Wallstein Verlag
Im aktuellen Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wird gefragt, wie sich Deutschlands Nachbarn die Deutschen" vorstellen, sich von ihnen politisch und kulturell abgrenzen oder mit ihnen identifizieren. Auch wie sie sich selbst die Geschichte dieser Abgrenzungen, Identifikationen und Ambivalenzen erzählen, wird in den Beiträgen untersucht. Darüber hinaus dokumentiert der Band ein Podiumsgespräch anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Instituts für deutsche Geschichte und des Jahrbuchs. Dabei diskutierten prominente israelische Historikerinnen und Historiker unterschiedlicher Generationen deutsche Geschichtsschreibung in Israel. Abgerundet wird dieser Rückblick durch eine eingehende Rekonstruktion der Institutsanfänge und der Rolle Walter Grabs als seines Gründers."
Constantin Goschler
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts
Verlag: Wallstein Verlag
Fast sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielten rund 1,66 Millionen NS-Zwangsarbeiter eine materielle und symbolische Entschädigung von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und sieben internationalen Partnerorganisationen. Neben jüdischen Sklavenarbeitern lag der Schwerpunkt vor allem auf Ost- und Ostmitteleuropa, wohin bis dahin kaum Wiedergutmachung für NS-Verfolgte geleistet worden war. Vier Jahre lang erforschte ein internationales Team von 20 Wissenschaftlern die Umsetzung und die Folgen dieser Entschädigungen, durchsuchte dazu Archive in acht Ländern und führte zahlreiche Zeitzeugeninterviews. In den daraus hervorgegangenen Beiträgen wird gezeigt, in welcher Weise die Logik politischer Verteilungskämpfe und bürokratischer Institutionen auf komplexe Verfolgungserfahrungen und konkurrierende Gerechtigkeitsansprüche traf und dabei auch die europäische Erinnerungslandschaft umformte. Damit ist dieses Werk ein wesentlicher Beitrag zu der bislang kaum erforschten Frage, was die Entschädigung historischen Unrechts sowohl für die betroffenen Individuen als auch für ihre Gesellschaften bedeuten kann."
Olaf Kaltmeier
Herausgeber : Wallstein Verlag
Politische Räume jenseits von Staat und Nation
Verlag: Wallstein Verlag
Moderne Politikgeschichte ist untrennbar mit Vorstellungen von Territorialität und Nation verbunden. In historischer Perspektive erweist sich jedoch der Nationalstaat als Ausnahmeerscheinung. Olaf Kaltmeier lenkt den Blick auf politische Räume jenseits von Staat und Nation und entwirft alternative Raumkonzepte für das Projekt einer neuen Politikgeschichte. Zur Reihe: Was ist eigentlich Politik? Wo und wie wird Politik gemacht? Was ist politisch, was gilt als unpolitisch? Die historische Perspektive auf diese aktuellen Fragen zeigt: Es gab und gibt keine allgemeingültigen und überzeitlichen Definitionen dessen, was unter Politik, dem Politischen oder der Bestimmung eines Sachverhalts als politisch verstanden wird. Die Reihe Das Politische als Kommunikation" verfolgt die Erscheinungsformen des Politischen in Geschichte und Gegenwart. Pointierte Essays behandeln Strategien und Prozesse der Politisierung oder Entpolitisierung an ausgewählten Themen: von Fragen zu Ethnisierung und Ethnizität über die kommunikative Herrschaftssicherung in Diktaturen und die Begriffsgeschichte des Politischen bis hin zu politischen Räumen jenseits von Staat und Nation. Ein abschließender Band nimmt die politikgeschichtliche Theoriediskussion selbst in den Blick."
Tobias Weidner
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Geschichte des Politischen in der Diskussion
Verlag: Wallstein Verlag
Was ist neu an der 'Neuen Politikgeschichte'? Tobias Weidner beleuchtet die politikgeschichtliche Theoriediskussion des letzten Jahrzehnts im Spiegel ihrer zentralen, umstrittenen Begriffe. Er skizziert verschiedene Ansätze, lässt ihre Kritiker zu Wort kommen und fragt nach den Potenzialen, aber auch den Problemen der Neukonzeptionen. Die Kernfrage ist: Was wird durch den Perspektivwechsel von der 'Politik' zum 'Politischen' in den Blick gerückt? Zur Reihe: Was ist eigentlich Politik? Wo und wie wird Politik gemacht? Was ist politisch, was gilt als unpolitisch? Die historische Perspektive auf diese aktuellen Fragen zeigt: Es gab und gibt keine allgemeingültigen und überzeitlichen Definitionen dessen, was unter Politik, dem Politischen oder der Bestimmung eines Sachverhalts als politisch verstanden wird. Die Reihe Das Politische als Kommunikation" verfolgt die Erscheinungsformen des Politischen in Geschichte und Gegenwart. Pointierte Essays be handeln Strategien und Prozesse der Politisierung oder Entpolitisierung an ausgewählten Themen: von Fragen zu Ethnisierung und Ethnizität über die kommunikative Herrschaftssicherung in Diktaturen und die Begriffsgeschichte des Politischen bis hin zu politischen Räumen jenseits von Staat und Nation. Ein abschließender Band nimmt die politikgeschichtliche Theoriediskussion selbst in den Blick."
Quentin Skinner
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die drei Körper des Staates
Verlag: Wallstein Verlag
Verfolgt man die Geschichte der Vorstellungen vom Staat, stellt man fest, dass es nie ein übereinstimmendes Konzept gab, worauf sich der Begriff Staat bezog. Quentin Skinner, einer der renommiertesten Forscher auf dem Feld der politischen Denkmuster, entwickelt im Anschluss an Kantorowicz' vielzitierte Ausführungen zu den zwei Körpern des Königs" eine intellektuelle Genealogie des Staates, beginnend in der Antike und endend in einem normativen Entwurf. Zur Reihe: Warum 'Historische Geisteswissenschaften'? Welche Fragen stellen sie sich und mit welchen Ansätzen arbeiten sie? Wie wandern Methoden zwischen den einzelnen Disziplinen, wie kommunizieren sie, und lassen sich überhaupt die unterschiedlich arbeitenden Disziplinen unter dem Dach des 'Historischen' vereinen? Die Reihe "Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge" stellt in pointierten Essays Ergebnisse geisteswissenschaftlicher Forschung vor. Sie dokumentiert damit die Arbeit des Frankfurter Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, das sich die transdisziplinäre Vernetzung historisch perspektivierter geisteswissenschaftlicher Forschung zur Aufgabe gemacht hat."
Ulrich Meier, Martin Papenheim, Willibald Steinmetz
Herausgeber : Wallstein Verlag
Semantiken des Politischen
Verlag: Wallstein Verlag
Was heißt eigentlich politisch"? Ulrich Meier, Martin Papenheim und Willibald Steinmetz gehen der Frage nach, wie unterschiedlich das Politikvokabular von den mittelalterlichen Gesellschaften über die frühneuzeitlichen Staatsbildungen bis hin zu den modernen Demokratien verwendet und gedeutet wurde. Zur Reihe: Was ist eigentlich Politik? Wo und wie wird Politik gemacht? Was ist politisch, was gilt als unpolitisch? Die historische Perspektive auf diese aktuellen Fragen zeigt: Es gab und gibt keine allgemeingültigen und überzeitlichen Definitionen dessen, was unter Politik, dem Politischen oder der Bestimmung eines Sachverhalts als politisch verstanden wird. Die Reihe "Das Politische als Kommunikation" verfolgt die Erscheinungsformen des Politischen in Geschichte und Gegenwart. Pointierte Essays behandeln Strategien und Prozesse der Politisierung oder Entpolitisierung an ausgewählten Themen: von Fragen zu Ethnisierung und Ethnizität über die kommunikative Herrschaftssicherung in Diktaturen und die Begriffsgeschichte des Politischen bis hin zu politischen Räumen jenseits von Staat und Nation. Ein abschließender Band nimmt die politikgeschichtliche Theoriediskussion selbst in den Blick."
Stephan Merl
Herausgeber : Wallstein Verlag
Politische Kommunikation in der Diktatur
Verlag: Wallstein Verlag
Wie gelingt es Diktaturen nach einer Phase von Gewalt und Terror, die Verhaltensweise der Bevölkerung nachhaltig zu beeinflussen und dadurch ihre Herrschaft langfristig zu festigen? Stephan Merl nimmt erstmals vergleichend die kommunikativen Strategien des NSStaates, der DDR und der UdSSR (vor und nach Stalins Tod 1953) in den Blick: Wie wurde die Bevölkerung jeweils in die kollektive Identität einbezogen? Wie wurde die öffentliche Kommunikation kontrolliert? Welche Bedeutung kam dem nichtöffentlichen Kommunikationskanal 'Brief' zu? Und schließlich: Wie ist das Ende der kommunistischen Diktaturen zu erklären? Zur Reihe: Was ist eigentlich Politik? Wo und wie wird Politik gemacht? Was ist politisch, was gilt als unpolitisch? Die historische Perspektive auf diese aktuellen Fragen zeigt: Es gab und gibt keine allgemeingültigen und überzeitlichen Definitionen dessen, was unter Politik, dem Politischen oder der Bestimmung eines Sachverhalts als politisch verstanden wird. Die Reihe Das Politische als Kommunikation" verfolgt die Erscheinungsformen des Politischen in Geschichte und Gegenwart. Pointierte Essays behandeln Strategien und Prozesse der Politisierung oder Entpolitisierung an ausgewählten Themen: von Fragen zu Ethnisierung und Ethnizität über die kommunikative Herrschaftssicherung in Diktaturen und die Begriffsgeschichte des Politischen bis hin zu politischen Räumen jenseits von Staat und Nation. Ein abschließender Band nimmt die politikgeschichtliche Theoriediskussion selbst in den Blick."
Lyndal Roper
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der feiste Doktor
Verlag: Wallstein Verlag
In beinahe allen Darstellungen nach 1525 wird Martin Luther beleibt dargestellt. Im Unterschied zu Heiligen und anderen frommen Gestalten, deren Schlankheit als Beweis für ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Verführungen des Fleisches gilt, war Luthers Beleibtheit untrennbar mit seinem Image verbunden. Warum wurde Luther so dargestellt und wieso war sein Körper so wichtig für das Luthertum? In diesem Essay untersucht Roper, wie und warum das Bild seines Körpers seine Biographie bestimmte. Zur Reihe: Warum 'Historische Geisteswissenschaften'? Welche Fragen stellen sie sich und mit welchen Ansätzen arbeiten sie? Wie wandern Methoden zwischen den einzelnen Disziplinen, wie kommunizieren sie, und lassen sich überhaupt die unterschiedlich arbeitenden Disziplinen unter dem Dach des 'Historischen' vereinen? Die Reihe Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge" stellt in pointierten Essays Ergebnisse geisteswissenschaftlicher Forschung vor. Sie dokumentiert damit die Arbeit des Frankfurter Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, das sich die transdisziplinäre Vernetzung historisch perspektivierter geisteswissenschaftlicher Forschung zur Aufgabe gemacht hat."
Helmut Lethen
Herausgeber : Wallstein Verlag
Suche nach dem Handorakel
Verlag: Wallstein Verlag
Handorakel" nannte der spanische Jesuit Balthasar Gracián 300 Regeln der Weltklugheit, die er 1647 zusammenstellte. Helmut Lethen zeigte in seinen Verhaltenslehren der Kälte (1994), dass das spanische Brevier durch alle politischen, philosophischen und künstlerischen Fraktionen der Weimarer Republik kursierte. In seinem Essay "Suche nach dem Handorakel" berichtet er jetzt davon, wohin der Wunsch nach einem radikalen Handbrevier, das Orientierung bietet und politische Handlungsräume öffnet, einen Angehörigen der 68er Generation treiben konnte. Die Erinnerungen, die sich auf den Zeitraum von 1964 bis 1980 konzentrieren, stehen dabei unter der paradoxen Parole: "Die historische Konstellation hat mehr aus uns herausgeholt, als drin war." Zur Reihe: Warum 'Historische Geisteswissenschaften'? Welche Fragen stellen sie sich und mit welchen Ansätzen arbeiten sie? Wie wandern Methoden zwischen den einzelnen Disziplinen, wie kommunizieren sie, und lassen sich ü̈berhaupt die unterschiedlich arbeitenden Disziplinen unter dem Dach des 'Historischen' vereinen? Die Reihe "Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge" stellt in pointierten Essays Ergebnisse geisteswissenschaftlicher Forschung vor. Sie dokumentiert damit die Arbeit des Frankfurter Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, das sich die transdisziplinäre Vernetzung historisch perspektivierter geisteswissenschaftlicher Forschung zur Aufgabe gemacht hat."
Jörg Lahme
Herausgeber : Wallstein Verlag
William Drennan und der Kampf um die irische Unabhängigkeit
Verlag: Wallstein Verlag
Der Arzt, Poet und Politiker William Drennan (1754 - 1820) ist eine zu Unrecht vergessene Figur der irischen Geschichte. Als Poet hat er den berühmten irischen Dichter Thomas Moore und dessen Irish Melodies" maßgeblich beeinflusst. Als Denker war er der Mentor des heutigen Übervaters aller irischen Freiheitskämpfer, Theobald Wolfe Tone. Als Politiker war er der Mitgründer der United Irishmen, der Vorläufer der heutigen IRA. Lahmes Biographie bietet die erste zusammenhängende wissenschaftliche Studie über sein Leben und Wirken. Auf der Grundlage zahlreicher privater Briefe, unveröffentlichter Manuskripte und Notizbücher geht seine Untersuchung bis an die Wurzeln des heutigen Nordirlandkonfliktes. Daneben wird ein kompakter Überblick über das kulturelle und politische Irland des 18. und 19. Jahrhunderts geboten. Wer den Nordirlandkonflikt unserer Zeit und das nach wie vor schwierige Verhältnis zwischen irischen Katholiken und irischen Protestanten verstehen will, kommt nicht umhin, sich mit den United Irishmen und ihren Ideen zu beschäftigen. William Drennan als der wesentliche Ideengeber der Bewegung darf dabei nicht fehlen."
Christian Lannert
Herausgeber : Wallstein Verlag
Vorwärts und nicht vergessen"?"
Verlag: Wallstein Verlag
Keine der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien steht so sehr im Banne der eigenen Geschichte wie die Partei DIE LINKE und ihre Vorgängerin PDS. Keine andere hat eine so wechselhafte Geschichte, wie diese aus der SED hervorgegangene Partei. Daraus ergibt sich die Frage, wie DIE LINKE dieses Erbe verwaltet und wie sie ihre Geschichte als Mittel der Politik und der Profilierung nutzbar zu machen versucht. Christian Lannert schildert systematisch die Vergangenheitspolitik der Partei und beleuchtet einige der zum Verständnis ihrer Triebkräfte wesentlichen Diskurse. Am Ende steht ein zwiespältiger Befund: Der Autor zeigt eine Partei, die ihren hohen moralischen Ansprüchen bei der Aufarbeitung der SEDVergangenheit zu genügen versucht, aber allzu oft mit aberwitzig geführten Debatten und ausufernden Grabenkämpfen in einem konfliktreichen Spannungsfeld zwischen DDRNostalgie und kommunistischer Utopie verharrt.
Regina Fritz
Herausgeber : Wallstein Verlag
Nach Krieg und Judenmord
Verlag: Wallstein Verlag
Am 19. September 1946 rief Winston Churchill die einstigen Kriegsgegner zu einem segensreichen Akt des Vergessens" auf. Trotz dieser Forderung gab es unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von Seiten der Nationalstaaten große Bemühungen, die Verbrechen der vergangenen Regime zu dokumentieren und zu ahnden. So zunächst auch in Ungarn. Regina Fritz untersucht die ungarische Auseinandersetzung mit dem Holocaust von 1944/45 bis nach der Jahrtausendwende: Wie und aus welchen Gründen wurde dieser Teil der Geschichte thematisiert, genutzt, umgedeutet und schließlich zunehmend tabuisiert? Das Beispiel Ungarn zeigt in eindrucksvoller Weise, wie stark das Umschreiben von Geschichte nach 1945 politisch motiviert und von politischen Akteuren gelenkt wurde. Die Autorin bettet den Erinnerungsdiskurs in Ungarn in den internationalen Zusammenhang ein und untersucht, wie internationale Prozesse auf die innerungarische Aufarbeitung wirkten."
Dorothea Trebesius
Herausgeber : Wallstein Verlag
Komponieren als Beruf
Verlag: Wallstein Verlag
In Frankreich und in der DDR gewannen Musik und Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen neuen Stellenwert in Politik und Gesellschaft. Davon profitierten auch künstlerische Berufe wie der des Komponisten. Die Berufsausübung, die Ausbildung und die Berufsverbände der Komponisten wurden dabei ebenso grundlegend umgestaltet wie die staatliche Unterstützung. Dorothea Trebesius analysiert diesen Wandel in den beiden Ländern aus der Perspektive der Professionalisierung des künstlerischen Feldes in zentralistischen Staaten. Sie untersucht die Strategien und Stellung der Komponisten, ihre Selbstbilder und Wahrnehmung, ihre Ausbildung und Funktion in der Gesellschaft. Sie fragt insbesondere, welche Rolle der Staat und dessen demokratische bzw. staatssozialistische Kulturpolitik bei der Konstruktion und Praxis des Komponistenberufes spielten. Sie arbeitet sowohl systembedingte und nationale Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ländern heraus, die sich durch geteilte Traditionen und Erfahrungen sowie durch europäische Austauschprozesse erklären lassen.
Alexander Gallus
Herausgeber : Wallstein Verlag
Heimat Weltbühne""
Verlag: Wallstein Verlag
Die Weltbühne" war eine der herausragenden politischkulturellen Zeitschriften der Weimarer Republik. Sie galt schon früh als Inbegriff für kritisches Engagement in Deutschland, und von ihr ging eine weit über ihr Verbot im März 1933 hinausreichende Wirkungskraft aus. Für viele Intellektuelle bildete sie eine geistige Heimat, deren Verlust sie melancholisch stimmte und die sie wiederbeleben wollten. Zu diesen "heimatlosen" Intellektuellen zählten Axel Eggebrecht, Kurt Hiller, William S. Schlamm und Peter Alfons Steiniger. Alexander Gallus zeigt anhand ihrer Biografien eine facettenreiche Intellektuellengeschichte des 20. Jahrhunderts. Er zeichnet ihr politisches Denken von den 1920er Jahren an bis in die 1970er Jahre hinein nach, untersucht ihr intellektuelles Rollenverständnis und ihre Positionierung in der politischen Öffentlichkeit."
Kurt F. Rosenberg
Herausgeber : Wallstein Verlag
Einer, der nicht mehr dazugehört""
Verlag: Wallstein Verlag
Kurt F. Rosenberg hatte seit seiner Jugend Tagebuch geführt. Seine Aufzeichnungen von 1933 bis 1937 geben einen lebendigen Eindruck davon, wie er und seine Familie, seine Bekannten und Berufskollegen die ersten fünf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft wahrnahmen. Eingeklebte Fotos und Zeitungsartikel ergänzen und illustrieren das Geschriebene. Rosenberg sammelte Nachrichten und Gerüchte über die Judenverfolgung, las aufmerksam die in und ausländische Presse und hielt die eigenen Erfahrungen fest, bittere wie auch positive. Er beschrieb seine kleinen und großen Fluchten in die Welt der Kunst, zu den Menschen, die er liebte, oder seine Reisen. Nicht im Nachhinein - um den Ausgang der Judenverfolgung wissend - präsentiert uns Kurt F. Rosenberg seine Sicht auf die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen, sondern als Zeitgenosse und Betroffener, der sich seine Handlungskompetenz nicht nehmen lassen wollte. Als er sich Ende 1937 entschloss, mit der Familie in die USA zu emigrieren, stellte er das Tagebuchschreiben für immer ein.
Michael Brenner, Maximilian Strnad
Herausgeber : Wallstein Verlag
Der Holocaust in der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft
Verlag: Wallstein Verlag
Das Ableben der letzten Zeitzeugen, das langsam nachlassende Medieninteresse sowie die neue Schwerpunktsetzung von zeitgeschichtlich ausgerichteten Instituten erfordern eine neue Standortbestimmung der HolocaustForschung. Die Autorinnen und Autoren diskutieren, inwieweit der Holocaust in der akademischen Lehre an deutschen und österreichischen Universitäten verankert ist und welche Forschungstendenzen sich in den letzten beiden Jahrzehnten abzeichneten.
Nicole Kramer, Armin Nolzen
Herausgeber : Wallstein Verlag
Ungleichheiten im Dritten Reich""
Verlag: Wallstein Verlag
Das NS-Regime schuf eine dynamische Ordnung der Ungleichheit, die jedem Einzelnen seinen gesellschaftlichen Platz zuwies. Aus dem Inhalt: Nicole Kramer/Armin Nolzen: Einleitung Gerhard Wolf: Auf dem Weg in eine völkisch" und "rassisch" stratifizierte Gesellschaft: die Deutsche Volksliste im Wartheland Andrea Löw: Die Erfahrung der radikalen Ungleichheit. Vom sprachlichen Umgang mit dem Gettoleben in Litzmannstadt (Lódz) Wolfgang Ayaß: "Demnach ist zum Beispiel asozial ...". Zur Sprache sozialer Ausgrenzung im Nationalsozialismus Lars Amenda/Christoph Rass: Fremdarbeiter, Ostarbeiter, Gastarbeiter. Semantiken der Ungleichheit und ihre Praxis im "Ausländereinsatz" Kerstin Thieler: Gesinnungskontrolle in Göttingen. Die NSDAP-Kreisleitung und die Beurteilung der "politischen Zuverlässigkeit" Christian Bunnenberg: "Daher sieht es die Partei als ihre vornehmste Aufgabe an ...". "Schulungen" als Instrumente der Differenzierung und Kontrolle Mareike Witkowski: Hausgehilfinnen im Nationalsozialismus Anne Prior: "Warum kauften diese Volksgenossen beim Zigarrenjuden Wolf?" Unbekannte Fotografien vom Sommer 1935 aus Dinslaken/Niederrhein (Fundstück)"
Berthold Schenk von Stauffenberg
Herausgeber : Wallstein Verlag
Auf einmal ein Verräterkind
Verlag: Wallstein Verlag
In den Sommerferien 1944 erfuhren der zehnjährige Berthold Schenk Graf von Stauffenberg und seine Geschwister durch das Radio von einem verbrecherischen Anschlag auf den Führer" - dass ihr Vater Claus Schenk Graf von Stauffenberg maßgeblich an diesem Umsturzversuch beteiligt gewesen war, erschien ihnen unfassbar: In der NSPropaganda galten sie nun als "Verräterkinder". Nach dem 20. Juli überschlugen sich die Ereignisse: die erwachsenen Familienmitglieder wurden verhaftet, die Kinder unter Aufsicht der Gestapo zunächst im Haus der Großmutter zurückgelassen und dann in ein Kinderheim in Bad Sachsa gebracht, wo sie bis zum Kriegsende zusammen mit zahlreichen anderen Kindern aus Widerstandsfamilien einquartiert blieben. Ohne jegliche Sentimentalität berichtet von Stauffenberg nicht nur von der Zeit kurz vor dem Umsturzversuch und von seinen Erfahrungen und Erlebnissen im Nachkriegsdeutschland - besonders eindrücklich schildert er den Alltag im Kinderheim, der geprägt war von Verlustangst, Kontaktsperre und ständiger Sorge um den Verbleib der Familienmitglieder, mit denen er und seine Geschwister erst im Juni 1945 wieder zusammentrafen."
Christian Büschges
Herausgeber : Wallstein Verlag
Demokratie und Völkermord
Verlag: Wallstein Verlag
Einerseits wurden die in den 1990er Jahren weltweit erhobenen Forderungen indigener Völker nach kultureller Anerkennung und politischer Teilhabe vielfach als Ausdruck einer voranschreitenden Demokratisierung gedeutet, andererseits gelten die Bürgerkriege in Jugoslawien oder Ruanda im gleichen Jahrzehnt als Extremformen einer ethnischen Gewalt, die das politische Gemeinwesen zerstört. Christian Büschges untersucht dieses spannungsreiche Verhältnis von Ethnizität und Politik in historischer und systematischer Perspektive.
Frank Bösch, Ariane Brill, Florian Greiner
Herausgeber : Wallstein Verlag
Europabilder im 20. Jahrhundert
Verlag: Wallstein Verlag
Europa" zählt zu den Schlüsselbegriffen des 20. Jahrhunderts. Was jeweils darunter verstanden wurde, wandelte sich jedoch fortlaufend. Auf welche Weise Vorstellungen über Europa in unterschiedlichen Ländern aufkamen wird in diesem Band untersucht. Dabei wird deutlich, dass das europäische Bewusstsein im hohen Maße durch die Auseinandersetzung mit den Rändern des Kontinents geprägt wurde. Entsprechend stehen die Wahrnehmung der Länder im Norden, Osten und Süden des Kontinents, aber auch die Begegnung mit den USA und den Kolonien im Vordergrund. Im Unterschied zu klassischen Darstellungen, die vor allem die Einigung Westeuropas nach 1945 oder ideengeschichtliche Entwürfe im Fokus haben, entsteht auf diese Weise ein deutlich anderes Bild. So lassen sich bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts vielfältige EuropaEntwürfe jenseits der Politik und von Gelehrtenkonzepten nachweisen. Durch seine kulturhistorische Perspektive zeigt der Band zudem, wie durch öffentliche Diskurse und gesellschaftliche Praktiken vielfältige und weit verbreitete Vorstellungen von dem "Europäischen" aufgebracht und angeeignet wurden - sei es durch Medien, Begegnungen, Vereinstätigkeiten oder Reisen."
Karin Hunn
Herausgeber : Wallstein Verlag
Nächstes Jahr kehren wir zurück...""
Verlag: Wallstein Verlag
Als die Bundesanstalt für Arbeit im Herbst 1961 eine Anwerbestelle in der Türkei einrichtete, geschah dies in der Absicht, den Mangel an Arbeitskräften durch Gastarbeiter" auszugleichen. Bis zum Anwerbestopp im September 1973 reisten etwa 865000 überwiegend männliche türkische Arbeitskräfte in die Bundesrepublik. Obwohl ihre hohen Erwartungen an die Verdienstmöglichkeiten und an das Leben in Westdeutschland rasch enttäuscht wurden, wollten die meisten von ihnen zumindest so lange weiterarbeiten, bis sie ihre Zukunft in der Türkei finanziell gesichert hätten. Allerdings erreichten sie ihre Sparziele nur selten. Was als vorübergehender Aufenthalt in der Bundesrepublik gedacht war, mündete in einen schleichenden Einwanderungsprozeß: Die "Gastarbeiter" verließen die Arbeiterwohnheime, holten Ehepartner und Kinder nach, eröffneten türkische Lokale und Geschäfte, gründeten politische und kulturelle Vereine. Karin Hunn untersucht die gleichermaßen ungeplante wie ungewollte Einwanderung aus der Türkei auf breiter Grundlage. Sie berücksichtigt die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dieses Prozesses ebenso wie die Alltagserfahrungen der türkischen Migranten innerhalb und außerhalb der Betriebe. Dieser Ansatz ermöglicht es, die immer noch dominierende nationale Engführung in der bundesdeutschen Migrationsforschung zu überwinden und zu erklären, warum diese Einwanderung sowohl für die Migranten als auch für die bundesdeutsche Gesellschaft so schwierige und bis in die Gegenwart reichende Herausforderungen mit sich brachte."
Eva Horn, Michael Hagemeister
Herausgeber : Wallstein Verlag
Die Fiktion von der jüdischen Weltverschwörung
Verlag: Wallstein Verlag
Unter dem Titel Protokolle der Weisen von Zion" ist eine Schrift bekannt, die die Juden bezichtigt, auf konspirativ-subversive Weise nach der Weltherrschaft zu streben. Entstanden um 1900, dürften die "Protokolle" das noch immer am weitesten verbreitete Dokument des modernen Antisemitismus sein. Bis heute sind die genauen Umstände ihrer Entstehung ungeklärt. Vor allem die Fragen, wer an der Abfassung beteiligt war und welche Absichten dabei verfolgt wurden, sind noch immer offen - und Gegenstand weitreichender, oft phantastischer Spekulationen. Aktuell erzählt Umberto Eco in seinem Roman "Der Friedhof in Prag" eine fiktive Version der Fälschungsgeschichte. Die hier versammelten Essays präsentieren neue Erkenntnisse zur Herkunft und Verbreitung der "Protokolle". Es werden bislang vernachlässigte Aspekte des ominösen Textes untersucht: seine Resonanzen mit politischen Utopien, aber auch mit den Verschwörungstheorien des 19. Jahrhunderts, die Verwendung der plagiierten Quellen und sein Status als Plagiat, und nicht zuletzt die Struktur eines Textes, der zwar viel zitiert, aber selten gelesen wurde.Mit Beiträgen u.a. von: Carlo Ginzburg, Stefan Gregory, Richard S. Levy, Cesare G. De Michelis, Ulrich Raulff"
Werner Stiller
Herausgeber : Ch. Links Verlag
Der Agent
Verlag: Ch. Links Verlag
Es war die größte Niederlage des Ministeriums für Staatssicherheit: Im Januar 1979 wechselte Oberleutnant Werner Stiller die Seiten. Der Agentenführer von Markus Wolfs Auslandsspionage floh mit einem Koffer brisanter Unterlagen in den Westen und enttarnte Dutzende DDR-Spione. Erich Mielke tobte und wollte Stiller um jeden Preis finden. Er sollte möglichst zurückgeholt und vor ein Militärgericht gestellt werden, wo die Todesstrafe auf ihn wartete. Der Bundesnachrichtendienst schützte seine Quelle rund um die Uhr und übergab Stiller schließlich an die CIA, da er in Europa nicht mehr sicher war. In den USA erhielt er eine neue Identität, studierte und arbeitete als Peter Fischer bei Banken in New York, London, Frankfurt am Main und Budapest. Er verdiente Millionen - und verlor sie wieder. Werner Stiller berichtet erstmals freimütig über sein abenteuerliches Leben in der Welt der Geheimdienste. Es ist zugleich das Psychogramm eines Mannes, der sich seinen Weg bahnte durch konträre Gesellschaftssysteme und für den Spannung ein Lebenselixier ist.
Michael Hacker, Stephanie Maiwald, Johannes Staemmler, Judith Enders, Adriana Lettrari, Hagen Pietzcker, Henrik Schober, Mandy S
Herausgeber : Ch. Links Verlag
Dritte Generation Ost 1. Auflage
Verlag: Ch. Links Verlag
Über 2,4 Millionen Ostdeutsche erlebten die Wende von 1989 als Kinder und Jugendliche. In der DDR geboren, aber in der vereinten Bundesrepublik erwachsen geworden, haben sie einzigartige Umbruchserfahrungen gemacht. Sie sind dadurch zu doppelten Vermittlern geworden - zwischen den Generationen und zwischen Ost und West. Eine Rolle, die sie nun selbstbewusst wahrnehmen wollen und für die sie ihre eigene Sprache gefunden haben.In diesem Buch denken 33 Autoren über ihre Wurzeln, ihre Herkunft, ihre Chancen nach. Sie stellen Fragen an die Altersgenossen, die Elterngeneration und die Westdeutschen. Sie blicken nach vorn und entwerfen Pläne für die Zukunft Deutschlands. Die Dritte Generation Ost mischt sich ein: als Ideengeber, Gesprächspartner und Macher.
Klaus Farin
Herausgeber : Archiv der Jugendkulturen Verlag
Karl May
Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
Zu diesem Buch: Der vorliegende Band erschien erstmals 1992 als Band 1 der Reihe taschenführer populäre kultur im Verlag Thomas Tilsner. (Eine tschechische Übersetzung erschien 1994 bei Arcadia, Prag.) Da dieser Verlag leider nicht mehr existiert und das Buch seit Jahren vergriffen ist, der Autor dieses Buch aber im Geheimen für sein Bestes hält und die Nachfrage auch nicht abriss, wird es hier in einer lediglich formal korrigierten, aber inhaltlich und stilistisch nicht geänderten Neuauflage wieder veröffentlicht. Stimmen zur Erstauflage: Für Klaus Farin entpuppt sich die Beschäftigung mit Karl Mays widersprüchlich-bizarrer Persönlichkeit als ein kriminalistisches Abenteuer höchster Güte, dessen Verwicklungen und Nachwirkungen er rund um die Erde und bis in die Gegenwart hinein nachspürt. Mal liebevoll-neugierig, dann wieder kritisch-distanziert, versucht er dem rätselhaften Phänomen Karl May auf die Schliche zu kommen. Dabei teilt Farin manche Seitenhiebe aus, er schont weder Mays Verleger noch die Fans des Popstars aus Sachsen. Er lässt Apologeten und Kritiker zu Wort kommen und bemüht sich - cum grano salis - um ein ausgewogenes Urteil. Fazit: Mit diesem Buch entzündet Klaus Farin keine Kerze zum ehrfurchtsvollen Gedenken an den Dichter Karl May, nein, er brennt ein knallbuntes Feuerwerk für den Popstar aus Sachsen ab." Erwin Müller in: KMG-Nachrichten "... ein gut und flott geschriebenes Buch, das wie ein knackiges Radieschen im ständig wieder aufgekochten Gemüsebrei der May-Biografien wirkt. Hier wird Altbekanntes neu, kritisch und spannend präsentiert, ohne falsches Pathos, aber mit großem Hintergrundwissen und Blick für das Wesentliche. Ich habe es ohne Pause gelesen und viel Vergnügen dabei gehabt." Ingrid Schorn in: Karl-May-Rundbrief "Herzlichen Dank! Das ist eine wohl gelungene Präsentation. Prima recherchiert und ansprechend formuliert. So lesbar und fundiert müsste alles sein, was über Karl May in die Welt gesetzt wird. Sie haben mir viel Freude bereitet." Walther Ilmer "Nicht nur der Normal-Leser, auch der Karl-May-Kenner kommt hier auf seine Kosten: Biographisches, Wirkungsgeschichtliches, vor allem aus dem III. Reich und der DDR, Verlagspraktiken, die Winnetou-Legende, Äußerungen von 'Fans' inklusive Journalisten der Gegenwart werden herzerfrischend unkonventionell und pointiert dargeboten. Bekanntes lässt sich bei der Stoffzusammenstellung nicht vermeiden, aber es kommt originell und eigenwillig daher. Sorgfältig ergänzt wird der Band mit eigenen Recherchen und neuen Fakten bis hin zu einem Karl-May-Kreuzworträtsel. Der Autor Klaus Farin, von Haus aus Journalist, ist Mitglied der Karl-May-Gesellschaft. Seinem Berufsstand und der literarischen Vereinigung hat er mit dem Buch Ehre gemacht." Reinhard Seidler in: Lausitzer Rundschau"
Matjaz Barbo
Herausgeber : Hollitzer Wissenschaftsverlag
Frantisek Josef Benedikt Dusik 1
Verlag: Hollitzer Wissenschaftsverlag
The book discusses the life of the Czech composer Frantisek Josef Benedikt Dusik (1765-after 1817). Dusik was born into a musical family in Cáslav (Bohemia, today Czech Republik). After stuying in Prague he went to northern Italy. In the last decade of the eighteenth century he stayed in Ljubljana where he married and became one of the most important musical figures. He appeared as a musician in several famous Italian musical theatres of that time, from La Scala in Milan to San Benedetto in Venice. In Ljubljana he regularly appeared in musical theatre, was employed as an organist and regens chori in the cathedral and played a leading role in the Philharmonic Society. He wrote operas, church compositions, instrumental pieces, and foremost, symphonies, which represent the first Slovene works of that genre. The biography introduces readers to an almost forgotten musician, whose fortune led him to be a bandmaster of various Austrian infantry regiments, and at almost the same time a composer who praised Napoleon.
Herausgeber : Conard, Nicholas J.
Woher kommt der Mensch?
Verlag: Attempto Verlag
Woher kommen wir? Je mehr sich die Menschen von ihren Ursprüngen entfernen, um so mehr interessieren sie sich offensichtlich dafür, wie alles vor undenklichen Zeiten einmal angefangen hat. Namhafte Experten zeichnen in diesem Band den langen Weg nach, den unsere Vorfahren gegangen sind - von Proconsul, einem Vorläufer der heutigen Menschenaffen, über die Australopithecinen, den ersten Werkzeugmacher Homo habilis und den Homo erectus bis zum Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen. Die hochaktuellen Beiträge gehen auf alle wesentlichen Aspekte der menschlichen Evolution ein - dem übergeordnet ist jedoch als zentrales Anliegen des Bandes die Frage, die uns alle am meisten interessiert: was machte und macht den Menschen eigentlich zum Menschen? Mit Beiträgen von: Nikolaus Blin, Michael Bolus, Günter Bräuer, Nicholas J. Conard, AlfredCzarnetzki, Miriam Haidle, Winfried Henke, Wolfgang Maier, Hans-Ulrich Pfretzschner, Holger Preuschoft, Carsten M. Pusch, Friedemann Schrenk, Joachim Wahl
Bianca Huber, Michael Sturm, Broder Schwensen
Flensburg im Fokus. Heute und Gestern
Verlag: Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte e.V.
In der Fördestadt Flensburg verbinden sich Tradition und Moderne zu liebenswerter Urbanität. Hier sind an vielen Orten Gegenwart und Vergangenheit, Heute und Gestern, noch gemeinsam erlebbar.
In diesem Buch findet der Flensburg-Freund 60 solcher „Blick-Winkel“ dargeboten, liebevoll arrangiert aus aktuellen Großfotos und historischen Archivaufnahmen. Zusammen mit den informativ-unterhaltsamen Texten und der beigefügten Stadtkarte laden die Bildpaare ein zu einer Flensburg-Wanderung durch Raum und Zeit.
Herausgeber : Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Antisemitismus - Antizionismus - Israelkritik
Verlag: Wallstein
Das Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte. Seinem wissenschaftlichen Beirat gehören an: Helmut Berding (Gießen), Wolfram Fischer (Berlin), Saul Friedländer (Tel Aviv/Los Angeles), Jürgen Kocka (Berlin), Gerhard A. Ritter (München), Reinhard Rürup (Berlin), Ernst Schulin (Freiburg), Fritz Stern (New York), Shulamit Volkov (Tel Aviv), Zvi Yavetz (Tel Aviv).Das Minerva Institut für deutsche- Geschichte der Universität Tel AvivZu den zentralen Aufgabenstellungen des 1971 gegründeten Institutsa gehören die Forschung und Lehre im Bereich von Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Raumes und die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs, insbesondere auch zwischen Israel und Deutschland.Die seit 1978 im Bleicher Verlag erschienenen Publikationen des Tel Aviver Instituts für deutsche Geschichte sind seit 2002 über den Wallstein Verlag zu beziehen.Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte (Hg. im Auftrag des Minerva Instituts für deutsche Geschichte Universität Tel Aviv von Moshe Zuckermann), Bd. XXXIII, 2005In Europa scheint sich zur Zeit der über Jahre weitgehend latent gebliebene Antisemitismus neu zu beleben, ja stetig an Brisanz zu gewinnen. Flankiert wird er von dem neuerdings auch über die Region des Nahen Ostens hinaus verbreiteten islamistisch motivierten Antisemitismus. Gekoppelt werden dabei – sowohl von Trägern der antisemitischen Rhetorik als auch von deren Kritikern – neu-alte Erscheinungen des Antisemitismus mit den Kategorien des Antizionismus und der politischen Israelkritik. Vieles wird hier begrifflich miteinander vermengt wie auch im emotional geladenen Affekt durcheinander gebracht. Die Verknotung dieser Erscheinungen und ihrer Ideologien wird im vorliegenden Band entwirrt und analysiert. Aus dem Inhalt:Georg Kreis: Israelkritik und AntisemitismusHelga Embacher: Neuer Antisemitismus in Europa Juliane Wetzel: Die EU und der AntisemitismusSiegfried Jäger: Die EUMC-Reports zum Thema »Antisemitismus«Gerhard Hanloser: Bundesrepublikanischer Linksradikalismus und Israel Volker Weiß: Die antizionistische Rezeption des NahostkonfliktsJack Jacobs: Bundist Anti-Zionism in Interwar PolandJohn Bunzl: Wahrnehmung und Interesse im Israel/Palästina-KonfliktMoshe Zimmermann: Antisemitismus und AntizionismusEsther Webman: The Arab PerspectiveIlan Pappe: Jewish Israeli Intellectual Perceptions of Anti-Semitism in EuropeDan Bar-On: A Different Way of Being Jewish and Israeli
Herausgeber : Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Geschichte und Psychoanalyse
Verlag: Wallstein
Die Psychoanalyse hat das Denken im 20. Jahrhundert revolutioniert. Ihr Stellenwert läßt sich gleichermaßen an dem Einfluß ablesen, den sie auf die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ausgeübt hat, wie an der Vehemenz, mit der sie von ihren markanten Gegnern immer wieder abgewertet und delegitimiert wird. Inwieweit sie das Instrumentarium für eine Gesellschafts- bzw. Geschichtsanalyse bietet, ist umstritten. Das »Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 2004« ist einer Untersuchung des Themenkomplexes Psychoanalyse und Geschichte gewidmet. Zu Wort kommen u.a. Historiker, Kulturwissenschaftler, Mediziner bzw. Medizinhistoriker, Psychologen und Psychiater. Aus dem Inhalt:Lilli Gast: Freuds Flaschenpost. Einige Anmerkungen zur Eigenheit psychoanalytischen DenkensElisabeth Timm: Jenseits der Gesellschaft: Freud, Todestrieb und der Konflikt mit Wilhelm ReichHeinz Dieter Kittsteiner: Wir werden gelebt. Über Analogien zwischen dem Unbewußten in der Geschichte und im »Ich«Boaz Neumann: Psychoanalyse und Hypnose in der Weimarer RepublikPeter Loewenberg: Sigmund Freud, Max Weber and the ShoahJosé Brunner: Humanizing Hitler: Psychohistory and the Making of a MonsterBenjamin Beit-Hallahmi: Authoritarianism and Personality. Some Historical ReflectionsMiriam Gebhardt: Frühkindliche Sozialisation und historischer WandelElisabeth Brainin / Samy Teicher: Die Wiener Psychoanalytische Vereinigung und der NationalsozialismusZur ReiheDas Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte. Seinem wissenschaftlichen Beirat gehören an: Helmut Berding (Gießen), Wolfram Fischer (Berlin), Saul Friedländer (Tel Aviv/Los Angeles), Jürgen Kocka (Berlin), Gerhard A. Ritter (München), Reinhard Rürup, (Berlin), Ernst Schulin (Freiburg), Fritz Stern (New York), Shulamit Volkov, (Tel Aviv), Zvi Yavetz (Tel Aviv).v
Herausgeber : Zuckermann, Moshe; Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Ethnizität, Moderne und Enttraditionalisierung
Verlag: Wallstein
Wie sehr die Transformationsprozesse der Moderne von Prämodernem, das radikal Neue von Traditionellem, Demos von Ethnos und das Säkulare von Religiösem durchzogen sind diskutierten deutsche, israelische, ungarische und polnische Historiker, Soziologen sowie Politikwissenschaftler am Institut für deutsche Geschichte Tel Aviv im Juni 2001. Sie trafen sich im Rahmen einer Konferenz die sich mit dem Thema "Ethnizität, Moderne und Enttraditionalisierung" auseinandersetzte. Die Forschungsergebnisse zu diesem facettenreichen Themenbereich bilden den diesjährigen Schwerpunkt des "Tel Aviver Jahrbuchs für deutsche Geschichte".Außerdem widmet sich das aktuelle Jahrbuch dem im Dezember 2000 verstorbenen Gründer des Instituts für deutsche Geschichte, Professor Walter Grab, und seinem Vermächtnis. Daneben sind ausführliche und tiefgehende Rezensionen enthalten sowie ein Diskussionsforum, das sich mit Gabriel Gorodetskys Buch "Die große Täuschung" auseinandersetzt.Die Konzeption des JahrbuchesDas Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Im internationalen Diskurs um die deutsche Geschichtswissenschaft nimmt das Jahrbuch einen inzwischen nicht mehr wezudenkenden Platz ein.Das Jahrbuch vereint in deutscher und englischer Sprache zu einem jeweils wechselnden Schwerpunktthema Originalbeiträge von Forschern aus Israel, Deutschland und anderen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, auch den laufenden Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die vielfältigen Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte, sowie der deutsch-jüdischen Geschichte.Seinem wissenschaftlichen Beirat gehören folgende Persönlichkeiten an: Jehoschua Arieli, Jerusalem; Helmut Berding, Gießen; Wolfram Fischer, Berlin; Saul Friedländer, Tel Aviv/Los Angeles; Jürgen Kocka, Berlin; Gerhard A. Ritter, München; Reinhard Rürup, Berlin; Ernst Schulin, Freiburg; Fritz Stern, New York; Shulamit Volkov, Tel Aviv; Zvi Yavetz, Tel Aviv.Der Herausgeber:Moshe Zuckermann, geb. 1949 in Tel Aviv, unterrichtet seit 1990 Geschichte und Soziologie der Gesellschafts- und Kulturwissenschaften an der Universität Tel Aviv. Seit Februar 2000 leitet er das Institut für deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv.Auswahl bisheriger Veröffentlichungen"Das Trauma des "Königsmordes". Französische Revolution und deutsche Geschichtsschreibung im Vormärz" (1989)"Gedenken und Kulturindustrie" (1999)Im Wallstein Verlag erschienen: "Zweierlei Holocaust" (1998), ISBN 3-89244-289-3, "Ein Grundstück in Mitte" (2000, hrsg. gemeinsam mit Riki Kalbe), ISBN 3-89244-400-5.Das Institut für deutsche Geschichte in Tel Aviv: Zu den zentralen Aufgabenstellungen des 1971 gegründeten Instituts gehören die Forschung und Lehre im Bereich von Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Raumes und die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs, insbesondere auch zwischen Israel und Deutschland. Vom Institut werden seit 1972 ein Jahrbuch für deutsche Geschichte und seit 1979 eine Schriftenreihe herausgegeben. Die seit 1978 im Bleicher Verlag erschienenen Publikationen des "Tel Aviver Instituts für deutsche Geschichte" sind ab sofort über den Wallstein Verlag zu beziehen.
Herausgeber : Minerva Institut für Deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv; Brunner, José
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Politische Leidenschaften
Verlag: Wallstein
Herausgeber : Brunner, José; Lavi, Shai; Minerva Institut f. Deutsche Geschichte Universität Tel Aviv
Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte / Juden und Muslime in Deutschland
Verlag: Wallstein
Internationale Wissenschaftler analysieren die Präsenz von Juden und Muslimen in Deutschland und erarbeiten die Parallelen und Unterschiede der beiden Minderheiten in der Vergangenheit und Gegenwart. Erstmals werden sowohl juristische wie auch politische und kulturelle Dimensionen dieses Fragenkomplexes gemeinsam analysiert. Dabei gerät das Verhältnis von Mehrheit und Minderheit und ihrem jeweiligen Selbstverständnis - nicht nur in Deutschland, sondern im modernen Nationalstaat mit der für ihn charakteristischen Spannung zwischen Partikularismus und Universalismus überhaupt - in den Blick. Aus dem Inhalt:Shulamit Volkov: Jewish Emancipation, Liberalism and the Challenge of Pluralism in Modern GermanyAischa Ahmed: Arabische Präsenzen, Völkerschauen und die Frage der gesellschaftlich Anderen in Deutschland (1896/1927)Ursula Wokoeck: Wie lässt sich die Geschichte der Muslime in Deutschland vor 1945 erzählen? Gilad Margalit: On Being Other in Post-Holocaust Germany - German-Turkish Intellectuals and the German PastKarin Körber: Puschkin oder Thora? Der Wandel der jüdischen Gemeinden in DeutschlandDas Tel Aviver Jahrbuch für Geschichte wendet sich an ein geschichts- und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum. Es vereint in deutscher und englischer Sprache zu Schwerpunktthemen Originalbeiträge von Forschern aus verschiedenen Ländern. Dabei wird Wert darauf gelegt, Arbeiten jüngerer Historiker Platz einzuräumen. Die Themenkreise umfassen Fragen der allgemeinen deutschen Geschichte, der Zeitgeschichte und der deutsch-jüdischen Geschichte.
Blum, Hans
Herausgeber : Kölnischer Geschichtsverein e.V.
Kölnische Bibliographie 2000-2002
Verlag: SH-Verlag
Schrifttum aus und über Köln
Die Kölnische Bibliographie ist die zentrale Fundstelle für Literaturnachweise zu Kölner Themen – Stadt und Stadtteile, Geschichte, Politik, Kirche, Kultur, Kunst, Architektur und Museen, Universität und Bildung, Wirtschaft, Soziales und Technik, Firmen, Institutionen und Personen. Nachgewiesen werden Monographien und Einzelaufsätze, insbesondere auch aus der „grauen Literatur“.
Buckreus, Simone
Die Körper einer Regentin
Verlag: SH-Verlag
"Amalie Elisabeth war unstreitig die größte Fürstin ihres Jahrhunderts. […] Ihre reifen Pläne und ihre weise Regierung verkündigen der Nachwelt ihren hohen Geist, und ihre seltenen häuslichen Tugenden thun ihre edle Gesinnung kund“, heißt es in der einzigen Biographie der hessischen Landgräfin aus dem 19. Jahrhundert.Amelia Elisabeth von Hessen-Kassel hat die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und Westfälischen Friedens mit ihrer Politik sowie ihrer Persönlichkeit geprägt. Mitten im Krieg übernahm sie 1637 nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Wilhelms V. die Regentschaft für den noch unmündigen Sohn und regierte bis zu ihrer Abdankung im Jahre 1650 mit großer Durchsetzungsfähigkeit und politischem Scharfsinn. Mit einem methodischen Zugang zum Leben und Wirken, Denken und Handeln der Regentin, der sowohl die historische Persönlichkeit in ihren zeittypischen politischen, sozialen und kulturellen Strukturen erfasst und vergegenwärtigt als auch Einblicke in die inneren Abläufe und das Funktionieren eines Regierungssystems gibt, leistet die Arbeit einen Beitrag zur Diskussion um neue Formen der historischen Biographie. Als theoretischer Leitfaden dient das von englischen Juristen im 16. Jahrhundert erstmals systematisch dargestellte Konstrukt des doppelten königlichen Körpers – hier erweitert um einen dritten, den in der öffentlichen Wahrnehmung existierenden Körper.
Wolff Metternich, Herrmann von
Herausgeber : Golücke, Friedhelm; Bearbeitet von Golücke, Friedhelm
Ein unbehagliches Jahrhundert im Rückblick
Verlag: SH-Verlag
Kein Blatt vor den Mund genommen
Ein Junge ist auf dem Weg zur Kirche. Ein SS-Dienstwagen bremst und nimmt ihn mit. SS-Obergruppenführer Taubert bringt den kleinen Hermann von Wolff Metternich zum Meßdienerunterricht: eine Szene aus einer Kindheit in Wewelsburg, dem westfälischen Ort, dessen Pfarrkirche dicht neben dem berüchtigten SS-Schulungszentrum steht. Einem Ort, in dem die Häftlinge des Konzentrationslagers Niederhagen in ihren blauweißgestreiften Drillichanzügen zum Alltagsbild gehören und in dem der katholische Pfarrer mit höheren SS-Führern Diskussionsabende über Nietzsche und Annette Droste-Hülshoff veranstaltet – getragen von der Illusion, so mit „vernünftigen“ Nationalsozialisten in einen Dialog eintreten zu können.
Die verwirrenden Begegnungen, Widersprüche und schrecklichen Ereignisse des „unbehaglichen Jahrhunderts“ schildert Hermann von Wolff Metternich aus einer so persönlichen wie zugleich differenzierenden und kritischen Perspektive „im Rückblick“. Was im allgemeinen historischen Bewußtsein sauber geschieden in verschiedenen Schubladen untergebracht wird – atheistische SS-Ideologie hier, traditionelles katholisches Milieu dort –, im Alltag Ostwestfalens gibt es mehr als nur einen Berührungspunkt. Da gibt es den Leiter des „Sippenamtes“ im Reichssicherheitshauptamt, dessen unverheiratete Schwester in Hadamar ermordet wird und dessen jüngerer Bruder auf durchaus vertrautem Fuß mit einem jüdischen Viehhändler steht.
Wolff Metternich löst so manches historische Klischee auf und liefert sozialgeschichtlich aufschlussreiche Einblicke in die Welt des bodenständigen ostwestfälischen Landadels und seines – bürgerlichen wie bäuerlichen – Umfelds. Dabei spart er nicht mit Kritik. Ebenso plastisch und mit ebenso kritischer Distanz schildert er spätere Erlebnisse. In Kölner Antiquitätenläden werden barocke Beichtstühle verkauft, die dann in Partykeller eingebaut werden: Mehr als viele seitenlange Essays macht so eine Episode klar, warum viele gläubige Katholiken bis heute nicht über die Folgen des Zweiten Vatikanischen Konzils hinweggekommen sind.
Hermann Freiherr von Wolff Metternich, Rechtsanwalt i. R., geb. 1930 in Wewelsburg/Westfalen. Volksschule in Wewelsburg 1937 bis 1941, 1951 Abitur am Mariengymnasium in Werl, sodann Studium in Freiburg i. Br. Und Münster. 1963 bis 1966 Justitiar des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft. Bis Ende 1993 Referent im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für Fragen der Bildungs- und Hochschulpolitik. Zwischen 1992 und 2000 Organisation von Ferienakademien für Studierende der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald im Auftrag des BDI. Promotion 2001 zum Thema „Untersuchungen zur Patrimonialgerichtsbarkeit. Gutsherrliche Rechtsprechung im kurkölnischen Herzogtum Westfalen“. Zahlreiche Veröffentlichungen zur westfälischen Landesgeschichte.
Ikari, Yuki
Wallfahrtswesen in Köln vom Spätmittelalter bis zur Aufklärung
Verlag: SH-Verlag
Aus dem Alltag in eine heilige Welt
Das Buch widmet sich einem faszinierenden Thema: der Geschichte der Wallfahrt in der Stadt Köln vom Mittelalter bis in die Zeit der Aufklärung. Die Autorin zeigt, dass sich das Wallfahrtswesen vom Spätmittelalter bis zur Zeit der Aufklärung einerseits deutlich wandelte, es aber andererseits auch viele Elemente der Kontinuität gab, wie zum Beispiel Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Pilgern. Ein Pilgerspital, das ein Bürger im Mittelalter gestiftet hatte, wurde beispielsweise bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts durch den Stadtrat verwaltet: Dort wohnten die Pilger aus der Ferne und Nähe, sie besuchten den Dom und andere Kirchen und zogen schließlich weiter zu Wallfahrtsorten wie Rom, Santiago de Compostela oder Aachen.
Die Studie beschäftigt sich auch mit den Prozessionen, die die Kölner selbst zu verschiedenen Wallfahrtsorten veranstalteten, nicht zuletzt in die nähere Umgebung, so nach Kevelaer, Scherpenhovel oder Trier. Mit den prozessionsartigen Wallfahrten von Bruderschaften, die erst in der frühen Neuzeit stattfanden, rückte der Aspekt des gemeinschaftlichen Unternehmens in den Vordergrund. Während der Wallfahrt brachen die Pilger gemeinsam zeitweilig aus ihrem Alltag aus in die heilige Welt. Die damals für die Mitglieder der Bruderschaften gedruckten Bücher, Handbücher der Wallfahrt sozusagen, veranschaulichen, dass ihr Weg mit zahlreichen Gebeten und Liedern neben Bräuchen wie der Mirakelerzählung angefüllt war. Wichtige Stützen für die Kontinuität des Wallfahrtswesens waren die Frömmigkeit und der Glaube an die Heiligen – sowohl bei den Pilgern als auch bei den Bürgern.
Auch wenn sich das Wallfahrtswesen über die Jahrhunderte zum Teil wandelte, blieben diese Grundlagen doch bestehen. Die vorliegende Geschichte des Wallfahrtswesens versteht sich auch als Beitrag zur Kölner Stadtgeschichte. Denn auch das Verhältnis zwischen der Stadt und den Pilgern und die Erfahrungen, die Kölner Bürger als Pilger machten, werden dargestellt.
Bilz, Fritz
Zwischen Kapelle und Fabrik
Verlag: SH-Verlag
Eine Stadt fast aus dem Nichts
Die Industriegeschichte des heutigen Kölner Vororts Kalk begann mit der ersten Fabrikansiedlung 1850 – die Eigenständigkeit Kalks endete mit der Eingemeindung nach Köln 1910. Fast aus dem Nichts war eine zuletzt prosperierende Stadt mit fast 30.000 Einwohnern herangewachsen. Die Entwicklung Kalks ist beispielhaft für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel von einer agrarisch bestimmten Ansiedlung dörflichen Charakters zu einer Industriestadt. Die Entwicklung verlief nicht reibungslos, nicht ohne Brüche und Widerstände, und sie hatte ihre Eigenheiten, die Kalk trotz mancher Parallelitäten von anderen Orten deutlich unterschied. In der reinen Zuwandererstadt Kalk musste alles, was sich mit dem Begriff Stadt verband, erst entwickelt werden: eine städtische Gesellschaft, eine lokale Elite, politische Handlungsstrukturen und eine für Menschen und Unternehmen ausreichende Infrastruktur. Es entstanden Parteiorganisationen, manche sporadisch, andere auf Dauer. Fritz Bilz zeichnet nach, wie sich die Trägerschichten der politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung, das Bürgertum und die Arbeiterschaft, in Kalk herausbildeten und untersucht, inwieweit sie die Entwicklung der Stadt aktiv bestimmten. War die Richtung einheitlich oder gab es Abweichungen und Gegentendenzen? Konnte sich auch eine gewisse Urbanität, ein städtisches Lebensgefühl, in Kalk herausbilden? Der Autor hat eine Fülle von Archivquellen ausgewertet und kann so ein differenziertes und lebendiges Bild nicht zuletzt auch des alltäglichen Lebens im sich rasant entwickelnden Industrieort Kalk nachzeichnen.
Morscheiser-Niebergall, Jennifer
Die Anfänge Triers im Kontext augusteischer Urbanisierungspolitik nördlich der Alpen
Verlag: Harrassowitz, O
Deutsch
Bethke, Carl
Deutsche und ungarische Minderheiten in Kroatien und der Vojvodina 1918-1941
Verlag: Harrassowitz, O
Deutsch
Widmaier, Kai
Landschaften und ihre Bilder in ägyptischen Texten des zweiten Jahrtausends v. Chr.
Verlag: Harrassowitz, O
Deutsch
Koltermann, Till Ph
Herausgeber : Mitwirkung (sonst.): Abe, Yasuko; Vorwort von Antoni, Klaus
Der Untergang des Dritten Reiches im Spiegel der deutsch-japanischen Kulturbegegnung
Verlag: Harrassowitz, O
Deutsch
Herausgeber : Duchhardt, Heinz
Russland, der Ferne Osten und die »Deutschen«
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Welchen Anteil hatten die »Deutschen« an der Erschließung des Fernen Ostens durch das russische Imperium? Inwieweit waren sie an Gesandtschaften nach China und an den großen Entdeckungsexpeditionen des 18. und 19. Jahrhunderts beteiligt? Was haben sie als Mediziner und Naturwissenschaftler, als Kartographen und als Ethnologen geleistet? Welchen Anteil hatten sie an einem östlich-westlic